Chancen eröffnen – Nahles will Langzeitarbeitslosigkeit verringern

Kommentar zum Konzept zum Abbau Langzeitarbeitslosigkeit

„2 x 3 macht 4

Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!

Ich mach‘ die Welt der Arbeitgeber

Widdewidde wie sie Nahles gefällt ….“ (…)

Die Arbeitgeber reiben sich die Hände – Arbeitskräfte für umsonst. Ein 150-Millionen-Euro Kostenlospaket, abgesegnet durch die Arbeitsministerin Nahles, beschert den Arbeitgebern erwartete zusätzliche Subventionierung von Arbeitskräften. Bezahlt durch den Steuerzahler und als trojanisches Pferd des Lobbyismus eines Ministeriums getarnt. Unterstützt werden damit betriebliche Konzepte, die nur überleben, weil es seit Jahren diese Förderung gibt. Dauerhafte Arbeitsplätze wurden damit jedoch nicht geschaffen. Endet eine Förderung, folgt die nächste mit einem neuen Arbeitnehmer. Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist gut – so gut, dass über 40 Prozent atypische Arbeitsverhältnisse sind und so gut, dass die Langzeitarbeitlosigkeit bald ein Jahrzehnt stagniert. Gut, Nahles hat ein neues Programm. Geht auf die individuelle Lage der Langzeitarbeitslosen ein. Spricht von „Fördern und Fordern“ und stellt fest, dass wir es nicht mit einer homogenen Gruppe zu tun haben. Drei Viertel der Langzeitarbeitslosen haben demnach „Risikomerkmale“ wie: Fehlender Berufs- oder Ausbildungsabschluss, gesundheitliche Einschränkungen, Mutterschaft, 50+, Status Zuwanderung oder mangelnde Sprachkenntnisse. Ihre Rezepte sind nichts Neues. Ein bisschen Honig um das Maul der Arbeitgeber, ein bisschen den Europäischen Sozialfonds anzapfen und die Verantwortung der Erwerbslosigkeit auf die eigentlichen Betroffenen umwälzen. Gilt Mutterschaft oder ein Alter von über 50 Jahren als ein „Risikomerkmal“, ist es weder ein Makel der Erwerbslosen, sondern schlichtweg eine verschobene Realitätswahrnehmung des natürlichen biologischen Laufs durch ein Ministerium. Personalaufstockung im Jobcenter, Coaches, Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung und den Akteuren vor Ort können nicht darüber hinwegtäuschen, dass derzeit über vier Millionen Menschen mit Arbeitslosengeld II über die Runden kommen müssen. Nahles zäumt das Pferd von hinten auf. Man verfällt in den Wahn, die Langzeitarbeitslosen in die verprasste Gesellschaftsstruktur hinein zu pressen. Laut Nahles entsteht die Soziale Teilhabe insbesondere durch die aktive Teilnahme am Erwerbsleben, in dem dann scheinbar parallel dazu noch Struktur erlernt werden muss. Gerade Kinder sollen durch das Vorleben der Eltern vor Sozialhilfekarrieren bewahrt werden. Das ist zynisch, passt jedoch zur Aussage, dass Mutterschaft ein „Risikomerkmal“ ist. Weiterhin insistiert es den vorherrschenden Leistungsgedanken und der Wert eines Menschen wird mit einer Tätigkeit gleichgesetzt.

Förderprogramme und Erwerbslose als „Abwrackprämie“ für Arbeitgeber, erleichterter Einsatz von Ein-Euro-Jobs und ein praktikableres Verfahren der Zusätzlichkeit dieser sind bei weitem keine Meilensteine oder gar Reformierung eines Arbeitsmarktes. Es ist und bleibt ein Sieb voller Löcher mit einem fehlenden arbeitsmarktpolitischen Paradigmenwechsel. Benötigt werden konkrete Programme für mindestens über die Hälfte der Langzeitarbeitslosen. Ein Mindestlohn ohne Ausnahmen und ein öffentlich geförderter sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungssektor mit Tariflohn.

3 x 3 macht 6 – widdewidde

Wer will’s von mir lernen ?

Alle groß und klein

trallalala lad‘ ich zu mir ein. (aus Pipi Langstrumpf)



Kategorien:Arbeitsmarktpolitik, Berlin, Jobcenter

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