Gehorsam gegen Existenz

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Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, politisch Interessierte und Vertreter der Fraktionen!

Auf diesem Weg möchte ich Ihnen und insbesondere den Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen einen Gruß aus Hamburg-Altona auf den Weg mitgeben. Auch möchte ich mich nochmals bei der Schutzgemeinschaft Hartz IV e.V. für die Einladung bedanken.

Das Thema der Diskussionsrunde heißt: „ Die Änderungen im Hartz IV seit August 2013“. Starte ich mit dem Positiven. Da wären die Änderungen zum Bildungs- und Teilhabepaket in Höhe von 10 Euro im Monat, um eine Vereinszugehörigkeit, wie z.B. Sport oder Musikschule bezahlen zu können. Ebenso wurde der Eigenanteil für privat nutzbare Schulfahrkarten bundeseinheitlich auf maximal 5 Euro festgesetzt.

Im Jahr 2014 stieg der Regelsatz nach SGB II zwischen 5 Euro und 9 Euro – abhängig vom Alter und Größe der Bedarfsgemeinschaft. Damit stieg auch linear der Mehrbedarfsanteil z.B. für Sonderernährung oder für Alleinerziehende.

Auf den ersten Blick klingt es tatsächlich positiv. Auf den zweiten Blick stelle ich fest, dass die 10 Euro für das Bildungs- und Teilhabepaket oftmals nur für eine Teilzeit- Vereinszugehörigkeit reicht. So wird zwar bei der Musikschule hier in Hamm eine Reduktion um 90% gewährt, jedoch sieht es in anderen Städten leider immer wieder anders aus, so dass die 10 Euro bei weitem nicht ausreichen.

Die Erhöhung der Regelsätze um rund 2,7 Prozent gleichen weder die Inflationsrate aus, noch die immense Steigerung der Energiekosten. Diese sind bis heute aus den Regelleistungen zu begleichen und bringen Jahr für Jahr steigende Stromsperren mit sich. So saßen rund 600 000 Menschen im Jahr 2013 buchstäblich im Dunkeln.

Ja, Deutschland hat eine soziale Absicherung. Das ist unserem Sozialrechtsstaat geschuldet. Aber führt diese Absicherung auch zur sozialen Gerechtigkeit? Ist Gerechtigkeit ein persönliches Empfinden und somit subjektiv? Oberflächlich gesehen werden Menschen ohne Arbeit abgesichert und erhalten einen Grundstock zum Überleben und ein Dach über dem Kopf. Um so zu denken, bedarf es jedoch ein Scheuklappensystem.

Die Agenda 2010 führte nachweislich, gewollten zum größten europäischen Niedriglohnsektor und damit in einen Bereich, in dem rund 1,3 Millionen Menschen mit Arbeitslosengeld II aufstocken. Jeder 10. Arbeitslosengeld I-Empfänger muss inzwischen mit Arbeitslosengeld II ergänzen, weil das Arbeitslosengeld I nicht mehr ausreicht. Mit der Agenda 2010 wurde, auch durch die Medien verstärkt, eine neue „Unterschicht“ kreiert. Wer mit Hartz IV leben muss, gilt als faul und schmarotzend. Wer arbeitet, soll etwas zu essen haben, wer nicht arbeitet, braucht nichts zu essen“, so Müntefering 2006. Von einer Inklusion der Erwerbslosen kann hier nicht gesprochen werden. Stattdessen erlebe ich eine Exklusion. Auf eine Arbeitsstelle kommen derzeit rund 6 Bewerber. 6 Millionen Menschen stehen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld II. Rund geschätzte 1 Millionen Arbeitsplätze (inkl. verdecktem Arbeitsmarkt) stehen denen gegenüber. Dazu bedarf es keiner Dreisatzberechnung, um festzustellen, dass es nicht passt. Die Logik ergibt sich schon aus dem Verhältnis.

Im Schnitt lebt jedes 7. Kind in Armut, in Hamburg derzeit jedes 4. Kind. Betroffen sind hauptsächlich Geringverdiener, Alleinerziehende und Arbeitslosengeld II-Empfänger. Die Folgen sind starke Einschnitte in der soziokulturellen Teilhabe, Schulförderung, geringere bis gar keine Gesundheitsfürsorge und z.T. Einsparungen beim Essen. Schulkinder ohne Pausenbrot sind leider keine Seltenheit mehr. Die Tafeln haben inzwischen in vielen Städten einen Aufnahmestopp – wegen Überfüllung.

Die SPD feiert ihre Agenda 2010 bis heute. Die CDU, die Grünen haben sich bis heute davon nicht distanziert. Diskutiert werden derzeit sogenannte Rechtsvereinfachungen. Ich spreche von Rechtsverschärfungen. Der Mehrbedarf für Alleinerziehende soll gestrichen werden, sofern sie sich nicht in einer Maßnahme oder Tätigkeit befinden. Übernahme von neuen Mietkosten für eine zwar angemessene Wohnung im Rahmen des SGB II, sollen bei Umzug nicht weiter übernommen werden. Es gilt der vorherige Mietzins. Für mich eine Einschränkung in der Freizügigkeit, die auch Menschen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende zuteil werden muss. Das hat zur Folge, dass ein Leistungsberechtigter gezwungen ist, eine von ihm zuvor, möglicherweise aus Not vorübergehend gewählte, nicht vollwertige Unterkunft weiter bewohnen muss. Lobhudelei, durch die Medien derzeit verbreitet, dass Weiterbewilligungsanträge nun 12 statt 6 Monate gültig sind, gab es bereits schon immer. Das ist individualisierbar, sofern durch das Jobcenter erkennbar ist, ob sich was im persönlichen oder finanziellen Bereich ändert. Das Kleinstbeträge bis 50 Euro nicht mehr nachgegangen werden soll, klingt gut und ist vernünftig. Schaut man sich die tatsächlichen Vereinfachungen an, lässt sich feststellen, dass diese den Leistungsbereich betreffen. Argumentiert wird jedoch damit, dass die Berater in den Jobcentern mehr Zeit für die Arbeitssuchenden haben. Nun betrifft es diese Abteilung aber gar nicht und ist somit ein vorgeschobenes Argument für die eigentliche Erleichterung in der Leistung und deren Mitarbeiter.

Die Agenda 2010 hat zur leichten Senkung der Arbeitslosenzahl geführt – jedoch hauptsächlich in Mini- und Midijobs oder Teilzeit. Die Vollbeschäftigung ist kaum gestiegen. Die Keule der Sanktionen oder deren Androhung und Wissen darum, führt zur Erpressbarkeit bei den Betroffenen. So lassen sich die Erwerbslosen in jede Art von Tätigkeit, da ja jede zumutbar ist, pressen. Viele sinnlose Maßnahmen werden unter Zwang wahrgenommen. Dieses gilt auch für behinderte und schwerbehinderte Menschen – ohne Ausnahmen.

Die Arbeitslosenstatistik freut es. Und die Bevölkerung denkt: wunderbar, kaum Arbeitslose.

Die Noch-Erwerbstätigen nehmen ebenso fast jede Tätigkeit an oder halten dran fest, immer mit der Angst in Hartz IV zu rutschen. Arbeitsbedingungen, Bezahlungen oder Machbarkeit werden ignoriert. Schließlich will man ja nicht zur „Unterschicht“ gehören.

Für mich stellt sich Hartz IV so dar, dass Gehorsam gegen Existenz getauscht wird. Wer sich dem System unterwirft, sei es in der Arbeitswelt, sei es in den Jobcentern, darf leben und somit überleben. Wer sich, auch berechtigterweise wehrt, kann mit Bestrafungen in Form von Sanktionen rechnen.

Um zumindest diese Angst und Druck zu nehmen, gehören Sanktionen sofort abgeschafft. Ein Existenzminimum und Grundrechte kürzt man nicht! Hartz IV muss reformiert werden, besser noch abgeschafft und zwar im Sinne der Menschenwürde. Die Menschenwürde ist unantastbar und eine Würde darf niemals von einem Behördenapparat abhängig sein. Ein Existenzminimum muss in jedem Fall und zu jeder Zeit sichergestellt werden. Es ist an der Zeit, politisch auch soziale Grundrechte offensiv einzufordern. Und ein Staat, der allen Gesellschaftsmitgliedern nicht nur gleiche Rechte einräumt, sondern sie tatsächlich verwirklicht sehen will, muss zuerst die von Not und Leid freie Existenz seiner Bürgerinnen und Bürger sicherstellen. Davon wird es entscheidend abhängen, ob der Sozialstaat Tinte bleibt oder gesellschaftliche Wirklichkeit wird. Sozial geht anders!

Gefordert sind alle, umsetzen müssen es jedoch die Regierenden und somit sind sie als Vertreter der CDU, SPD, Grüne und Die Linke angesprochen.

Somit verbleibe ich, mit besten Grüße aus Hamburg-Altona und wünsche eine konstruktive, sachliche, faire und fruchtbare Diskussion.

Inge Hannemann

Bild: clipdealer



Kategorien:Arbeitsmarktpolitik, Jobcenter

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331 replies

  1. Welche Lebensmittelkonzerne, neben Metro, die gerne an die CDU/CSU-FPD-FDP für ihre politische Arbeit (KAS-Klitschko etc..) Spenden abliefern haben wir in der Ukraine tätig, um dem Lohndumping noch eins drauf zu setzen?

    „… Ein frischer Artikel von Alex Rogers vom 15 Mai (The Kiev Times), wo der Journalist davon berichtet, dass die Kiewer Behörden es verheimlichen, dass die Verluste der “Nationalguarde” (= “Rechter Sektor”) im Osten der Ukraine mittlerweile schon auf Tausende gestiegen ist.

    … was tatsächlich stattfindet, da Oligarch Kolomojski für nicht besonders spendabel gilt, aber doch nicht in so einem Ausmaße, schreibt Rogers. Er glaubt eher, dass das größeres Teil von ihnen einfach nicht mehr am Leben sind.

    Anfangs wurden die Leichen auf LKW’s mit Kühlfunktion drinnen nach Charkow exportiert, wo sie in Krematorien verbrannt wurden, …“
    http://russianmoscowladynews.com/2014/05/16/ukraine-dein-schicksal-nachrichten-und-meinungen-teil-70/

    Lebensmittel und Hygiene aus Leichenwagen?
    Geht es noch billiger, Fr. Merkel, Hr. Steinbrück, Hr Steinmeier & Co.?
    Das ist die Politik die auch von der jetzigen EU – IWF – USA gefördert wird!

  2. Da steht ein Junge mit einer Mundharmonika im Mund. Auf seinen Schultern steht sein Vater mit einem Strick um den Hals. Wenn der Junge seinen Vater aus Erschöpfung nicht mehr tragen kann, stirbt sein Vater. Drum herum stehen Verbrecher und schauen zu. Sie wollen sehen wie der Junge aus Erschöpfung zusammenbricht und sein Vater dadurch stirbt. Ich fühle mich in Hartz IV so wie der Junge, der seinen Vater nicht mehr tragen kann.

  3. Auch so etwas sollte man mal zur Kenntnis nehmen!:
    Auch hier wird ja ab und zu den Bundestagsabgeordneten von „Die Linke“ so einiges unterstellt,
    wie z.B. sie seinen auch nur an Posten und Diäten interessiert.
    Das dem nicht so ist, wird leider allgemein verschwiegen:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-spendet-bundestag-beschliesst-diaetenerhoehung-12813536.html

    Die Berliner Kinder haben diese Spende dazu genutzt, endlich einmal das Meer sehen und erleben zu können, denn viele von ihnen haben bisher nicht einmal ihren Wohnbezirk verlassen können,
    was gestern Gregor Gysi in seiner Rede in Hamburg-Bergedorf hat verlauten lassen.

  4. Wer einen Antrag stellt!
    http://www.lokalkompass.de/gelsenkirchen/politik/jobcenter-wenn-einer-einen-antrag-stellt-dann-kann-er-was-erleben-d434650.html

    Bis jetzt hat es immer funktioniert, nichts geht ohne Quittung beim Jobcenter. Wenn ich zum Termin war muss der Jobcenterarbeiter auch unterschreiben das ich da war.
    Jedem Bescheid wird widersprochen, anschließend Klage erhoben. Wer sagt mir das die laufend wechselnden Jobcenterarbeiter alles richtig machen??(Sie maßen sich ja an immer Recht zu haben, das sind die ersten fehlerfreien Menschen die die Natur erschaffen hat??!!)

    Das hat man abgelehnt!!

    Im Rahmen der Pflichten des Jobcenters aus §§ 13 und 15 SGB I (Aufklärung und Auskunft) und in Verbindung mit den §§ 33 und 35 SGB X (ausführliche, nachvollziehbare schriftliche Auskunft)möchte ich von den Jobcenter-Mitarbeitern, wissen die uns laden, unter eben dieser schriftlichem Nachweislegung , ob sie qualifiziert sind, mit uns über unsere sozialen, beruflichen und in Zusammenhang damit auch gesundheitlichen Probleme zu sprechen.

    Warum also sollte ich einem Jobcenterarbeiter oder einem Bescheid trauen, bevor das Sozialgericht eine Entscheidung getroffen hat?!

    • @Streetfighter,

      ein Grund, weshalb ich die gesamte Korrespondenz mit dem Jobcenter konsequent per Fax abwickle.
      Kostet kein Papier, kein Porto, keine Telefongebühren (Flatrate) und ist zudem bequem.
      Ein Faxnachweis und zusätzlich der Verbindungsnachweis dürfte über jeden Zweifel erhaben sein.
      Das jedoch die Jobcenter-Mitarbeiter in Punkto „Rechte und Pflichten“ sehr häufig ein „Informationsdefizit“
      haben und meinerseits belehrt werden müssen (als Beispiel siehe: https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14397) ist für mich schon Alltag geworden und ich gehe davon aus, dass dem sehr viele werden beipflichten können.

      • @-Tanguero

        Ist doch alles ok.nur es müssen alle tun.
        Man braucht keine Rechtskenntnisse, die hatte ich am 1. Tag von Hartz IV auch nicht, aber normalerweise kann man logisch denken und kommt nach dem 1.Gespräch mit einem Jobcenterarbeiter darauf das hier etwas unlogisch im Zusammenhang mit dem Regelsatz ist.
        Und ab da muss es losgehen,informieren,Widerspruch ,Klage usw.
        Die Hartz IV Verantwortlichen rechnen doch damit das Betroffene sich selbst die Schuld geben usw.es gibt verschiedene Ursachen weshalb sich Betroffene nicht wehren.
        Aufgeben-niemals!

      • Ja… Regeln sind ja schließlich nur was für das „Fußvieh“! Wo kämen wir denn sonst hin, wenn die Leut sich an ihre EIGENEN Regeln halten müssten… Nee, das geht schließlich nicht!

        Also ich mache auch nur alles mit Beleg und da ich kein Fax habe (schön wärs), kostet JEDE Kommunikation mit dem Jobcenter extra. Muss man sich als Normalbürger mal reinziehen (wenns nicht so schnöde von den Normalos ignoriert werden würde): man gehört schon zu denen im Land, die am wenigsten haben und bekommen und dann muss man jeden Monat wohl mehr dafür ausgeben als andere (bei mir wechselseitig Fax, Einschreiben oder ÖPNV mit Unterschrift/Quittung). In Monaten, wo das Amt mal wieder um sich selbst und seinen schlechten Apparatschik kreist, können das locker 20-30 EUR extra sein, von denen ich normalerweise 1 Woche lebe…

        Und wenn ich mal wieder im Kreis geschickt wurde und mir blöde Amts-Kinder bratzig kommen verweise ich laut und deutlich darauf, dass sie mich gerade XY Tage Essen gekostet haben (Frau Hannemanns Aussage vor dem Ausschuss war „Spot on“! Da kommen die Nölbacken nur mit einem spitz-generös hingeworfenen „na, wir zahlen Ihnen ja schließlich die Monatskarte…!“ „Nein, Sie zahlen mir nur 5,50 EUR dazu, wie jeder weiß – SIE ETWA NICHT!?“ (Betrag weicht etwas ab, ist aber ähnlich klein)

        Da möchte jedes Mal mein Frühstück deren Schuhe besuchen angesichts von soviel Arroganz und Selbstherrlichkeit.

    • @ ein Post, vorherigen Artikel:
      „Hilfe habe ich vom Jobcenter nie erhalten, die haben immer Recht und Berufserfahrung zählt nicht. Eine rote Ampel wird grün wenn das Jobcenter der Meinung ist das die rote Ampel grün ist.“

      Da musst du mal in den EU Websites suchen (von der Leyens Schwiegervater o.ä.), dort steht geschrieben: „das die BAs in der EU die Arbeitslosen bereit halten sollen“!

      Andererseits vernichten die Wissen und Qualität in den Firmen und selbst im ÖD, zugunsten der USA; internationalen Globalplayern; Spekulanten; Banken etc. Die die Umsetzung der Hartz IV Pläne – Agenda wird der Standort D zum Ramschladen.

      Nun schreien die nach Fachkräfte und selbst hinzugezogene / angeworbene Ausländer werden das Sozialsystem Notgedrungen weiter belasten, wie Sozialkassen Plünderer Aldi – Lidl. Es ist die Gier der Globalplayer – und sehr unfähige Politiker – Richter.
      Vergleiche mal die verbotene und verurteilte Willkür unter Hartz IV mit den Aussagen des Bundesverfassungsgerichtes:
      http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html Rn. 126 – 144

  5. Übrigens, wie ich nach gerade mal 1 Monat in ALG1 feststelle. Ist es im ALG1 nicht besser, im Prinzip müsste ich mich mehr teilen bei den Vielfältigen Sanktionsbedrohungen. Es ist eine Frechheit, wie mit Menschen umgegangen wird.

    • fast 62: ja, wird leider oft vergessen, im alg1-bereich, beitragsfinanziert, gibt es knallharte sprerrzeiten, da wird eigentum praktisch vernichtet, !

  6. Die nächste Schweinerei :Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für überlastete Jobcenter
    Zu den Plänen von CDU und FDP, künftig Miete und Nebenkosten für Hartz-IV-Empfänger direkt überweisen zu wollen, erklärt Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:

    CDU und FDP haben noch keinen Gedanken daran verschwendet, wie eine verfassungsgemäße Neuordnung der Jobcenter aussehen soll. Die notorisch überlasteten Behörden sollen aber jetzt noch eine weitere Aufgabe übernehmen, die vier Millionen Hartz-IV-Empfänger entmündigt. Die künftige Regierung plant, dass die Jobcenter Forderungen von Vermietern und Energieversorgern in Zukunft direkt begleichen.

    Ein absurder Vorschlag, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden schon zeitlich nicht in der Lage sein zu beurteilen, was zu Recht und was zu Unrecht in Rechnung gestellt wird.

    Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

  7. Wo bleibt eigentlich die Frau Nahles? Mit der möchte ich mal bürgernah auf diesem Blog kommunizieren unter 80 Mio Augen versteht sich. Aber nein, das geht nicht. Dafür ist die Frau zu weit abgehoben. Aber gucken, worüber man sich gerade hier unterhält, das kann sie gut, gel Frau Nahles? Kommen Sie in die Pötte und gehen Sie endlich auf U N S zu!
    Standardantworten absondern und sich dann vom Acker machen, das können Sie sehr gut, Frau Nahles. Jetzt weiß jetzt auch, warum es so viele Bundestagsabgeordnete geben muss. Da kann jede/r sagen, da müssen Sie sich an den anderen wenden. Und der schickt mich wieder zu einem anderen und der schickt mich wieder zurück an den Start und ich hab nichts erreicht. Ja, keine Verantwortung übernehmen, darin seid Ihr Spitze,

  8. Aufgeschnappt:
    „Deutschland ist der Puff Europas, sagen die Experten. Unser Land zählt in puncto Prostitiution zu den liberalsten Ländern der Welt. Seit 2002 ist sie bei uns legal.“

    Nun, das enthält einen Kern – äh – Wahrheit. Man beachte auch die Jahreszahl im besonderen Hinblick auf Hartz 4.

    Und zu der Maischberger- Sendung, die eigentlich eine Beleidigung für den Intellekt und jedwedes menschliche Gefühl ist: Hier auch wieder der Rückgriff auf das derbe abgedroschene Argument, dass Arbeitslose sich in der Arbeitslosigkeit richtiggehend unwohl fühlten und deshalb um ihr Wohlbefinden halber nach dem nächstbesten „Job“ nur so gierten. Das beweise die Richtigkeit des Systems. Aber es ist ungefähr so, um es mehr oder weniger zugespitzt zu formulieren, wie in der Nazizeit, als man wehrlose schwache Leute dem Zwang ausgesetzt hat, zu drangsalieren und zu morden, und darin den Beweis für deren Spass an der Sache für ausgemacht ansah. Man schafft ganz spezifische Gegebenheiten, um ein kalkuliertes Verhalten unter Anwendung von existenzbedrohenden Sanktionen zu provozieren und lässt die Endresultate als den Lebenssinn der Deliquenten erscheinen, die am Ende dazu vielleicht auch noch aufrichtig applaudieren.
    Ehrlich, all dies hält man bald nur noch unter Drogen aus – genau das, was ich sage.

    • „Mittlerweile hat das Amt zumindest teilweise Fehler eingeräumt und die Erstausstattung der Wohnung bewilligt. „Dafür müssen wir uns entschuldigen“, sagte Dietmar Gutschmidt, Leiter des Jobcenters, gegenüber der Zeitung. Aber er betonte auch, dass die Vorgehensweise, die die junge Mutter beschreibt, nicht den üblichen Abläufen in der Behörde entspricht. „Das ist keinesfalls unsere Beratungsleistung, jemanden zum Abbruch der Ausbildung zu raten.“

      http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-junge-mutter-sollte-ausbildung-abbrechen-90016082.php

      Kommentar:

      Ich behaupte, dass diese Vorgehensweisen den üblichen Abläufen in der Behörde entspricht und zwar deutschlandweit. Sonst hätte man das nicht explizit erwähnen brauchen. Die sind nur in die Pötte gekommen, weil die Öffentlichkeit eingeschaltet wurde. Die wissen genau, mit wem sie es machen können, wen sie fertig machen können.

      • @Karl Görtz

        Das sehe ich auch so.

        Angeblich muss jeder eine EGV/VA haben. Mein VA ist seit Anfang Oktober abgelaufen und ich habe noch keine neue EGV erhalten. Die Klage läuft noch. Kann sein, sie warten das Urteil ab.

  9. Aufstocker und…

    der gesteigerte Profit des Arbeitgebers, der sich die Arbeitskraft des Aufstockers vom Staat subventionieren lässt und sich jetzt vielleicht einen zweiten SUV leisten kann.

    Aufstocker und…

    das vielleicht unter Sanktionsdruck vom Staat auf den „Arbeitnehmer“ zustande gekommene Arbeitsverhältnis.

    Aufstocker und…

    der Arbeitnehmer, der nicht selbst kündigen kann, wenn er sich mit dem Arbeitgeber nicht versteht hinsichtlich des Sanktionsdruckes vom Amt, nach dem Motto: „Kündigst du selbst, weiß du was dir blüht.“

    Aufstocker und…

    der „Arbeitnehmer“, besser Arbeitssklave, der einer zweiseitigen Erpressersituation ausgeliefert ist.

    Und dabei sollte man immer noch berücksichtigen, dass bis auf ein paar Freibeträge unter diesem Sanktionsdruck, der ständig auf dem Aufstocker lastet, immer nur auf die Grundsicherung aufgestockt, oder eben wegen einer Sanktion von Staats wegen unter die Grundsicherung abgestockt wird. Nun ist der Aufstocker vielleicht sanktioniert, muss mit weniger Geld auskommen und beim nächsten Aufstockgeber anfangen, auch diesmal wieder mit einem neuen Sanktionsdruck.

    Vielleicht sind aber auch jetzt alle befriedigt. Das Jobcenter, das wieder einen neuen Aufstocker an den Arbeitgeber vermitteln kann. Der Arbeitgeber, der noch mehr und schon wieder mit einem neuen Aufstocker seinen Gewinn steigern kann. Und der Staat, von dem sich der „Aufstocker“ abgewendet hat weil er jetzt vielleicht schon tot ist und nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftaucht.

    So was nenne ich freie Sklavenwirtschaft und nicht freie Marktwirtschaft. Sozial ist sie ja schon lange nicht mehr.

    Deutschland ist einfach nur noch EKELHAFT.

  10. Mich wundert, dass niemand diesen Link hier eingestellt hat:

    oder findet ihr die Gedanken so abwegig
    http://daskleinefernsehspiel.zdf.de/das-kleine-fernsehspiel/das-kleine-fernsehspiel-6051386.html

    • Ganz und gar nicht abwegig, den Film suche ich schon seit langem, danke für den Hinweis. Gut, dass er jetzt im ZDF lief, nun kann ich ihn mir gleich hier anschauen:

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2133004/Frohes-Schaffen#/beitrag/video/2133004/Frohes-Schaffen

      • @andyherzlogik,

        danke für den Link!

        „ARBEIT MACHT FREI“?
        Ja, ich bin verrückt, denn „Arrrbeit“ will ich nicht mehr, da es Wichtigeres im Leben gibt.

        • @Tanguero

          „andyherzlogik“ bin ich, Andreas Abels, irgendwie springt mein Profil immer wieder um. 😉

          Mir geht es wie Dir bzw. ich definiere „Arbeit“ so, wie ich es für richtig halte. JEDER sollte doch selbst definieren dürfen, was Arbeit für ihn oder sie ist.
          In unserer Welt aber wird den Menschen eine Definition aufgezwungen und somit eine entscheidende Abhängigkeit (zur: Existenzsicherung, sozialen Teilhabe) aufgedrückt.

          Den Film finde ich klasse, er geht in die Tiefe und gleichzeitig ist er humorvoll. Es ist wichtig, sich endlich auch philosophisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn nur so wird einem klar, wie Arbeit zu einer globalen Religion erhoben wurde.

          Jobcenter-Mitarbeiter, Maßnahme-Träger, Politiker und andere wurden zu Priestern dieser Religion gemacht, und die Gläubiger erheben Arbeit zu etwas Anbetungswürdigem. Das passiert oft ganz unbewußt.
          Im Film sagte auch jemand, dass das Leiden als Arbeitnehmer erträglicher wird, wenn die Arbeit gleichzeitig „erhöht“ wird, also auf ein Sockel zum Anbeten gehoben wird. Dieses Phänomen kennt man aus vielen Religionen.

          Natürlich leidet nicht jeder Arbeitnehmer, aber doch die Masse weltweit. Es ist wie ein Alptraum, aus dem es offenbar schwer ist aufzuwachen, und doch wird auch der Letzte irgendwann aufwachen.

          • @Andreas,

            ja diese „Scheinreligionen“!
            Dabei vergessen gerade die „Christen“, dass Jesus selbst Arbeitsloser war, denn seinen „Job“ als
            Fischer konnte er nicht ausüben, Geld hat er für seine „Arbeit“ auch nicht bekommen und er wurde
            daher von seinen Jüngern und anderen unterstützt.
            Hinsichtlich des Films gebe ich Dir recht, man sollte ihn unbedingt gesehen haben und die
            allgemeinen „Glaubenssätze“ mal dringend überprüfen, was natürlich den Neoliberalen ganz und gar nicht gefallen wird. (Eine Frau Merkel und Co. sind hierbei ganz direkt angesprochen!)

      • Ich hab mal den Film gesichert, falls er zukünftig aus der Mediathek verschwinden sollte.
        Wer will, kann ihn sich von hier auf den eigenen Rechner herunterladen (338MB), oder auch ansehen:
        http://tinyurl.com/Frohes-Schaffen

        LG,
        H:-W.

        • Ich kann nur immer und immer wieder wiederholen:

          Arbeit ungleich Lohnarbeit

          Darin liegt gleichwohl der Schlüssel des Dilemmas. Das eine ist unfrei und fremdbestimmt, Bestandteil des kapitalistischen Systems, das andere unsere persönliche freie Gestaltung und Entfaltung.
          (Die Ökonomie des Kapitalismus hat keinerlei sozialen Auftrag)

          Das kapitalistische System okkupiert den Begriff der Arbeit, indem es ihn zur reinen Lohnarbeit umdefiniert. Arbeit ist nichts wert, Lohnarbeit und er dazugehörige Konsum alles.

          Solange der Mensch das nicht auseinanderhalten kann, wird er auch mit seinen Werten zu sich selbst, und in seinem eigenen Wert anderen ggü. für und von anderen fremdbestimmt und aufgebraucht.

          Solange in den Köpfen dieser Unterschied nicht tatsächlich präsent und bewusst gelebt wird, wird sich unser Kulturanspruch an uns selbst auch nicht ändern.

  11. http://www.mz-web.de/medien/-talk-bei-maischberger-hartz-diskussion-an-der-realitaet-vorbei,26557340,27121480.html

    Stimmt, die wirklichen negativen Auswirkungen sind für solche Runden zu peinlich!
    Diese Sendung Maischberger kann man sich ersparen, genauso wie Frau Ulrich!!

    • @Streetfighter….Frau Ulrich weiß nicht was sie möchte, zum einen erzählte sie, das ja niemand unter Brücken schlafen solle, zum anderen verwendete sie den alten Spruch (der dürfte aus dem 3. Reich stammen): Wer nicht arbeitet soll nichts essen. Das passt irgendwie nicht zusammen, wenn der jenige der nicht arbeitet nichts zu essen bekommt, hat er folglich kein Geld und muss folgend dann unter Brücken schlafen. Findet das bei Millionen von der Arbeitswelt Freigestellten so statt, muß man sich zum einen Fragen: Wer schafft die ganzen Leichen dann weg? Wer hebt die vielen Gruben aus? die nächsten 1 Euro Jobber etwa?
      Möglich auch, das die, die dann nichts zu essen haben (und unter Brücken schlafen müssen), sich das essen unter Gewalt holen und somit vielleicht auch bei Frau Ulrich anklopfen. Das dürfte ihr dann auch nicht gefallen. Es wäre ein ziemliches Chaos im Land und Gefängnisse schrecken dann auch nicht mehr, da die Massen die dann unter Brücken schlafen und nichts zu essen haben, froh sein werden, ein Dach über dem Kopf zu haben.

      • @ Streetfigther
        @ Andi

        Rita Knobel-Ulrich: „Ich halte es für die Grundpflicht eines jeden Arbeitslosen, sich zu bewegen und so schnell wie möglich neue Arbeit zu finden.“

        Zu Rita Knobel-Ulrich müsste man eigentlich nichts mehr sagen. Die Dame spricht ja schon für sich selbst.

        Wenn wir aber schon einmal dabei sind uns über diese Frau einige Gedanken zu machen, dann möchte ich auch einen kleinen Beitrag dazu leisten.

        Dass es kaum noch Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt in Deutschland und in Europa gibt, sondern nur noch Jobs für Lohnsklaven, und dass in einer Welt voller Maschinen, Computer und Automaten der Mensch als Arbeitskraft überflüssig geworden ist, davon lenkt Frau Knobel-Ulrich natürlich geschickt ab. Warum sollte man das auch ansprechen? Es ist doch viel einfacher sich dem System als Hartz-IV-Jägerin anzubieten und mit sogenannten Reportagen und Büchern, über faule Hartzer, sich das eigene Bankkonto zu füllen, als einmal das eigentliche Problem der weltweiten Arbeitslosigkeit anzusprechen. Unter einem YouTube Video mit Rita Knobel-Ulrich steht folgender Kommentar: „Mit welchem Körperteil denkt diese Frau? Der Kopf kann es nicht sein“. Das Erschreckende ist aber, dass diese Frau sehr wohl mit ihrem Kopf denkt. Nur hat sie die Menschlichkeit und das soziale Gewissen schon vor vielen Jahren aus ihrem Kopf verbannt.

        Was verfolgt diese Frau nun eigentlich wirklich? Wer sich einmal aufmerksam ihre Reportage „Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit“ anhört, der merkt schnell, dass sie dort geschickt ihre eigentliche Botschaft verpackt hat, und die heißt: Ausweitung des Niedriglohnsektors.

        Die Ausweitung des Niedriglohnsektors, was ziemlich offensichtlich der wahre Grund für das menschenverachtende und verfassungswidrige Hartz-IV-System war, hat ja seit der Einführung von Hartz-IV erschreckende Dimensionen angenommen, die kaum noch überschaubar sind. Man fragt sich intuitiv; welche Interessengruppe steht eigentlich hinter Rita Knobel-Ulrich und hält da die Fäden in der Hand?

      • Die Frau weiß doch nicht mehr was sie redet!
        Wahrscheinlich muss die auch irgend etwas genommen haben, früher hat die immer mit den Armen rumgefuchtelt.

        • Lt. Facebook „Gefällt-mir“ gefällt ihr auch die AfD. Ist dazu noch was zu sagen?

          • Im Internet liest man immer wieder, dass Rita Knobel-Ulrich noch ihr altes FDP-Parteibuch im Nachttischschrank liegen haben soll. Vielleicht ist sie ja jetzt zur AfD weitergezogen, denn für ihre Ansichten über ‚Sozialschmarotzer‘ war wohl selbst die FDP nicht radikal genug.

          • Immer schön langsam, so lange AfD und Linke gewählt werden, bekommen die Etablierten Probleme , ist das nicht gewollt, oder hofft man das die Linke allein stark genug wird, das kann man getrost auf unsere Enkel verschieben, eh es so weit ist!….wenn überhaupt!?
            Worum geht es denn, um meine Partei , so denken auch die CDUler, SPDler und was kommt dabei raus? Eben, mein Gott wie lange noch diese Engstirnigkeit!!

            • @Anette,

              es geht um INHALTE! (Also beleidige uns nicht mit Deiner Engstirnigkeit)

            • @Anette

              Die Etablierten bekommen keine Probleme. Da wird solange ausgezählt bis das Ergebnis stimmt, Wahlbeobachter haben wir ja noch keine. Nach der Bundestagswahl gab es die erste Petition für Neuwahlen aufgrund vielfach fehlerhafter Zählungen und anderen Ungereimtheiten.

      • andi: die dame tritt dafür ein, dass arbeitslose junge menschen in sammelunterkünften schlafen sollen! auch will sie den bezug der leistungen auf 5 jahre beschränken!
        http://www.amazon.de/Reich-durch-Hartz-IV-Profiteure/dp/3868814590/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1400156122&sr=8-1&keywords=knobel-ulrich

        immerhin ist sie gegen idiotenkurse der ba, dies trifft auf viele spd-leute nicht zu!

        • @ribi….Danke Ribi! Nun gib aber nicht immer Dein ohnehin weniges Geld für Bücher aus. Nebenbei gesagt unterstütz ich diese seltsame Frau doch nicht noch, mit kaufen ihre überflüssigen Buches. Ich empfehle hier lieber das Buch: „Wehrt Euch mit §§“ von Chris Wolker!

          • andi: ich leihe mir bücher! gebe relativ wenig geld für bücher aus! wehrt euch, kenne ich auch- tolles buch! a wie asozial, die autoren lesen scheinbar auch auf dieser seite gerne, ist allerdings ein wahnsinnsbuch! sollten die autoren das lesen, danke für diese fundgruppe!

        • Zitat ribi: „immerhin ist sie gegen idiotenkurse der ba“

          Aber auch nur weil sie das „Menschenmaterial Hartzer“ als Lohnsklave einsetzen möchte. Hat sich hier eigentlich noch niemand ihr Machwerk „Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit” einmal richtig angeschaut und auch angehört? Man sollte auch eines nicht außer Acht lassen, die Frau mag zwar wie die Hexe aus Humperdinck‘s Oper ‚Hänsel und Gretel‘ aussehen, sie ist aber eine ausgefuchste Journalistin, die ganz genau weiß wie man eine Reportage aufziehen muss, damit die eigentliche Botschaft ‚Ausweitung des Niedriglohnsektors‘ auch beim Zuschauer ankommt.

          Keine Frage, diese sog. Kurse der BA sind nur dazu da um Arbeitslose aus der Arbeitslosenstatistik tilgen zu können.

          In einem TV-Interview sagte die ehemalige Arbeitsministerin Frau von der Leyen einmal: „Deutschland sucht händeringend Ingenieure, aber woher sollen wir die nehmen? Wir können ja nicht auf die Schnelle aus Hartz-IV-Empfängern Ingenieure machen.“

          Ich hätte Frau von der Leyen da weiterhelfen können. Sie hätte nur einmal in den sogenannten Weiterbildungsinstituten, die von der BA mit Geld zugeworfen wurden, nachschauen müssen, denn da wurden viele Ingenieure von der BA versteckt.

          Die Ausbildung eines Ingenieurs kostet dem Staat etwa 50 Tausend Euro (50.000 €). Wenn man zwanzigtausend (20.000) arbeitslose Ingenieure zugrunde legt – von dieser Zahl geht momentan der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) aus – dann sind das eine Milliarde Euro (1.000.000.000 €) die der Staat ausgegeben hat, damit Jobcenter-Mitarbeiter diese hochqualifizierten studierten Menschen anschließend in sinnlose Kurse stecken oder sie nach § 10 SGB II sogar zum Hilfsarbeiter umwandeln dürfen.

          Frau von der Leyen ist mit der Karawane zum Glück weitergezogen, aber die Knobel-Ulrich bleibt einem erschreckenderweise erhalten.

          • ingo: europa ist auf arbeit aufgebaut, der maßnahmenterror der ba geht da völlig an der eigenen kultur vorbei! ich bin der letzte, der sich nicht freut, wenn z.b. eine alleinerziehende mutter durch die kursteilnahme qualifiziert wird, aber gute kurse werden/ sind mangelware! sehe dir doch an, wo selbst behinderte menschen landen, die haben niemanden etwas getan, sind halt nur arbeitslos, sorry, habe ich vergessen, dies ist ja heute das größte vergehen!ich weiß aus eigener erfahrung/kontakten, dass viele – auch älter arbeitslose lieber eine arbeitsgelegenheit( die passen muss und freiwillig sein muss) annehmen würden als einen unbrauchbaren kurs! die journalistin, keine frage, ist nicht die nette dame von nebenan, ihr buch ist weitaus härter, als dies im tv möglich war! sie tritt für die beschränkung auf 5-jahre an- und dann??sie ist für zwangsarbeit etc. ich bin alles andere als ein fan, aber das einzigst positive an ihrem wirken, wollte ich halt erwähnen! das dieses aus berechnung geschieht, wird sicher so sein!

    • Die Sendung ging an der Realität und am Thema vorbei. Die falschen Gäste, da die Schwimmerin und die junge Unternehmerin nicht repräsentativ sind für Langzeitarbeitslose.

      Eine Feststellung von Ulrich Schneider fand ich gut und richtig, und zwar wo es um die Vernichtung der Biografie ging, wenn Erwerbslose mit guter Ausbildung gezwungen werden weit unter ihrer Qualifikation jede Arbeit anzunehmen.

      • rosi: der amtsleiter war wohl ein mann der kommunen, wirkte relativ kundig und menschlich, kommunen halt! leider hätte ich mir von im mehr kritik an den maßnahmen erwrtet, vor allem am maßnahmenterror/ dauereinweisung in unpassende maßnahmen!

        • @ribi

          Nö, da kann man froh sein, wenn er nicht mit der Frau Knobel-Ulrich ins selbe Horn bläst. 😉
          Von Jobcenter-Mitarbeiter auf Leiterebene erwarte ich nichts, von denen wird Systemtreue gefordert sonst rollen die Köpfe! Aber wenn ich mich richtig erinnere, so sagte er zu Herrn Fielsch, dass für ihn das BGE sinnvoll sei, denn er könne sich selbst gut beschäftigen.

          Also, ich kann mich auch gut selbst beschäftigen. 🙂

          • rosi: das mit der beschäftigung hört man gerne in lustigen maßnahmen. seid froh, dass ihr hier sein dürft- nein, bin ich aber nicht, inbesondere drei monate für sachen, die ich in 2 tagen lerne! will der staat beschäftigung und zeitvertreib schaffen, soll er intelligente und freiwillige bürgerarbeit einführen/ ulrich beck- oder soll begegungsstätten bauen und unterstützen!!

            • @ribi

              Ich habe an einer Maßnahme teilgenommen, das Zertifikat danach entsorgt. Eine weiter Maßnahme abgebrochen und zwei weitere verweigert. Ist bis jetzt nichts passiert, keine Sanktion.

              Meine Umschulung wurde verweigert, Kosten ca. 3.000 € für 1 Jahr.. Die Maßnahme bei so einem Bildungsträger, die gar nichts gebracht hat für mich, kostete ca. 600 – 800 € pro Monat für ein halbes Jahr, war also viel teurer.

              LG Rosi

        • Die Methode im Film ist schon richtig kriminell. Und dann Streichung von ALG 1 nur weil man sich wehrt. Ab zum Anwalt!

  12. Inge in Duisburg April 2014. Der Sprecher in den letzten 5 Min des Videos ist Dietrich Schoch, langjähriger Mitarbeiterdes Jobcenter Duisburg und danach dessen Ombudsmann. Er teilt hier nocheinmal seine Erfahrungen mit diesem menschenunwürdigen Verfahren aus dem Jobcenter Duisburg mit.

    .

    Ulrich Schneider (Paritätischer Wohlfahrtsverband) sagt bei Maischberger seine Meinung zu Sanktionen im Hartz-IV System und zum BGE (bedingungsloses Grundeinkommen)

    LG,
    H.-W.

    • LOL, der arme Mann kämpft halt auch nur um seine „berufliche“ Existenzberechtigung.

      Wen meint der Mann nur, wenn er von denen und ihrer Akzeptanz spricht, die Hartz IV finanzieren.

      Wenn man doch nur endlich realisierte, dass wir in einer Fremdversorgungsgesellschaft leben mit den sich hieraus ergebenen Folgen für die sogenannten Steuerzahler.

      • Ach, er meint mich auch, weil ich als Konsumierender ja Steuerzahler bin. Nur wie kommt er darauf, dass ich als Bürger dieses Landes Hartz IV ohne diese grundgesetzwidrigen Sanktionen nicht akzeptierte, hmm?

    • Ulrich Schneider und Rita Knobel-Ulrich treten fast immer systemrelevant
      in den öffentlich rechtlichen Medien auf. Too Big to Fail um Hartz IV scheitern zu lassen. Und die Opfer dieses Hartz IV – Systems werden immer mehr, vom SGB II subtil hingerichtet.

  13. Nun meckert die OECD auch endlich mal gegen Deutschland:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/oecd-armutsrisiko100.html

    und fordert radikale Steuerreformen.

  14. Arbeitskräfte billiger als bei den Nachbarn:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitskosten140.html

    Diesbezüglich hat Hr. Schröder ja sein Ziel erreicht, aber auf wessen Kosten?

    • @Streetfighter,

      eine weitere Bestätigung dafür, wie der Vergleich mit dem Faschismus immer berechtigter wird.

  15. Heute Abend: 22:45 ARD, der Wendeberater (BGE Unterstützer) bei Maischberger, das dürfte interessant werden:
    http://derwendeberater.wordpress.com/2014/05/10/frau-maischberger-hat-mich-zum-13-mai-2014-vorgeladen/

      • Menschen bei Maischberger
        Das neue Hartz IV: Härter, aber fairer?

        Das darf man sich schon wegen Rita Knobel-Ulrich nicht entgehen lassen.
        Die Netiquette hier auf dem Blog von Inge Hannemann verbietet es leider, sich über Frau Knobel-Ulrich auszulassen. Man kann sich ja sämtliche Kommentare auf den YouTube Videos (in denen Rita Knobel-Ulrich erscheint) einmal durchlesen, um zu erfahren wie beliebt diese Frau bei den Hartz-IV-Beziehern ist.
        Außerdem ist wieder einmal Judith Williams (Unternehmerin und Homeshopping-Star) dabei. Diese Frau hat sich schon einmal in einer Talkshow durch „überragende Intelligenz“ ausgezeichnet.

        Man sollte sich aber vorsichtshalber einen Eimer neben den Fernseher stellen, falls man sich bei der „Maischberger-Show“ übergeben muss.

        • Das ERSTE:
          Michael Fielsch (Hartz-IV-Empfänger)
          „Ich bin leidenschaftlicher Hartz IV-Empfänger und hyperaktiver Taugenichts“, sagt der Langzeitarbeitslose. Der 49-Jährige erhält seit rund 15 Jahren Unterstützung vom Staat. Ändern will er daran aber nichts: „Ich bin doch nicht dafür da, um für irgendwen zu arbeiten!“ Den Vorwurf des Sozialschmarotzers lässt er nicht gelten: Als Aktivist für ein bedingungsloses Grundeinkommen setze er sich schließlich für die Gesellschaft ein: „Ich habe gar keine Zeit zu arbeiten!“.

          Wo findet die ARD eigentlich immer solche Leute, die sich als Sozialschmarotzer vorführen lassen? Was dabei herauskommt, dass weiß ich doch schon jetzt. Wenn man mit einen Vertreter des BGE reden möchte, dann kann man doch z.B. Götz Werner einladen. Aber Nein, es muss wieder so ein Exot sein, damit die Blödzeitung wieder eine Schlagzeile produzieren kann: „Sozialschmarotzer sitzt frech in einer Talkshow und will Geld fürs Faulenzen“.

          • @Ingo…..“Wo findet die ARD…“ bitte den angegebenen Link darüber anklicken, dort gelangst Du auf die Seite dieses leidenschaftlichen Hartz IV Beziehers: Dem Wendeberater, er macht auch die Kreuzaktionen:
            „Opfer der Agenda 2010“ also die Hartz IV Toten, die „unsere“ ReGIERung auf dem Gewissen hat, und vieles mehr.
            Dort kannst Du Dich über ihn informieren. Er ist kein „Exot“ auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, sondern Höchst Intelligent.Er ist sehr aktiv. Möglich, das er die Sendung auflaufen lässt, denn sie ist sowieso ein Witz, wie jede Berichterstattung in den Medien auch.
            Die Frage nach Sinn oder Unsinn stellt sich natürlich, allerdings bleibt es jedem Hartz IV Empfänger frei, sich selber dort zu melden und seine Sicht der Dinge zu schildern…..würde das was ändern? Nein, Fernsehsender sind Unterhaltung (wie er es nenn:t Gladiatoenkämpfe für den Pöbel) und Blödsinn, genau wie zb eine BILD Zeitung. Die schreibt sowieso was sie will. Ich erwarte auch nichts, sondern nur Unterhaltung, einen Gladiatorenkampf. Tatsächliche Aufklärung findet woanders statt.

            • Zum Glück müssen die Betroffenen keine Zwangsabgabe (GEZ) für die öffentliche Hetze bezahlen.

            • Hallo Andi67 !

              Da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Ich wollte den Mann auch nicht als „Exot“ bezeichnen, sondern gehe davon aus, dass die Medien ihn wieder als den typischen Hartz-IV-Sozialschmarotzer hinstellen, und er ohnehin in der Sendung nicht zu Wort kommen wird. Wir kennen das ja noch, als Ralph Boes sich in die Sendung von Maischberger gesetzt hat, und was man dann anschließend aus Ralph Boes gemacht hat. „Fauler Sozialschmarotzer“ war noch das freundlichste was Ralph zu hören bekam.

              Ich hatte zuerst auch nur den LINK der ARD angeklickt und habe erst jetzt mir die Seite von „Der-Wendeberater (.de) angeschaut. Danke für den Tipp!

              Hoffen wir, dass er sich gegen Rita Knobel-Ulrich ordentlich durchsetzen kann. Alleine schon wegen dieser Frau werde ich den Kotzeimer neben dem Fernseher stehen haben.

            • Ich sehe ihn auch nicht als „Exot“, sondern lediglich als jemanden, der sich eben nicht schämt, HartzIV zu beziehen und sich seine Arbeit selbst definiert.

              Er ist auch sehr aktiv, macht viele Interviews, z.b. mit Ralph Boes etc.. Für mich kommt er ganz natürlich rüber.

              Ich finde es gut und mutig, dass er in eine solche Sendung geht. Selbstbewußt genug ist er, und er weiß offenbar, worauf er sich da einläßt, siehe sein Kommentar in Andis Link.

              Liebe Fernsehsender, mich könnt ihr auch einladen zu solchen oder ähnlichen Sendungen, ich stehe auch zum Grundeinkommen (welches mir derzeit als HIV ausgezahlt wird) und werde auch immer selbst bestimmen, was für MICH Arbeit ist. 😉

          • ch war auch schon googeln und habe was darüber gefunden und mir gedacht, ob das den Sinn hat, vor der Wahl mal wieder die Parteien lächerlich zu machen, die hinter dem BGE stehen?

            • Nein. Propaganda gegen Erwerbslose wird von jeher immer dann gestartet, wenn Kürzungen im Sozialbereich, Verschärfungen des Zugangs zu Soziallestungen oder eben – wie jetzt – weitere Rechts- und Grundrechtseinschränkungen für die Armutsbevölkerung vom gemeinen Volk „gewünscht“ werden soll.
              Dazu gab es vor etlichen Jahren (ich glaube 2003) auch mal ein schönes Essay in „Aus Politik und Zeitgeschichte“.

    • Danke für den Tipp Andi.

    • Eigentlich kann man sich dies sparen anzusehen .Das ist wieder die übliche Hetze ,damit sie mit den Verschlechterungen durch kommen . Es werden bei solchen Talk -Shows nie Rechtsanwälte ,die die Wahrheit erzählen über Hartz eingeladen geschweige denn Sozialrichter ,die erzählen würden ,das Sie auf Aktenberge wegen Hartz 4 ersticken .Das jeder Erwerbslose ,der eine Klage laufen hat ,2 oder 3 Jahre auf das Verfahren warten muß .

      Veilleicht sollten die mal den Richter aus Berlin einladen ?
      .Das ist wieder typische Neoliberale Polit TV .(Damit der nicht aufklärte Bürger (Bild Leser) Axel Springer Verlag ,den Dünnpfiff glaubt,was Maisberger mit den Gästen dort für einen Scheiss erzählt.

      Es sollen die Verschlechterungen positiv verkauft werden ,damit wieder groß in der Presse gesagt werden kann: Deutschland geht es gut (Statiskbereinigung der Arbeitslosen ).
      Hartz 4 hat Arbeitsplätze geschaffen .

      Nur welche ? Das es die Prekär Beschäftigung ist ,wird da verschwiegen .

      Ob ,Michael Fliesch die Petition beim Bundestag im März von Inge Hannemann bei Maischberger anspricht?

      Die Hartz4 Tote (Selbstmorde ) bei Maisberger anspricht? Die Schikanen /Willkür ? Das die Jobcenter dauert rechtswidrig handeln und der Erwerbslose damit beschäftigt ist ,das SGB zu studieren?

      Dies kann ich mir nicht vorstellen,da Herr Fliesch seine Aufwandsentschädigung haben möchte und nicht nur dies , es wird ihn vorgeschrieben was er zu sagen hat .(Maulkorb wird ihn sicherlich verpasst) !

      Vielleicht werden wir aber eines besseren belehrt ?

      • Also ich wurde nicht eines besseren belehrt, weil das ganze Gerede mal wieder keine Arbeitsplätze herbei schafft und zum BGE kommt Mensch so auch nicht, offensichtlich wurde Herr Fliesch ja auch sofort mit einem Stempel versehen, den man besser nicht wirklich zu Wort kommen läßt. Somit ist wohl mal wieder klar wie es um das anerkannte Volk und dessen Bewußtsein steht, alles andere hat hier keine Berechtigung.
        Folglich muß alles andere die Dinge selbst in die Hand nehmen und neue Wege gehen.
        Für mich ist es ein neuer Weg,mit einem Anwalt meine Angelegenheiten beim Jobcenter zu klären und da wir fast alles gewonnen haben, antwortet das JC jetzt mit einer Strafanzeige.Es ist mir unverständlich wie lange dieser Irrsinn noch seinen Lauf nehmen wird, aber nach der Sendung bei Maischberger war mir klar, noch sehr lange.

  16. Wie viel Geld haben Sie in ihrer Tasche? – Eine Jobcentergeschichte

    “Haben Sie Bargeld bei sich? Und wenn ja, wie viel?” Diese Frage wurde mir gestern völlig unvermittelt gestellt, und ich war gesetzlich dazu verpflichtet, sie zu beantworten. Nein: Ich bin nicht als Krimineller ins Gefängnis eingerückt und musste meine Wertsachen abgeben und die Annahme durch das Gefängnispersonal quittieren; Ich war lediglich beim KreisJobcenter und habe als Arbeitsloser den sogenannten Nachfolgeantrag gestellt, um auch in den nächsten sechs Monaten genug zu Essen zu haben. Gefühlt aber habe ich mich wie ein Verbrecher, der den Menschen und dem Staat auf der Tasche liegt und kein Recht hat, etwas für sich zu beanspruchen.

    Mit ein paar interessanten Kommentaren.

    LG,
    H.-W.

    • @H.-W.

      Die Frage nach dem Besitz von Barvermögen über 170 € ist bei uns im Folgeantrag mit aufgenommen.

      Nun stell Dir mal vor, Du bist politisch interessiert, verfolgst die Wirtschaftslage und misstraust Deiner Bank. Du hebst vorsichtshalber am Monatsanfang alles ab, was von den laufenden Kosten übrigbleibt und sparst vllt. noch ein wenig an für größere Anschaffungen. Nun machst Du artig Deine Auskunft, der Antrag kommt in falsche Hände und schwupps ist Einladung für den Dieb perfekt!

      LG Rosi

      • @Rosi,

        komisch, ich mach das so. Aber Barvermögen hab ich zum Folgeantrag trotzdem keines (mehr) 😉
        Viele schreiben ja auch ihre volle Adresse auf das Schildchen zum Haustürschlüsselbund, falls der mal verloren geht…

        Hab gehört, dass Bargeld abgeschafft werden soll …

        😉

        LG H.-W.

        • @H.-W.

          Dito. 😉

          Bargeldabschaffung ist ein großes Thema der nahen Zukunft, wird fleißig erprobt in Übersee beim großen Bruder, aber auch in den Niederlanden und in Schweden. Ich hoffe, es scheitert an der nötigen Gegenwehr. Ein eingepflanzter Chip in der Hand, das ist wie Selbstverstümmelung, ein Verbrechen am Körper. Nur über meine Leiche, ich finde das pervers.

          LG Rosi

          • Noch viel „perverser“ als der Chip („… das ist wie Selbstverstümmelung …“) ist die hiermit mögliche absolute und lückenlose Kontrolle.
            Wofür gibt er/sie das Geld aus (z. B. zugeschnittene Werbung; „unwirtschaftliches“ Verhalten bei Alg II-Berechtigten), und – wo kommt das Geld her? (ist da vielleicht ein nicht versteuerter, oder bei Sozialleistungsberechtigten der Behörde nicht mitgeteilter Euro – als kleines Dankeschön oder Unkostenersatz z. B. für Begleitfahrten -„geflossen“?)
            Es lassen sich mit bargeldlosen Zahlungen nicht nur nahezu vollständige Bewegungsprofile eines jeden erstellen, sondern auch – aufgrund des Konsumverhaltens, der „Geldquellen“ und eben des Aktionsradius des einzelnen Menschen – ein nahezu vollständiges Bild der gesamten Persönlichkeitsstruktur. (Diese Daten lassen sich mit Sicherheit gut zu Geld machen.)
            Zudem wird mit der Abschaffung des Bargeldes verhindert, dass der Schwindel, dass es all deses Geld gar nicht gibt, jemals auffliegt. Im Gegenzug wird es den Banken erleichtert, durch einfache Buchungssätze die Geldmenge zu vermehren (Wem dabei all die Schulden [Schuldgeldsystem] zugeschustert werden, kann man sich ausmalen). Der „Sparstrumpf“ ist out, die ablosute Macht den Banken – nicht nur über Staaten, sondern bitte über jedes einzelne Individuum.

  17. Notkredite!
    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/hartz-iv-jobcenter-vergeben-mehr-notkredite-aid-1.4230638
    Vom Jobcenter Stendal habe ich noch nie Hilfe erhalten, nicht mal als es um die Untersuchung für den LKW- Schein ging der ja ein Arbeitsmittel war. Hätte so knapp 200 Euro gekostet. Wenn ich eine Arbeitsstelle finde dann übernehmen sie die Kosten. Nur welcher Spediteur stellt einen ohne Führerschein ein.
    Dafür hat man aber ausgleichsweise ein Bewerbungstraining angeboten,bis ich darauf aufmerksam gemacht habe das von den letzten Bewerbungsgesprächen nach 6 Wochen immer noch nicht die Reisekosten erstattet wurden.

  18. „Annette Schavan (CDU) wird Vatikan-Botschafterin“

    Wirklich, allmählich nehmen die Fälle von akuter Geisteskrankheit, bedingt durch eine Regression auf die sensomotorische Entwicklungsstufe, mehr als erschreckende Ausmasse an! Es kann den Anschein haben, ein Querschnitt unserer Psychologen sei auch schon betroffen.

  19. Gesprächsprotokoll:
    Das Gespräch mit der Ärztin und der Arzthelferin war sehr positiv. Es handelt sich um einen Minijob auf 400-€-Basis, 12 Std. die Woche vormittags. Die Stelle ist vielseitig und umfasst administrative und auch arzthelferische Tätigkeiten. Eine Einarbeitung ist zugesichert, über die erforderliche Qualifikation besteht kein Zweifel. Beginn wäre Anfang Juni/Juli flexibel.

    Mir wurde das erste Vorstellungsgespräch gewährt, es liegen sehr viele Bewerbungen vor. Beide Damen sind mir sehr sympathisch, die Chemie stimmt. Ich habe zugesagt, würde mich über eine Anstellung sehr freuen, kann die Praxis in 20 Min. zu Fuß erreichen.

    Die Ärztin wünscht sich eine langfristige Mitarbeiterin. Da die Stelle nicht sozialversicherungspflichtig ist bin ich verpflichtet mich weiter zu bewerben und kann keine Aussage über die Dauer des Arbeitsverhältnisses machen. Dies könnte der ausschlaggebende Grund sein, dass die Entscheidung auf eine Mitbewerberin fällt und lügen will ich nicht.

    Rosi

  20. Wie ist so etwas möglich, wo man den Betroffenen doch jeden Bissen in den Mund zählt???
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/prozessbeginn-in-berlin-jobcenter-mitarbeiterin-soll-euro-veruntreut-haben-1.1955146
    Chikane durch Sanktionen scheinen im Vordergrund zu stehen, Kontrolle der Jobcenterarbeiter und der Finanzen scheinen keine Rolle zu spielen!

    • @Streetfigther,

      „,,Kontrolle der Jobcenterarbeiter und der Finanzen scheinen keine Rolle zu spielen!“
      Wieso „scheinen“?
      Wie hier immer wieder dargestellt, spielen sie effektiv keine Rolle!
      Trotzdem die Jobcenter immer wieder finanzielle „Engpässe“ haben, wird nicht darüber nachgedacht
      wie sie entstehen, bzw. die Ergebnisse des Bundesrechnungshofes, der erst die Spitze des Eisberges
      aufgedeckt hat, in konkreten Änderungen umgesetzt.
      Hier geht es eindeutig darum, im Interesse des Neoliberalismus dieses System mit allen Mitteln
      (im wahrsten Sinne des Wortes) aufrecht zu erhalten, koste es, was es wolle!
      Das gerade aufgrund dieser sinnlosen Verschwendung von Steuermitteln angeblich kein Geld für
      andere (bessere) Formen der Sozialleistungen vorhanden sei, wird eben gern auch als Scheinargument verwendet, um damit natürlich auch weiterhin den „Sozialschmarotzern“ die Schuld zuweisen zu können.

      • Noch einmal das Verhältnis der Einnahmen zu den tatsächlichen Kosten für ALG II (inklusive KdU!) für 2013:
        Einnahmen: 310 Mrd. € (die tatsächlich sogar höher sind)
        Ausgaben: 23,66 Mrd. (ALG II inkl. KdU) entspricht 7,6%
        Für Verwaltungskosten und Maßnahmen stehen Kosten in Höhe von über 8 Mrd. an
        (demnach knapp 34% der gezahlten Ausgaben).
        Zu diesen Verwaltungskosten müssen aber auch noch die Ausgaben für die Sozialgerichte
        , sowie die höheren Ausgaben bei den Gesundheitskosten (Depressionen, etc.) hinzu gezählt werden,

        Zum Vergleich. Das Verteidigungsministerium verursacht Kosten von über 33 Mrd. (also knapp 11%!)

        • Wichtige Ergänzung zu obigen Zahlen:
          Tatsächlich betrugen die Steuereinnahmen in 2013 570,2 Milliarden Euro,
          wodurch sich der Aufwand für ALG II und KdU tatsächlich auf 4,15 % reduziert hat,
          von denen aber auch noch Steuern entrichtet werden, d.h. es ist ein Bruttowert!

      • Ich habe jetzt hier noch nicht darüber gelesen, bin aber fast sicher, ihr habt es schon thematisiert.

        Job-Center und Betreuungsindustrie, Behörden und Wohnraumsteller – das sind grandiose Abschöpfsysteme!

        Das sind Millieus, die wohl kaum korrupter sein könnten und die Steuerzahler werden auf die Hilfsbedürftigen gehetzt, das kriminelle Pack schützt man, da man meist selbst Teil davon ist.

        Der Fall hier zeigt nur eine Facette von völliger Verblödung und überbordender Gier – vielleicht auch Frust, dass man nicht in das geschmierte Netz aufgenommen wurde.

        Nirgends werden für Abbruchwohnung höhere Renditen erzielt, als auf dem Asyl- und HartzIV Zwangsbewohnermarkt.

        Nirgends erhält ein Mensch für die Fähigkeit vor 10 anderen herzugehen, bis zu 200 Euro die Stunde.

        Nirgends kann man sich als gewissenloser Unternehmer günstiger staatliche am Leben gehaltene Arbeitssklaven besorgen – wer in dieses Gewebe hineinschnuppert, der muss sich übergeben, zieht er seine Nase nicht sofort zurück – und ich behaupte viele von jenen, die als Arbeitssuchende hautnah – ja als Rohstoff in dieser Verwertungsmaschinerie stecken – haben zumindest Facetten davon schon persönlich erfahren.

        Mein persönliches Fazit habe ich oft genug geschildert.

      • @-tante Maria,Tanguero

        Es ist gut das so etwas veröffentlicht wird und wir wissen mit wem wir es zu tun haben, denn es ist kein Einzelfall!!

        • @Streetfighter,

          vollkommen richtig, denn wir konnten hier ja schon des Öfteren mitbekommen, dass
          Jobcenter-Mitarbeiter schon etliche hunderttausende Euros „eingesteckt“ haben.
          Wie viel davon wieder sichergestellt werden konnten, wird leider nirgends berichtet, demnach
          bleibt der tatsächliche Schaden unbekannt, dürfte aber wesentlich mehr sein, wie die
          „Missbrauchsfälle“ durch Leistungsbezieher, die unnachgiebig verfolgt werden.

  21. Die Diskussion mit @Frank.

    Zeigt für mich wieder ganz deutlich, das Erwerbslosigkeit das GRÖßTE Verbrechen in Deutschland ist, schlimmer wie jemanden auf die andere Existenzebene zu bringen.

    Selbstverständlich gehören Erwerbslose aufs härteste bestraft, anders wie bei einem Straftäter, bis hin zum totalen Existenzentzug.

    Die Arbeits/Sozialgesetze scheinen mit der dunklen Zeit gleich zu sein.

  22. „Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro ist eine Mogelpackung“

    Auszug:
    „Gegenwärtig wird der Bruttolohn eines alleinstehenden Vollzeitbeschäftigten bei einer 38,5-Arbeitsstunden-Woche bereits ab 5,42 Euro Stundenlohn mit Lohnsteuer belegt. Und selbst Löhne unter Hartz-IV-Niveau werden noch besteuert. Damit muss Schluss sein. Deshalb fordern wir im Sinne eines steuerfreien Existenzminimums, das jedem zustehen muss, auch die Lohnsteuerfreiheit des gesetzlichen Mindestlohns, ob dieser nun bei 8,50 Euro oder bei zehn Euro liegt. Das Existenzminimum darf grundsätzlich nicht unterschritten werden. “

    zum Artikel:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=21653

  23. 08.05.2014, 17:40 Uhr
    Versenden
    280.000 Euro im Jobcenter abgezweigt – Mitarbeiterin gesteht

    weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/finanzen/versicherungen/98b9goi-280-000-euro-jobcenter-abgezweigt-mitarbeiterin-gesteht#

  24. @ Frank

    “Dieser bevormundene Arbeitsvermittler hat es sich angemaßt, eine alkoholkranke Frau verpflichtend in eine Maßnahme für Gesundheitsförderung zu schicken. Und das Schlimme an der ganzen Geschichte ist: Diese Frau ist wieder fit und freut sich ihres Lebens. Was eine unerträgliche Zwangsbeglückung. Es wäre doch besser gewesen, das Jobcenter hätte dies Kundin in Ruhe gelassen, dann wäre die ganze Geschichte jetzt vielleicht schon zu Ende.”

    Frank, darum geht es nicht. Bist Du tatsächlich in dem Glauben, es würde ein Arbeitsvermittler auf die Idee kommen, die Folgen seiner eingeleiteten verpflichtenden Maßnahmen als irgendwie nachteilig, schlecht oder verderblich hinzustellen? Generell stellen sich die Fragen: Wie können wir Dir glauben? Sieht die Frau es genauso? Und wäre ihr nicht womöglich ohne Dein (womöglich sogar gutgemeintes) Zutun noch mehr geholfen gewesen? Resultiert Alkoholkrankheit wie jede andere Sucht nicht schon aus Zwängen? Wo kommen die her? Genau deshalb muss jeglicher in unsere Gesetze eingeschriebener Zwang aufhören als eine Art Generalverdacht für alle und niemanden.

    (Und im Übrigen hätte niemand der Frau helfen können, wenn sie nicht bereits von sich aus alles Notwendige erkannt hätte. Da muß niemand in eine Maßnahme für Gesundheitsförderung schicken, der nicht medizinisch bzw. psychologisch entsprechend geschult ist – und unabhängig vom Jobcenter. Ansonsten richten solche Maßnahmen gerade in diesem Fall desaströsen Schaden an!)

  25. Neulich erzählte mir der Sohn eines Bekannten, ein übrigens gut erzogener, anständiger und weltoffener Junge, wie der Arbeitsberater seiner Schule ihn quasi damit bedrängte, einen bestimmten Beruf ergreifen zu sollen, obwohl der Schüler deutlich seinen Unwillen zu erkennen gegeben habe. Ich habe wenig Grund, seine Erzählung anzuzweifeln. Das nennt man dann wohl eine gelungene Kooperation. Aber mache sich jeder selbst ein Bild; ich erzähle nur das weiter, was an mich herangetragen worden ist.
    Übrigens: Höchst gescheite Leute beabsichtigen jetzt die Mathematik umzuschreiben, weil man über etliche Wege auf die verfluchte, Nazi-belastete Zahl „88“ gelangt (Gott beschütze uns!). Platzhalter sollen sich in ersten Tests als nicht sehr praktikabel erwiesen haben. Mit der „18“ das Gleiche; der Geburtstagskuchen könnte einem im Halse steckenbleiben.-

  26. Frank sagt:

    „Im übrigen kann man auch nicht jede Forderung, die man an erwerbslose Menschen stellt, als Menschenrechtsverletzung bezeichnen!“

    Fordern und Sanktionieren – das sind zwei verschiedene Dinge.

    Wenn du glaubst, du müsstest mit Bestrafung drohen, um jemanden erreichen zu können, (*) dann musst du den Regelsatz auf 500 Euro erhöhen. Den kannst du dann auf das Existenzminimum heruntersanktionieren, wenn es dir damit besser geht.

    Das Existenzminimum darfst du nicht sanktionieren. Das ist eine Menschenrechtsverletzung.

    „Eine Abschaffung aller Sanktionsbestimmungen ist für mich aber nicht verhandelbar.!“

    Das hängt davon ab, welche Erfahrungen du selbst in deiner Sozialisation gemacht hast. Man kann sich aber auch darüber hinaus entwickeln.

    de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik

    (*)

    Schau dir doch mal das Video von der Anhörung vorm Petitionsausschuss an. Dort erläutert Frau Hannemann unter anderem, wie man Menschen erreicht, ohne mit Bestrafung zu drohen. (Eigentlich eine Selbstverständlichkeit)

    > youtube.com/watch?v=-XTijAid0H8

    Oder setzt dich direkt mit ihr auseinander. Sie hat dir ja weiter unten zwei nette Antworten geschrieben:

    altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14364
    altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14452

    • @taspie

      in diesem Fall dient der Blog als Spiegelfläche für ein angekratzes Ego, der Selbstdarstellung- und Beweihräucherung. Es zeugt nicht von Anstand, wenn ich der Forumsbetreiberin Vorwürfe mache und die Kommunikation verweigere. Man kann einen Beitrag übersehen, aber hier ist der mangelnde Anstand unübersehbar. Ich finde diese Art einfach dreist.

      Gut, dass Du es angesprochen hast!

      altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14364
      altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14452

      • @ Rosi:

        Zitat Rosi: „Es zeugt nicht von Anstand, wenn ich der Forumsbetreiberin Vorwürfe mache und die Kommunikation verweigere.“

        Frank scheint nicht zu wissen wann Schluss ist. Frau Hannemann sollte sich überlegen, ob sie nicht von ihrem Hausrecht Gebrauch machen möchte, da ja hier ein gewisser Störenfried, der alle Anzeichen eines Trolls besitzt, keine Ruhe gibt.
        Niemand hat hier etwas dagegen wenn ein JC-Mitarbeiter seine Meinung kundtut, egal ob er jetzt auf der Seite der BA steht oder auf der Seite der ALG-II-Bezieher, nur muss dann auch eine für beide Seiten fruchtbare Diskussion dabei herauskommen. Momentan sieht es aber nur nach einem Rundumschlag gegen diesen Blog und seiner Initiatorin aus.

        Jemand der von vornherein zum Angriff übergeht „… und deshalb müssen Sie mit Widerstand rechnen!“ und der auch noch schreibt „Ich nehmen Ihnen diese Vogehensweise sehr übel, dass sollten Sie wissen“ wird sich auch in Zukunft nicht auf eine normale Diskussion einlassen.

        Mit einem „Ich möchte nicht weinerlich wirken, als Arbeitsvermittler ist man es gewohnt, angeschrien zu werden“ hat es auch wenig Sinn zu diskutieren, da dieser Mann wohl noch einige größere Probleme hat, als nur mit der Erkenntnis „als das größte Arschloch der Nation will man in der Öffentlichkeit auch nicht dargestellt werden“ leben zu müssen.

        • @Ingo

          die Beiträge analysierend, gäbe es viel (leider Negatives) zu schreiben, das muss ich nicht haben.
          Es zeigt gut auf, wie im H-4-Prozedere in sich ungeklärte Persönlichkeiten mit Macht ausgestattet sind.

          Wie Du unten schon richtig erkannt hast: don´t feed the troll, es steht nicht fest, wer er wirklich ist und von wem er geschickt wird.

          LG Rosi

          • Ich kann Sie beruhigen, ich bin von Niemandem geschickt worden, sondern diskutieren hier als Privatperson.

            Und wenn es Sie interessiert:

            Ich werde einen Teufel tun und die Bundesagentur für Arbeit verteidigen. Ich bin ein befristet eingestellter Mitarbeiter und Dank der asozialen Personalpolitik meines Arbeitgebers blicke ich ebenfalls einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen. Ich kenne Kollegen, die genau wie ich befristet eingestellt waren und die man mit 60 Jahren noch erbarmungslos vor die Tür gesetzt hat. Die ständige Mitarbeiterrotation im Jobcenter ist eine eine einzige Katastophe für alle Beteiligten. Vor allem für die Erwerbslosen, die sich ständg auf einen neuen Ansprechpartner einstellen müssen. Dann für alle Mitarbeiter, die am laufenden Band neue Kollegen einarbeiten müssen. Und nicht zuletzt für Leute wie mich, die über Jahre hinweg mit einem Messer im Rücken leben und immer die drohende Vorstellung vor Augen haben, irgendwann wieder auf der anderen Seite des Schreibtisches zu sitzen. Sie können sich täglich für die Erwebslosen ein Bein ausreißen, es wird ihnen (zumindest von Agentur- Seite) niemand danken.
            Deswegen unterstellen Sie mir bitte nicht, ich würde diesen Laden auch noch öffentlich verteidigen. Dennoch hindern mich diese Erfahrungen nicht daran, in diesem Blog meine Erfahrungen mit Hartz IV darzustellen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

            • Hallo Frank, ich wollte gerade aufhören, da dieser Beitrag mit allen Antworten doch schon wieder ellenlang zu werden scheint, noch alles zu lesen oder noch mehr zu antworten, weil ich kaum noch wieder finde, worum es überall ging. Aber jetzt möchte ich doch noch einmal antworten. Ich habe schon mehrmals mit Ihnen geschimpft und gesagt, helfen Sie doch Frau Hannemann … und jetzt möchte ich Ihnen sagen, danke dass Sie jetzt anfangen, ganz ehrlich zu erzählen .. das finde ich nämlich so toll an Frau Hannemann, dass sie auch ganz ehrlich erzählt hat, was sie erlebt, sie persönlich. Ich finde auch, dass nicht jeder Mitarbeiter beim Jobcenter ein Buhmann ist und ich glaube, dieser Job ist hammerhart und geht an die Substanz … ich stelle mir meinen aktuellen Job dagegen wirklich einfach vor, weil ich da sogar sagen kann, dass ich manche Dinge schlicht nicht mache … ich schreibe keine Werbetexte für in meinen Augen schädliche Medikamente (auch wenn mir klar wird, irgendein Kollege wird auch das bearbeiten), ich schreibe auch keine Erfahrungsberichte über Produkte oder Urlaubsorte, die ich gar nicht kenne .. und insofern bin ich verdammt frei bei meiner Arbeit und vermute, Sie sind nicht ansatzweise so frei.

              Ich finde es traurig, wie Sie schreiben, niemand wird Ihnen später danken, wenn Sie nicht mehr dabei sind, weil der Job nur befristet ist.

              Ich erlebe das in meinem Job oft ganz anders … ich tippe anonym Texte für Menschen, die Probleme haben, das selbst zu tun, aber beispielsweise die Homepages, Onlineshops oder Blogs von Firmen pflegen. Und gar nicht selten kriege ich nette mails mit einem Danke oder gelegentlich sogar mal plötzlich eine Bonus-Überweisung, ohne dass ich überhaupt gearbeitet habe, als kleines Dankeschön dafür, dass meine Arbeit gut war .. viele Kunden wünschen mir ein schönes Wochenende oder erzählen mir ganz private Dinge oder fragen mich, ob mir der Aufbau einer neuen Seite für das Internet so gefällt, wie sie ihn gestaltet haben. Das macht Spaß und ist nicht frustrierend.

              Ich hatte Ihnen irgendwo unter anderem erzählt, dass mein Ex-Mann als Anleiter bei der DAA Arbeit fand .. ist ja kein Fallmanagement, aber ja sozusagen eine der Maßnahmen, in die das Fallmanagement Leute schicken kann. Da war das genauso Frank …damit die Leute dort kein Anrecht bekommen haben, fest angestellt zu bleiben, wurden sie in voller Absicht immer zwischendurch für einige Monate entlassen .. obwohl sogar klar war, dass sie danach wieder eingestellt werden sollten, jedenfalls für eine Weile.

              Dass solche Maßnahmen so wenig bringen, dazu kann ich Dir auch was erzählen … neue Schützlinge kriegte da nur, wer bei einer Bewerbung beim Jobcenter günstiger war als ein anderer .. es bestand kein Anrecht darauf, dass so ein Maßnahmeträger auch im kommenden Halbjahr wieder Aufträge bekommen hat … und wenn man so rechnen muss, ist es eigentlich logisch, dass passiert, was wir als Maßnahmeteilnehmer erleben .. dass man da nichts lernt und vom Sonderschüler bis zum Menschen mit Hochschulabschluss alle gemeinsam den gleichen Blödsinn lernen müssen .. wobei genau genommen dann doch keiner was lernt nie niemand von sowas profitiert .. es nur sinnlos Geld kostet.

              Dass das ein knallharter Wettbewerb war, habe ich über meinen Ex damals nämlich mitbekommen und schlagartig begriffen, warum solche Weiterbildungen nichts taugen können.

              Eine mag daran zuweilen positiv sein … man lernt so manchen Menschen näher kennen und findet so Freunde, die in der gleichen Lage sind .. weil wer in Hartz IV rutscht, hat oft vorher seine früheren Freunde gerade alle eingebüßt, weil er nicht mehr mithalten kann … das baut sogar auf und sowas fand ich an derartigen Maßnahmen immer gut. Aber mit Lernen hat das nichts zu tun und vielleicht ginge sowas ja auch mal ohne die Drohung mit Sanktionen.

              Ich drück Dir die Daumen, falls Du irgendwann auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzen musst .. es wird von Jahr zu Jahr schwerer durchzuhalten .. es geht alles kapputt, Deine Klamotten, Deine Schuhe, die Waschmaschine, Deine Möbel, die Tapeten, die Teppiche …einfach alles .. und Du wirst es kaum schaffen, irgendwas davon zu ersetzen, weil Du schon froh bist, wenn Du es schaffst, nicht tagelang nur Nudeln zu futtern und so …

              Falls es zu hart wird … ich kann Dir erklären, was ich mache .. Du kannst nämlich tippen und Dich gut ausdrücken .. mehr brauchst Du nicht können … Du wirst dabei arm bleiben und Dein Coach wird Dir erzählen, dass Du was anderes machen sollst, auch wenn Du gar nichts finden kannst … aber Du hast was um die Ohren und Deinen PC brauchst Du sowieso, schon für die Bewerbungen und die Jobsuche.

              Aber ich hoffe, dass Du danach was findest, dass Dir wirklich liegt .. und was Dir Spaß macht.

              LG
              Renate

            • @Frank,

              auch ich möchte Ihnen danken, dass Sie jetzt mal ehrlich sind.

              Gerade die Situation, die Sie beschreiben führt doch dazu, dass sich hinsichtlich der rechtlichen Lage kaum ein Mitarbeiter richtig auskennt, was eben zu den vielen rechtswidrigen Bescheiden (auch ohne Sanktionen) führt. Auch die von Ihnen schon so oft genannten Bemühungen auf die ALG II-Empfänger gezielt einzugehen, widerspricht diese Situation, denn durch die Rotation ist sie bereits im Vorhinein faktisch ausgeschlossen.
              Die von Ihnen genannten Fälle, in denen Sie vielleicht tatsächlich jemanden haben helfen können (Iraner),
              bleiben daher in der Masse absolute Einzelfälle und Ausnahmen.
              Dennoch widerspreche ich Ihnen, wenn Sie behaupten, Sie würden den „Laden“ nicht verteidigen,
              was Sie die ganze Zeit immer wieder gemacht haben, auch in dem Sie Zahlen „schönen“, wie bei den Sanktionen.
              Andererseits müssen Sie aber wohl eingestehen, dass die Masse der hier benannten Fakten und
              „Einzelbeispiele“ deutlich zeigt, dass dieses gesamte System einfach nicht funktionieren kann und
              ständig zu Lasten der Leistungsbezieher geht und sie in ihren Menschenrechten benachteiligt.
              Nicht nur, dass viele von den Mitarbeitern auf „Schleuderstühlen“ sitzen, ist es doch auch so, dass sie
              weder dafür Anerkennung finden (außer die Boni für „Führungskräfte“), noch für rechtswidrige Bescheide, Schikane und Willkür irgend welche Konsequenzen tragen müssen, was es wohl nur in solchen „Institutionen“ gibt und in der freien Marktwirtschaft ausgeschlossen ist.
              Allein dadurch ergibt sich eben auch die schon so oft angesprochene „Scheiss-Egal“-Mentalität der
              Jobcenter-Mitarbeiter, die eben doch von den Betroffenen zwischenzeitlich als Regel angesehen werden muss (keine Regel ohne Ausnahme), was Sie jedoch noch immer leugnen.

              Wenn Ihnen also das gleiche Schicksal wie uns droht, verstehe ich ehrlich gesagt auch Ihre Haltung nicht.

              Müssten Sie dann nicht auch mit allen Kräften und Mitteln gegen dieses unsoziale System ankämpfen und sich solidarisch mit allen Betroffenen stellen, statt, wie bisher, alle hier benannten Fakten zu ignorieren,
              bzw. sie sogar in Frage zu stellen?

            • @Frank

              Oh doch, das eine hat sehr wohl was mit dem anderen zu tun. Das Tun Ihres Arbeitgebers nennen sie „asozial“ in Bezug auf die eigene Personalpoltik, gleichzeitig verteitigen sie das Tun ihres Arbeitgebers/Jobcenters in Bezug auf die „Kunden“.

              Dabei ist dieses Tun genauso asozial, sie messen also mit zweierlei Maß.

              Wenn es um die eigene Lebens- und Arbeitslage geht, fühlen Sie sich persönlich betroffen, da fühlen sie die Ungerechtigkeiten; wenn es aber um die Erwerbslosen geht, haben Sie eine gehörige Distanz und fühlen die Ungerechtigkeiten kaum noch, denn nur so ist ihre Haltung gegenüber einer grundgesetzwidrigen und damit menschenverachtenden Sanktionspraxis zu verstehen.

              • @Andreas

                Mal ganz unabhängig vom Foristen Frank: Die Personalpolitk in den Jobcentern ist – so weit ich es beurteilen kann – tatsächlich ein Skandal.

                Die Befristungen und Rotationen unter den Mitarbeitern sind, meiner Ansicht nach, neben deren Machtfülle (Übergriffsmöglichkeit auf das Existenzminimum / Keine Rechenschaftspflicht) der wesentliche Grund für die „Kotzbrockenmentalität“ vieler Sachbearbeiter.

                Zu einer menschenwürdigen Ausgestaltung der Sozialsysteme gehören daher auch unbefristete Arbeitsverhältnisse der Behördenmitarbeiter und langfristige Kontakte zwischen Bürgern und ihren Ansprechpartnern.

                Das neoliberale Menschenbild verkennt hier ganz grundsätzliche Zusammenhänge: Arbeitslosigkeit ist immer auch ein persönlicher Umbruch, eine Revision der eigenen Lebenssituation. Jeder gesunde Mensch will sich entwickeln. Die Aufgabe der Sachbearbeiter sollte es sein, diesen Wunsch durch Angebote und Informationen zu unterstützen. (*)

                Entwicklungen vollziehen sich aber nur in Beziehungen. Deshalb sind langfristige Kontakte unerlässlich.

                Das Rotationsprinzip und die Befristungen zeigen: Die BA und ihre neoliberale Menschenverachtung sind nicht daran interessiert, dass Bürger und Mitarbeiter sich entwickeln. Der Mensch ist nur ein lebloses Werkzeug zur Profitmaximierung. Auf beiden Seiten des Schreibtisches.

                Deshalb müssen zusammen mit den Sanktionsparagraphen, auch die Befristungen und Rotationen in den Jobcentern abgeschafft werden.

                —-

                (*) Natürlich ohne Drohungen. Unter Zwang findet keine Entwicklung statt. Stattdessen werden gesunde Menschen krank gemacht. An die Stelle des Entwicklungswunsches tritt Widerstand oder Unterwerfung. Mündige Bürger werden zu Rebellen oder Untertanten.

                • Ja, tapsie, mit den Rotationen hat Frank natürlich Recht, das erlebe ich auch so in unserem Jobcenter.
                  Seit Jahren wechseln meine Fallmanager mindestens zweimal im Jahr. 😉 Mit den meisten baue ich durchaus ein Vertrauensverhältnis auf, aber nach wenigen Monaten muss man wieder anfangen, sich einem ganz neuen Mitarbeiter anzuvertrauen.

                  Und die letzte Fallm. erzählte mir auch, dass Sie jedes Mal bangt, ob ihr Vertrag wieder verlängert wird…

                  Umso unverständlicher ist es aber, dass viele Mitarbeiter immer noch zu wenig begreifen, in welche Angstsituationen man HartzIVler mit den Sanktionsandrohungen bringt.

                  Es ist wohl immer noch einfacher für viele, die eigene Bedrängnis zu fühlen als die Bedrängnis des Mitmenschen, darauf wollte ich mit meiner Anmerkung an Frank hinaus.

            • frank: ja, die ba ist ein dubioser arbeitgeber, überlastung der mitarbeiter und mit heisser nadel gestrickte zielvereinbarungen von jobcenter mit nürnberger zentrale! aktuell und sehr lesenswert:
              http://www.amazon.de/wie-Asozial-demontiert-Hartz-Sozialstaat/dp/3828832822/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1399722697&sr=8-1&keywords=a+wie+asozial

              in dem genannten buch wird auch gezielt auf die von ihnen vorgebrachte problematik eingegangen! es ist aus nürnberg gewollt, dass dauernd neue gesichter vorgesetzt werden, so soll wohl kumpanie etc. zwischen arbeitslosen und vermittlern vermieden werden!sie haben aber auch fälle, in denen die unfähigste mitarbeiterin im ganzen provinz-jobcenter, als person sehr nett, unter den früheren bat fällt und damit den besten kündigungsschutz im ganzen „amt“ hat!allerdings die entbeamtung, wie gesagt, war mehr als überfällig- lasst den vbba ruhig trauern!

            • @all
              Schau grad mal wieder kurz hier rein, und was sehe ich als erstes:

              https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14379
              „Frank sagt: „Meine persönlichen Erfahrungen ergeben das folgende Bild: Ich habe in den letzten 4 Jahren etwa 1500 ALG II-Empfänger kennengelernt. Ich musste mich bei jedem einzelnen Kunden mit dessen Biographie auseinandersetzen.“ “

              vs

              https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14538
              „Ich bin ein befristet eingestellter Mitarbeiter …“

              Wie lang soll das eigentlich noch so weitergehen? Ist doch wohl reine Zeit- und Energieverschwendung, oder? [kopfkratz]

              • Hallo H-W.

                Nun lass uns doch den Spaß (-;

                Früher im Studium habe ich Differentialgleichungen gelöst und jetzt versuche ich mich an der „Lösung Frank“.

                Aber Du hast natürlich recht, man sollte es auch nicht überstrapazieren.

            • Spätestens ab hier solltest Du doch daran interessiert sein, die beiden von mir für Dich verlinkten Urteile des BVerfG aufmerksam zu lesen 😀
              Eines Tages wirst Du Mut, Verbündete un d das wirkliche Recht auf Deiner Seite brauchen, so wie wir alle es brauchen. Noch verhältst Du Dich aber so, aus vielen Deiner Kommentare zu erlesen, lieber Frank, wie einer der gern den Gott spielt und anderen das Existenzminimum schmälert, wenn er es selbstherrlich als notwendig erachtet ….

            • @ Frank ,in ihren Zitaten lese ich viel Negatives (Unzufriedenheit raus).

              Zitat: Ich werde einen Teufel tun und die Bundesagentur für Arbeit verteidigen. Ich bin ein befristet eingestellter Mitarbeiter und Dank der asozialen Personalpolitik meines Arbeitgebers blicke ich ebenfalls einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen. Ich kenne Kollegen, die genau wie ich befristet eingestellt waren und die man mit 60 Jahren noch erbarmungslos vor die Tür gesetzt hat. Die ständige Mitarbeiterrotation im Jobcenter ist eine eine einzige Katastophe für alle Beteiligten. Vor allem für die Erwerbslosen, die sich ständg auf einen neuen Ansprechpartner einstellen müssen. Dann für alle Mitarbeiter, die am laufenden Band neue Kollegen einarbeiten müssen. Und nicht zuletzt für Leute wie mich, die über Jahre hinweg mit einem Messer im Rücken leben und immer die drohende Vorstellung vor Augen haben, irgendwann wieder auf der anderen Seite des Schreibtisches zu sitzen. Sie können sich täglich für die Erwebslosen ein Bein ausreißen, es wird ihnen (zumindest von Agentur- Seite) niemand danken.

              Frage Sie dann ,warum haben Sie denn nicht die Courage mit uns Erwerbslosen an offener Front dagegen zu kämpfen ? Feigheit ? In welcher Gesellschaft wollen Sie Zukünftig alt werden ?
              Frau Hanneman hat schließlich den Mut für den Kampf in Alleingang auch aufgenommen ! Ihre Aussagen Frank widersprechen sich !
              Warum schließen Sie sich nicht an?

            • @Frank,
              Zuerst und das meine ich ernst: Nein“ Weinerlichkeit“ (das Wort gebrauchten Sie in einem Beitrag) kann Ihnen niemand vorhalten. Sie gehen, von der anderen Seite des Schreibtisches kommend, rein in die Diskussion und halten beinhart argumentativ durch. Deshalb auch von mir: Respekt! Weil sich hier im Blogg manchmal erkennbar „echte“ Trolle zu „tummeln“(Insbesondere die von Rechts. Das hier nur um zu zeigen, wo die schlimmste Gefahr für den Blogg und darüber hinaus absichtlich und bewusst lauert.) , folgendes einmal so formuliert: Wir können hier von einander nur wissen, was wir uns mitteilen. Ihnen glaube ich einfach, dass es Ihnen wirklich um etwas geht. Eine andere Art des Einlassens auf die jeweiligen Standpunkte und Argumente als auf dieser Basis finde ich nicht.

              Es dürfte in der Tat so sein, dass sowohl auf Ihre wie auf unsere Beiträge hier im Blog immer auch ungefiltert der jeweilige Kontext einwirkt, in dem wir stehen. Ihrer als Beschäftigter der BA, unserer als Erwerbslose. Genau das mit zu bedenken scheint mir beim Lesen der Beiträge wichtig. Das meint, natürlich scheinen unsere Beiträge als Erwerbslose hier auch oft „emotionalisiert“. Genauso wie Sie sich zu Recht dagegen wehren, ganz einfach als Mitglied der allerübelsten Berufs- und Menschengruppe der Republik identifiziert zu werden – und das wäre es dann schon unserer, der Seite der Erwerbslosen, mit Ihnen, ihren Kolleginnen und Kollegen und der Diskussion um Hartz IV und Aus und Ende.

              Genau um so etwas geht es Frau Hannemann eben nicht. Und dabei halte ich mich an das, was Frau Hannemann natürlich zu allererst mal selber dazu sagt, wie sie was versteht in Sachen Hartz IV! Ja, Frau Hannemann ist parteilich für die Erwerbslosen. So wie ich es verstehe, geht es doch darum, aus der Analyse der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik und deren Institutionen (BA, JC, Ministerien) vernünftig solche Schlüsse zu ziehen, welche endlich die tatsächliche Lebenssituation von Erwerbslosen einschl. z. B. deren psycho-sozialer Situation, die wesentlich ihr Handeln und ihr Sprechen darüber mitbestimmt, berücksichtigt und da handlungsleitend ansetzt. Was mindestens seit Beginn der Agenda-Politik 2010 Seitens der Politik und der beteiligten Institutionen absichtlich nicht geschieht! Und das ist für uns Erwerbslose eine richtig schlimme MISERE – einschließlich der Tatsache eben, dass die nicht zur Kenntnis gebracht werden soll und zur Kenntnis genommen werden will.

              Was wir jetzt haben sind – mehr oder weniger – auf eine bestimmte Art“ individualisierte“, heterogene Kommunikations- und Vorgehensweisen von BA Beschäftigten (und das halte ich von Seiten der BA auch in einem gewissen Sinn für so „gewollt“ , um des eigenen institutionellen Vorteils willen) „an der Front“, die darin persönlich durchaus glaubwürdig sind, wenn sie, wie Sie es formulieren, folgendes tun: „Sie können sich täglich für die Erwerbslosen ein Bein ausreißen, es wird ihnen (zumindest von Agentur- Seite) niemand danken.“

              Warum geschieht das gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von der BA nicht? Denn mal angenommen, ich würde sie als „Schergen des Systems“ begreifen oder Ihre Person und ihr Handeln im JC auf ein „williges Vollstrecken“ reduzieren, dann schiene auch anderen meine Annahme plausibel, dass dann „der Büttel seinen Judaslohn“ erhalten muss, damit er funktioniert. Stattdessen gibt es dafür wohl die Zeitverträge und das Controlling, ist vielleicht auch billiger. Wenn man überhaupt so denken will, mal spitz formuliert, dann gibt es dafür viel zu viele „Kandidatinnen“ und „Kandidaten“ anderswo, als Sie an der Basis.

              Und: Ja, es dürfte in der Praxis über das Maß hinaus frustrierend sein, wenn so was dann nicht wenigstens ab und zu mal von der anderen Seite des Schreibtisches rüberkommt. Was wir Erwerbslose aber zuerst im JC erfahren ist eine strukturell erzeugte „Fast-Unmöglicheit“ einer Kommunikation „über den Schreibtisch“ zwischen zwei Personen, die ihre sie tatsächlich leitenden Voraussetzungen in Strukturen findet, die dem geradezu diametral entgegenwirken, was sie aus Ihrer Sicht als die sozusagen idealtypisch angestrebte Kommunikation zwischen Kunden und dem JC-Beschäftigen anstreben und meinen umzusetzen. ACHTUNG letzteres ist jetzt keine Spitze gegen Sie, mit der ich auf eine falsche, irgendwie „verzerrte“ Wahrnehmung oder so bei Ihnen hinaus will und wieder Ende und aus. Bitte Geduld, lassen Sie mich erklären. Sie schreiben:

              „Ich versuche, jedem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und in langfristiger Hinsicht auch ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das gelingt in 90 Prozent der Fälle sehr gut. Ferner bin ich der Meinung, dass man immer einen gemeinsamen Weg abstecken muss. Dabei liegt die Initiative nach meinem Ansatz zunächst beim Erwerbslosen selbst. Er sagt mir, wie seine Pläne aussehen und was er gerne machen möchte. Ich versuche anschließend, ihm bei der Realisierung des Plans zu helfen. Mit dieser Methode fahre ich ganz gut, und die überragende Mehrheit meiner Kolleginnen und Kollegen arbeitet ähnlich. Grundsätzlich bin ich für alle Vorschläge und Pläne zunächst einmal offen.“ (Ihr Beitrag vom 5. Mai d. J. 23:10 Uhr, hier zum Auffinden).
              Bisher war es bei mir mit den Arbeitsvermittlern, Arbeitsberatern u. a. Personen des JC so, dass ich denen mit einer ganz wenig bedeutenden, wahrscheinlich auf Missverständnisse beruhenden Ausnahme als Person/Persönlichkeit vertrauen konnte. Obwohl ich z. B. auch schon so richtig autoritäre Typen vor mir sitzen hatte. Persönlich mir gegenüber hinterlistig, ja verschlagen, etwas in der Art oder dergleichen waren die aber nie.

              In was ich aber seit Hartz IV keinerlei Vertrauen mehr setzen kann, ist die mit den „Hartz-Gesetzen“ erzeugte Kommunikationsstruktur in den JC`s zwischen Arbeitslosen hier und BA-Beschäftigten dort. Diese erzeugt nämlich mit gewollt sehr stark wirkender Tendenz und wesentlich mit erzeugt von den im Hintergrund schwebenden Sanktionen und anderem mehr, eine Pseudo-Kommunikation, ein „So Tun-als-ob-Kommunizieren“ zwischen beiden beteiligten Personen „am Schreibtisch“. Worüber ich tatsächlich, faktisch und ungelogen schier verzweifeln kann, wenn ich das zu nahe an mich ran lasse. Sonst werde ich nämlich buchstäblich Sprach- und Handlungsunfähig. Hartz IV behauptet zu aktivieren und lähmt tatsächlich! (Siehe Anmerkung 1unten) Ich denke: Wahrscheinlich auf beiden Seiten des Schreibtisches! Wobei ich übrigens ähnliches im Controlling der BA und seiner Innwirkung dort wirken und walten sehe.

              Warum – unter anderem?

              Natürlich, erst einmal sind die Gespräche Arbeitsloser/JC-Mitarbeiter Teil eines sozusagen hoheitlich administrativen Akts der Staatlichkeit und finden hier als solche immer noch in einer Demokratie statt, was die Administration nach wie vor Hartz IV verpflichtet. Wer sagt, dass es in einer Demokratie keine Administration und Bürokratie geben darf? Geht bisher jedenfalls nicht ohne. Hartz IV und seine Konstruktion, u. a. die Sanktionsregelungen, stehen aber ob gewollt oder ungewollt meiner Auffassung nach mindestens hart vor der Grenze zum überschreiten der vom Grundgesetz her gegebenen Demokratie. VORALLEM ABER BESTEHT DIE GEFAHR, DASS MAN SICH MIT DER PRAXIS DES SYSTEMS HARTZ IV MUNTER AUF DIESE GRENZE ZU UND DAÜBER HINAUS BEWEGT, WENN DAS SO WEITER GEHT. Und da ist es schon erlaubt zu fragen: Will man das? Wer will das? Und wenn ja: Was hätten die davon?

              Ich weiß, das erscheint jetzt leicht als genau der starke, allzu billige Tobak, wie viele von uns Hartzern ihn quarzen tun, ich auch, als dass man das so sehen könnte oder wollte. ( Tenor: Immer diese Hartzer…, immer diese ungesunde Unterschicht). Man gebe dazu den Namen der Rechtswissenschaftlerin Helga Spindler in die Suchmaschine ein. Helga Spindler warnt als Wissenschaftlerin seriös ihren Standpunkt begründend vor der zunehmenden, gleichwohl kaum bemerkten oder ignorierten “ Aufweichung“ des Rechts auch in Zusammenhang mit Hartz IV. Meines Wissens hat sich auch Helga Spindler für ein Sanktionsmoratorium ausgesprochen. Genauso thematisiert sie die Notwendigkeit von Regeln. Ich will sagen: Sie macht es sich ganz und gar nicht einfach hinsichtlich ihres Standpunktes. Lesenswert.
              Aber die Kommunikation. Hartz IV verlangt tendenziell und dabei sehr stark a) Anpassungsleistungen die wir – wie gesagt stark tendenziell – nicht erfüllen können ohne zu viel auch von unserer Identität Preis geben zu müssen. Wir müssen trotzdem, können darüber krank werden und früher sterben. Es ist immerhin der SPD-Politiker und ausgewiesene Mediziner Karl Lauterbach, der die Agenda-Politik mit trug/trägt und den arbeitslosen Menschen Lebensqualität ähnlich der von krebskranken Menschen bescheinigt. Jedenfalls wenn die zu lange dauert und sie wird wirtschaftlich strukturell bei immer länger dauern oder in der Biographie immer öfter auftreten. (Siehe Anmerkung 2 unten); b) verschafft uns die Anpassung immer öfter eine nur befristete, kaum oder gar nicht die Existenz sichernde Arbeit, die mit dem was wir können und als Menschen mit Begabungen ausgestattet brauchen nichts mehr zu tun hat. Oder wir bleiben in Hartz IV. Nun gut, Pech gehabt, davon gibt es Indien und Bangladesch hunderte von Millionen die noch drastisch viel schlimmer leben müssen. Das ist nicht die Ökonomie, ihr Dummköpfe, die verspricht Aufstieg für jeden der will. Das hat c)alles nur mit euch selbst zu tun, das ihr so seid, liegt in eurer „Natur“, nicht in der gesellschaftlichen, da braucht es gerade nicht so etwas wie Solidarität, vielleicht, da braucht es einen Niedriglohnsektor und den Treiber dafür: Hartz IV.

              Wenn sie nun als Arbeitsloser damit, mit dem Wissen und der Erfahrung dieser real existierenden, stark wirkenden Tendenz in das JC kommen, dann passiert dort in der Kommunikation mit dem JC-Beschäftigten folgendes, was ich (in Ermangelung eines geeigneteren Begriff, ich finde jetzt keinen, sorry, ernst ist es mir trotzdem) die die reziproke Wirkung der dort gegebenen Kommunikationsstruktur auf die kommunikativ hergestellte Wahrnehmung der zwei Personen am Schreibtisch von einander nennen will. Ob der JC-Mitarbeiter nun will oder nicht, er muss aufgrund der gegebenen Vorschriften den Arbeitslosen auch auf seine „Arbeitswilligkeit“ hin einschätzen. Nicht nur einmal im Eingangsgespräch, immer wieder. D. h. er muss lernen, seinen Arbeitslosen immer auch als potentiell arbeitswillig /arbeitsunwillig, maßnahmenwillig / -unwillig usw. „erkennen“ zu können. Und das spielt sich im Empfinden und Denken durchaus als ein unterschwelligen „belauern“ ab. Und ob mehr oder weniger bewusst oder unterschwellig, der Arbeitslose kriegt das mit! Umgekehrt muss der Arbeitslose aufgrund der gegebenen und erfahrenen Struktur des Beratungsvorgangs (Teil davon die Eingliederungsvereinbarung in ihrer Ambivalenz) den Berater/Vermittler immer auch als sanktionierende Person sehen müssen. Dem Berater sitzt ja nicht die Arbeitsmarktsituation gegenüber und dem Arbeitslosen nicht „das System Hartz IV“. Also auch da ein Belauern, das der Berater in eben genannter Art genauso mitbekommt. Und schon dieses die Situation besetzende Belauern schafft schon mal mindestens die Spannung der Vorsicht! Oder des Misstrauens! für beide. Die von mir als Notbehelf sog. reziproke Wirkung der Struktur besteht nun darin, dass beide Beteiligte mehr oder weniger aber notgedrungen erst mal auch das „Schlechte“ vom anderen zumindest auch annehmen müssen. Und auf der strukturell erzeugten Basis müssen sie nun kommunizieren! Und auf der Basis müssen sie sich aufeinander beziehen! Keine sehr positiv wirkende Basis. Das verflixt vertrackte und so nicht auflösbare an dieser strukturell vorgegebenen Kommunikationsbasis ist, dass sie dadurch für beide tatsächlich eine gemeinsame Ausgansbasis, aber eben die negative schafft. Reziprok ist sie deshalb, weil natürlich jetzt jeder dem anderen „das Schlechte“ zu schieben will und natürlich nicht das erzeugende „ System“ da sitzt sondern konkrete Menschen die entsprechend reagieren. Das erschwert natürlich das Auffinden tatsächlich frei verhandel barer Möglichkeiten, denn eine Reflexion der Situation des eben gesagten wird nach aller meiner Erfahrung tunlichst vermieden.

              Denn, Frank, sehen Sie, die Situation eines Gesprächs im JC würde in dann in ähnlich „fetziger“ heftiger und ja auch aggressionsgeladener Art ablaufen müssen wie die Diskussion mit Ihnen hier im Blogg. Denn das wiederum verbietet die strukturelle Vorgabe der Kommunikation im JC, was sich hier wiederspiegelt: Dort sagt sie sozusagen zum JC-Mitarbeiter: Du bist verpflichtet zu gewinnen im Sinne Deiner gegebenen Vorgaben, sonst sanktionieren „wir“ Dich selber. Eine gemeinsame Reflexion beider Beteiligten unter dieser der Kommunikationsvorgabe ist dadurch sozusagen mehr oder weniger Tabu. Das kann sich der JC-Berater schon aus nervlichen Gründen nicht leisten und hat auch die Machtmittel dazu, dem Arbeitslosen das rüberzubringen, dass letztlich er es ist, der „gewinnt“. Denn der Arbeitslosewird sich aufgrund dieser Machtmittel und dem bestehenden Machtgefälle zum JC-Mitarbeiter möglichst hüten, all zu aggressiv zu werden um so etwas ins Spiel zu bringen. Um möglichst noch etwas von seinen Interessen durch Verhandeln oder teilweise Nachgeben zu retten. Schon potentiell ist die Situation so. Es ist also nicht nur das graduelle, ein also in der Demokratie sozusagen linear abgestuftes, an die Demokratie gebundenes Machtgefälle – Rechte und Pflichten der Erwerbslosen -zwischen JC-Mitarbeiter und Arbeitslosen, dass eine wenigstens auch freiere Kommunikationssituation durch beide Beteiligte hergestellt werden kann. Es ist die strukturelle Konstruktion dieser Macht deren zunehmend undemokratisch sich auswirkende Qualität Wirkung wie beschrieben zeigt und sich in der Kommunikation zwischen Arbeitslosen und JC-Mitarbeiter deshalb durchsetzen kann, weil sie das konstruktionsmäßig kann und wie gewollt muss und es zwar nicht absolut aber erheblich erschwert, dass sich beide Beteiligte zuerst auf einer strukturell positiv wirkenden Basis austauschen können. Hoffentlich konnte ich hier klarer hervortreten lassen, warum wir Arbeitslose die Parole „Fördern und Fordern“ so gar nicht mögen? Denn unter den genannten Voraussetzungen muss sie letztendlich eine Illusion bleiben. Und wir haben vor diesem Hintergrund auch den Eindruck, dass selbst die politisch ausgebufftesten, zynischsten Politiker und Politikerinnen selbst an diese Illusion glauben und sich damit als „Erfolgreich“ selbst den Arbeitslosen gegenüber rechtfertigen und sich manchmal eigentlich schon besoffen daran reden.

              Wie gesagt, ich spreche hier nicht von einer absolut wirkenden Konstruktion der Macht. Den Gefallen tut sie uns leider nicht, dass sie so klar erkennbar wäre. Erst einmal: Sie wirkt sie auf beide Seiten am Schreibtisch ein. Denn dem JC-Mitarbeiter wird ob er das nun mag oder tatsächlich nicht mag, letzteres z. B. aus sachlichen Gründen und Erfahrungen die er damit in der Praxis gemacht hat, folgende Rolle des „Überzeugens“ im Spiel zwischen Fördern und Fordern zugewiesen, die unter der Prämisse, „Du musst „gewinnen“ oberflächlich betrachtet wie folgt beschrieben werden kann mit: „Versuche es erst mal im Guten mit dem Arbeitslosen“. Dafür setzt der JC-M auch seinen tatsächlichen guten Willen, sein echtes, reales menschliches Engagement. Denn das ist eine Vorgabe, die kann auch der Arbeitslose nachvollziehen und sei es aus pragmatischen Gründen. Klar, je mehr der JC-Mitarbeiter tatsächlich mit dem Erwerbslosen z. B. hinsichtlich eines Bewerbungstrainings, einer AGH übereinkommt, desto leichter ist für ihn das von ihm vom JC eingeforderte „Gewinnen“ zu erzielen. Desto zufriedenstellender ist auch seine persönliche Zufriedenheit darüber. Zu Recht! Denn der JC-Mitarbeiter ermöglicht dem Erwerbslosen etwas, was der selbst will! Da sehe ich gar kein Problem. Alle können sogar mit Grund so tun als sei alles wunderbar. Es wird aber in den meisten Fällen in unterschiedlichen Graden schwierig bis katastrophal und dann zahlen beide Seiten menschlich drauf. Was nicht gut ist, denn wir haben den gesellschaftlichen Auftrag alle gesund und arbeitsfähig zu sein. Und wenn wir das nicht können, dann haben wir die Pflicht so zu tun als ob, damit man uns irgendwo noch weiter arbeiten lässt, oder irgendwo vielleicht doch noch einstellt.

              Denn jetzt ist es nach meiner Einschätzung so: Genauso wie Sie sagen, dass 90 Prozent von uns Arbeitslosen zuerst mal arbeiten wollen, bzw. darauf hinarbeiten wollen, dass sie Arbeit bekommen, will ich (und zwar gern) annehmen, dass 90 Prozent der JC-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst mal in der genannten Art zufriedenstellende Vorgehensweisen mit ihren „Kunden“ haben wollen. Also nicht bloß wegen ihrer Erfolge für das JC wegen, sondern weil sie das zufrieden mit ihrer Arbeit macht die dann ja auch authentisch einen Sinn vermittelt. Jetzt „spielt der Kund aber nicht mit“, wie man das bei Ihnen im JC vielleicht sagt. Oder: „Der ist eigenwillig“. Da ist es für einen JC-Mitarbeiter, so wie ich das erlebe, immer noch echtes Engagement, wenn er mit dem Kunden Argumentiert, wirklich gemeinsam Lösungen sucht. Je mehr Differenzen es dann aber gibt, desto weniger kann der JC-Mitarbeiter aus oben genannten Strukturgründen auf den Kunden eingehen und desto mehr wird sein persönliches für die Arbeit eingesetztes Engagement dahingehend gefordert, dass er es trotz aufkommenden Ärgers über den Kunden noch einsetzen will. Was wiederum an seiner Energie zehrt „im Guten“ weiter zu argumentieren, zuzuhören, gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu suchen. Vielleicht auch einfach aus Anerkennung der Gründe des Kunden nachzugeben. Dabei sind dem JC-Mitarbeiter Grenzen gesetzt, die da sind, wo von ihm „das Gewinnen“ im Sinne des JC eingefordert wird. Damit kann er sich nun ganz identifizieren oder gar nicht und alle Varianten dazwischen. So negativ wie es im Grunde ist, so hoch kreativ kann das Spiel dann zwischen Arbeitslosen und JC-Mitarbeiter unter Umständen werden. Konkurrierend versucht jeder vor dem Hintergrund der das vorgebenden Struktur noch irgendwie ein Teilgewinn für sich zu ergattern. Der Arbeitslose weil er nicht sanktioniert werden will und stattdessen etwas Hoffnung mehr, der JC-Mitarbeiter, weil er so weit als möglich etwas vom eingeforderten „Gewinn“ erzielen will. „Notfalls“ kann ihm der Gewinn für das JC wie gezeigt sicher sein, die Macht hat er. Aber persönlich so richtig zufriedenstellend ist die Situation hier auch schon für den JC-Mitarbeiter nicht mehr, wenn er merkt, dass er den Anderen dafür notfalls über die Klinge springen lassen muss, obwohl ihm das selber persönlich mehr oder weniger missfällt. Aber beide der Arbeitslose und der JC-Mitarbeiter haben das durch die auf sie übertragene, wie ich meine falsch konstruierte und überzogene Konkurrenzsituation eben nicht mehr in der Hand. Die Fremdbestimmung hier ist auf das propagierte Ziel des Förderns und Forderns für beide Seiten zu falsch und zu groß. Man schaue auf die Krankenstände in den JC´s und frage sich ernsthaft woher die kommen. Ob also die Identifikation der wichtigsten Ressource der BA, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit dem Fördern und Fordern in Hartz IV tatsächlich so traumhaft nah am Eins zu Eins ist, wie immer getan wird. Mindestens der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der BA dürfte dazu einiges dazu zu sagen haben und hat deswegen ja auch schon mal richtig offen einen Brief dazu geschrieben, gerichtet an seinen Arbeitgeber.

              Nun halte ich es für wie gesagt geradezu für Illusionär, wolle man auf Basis der gezeigten Struktur das Ziel des Fördern und Forderns tatsächlich erreichen. Nochmal: Ich meine, tatsächlich geht das gar nicht. Aber: Die Konstruktion der Struktur verdeckt das – allerdings ganz ungnädig gegenüber den unmittelbar Betroffenen. Denn sie individualisiert die Folgen ihrer Fehlkonstruktion vermittels der „eingebauten“ überzogenen Konkurrenzsituation zwischen Arbeitslosen und JC-Mitarbeitern. Sie transformiert ihre systemischen Fehlleistungen in persönliches Versagen bei den Arbeitslosen und dosierbares „Teilversagen“ der JC-Mitarbeiter/-innen. Das macht a) die steuerbarer aber ganz bestimmt nicht glücklicher und leistungsfähiger. Aber egal, die braucht man häufig eh nur auf Zeit. Die Arbeitslosen sind egal. Und b) wird dahinter zusätzlich versteckt, dass es gar nicht um das so propagierte Ziel des Förderns und Forderns geht. Das eigentliche „Funktionieren“ des Systems Hartz IV findet da statt, wo der Ausbau des Niedriglohnsektors zum Zweck des Erhalts der Weltmarktkonkurrenz voran geht. Man wird sehen, ob und wie das nun mit dem Mindestlohn weitergeht. Jedenfalls gibt es für die Menschen im Alg. 2 mal wieder die Ausnahmeregelungen. Wenn dabei was schiefgehen sollte, man weiß ja, an wen man sich außer den Arbeitslosen noch wenden kann: Dann kann man bei der BA mal wieder nachfragen, wie das mit den Zahlen so wäre und mit ihrer Leistungsfähigkeit im Allgemeinen und Besonderen. Nein, aus dem politischen Schussfeld ist die BA deshalb auch nicht.
              Ja, ich muss zur Kenntnis nehmen und auch überdenken, ob, würde man die Konstruktion ersatzlos streichen, Sanktionen, nicht ein Zustand der organisierten Verantwortungslosigkeit entstehen würde, wo jeder jedem alles in die Schuhe schieben könnte. Nur, haben wir den vor dem Hintergrund des jetzt gesagten nicht eigentlich jetzt schon? Ich behaupte: Hartz IV wird sich als Fehlkonstruktion dann herausstellen, wenn dieses System von der seiner Unterstützungsleistung an der Produktion prekär Beschäftigter auf die „Hebung“ von Qualifikation umstellen müsste. Sichtbar wird das meiner Erfahrung nach schon jetzt, wo es um die Förderung der Migranten geht. Ja, da ist jetzt endlich was in Bewegung. Das System Hartz IV erweist dabei allerding ungefähr so geeignet wie ein Volkswagen Käfer für ein Formel- Eins-Rennen.

              @Frank, denken Sie bitte nicht, dies hier sei ein Versuch gewesen, Sie „auf unsere Seite zu ziehen“. Ist es nicht. Es wird auch dabei bleiben, dass wir hier streiten. Mir ging es darum, wenn auch wieder auf langem Weg, mehr zu verstehen. Hoffentlich haben alle was davon. Wie gesagt, wir werden streiten. Aber dafür sind mir Ihre Beiträge hier auch konstruktiv etwas Wert. Immerhin gibt es hier den Raum dafür, den es gegenüber am JC-Tisch (bisher?) so nicht gibt. Das ist was, machen wir was draus. Weil, ich will keine Distanzlosigkeit, ich will lebbare Distanzen. Hartz IV dagegen ist wie bleierner Nebel, entweder er erdrückt oder er erstickt oder beides.

              1) Siehe dazu: Klaus Dörre u. a.: Bewährungsproben für die Unterschicht- Soziale Folgen aktivierender Arbeitsmarktpolitik. Und z. B.: Michael Mehlich: Langzeitarbeitslosigkeit. Individuelle Bewältigung im gesellschaftlichen Kontext.
              2) Kark Lauterbach: Ein Hartz für Arme – Warum die rot-grünen Arbeitsmarktreformen richtig waren und die Linken in der SPD darüber reden sollten. DIE ZEIT Nº 40/2008. http://www.zeit.de/2008/40/Op-ed-40

        • @ Ingo

          ich habe in der Sache sicherlich hart, aber niemals unsachlich argumentiert. Außerdem versuche ich stets, Beleidigungen und Angriffe auf die Persönlichkeit zu vermeiden. Das kann man von Ihnen nicht gerade behaupten.

          Im Hinblick auf meine Diskussionsbeiträge meinten Sie abfällig, ich wäre ein Ritter ohne Rüstung, der mit dem Schwert nicht umgehen könnte. Ferner hatten Sie das Gefühl, einen Jugendlichen vor sich zu haben, der sich wichtig möchte.

          Überdies warfen Sie die Vermutung in den Raum, ich hätte kein richtiges Leben mit Frau, Familie und Freunden und würde meine Einsamkeit mit dem Lamantieren über den verkannten JC- Mitarbeiter verbringen. Im obrigen Beitrag äußern Sie die Meinung, dass ich wohl noch einige größere Probleme hätte, als nur mit der Erkenntnis “als das größte Arschloch der Nation will man in der Öffentlichkeit auch nicht dargestellt werden” leben zu müssen. was wollen Sie damit sagen? Dass ich krank bin?

          Nix für Ungut, aber wer derart unter der Gürtellinie argumentiert, der hat wenig Berechtigung, eine normale und für beide Seiten fruchtbare Diskussion einzufordern.

          Auch Rosi, die mir wenig Anstand unterstellt, fragte in diesem Blog rhetorisch, wer mir ins Gehirn geschissen hätte. Andere User bezeichneten mich als Erpresser und Menschenrechtsverletzer.

          Auf Frau Hannemann Facebook-Seite tobt ebenfalls nahezu täglich ein wütender Mob, der dort nach Lust und Laune seinen ganzen Hass auf die JC- Mitarbeiter auslassen kann. Sachberbeiter werden mit Nazis und KZ- Aufsehern verglichen. Da ist mit Blick auf die Arbeitsvermittler von „asozialem Pack“ die Rede, man spricht von faulen und inkompetenten Sesselfurzern, denen man am besten auf den Schreibtisch kotzen sollte. Bemerkenswert dabei ist, dass die Anzahl der „Likes“ immer dan die Höhe schießt, wenn die Beleidung besonders ausfallend war.

          So lange Frau Hannemann diesen Beleidigungen keinen Riegel vorschiebt, fällt es mir schwer zu glauben, dass Sie ihre ehemaligen Kollegen und Kolleginnen in Schutz nehmen möchte.

          • @Frank

            Bitte bringen Sie doch einfach mal Belege für Ihre Äußerungen, wenn Sie was stört. Wenn Sie schon die Kommentare auf Facebook so genau verfolgen, freue ich mich auf einen Hinweis darüber. Kollegiale Menschen tun das. Trotz Admins sind nicht immer alle Kommentare zu lesen. Dafür sind es zu viele. Im Übrigen lösche ich durchaus Kommentare sofern solche Vergleiche, wie von Ihnen genannt sichtbar sind. Allerdings ist es auch so, dass tatsächlich einiges „erlaubt“ ist, was mir auch nicht gefällt. Es stellt sich allerdings die Frage, warum sind die Menschen so wütend. Die Likes steigen nicht nach Beleidigungen, sondern dann, wenn ich irgendwo größer in den Medien war (Print oder TV). Das ist an den Mails zu erkenne, die ich dann im ebenso steigenden Maß erhalte. Aber schauen Sie mal auf andere FB-Seiten, was dort los ist: SPD, CDU usw. Auch dort werden die Kommentare stehen gelassen.

          • @Frank

            Zitat:
            „Auch Rosi, die mir wenig Anstand unterstellt, fragte in diesem Blog rhetorisch, wer mir ins Gehirn geschissen hätte.“

            Ja, das habe ich getan und nicht speziell Sie benannt sondern den gesamten Berufsstand der Sanktionierer, die Menschenleben auf dem Gewissen haben und sich nicht scheuen auch mich in den Jahren meiner Erwerbslosigkeit regelmäßig mit Attacken zu beschenken. Einmal laut gedacht, kommt nicht wieder vor.

            So, und nun lenken Sie mal nicht vom Thema ab! Ich bin Rosi und nicht Frau Hannemann. Die Blockbetreiberin hat zweimal in äußerst sachlicher, korrekter und höflicher Art eine Kommunikation mit Ihnen eröffnet, die sie penetrant vermeiden. Kann es daran liegen, dass Sie Ihr nicht gewachsen sind?

            • @ Rosi

              Da wedelt Frank mit einer Tüte Bonbons – „Ich werde einen Teufel tun und die Bundesagentur für Arbeit verteidigen. Ich bin ein befristet eingestellter Mitarbeiter und Dank der asozialen Personalpolitik meines Arbeitgebers blicke ich ebenfalls einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen.“ – und dann werden noch eine Tafeln Schokolade verteilt – „Die ständige Mitarbeiterrotation im Jobcenter ist eine einzige Katastrophe für alle Beteiligten. Vor allem für die Erwerbslosen, die sich ständig auf einen neuen Ansprechpartner einstellen müssen.“ – und schon hat er es geschafft, dass die Leute hier auf dem Blog ihm wieder auf den Leim gehen.

              Der Mensch scheint ausgekochter zu sein als ich vermutete.

              • Zitat Frank: „Nix für Ungut, aber wer derart unter der Gürtellinie argumentiert, der hat wenig Berechtigung, eine normale und für beide Seiten fruchtbare Diskussion einzufordern.“

                Da ich von vornherein gesehen habe, dass eine „fruchtbare Diskussion“ mit diesem Menschen ohnehin wenig Sinn hat, weil er ja – „… und deshalb müssen Sie mit Widerstand rechnen!” – gleich den Holzhammer herausgeholt hat, habe ich mich lieber darauf konzentriert seine Kommentare einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

                Das diese Kommentare voller Widersprüchlichkeiten sind kann man an einem ausgewählten Beispiel deutlich machen: – „Und nicht zuletzt für Leute wie mich, die über Jahre hinweg mit einem Messer im Rücken leben und immer die drohende Vorstellung vor Augen haben, irgendwann wieder auf der anderen Seite des Schreibtisches zu sitzen. Sie können sich täglich für die Erwebslosen ein Bein ausreißen, es wird ihnen (zumindest von Agentur-Seite) niemand danken.“ – obwohl hier genau das Gegenteil gesagt wird – „Wenig bis gar kein Verständnis habe ich aber, wenn jemand absolut nichts machen will. Selbst jene Leute, bei denen der Zug für den ersten Arbeitsmarkt, bsw. aus Altersgründen, endgültig abgefahren ist, versuche ich daher, zumindest zu einem Ehrenamt zu motivieren. In dieser Gesellschaft gibt es eben genug zu tun, und jeder wird gebraucht! Ich möchte nicht weinerlich wirken, als Arbeitsvermittler ist man es gewohnt, angeschrien zu werden”.

                Diese beiden Aussage ergeben keinen Sinn. Wenn man sich als JC-Mitarbeiter ein Bein für einen ALG-II-Bezieher ausreißt, dann wird man höchstens vom Teamleiter des Jobcenters angeschrien, aber sicherlich nicht vom ALG-II-Bezieher. Auch dieser typische JC-Spruch – „In dieser Gesellschaft gibt es eben genug zu tun“ – zeigt in welcher irrealen Welt die BA und ihre Sanktionsvermittler aus den Jobcentern wirklich leben.

                Was habe ich da oben denn schon wieder geschrieben? Das müsste natürlich richtig heißen: „… und dann werden noch einige Tafeln Schokolade verteilt“. Ob dieser Mensch aber jetzt Bonbons, Schokolade oder Kekse verteilt, ist egal, denn am Ende kommt doch nur Käse dabei heraus, und dieser Käse stinkt gewaltig nach der Bundesagentur für Arbeit.

                Mir war doch so, als ob ich auf dem Blog von Ralph Boes einmal gelesen hatte. „Die BA schleust bewusst Leute in die Diskussion. So z.B. bei Inge Hannemann auf dem Blog entlarvt: IP: XXX.XX.XXX.XXX (Bundesagentur für Arbeit).“

                Vielleicht ist die BA ja jetzt mit der IP-Adresse etwas schlauer geworden, mit ihren Mitarbeitern scheinbar aber nicht.

                Irgendwo hat Rosi geschrieben: don´t feed the troll. Das ist richtig, nur sollte man sich dann auch nicht von einem Troll mit Bonbons füttern lassen. – „Dank der asozialen Personalpolitik meines Arbeitgebers blicke ich ebenfalls einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen“. – Dieser Satz ist ja schon fast eine Sahnetorte und wird hier sicherlich den einen oder anderen Hartzer zu Tränen rühren.

              • @Ingo

                Zitat:
                „Auf Frau Hannemann Facebook-Seite tobt ebenfalls nahezu täglich ein wütender Mob

                no comment…

                • Zitat:

                  „Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu vermuten, daß die zunehmenden Lähmungsversuche von HDS nicht ganz zufällig erfolgen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterhält z.B. eine ganze Abteilung dafür, kritische Portale, Wikipedia, soziale Netzwerke und Foren mit Shitstorms zu überziehen, Friedensbewegungen ins Zwielicht zu rücken, Linke zu skandalisieren und deren Medien handlungsunfähig zu machen. Von Geheimdiensten will ich hier gar nicht sprechen
                  Es gibt jedenfalls Kreise, die mehr oder weniger professionell und finanziell gut ausgestattet darauf aus sind, bei radikaldemokratischen, kritischen Menschen Arbeitskraft zu binden, damit die Gegenwehr gegen die Profiteure von Krieg und Finanzkapitalismus erlahmt. So nach dem Motto: Wenn Linke schon übrig bleiben, so soll wenigstens von der Zeit Linker und deren Nerven wenig übrig bleiben.“

                  http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/05/08/in-eigener-sache-andere-aufgaben-statt-aufgeben/#more-16153

                • @ Rosi: Wir sollten das Thema Frank vielleicht auch nicht zu sehr beanspruchen, obwohl ich langsam Gefallen daran finde (-;

                  Ich hatte mir aber noch einige abschließende Gedanken gemacht.

                  Ich glaube ja nicht, dass ein echter JC-Mitarbeiter sich nach Feierabend noch zuhaus an seinen Rechner setzt und für die BA in die Bresche springt. Diese Leute sind doch froh, wenn sie nach der Arbeit sich nicht noch weiterhin Gedanken über Hartz-IV-Empfänger, Statistiken, Sanktionen und dem Sozialgesetzbuch machen müssen.

                  JC-Mitarbeiter, die den ganzen Tag ihren Teamleiter mit folgenden Satz durch die Gänge laufen hören – „Ich bitte Sie alle, mit den Kunden zu sprechen und Teilnahmemöglichkeiten an IFLAS zu prüfen, selbst wenn der Kunde bereits 64 Jahre ist und damit kurz vor der Rente steht.“ – kommen nicht auf den Gedanken sich für die BA noch nach Feierabend groß einzusetzen.

                  „Der wahre Sinn der sinnlosen Kurse? Es geht darum, so viele wie möglich aus der Berechnung zu bekommen, mit allen Mitteln. […] Für die Mannschaft unter den Teamleitern gibt es keine Prämien, dafür Druck. Jeden Tag dieselben Fragen: Wie viele Vermittlungen habt ihr gemacht? Und wenn es zu wenige waren: Was treibt ihr eigentlich den ganzen Tag?“ [Quelle: SPIEGEL 26/2013]
                  Bei so einem miesen Arbeitsklima würde höchstens eine zweite Hannemann dabei herauskommen, aber sicherlich niemand der sich für diesen BA-Laden einsetzt.

                  Zurück zu unserem „JC-Mitarbeiter“ Frank, der nach eigenen Angaben sogar nur „ein befristet eingestellter Mitarbeiter“ ist. Frank hat uns ja weiter unten erzählt, dass er ein Freund der Wahrschlichkeitsrechnung ist. Folglich kann Frank sich ja mal ausrechnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein befristeter Mitarbeiter, der, wie er ja selbst schreibt „Dank der asozialen Personalpolitik meines Arbeitgebers blicke ich ebenfalls einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen“ sich nach Feierabend und am Wochenende noch für so einen „asozialen Arbeitgeber“ einsetzen würde.

                  Keine Ahnung, was uns die BA da geschickt hat, aber auf jeden Fall keinen Profi der ein Konzept hat.

                  • @Ingo,

                    ja die Widersprüche in den „Aussagen“ von @Frank stimmen schon nachdenklich, zumal auf genannte Fakten, bzw. Fragen gar nicht eingegangen wird. Insofern ist das Misstrauen in sein „Engagement“ auch mehr als angebracht.
                    Dennoch dürfte auch er bemerkt haben, dass wir uns dadurch wohl kaum irritieren lassen und
                    unsere Zielsetzung auch durch Nichts und Niemanden beeinflusst werden kann.
                    Und wenn er nun versucht, auf die Tränendrüsen zu drücken, kann ich nur wiederholen:
                    Er hat sich den „Job“ selbst ausgesucht und wird deswegen auch keinerlei Mitgefühl, oder
                    Bedauern erhalten. (Angeblich gibt es doch so viele Job’s, so dass auch er kurzfristig was
                    „besseres“ finden müsste 😉 )

          • Hallo Frank, hier von Mob zu schreiben und im gleichen Atemzug zu klagen und zu jammern, wie schwer du es als Sanktionierer hast, auf konkrete Fragen, mehrfach gestellt nicht konkret zu antworten und dann von Frau Hannemann zu verlangen, sie solle hier einen Riegel vorschieben, Zitat, „So lange Frau Hannemann diesen Beleidigungen keinen Riegel vorschiebt, fällt es mir schwer zu glauben“, zeugt von einer gewissen Lebensuntüchtigkeit. Statt die Frage mal zu stellen, warum es nicht angenehme Reflektionen auf die Wirkweise der Jobcenter gibt, forderst Du einen Riegel davor, wie ein kleiner Diktator.
            Hinterfrage Deine Arbeit wirklich und mute Deinem Nächsten nur das zu, was Du Dir und Deinen Liebsten auch zumuten würdest. Dann könnte man sich annähern.
            Du hast meine Fragen immer noch nicht beantwortet:
            Hast Du die von mir verlinkten rechtskräftigen Urteile gelesen und hast Du die auch verstanden?

      • @Rosi

        in diesem Fall dient der Blog als Spiegelfläche für ein angekratzes Ego, der Selbstdarstellung- und Beweihräucherung.

        Ja, der Eindruck verfestigt sich bei mir auch.

        Es zeugt nicht von Anstand, wenn ich der Forumsbetreiberin Vorwürfe mache und die Kommunikation verweigere. Man kann einen Beitrag übersehen, aber hier ist der mangelnde Anstand unübersehbar.

        Gut gesagt!

    • @ tapsie

      Ich bin überrascht, mit welcher Dogmatik und Selbstüberzeugung Sie behaupten, dass die Sanktionierung des Existenzsminimums eine Menschenrechtsverletzung darstellt.

      Machen Sie sich doch einmal die Mühe, einen Blick auf die weltweite Debatte über die Gewährleistung des Menschenrechts auf soziale Grundsicherung zu werfen. Denn nicht nur in Deutschland findet dazu eine Diskussion statt. Auch andere Staaten müssen sich mit dieser Frage auseinandersetzen.

      Grundsätzlich gilt zunächst: Im Gegensatz zu den politischen und zivilen Normen der Menschenrechtserklärung ist die Gewährleistung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekte (wsk) mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass zahlreiche Staaten dieser Erde die Sorge tragen, sich durch die Bindung an die wsk- Normen finanziell zu überfordern. Oder glauben sie, dass jeder Staat dieser Welt einfach mal aus der Portokosse soeben Wohnraum und finanzielle Grundsicherung für Millionen von Menschen zur Verfügung stellen kann? Aus diesem Gund herrscht in der weltweiten Debatte mittlerweile Konsens darüber, dass hinsichtlich der Gewährleistung des Menschenrechts auf soziale Grundsicherung der Staat auf zwei Arten seine Pflichten erfüllen kann:

      1. Durch das direkte Zur-Verfügung-Stellen (to provide) bestimmter Leistungen, etwa Wohnraum und finanzielle Grundsicherung

      aber eben auch

      2. Durch das Schaffen begünstigender Rahmenbedingungen (to facilitate).

      Der zweite Punkt beinhaltet die Vorstellung, dass der Staat Rahmenbedingungen schafft, die dem Individuum bei der selbständigen Befriedigung der WSK- Bedürfnisse helfen.

      Übertragen wir dies mal auf Deutschland. Ein 35- jähriger Maler mit Gesellenbrief ist langzeitarbeitslos und erhält soziale Grundsicherung nach dem SGB II. Nun verschafft ihm der Staat (in Person den Jobcenters) eine Stelle als Maler. Es handelt sich um einen unbefristeten Arbeitsvertrag zum Tariflohn in einem kleinen Malerbetrieb (also keine Zeitarbeit). Ich bin der Meinung, dass der Staat in diesem Moment seine Menschenrechtspflicht erfüllt hat und mit Recht sagen kann, dass die finanzielle Unterstützung nun eingestellt wird, da die Person für sich selbst sorgen kann.

      Wenn der Maler nun so blöd ist und diese Stelle nicht annimmt, dann hat er eben Pech gehabt. In diesem Fall liegt keine Menschenrechtsverletzung vor, es handelt sich schlicht und egreifend um Selbstschädigung!

      Entgegenkommend würde ich sagen, dass vorab eine unabhängige Komission (und eben nicht das Jobcenter allein) entscheidet, ob die Arbeitsstelle zumutbar war oder nicht. Diesen Vorschlag gab es mal von der Grünen Jugend. In diesem Fall wäre es aber ausgeschlossen, dass man dem Maler Recht gibt.

      Menschenrechte sind nicht verhandelbar, da gebe ich Ihnen recht. Sie vergessen aber, dass man die Art und Weise, wie der Staat die Menschenrechte garantiert, diskutieren kann. Wenn Sie nun glauben, dass das Menschenrecht auf soziale Grundsicherung einzig und allein dadurch gewährleistet wird, dass der Staat bedingungslos alimentiert, sind Sie leider kräftig auf dem Holzweg. Damit verkürzen Sie die dazu gehörige Menschenrechtsdebatte.

      • Darauf kann ich relativ knapp antworten.

        Da ich in Deutschland lebe – und nicht in anderen Ländern – orientiere ich mich an den deutschen Gesetzen:

        Das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen soziokulturellen Existenzminimums ist gemäß Art. 1 Abs. 1 GG und Art. 20 Abs. 1 GG unverfügbar, und muss eingelöst werden. (1 BvL 1/09 vom 9.2.2010, Leitsätze) (1)

        http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html

        Art. 1 Abs. 1 GG begründet diesen Anspruch als Menschenrecht, das durch politische Zielsetzungen nicht relativierbar ist. Die Absenkung des Existenzminimums, um aus
        politischen Erwägungen Anreize für gewünschtes Verhalten zu setzen, ist nicht zu rechtfertigen. (1 BvL 10/10 vom 18.7.2012, Leitsatz 2 u. Randziffer 121)

        http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20120718_1bvl001010.html

        Also: Es handelt sich um ein Grund- und Menschenrecht. Selbiges ist unverfügbar und muss eingelöst werden. Dieses Menschenrecht ist durch politische
        Zielsetzungen nicht relativierbar.

        Siehe auch:

        http://www.elo-forum.org/attachments/alg-ii/43504d1331565392-ehem-bgh-richter-neskovic-verfassungswidrigkeit-sanktionen-hartz-iv-neskovic_verfassungswidrigkeit_sanktionen_sgb_2__maerz_2012.pdf

        Wohlgemerkt: Es handelt sich um ein Grundrecht auf Existenzminimum, nicht auf begünstigende Rahmenbedingungen. Dein Lösungsvorschlag (Rahmenbedingungen) ist die politische Relativierung eines Grundrechts durch die neoklassische Ideologie der „Neuen Mitte“.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Neoklassische_Theorie
        http://www.demokratisch-links.de/ie_dokumente/ALG/001_alg_selbsunterwerf.pdf

        Dieses Grundrecht ist nicht voraussetzungslos. Das Grundgesetz fordert kein Bedingungsloses Grundeinkommen. Voraussetzung ist die Bedürftigkeit. Ist sie gegeben, muss das Grundrecht eingelöst werden, unabhängig von den Umständen ihres Zustandekommens.

        Zum Thema Finanzierung, ein paar Informationen über die Vermögens und Einkommensverteilung in Deutschland, auf die Schnelle gefunden:

        http://www.heise.de/tp/artikel/40/40283/1.html
        http://www.heise.de/tp/artikel/41/41577/1.html

        Ein paar finanzpolitische Hintergründe zu Vermögensverteilung und Staatsverschuldung (insbes. Facts nr. 4-6):

        http://www.atterres.org/sites/default/files/Manifesto%20in%20English.pdf

        • @Frank,

          du machst dir noch die Mühe, ihm das alles nachzuweisen.

          Sein Selbstverständnis einer Menschengruppe durch eine übergeordenete ‚Instanz‘ „in Person den Jobcenters“[sic], zu der er sich offensichtlich selber zählt, ein selbstbestimmtes Leben vorzuenthalten, spricht doch Bände. Zumal er sich anmaßt, „nicht verhandelbare“[sic] Menschenrechte gleichzeitig in seinem Sinne umdefinieren zu können.

          Sowas hat m.M.n. nichts mehr mit mangeldem Sozialverständnis zu tun, sondern eher mit einer faschistoiden „Herdenbissigkeit“, nämlich sein eigenes Heil durch Andienung an einer vermeintlich stärkeren Gruppe den plötzlich zum einzelnen gewordenen schwächeren durch Ausgrenzung suchen zu wollen. Er verbalisiert ja nun nicht mehr „die“ Erwerbslosen, sondern „den“ Menschen, der sich „nun so blöd“[sic] verhält, stigmatisiert und beschimpft damit aber bewusst alle Erwebslosen gleichermassen.

          Inwiefern man nun versucht, sich mit einem Vertreter eines solchen Menschenbildes und derart tumber Rhetorik noch länger ernsthaft auseinanderzusetzen zu müssen, soll natürlich jeder selbst entscheiden.

          😉

          LG,
          H.-W.

          • du machst dir noch die Mühe, ihm das alles nachzuweisen.

            Och, das war jetzt keine Mühe.

            Die sozialpolitischen Vorstellungen und das zugrundeliegende Menschenbild, um die es hier geht, sind leider nicht die Auswüchse einzelner verirrter Sachbearbeiter.

            Das ist eine Ideologie, die sich – ausgehend von Politik und Eliten – in der Gesellschaft und unter Intellektuellen verbreitet. Hier wird diese Denkweise sehr schön dargestellt:

            http://www.demokratisch-links.de/ie_dokumente/ALG/001_alg_selbsunterwerf.pdf

            Man sollte das nicht personalisieren. Der Forist Frank ist nicht das Problem – nur sein sichtbarer Auswuchs. Wir haben in Deutschland ein viel größeres Problem als Sachbearbeiter wie Frank.

            • @taspie,

              gut reagiert, danke; wieso ich da @Frank drübergeschrieben hab, ist mir grad ein Rätsel.

              Und ja, der F(l)orist Frank ist nicht das Problem.
              Danke für den Link.:)

      • @Frank…..Der Maler hat nach dem Grundgesetz, Artikel 12, das Recht seinen Arbeitsplatz frei zu wählen, das bedeutet, das Jobcenter kann ihm gern Vorschläge unterbreiten, das ist sogar ihr gutes Recht, hat aber nicht das Recht, ihm zu einer bestimmten Arbeit zu zwingen. Auch das steht im Grundgesetz. Das SGB ist, wie jedes andere Gesetz vom Grundgesetz abhängig. Der Tatbestand der Zwangsarbeit ist somit gegeben, egal wie man sich nun versucht, da zu raus winden und zu drehen.
        Eine Sanktion unterschreitet nun mal das Existenzminimum. Das Wort sagt es doch schon: Existenzminimum, wie kann man, von einem Minimum noch etwas abziehen ? das zumal vom Bundesverfassungsgericht (das ist DAS HÖCHSTE Gericht Deutschlands) als UNVERFÜGBAR also UNANTASTBAR, UNKÜRZBAR benannt wurde. Darüber gibt es keine Diskussion, egal was für eine Meinung jemand darüber hat.
        Der „Staat“ alimentiert nicht nur Arbeitslose, sondern alle kompletten Jobcenter mit deren Mitarbeiter, die sonst auch nirgends andere Arbeit gefunden haben, er alimentiert Banken, die Millionen und Milliarden verschlingen, er alimentiert Politiker, die unmengen Geld kosten ! die nicht mal im herkömmlichen sinne Arbeiten oder arbeiten müssen! Die kosten viel viel mehr, als ein Arbeitsloser. Wozu eigentlich?
        Im übrigen ist langsam mal schluss mit „Diskutieren“ über garantierte Menschenrechte, jetzt sollten sie auch langsam mal in Deutschland durchgesetzt werden. Die UN hat Deutschland diesbezüglich und wegen Hartz IV zur einhaltung der Menschenrechte mehrmals ABGEMAHNT.
        Ohne Worte.
        Des weiteren halte ich hier eine Diskussion mit Dir, Frank, für nicht zielführend und nur als ablenkung und sinnloser Zeitvertreib vom eigentlichen Ziel. Es wäre Ratsam, das niemand mehr auf Deine Beiträge reagiert, Denn Du hast nichts verstanden und willst es auch nicht im Ansatz. Von meiner Seite aus, werde ich außer diesem Kommentar an Dich, auch als letzten Betrachten, egal, welchen Kokolores Du nun daraufhin schreibst, denn es ist Zeitverschwendung und nutzlos.

        • Noch einen Beitrag zur Debatte „Hartz IV und Menschenrechte“, danach ist diese Diskussion wirklich erschöpft.

          Wenn man sich die Frage stellt, ob durch die Hartz IV- Gesetzgebung die Menschenrechte sichergestellt werden, dann sollte man vor allem einen Blick auf die Gesamtsituation werfen. Laut offiziellen Statistiken sind etwa 3.8 Prozent der Leistungsberechtigten von Sanktionen betroffen. Umgekehrt heißt dies, dass etwa 96 Prozent der ALG II- Empfänger keine Leistungskürzungen erhalten. Daraus läßt sich konstatieren:In gut 96 Prozent der Fälle rührt der Staat das Existenzminimum nicht an und stellt die grundlegenden Menschenrechte (Recht auf Leben, Recht auf Gesundheitsvorsorge, Recht auf Wohnen) sicher. Man muss dieses Land nicht lieben, aber dass ist aus menschenrechtlicher Sicht keine allzu schlechte Bilanz.
          Hinzu kommt, dass noch andere Leistungen gewährt werden. Ich will dies anhand eines konkreten Beispiels näher erläutern. Eine irakische Familie (Vater, Mutter, drei Kinder) kam vor zwei Jahren aus Asylverfahren ins Jobcenter. Zunächst gewährten wir die Grundsicherung und den Mietzuschuß, das macht zusammen etwa 2000 Euro pro Monat. Die Familie hatte natürlich keine Möbel, also bewillgten meine Kolleginnen in der Leistungsabteilung die Erstausstatung für die Wohnung in Höhe von gut 8000 Euro. Die Kinder dürfen zur Schule gehen, alle Familienmitglieder sind krankenversichert (die Mutter musste sich einer komplizierten Unterleibsoperation unterziehen, was im Irak niemals möglich gewesen wäre). Anschließend gings zum Integrationskurs, der gut 10 Monate dauerte. Auch dies wurde vom Staat bezahlt, die Grundsicherung wurde freilich ebenfalls weiter gewährt. Als die Deutschkenntnisse dann zumindest bei dem Vater ganz ordentlich waren, stand die Heranführung an den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Der Vater war IT- Fachmann und konnte sich in verschiedenen Praktika beweisen. Allerdings waren noch einige Wissenlücken vorhanden, zudem lag kein anerkannter Abschluß mit Zeugnis vor. Mein Kollege, der die Familie vor mir betreute, bewilligte daher eine Umschulung zum IT- Fachmann für Systemintegration. Kostenfaktor: Satte 27000 Euro. Viele vergleichbare Beispiele können aufgefürt werden, alllein mein Jobcenter hat einen Eingliederungstitel von mehreren Millionen Euro zur Verfügung, der im letzten Jahr zu 99.6 Prozent aufgebraucht wurde.

          Man kann an der Hartz IV Gesetzgebung Kritikpunkte finden, keine Frage. Und trotzdem: Wenn man sich um ein Gesamturteil bemüht, muss man festhalten, dass es weltweit wenige Staaten gibt, die in menschenrechtlicher Sicht mit der Fürsorge des deutschen Sozialstaates mithalten können.

          Sicherlich muss man in der Menschenrechtsdiskussion aber auch die vier Prozent berücksichtigen, die sanktioniert werden. Ebenso sind die Stimmen jener, die zwar keine Sanktionen erhalten, trotzdem aber von schlechten Erfahrungen berichten, ernstzunehmen. Deswegen kann ich mir grundsätzlich Reformen vorstellen, über die ich mich aber jetzt nicht auslassen möchte, da der Beitrag dann wieder zu lang wird.

          • frank: bekommen die einheimischen das gleiche? da habe ich zweifel, sorry!auch ich lobe den dt. staat, aber man darf, als politologe habe ich die pflicht auch negative seiten nennen! ich bin mir bewusst, was es für tolle menschen in jobcentern und der ba gibt! eine sachbearbeiterin bei der zav war mit das beste, was ich verwaltungstechnisch hierzulande je erleben durfte! es ist natürlich nicht allles schwarz und weiss, es existieren grautöne!übrigens , meine veränderungswünsche inerhalb der dt. gesellschaft sind solche, welche von fachleuten in parteien, kirchen, gewerkschaften etc. ebenfalls geäußert werden, warum nicht, man kann ein gutes land noch besser und wohnenswerter machen!die sache, dass ich nicht generell gegen sanktionen bin, habe ich hier schon erwähnt! ich kenne übrigens nicht wenige vermittler, aus verschiedenen anlässen!

          • Und wieder sprechen sie „nur“ von den 3 bis 4% Sanktionierten (wobei JEDE Sanktion schon ein Verbrechen ist), aber worauf Sie niemals eingehen, ist die ständige Androhung von Sanktionen. Die Androhungen sind genauso schlimm wie die Sanktionen selbst.

            Warum haben wir in Deutschland seit 2005 einen derartig zementierten Niedriglohnsektor? Warum ist Schröder heute noch stolz darauf, Deutschland zu einem der größten Niedriglohnsektoren in Europa gemacht zu haben?

            Siehe Wirtschaftsforum 2005 in Davos, Zitat Schröder:

            „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt….Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt.“

            Und somit schadet dieses HartzIV nicht nur den Erwerbslosen, sondern auch den Arbeitnehmern selbst, auch ihnen.
            Schröder hat Euch Mitarbeiter missbraucht, um den Niedriglohnsektor auszubauen. Menschen sollen Jobs annehmen, von denen sie oft gar nicht leben können, und das wissen Sie ganz genau; vermutlich verdrängen Sie aber solche Zusammenhänge einfach.

      • Wenn sie so verbissen weiter machen,werden Sie ihren Job verlieren.Denn Ihre Glaubwürdigkeit schwindet,das Interesse an Ihren Aussagen wird nicht mehr wahrgenommen.Sie erreichen mit Ihren Darstellungen genau das Gegenteil.Und eins gebe ich Ihnen noch auf dem Weg mit:

        Nur wer Erfolg hat eine Stimme

        Ihre Vorgesetzten bleiben ruhig und werden weiter unbeschadet Ihr Amt weiterführen.Und Sie dann………..

    • @ taspie
      wie nutze ich die Zitat-Hervorhebung wie Du sie nutzt?
      Danke für die Hilfe!

  27. …. in meinen Augen gehen Arbeitsverweigerung und Konsumverzicht Hand in Hand, ich kann nur jene Menschen verstehen, die in sozialen Bereichen arbeiten und direkt ihrem Mitmenschen helfen – sprich die Krankenhausverwaltung kann daheim bleiben, die Krankenschwester und der Arzt tun schlicht was nötig ist.
    … natürlich ist das naiv gedacht – nach ein paar Tagen gehen die Medikamente aus – was ist mit dem Diesel für den Generator (das Stromnetzt dürfte ja nicht mehr funktionieren….)…

    … doch sorry – man kann ja dann die nötigen Dinge dort holen wo sie lagern – auch die Produktion dieser – lebensnotwendigen Dinge – könnte man aufrecht erhalten – z.B. Nahrungsmittelproduktion.

    … ich arbeite ja auch – bestelle meinen Gemüsegarten, halte meine Unterkunft instand und führe den Haushalt – Wäsche waschen und bügeln, für das Heizmaterial sorgen, kaputte Dinge vom Müll besorgen und reparieren, Containern – das ist lebensnotwendige Arbeit – hier zu tippen, das Lesen, Träumen und Spazierengehen sind persönliches Gesundheitsmanagement, Kochen, Trinken und Essen ebenso – mein Leben kennt keine Freizeit, mein Leben ist freie Zeit – da ich selber bestimme, wann ich was tue.

    In einer globalen, gerechten, gesellschaftlichen Systematik würde ich gerne auch mitwirken, z.B. um Krankheiten ihre Schrecken zu rauben, gesunde, schmackhafte Nahrung für andere zu züchten und anzubauen, mögliche, vertretbare Mobilität zu schaffen, kurz eine ökologisch vernünftige Infrastruktur zu gestalten – Arbeitsteilung ist nicht generell zu verteufeln, doch Arbeitsteilung macht nur dann Sinn, wenn sie einem lebens- und umweltfreundlichem System dient.

    Wir brauchen weder die monströse Bürokratie, noch irgend eine Armee, noch andere Sicherheitsapparate, wir brauchen keine Regierungen, keine Machtstrukturen jeglicher Art, wir brauchen keine wertabschöpfenden Bereiche wie Juristen, Berater jeglicher Provinienz.

    Wir benötigen weder die zig-tausendste Pharmalizenz, die ein uralt Produkt unerschwinglich macht, noch eine Armee von Lobbysoldaten, die unsere demokratischen Systeme kontrollieren – (bei Absenz von Macht würden all diese Facetten von alleine verschwinden!)

    Wir benötigen vor allem keinerlei Finanzkonzerne, keinerlei Investmentgesellschaften, ja wir benötigten im Grunde kein Geld – lediglich ein Tauschsurrogat – und seien es kleine schwarze Kugeln – würde völlig genügen um einen vernünftigen Waren- und Dienstleistungskosmos bereit zu stellen!

    Es geht ja nicht nur um die soziale Kathastrophe, sondern auch um die ökologische – und wir können immer mit der Phrase daherkommen – wenn wir es nicht tun, die anderen werden es dann trotzdem weiter machen.

    …. und genau an dem Punkt beginnt das Spiel – letztlich hat das jeder Mensch für sich ganz alleine zu entscheiden – und sei es um den Preis seines Lebens.

    …. es ist schon verwunderlich – wird das Kind von den Mächtigen an die Front beordert – nimmt man den Tod als bedauernswerte, aber unabänderliche Tragödie hin – selbst jedoch sein Leben einzusetzen, indem man es riskiert, da man versucht einem ganz und gar offensichtlich verrücktem System zu entfliehen, kommt für kaum einen Menschen in Frage!

    ‚Am widerlichsten finde ich all jene Mulitplikatoren, die da in ihren Schriften vom Wahnsinn des Systems fabulieren, selbst jedoch mehr Flugmeilen sammeln als ein durchgeknallter Bischof, die vordergründig das System kritisieren, sich aber wie Fische im Wasser darin bewegen.

    Ich warte auf den Tag, wo ein Mann in einfachster Kleidung und ohne Attitüde (der Dalai Lama steigt im fünf Sterne Haus ab…..) ohne Honorar und in vollkommener Bescheidenheit ein Podium erhält, nicht für eine Minute – sondern so wie ein Franziskus – der witzigerweise immer noch nicht die Schatzkammern des Vatikan geleert hat – was ihn wohl das Leben kosten würde ….. – er ist momentan einer der scheinheiligsten – und wird sicher einst heilig gesprochen werden.

    Jeder hier kann einmal darüber sinnieren, was er für wichtig, und was für überflüssig erachtet……………

    …. ich behaupte, danach wird ihm der Ausstieg aus dem Bus der Irren wesentlich leichter fallen.

    Im Bus hocken zu bleiben, mit bleiernen Mienen dem Treiben des Chauffeurs zuzusehen, ja sehenden Auges in den Abgrund zu rasen – glaubt ihr wirklich, die Türen seien so fest verschlossen, dass ihr noch nicht einmal daran zu rütteln wagt?

    Der Bus wird nicht stehen bleiben – wer aussteigt wird sich Schrammen holen, ja – wenn er Pech hat, ist es sein Ende – vor der eigentlichen Zeit – nur sorry Leute, drinnen zu hocken, bedeutet ein Kunde des Fahrers zu sein!

  28. Postwachstumsökonomie und Bedingungsloses Grundeinkommen – wie geht das zusammen?

    Soziales Sicherungssystem HARTZ IV – abgewirtschaftet oder reformfähig? – Das Bedingungslose Grundeinkommen eine Alternative?

    Liebe Interessierte, Zweifelnde und Unterstützende des Grundeinkommens,
    kennen Sie schon diese Menschen und ihre Ideen zum Bedingungslosen Grundeinkommen?

    Dr. Valerie Wilms, MdB, Pinneberg / Prof. Dr. Niko Paech; Oldenburg, Postwachstumsökonomie / Dr. Günther Reifer, GWÖ, Terra Institute, Brixen / Dr. Ulrich Schachtschneider, Energieberater, Oldenburg / Inge Hannemann, Fallmanagerin, Hamburg / Ralph Boes, BGE-Aktivist, Berlin / Prof. Dr. Roswitha Pioch, Professur für “Politische Zusammenhänge der Sozialen Arbeit“ an der FH Kiel / Gerald Häfner, MdEP, Brüssel / Klaus Karwat, MONETATIVE, Berlin / Dr. Manuel Franzmann, Soziologe, Frankfurt / Prof. Dr. Otto Lüdemann, Erziehungswissenschaftler, Hamburger Netzwerk Grundeinkommen

    Sie alle kommen jetzt Samstag, 10. Mai, ab 14 Uhr zur Abschlussveranstaltung der Utopie-Wochen 2014 in die Kulturfabrik Kampnagel, präsentieren ihre Sicht und diskutieren mit Ihnen, wenn Sie mögen und dabei sind.
    Jedenfalls sind Sie alle herzlich eingeladen:
    Samstag, 10. Mai, 2014, 14:00 – 21:00 Uhr, Kulturfabrik Kampnagel
    Eintritt: 12 € | ermäßigt 8 € | mit K-Karte 6 € , Tickets online hier: https://shop.jetticket.net/kampnagel/events.aspx?eventid=1460
    oder an der Kampnagel-Tageskasse

    • Und vorher Hannemann dort: Arbeitszeitverkürzung u.a. mit Peach, Bontrup
      http://www.kongress-azv2014.de/home.php

      • Das Problem beim Kampnagel ist ,das man Eintritt von 8 € zahlen soll ! Oder kommen die Erwerbslosen umsonst darein ? Viele mit denen ich gesprochen habe ,kommen deshalb nicht zur Kampnagel .

        • :-)…… von den 8 Euro wandern dann wie viel direkt an den geliebten Staat? Sind es ca. 60 Cent oder gar 150 Cent? Ich könnt mich kugeln, wie nennt man das – Kritikveranstaltungskommerz?

          Ihr kauft dann noch ein Mineralwasser zu 1 Euro – dort verköstigt – sprich 19% Umsatzsteuer, manche werden gar ihr Futter dort konsumieren – oder ist Essen und Trinken bei den 8 Euros inklusive?

          Der konsumierte Protestrausch – ich lach mich schlapp!

          • …. der Arbeitszeitverkürzungsworkshop ist allerdings für Interessenten frei zugänglich – man sollte sich wohl anmelden. Na – das klingt doch schon besser.

            • oberham. Der richtige Ansprechpartner für dich wäre die Politik. Wie wäre es mit der Nahles? Erzähl der doch mal deine Geschichte. Uns vorzuwerfen, wir würden die Welt nicht verändern können, wo du doch selbst mit deinem Blog und deinen Kommentaren hier versuchst, uns dein aus negativ resultieren Erfahrungen eigenes Weltbild zu vermitteln und damit auch deine eigene Welt zu ändern, ist nicht fair. Ich habe jedenfalls auch in Zukunft nicht vor in einer Baumhütte zu pennen nur weil mein Stolz es mir verbieten könnte, Leistungen vom Staat in Anspruch zu nehmen. Jeder hat seine eigene Lebensgeschichte mit positiven und negativen Erfahrungen. Worum es hier in erster Linie auf diesem Blog geht, ist die Abschaffung der Sanktionsparagraphen im SGB II und damit die Wiederherstellung der Menschenrechte. Und solange du hier kommentierst, bist du kein Aussteiger, sondern mitten im System.

              • …. ich gebe zu – ich predige – versuche mein Weltbild zu vermitteln – – und ja – im Grunde ist das schon wieder voll daneben. Doch ich möchte zu meiner Verteidigung anfügen, dass ich mich dessen auch selbst immer wieder bezichtige – jeder der meine Texte ließt, wird immer wieder an entsprechenden Stellen darauf aufmerksam gemacht – es ist schlicht Schreibtherapie – ich möchte mir nicht anmaßen, jemals einem anderen Menschen meine Sicht der dinge aufzudrängen – jeder muss für sich selbst entscheiden.

                Jede meiner Suaden kommt mehr oder weniger trotzdem anmaßend daher – nimm es als Entschuldigung – ich finde schlicht keinen anderen Weg meiner Wut und Verzweiflung Ausdruck zu verleihen –

                für mich gibt es schlicht keine Hoffnung, die Menschen könnten sich ohne einen drastischen Systembruch befreien – bitte übe also Toleranz auch mir gegenüber – und ich bin immer bereit und offen – genau solche Stimmen wie Dich zu lesen – im Übrigen freut es mich, wenn ein Mitmensch einen Wortschwall von mir zur Kenntnis nimmt – und – ich versuche den Rhythmus meiner „Belästigungen“ hier zu reduzieren – diesmal hat mir eben die Überschrift inspiriert – da sie schlicht exakt meiner Wahrnehmung der Gesellschaft entspricht.

                …. und in er Tat – solange ich mich mittels I-Net und Kommentaren beteilige – bin ich wieder mitten im System angelangt (darüber ärgere ich mich selber am meisten!)

                Ich wünsch Dir Gesundheit und – Euch wünsch ich – Ihr mögt eines Tages tatsächlich meinen Pessimismus Lügen strafen – (noch zu Nahles – diese Frau ist krank, nicht ansprechbar – es sei den, ich könnte ihr neue Karriereperspektiven oder zusätzliche Machtoptionen bieten, dann würde sie mir aus der Hand fressen….)

                • Hallo oberham,
                  kämpf doch aus der Ferne mit uns weiter gegen das unsolidarische System und verzweifele bitte nicht.

                  Vor ca. 20 Jahren, gerade mal ein Junggesellenleben, entstand das Internet. Heute ist eine weltweite Information und Kommunikation möglich, die in diesen 20 Jahren Millionen Arbeitsplätze in ganz Europa vernichtet hat. China überströmt mittlerweile ganz Europa mit Massenprodukte, die ebenfalls europaweit Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet hat. Die Produktivität durch Maschinen, Automatisierung und Robotik steigt ebenfalls seit 20 Jahren weltweit enorm an und hat auch hier bereits Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Der Internethandel treibt Firmen vor Ort in den Ruin und vernichtet ebenfalls Millionen von Arbeitsplätzen. Und das bündelt sich gerade in ganz Europa. Die Vernichtung von Arbeitsplätzen und damit die europaweite Verarmung und das, obwohl der Markt schon lange gesättigt ist. In den Lebensmittelhallen Deutschlands, und das sind nicht wenige in Ballungsgebieten, stehen Lebensmittel zur Auswahl, wo man früher annahm, das ist das Schlaraffenland. Und davon werden tagtäglich tonnenweise Lebensmittel wegen Verfalls vernichtet oder an die Tafel-Armutsindustrie weitergereicht. Produkte werden auf Störungsausfall kurz nach der 2- Jahresgarantie produziert. Das ist kein Scherz. Heute ist es möglich, einen Kondensator in einem Elektrogerät so zu berechnen und zu fertigen, dass er kurz nach der 2 Jahres- Garantie z, B in einem Blueray-Player ausfällt. Eine Reparatur lohnt sich dann nicht mehr weil ein Neukauf billiger wäre obwohl der neue Kondensator nur 20 Cent gekostet hätte. Das soll den Verlust der verbliebenen Arbeitsplätze verhindern. Und dann kommen Leute noch daher und fordern noch: “ Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

                  Mich hat keiner gefragt ob ich dieses Europa will. Hier in Deutschland gab es kein Referendum zum Lissabonvertrag und in Irland hat man solange das Volk befragt bis es zugestimmt hat. So könnte man es in Deutschland auch machen: Die Bundestagswahlen werden solange wiederholt, bis Merkel wieder die Macht hat. Aber wenn ich dann am 25. Mai nicht wählen gehe, sagen Wähler zu mir, ich sei nicht demokratisch. Und wenn ich dann erwidere, dass Europa nicht demokratisch sondern diktatorisch ist, dann ist es ganz vorbei.

                  • Lieber Karl,

                    was soll ich antworten – da bin ich jetzt ganz bei Dir – zumindest was die Schilderung der Realität angeht.

                    An Wahlen – an Demokratie – glaube ich schon lange nicht mehr – es werden niemals wirklich Volksvertreter zur Wahl stehen, es werden immer Volksverkäufer sein.

                    Apropos 25. Mai – da wähle ich zynische Satire a la Titanic – es würde mich freuen könnte das Team Sonneborn den etablierten Stimmenfängern einen Versorgungsposten in Brüssel (oder gar mehr) vor der Nase wegschnappen – für mich ist es die einzige Gruppe die klar zu erkennen geht um was es in Brüssel geht – Volksverarschung.

                    Ein Europa, ein vereintes Europa als staatlicher Apparat ist in meinen Augen ein Moloch – desto größer ein Staat, desto menschenfeindlicher wird er sein – für mich ist die einzig wahre Volksvertretung die Anarchie – jeder entscheidet über sich – und so wir soziale Wesen sind – wird sich eine soziale Gemeischaft aller Menschen daraus entwickeln – wer ein Menschenfreund ist, der sollte im Grunde an die soziale Anarchie glauben – nur der Misanthrop wünscht sich den Staat, da er nicht an ein solidarisches und gütiges Handeln des Individuums glaubt, sondern die These vom Eigennutzenoptimierer dümmlichster Provinienz denkt, reflektiert er über seine Artgenossen.

                    Dabei ist doch der höchste Eigennutz jener, wenn ich möglichst friedlich mit meinen Mitmenschen jene Systematik schaffe, die uns allen ein glückliches Leben ermöglicht – mal ganz simpel ausgedrückt.

                    Sprich – kluger Egoismus ist absolut solidarisch!

                    Wenn dann noch das Gefühl des Respekts und der Achtung als Grundlage diese Systematik in Gang setzt, hätten wir in der Tat die Chance auf eine spannende, global vernetzte aber regional organisierte Gemeinschaft aller Menschen – ja vielleicht aller Lebewesen…… (ich träume eben gerne……).

                    …. nur in meinem Gedankenkosmos ist das eine realistische Utopie – der Mainstream diffamiert so etwas als naive Romantik – er wendet sich lieber der Implementierung einer globalen Dystopie zu – in vielen Regionen dieser Welt hat er es schon geschafft – bei uns vor 80 Jahren, herrschte sogar eine Musterdystopie – wir haben es nur leider – scheint es – vergessen – soviel man auch darüber redet, wirkliches Grauen, löst die Erinnerung doch bei den wenigsten von uns noch aus.

                    So sonderbar ist der Mensch, er kann beim Essen über Leichenberge sprechen und trotzdem die Speise schlucken.

                    Trotz all dem –

                    ein schönes WE
                    Gruß

                    oberham

            • Ja ,der Arbeitszeitverkürzungsworkshop ist ohne Eintritt . Ich denke man kann aber auch ohne Anmeldung hin gehen ?

  29. @ Frank (7. Mai 2014 at 22:18, im unteren Fünftel der Kommentare, man kann hier neue Kommentare schlecht finden, also oben!)

    „Trotz vieler plumper Vorurteile habe ich gute Angebote zur Verfügung. Damit ich meine Produkte aber an die geeigneten Leistungsberechtigten bringen kann, müssen diese Leute dann einfach auch zu Terminen kommen. Befreit man die Kunden aber von der Meldepflicht, erreiche ich gar nichts, zu deren eigenen Schaden!!“ (zuvor genannt Altenpflege, LKW Fahrer, Busfahrer)

    Das mögen alles wichtige Jobs sein, aber wenn sie nicht dem Wesen und der Vorstellung der Betroffenen entsprechen, handeln Sie dennoch grundgesetzwidrig. Unrecht, das in Gesetzesform gegossen wird, wissen wir spätestens seit den Ermächtigungsgesetzen, überhaupt der Nazizeit aber auch dem DDR Regime.

    „Ich setzte diese Maßnahme verpflichtend fest, obwohl ich merkte, dass es der Kundin nicht schmeckte.“

    Ihre Bevormundung ist unerträglich. Warum? Weil Sie sich hier Kompetenzen anmaßen, die Ihnen nicht zustehen UND dieses Argument nutzen, um generellen Druck (vor sich und anderen) zu rechtfertigen. Praktischerweise bringen Sie da dieses völlig bescheuerte Bild des alkoholkranken Hartzers auch gleich wieder mit ins Spiel.

    „Auch wenn es vielen nicht passen wird, was ich jetzt sage, so ist es doch die Wahrheit.“

    Schon wieder bezeichnen Sie etwas als Wahrheit, was man maximal als Realität oder vielleicht Ihre Situationseinschätzung bezeichnen kann. Ihnen fehlt es an kritischer Trennschärfe.

    Zum Thema Maßnahmen schreiben Sie:

    „Ohne aber etwas verpflichtend einfordern zu können, wird es schwierig, gerade den stark resignierten und hoffnungslosen Kunden zu helfen.“

    Andersrum wird ein Schuh draus! Es gab im Anfangskonstrukt Hartz IV für Betroffene (!!!!!!) die Möglichkeit, Hilfe und Maßnahmen einzufordern. Diese sind hilfreich. Wo der Wille der Einzelnen tatsächlich auch dem Maßnahmeziel entspricht. Doch genau die wurden – haha wie lustig – von einer „Frau von der Geht GAR NICHT“ mit schriller Spitzzüngigkeit abgeschafft. Brauchen-wir-nicht-Devise. Ab jetzt alles freiwillig! Schön, wenn man von außen das „Weasel Word“ FREIWILLIG wahrnimmt. Den Rest aber bequem ausblendet. Da wird die Öffentlichkeit schnell mal beim Denken ausgeknipst. Saublöd! PR Strategen an breiter Front (ist es das, was Oberham mit „kreativ reichen Leuten das Geld aus der Tasche ziehen“ meint? Oder vielleicht doch das klassische Schröder Verhalten oder das unserer Politiker, die sich ihre Diäten um rund 900 Mücken erhöhen?). Sie klingen für mich wie ein PR Mensch oder jemand, der nicht wirklich in der Lage ist, unabhängig zu denken. Ich gebe zu, auch ich beanspruche für mich nicht, alles richtig zu wissen, da ich oft schier verzweifle aufgrund unserer kranken Medien und öffentlich-rechtlichen Verzerrungen. Aber ich suche an tausend und einer Stelle nach Informationen, um herauszufinden, was denn nun wirklich Sache ist. Gleichzeitig komme ich nicht umhin, die Erfahrungen von Betroffenen als Grundlage meines Wissens zu nehmen und nicht die vermeintliche Wahrheit eines Jobcenter Mitarbeiters, Frau Hannemann hin oder her. Entscheidend sind für mich die Betroffenen, denn sobald man sich an Schwächeren vergreift, wird Machtmissbrauch betrieben und gegen den gibt es KEINERLEI Einrede. Auch keine, die in etwa besagt „aber wir müssen die doch unterdrücken, damit sie tun, was wir sagen, denn wir haben zu wenig Geld und außerdem weiß ich am besten, wie ich andere zu dem Ziel bringe, das ICH für sie ausgesucht habe“. Frank, Sie merken scheinbar überhaupt nicht, dass Sie und zahlreiche Politiker (und denen nachlabernd mitlaufende Jobcenter Mitarbeiter) genau jenen letzten Satz der Grundaussage nach STÄNDIG runterbeten. Derartiger Missbrauch gehört abgeschafft.

    „Natürlich kann man nun sagen, dass der Staat nicht erziehen muss und jeder das Recht auf Selbstschädigung hat. Aber ganz ehrlich: Das ist nicht meine Vorstellung von einem fürsorglichen Sozialstaat.“

    Ich weiß nicht aus welchem Erziehungshintergrund Sie kommen, aber ganz offensichtlich definieren Sie hier einen fürsorglichen Sozialstaat durch einen bevormundenden. Überlassen Sie den Ärzten und Sozialarbeitern, was diesen aufgrund Ihrer Fachkenntnis zusteht. Den meisten zumindest. Einer Frau Lö-Mö spreche ich diese Kompetenz rundheraus ab aufgrund ihrer stark verzerrten Ansichten, die auch ein Laie als Fehlbezug zu einem verfügbaren sozialpädagogischen Grundwissen erkennen kann. (Der Kaiser ist nackt, sprach das Kind).

    „Eine Abschaffung aller Sanktionsbestimmungen ist für mich aber nicht verhandelbar. Im übrigen kann man auch nicht jede Forderung, die man an erwerbslose Menschen stellt, als Menschenrechtsverletzung bezeichnen!“

    Frank, Sie haben etwas GRUNDLEGENDES nicht verstanden – GRUNDRECHTE = MENSCHENRECHTE sind nicht verhandelbar. Und Sanktionen widersprechen den Grundrechten. Sie haben kein Recht in meinem Leben rumzumurksen. Einfach nur dumm. Ihnen fehlt das grundlegende Wissen, was höherwertig ist – Ihre Meinung oder Grundrechte.

    • @Frank

      Zitat: „Natürlich kann man nun sagen, dass der Staat nicht erziehen muss und jeder das Recht auf Selbstschädigung hat. Aber ganz ehrlich: Das ist nicht meine Vorstellung von einem fürsorglichen Sozialstaat.”

      „Zwangsbeglückung“ mittels Sanktionsandrohungen ist keine „Fürsorge“. Und manchmal muss man eben zuschauen, wie jemand in sein „Unglück“ rennt (der Wunsch zur eigenen Suchtbekämpfung kann eben nur freiwillig von einem selbst kommen).
      Wenn jemand beispielsweise alkohlkrank ist, können solche Androhungen genau das Gegenteil von dem bewirken, was Sie als Fallmanager bewirken wollen. Sie können gerne einen Therapeuten vorschlagen, aber bitteschön zwingen Sie doch niemanden, zu Terminen mit Ihnen zu kommen.

      Sollten diese Menschen frewillig zu Ihnen kommen, und Sie verweisen dann an einen Therapeuten, dann ist das in Ordnung, aber mit Terminzwängen können Sie die Situation von Süchtigen noch schlimmer machen.

      Zudem hat Katja Recht: Warum nur maßen sich Arbeitsvermittler an, gleichsam auch noch Sozialarbeiter und Psychologe zu spielen? Das seid ihr nicht, diese Kompetenz dürft ihr Euch nicht anmaßen.

      Und gesunde Menschen derart erziehen und zwangsbeglücken zu wollen, geht auch weeeeeeeeit an der Aufgabe einer „Fürsorge“ vorbei.

      Fürsorge ist doch immer freiwillig. Helfen sollte man nur, wenn der andere den Wunsch nach Hilfe hat. DAS ist Fürsorge.

      • andreas: willst du wirklich etwas gegen die franks dieser welt tun, dann kritisiere keine selbstverständlichkeiten, z.b. termine einzuhalten, sondern sorge in deinem umfeld für weniger spd-stimmen!! alkolholiker sollten zu einer fallmanagerin, da sind sie besser ausgehoben als beim vermittler!selbst befürworter des solidarsichen bürgergeldes sind teilweise für zwangstermine beim jobcenter, ich auch, aber nicht jeden monat!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      • Nix für Ungut, aber das ist doch völlig absurd, was Sie hier erzählen. Ihre Argumentation nimmt langsam aber sicher skurille Züge an. Wollen Sie mir nun erzählen, dass ich in dem genannten Fallbeispiel einen Fehler gemacht habe? „Dieser bevormundene Arbeitsvermittler hat es sich angemaßt, eine alkoholkranke Frau verpflichtend in eine Maßnahme für Gesundheitsförderung zu schicken. Und das Schlimme an der ganzen Geschichte ist: Diese Frau ist wieder fit und freut sich ihres Lebens. Was eine unerträgliche Zwangsbeglückung. Es wäre doch besser gewesen, das Jobcenter hätte dies Kundin in Ruhe gelassen, dann wäre die ganze Geschichte jetzt vielleicht schon zu Ende.“

        Selten so einen Unsinn gehört. Im übrigen: Mit der Aussage, „manchmal muss man eben zuschauen, wie jemand in sein “Unglück” rennt“, disqualifizieren Sie sich selbst. Das nehme ich Ihnen wirklich übel und ich frage mich, ob Sie das Recht haben, anderen Leuten Menschenrechtsverletzungen zu unterstellen.

        Ob ich in diesem Fall meine Kompetenzen überrschritten habe, wage ich zu bezweifeln. Als SB habe ich einen Vermittlungsauftrag, und dafür muss eben auch sichergestellt sein, dass der Leistungsberechtigte gesund und fit ist. Wenn Sie meinen, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen, die nach meiner Erfahrung außerordentlich viel Gutes bewirken, dann klagen Sie doch.

        So langsam aber sicher habe ich das Gefühl, dass Ihnen die ideologische Brille auf der Nase angewachsen ist. Versuchen Sie doch einfach mal, ergebnisoffen zu argumentieren, ohne zu versuchen, jedes positive Beispiel mit den haarsträubensten Argumenten zu zerreden.

        • @Frank

          Was Sie anderen nicht so alles „übel“ nehmen. 😉

          In dem Fall der alkoholkranken Frau hatten Sie Glück, dass die Sache gut ausging. Ich bezweifle nicht, dass es der Frau jetzt evtl. besser geht.
          Das hätte auch anders ausgehen können, denn viele Süchtige flüchten sich erst recht in ganz eigene Welten, wenn man sie unter Druck setzt.

          Ich kann es nicht gut heißen, wenn Sie GENERELL mit Sanktionen drohen, und zwar JEDEM „Kunden“. Die Drohung brauchen Sie nicht mal aussprechen, denn sie steht immer im Raum, mittels der Rechtshelfsbelehrungen.

          Solange Sie kein Gefühl für derartig eindeutige Missstände und Verstöße gegen die Menschenwürde haben, werden Sie mich und viele andere in diesem Blog natürlich nicht verstehen.

          Ich verweise nochmal auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von Februar 2010, andere haben auch schon darauf hingewiesen. Ignorieren Sie -genauso wie die Poltiker- solche Urteile einfach?

        • „…dann klagen Sie doch.“

          Na, da haben wir ja hier ein richtiges Prachtexemplar. Kaum fühlt er sich in die Ecke gedrängt, holt er den Kotzbrocken raus.

        • „Als SB habe ich einen Vermittlungsauftrag, und dafür muss eben auch sichergestellt sein, dass der Leistungsberechtigte gesund und fit ist.“

          Dazu ein Urteil des Sozialgerichts Schleswig:

          Zwangsbehandlung zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und damit Verbesserung der Eingliederung in Arbeit ist unverhältnismäßig und damit rechtswidrig.

          SG Schleswig S 16 AS 158-13 ER

          Zum Fall:

          „Das Jobcenter Schleswig-Flensburg versuchte einen Empfänger von Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) per Eingliederungsbescheid unter Sanktionsdrohung dazu zu zwingen, sich psychiatrisch behandeln zu lassen. Das Sozialgericht Schleswig meinte, dass dadurch Grundrechte verletzt werden.

          Aus der Urteilsbegründung:

          Für den Erfolg einer psychiatrischen Behandlung sei Freiwilligkeit ausschlaggebend, weshalb Zwang durch das Jobcenter nicht einmal geeignet sei jemandens Leistungsfähigkeit zu bessern.

          Außerdem habe auch wer Hartz 4 bekommt das Recht, selbst zu entscheiden ob bzw. wann er sich ärztlich oder psychiatrisch behandeln lässt. Zwangsbehandlung zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und damit Verbesserung der Eingliederung in Arbeit sei unverhältnismäßig und damit rechtswidrig.“

          Quelle:

          http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-behoerde-wollte-psychotherapie-erzwingen-90015858.php

          Jetzt darfst du dir überlegen, ob eine „Zwangs-Gesundheitsförderung“ von diesem Rechtsprinzip ausgenommen ist, oder ob deine, im Jobcenter erlittene „Déformation professionnelle“ dazu geführt hat, dass du nicht mehr in der Lage bist deine Grenzen zu erkennen, und die anderer Menschen zu achten.

          • Danke, tapsie, sehe ich natürlich auch so wie das Sozialgericht.

            Ich frage mich auch, was Herr Frank gemacht hätte, wenn die alkoholkranke Frau gar nicht zum Gesprächstermin mit ihm gekommen oder eben nicht an der Maßnahme teilgenommen hätte.

            Vermutlich hätte er Sie sanktioniert. Oder etwa nicht, Herr Frank? Und dann? Die Frau wäre somit weiter in die Sucht getrieben worden, und ihr Existenzminimum wäre auch noch gekürzt gewesen, das Überleben also nicht mal gesichtert.

            Ich finde solche Vorgehensweisen einfach unverantwortlich. In diesem bestimmten Fall mag die Zwangsbeglückung funktioniert haben, aber generell kann man einfach nur das wiederholen, was das Sozialgericht sagt:

            „Für den Erfolg einer psychiatrischen Behandlung sei Freiwilligkeit ausschlaggebend, weshalb Zwang durch das Jobcenter nicht einmal geeignet sei jemandens Leistungsfähigkeit zu bessern.“

            Den „Erfolg“, den Herr Frank mit dieser Frau hatte, wird ihn leider auch noch darin bestärken, mit anderen „Kunden“ genau so zu verfahren. Er scheint ja regelrecht stolz auf „Zwangsbehandlungen“ zu sein.

            Der Erfolg heiligt eben nicht jedes Mittel.

      • @ Andreas

        Danke, sehe ich auch so.

        Viele der Jobcenter Mitarbeiter, die ich traf, verwechselten „integratives Denken“ mit „ich hab das Wissen und das Recht… aller Spezialisten und ich diktiere Dir jetzt mal wos langgeht und denke für Dich“, Kann natürlich nicht funktionieren. Das ist im eigentlichen Sinne die Bedeutung von bevormunden. In jenem Diktieren liegt der Diktator begraben.

        in dem Sinne:

        @ Frank,

        Sie versuchen für andere Leute zu denken und Sie wollen deren Entscheidungen treffen.
        Das geht nicht.

        Integratives Denken – wunderbar! Hätte ich mir von viel mehr von denen gewünscht! Denn das bedeutet empathisch, situationsübergreifend, interdisziplinär, aber eben immer mit dem Respekt vor eigenen und fremden Grenzen. Statt vermeintlicher Durchsetzungsstärke braucht man die Fähigkeit zuzuhören, des Eingehens, der Differenzierung. Das bedeutet dann aber nur, dort abgeholt zu werden wo man gerade ist. Nicht etwa Vorgaben zu machen – denn DAS wäre bereits eine Grenzverletzung!

        Jobcenter Mitarbeiter haben KEINEN Erziehungsauftrag und DÜRFEN diesen auch gar nicht haben. Sie sind weder Soziologe noch Psychologe (selbst wenn sie das mal studiert haben, ist es in DIESER Funktion nicht ihre Aufgabe). Warum? Ganz einfach – es erfordert

        (1) Gewaltenteilung – der Leistungsempfänger ist wirtschaftlich von dem Jobcenter Mitarbeiter abhängig. Hier ist Machtmissbrauch vorprogrammiert. Was meinen Sie warum es bei Minderjährigen, Arbeitsverhältnissen aber auch in eben jenen Berufen bewusst die Problematik der „Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses“ gibt? Hierzu gibt es ganz klare Standesregeln!

        (2) Supervision – Bei Psychologen gibt es die Pflicht, sich regelmäßig von einem Supervisoren selbst betreuen zu lassen, damit persönliche Problematiken nicht durch psychologische Übertragung unbewusst auf den Patienten übertragen werden. Sie lernen systematisch wo Grenzen liegen, was manipulativ ist und auf gar keinen Fall gemacht werden kann. Diese Kenntnisse bzw. Betreuung haben Jobcenter Mitarbeiter gar nicht.

        (3) Respekt vor der Mündigkeit der Bürger – das nehmen Sie diesen Menschen weg! Sie behandeln sie als Mündel. Prinzip: „Klappe halten, ich diktiere!“ – Nö. Kommt gar nicht infrage!

  30. „…, dann kostet das Arbeitsplätze“

    Dieser Satz, gerne in verschieden Versionen vorgetragen, der von Arbeitgebern in jedem TV-Interview herausgebrüllt wird, sollte endlich einmal mit einem Preis gewürdigt werden. Vielleicht mit dem Bambi oder irgendeiner anderen Auszeichnung. Überreicht von unserem Bundespräsidenten Gauck, der sich ja dadurch hervorgetan hat, dass er sich überall auf der Welt für Menschenrechte einsetzt, solange er nicht ansprechen muss, dass Menschenrechte in Deutschland für Arbeitslose und andere arme Menschen überhaupt nicht existieren.

    In diesem Satz „…, dann kostet das Arbeitsplätze“ sehen wir, wer wirklich bei uns regiert. Der kleine dumme Wähler, der noch nicht einmal weiß, dass er der eigentliche Souverän ist, glaubt tatsächlich, dass seine gewählten Volksvertreter noch irgend etwas zu melden haben.

    Jede Woche steht irgendwo ein Vertreter des Kapitals und spricht in eine TV-Kamera einen dieser folgenden Sätze.

    1. Wenn wir dieses Biotop nicht mit unseren Fabriken bebauen dürfen, dann kostet das Arbeitsplätze.
    2. Wenn der Arbeitnehmer 50 Cent mehr Lohn fordert, dann kostet das Arbeitsplätze.
    3. Wenn wir zu viele Steuern zahlen müssen, dann kostet das Arbeitsplätze.
    4. Wenn wir den elektrischen Strom nicht fast geschenkt bekommen, dann kostet das Arbeitsplätze.
    5. Wenn unsere Politikmarionetten nicht das machen was wir wollen, dann kostet das Arbeitsplätze.

    Ich gebe zu, den fünften Satz werden unsere Politiker wohl nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu hören bekommen, wenn kein Mikrophon in der Nähe ist, aber den Satz 1, 2, 3 und den Satz 4 höre ich ständig im TV oder lese ihn in irgendeiner Zeitung. Natürlich sind diese Sätze dann etwas subtiler verpackt, aber der wichtige Endsatz, der mit gezogener Pistole formuliert ist, – „…, dann kostet das Arbeitsplätze“ – ist immer dabei.

    Mit dieser Erpressung kommt das herrschende Kapital immer wieder durch und keiner hält sie auf.

    • @Ingo,

      und keiner fragt, wie viele davon denn tatsächlich „gefährdet“ sind, bzw. wie viele bereits abgebaut wurden,
      um z.B. von den EEG-Umlagen befreit zu werden.
      Hier nur ein Beispiel für diesen neoliberalen Schwachsinn:
      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/aluminium102.html

      • … und hierbei schaut man einfach nur zu?:
        http://www.br.de/nachrichten/siemens-umbau-kaeser-100.html

        • Umbau bei Siemens – IG Metall fürchtet Stellenabbau

          Jeden Tag werden Menschen in Deutschland entlassen, aber komischerweise steigt die Arbeitslosenquote nie über einen gewissen Punkt hinaus. Wie kommt das nur?

          In Deutschland wird die Arbeitslosenquote durch geschickte „Trickserei“ von sehr gut verdienenden Statistikern in Zusammenarbeit mit den gering verdienenden JC-Mitarbeitern auch niemals über eine längere Zeit deutlich ansteigen, sonst würden unsere Politiker ja in Erklärungsnot geraten. Das ist aber nicht nur in Deutschland so, sondern ist ein weltweites Phänomen und hat scheinbar etwas mit der ‚magischen Zahl SIEBEN‘ zu tun.
          Es heißt, mit bis zu einer Arbeitslosenquote von 7% ist ein Staat noch einigermaßen gesund, darüber hinaus wird es eng und die Politiker müssten dem Volk Antworten geben, weshalb die Arbeitslosenzahl so hoch ist.

          Da fällt mir doch spontan George Orwell (1984, Nineteen Eighty-Four) ein: „Statistiken waren in ihrer Originalfassung ebenso ein Phantasieprodukt wie in ihrer berichtigten Version. Meistens wurde erwartet, dass man sie sich einfach ausdachte.“

          Beispiele:

          „Die Erwerbslosigkeit in den USA hat sich im März 2014 überraschend nicht verändert. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 6,7 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte.“
          Börsennews

          „Die Arbeitslosenzahl in Großbritannien ist im November 2013 auf 7,1% gefallen. Viele Analysten haben jedoch nicht damit gerechnet, dass die Arbeitslosenquote vor Ende 2014 fällt.“
          Morning Star

          „In March of 2014, Canadian jobless rate fell to 6.9 from 7.0 percent in the previous month and 7.2 percent a year earlier.“
          Trading economics

          … und so weiter.

          Überall auf der Welt fällt man über diese 7% Arbeitslosenquote. Ist das nun Zufall oder eine Laune der Natur, dass die sich überall bei 7% einpendelt?

          Wie hoch die Arbeitslosigkeit auf unserem Globus wirklich ist, kann sich aber jeder denken, der die ansteigende Armut in der Welt mitbekommt.

  31. Es gilt seit jeher das schlichte Prinzip, der Mörder kassiert, der Erbringer krepiert!
    Insofern sind die hier genannten „Todeslisten“ ganz simpel Protokolle der Realität unserer Gesellschaft.

    Solange wir als Gesellschaft nicht verstehen, welche Bedeutung die Worte Vernunft, Gemeinschaft, Frieden und Liebe in sich tragen, werden die besonders hart betroffenen Verlierer auf ewig weiter ihr Leid artikulieren, sofern sie dazu überhaupt in der Lage sind.

    Bald wird es auch bei uns die Stand-By Sklaven im Nullstundenvertrag geben, dann dürft ihr weiter jammern!

    Solange ihr nur lamentiert, die etwas energiegeladeneren unter Euch prozessieren und sich vielleicht in Aktionsgruppen auch solidarisch engagieren, wird sich am Prinzip nichts ändern – nein, ihr müsst aufhören mit dem anbiedernden – im Grunde sind die Job-Center Mitarbeiter doch genauso arme Leute -!

    Wer in einem Job-Center arbeitet ist ein Apparatschik im Low-Budget Bereich, wer als High-Budget Apparatschik in den Parlamenten hockt und gegen Hartz IV argumentiert, gleichzeitig jedoch aus dem Napf leckt, dem ihn die Gewinner vor die Nase stellen – der wird niemals wirklich gegen diese Gewinner opponieren.

    Leute – nur wenn ihr das System verlasst, habt ihr eine reelle Chance – das System von innen zu ändern – das hat noch niemals geklappt!

    Daher – auch wenn für die meisten von Euch gilt – der Erbringer krepiert im Alter in Armut – sprich – ihr verhungert nicht, ihr werdet nicht ermordet, ihr ersauft nicht auf einer Flucht nach Nirgendwo – den jeder Flüchtling der es schafft zu uns zu kommen entdeckt, dass er in der Rege das gleiche Spiel vorfindet, nur das Spielfeld ist etwas bequemer zu bespielen – auch als Verlierer – entweder ihr spielt weiter artig mit, oder ihr beginnt endlich ernsthaft damit euch noch besser und vor allem losgelöst von den Ketten des Systems zu organisieren – vor allem in den Großstädten hättet ihr dazu jede Menge Möglichkeiten!

    Jene die wie ich auf dem Land leben, können es auch ganz alleine gut schaffen!

    Ich schreibe diese Einwände so alle paar Monate mal hier rein – Ihr ändert Euch leider kaum – der Tenor ist und bleibt der gleiche – der böse Staat – als ob es je einen guten Staat gegeben hätte………..

    Jene von Euch – die sagen der Staat sind wir – die haben leider Recht!

    Daher – verlasst den Staat – das Land ist nicht der Staat, die Elemente brauchen keinen Staat und ich als Mensch brauche auch keinen Staat, der Staat ist immer nur der Stall in dem das Nutzvieh den wenigen Stallhaltern gefügig zu dienen hat – seid sozial und anarchisch – pfeift auf den Staat – das Gnadengeld sollten sich nur jene holen, die dabei keinerlei Leidensdruck verspüren – solche Fälle soll es ja auch geben.

    Doch wer sich in den JC´s entwürdigen lässt – sorry – der ist selbst Schuld – er ist ein Verlierer im Spiel und wenn er weiterspielt, dann wird er bis zu seinem Ende vor den Gewinnern im Staub kriechen – als Drohvieh für die anderen – seht her – so geht es jenen die nicht wirklich willig und effizient funkitonieren – ja – und mit etwas Pech, könnt ihr sogar trotzdem in diesem widerlichen Verließ der „Sozialhilfeempfänger“ landen.

    Täglich hetzen die Medien gegen Euch, täglich zittern die einfachen Angestellten, vor eurem Schicksal.

    … leider bleiben die meisten von Euch, immer weiter williges Drohpotential, Anschauungsstücke der Würdelosigkeit, so klug und so sehr sie auch im Recht sein mögen – natürlich hat jeder Mensch ein faires Auskommen verdient – nur dazu bedürfte es eben einer anderen Gesellschaft!

    Solange ganze Kontinente als KZ organisiert sind, habe ich vor keinem der hier lamentiert und nicht wirklich aktiv agitiert Respekt – es sei den, er muss sich um Kinder kümmern oder hat persönlich seinen eigenen – oder den körperlichen Mangel anderer zu versorgen – diese Menschen verdienen – egal wie sehr sie sich entwürdigen müssen – unseren Respekt!

    Doch jeder der körperlich gesund ist und im Grunde frei ist, der hat sich diesem System zu entziehen – der soll lieber mit kreativen Ideen die Gewinner zur Ader lassen – das klappt Leute!

    Solltet ihr tatsächlich das System ändern – dann – ja dann dürft ihr mich teeren und federn – ein humanes System entwürdigt die Menschen nicht! – und ich lauf dann auch gerne als bizarres Federvieh durch die Straßen – ihr dürft lachen und euch freuen, freuen, dass mein Pessimismus falsch war.

    • Wie hast du es mit deiner Kreativität geschafft oberham? Erzähl uns mehr. Wie hast du es geschafft das System, den Staat zu verlassen? Oder warst du vielleicht noch nie in diesem System drin? Lass uns teilhaben an deinem Glück.

      • Auf meinem Blog gibt es darüber jede Menge zu lesen.

        Nur soviel – ich komm mit etwa 200 Euro im Monat super über die Runden – ja – Miete muss ich nicht zahlen – doch sorry – würde man mich aus meiner Hütte werfen, würde ich mir kreativ Wohnraum beschaffen!

        Früher hatte man Häuser besetzt, ich hab eine Liste von Ferienhäusern und Wohnungen in meiner Umgebung – ich würde zum Vagabunden und ich würde in jedem Fall Fenster einschlagen, falls ich eine trockene ungestörte Ecke zum schlafen suchen müsste!

        Es ist genug Wohnraum für 100 Mio Menschen in unserer Region vorhanden – wahrscheinlich sogar für 200 Mio – nur – wenn wir den Mördern gestatten sich zig 1000 qm zu gönnen, und uns die letzten Kröten aus dem Leib zu pressen, damit sie uns 30 zur Verfügung stellen, dann werden immer Menschen – auch hierzulande unter Brücken pennen – und jene die am schlimmsten der Ausbeutungsglobalisierung ausgeliefert sind – ersaufen oder verdörren irgendwo auf der Flucht und mit dem Traum, bei uns sei das Leben ein paradiesisches.

        Es gibt genug Ressourcen auf der Welt für 10 Mrd. Menschen – ohne dass wir die Welt für Lebewesen aller Art zur unbelebbaren Zone transformieren müssten – doch ihr dient einem System, dass die Verteilung dermaßen widerlich gestaltet, dass 80 Menschen mehr beanspruchen dürfen, als 3 Milliarden, dabei jedoch auch die Erde als Lebensraum zerstört und für mehr als ein drittel aller lebenden Artgenossen schlicht die Hölle bereit hält, sofern sie die Geburt überleben!

        Ja Leute, jeder Arbeitsschritt, jede devote Tat für das System, ist ein winziger Baustein in diesem Mosaik des Grauens – und ihr schäumt doch ob der Würdelosigkeit mit der man Euch behandelt – ja sorry – ein Huhn im Stall bekommt die Körner und wird vom Fuchs beschützt!

        Nur – wenn es dem Stallhalter einfällt – kommt eben der Schredder und aus dem Huhn wird Futtermehl – oder es wird eben nicht zerhackt, sondern nur getötet – um als Suppenhuhn zu enden – nachdem es einige Monate Eier legte.

        Ich bin ein Huhn das aus dem Stall brach – das der Fuchs jederzeit hohlen kann, wenn es Pech hat – doch ich bin – so zynisch Eure Gedanken jetzt auch sein mögen – kein Stallvieh – ich bin völlig machtlos, doch über mich hat nur ein Mensch Macht – ich selbst!

        Für mich gilt – lieber tod zu sein, als Sklave zu sein!

        • … nur noch Anmerkend – sollte es den Profiteuren als opportun erscheinen – werdet ihr nicht einmal mehr euer Überlebensgeld erhalten!
          Wer von Euch davon träumt, er lebte in einer demokratischen Gesellschaft, in der alle Macht vom Volk ausgeht – der darf weiter träumen – er soll sich nur nicht wundern, so er eines Tages unsanft aus seinen Träumen gerissen wird!

          Ich behaupte, würden wir keine A-Waffen als potentielle Allesvernichter in den Arsenalen lagern, man hätte längst unsere jungen Menschen wieder in Massen aufeinandergehetzt und sich gegenseitig massakrieren lassen – einzig die atomare Eigenart – das Land für Jahrzehnte unbewohnbar zu machen – und dies binnen weniger Minuten – global – hält die Renditemörder von den großen Kriegen ab – sie haben neue Wege gefunden – die Globalisierung ist sauberer Massenmord – und ihr habt das Glück in einer friedlichen Ecke geboren zu sein – ich hatte dies Glück auch – doch sorry – an unserem Wohlstand und unserer Bequemlichkeit klebt mehr Blut, als an den Händen von Hannibal Lecter!

          Wir könnten globale wunderbare, ja paradisische Zustände schaffen – da würde ich sofort mitarbeiten! – doch wir arbeiten eben für einen Moloch der nur spaltet und die Massen zu unmündigem Nutzvieh macht, sofern es im Stall fressen will – nur der Anarchist hat noch die Chance sich frei zu fühlen, allerdings wird er dabei mehr oder weniger täglich ums Überleben zu kämpfen haben – genau das tue ich – dank meiner Hütte eben nicht als Obdachloser!

          …. ich wünsche Euch weiterhin vor allem eines – bleibt körperlich gesund! – so erträgt man die Scheinfreiheit besser!

          Menschen die arm und krank sind, dürften auch in unseren Breiten schon hautnah erfahren, was Elend bedeutet! …. in Griechenland sterben sie inzwischen genauso elend, wie in Afrika – kein Geld – keine Hilfe!

          …. und ihr kriecht weiter über die Schwellen der Ämter und bettelt um die Almosen!

          … ich las hier gestern – ein gehbehinderter stieg so lange Treppen, bis er es vor Schmerzen nicht mehr konnte – ja Leute – es genügt eben nicht, die unglaublich widerliche Fratze des Systems anzuprangern – ihr müsst dagegen aktiv kämpfen – und der einzig mir bekannte Weg dazu – vor allem der einzig gewaltfreie – ist es dem System den Rücken zu kehren!

          ….. gab es da nicht auch die Holzsammler in von Blindgängern aus Kriegszeiten verseuchten Arealen…..

          … ich bin sicher man könnte inzwischen tausende solcher menschenverachtender Beispiele aufzählen – und ihr nehmt sie zur Kenntnis, manche schreiben dagegen an, manche halten Mahnwachen, andere treffen sich ab und an – um Pappschilder hochzuhalten – doch die wenigsten von Euch sagen – nein Danke – von so einer Gesellschaft nehm ich kein Hilfe an – ändert Euch alle, dann komm ich gerne zurück!

          Ihr seid die Gesellschaft! Noch etwas – alles was ich wirklich gelernt habe, lernte ich selbst – in der Schule lernte ich lesen und schreiben – das genügte – danach waren es sicher nicht die Schulbücher, die aus mir einen reflektierenden Menschen gemacht haben, sicher nicht die Lehrer (es mag gute geben – ich traf keinen…… – oh nein – in der zweiten Klasse hatte ich einen – ohne den hätte ich wohl kaum die dritte und vierte überstanden, den dort hatte ich einen Dreckskerl zu ertragen ….. – ja ein Jahr ein guter Lehrer – und ansonsten entweder richtig miese Typen oder gleichgültige Mitläufer……………..)

          An dieser Stelle – Dank an einen Aufrechten – wie viele von Euch wohl keinen einzigen erlebten – wer in den ersten vier Jahren nur Dumpfbacken vor der Tafel hatte – der dürfte – stammt er nicht aus begüterten Verhältnissen – ohnehin nie eine Chance gehabt haben – wobei – das ist ohnehin irrelevant – aus obig besagten Gründen – in dieser Gesellschaft kann man nicht mitwirken!

          Man kann nur Nischen schaffen, übrigens zu mir könnten sich durchaus ein – zwei – die ähnlich denken flüchten – einzige Bedingung – ihr nehmt kein Geld vom Staat an, ihr achtet auf Euch und fügt andern kein Leid zu!

    • Genau wie Karl Görtz wüsste ich dazu auch gerne mehr!

  32. Und wieder ein Beispiel für die Unmenschlichkeit eines „Fallmanagers“:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-sanktion-nach-absurden-jobangebot-90016071.php

  33. @Frank

    Sehr geehrter Herr Frank

    Entweder Sie haben meinen Kommentar vom 3. Mai 23:20 Uhr nicht gelesen, ignoriert oder einfach nicht verstanden. Sie sprachen von Diskussionen um Reformen. Vorschläge wurden von mir genannt. Nun gut.

    Was fällt mir auf? Mehrere Dejavus.

    Sie beschreiben Ihre Art zu arbeiten und nehmen noch gleich 90% Ihrer Kollegen mit als nett und auf die Menschen eingehend (meine Worte als Wiedergabe, wie ich es verstanden habe). Sie beschreiben auch, dass Sie kaum sanktionieren. Vordergründig lobe ich das mal.

    Nun gehe ich aber mal tiefer hinein. Diese Sätze kenne ich aus meiner eigenen Berufserfahrung, mit mir selbst und von Kollegen. Ein Großteil meiner Kollegen waren im persönlichen Gespräch wirklich nett, offen, emphatisch und auch manchmal in ihrer Freizeit sozial, politisch aktiv. Selbstverständlich unterhält man sich im Gespräch über seine „Kunden“. I.d.R. hörte ich mehr Jammern oder leider auch Schimpfen. Gut, man muss wohl seinen Stress loswerden – habe ich so für mich gedacht. Auch sie beschrieben ihre Arbeit, wie Sie auch, als anstrengend und verwendeten ähnliche Sätze wie Sie (Dajavu Nr. 1.). Ich empfand meine Arbeit übrigens an absolut wenigen Tagen als anstrengend – eher als Zeit totschlagen. Aus diesem Grund fing ich an, mit Arbeitgebern usw. Kontakt aufzunehmen, um meine Zeit sinnvoll zu nutzen – ein Netzwerk aufzubauen. Ebenso las ich in dieser Zeit das Intranet rauf und runter, Urteile rauf und runter, Unternehmensseiten rauf und runter, mit der Hoffnung gute Arbeitsstellen zu finden. Auch empfand ich meine „Kunden“, mit sehr wenigen Ausnahmen, als nicht anstrengend. Sie alle hatten interessante Biographien, Geschichten, Diskussionsthemen (vor allem Politik, Schule, Ausbildung, Lohnspirale).

    (Dejavu 2). Diese netten, emphatischen Kollegen schlossen ihre Tür zum Büro und fingen mit den Beratungsgesprächen an. Plötzlich wurde z.T. aus diesen Kollegen andere Menschen. Zwar immer noch nett zu den „Kunden“, aber mit z.T. Druck arbeitend. Im Sinne: Ich sage und du machst. Sie sind zu spät, haben keinen Personalausweis mit = Androhung Sanktion oder kein Gespräch. Fehlen in der Maßnahme = Sanktion. Und manchmal habe ich auch sehr laute Töne aus den Büros gehört. Das geht gar nicht, bin ich der Meinung.

    Nein, Frank, das ist nicht nett. Das ist druckaufbauend und am Menschen komplett vorbei. Ich entziehe einem Menschen mit einem Lächeln evtl. die Existenz, anstatt mal nachzuforschen, warum ist welche Situation eingetreten. Da hilft auch kein Lächeln. Ich spreche hier nicht von allen, nicht das man mir das unterstellt. Mir geht es hier drum, über den Tellerrand zu schauen. Und zwar ganz weit darüber zu schauen. Die Zeit ist da, es wäre also gegangen. Die Zeit fehlt den Mitarbeitern in der Leistung. Die Zeit ist da, um Urteile zu lesen, die Zeit ist da, um gute Jobs selbst zu suchen, die Zeit ist da, um Kontakte nach Außen zu knüpfen, die Zeit ist da, um persönliche Strategien mit den „Kunden“ zu bilden.

    Wie verhalten sich die „Kunden“? Sie bleiben im Gespräch sitzen, versuchen freundlich zu sein, um keinen Ärger zu bekommen. Was passiert draußen? Was habe ich beobachtet? Frust, Wut, Zorn, Schreiben an Wände mit Beschimpfungen über meine Kollegen, Treten an Mülleimer, Schimpfen. Nein, auch nicht alle, aber immer wieder. Fragte man bei Kollegen nach, war die Verwunderung groß. Sie empfanden das Gespräch als nett, auf Augenhöhe. Was stimmt nun? Aber hier geht es nicht drum, was stimmt, sondern, wie ist die Wahrnehmung?

    Haben Sie die Studie vom JC Koblenz gelesen? Das ist eine Empfehlung und immer wieder gibt es unabhängige Umfragen vor den JC. Die Ergebnisse ähneln sich sehr.

    Vllt. gibt es tatsächlich zwei Welten: eine im Büro des Sachbearbeiters, eine draußen und ist vllt. eher die Realität. Und diese Realität ist verdammt hart.

    Im Übrigen stelle ich nicht alle JC oder gar Mitarbeiter ins schlechte Licht, sondern im Gegenteil, ich nehme sie noch in Schutz. Was mir übrigens von vielen Menschen, bis hin zu persönlichen Anfeindungen übel genommen wird. Das tun die JC leider schon selbst und nicht erst seit es eine Hannemann gibt. Mit ihr wurde es vllt. ein wenig lauter. Vllt. aber auch nicht. Nun geht ja aktuell die Kritik in den Pflegeheimen los. Eine Kritik, aber schon werden Töne laut, dass es nun ganz viele sind. Nehmen Sie es nicht persönlich. Ich stelle das System und deren Umsetzung in Frage und in Kritik. Das ist ein Unterschied. Diese Kritik gibt es auch schon lange und hat mich motiviert, dass es so nicht weiter gehen kann. Weil die Menschen einfach recht haben. Ich bin auch der Meinung, dass man, gerade im Bereich mit Menschen, nichts persönlich nehmen sollte – sondern reflektieren. Warum reagiert jemand, wie er reagiert? Reagiert er bei anderen ähnlich oder gar gleich? Wenn nein, könnte es vllt. an mir liegen? usw. usw.

    In welchem JC arbeiten Sie eigentlich?

    • Frau Hannemann,

      an Ihnen könnte es nie liegen, haben Sie das nie bedacht, so jedenfalls kommen Sie bei denen rüber, die Ihnen nicht schon fast hörig sind.
      Sie verkennen in Ihren
      Anhängerschaft einen wichtigen Punkt, den der deutschen Mentalität. Mitläufer, die alles bekämpfen die nicht ihrer,(womit die Mitläufer gemeint sind, Meinung sind), die jegliche Kritik in den Boden stampfen, die nichts anderes als ihre Meinung gelten lassen, weil Frau Hannemann geschützt bleiben muss.?Welch erbärmliches Bad nehmen Sie da zu sich?
      Von diesen Typen haben Sie exakt 2 harte Kerne, den Schützer und den Parteigenossen!
      Das Sie den Anschein wahren, dieses stört Sie nicht, da Sie mit leichtgläubigeren Mitläufern jederzeit rechnen können, darauf bauen Sie und noch schlimmer…einerseits Menschlichkeit zu suggerieren, anderseits aber als 100%ige SB zu agieren..welch Schizophrenie!?
      Und da gibt man Tipps an ehemalige Kollegen bzw noch tätige SB?
      Sie haben nie begriffen, wer sich freiwillig beim JC als Mitarbeiter meldet, der muss ein gewisses Mass an Menschenverachtung in sich tragen, sonst nimmt er niemals solche Arbeit an, da hilft auch nicht der Selbstbetrug indem man beweisen will, man hat sich mehr als seine Kollegen bemüht!

      • @Anette

        Zitat:
        “ wer sich freiwillig beim JC als Mitarbeiter meldet, der muss ein gewisses Mass an Menschenverachtung in sich tragen, sonst nimmt er niemals solche Arbeit an,“

        Anette, dieser Aussage stimme ich zu.

        Wenn aber der Fehler erkannt wurde und in der Konsequenz Aktivitäten zur Behebung des Fehlers stattfinden, warum sollte es danach nicht möglich sein wieder als SB unter geklärten und anständigen, rechtlich korrekten Bedingungen zu agieren?

        • Rosi,

          man muss sich darüber im Klaren sein, HartzIV ist ein System welches der Staat installiert hat ,um inhumane Vorgänge ein führen zu können, die heute mehr denn je von den Staats treuen Sachbearbeitern ausgeführt werden!
          Mir wird und kann niemand erklären, wie man 8 Jahre in diesem System arbeiten konnte, eh man sich aufraffte von innen heraus zu agieren.
          Natürlich gehört Mut, pers.Absicherung dazu, doch wie viel erwartet man da von dem einzelnen HartzIV Empfänger, der , sofern er sich wehren würde, sofort ins Bodenlose fallen würde?
          1. hat dieser seine Zeit verpasst und 2. haben sich auch zu viele Leistungsempfänger eingerichtet und da wir mit Vorliebe unsere weit verbreiteten Charaktereingeschaften wie Neid, Missgunst, Gleichgültigkeit, Duckmäusertum, Starrsinn nicht in alle Überlegungen mit einbeziehen, werden wir wohl auch kaum Änderungen erfahren, außer die persönlichen Änderungen, wie:von angeblicher Parteilosigkeit , mit liebe Fraktionen enden!!
          Eine Partei in diesem Thema zu involvieren, für sie einzustehen, die vom größten Teil der Bevölkerung abgelehnt wird, bedeutet doch nichts anderes als…erst komme ich, dann meine Interessen und mit Glück habt ihr etwas davon, das gespickt mit der Aussage:Wenn es nicht klappt, ich habe es versucht!…Zu viel ICH, Eigeninteresse und Halbherzigkeit, das Wir existiert nicht einmal hier, sondern HartzIV ist nur Mittel zum Zweck!!!!!

          • @Anette,

            “ da wir mit Vorliebe unsere weit verbreiteten Charaktereingeschaften wie Neid, Missgunst, Gleichgültigkeit, Duckmäusertum, Starrsinn nicht in alle Überlegungen mit einbeziehen“
            .. wie man es sehr deutlich bei Dir und Deinen (meist falschen) Pauschalierungen mitbekommt!

            „..doch wie viel erwartet man da von dem einzelnen HartzIV Empfänger, der , sofern er sich wehren würde, sofort ins Bodenlose fallen würde?“
            Obwohl ich mich wehre, was hier auch jeder mitbekommen kann, bin ich nicht ins „Bodenlose“ gefallen,
            wie viele andere auch!

            • @Anette,

              nun mal ehrlich!
              Warum schreibst Du hier eigentlich noch, da wir doch schon alle wissen, dass Du gegen Alles und Jeden opponierst, Dich selbst bereits ausgeschlossen hast und Solidarität ein Fremdwort für Dich ist.
              Außer Beleidigungen und falschen Verallgemeinerungen, kommt nichts von Deiner Seite
              und Selbstkritik gehört eindeutig auch nicht zu Deinen Stärken (Von den Widersprüchen in Deinen Kommentaren mal ganz abgesehen).
              Daher, wie schon so oft, die Frage: Was willst Du eigentlich?
              Ist es Dein eigentliches Interesse, hier nur Zwietracht zu sähen?

          • @Anette

            Danke für Deine Offenheit mit sachlichen Argumenten.

            Zitat:
            „man muss sich darüber im Klaren sein, HartzIV ist ein System welches der Staat installiert hat ,um inhumane Vorgänge ein führen zu können, die heute mehr denn je von den Staats treuen Sachbearbeitern ausgeführt werden!“

            Zustimmung meinerseits! Eine kleine Richtigstellung im Vokabular, sie sind nicht staatstreu, sondern regimetreu. Staatstreue zeichnet sich durch das Einhalten des GG aus.

            Meine Erfahrung ist, dass meine SB genau wissen, welches Unrecht sie begehen. Sie beruhigen und entschuldigen ihr Fehlverhalten mit vorgespielter Herzlichkeit, Zuckerbrot mit Peitsche, lächeln Dir ins Gesicht und schreiben anschließend den VA. Hierbei handelt es sich um Egoismus, dem Erhalt der eigenen Arbeitsstelle und sie wollen nicht begreifen, dass sie sich freiwillig instrumentalisieren für eine Lobby, die sie selbst vernichtet sobald sie nicht mehr blindlings funktionieren. Sie werden ebenfalls erpresst, ihnen passiert das Gleiche, wie den Antragstellern. Und schau Dir an, welche Rente auch sie erwartet, auf H4 Niveau!

            Ein wirklich herzzentrierter Mensch bevormundet,erpresst und sanktioniert nicht.

            Natürlich leiden die SB auch darunter, unterdrücken ihr schlechtes Gewissen, was auf Dauer krank macht. Die Angst um den eigenen Arbeitsplatz, ein Verhalten der Ellenbogengesellschaft, jeder ist sich selbst der Nächste, alles nachvollziehbar aber nicht tolerabel! Das Dilemma haben sie sich selbst erschaffen.

            Zitate:
            „Mir wird und kann niemand erklären, wie man 8 Jahre in diesem System arbeiten konnte, eh man sich aufraffte von innen heraus zu agieren.“

            „Eine Partei in diesem Thema zu involvieren, für sie einzustehen, die vom größten Teil der Bevölkerung abgelehnt wird, bedeutet doch nichts anderes als…erst komme ich, dann meine Interessen und mit Glück habt ihr etwas davon, das gespickt mit der Aussage:Wenn es nicht klappt, ich habe es versucht!…Zu viel ICH, Eigeninteresse und Halbherzigkeit, das Wir existiert nicht einmal hier, sondern HartzIV ist nur Mittel zum Zweck!!!!!“

            Brauchen wir für alles eine 100%- Erklärung? Ich weiß nicht wie alt Du bist, aber wenn ich an mich denke, so war ich mit 30 Jahren eine Andere als mit 40, mit 50 wieder eine Andere. Es unterliegt doch alles einem gewissen Reifungsprozess. Wir können uns entscheiden, das Negative oder Positive zu sehen und ich schaue hier auf das Positive, den Mut und das Engagement!

            Anette, Frau Hannemann ist ein freier Mensch, hat ein Recht auf Privatleben und der Tag hat auch nur 24 Stunden. Sie kann doch nicht Tag und Nacht nur dieses Forum bedienen. Ich habe keine Probleme damit, für was sie sich persönlich entscheidet, welche Wege sie einschlägt, was sie persönlich als erfolgversprechend erachtet. Wir alle wünschen uns, dass ihre Aktivitäten fruchten, erwarte persönlich aber nichts, bin ein Beobachter im Hintergrund, darf auch gerne mal laut denken, da ich zum Glück nicht in der Öffentlichkeit stehe! 🙂

            Und weiß Du was Anette? Es ist gut, dass Du Deine Kritik äußerst, Deine Emotionen und Ansichten sind da, werden eingebracht und überdacht. Ich habe in Deinen Kommentaren für mich hin und wieder interessante Argumente und Kritik erkannt.

            LG Rosi

            • rosi: wir sind eben keine sanktionsgesellschaft. im rahmen des asylbewerberleistungsgesetzes sind kürzungen nicht möglich, selbst bei identitätsverleugnung nicht!die franks dieser welt wollen den faulen europäer zur arbeit zwingen, ist ja vielelicht im bestimmten rahemn in ordnung, scheinasysbewerber wollen sie wohl eher nicht des landes verweisen, da höre ich die gabriels und nahles dieser welt!

    • altona: einzelfälle ist ein kampfbegriff, höre diesen vom spd-nahen umfeld auch in einem anderen zusammenhang. auch ich glaube, dass gängelungen beim jobcenter nicht unbedingt der normalfall, aber sehr häufig sind! irgendwas zwischen normalität und ausnahme, einzelfälle aber nicht!solche einzelfälle müssten eigentlich umsetzungen innerhalb der „behörde“ zu folge haben! ich bestehe drauf: eine kripobeamtin ist hoheitlicher als alle vermittler dieser welt! frank ist sicher auch nicht aufgefalllen, dass du hier mehrfach- auch in inteviews betonst, dass du maßnahmen in der hälfte der fälle durchaus sinnvoll findest!

      http://www.netzplanet.net/hartz-iv-bonuszahlungen-fuer-die-verhaengung-von-sanktionen/6331

      http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-aeltere-dame-soll-strae-pflastern-900159001.php

      http://www.netzplanet.net/bundesagentur-fuer-arbeit-will-jobcenter-zu-mehr-sanktionen-zwingen/3143

    • Die Sache mit den „zwei Welten“, die kann ich als Betroffener nur bestätigen. Gerade die Glaubwürdigkeit der Äußerungen der Betroffenen sind es, die die Öffentlichkeit im Glauben lässt Hartz wäre gar nicht so schlimm. Das Schlimme findet hinter verschlossenen Türen statt. Ab da, und vor Allem, wenn du allein bist, ab da beginnen die „Grauzonen“. So lange niemand glaubhaft und in Masse nachweisen kann, dass man als Einzelner, Hilfloser über den Tisch gezogen wird, so lange wird sich da nix ändern.

      Publicity, die nur sehr langfristig funktionieren kann, nur die löst die Probleme. Spätestens wenn auch mal Politiker in Verbindung mit Hartz gebracht werden, spätestens dann wird sich was ändern. Aber dazu müssen wir erstmal vom Bild der Schmarotzer weg. Verdammt schwierig. Und wenn „Eigenverantwrtung“ funktionieren kann, dann nur hier. Nicht die werden es verändern, dass kann nur jeder wie er hier sitzt.

  34. Um 11:08 Uhr wurde mein erster Post veröffentlicht. Schon beim Schreiben des selbigen konnte ich den Artikel nur bis: „Wer arbeitet, soll etwas zu essen haben, wer nicht arbeitet, braucht nichts zu essen“, so Müntefering 2006.“ lesen. Schon an diesem Punkt kochten meine Emotionen hoch. Zu Ende lesen, dass schaffte ich nicht.

    Jetzt ist es 19:30 Uhr, ich versuche den Artikel ein weiteres Mal zu lesen. Ich nehme mir vor, ihn diesmal bis zum Ende zu lesen. Geht nicht. Spätestens bei: „Der Mehrbedarf für Alleinerziehende soll gestrichen werden, sofern sie sich nicht in einer Maßnahme oder Tätigkeit befinden.“ hört´s bei mir schon wieder auf……

    Der Mehrbedarf ist da, den kriegste aber nicht, weil du erstmal mehrbedarf-was-tun musst um deinen Mehrbedarf zu kriegen. Wohl eine Art Belohnung für all diejenigen die trotz Notlage, Gängelei und einem Leben auf der Kippe beständig das Maul halten und tun, was man ihnen sagt. So weit sind wir schon. Man senkt das Niveau drastisch herab und stellt dann ganz normale dem Bürger zustehende Dinge als was Besonderes dar, die er aber nur bekommt, wenn er sich noch kleiner macht.

  35. Eine Frage an Frau Nahles von mir auf abgeordnetenwatch. Vermutlich wird wieder abgewiegelt und auf „verdeckte“ weil unveröffentlichte Beantwortung über das BMAS verwiesen. Ich denke, Frau Nahles fehlen Mut und die Grundorientierung wer der Souverän dieses Landes ist. Das Volk.

    ————-

    Sehr geehrte Frau Nahles,

    wann haben Sie sich direkt mit Hartz 4 Beziehern zusammen gesetzt und sich persönlich ihre Geschichten angehört? Wann gedenken Sie dies das nächste Mal zu tun? Was hat Sie bewogen, die Agenda 2010 zu bewerten wie Sie sie bewertet haben? Denn: ich vermisse Ihre persönliche Beschäftigung mit und Fachkenntnis zum Thema. Mein Leben ist durch dieses kriminelle Machwerk Hartz 4 grundlegend zerstört worden – in unsagbar vielen Dimensionen. Meine Kinder sind tot. Mein Leben ist im übertragenen Sinne quasi ebenfalls „tot“, dank dieser demütigenden, menschenverachtenden Gesetzgebung. Und von Ihrer Partei höre ich nur Allgemeinplätze und „weiter so!! Parolen. Wollen Sie nicht wahrhaben, dass Sie tatsächlich aktiv damit Menschenleben zerstören? Schuldzuweisungen an das Opfer lasse ich nicht gelten.

    Die Auswirkungen der Agenda 2010 auf die Betroffenen und auch unsere Gesellschaft als Ganzes sind katastrophal. Ich spreche hierbei nicht von irgendeiner vermeintlichen Wirtschaftsleistung, die in solchen Fällen gerne gleichgesetzt wird mit „Gesellschaft“ (Scheinargument „Deutschland geht es doch gut“).

    Die Auswirkungen sind also katastrophal, auch nachzulesen im Blog von Inge Hannemann, wie Sie wissen freigestellte Jobcentermitarbeiterin, die sachlich über die Vorgänge im Jobcenter Alltag berichtet. Als Betroffene kann ich Frau Hannemanns Darstellungen nur bestätigen. Die der im Petitionsausschuss abwimmelnden Frau Lösekrug-Möller leider gar nicht.

    Ich bemerke also, dass jemand, der ganz direkt mit Betroffenen zu tun hat, gleichgültig abgeschmettert wird. Gleichzeitig jubelt die SPD den grausamen Murks Agenda 2010 als vermeintliche Glanzleistung hoch. Dies zusammen mit unkritischen Medien. Die dienernde Haltung von Herrn Lanz Ihnen gegenüber in der Sendung vor ca. 2 Wochen hat bei mir zahlreiche Fragen aufgeworfen.

    Aktuellste Stellungnahmen Betroffener können Sie auch im Watchblog von Frau Hannemann nachlesen:

    https://altonabloggt.wordpress.com

    Gruß

    • @Katja,

      danke!
      So etwas sollten ruhig wesentlich mehr Leute tun!

    • @Katja

      da es erwähnt wird, was hat es mit den Kindern auf sich? Dies ist von öffentlichem Interesse, eine Hartz4-Todesliste gibt es bereits und es werden alle Fälle für die Dokumentation benötigt. Eine weiterführende Information gibt es hier:

      http://dieopferderagenda2010.wordpress.com/Impressum/

      LG Rosi

    • @ Katja ,auch von mir danke schön für deine Anfrage an Frau Nahles. Was mit deinen Kinder passiert ist tut mir sehr leid .Wenn durch Hartz 4 deine Kinder zu Tode gekommen sind ,ist das staatlicher Mord. Und dafür müßen die Verantwortlichen endlich zur Rate gezogen werden.
      Menschenverachtendes Korruptes System .Es geht nur noch um´s Kapital. .Soweit sind wir schon .

      In so einer Gesellschaft wo man die Menschenwürde mit Füssen tretet ( gestern bei RTl Wallraff ,zustände in den Pflegeheimen ) ,wo Menschen weil ,sie alt sind geschlagen werden ,und im Urin gelassen werden ,möchte ich nicht alt werden .

      Es zählt nur noch wie kann man die Arbeitskraft ,des Menschen aubeuten kann (Ausübende Gewalt des staates ) .Wenn der Mensch ,alt ,krank und erwerbslos ist , hat er keine Lobby mehr.

      Dies dürfen wir nicht zulassen und mit allen Mitteln dagegen kämpfen . Eine Gesellschaft voller Ellenbogen ,Menschenunwürde ,Gewalt ist für uns alle keine Zukunft.

      Drum sollten wir alle überlegen ,was wir konkret dagegen tun können ? Den Gehorsam gegenüber der Herrschenden sollte wir endlich einschränken !

  36. Zitat: “Wer arbeitet, soll etwas zu essen haben, wer nicht arbeitet, braucht nichts zu essen“, so Müntefering 2006

    Sagte einer, der vermutlich sein Leben lang schon vom Geld anderer lebt……und auch immer leben wird. Die traurige Realität: Auch wer arbeitet braucht scheinbar nicht viel zu essen.

    Und: Warum gibt´s beim Mindestlohn nur eine maximale Höhe? Warum keine Minimale, die vom Arbeitgeber (gesetzlich) nicht unterschritten werden darf. Die Regierung weiß doch auch, was ein Hartzer (nicht) zum Leben braucht.

    Nach oben darf man nichts tun, was Arbeitsplätze (oder sagen wir lieber: die Gewinne schmälert) gefährdet. Nach unten aber, da macht es überhaupt nichts aus, wenn Menschen verhungern. Das regelt der Markt dann angeblich selbst. Nur schön, dass die Starken wenigstens starke Partner in der Regierung haben.

  37. Hartz IV ist ein Totmacher!

    http://www.amazon.de/Hartz-IV-TOTMACHER-Ron-Hard-ebook/dp/B00895GZ98

    Die Bundesagentur für Arbeit ist ein potentieller Mörder!

    Die Bundesagentur für Arbeit tötet subtil!

    Hartz IV ist offener Strafvollzug, den viele Betroffene nicht aushalten und deshalb Suizid begehen.

  38. Anwälte als Hartz-IV-Abzocker
    5.5.2014

    Die Zahl klingt erst mal beeindruckend: Fast 40 Millionen Euro soll die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2012 investiert haben. Für Anwaltshonorare. Allerdings geht es nicht die Kosten irgendwelcher externer Berater. Sondern um Anwaltsgebühren wegen verlorener Hartz-IV-Verfahren.

    Das hält aber zumindest Spiegel online nicht davon ab, der Sache einen bemerkenswerten Spin zu geben. Statt die hohe Zahl von Prozessen zu beklagen, welche bei der Arbeitsagentur offenkundig in die Hose gehen, werden die prozessführenden Anwälte in die Nähe von Gierhälsen gerückt. Dazu dienen dann plastische Beispiele, wonach einzelne Kanzleien mit Hartz-IV-Klagen bis zu 300.000 Euro Gebühren eingenommen haben sollen.

    zum Artikel:

    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/05/05/anwaelte-als-hartz-iv-abzocker/

    • „Jeder einzelne Cent, den die Arbeitsagentur an die Anwälte überweisen musste, beruht allerdings auf einem eigenen Fehlverhalten der Behörde. Sie hat sich eben nicht rechtmäßig verhalten und Anspruchsberechtigten Sozialleistungen vorenthalten. Das kann an den schlecht gemachten Gesetzen liegen. Aber auch an dem Verhalten der einzelnen Jobcenter, welche die Vorschriften mitunter sehr kassenfreundlich auslegen.“
      Welche aber stets bestritten werden!
      „Betroffene wehren sich nämlich nur gegen einen Bruchteil der Bescheide, die Masse unrechtmäßiger wird klaglos geschluckt.“
      Wenn alle sich dessen einmal bewusst werden und es sich nicht mehr gefallen lassen, was passiert dann wohl?

    • @Rosi,

      Du weißt auf eine sehr ernste Sache hin! Aber weil es schon später am Abend ist, mal so gesagt: Da will halt der Spiegel mit seinem „Artikel“ nicht hinter einer BILD Zeitung und und anderen „Nachrichtenblättern“, die auch keine Zeitungen sind, nicht zurückstehen und auch etwas vom kleinen finanziellen Mehrwert haben, der sich mit „Nachrichten“ solcher Machart tag täglich machen läßt. Das kleine Nachrichtenvieh macht auch Mist.

      Den Trick haben die alle gut raus. Man stelle marketing mäßig fest, mit den Analysen ist man auch in Verlagshäusern und Redaktionstuben richtig gut: In der Bevölkerung besteht nun mal der kleine Empörungsbedarf für nebenbei. – Also nicht die Empörung die wir hier z. B. empfinden. – Eher die, die man beim Kaffe trinken und mittags Burger mampfen mal so rausschimpfen kann. Den Leuten geht es um das Schimpfen und dafür brauchen sie Anreiz gebende Themen mit ein bisschen „Inhalt“ zum Dippen. Vielleicht ähnlich wie beim „Fremdschämen“?

      Also, es geht um das Schimpfen und dafür braucht man ein Thema, da ist das Steuergeld, also irgendwie das eigene, immer für gut. Die Feststellung, das einem das der Staat „wegnimmt“, ist aber schon abgedroschen und langweilig, sogar für „die Leute“. Was damit geschieht, vor allem irgendwie falsch, ist halt schon spannender. O. K., dan braucht man noch jemanden oder etwas, der das Geld ganz furchtbar skandalös falsch verwendet oder eben „zu moralisch Unrecht“ abzockt wie die bösen Anwälte. Die sind für die Nachricht gut, weil jeder gerne glaubt, die verdienen zu viel, sind akademisch eingebildet und obendrein Schnösel – Der kleine Neid neben bei, man gönnt sich ja sonst nichts. Man braucht ein „Opfer“ für welches “ die Leute“ das kleine Mitgefühl für nebenbei empfinden können. Das braucht es unbedingt, denn sonst könnte sich ganz nebenbei so ein Gefühl von eigener moralischer Unzulänglichkeit irgendwie einschleichen, wegen der Empörung und des Neids. Nur so will keiner sein. Und da ist dann also die brave BA, die doch auch immer die TV-Werbung macht. Na wir sagen doch, die tun was. Oh Mann, was haben wir echtes Verständnis. Wir sind nett.

      Und dann sowas!!! Vierzig Millionen!!! Oder können die vielleicht auch nur nicht mit Geld umgehen bei der BA und schmeißen das enfach so raus? Nein! Wie gut das da gleich die dunkle Macht im Hintergrund hervorscheint. Dezent angedeutet vom Redakteur, damit sich die braven Leut nur nicht zu sehr erschrecken. Die Erwerbslosen, was die sich erdreisten. Nichts leisten aber auf des Steuerzahler Kosten klagen und klagen. Da haben wir sie! Da müssen wir morgen gleich wieder die BILD lesen, um zu sehen wie es weiter geht. Denn so die Anwälte – immerhin arbeiten die ja…Und man ist beim so Nachdenken auch Stolz auf sich, denn man bildet sich hier schließlich eine differenzierte Meinung. Wegen der Anwälte und so und dahingehend, dass man erkennt, wo die wahren Ursachen stecken. Man weiß schließlich Bescheid.

      Ganz wichtig ist für die „Zeitungen“ ist, dass sie die Buhmannkarte jeweils flexibel zuteilen können im genannten Schema. In diesem Fall kriegen Anwählte ihr Fett weg mit einer satten, nachhaltigen! Zusatzdosis für die Arbeitslosen. Die BA ist zufrieden und gewährt das nächste Interview. Das nächste Mal kann durchaus schon die BA dran sein. Dann vergießt man ein paar Krokodilstränchen darüber, dass ein Kind (Kinder sind immer gut für das Geschäft) sein Geld vom Bildungspaket nicht bekommen hat und lässt das mit ein paar Worten von einem Rechtsanwalt belegen. Ein Foto von der Mutter… Das freut die arbeitslosen Bild- und Spiegeleser und die BA, die braucht ihre künftigen Interviewverkündigungen später ja sowie so wieder. Und außerdem: Mal sehen was Herr oder Frau Arbeitsminister dazu sagt.

      Aber nicht zu viel. Denn entscheident wichtig ist, das nie, aber wirklich nie in diesen „Nachrichten“ thematisiert wird, worum es eigentlich und faktisch geht! Damit kann der schon morgen sich wieder meldende Empörungsbedarf der Leser nicht bedient werden. Eine schier unerschöpfliche Quelle zum Geld machen, wie sie seriöse Berichterstattung nun mal so nicht ist. Jedenfalls keine in der Art lukrative. Deshalb müssen „Zeitungen“ nur so tun als wären sie welche. Sie machen aber in Nachrichtenart verpackte Geschichten, die oben genannte Bedürfnisse zufriedenstellen einschließlich des erziehlten Umsatzes seitens der „Zeitung“ – bis zum nächsten Tag.

      • @M. H.

        Ja, das sind die Spielchen im herrschenden System. Zum Glück erkennen immer mehr Menschen die Absicht dahinter. Hier wird hintergründig auch die Abschaffung der Prozesskostenhilfe vorbereitet und dazu muss beim Bürger die Gedanken-Manipulation/das Rechtsempfinden in die entsprechende Richtung gelenkt werden, alles von langer Hand geplant.

        • Dies wäre die passende Überschrift:
          Jobcenter verprassen Steuergelder in Milliardenhöhe!

          Nicht nur, das durch rechtswidrige Bescheide die Rechtsanwälte bezahlt werden, nein, auch die Kosten der Sozialgerichte geht zu deren Lasten, ebenso wie die unnützen und extremen Verwaltungskosten, die ein vielfaches des „Nutzen“ ausmachen. Das auch die Gesundheitskosten darunter leiden, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie die hohe Zahl der Suizide als Folge des Ganzen.

      • M.H.: „Der kleine Neid nebenbei, man gönnt sich ja sonst nichts. […] Die Erwerbslosen, was die sich erdreisten. Nichts leisten aber auf des Steuerzahler Kosten klagen und klagen. Da haben wir sie! Da müssen wir morgen gleich wieder die BILD lesen, um zu sehen wie es weiter geht. […] Die BA ist zufrieden und gewährt das nächste Interview.“

        Sehr guter Kommentar, nur leider wird sich durch die grassierende Verblödung des Bürgers in absehbarer Zeit nicht viel ändern.

        Georg Schramm (Kabarettist): „Vielleicht wird die Produktion von PISA-Idioten wissentlich in Kauf genommen, weil ein gerüttelt Maß an Dummheit förderlich ist, weil dann der Urnenpöbel nicht bemerkt, welche Gestalten sich bei den Parteien zusammengesammelt haben.“

  39. Aus der Praxis:

    In letzter Zeit begnügen sich ja einige Jobcenter-Mitarbeiter nicht mehr mit AU’s, obwohl die
    Geschäftsanweisungen zu § 31 SGB II, GA 31.14a, sie als „wichtigen Grund“ anzusehen besteht.
    Man verweist einfach auf ein Einzelurteil des Bundessozialgericht und verwendet es als „allgemeingültig“
    um weiter Atteste zu fordern. Doch selbst wenn diese, wie in meinem Fall vorliegen, geht die Schikane
    weiter.
    Erst nach diesem Schreiben und einer weiteren Absage (meine AU besteht seit Januar bis Anfang Juli!)
    sowie einer letzten Mahnung zur Begleichung der Attestkosten, von mir, herrscht nun erst einmal Ruhe
    und die Kosten wurden endlich erstattet:


    Ihre Vorladung zum 22.04.2014

    Frau …..,

    die „Begründung“ Ihrer Vorladung mit mir „über die Einschaltung des ärztlichen Dienstes der Agentur für Arbeit sprechen“ zu wollen, ist in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar, denn dieser wurde bereits auf meine Veranlassung im letzten Jahr eingeschaltet und hat sowohl ein ärztliches Gutachten, als auch ein psychologisches Gutachten erstellt, weshalb ich für eine eventuelle weitere Vorladung eine GENAUE Begründung erwarte!
    Da Sie wieder diese Zusatzbescheinigungen verlangen, ohne mir dafür die gesetzliche Grundlage eindeutig nachzuweisen, obwohl ich sie schon mehrfach angefordert habe, sollten Sie sich unbedingt auch mit den genauen Zusammenhängen, des von Ihnen benannten Einzelurteils beschäftigen:
    Arbeitsunfähigkeit ist nach der Rechtsprechung des BSG jedoch nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit einer krankheitsbedingten Unfähigkeit, zu einem Meldetermin zu erscheinen. Da es sich bei dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit zudem um einen Rechtsbegriff handelt, dessen Voraussetzungen anhand ärztlich erhobener Befunde – ggf. auch durch eine ex-post-Beurteilung – festzustellen sind (BSG, Urteil vom 26. Febr. 1992 – 1/3 RK 13/90), besteht im Streitfall schon keine Bindung an die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Daher ist von den Sozialgerichten zu überprüfen, ob der Leistungsempfänger den Meldetermin aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen konnte (BSG, Urteil vom 09. Nov. 2010 B 4 AS 27/10 R Rn. 31 f.).
    Somit nicht von einer einfachen Sachbearbeiterin!
    Ihre ständig reflexhaft vorgebrachte pauschale Forderung stützt sich auf die Interpretation einer Einzelfallentscheidung des LSG RP vom 23.07.2009 – L 5 AS 131/08 in der ein Leistungsberechtigter mehrere Meldeaufforderung mit einer AU umgangen hat.
    Diese Einzellfallentscheidung ist jedoch weder allgemein verbindlich für alle erkrankten Betroffenen, noch ersetzt sie geltendes Recht, noch befähigt sie ein Jobcenter von mir solcherlei Bescheinigungen pauschal zu verlangen.
    Die Fachliteratur stellt dazu auch treffend fest:
    Diese Bescheinigung soll nach der Rechtsprechung ausnahmsweise nicht ausreichen,
    wenn begründete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die bescheinigte
    Arbeitsunfähigkeit nicht gleichzeitig die – für § 32 entscheidende – Unfähigkeit zur
    Wahrnehmung eines Meldetermins begründet;[…]dem ist allenfalls bei greifbaren
    Anhaltspunkten für eine missbräuchliche AU zuzustimmen. Nur unter diesen
    Voraussetzungen ist es auch gerechtfertigt, dem Leistungsberechtigte(r) aufzugeben,
    zukünftig ärztliche Bescheinigungen vorzulegen, aus denen ersichtlich ist, dass der
    Eingeladene krankheitsbedingt nicht zu Meldeterminen erscheinen kann; die Kosten
    eines solchen Attestes können in angemessenem Umfang vom Leistungsträger
    übernommen werden (DH-BA, § 32 [Stand 20.6.2012], Rn 32,9a: 5,37 €) Berlit in LPKSGB
    II, 5. Aufl., § 32, Rn 15.
    Da Ihnen jedoch bereits zwei ärztliche Atteste vorliegen, sollte damit ein eventueller
    Verdacht von Ihrer Seite aus schon ausgeräumt worden sein, ansonsten verweise ich
    Sie auf:.
    „SGB2 § 56 Anzeige- und Bescheinigungspflicht bei Arbeitsunfähigkeit
    […]
    Zweifelt die Agentur für Arbeit an der Arbeitsunfähigkeit der oder des
    erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, so gilt § 275 Absatz 1 Nummer 3b und Absatz
    1a des Fünften Buches entsprechend.“.

    Auch die Erstattung meiner Kosten (10, 72 €) ist bis dato nicht erfolgt, so dass ich nun
    eine Frist bis zum 18.04.2014 setze, d.h. bis dahin muss der Betrag auf meinem Konto
    gutgeschrieben sein!
    Da sich, insbesondere durch Ihr Verhalten, mein Gesundheitszustand nun sogar
    verschlechtert hat, würde ich auch vor einer Klage nicht zurückschrecken, so dass
    alleine aufgrund der Überlastung der Sozialgerichte, die zudem überwiegend durch
    rechtswidrige Bescheide der Jobcenter verursacht ist, es zu einer Prozessdauer von
    weit über 2 Jahren kommen dürfte.
    Das Sie auch Ihrer Pflicht wirtschaftlich im Sinne der Bundeshaushaltsordnung zu
    handeln widersprechen, ergibt sich daraus ebenfalls.
    Auch stellt Ihre Vorgehensweise eine Schikane nach §226 BGB dar, denn es dürfte
    nichts gegen eine schriftliche Klärung der Angelegenheiten sprechen:
    Die Meldeaufforderung ist kein Mittel zur Abschreckung oder Disziplinierung von
    Leistungsberechtigten.
    Schikanöse Meldeaufforderungen sind nicht zulässig. Die plausiblen und
    offenkundigen Interessen der meldepflichtigen Person wie gesundheitliche
    Beeinträchtigungen usw. sind bei Bestimmung der Meldepflicht und der Meldezeit zu
    berücksichtigen. (vgl. Birk in LPK-SBG II, § 59 Rn. 4) in jedem Fall ist die individuelle
    Fallhistorie stets zu berücksichtigen, bevor irgendwelche Verwaltungshandlungen,
    also auch sich ergebende Einladungen vorgenommen werden.

    Hinzu kommt, dass es sich bei einer Ladung gemäß § 59 SGB II i.V. m. § 309 Abs 1 SGB III um einen Verwaltungsakt handelt, weil in der Ladung mit Sanktionen gedroht wird (siehe dazu u.a. auch NOMOS Kommentar Münder zum SGB II, 4. Auflage) sowie Urteil BVerfG Az.: 1 BvL 1/09 vom 09. Februar 2010.
    Da dem Petitionsausschuss des Bundestag ja schon die Schreiben bis zum 13.03.2014 in dieser Sache vorliegen, werde ich die letzten ebenfalls nachreichen, denn eindeutiger kann Ihre Willkür und Schikane nicht nachgewiesen werden, zumal jetzt auch ärztliche Atteste vorliegen!

    • @ Tanguero
      http://elo-forum.info/index.php/Thread/5863-mythos-»wegeunfähigkeitsbescheinigung«/
      Dazu habe ich meinen Hausarzt gefragt,-die Kosten für die Bescheinigung von 5,.36 Euro würde das Jobcenter bezahlen, eine extra Bescheinigung für weitere Atteste würde auch eine extra Untersuchung erfordern die extra Kohle kostet. Wer bezahlt das?
      Bilden sich die Jobcentermitarbeiter ein sie könnten mit einem ärztlichen Attest oder einer Bescheinigung ,vielleicht noch Einsicht in die Krankenakte umgehen??
      Diese Schnüffelei um Sanktionen zu verteilen ist ekelhaft, genauso wie Hausbesuche, oder Unterstellung von Gemeinschaften.
      Es gibt ein Arztgeheimnis, das auch für diese niedrigen Wesen wie Jobcentermitarbeiter zutrifft.
      Kein anständiger Mensch arbeitet unter Hartz IV in einem Jobcenter!!!

    • Beeindruckender Brief.

      Toll: Dank dem Hartz-Murks sind wir bald ein Volk von Rechtsanwälten.

      • @taspie,

        danke!
        Genau dieses Phänomen habe ich auch versucht @Frank zu verdeutlichen, das es eben
        zwangsläufig in den vielen Jahren auch Betroffene gibt, die sich mit der rechtlichen Situation
        wesentlich besser auskennen, als die Jobcenter-Mitarbeiter, die es eigentlich wissen sollten, es
        aber meist ignorieren, da sie für etwaige Folgen keine Konsequenzen tragen brauchen, was es
        sonst wohl in kaum einem anderen „Beruf“ gibt..

        • @Tanguero

          Zitat:
          „zwangsläufig in den vielen Jahren auch Betroffene gibt, die sich mit der rechtlichen Situation
          wesentlich besser auskennen, als die Jobcenter-Mitarbeiter…“

          Ja, und das ist sehr frustrierend. Gerade bei Neueinstellungen, meist sehr junge Mitarbeiter/innen, die kaum Ahnung haben und dann mit lebensbestimmenden und richtungsweisenden Kompetenzen ausgestattet werden. Ein Unding!

          Wer da keine Ellenbogen zeigt und sich aufgibt ist verloren.

  40. Die mediale Vorbereitung einer weiteren Einschränkung von Betroffenenrechten im Rahmen der kommenden Hartz-IV-Reform scheint schon im Gange zu sein. Heute bei Spiegel Online erschien folgender Artikel: „Neues Buch: Anwälte nutzen Hartz-IV-Klagen als lukrative Geldquelle“:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-klagen-von-anwaelten-als-lukrative-geldquelle-genutzt-a-967478.html

    Zum Glück durchschauen immer mehr Leute diese Form der Meinungsmache, da viele Klagen ja erfolgreich für die Betroffenen verlaufen (und damit ganz offensichtlich sehr begründet sind).

    Kommentator 55 bringt es auf den Punkt:
    „Tatsächlich scheint die Stoßrichtung zu sein, in der öffentlichen Meinung ein Bewusstsein für diese ‚überflüssigen‘ Prozesse, mit denen sich Anwälte lt. Artikel die Taschen füllen, zu schaffen. Und damit eine Akzeptanz für Maßnahmen, die diese ‚Verschwendung‘ verhindern.“

  41. 04.05.2014 Telepolis

    … nur darf man darüber in Deutschland nicht reden sagt Flassbeck und tut es doch. Und das ist gut so:

    Zitat:

    „Ich vertrete die Position, dass man mit Hartz IV und der Agenda 2010 ein Lohndumping initiiert hat, das von Deutschland in die gesamte EU ausstrahlt und damit die europäische Währungsunion in einen bedrohlichen Zustand versetzt hat. Erst wenn das alles abgearbeitet hat, wird man sehen, wie teuer Hartz IV war. Diese Maßnahmen mögen den Staat fiskalisch kurzfristig etwas entlastet haben, aber die Gesamtkosten könnten leicht über alles hinausgehen, was man sich heutzutage vorstellen kann.“

    Sie sehen also schon einen Zusammenhang zwischen Hartz IV, Niedriglöhnen in Deutschland, Exporterfolgen der deutschen Wirtschaft und den Krisen in den Südländern?

    Heiner Flassbeck: Absolut. Das ist nicht nur ein Zusammenhang, sondern sogar der einzig relevante Zusammenhang. Nur darf man darüber in Deutschland nicht reden. Das Faktum ist aber vollkommen klar. Die Lohnsenkungsstrategie ist fundamental schief gegangen und das müsste man in Deutschland langsam einmal zur Kenntnis nehmen, wenn man in Europa einen Schritt weiter kommen möchte.

    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41648/1.html

  42. Neue „Glanzleistung“ eines Jobcenters:
    Ein Berliner Jobcenter veranlaßte, daß ein Gehbehinderter in einem Treppenhaus mit 18 Etagen Kunst abfotografieren sollte. Er schaffte das natürlich nicht und wurde zur Strafe sofort sanktioniert. Aber das war noch nicht alles:
    http://www.bz-berlin.de/bezirk/treptow/so-hat-mir-das-jobcenter-meine-wuerde-genommen-article1835004.html

  43. Bin nun mit über 60 (ALG1) genau wie mein älterer Bruder (Alg2) in die Erwerbslosigkeit gerutscht.

    In diesen jetzt 4 Wochen musste ich mich wöchentlich mindestens 3x bewerben, nahm und nehme auch an Maßnahmen teil bei offiziell genehmigten Nebenjob. In einem Bewerbertraining war ich mit Abstand der Älteste, durfte hier erfahren welch verschiedene Maßnahmen die anderen Teilnehmer schon mit machen mussten.

    Erstaunlicherweise wurde mir direkt eine EGV (trotz ALG1) vorgelegt, die ich nicht unterschrieb. Die Teilnehmer des Trainings fanden dies nicht richtig von mir, da diese sich schon als Bittsteller fühlen wird alles unterschrieben was vorgelegt wird.

    Bin gespannt was mir für weitere Erfahrungen bevorstehen.

    Übrigens Aussage des des Trainingsleiter der BA, LETZMALIG stimmte die Statistik der Erwerbslosen 1982. Die damalige Wahl bewegte Herrn Kohl die Statistik bereinigen zu lassen.

    • Ach ja noch was, die Abschlagsfreie Rente mit 63 wird weder für mich noch meinen Bruder gelten.

      Ich war so Dumm Freiwillig das Rentensystem mit Beiträgen zu stützen, freiwillige Beiträge egal in welcher Höhe zählen NICHT.

  44. Und das Eine merkt: Selbst wenn von den gesamten Deutschen nur zwei, drei arbeitsfähige, vielleicht nicht höchstqualifizierte, aber stets bemühte Leute ohne Chance auf ein halbwegs geregeltes Einkommen dastünden, hätten diese zwei, drei alles Recht der Welt, den Staat anzuklagen. Dies gehen zwar bei dem tatsächlichen Strom der Hilfebedürftigen unter, doch selbst wenn.
    In unserer technisch hochfortschrittlichen Zeit wären rein theoretisch Millionen anderer Regelungen durchsetzbar und zugleich höchst sozialverträglich. Und die Pläne, wie man es anders machen könnte, liegen seit Ewigkeiten auf dem Tisch. Man müsste sie eigentlich nur anfassen – rein theoretisch.
    Ganz, ganz früher einmal hätte man gut begründete Argumente anführen können, weshalb diese oder jene Existenz leider auf der Strecke bleiben, darben oder zerbrechen muß. Doch bedauerlicherweise? haben diese Jahrhunderte ihre Bühne, ihren Entfaltungsspielraum gehabt.

  45. Es ist nicht allein, dass die „regulären“ Jobs zunehmend automatisiert werden, sondern es besteht zweitens ein gravierender Phantasiemangel bezüglich des Aufkommens neuer Arbeit und drittens weiß man solche Entwicklungen denn auch effektiv zu verhindern.
    Selbst ein einfaches Praktikum zu bekommen, selbst für lau zu arbeiten scheint heutzutage für jemanden mit einer anständigen Qualifikation sich zu einer Herausforderung zu entwickeln.
    In mancher Hinsicht ist dies das grausamste System, was ein Menschengeist überhaupt ersinnen konnte. Unter anderem auch, weil solche fragwürdigen Erscheinungen wie „Frank“ immer wieder vor einen gewaltigen Kothaufen treten und ausrufen: Leute, ihr müßt nur vernünftig suchen, da sind Goldnadeln drin!“ Und selbst wenn der Eine oder andere fündig werden sollte und sich eine solche stolz ansteckt – stinkt es deshalb weniger?
    Viele laufen mit einem gewaltigen blinden Fleck oder mehreren durch die Welt – und die wahren Drahtzieher verteilen überall ihre schwarzen Tintenkleckse, indem sie diese für Kunst ausgeben.
    Doch ich will auch konstruktiv sein. H.-W., mit Deiner Vison eines eingetragenen Vereins unter der Fahne der Arbeitslosen trage auch ich mich schon länger und möchte nur immer bitten: lasst uns gemeinsam den Gedanken weiterverfolgen; so erbittert wir auch von den herrschenden Mächten torpediert würden, erwüchse etwas Großes daraus.

  46. Die erwähnte Doktorarbeit von Dirk Kratz ist hier nach zulesen:

    http://athene.bibl.unibw-muenchen.de:8081/node?id=90731

    Hier nochmal zum Interview mit Herrn Kratz:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview

    Ausgewählte Kommentare dazu:
    ____________________________________________
    DrNI
    24. Februar 2014 10:20 Uhr

    16. Kafka war Realist

    Meine persönliche Statistik: Von allen Leuten aus meinem Umfeld, die nach dem Studium Kontakt mit dem Jobcenter hatten, waren die Erfahrungen zu 100% negativ.

    Gerade wenn man studiert hat, ist das Jobcenter komplett nutzlos. Manchmal sind sie ganz offen damit, wenn die Bioinformatik-Absolventin mit 1er-Diplom keinen Job findet, sagen sie: „Leuten wie ihnen können wir hier sowieso nicht helfen.“

    Aber spätestens wenn der Referendariats-Anwärter das Bewerbungsseminar unterrichtet, und dann nach Ablauf des Jobs vom Sachbearbeiter in genau dieses Bewerbungsseminar gesteckt wird („ansonsten kürzen wir sie runter auf Essensmarken“), begreift man, dass Kafka eigentlich nur ein vorausahnender Realist war.

    Es kommt das Gefühl von Willkür auf. Wer über Menschen willkürlich herrscht, lässt sie zerbrechen oder sich auflehnen. Einen Aufstand derer, die sich fühlen als hätten sie nichts mehr zu verlieren, wollen wir nicht erleben.

    (Anmerkung: Wer auf Lehramt studiert, hat automatisch eine Lücke zwischen Examen und beginn des Referendariats in der Schule – die meisten können diese nur mit Hartz4 füllen und werden in die wildesten Maßnahmen gesteckt, obwohl sie den Arbeitsvertrag schon in der Tasche haben.)
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    Infamia
    24. Februar 2014 10:21 Uhr

    18. Controlling, die Wurzel allen Übels

    Einer der Hauptgründe für das Versagen der Argen liegt wohl auch im Controllingwahn begründet. Man spricht von Fällen, Fallmanager und jeder halbwegs berufserfahrene Mensch, der schon mal in einem größeren Unternehmen gearbeitet hat, kann sich ungefähr denken, worauf das dann am Ende hinausläuft. Der Fallmanager hat eine bestimmte Anzahl von Fällen und wird danach bemessen, wie schnell er diese wieder in Lohn und Brot bekommt. Und was ist da einfacher, als Menschen in Qualifikationsmaßnahmen zu stecken, wo der Aufwand gering, das Ergebnis aber schnell erreichbar ist. Wer IT-ler in Excel- und Word-Kurse steckt, um sie vom Tisch zu haben, ist genau Opfer dieses Controllingwahns. Er hat sein Soll erfüllt, wenn auch nur oberflächlich.

    Ich höre immer wieder von sinnlosen Qualifikationsmaßnahmen, wie Bewerbertrainings, Rechtschreibkursen, Office-Kursen ect. Teilweise für Menschen, die schon jahrelange Berufserfahrung aufweisen, also bewiesen haben, dass sie nicht ihr halbes Leben auf dem Baum geschlafen haben. In die Tiefe gehen die wenigsten Kursen, es sind einfach nur Parkplätze, um Fälle vom Tisch zu haben. Wenn man den ein oder anderen dann noch als Sicherheitspersonal vermittelt bekommt, hat der Mohr seine Schuldigkeit getan. Geholfen hat es aber weder dem Betroffenen, noch der Allgemeinheit, die dieses Bürokratiemonster über Beiträge finanzieren darf. Man kann nur hoffen, nicht in die Mühle dieses Wahnsinns mit System zu geraten.
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    Reno67
    24. Februar 2014 10:26 Uhr

    22. Fordern und Fördern

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade das mit Fordern und Fördern sehr einseitig gehandhabt wird. Voarallem Fordern ist die Devise. Bewerbungstraining, mit denen die zuständigen außensthenden Träger sich dumm und dämlich verdienen,bekommt man immer. Alles darüber hinaus, schwierig. Fort, Weiter und Umschulungen werden nur genehmigt, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Und die haben auch etwas damit zu tun, welche beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen man vorher gesammelt hat. Völlig un interessant, ob man seinen erlernten Beruf noch ausführen kann oder nicht. Wenn man keine abgeschlossene Berufsausbildung hat sind die Türen zu einer Umschulung oder längerer Fortbildung gleich zu !

    „…..Solche Jobs dürfen ja keine anderen Arbeitsplätze verdrängen, trotzdem sollen sie so nah am Markt wie möglich sein. “
    Herr Kratz hat wie viele Andere auch vergessen, dass eben genau das mit dem Projekt „Bürgerarbeit“ versucht wurde und kläglich scheiterte !
    Viel sinnvoller wäre zb. ein Modell, wie es in Holland gemacht wird. Da wo wirklich Defizite in Krankenhäusern, Schulen, Verwaltung sind, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das kostet zwar erst einmal. Aber auf lange Sicht lohnt es sich. In Holland fährt man seit Jahren sehr gut damit und kaum jemand ist wirklich lange ohne Job.Wie sollen die Menschen sich wieder als vollwertiger Teil der gesellschaft sehen, wenn ihnen nur Jobs angeboten werden, die nah am regulären Markt sind. Aber nicht vollwertig ?
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    travel in style
    24. Februar 2014 10:59 Uhr

    39. Beispiel:

    Ein naher Verwandter von mir, 48 Jahre alt gewesen, Graphiker (Printmedien) von Beruf, selbständig. Ein schwerer Unfall, ein halbes Jahr ausgefallen mit der Arbeit, Auftraggeber weg. Alter 49 Jahre.

    Danach erst einmal Bewerbungsmarathon, von ca. 300 Bewerbungen bei allen möglichen Werbeagenturen Bundesweit, keine einzige Reaktion. Problem, das Alter.

    Jobcenter, nach ein paar Monaten ein 1,50 Euro Job bei der Neuen Arbeit. Das Ganze 1,5 Jahre lang. Keine Übernahme, wieder Jobcenter. Dann das erste Bewerbungstraining. Was an sich schon lächerlich ist für ihn. Nach 6 Monaten das Zweite Bewerbungstraining. Bei Verweigerung Sanktionen. Es folgen leichte Depressionen. Wieder massenhaft Bewerbungen, keine Reaktion, die Branche ist mehr oder weniger fast zusammen gebrochen.

    Bitte bei der ARGE um die Finanzierung einer Zusatzausbildung als Webdesigner. Abgelehnt. Stattdessen die dritte Massnahme in puncto Bewerbungstraining. Der Witz dabei: irgendwann hat er die Teilnehmer trainiert, die Referenten haben permanent mit Abwesenheit geglänzt. Er hat zu einem Grossteil die Hilfestellungen für die anderen Teilnehmer übernommen.

    Die Krönung irgendwann: eine „Schulung“ für Assistenz Qualitätsmanagment im Bereich METALL! Auch noch mitgemacht, mit Bravour bestanden. Jobaussichten Null, zwischenzeitlich noch Älter, 54 Jahre. Der Hammer: nach einem halben Jahr nochmal Kurs für Bewerbungstraining.

    Wir alle bezahlen es, solche Massnahmen sind teuer!!! Geht’s noch?
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    klasso
    24. Februar 2014 11:13 Uhr

    Unsägliche Dilletanten

    Genau richtig! Mit 55 wurde ich als Anwalt arbeitslos, weil die Kanzlei meines Chefs schloss. Meine Frau war auch dort als Sekretärin angestellt, also beide ohne Job. Mir sagte man, als Jurist gibts nichts! Sie war zu alt mit 49!
    Ich hatte dann für 4 Monate einen Job in einem Büro. Danach wurden ich und meine Frau als Bürokräfte eingestuft. Trotzdem wurde ich gefragt, ob ich überhaupt einen Brief schreiben könne.
    Wenn man irgendwie anderer Meinung ist, kriegt man einen Eintrag, wie in der Schule.

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    Deckerovka
    24. Februar 2014 11:19 Uhr

    48. „Zwang zu sinnlosen Fortbildungsmaßnahmen des Jobcenters“

    Bevor ich arbeitslos wurde, habe ich drei Jahre lang für einen Onlinehandel als Content Managerin gearbeitet und war verantwortlich für Warenwirtschaftssysteme, den Bau von Websiten das Schreiben von Werbetexten und PR Konzepten.
    Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wurde ich in eine Fortbildungsmaßnahme des Jobcenters gezwungen: dort habe ich gelernt, was eine Tastatur ist und wie ich mit der Maus umgehe. In der zweiten Woche wurde mir beigebracht, wie ich mit MS Word arbeite und einen Brief schreibe. Ich musste diese Maßnahme absolvieren, da mich das Jobcenter sonst wegen fehlendem Willen zur Mitarbeit und zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sanktioniert hätte (Wiedereingliederungsvertrag zw. Jobcenter und Arbeitslosem, ist Norm).

    Im Kurs saßen noch drei Weitere Fälle wie ich, (Informatiker, Programmierer etc.). Uns wurde am ersten Tag vom Kursleiter gesagt, wir sollten dann doch bitte Solitär spielen, wenn wir das mit der Tastatur und der Maus schon können, das macher er immer so mit allen, die die Grundlagen der Arbeit mit dem PC beherrschen.. Die Maßnahme dauerte zwei Wochen, täglich von 8 bis 15:30 Uhr am Ende der Stadt, Fahrgeld gab’s vom Amt (Monatsticket ÖPNV).
    _______________________

    Deckerovka
    24. Februar 2014 11:26 Uhr

    51. Zusatz

    Ich fragte übrigens miene Bearbeiterin, ob ich nicht eine vernünftige Fortbildungsmaßnahme vom Amt erhalten könne, um bessere KArten auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Ich habe ihr eine Liste mit Vorschlägen und Adressen ausgearbeitet und Argumente dargelegt, weshalb ich dadurch bessere Chancen habe. Ihre Antwort: „Sie haben doch schon eine sinnlose Ausbildung, wozu noch eine?“ (acht Jahre Studium, Gesiteswissenschaften und Pädagogik).
    _________________________________

    Hinweise auf wissenschaftliche Studien:

    Grilleau
    24. Februar 2014 13:06 Uhr

    95. Brisanz der Drohkulisse

    Um die Brisanz der Drohkulisse, die von den Jobcentern gefahren wird, noch einmal vor Augen zu führen, zeige ich Ihnen die Auswirkungen von Sanktionen und Sanktionsandrohungen auf die physische Lage der Betroffenen in signifikanten und zahllosen Fallbeispielen nach.(Vgl. z .B. u.a. Ames 2009, S.43; S.1611; Berliner Kampagne 2008, S.47; S.57; S.63; Griesmeier 2009, S.19ff; Daseking 2009, S.57).

    Die Folgen reichen von Schlafstörungen, Depressionen bis hin zu massiven Schuldgefühlen, die bei vielen Betroffenen schlimmer empfunden werden als „Hunger“ (Ames 2009, S.43 f.). Sanktionen im Zusammenwirken mit weiteren ungünstigen Situationskonstellationen führen meist zu schwerwiegenden psychosomatischen Erkrankungen.

    Die Berliner Kampagne stellt in ihrer Analyse fest: „Die Auswirkungen des Fehlens von gesellschaftlicher Erwerbsarbeit auf die Befindlichkeit des Einzelnen sind gravierend. Diese Belastungen werden noch verstärkt, wenn die Menschen ständiger Sanktionsgefahr ausgesetzt sind:

    Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen, Zwänge, Suchtverhalten, soziale Ängste, psychosomatische Erkrankungen“ (vgl. Daseking 2008, S. 57). Alle Studien, die sich mit Sanktionen auseinandersetzen, weisen zumeist auf die hohe psychische Belastung hin. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da wie schon beschrieben, bereits die Möglichkeit dass Sanktionen ausgesprochen werden können eine disziplinierende Drohkulisse darstellt.Im Extremfall führen sie zu Suizidversuchen.

    ______________________

    friedus
    24. Februar 2014 14:22 Uhr

    114. Malthussches Menschenbild

    Die geistige Heimat dieser Fördern und Fordern-Philosophie, sind die Arbeits- häuser des 16. Jh. Diese wurden auch so abschreckend zuchthausartig ge- staltet, damit für den Armen alles besser wirkte, als diese „Unterstützung“. Der Ökonom T. R. Malthus (19. Jh.) war ja der Ansicht wer es nicht schaffte sein Brot zu erwerben solle gefälligst sterben. Religiös verbrämt: Wer mit Gott war, hatte auch Erfolg. Ein wunderbares Modell für Sozialdarwinisten und die dt. Sozialdemokratie. Man bekämpft den Armen nicht die Armut – doch im 19. Jh. gab man es wenigstens noch zu !
    _______________________

    vGuestrow
    24. Februar 2014 17:20 Uhr

    154. System mit falschen Anreizen (1)

    Ich konnte auch schon meine Erfahrungen mit dem Arbeitsamt (ich spreche hier bewusst von „Amt“) machen. Zu meiner Biographie: Abitur, Wehrdienst, Studium, Promotion, während der Promotion zu 75-100% als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet.

    Mitte 2013 lief mein Vertrag an der Universität aus, meine Doktorarbeit war fertig geschrieben – ich musste nur noch verteidigen. Um nicht ein weiteres halbes Jahr zu unterrichten, entschied ich mich gegen die Verlängerung des Vertrages und wollte die zwei Monate zwischen Vertragsende und Rigorosum meinen Anspruch als der ArbeitslosenVERSICHERUNG in Anspruch nehmen. Natürlich liefen schon Bewerbungen, Vorstellungsgespräche usw., aber jeder der promoviert hat weiß, dass es dauern kann, eine passende Stelle zu finden.

    Nichts Böses denkend ging ich dann auf das Amt und schon beim ersten Gespräch traf mich der Schlag.

    – Die Betreuerin war intellektuell nicht in der Lage, den Unterschied zwischen einer Hiwi-Stelle und einer 100%-Stelle als wissenschafticher Mitarbeiter zu unterscheiden.

    – Ein Promotionsstudium war ihr unbekannt (obwohl es in dem Formular einen Haken, aber sie wusste eben nicht, was dahinter steckte).

    – Ich versicherte, dass ich selber Jobs suchen würde und keine Hilfe bräuchte. Daraufhin wurde die „Beraterin“ fast schon aggressiv und verlangte von mir, mich auch auf Stellen zu bewerben, die von ihr angeboten werden. Die Stellen passten natürlich nicht auf mein Profil.
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    vGuestrow
    24. Februar 2014 17:29 Uhr

    155. System mit falschen Anreizen (2)

    Einen Tobsuchtsanfall bekam ich, als nach EINER Woche Arbeitslosengeld EINS ein Schreiben im Briefkasten lag mit einer Aufforderung, mich für ein Lageristen-Recruiting-Seminar zu bewerben. – der Wunschjob eines promovierten Dipl.-Kaufmanns. daraufhin äußerte ich meinen Ärger und fragte nach, was die Grundlage für einen derartigen Schwachsinn sei. Man erwiderte mir dann, dass es einfach einen Verteiler gäbe, auf den alle Arbeitslosen in meinem Bezirk kämen, unabhängig von der Qualifikation. Am Ende führte meine Beschwerde immerhin dazu, dass ich nicht zu diesem dummen Recruiting-Event musste.

    Nach genau vier Wochen hatte ich meinen Job, sodass dieser Ärger für mich schnell zu Ende war, aber ich bin immer noch wütend, wenn ich daran denke, wie man von diesem Amt behandelt wird.

    Diese „Beamten“ sind zu NICHTS fähig – vielleicht können sie einen Maurer auf eine Maurerstelle vermitteln, aber sobald es etwas komplexer wird, kann man es vergessen.

    Die „Beamten“ kennen den Arbeitsmarkt nicht, differenzieren nicht nach Qualifikation und sind in der Regel noch unfreundlich und unverschämt.

    Besonders schlimm finde ich, dass die interenen Mechanismen falsche Anreize setzen. Es geht nicht darum, Leute einen adäquaten Job zu vermitteln, sondern man muss jemand eine gewisse Anzahl „passender“ Angebote schicken oder eine gewisse Anzahl an Terminen bearbeiten… Das System muss am Leben gehalten werden.

    Ich bin mir sicher, dass man 50% der Stellen streichen könnte…
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    mutwillig
    24. Februar 2014 18:35 Uhr

    168. Gewollt

    Ich (Theaterpädagoge) war vor 14 Tagen nach gescheiterter Selbstsändigkeit neulich bei meinem freundlichen Jobcenter. Ich fragte nach einer Umschulung/Ausbildung zum Erzieher, die ja (insbesondere männliche) händeringend gesucht werden. Antwort der Arge: In keinem Fall, das ist eine schulische Ausbildung, da fallen sie sofort aus dem Bezug heraus. Auf meine Frage, ob sie mir denn evtl. behilflich sein könnte, eine Stelle für eine berufsbegleitende Ausbildung zu finden, verneinte sie ebenfalls. „Das dürfe sie nicht.“ Sie fügte hinzu: „Sie machen jetzt etwas praktisches. Ich bin bereit ihnen die Umschulung zum Forstarbeiter oder Lokführer zu bewilligen.“

    Dieses Gespräch und meine Erfahrung während der Selbstständigkeit mit der Arge haben mir sehr deutlich vor Augen geführt, das es politisch nicht erwünscht ist, das irgendwer aus diesem sozialen Keller wieder herauszukommt. Zu wichtig sind die billigen und frei Verfügbaren Arbeitskräfte für die Gewinnmaximierung der Unternehmen. Falls es jemand doch versuchen sollte, wird er zunächst und zuallererst den Widerstand der Argen überwinden müssen.
    Ich selber habe für mich die Entscheidung getroffen, das wenn diese Gesellschaft meine Arbeiskraft und meine Talente nicht haben will, sie dann eben ohne diese auskommen muß. Ich werde mit Sicherheit nicht Lokführer, nur weil irgendeine hirnverbrannte Sachbearbeiterin bei der Arge das für sinnvoll hält.
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    Capricia
    24. Februar 2014 20:32 Uhr

    183. Noch ein Beispiel teurer Maßnahmen, die in die Hose gehen

    Ein Kurs für arbeitslose Geisteswissenschaftler. Sie sollen ihre Fremdsprachenkenntnisse aufbessern und durch Fächer wie Außenhandel, Wirtschaftsrecht, Rechnungswesen etc. für den Einsatz in der Wirtschaft fit gemacht werden.

    Das Weiterbildungsinstitut, das für jeden Akademiker Unsummen kassierte, stellte einen „Französischlehrer“ ein.

    Der war auf dem Niveau Klasse 10, während 6 der 10 Teilnehmer ein Romanistikstudium absolviert hatten. 3 weitere Teilnehmer waren französische Muttersprachler .

    Da ging nichts mehr, aber das „Bildungsinstitut“ kassierte Unsummen.
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    tagesschau
    24. Februar 2014 22:09 Uhr

    193. Absurder Schein…

    Die Konsequenz der Hilflosigkeit von „Jobcentern“
    ist die „Vermittlung“ in Scheinjobs.

    Diese ist eine Scheinvermittlung.

    Die Maßnahmen der „Jobcenter“ sind daher überwiegend absurd, kafkaesk, kreisdrehend, nihilistisch.
    Die „Jobcenter“ sind Institutionen, die vorwiegend für sich selber da sind, damit sie da sind und sich selbst erhalten. Deshalb müssen sie die Sinnhaftigkeit ihrer sinnlosen Maßnahmen behaupten, da sie anderenfalls ihre eigene Abschaffung fordern müssten. Maßnahmen müssen sinnvoll sein, weil sie vom Amt kommen. Und das „Jobcenter“ ist sinnvoll, weil es Maßnahmen verhängt. So sagt es ja auch die Dienstvorschrift… Diese kann nicht falsch sein, weil sie doch den Dienst regelt…
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    Grilleau
    24. Februar 2014 22:32 Uhr

    195. Teil I Wir brauchen eine Agentur vom Bürger für den Bürger

    Das Moloch Bundesagentur für Arbeit wird aufgelöst. Wir brauchen eine Agentur vom Bürger für den Bürger …

    Ein Reinigungsprogramm für den Volkskörper durchlaufen wir gerade mit größter Intensität: der Parasit, der Sozialschmarotzer, der faule Drecksack wird mit der größten Behörde in Deutschland gejagt: 123000 Mitarbeiter verfolgen ihn bis in sein Haus, durchsuchen seine Räume, seine Konten, kontrollieren die Anzahl seiner Zahnbürsten und können ihn jederzeit von jeglicher Versorgung abschneiden, damit er die Wirkung von Hunger und Kälte am eigenen Leib erfahren kann … manchmal auch bis zum Eintritt des Todes.

    Hört sich schon schlimm an, wenn man es so formuliert, oder? Würden wir das von einem anderen Land hören, wir wären voller Spott und Häme, doch die bundesdeutsche Leistungsgesellschaft mit ihrem ausgesprochenem Hass gegen “Minderleister” (was eigentlich nur Menschen mit wenig Geld bezeichnet und keinerlei Bezug zur Art und Weise des Gelderwerbs hat: auch Zuhälter, Drogenbarone und Anlagebetrüger werden mit größtem Respekt behandelt – wenn der Kontostand stimmt) denkt sich nichts dabei: immerhin sind wir eine Leistungsgemeinschaft, ein einziger Volkskörper, der zusammenhält um die Weltmeisterschaft im Export zu erlangen. Wir sehen das halt alles nur sportlich – nicht politisch.
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    nebelkerze
    24. Februar 2014 22:34 Uhr

    196. Änderung nicht in Sicht.

    Ich verstehe nicht, was diese ganzen Erkenntnisse bringen? Es ist vielleicht als wissenschaftliche Fragestellung interessant, aber sonst unerheblich. Man kann sich tierisch darüber aufregen und zig Beispiele anführen. Es hat sich nichts zum Besseren geändert und es wird sich auch in Zukunft nichts verbesseren. Das ist eine intrinsische Invariante dieser Gesellschaft. Sich zu empören alleine bringt nämlich garnichts. Man sollte auch nicht vergessen, dass hier in den Kommentaren tendentiell eher die Hartz-4-Gegner schreiben und nicht die unzähligen Befürworter, die der Meinung sind, Arbeitslose wären einfach nur faul, zu träge und ungebildet — sprich ein einziges selbstverschuldetes Ärgernis. Es ist auch nicht ein alleiniges Problem der Auslegung der Sozialsysteme. Man könnte fast den gesamten Arbeitsmarkt als Problemfall anführen. Viele haben es nur noch nicht bemerkt. Allgemein das gesellschaftliche Klima in Deutschland ist zum Erbrechen. Da kommt es auch nicht auf die Details der Vergütung der Sozialleistungen an. Auch der reine materielle Wohlstand ansich ist kein Maß. Schon garnicht für Glück. Es ist die Atmosphäre in diesem Land, die einfach nur abstossend und vergiftet ist. Ich beneide Jeden zutiefst, der die Möglichkeit hat, dieses Land für immer zu verlassen.
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    Grilleau
    24. Februar 2014 22:36 Uhr

    197. Teil II Wir brauchen eine Agentur vom Bürger für den Bürger

    Die Vorläufer der Arbeitsämter wurden im Aufwind der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung bereits Ende des 19. Jahrhunderts von der ersten Frauenbewegung gegründet. Ziel war die Berufsförderung von Frauen und Hilfe für die Arbeitslosen. Staatliche Arbeitslosenpolitik realisierte sich erst 30 Jahre später: 1927 wurde die Reichsanstalt f. Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung gegründet, um das Risiko der Arbeitslosigkeit abzusichern. 1933 Gleichschaltung d. Reichsanstalt, Abschaffung d. freien Berufswahl zu Gunsten d. „Lenkung der Arbeitskräfte”, (Einführung v. Arbeitsdienst usw.) 1938 Einführung d. Arbeitspflicht. Nach Kriegsbeginn waren die Arbeitsämter auch i. d. überfallenen und besetzten Ländern für Rekrutierung, Organisation u. Verteilung der Zwangsarbeiter für die Kriegswirtschaft im Reich zuständig. 1952 Neugründung der Bundesanstalt f. Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung. 1969 Mit d. Verabschiedung d. Arbeitsförderungsgesetzes (mehr Dienstleistungsbehörde) Umbenennung i. Bundesanstalt für Arbeit (mit neuem roten Logo A) 2004 Im Rahmen der Umsetzung d. „3. Gesetzes f. moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt” (Hartz IV) Umbenennung u. Umorganisierung d. Anstalt in eine Bundesagentur für Arbeit.

    Grilleau
    24. Februar 2014 22:36 Uhr

    198. Teil III Wir brauchen eine Agentur vom Bürger für den Bürger

    Kürzung d. Leistungsdauer aus d. Sozialversicherung, Zusammenlegung v. Arbeitslosengeld u. Arbeitslosenhilfe zum Alg II (einer knapp bemessenen Fürsorgeleistung auf Sozialhilfeniveau) für alle Langzeitarbeitslosen; Abschaffung d. freien Berufswahl; Zumutbarkeit jeder Arbeit bis an die Grenze zur Sittenwidrigkeit; 1-Euro-Arbeitspflicht; Anwendung repressiver Mittel mit Zwangscharakter. Härtester Sozialeinschnitt i. d. Nachkriegsgeschichte. Von den 15 (bis auf eine Frau) männlichen Mitgliedern der Hartz-Kommission, die dieses Gesetzeswerk erarbeitet haben, waren mehr als die Hälfte Wirtschaftsmanager. McKinsey war auch dabei. NOCH FRAGEN? ENDE!!
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    Karl63
    25. Februar 2014 9:25 Uhr

    211. Im März 2013 hat Franz Müntefering

    dem Hessischen Rundfunk ein (telefonisches) Interview gegen, darin verstieg er sich doch glatt in die Behauptung, ohne die AGENDA 2010 / Hartz IV würden hier längst „Verhältnisse wie in Griechenland“ herrschen. Selbst wenn man berücksichtigt, es war der Beginn des Bundestagswahlkampf, zeigt dies doch sehr präzise die Politik hat ein massives Wahrnehmungsproblem.
    Was Dirk Kratz detailliert beschreibt, zeichnete sich schon seit langem ab, alleine die (politisch) Verantwortlichen scheinen dies einfach nicht wahrhaben zu wollen. Einerseits klagt die hiesige Wirtschaft gerne publikumswirksam über den „Fachkräftemangel“, andererseits sprechen die vielen Kommentare dazu eine ganz andere Sprache. Wer qualifiziert und auf ALG II angewiesen ist, der erfährt nicht selten eine Behandlung, die auf die Dauer völlig kontraproduktiv ist.
    Was einst als weitreichensdste Sozialreform seit Jahrzehnten gepriesen wurde, reduziert sich zunehmend auf einen andere Bürokratie, die die Probleme verwaltet – im Zweifelsfall zu Lasten der Betroffenen.
    Ob dies Frau Nahles überhaupt wahrhaben will ?
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    ebsw
    25. Februar 2014 13:24 Uhr

    238. Banalität des Bösen

    In Hartz-IV und mit den Jobcentern feiert die Banalität des Bösen fröhliche Urständ. Das, was der Autor festgestellt hat, dürften inzwischen Millionen Arbeitslose erlebt haben. Die Frage ist deshalb, warum so ein System nun bald in sein 10. Jahr geht. Das ist den stummen, unwissenden, gleichgültigen Mitarbeitern der Jobcenter zuzuschreiben. Geschichte wird immer von Menschen gemacht. Erst die Menschen lassen aus der Idee die Tat werden. So diejenigen Jobcentermitarbeiter, die sich nun schon fast 10 Jahre so benehmen, als hätten sie keinen Verstand – oder kein Gewissen – oder beides nicht.
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    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview/seite-3?commentstart=89#comments

  47. >In Gesetz gegossene Verfassungswidrigkeit<

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=15274

    • Der Beitrag erschien am 28.11.2012 auf den Nachdenkseiten.

      Lutz Hausstein (44), Wirtschaftswissenschaftler, ist als Arbeits- und Sozialforscher tätig. In seinen 2010 und 2011 erschienenen Untersuchungen „Was der Mensch braucht“ ermittelte er einen alternativen Regelsatzbetrag für die soziale Mindestsicherung. Ko-Autor des Buches „Wir sind empört“ der Georg-Elser-Initiative Bremen

  48. Hinweise auf wissenschaftliche Studien:

    >Grilleau
    24. Februar 2014 13:06 Uhr

    95. Brisanz der Drohkulisse

    Um die Brisanz der Drohkulisse, die von den Jobcentern gefahren wird, noch einmal vor Augen zu führen, zeige ich Ihnen die Auswirkungen von Sanktionen und Sanktionsandrohungen auf die physische Lage der Betroffenen in signifikanten und zahllosen Fallbeispielen nach.(Vgl. z .B. u.a. Ames 2009, S.43; S.1611; Berliner Kampagne 2008, S.47; S.57; S.63; Griesmeier 2009, S.19ff; Daseking 2009, S.57).

    Die Folgen reichen von Schlafstörungen, Depressionen bis hin zu massiven Schuldgefühlen, die bei vielen Betroffenen schlimmer empfunden werden als „Hunger“ (Ames 2009, S.43 f.). Sanktionen im Zusammenwirken mit weiteren ungünstigen Situationskonstellationen führen meist zu schwerwiegenden psychosomatischen Erkrankungen.

    Die Berliner Kampagne stellt in ihrer Analyse fest: „Die Auswirkungen des Fehlens von gesellschaftlicher Erwerbsarbeit auf die Befindlichkeit des Einzelnen sind gravierend. Diese Belastungen werden noch verstärkt, wenn die Menschen ständiger Sanktionsgefahr ausgesetzt sind:

    Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen, Zwänge, Suchtverhalten, soziale Ängste, psychosomatische Erkrankungen“ (vgl. Daseking 2008, S. 57). Alle Studien, die sich mit Sanktionen auseinandersetzen, weisen zumeist auf die hohe psychische Belastung hin. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da wie schon beschrieben, bereits die Möglichkeit dass Sanktionen ausgesprochen werden können eine disziplinierende Drohkulisse darstellt.Im Extremfall führen sie zu Suizidversuchen.<

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview/seite-3?commentstart=89#comments

  49. Übrigens, ich bin der Meinung, wir müssen uns DRINGENSD organisieren.

    Ich meine die, welche sich bisher um Inge Hannemann geschart haben und natürlich darüber hinaus. Überregional, und im Sinne und Weiterführung ihres Gedankens und Initiative. Einerseits ginge es um kürzere Informationswege, andererseits mittelfristig um Entlastung von Inge und Gestaltung von tatkräftigen gemeinsamen Aktionen, und allem, was mit Druck-Unterstützung, zur Petition, und mit H4 zusammenhängt. Sonst sehe ich, dass die von Inge zusammengetrommelte Gemeinschaft von über 90.000 Unterschriften zur Nach-Petitionszeit wieder auseinanderbricht. FB allein kann das nicht leisten. Und Inge alleine sicher auf Dauer auch nicht! Mir schwebt ein e.V. vor. Später, wenn das geht, auch ein Dachverband.

    Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir das zum Sommer auf die Reihe bekommen. Wir brauchen die synergetischen Kräfte eines „DRUCK VON UNTEN“, mit entsprechender Sichtbarkeit und Außenwirkung.

    LG,
    H.-W.

    • @H.-W.,

      sehr gut!
      Meine positive Einstellung dazu habe ich Dir bereits telefonisch geben können.

      • Ja Tanguero. Danke.
        Habe auch mit einigen anderen sprechen können, die der sehr Sache positiv gegenüberstehen, und aktiv teilnehmen wollen. Auch Inge weiss bescheid.
        Wir brauchen aber noch mehr aktive auch hier aus dem Forum. Bitte äußert euch doch mal dazu.

        LG,
        H.-W.

      • Ach so, noch eines. Mit Katja Kipping habe ich diesbezüglich auch sprechen können. So weit ich sie verstanden habe, ist sie durchaus bereit, da mitzumachen. Ein paar weitere prominente Köpfe werden der Sache sicherlich gut tun.
        LG,
        H.-W.

        • Naja das funktioniert doch, hier und da schnell ein paar Prominente an die man sich heften kann.Katja hat ja jetzt erst einmal damit zu tun, den Tag der Arbeit, in den Tag der Gerechtigkeit um zu nennen!
          Trotzdem, das erhabene Gefühl nicht für Frau Hannemann den persönlichen Schützer spielen zu müssen, sonder sich als wichtig wahr zu nehmen…dass ist nicht zu unterschätzen.
          Jetzt sag noch einer HartzIV ist nur schlecht, es motzt so manchen Minderwertigkeitskomplex einmal richtig auf!!
          Gruß an die Parallelwelt hier, ihr seit ja nicht einmal mehr im Heute, da die Politik wohl schnell überfordernd zu sein scheint!

          • @Anette,

            besser konntest Du Dich ja nicht ausgrenzen und belegt erneut meine vielen Aussagen zu Dir!
            Wer hat hier wohl ein „Persönlichkeitsproblem“?

          • Anette, wir wollen uns nicht „anheften“, sondern selbst initiativ, aktiv werden. So rum wird ein Schuh draus. Das eigene Ego kann man ruhig hintenan stellen.
            Mit solcher Art Vorwürfen sind scheinbar einige unterwegs…

          • „…das erhabene Gefühl nicht für Frau Hannemann den persönlichen Schützer spielen zu müssen …“

            Neidisch?

            • Die ganze Aussage ist völlig unsachlich. Mal abgesehen von den persönlichen Übergriffen bedeutet das ganz allgemein, dass quasi jeder der einen Verein gründet Minderwertigkeitskomplexe hat, die eigentliche Sache zur Nebensache mutiert und wenn dann noch Promis mitmachen, auweia…

              • Ohweh, die Annette hat wirklich ein Problem. Mit sich selbst. Das muss sie aber wohl selbst mit sich bereinigen. Klingt schwer.

    • @H-W . Deinen Vorschlag eine e.V oder einen Dachverband zu gründen ,kann ich nur unterstützen .Inge kann es auf Dauer nicht alles alleine machen.Sie braucht da unsere Unterstützung .wir sollten uns kobkret überlegen ,wie es von statten gehen soll ,und konkret wie wir dann hin kommen ? Ich bin gerne bereit dies zu unterstützen !

    • Jawohl, es ist dringend notwendig, sich zu organisieren!
      Daran besteht für mich nicht der geringste Zweifel.

      Aber schauen wir auch einmal auf die Realität:

      2005 wurde Hartz IV eingeführt. Das ist jetzt neun Jahre her. Neun lange Jahre, in denen die neoliberalen Kräfte dieses Landes ihre feuchten Träume in den Jobcentern ausleben konnten!

      Was ist bis jetzt von Betroffenenseite aus geschehen? Es wurde sich empört und gelabert – viel gelabert. Ich denke, auch die nächsten 20 Jahre werden im Wesentlichen nur mit Labern verbracht. Bis dahin ist der Sozialstaat wohl nur noch ein Thema für das Geschichtsbuch.

      (Sorry, war jetzt wohl nicht sonderlich konstruktiv, aber ich bin diesbezüglich mittlerweile einigermaßen desillusioniert.)

      Den guten Ideen müssen auch Taten folgen, sonst verbleibt alles auf der Ebene eines intellektuellen Kaffeeklatsches (man müßte, könnte, sollte).

      Humanist

    • @H.-W.

      Ein Verein für Menschenrechte und Sanktionsfreiheit?

      Ich mach mit!

  50. Unser Problem ist ,das einfach noch zu viele in der Bevölkerung zu gehorsam sind !
    Matt Damon -Unser Problem ist ziviler Gehorsam : https://www.youtube.com/watch?v=1B3L6I-uhH8#t=16

    • Sie haben das Wort NEIN und dessen Bedeutung verlernt. Viele seelische Erkrankungen resultieren zudem aus diesem Manko. Nicht unabdingbar funktionieren wie andere das wollen sondern ausprobieren wie andere darauf reagieren wenn man seine eigene Überzeugung dar stellt und dann überrascht sein wie sehr die eigene Meinung aufgegriffen wird wäre ein guter Therapieansatz um endlich die lange vermissten Änderungen a nzu stoßen.

  51. Inge Hannemann: „Ja, Deutschland hat eine soziale Absicherung. Das ist unserem Sozialrechtsstaat geschuldet. Aber führt diese Absicherung auch zur sozialen Gerechtigkeit? […] Die Menschenwürde ist unantastbar und eine Würde darf niemals von einem Behördenapparat abhängig sein. Ein Existenzminimum muss in jedem Fall und zu jeder Zeit sichergestellt werden. […] Die Keule der Sanktionen oder deren Androhung und Wissen darum, führt zur Erpressbarkeit bei den Betroffenen. So lassen sich die Erwerbslosen in jede Art von Tätigkeit, da ja jede zumutbar ist, pressen.“

    Die Bundesrepublik Deutschland ist angeblich ein freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat in denen die Menschenrechte gelten.
    Wo sind aber die Menschenrechte, wenn in diesem Land das Existenzminimum von Hartz-IV-Empfängern zu 100% sanktioniert werden kann? Demokratie und Menschenrechte, die wir immer gerne in andere Länder exportieren möchten, gibt es in Deutschland ebenso wenig wie in autoritären Staaten, denen man die Nichtexistenz von Demokratie und Menschenrechten so gerne vorwirft. Exportieren kann man nur etwas das man selbst besitzt, und bei Demokratie und Menschenrechten mangelt es gewaltig in unserem Land. Demokratie (Herrschaft des Volkes) sieht anders aus als die Pseudodemokratie die wir in Deutschland haben. Wir leben in einer Plutokratie (Reichtumsherrschaft), in der die immer größer werdende Kluft zwischen Reich und Arm von den Mainstreammedien heruntergespielt wird. In einem Land wo das Geld regiert, da haben Menschenrechte keine Bedeutung mehr.

    Schauen wir uns einmal die sozialen Menschenrechte an, die in Deutschland eigentlich auch für Hartz-IV-Bezieher gelten.
    1. Recht auf Selbstbestimmung
    2. Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung
    3. Schutz von Familien, Schwangeren, Müttern und Kindern
    4. Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, einschließlich angemessener Nahrung
    5. Recht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand
    6. Recht auf Bildung
    7. Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben

    1. Recht auf Selbstbestimmung?
    Mit der Unterschrift im Jobcenter hat der Hartz-IV-Empfänger sein Recht auf Selbstbestimmung abgegeben. Wenn erwachsene Menschen in jeder Lebenslage vom Jobcenter ohne Mitspracherecht an der Hand geführt werden dürfen, dann ist die Selbstbestimmung zur Fremdbestimmung geworden. Fremdbestimmung bedeutet Abhängigkeit von fremden Einflüssen bzw. vom Willen anderer und ist genau das Gegenteil davon, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

    2. Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung?
    Das Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung bedeutet sicherlich nicht, dass von der Bundesagentur für Arbeit und deren SGB II der Artikel 12 des Grundgesetzes (Berufsfreiheit) in den Mülleimer geworfen werden darf. Nach § 10 SGB II (Zumutbarkeit) muss aber der Hartz-IV-Empfänger jede noch so entwürdigende Arbeit für einige Euros annehmen. Dass der Artikel 12 GG hier mit dem § 10 SGB II kollidiert, erkennt man auch ohne dass man ein Jurastudium absolviert haben muss. Es sollte eigentlich bei Politikern und auch bei den Verantwortlichen der BA zur Allgemeinbildung gehören, dass das Grundgesetz mehr Gewicht hat als andere Gesetzestexte und folglich somit auch mehr als das Sozialgesetzbuch. Weshalb Politiker (18% der Abgeordneten sind Juristen) und eine Bundesbehörde, wie die Bundesagentur für Arbeit, sich nicht an lex superior derogat legi inferiori halten („Das höherrangige Gesetz verdrängt das niederrangige“) und weshalb das Bundesverfassungsgericht diese Eigenmächtigkeit nicht rügt, ist schon sehr merkwürdig.

    3. Schutz von Familien, Schwangeren, Müttern und Kindern?
    Bei der momentanen Sanktionspraxis ist der angebliche Schutz von Familien, Schwangeren, Müttern und Kindern wohl eher ein Witz. Wenn die ehemalige Arbeitsministerin, deren Name ich hier gar nicht mehr erwähnen möchte und die selbst Mutter von sieben Kindern ist, ihre Untergebenen in der BA bzw. in den Jobcentern angewiesen hatte sogar schwangere Frauen zu sanktionieren, dann ist klar, dass mit dem Schutz von Familien, Schwangeren, Müttern und Kindern nur diejenigen gemeint sind, die noch nicht durch das Sieb von Hartz-IV gefallen sind. Inwieweit diese Frau ihrem Eid als Ärztin (ärztliche Ethik) und ihr soziales Handeln als damalige Chefin des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gegenüber schwangeren Frauen und hungernden Kindern nicht nachgekommen ist, dazu kann sich ja jeder seine eigene Meinung bilden. Im BMAS steckt das Wort Sozial. Sozial kommt aus dem Lateinischen socialis und bedeutet „gemeinschaftlich“. Das Gegenteil, also asozial, bedeutet „gemeinschaftsschädigend“. Bei nüchterner Betrachtung ist das was das BMAS und die BA seit Jahren mit Millionen von Menschen machen, gemeinschaftsschädigend also asozial.

    4. Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, einschließlich angemessener Nahrung?
    Bei knapp 400 € im Monat ist ein angemessener Lebensstandard sowie gesunde Nahrung für den Hartz-IV-Empfänger schon nicht zu realisieren. Wenn dann noch eine Sanktion dazu kommt, verkehrt sich der angemessene Lebensstandard in einen Kampf ums reine Überleben (siehe zum Lebensstandard auch den Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 9.2.2010 – 1 BvL 1/09 BVerfG – wird darüber hinaus von unseren Politikern total ignoriert beziehungsweise solange uminterpretiert bis es in ihr Konzept passt.

    5. Recht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand?
    Bei einer 100% Sanktion entfällt die Krankenversicherung vollständig. Aber auch wenn nicht sanktioniert wurde, hat der Hartz-IV-Empfänger kein Geld für Zahnersatz, Brille, Medikamente, Vorsorgeuntersuchungen und andere Dinge, die ein Leben im „besten erreichbaren Gesundheitszustand“ gewährleisten würden. „Wer arm ist, der braucht auch keine Krankenversicherung“ ist in den USA ja übliche Praxis. In Deutschland möchte die herrschende Politik ein Leben ohne Krankenversicherung für arme Menschen sicherlich auch bald umsetzen.

    6. Recht auf Bildung?
    Wenn man 15-jährige Schüler aus Hartz-IV-Familien zwingen kann vorzeitig die Schule zu verlassen, um in einen Hilfsarbeiterjob zu arbeiten, dann ist das also nach Meinung der momentanen Politik „Recht auf Bildung“. Wenn man arbeitslose Akademiker in Hilfsarbeiterjobs zwingt (siehe oben: § 10 SGB II), nur damit in der Arbeitslosenstatistik z.B. keine Naturwissenschaftler und Ingenieure auftauchen, dann möchten unsere Politiker sicherlich nicht, dass noch mehr gut ausgebildete Menschen in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. Somit ist ein „Recht auf Bildung für Alle“ für unsere Politiker wohl eher ein Übel das bekämpft werden muss, da es ohnehin in einer Welt voller Maschinen, Computer und Automaten keine Jobs mehr gibt. Ungebildete bzw. ungelernte Menschen lassen sich schließlich auch besser lenken und sehen in der Arbeitslosenstatistik auch besser aus als arbeitslose Akademiker, Abiturienten, Meister, Kaufleute und Handwerker mit Gesellenbrief. So gesehen macht es natürlich Sinn, dass man 15-jährige Schüler zum Schulabbruch zwingt.

    7. Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben?
    Eine Karte für das örtliche Theater, der Oper, der Konzerthalle, dem Museum, dem Kino, dem Zoo oder vielleicht etwas Geld für einen Kurs z.B. an der Volkshochschule, der einfach nur Spass macht und der nicht nur dafür da ist damit die BA ihre Arbeitslosenstatistik schönen kann, ist mit dem Geld, welches nach Abzug aller anfallenden Kosten gerade noch dafür ausreicht um nicht zu verhungern, für einen Hartz-IV-Bezieher nicht bezahlbar und damit ist eine Teilhabe am kulturellen Leben für ihn auch nicht machbar.
    Vielleicht ist mit dem Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben aber nur gemeint, dass der Hartz-IV-Bezieher sich die Lügengeschichten in den Medien über sich anhören darf.

    Fazit:
    Die Menschenrechte wurden für Millionen von Menschen einfach aufgehoben und niemand in Deutschland scheint das ernsthaft zu stören.
    Das Bundesverfassungsgericht ist scheinbar zu einer Karnevalsveranstaltung mutiert, in denen Leute in roten Kostümen sitzen und Urteile sprechen, an denen sich unsere gewählten Büttenredner in Berlin aber nicht mehr halten. Wenn unsere Politiker sich schon nicht daran halten, was die „Hüter des Grundgesetzes“ in Karlsruhe vorgeben, wie kann man dann von dem kleinen Jobcenter-Mitarbeiter, der intellektuell vielleicht nicht so ganz auf der Höhe ist wie man es für die Ausübung dieses Amts eigentlich sein sollte, verlangen, dass er sich an das Grundgesetz und die Menschenrechte zu halten hat? Das man von der BA suspendiert bzw. entlassen wird, wenn man als JC-Mitarbeiter es wagt eigenständig zu denken und einen höheren IQ besitzt als von der BA erwünscht ist, ist ja seit Hannemann und Kallwass auch kein Geheimnis mehr. Die Suspendierung von Frau Hannemann lässt doch nur den Schluss zu, dass die BA nur noch JC-Mitarbeiter haben möchte, die vom Grundgesetz und den Menschenrechten noch nie etwas gehört haben, und die ohne darüber zu reflektieren jede Perfidität die sich die BA ausdenkt einfach stur ausführen.
    Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen – aber das interessiert niemanden von der CDU, der SPD und den Grünen.
    Dem Großteil unserer Volksvertreter ist das Schicksal von Millionen von Menschen in Deutschland total egal. Die träumen nur noch von einem lukrativen Aufsichtsratsposten in der Wirtschaft wenn die eigene Politikkarriere einmal vorüber ist. Diese Politikmarionetten der Wirtschaft interessieren sich nicht für sanktionierte hungernde Hartz-IV-Menschen denen man das Brot aus der Hand geschlagen hat.

    Abschließend lassen wir den französischen Literaturnobelpreisträger François Anatole Thibault, besser bekannt als Anatole France (1844-1924), zu Wort kommen.

    „Die großartige ‚Gleichheit vor dem Gesetz‘ verbietet den Reichen wie den Armen, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln oder Brot zu stehlen.“

  52. Dazu noch ein aktuelles Beispiel!
    http://www.sozialticker.com/saemtliche-arbeitsminister-seit-1949-muessten-ihre-diaeten-fuer-das-nichtstun-an-das-volk-zurueckzahlen_20140502.html
    Es ist nicht gewollt das es Hartz IV Betroffenen besser geht bzw. das sie die Hilfe erhalten die sie wirklich brauchten.
    Im Gegenteil-nur die Arbeitslosenzahlen zählen für die Hartz IV Verantwortlichen, wie die entstehen ist uninteressant.
    Mit 57 Jahren bin ich in Hartz IV gerutscht, keinem brauch ich zu erklären wie es dann weiter geht, oder?
    Es spielt überhaupt keine Rolle ob man jahrelang gearbeitet hat oder nicht.
    In der der Widerspruchsstelle des Jobcenters sitzen ganz schlaue Leute, die können sogar entscheiden ob man Berufserfahrung hat oder den Beruf noch ausüben kann!
    Alle Qualifizierungen die man erworben hat macht ein einziger superschlauer mit einem Widerspruchsbescheid kaputt weil das Jobcenter immer Recht hat,-wenn eine Ampel rot ist und das Jobcenter ist der Meinung die ist grün dann ist die Ampel grün!!!

    Das alles ist für mich aber nicht mehr die Hauptfrage.
    Heute muss man sich fragen-was für Menschen arbeiten dort, was denken Frauen(Männer) die selbst Kinder haben wenn sie andere auf 0 sanktionieren, was denken diese Typen wenn sie Familien zerstören, was denkt ein Herr Alt bei Rechtsvereinfachung von Hartz IV usw.usw.
    Würden diese Typen für Geld alles tun??Haben wir es noch mit Menschen zu tun??

    • „was denken Frauen(Männer) die selbst Kinder haben wenn sie andere auf 0 sanktionieren, was denken diese Typen wenn sie Familien zerstören, was denkt ein Herr Alt bei Rechtsvereinfachung von Hartz IV usw.usw.“

      Ja. Herr Alt. Herr Weise. Herr Schröder. Herr Clement. Herr Westerwelle. Frau von der Lüge. Und auch zahlreiche andere gehören nach meinem Erleben vor den Menschengerichtshof.

      • @ Katja

        Vielleicht wäre die Einführung des Scherbengerichts aus dem alten Athen für unsere Volksvertreter gar nicht so verkehrt. Das athenische Volk ritzte in die Scherben Namen von unliebsamen Personen (Politikern) ein; nach der Wahl wurde die meistgenannte Person für zehn Jahre verbannt. Der ehemaligen Arbeitsministerin Frau von der Leyen (CDU), die auf dem Anwesen ihres Vaters lebt, einem früheren Ministerpräsidenten von Niedersachsen, und die Hunger und Armut höchstens aus Charles Dickens ‚Oliver Twist‘ kennt, würde man so einen Wahlsieg (Scherbengericht) von Herzen einmal gönnen. Bei der politischen Machtgier, die diese Frau befallen hat, wird ihre oberste Chefin sie aber sicherlich bald ohnehin zu Fall bringen. Da hilft ihr auch nicht der Tarnanzug der Bundeswehr, den sie jetzt als Generalissima in ihrem Kleiderschrank hängen hat.

        Ob ihre Nachfolgerin, Frau Nahles (SPD), als Arbeitsministerin im BMAS ein sozialeres Händchen besitzt ist stark anzuzweifeln. Die SPD sollte den Wortfetzen Sozial im Namen Sozialdemokratische Partei Deutschland endlich einmal ausstreichen, da die SPD mit SOZIAL genauso wenig am Hut hat wie die CDU mit CHRISTLICH. Warum der kleine Bürger immer noch eine Partei wählt, die auch heute noch die Agenda eines Mannes feiert, der sich angeblich noch nie seine Haare gefärbt hat, der aber schon als Kanzler Brioni-Anzüge für 4000 € trug und dazu teure Cohiba-Zigarren rauchte, und das nicht erst heute als gut verdienender Lobbyist, ist auch nicht nachzuvollziehen. Wenn ein Hartzer es allerdings schafft 10 Monate nichts zu essen und auch anderweitig das Geld (Existenzminimum) vom Amt nicht anzurühren, dann kann er sich bestimmt auch einen Brioni-Anzug leisten ohne zuerst SPD-Kanzler werden zu müssen. Wenn ich bedenke, dass ich damals immer SPD gewählt habe und was Gerhard Schröder aus dieser Partei gemacht hat, dann wird mir speiübel.

        „Das Herzstück dieser Agenda 2010 unter Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Walter Riester, Wolfgang Clement, Hans Eichel, die Berater Bert Rürup und Peter Hartz und ein paar Vertraute Schröders, die im Hintergrund mitgedacht haben, vor allem sein Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier, war – neben liberalisierte Zeitarbeit, Minijobs, Privatrente – Hartz IV.“ [Quelle: WIKIPEDIA].

        Jeder der noch bei Verstand ist und über ein soziales Gewissen verfügt, der wählt die richtige SPD und die heißt heute „Die Linke“.

        • @Ingo,

          gebe Dir vollumfänglich recht, auch wenn Du meiner Ansicht nach die direkten Einflüsse der Bertelsmann-Gruppe und anderer Lobbyisten auf die Agenda 2010 „unterschlagen“ hast.
          Ich hoffe, dass Dein Fazit endlich bei allen Betroffenen ankommt!

  53. Mir ist schon häufig aufgefallen, dass Sie mit falschen Zahlen arbeiten und damit die Bevölkerung in die Irre führen. So behaupten Sie, dass derzeit auf eine Arbeitsstelle rund 6 Bewerber kämen, da 6 Millionen ALG- II Empfängern lediglich 1 Millionen freie Arbeitsplätze gegenüber stehen würden. Was Sie in Ihren populistischen Aussagen geschickt ausblenden, ist die Antwort auf die Frage, wieviele Menschen von diesen 6 Millionen denn in der Lage sind, von heute auf morgen eine Arbeit aufzunehmen? Unter den 6 Millionen sind beispielseise Leute, die dauerkrank sind und sich am Rande der Erwerbsunfähigkeit bewegen. Ferner gibt es Leute, die sich in Elternzeit befinden oder Angehörige pflegen. Auch diese beiden Gruppen beziehen ALG II, stehen dem Arbeitsmarkt defacto aber nicht zur Verfügung. Dann haben wir einige Kunden, die ein sehr hohes Alter erreicht und mit dem Berufsleben bereits abgeschlossen haben. Ich denke da etwa an einer 63 jährigen Maler, der aufgrund eines Unfalls eine kapputte Schulter hat. Dieser weiß, dass er wegen seines Alters und der gesundheitlichen Einschränkungen ohnehin keine Chance mehr hat. Für ihn ist Hartz VI lediglich ein Übergang zur Rente, was absolut in Ordnung geht. Ferner finden Sie unter den 6 Millionen Menschen viele Kunden, die sich in einer Weiterbildung befinden oder Migranten, die zunächt unsere Sprache lernen müssen. Auch diese Leute können von heute auf morgen keine Arbeit aufnehmen. Was Sie ebenso ausblenden sind die sogenannten Aufstocker, Kunden also, die in Vollzeit arbeiten, vom Jobcenter jedoch ergänzend Leistungen beziehen. Allein das sind ja 1.3 Millione Menschen, wie Sie ausnahmsweise mal richtig erläutern.
    Rechnen Sie jetzt alle genannten Gruppen aus den 6 Millionen heraus, so bleiben nach meiner Einschätzung maximal 1.5 bis 2 Millionen Menschen übrig, die Stand heute in der Lage wären, morgen eine Arbeit aufzunehmen. Und dann sieht bei eine Millionen freien Stellen die Sache schon anders aus, liebe Frau Hannemann. Deswegen zukünftig Ihre Argumentation nicht mit falschen Zahlen untermauern, den das wirkt unseriös. Sie werfen der BA (zurecht) vor, dass dort Statistiken verfälscht werden. Anscheinend haben die Methoden Ihres ehemaligen Arbeitgebers aber auf Sie abgefärbt, da Sie sich die Zahlen ebenfalls so zusammenlegen, bis Ihre Argumetation bestätigt wird. So geht das aber nicht!!!

    • @Frank,

      welche Seite Sie mit Ihren Verdrehungen repräsentieren, dürfte jedem klar sein!
      Ja, es sind viele Menschen, die in der „regulären“ Arbeitslosenstatistik nicht auftauchen.
      Aber selbst wenn man mal von den „offiziellen“ Zahlen ausgeht, kommt auf jede Arbeitsstelle
      mindestens drei Arbeitslose! Das diese Stellen zudem meist befristet und prekär bezahlt sind,
      darf dabei auch nicht vergessen werden.
      An den Grundaussagen, um die es hier eigentlich geht, ändert sich aber nichts!

      Also sollte man solche „Zahlenspielchen“, von welcher Seite auch immer, im richtigen Zusammenhang sehen und der Bevölkerung einmal deutlich machen, wie viele Millionen ausgegrenzt werden,
      nur weil sie keine, oder schlecht bezahlte Arbeit („Aufstocker“) haben und wie die Unternehmen, aber
      auch Maßnahmeträger, zu Lasten der Allgemeinheit subventioniert werden, ohne auch nur den geringsten Nutzen zu bringen.

      • Selbst wenn ich die herunter gerechneten Zahlen von Frank nehme, haben wir noch die Zahlen von denen, die nicht im Amt gemeldet sind, weil eh kein Anspruch besteht oder sich aus Unwissenheit, Scham nicht melden. Hier wird von einer Dunkelziffer von 2-3-4 Millionen ausgegangen. Und selbst die ab 60 Jahren sind verpflichtet sich zu bewerben. Ob sie wollen oder können wird nicht diskutiert. Somit zählen sie zwangsläufig zu den Bewerbern. Auch wenn es Quatsch ist.

        • Hallo Frank .. Du schreibst ja selbst, dass viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen gar keine Chance mehr hätten, aber Frau Hannemann hat recht, dass die sich dennoch bewerben müssen und auch diese blödsinnigen Maßnahmen, die nur viel Geld kosten und wo man nichts lernt, mitmachen müssen. Ich bin auch fast 61 Jahre alt und habe bis ich 59 war, 11 Jahre meine Mutter gepflegt, davor mich 3 Jahre um einen meiner Enkel gekümmert, damit meine jüngere Tochter ihre Ausbildung zu Ende bringen konnte, in dem Job hat sie übrigens heute Arbeit und zahlt was ein wie alle meine 4 Kinder es tun .. und davor war ich auch lange dank der Hilfe meiner Mutter Vollzeit berufstätig und habe sogar sehr gut verdient. Heute aber habe ich nach dem Tod meiner Mama etwas angenommen, von dem wir nicht alleine leben können. Mein 2. Mann und ich sind Freiberufler, nämlich Werbetexter. Wir sparen damit dem Jobcenter jeden Monat was ein, aber man lässt und nicht in Ruhe arbeiten, obwohl wir beide alt sind und in unseren gelernten Berufen gar keine Chance hätten .. sich bewerben .. ja worauf denn, die geforderte Qualifikation reicht doch nicht, selbst wenn das Alter keine Rolle spielen würde, aber auch das spielt eine Rolle … man kriegt, wenn man es versucht, doch nie auch nur eine Antwort zurück, Frank.
          Dennoch musste mein Mann so eine 50plus-Maßnahme mitmachen, wo auch Leute drin waren, die schon weit über 60 waren, und das nicht zum ersten Mal .. dennoch müssen wir laufend belegen, wo wir uns beworben haben und ständig zu diesen Terminen, um über unsere berufliche Situation zu reden .. alles stiehlt einem nur Zeit, um als Texter zu arbeiten und verringert den Verdienst, wird aber verlangt.

          Eine Kollegin von uns .. jünger als wir, auch höher qualifiziert als Texterin .. hat eine Tochter. Sie verdient genug, um die Miete und ihren eigenen Regelsatz zusammenzutippen, für den Regelsatz des Kindes reicht es dann aber doch nicht mehr. Nun hat sie unlängst zwei Termine abgesagt, weil sie aufgrund von eigenen Terminaufträgen keine Zeit hatte .. man verliert ja seine Kunden, wenn man Aufträge nicht in der verlangten Zeit abgibt als Texter … dafür wurden ihr für volle 6 Monate 10 % vom Regelsatz gekürzt. Sie sagt, diese Sanktionen treffen genau genommen ihre Tochter wegen der Bedarfsgemeinschaft, denn sie selbst kann ja die Miete bezahlen und auch sich selbst ernähren .. sie muss aber ständig da hin und darf auch nicht in Ruhe arbeiten .. weil wir diese Bedarfsgemeinschaften haben.

          Und jetzt diskutieren sie sogar darüber Selbstständigen das Arbeiten ganz zu verbieten, wenn es nicht ganz tragfähig ist, was man macht … warum ???? Ich verstehe das nicht und empfinde das als extrem ungerecht. Tut man nichts, wird man auch angeprangert. Tut man was, das nicht ganz zum Leben reicht und das selbständig, wird man aber auch verteufelt. Das kann doch so nicht richtig sein.

          LG
          Renate

        • @altonabloggt

          Das ist leider schon wieder eine unzureichende Darstellung der Fakten. Ob Sie nun bewußt oder unbewußt die Reaitäten falsch wiedergeben, lasse ich einfach mal stehen.

          Selbstverständlich gibt es eine hohe Zahl von Menschen, die eigentlich einen Anspruch auf ALG II hätten. Man geht von einer Dunkelziffer in Millionhöhe aus, da haben Sie Recht. Was Sie aber wiederum geschickt ausblenden: In der überragenden Mehrheit der Fälle handelt es sich dabei um erwerbstätige Menschen, die über ein derart geringes Nettoeinkommen verfügen, dass es auch unter Hinzurechnung von Wohngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag nicht zur Sicherung des sozial-kulturellen Existenzminimums reicht. Arbeitslos sind diese Leute jedoch nicht, und genau diese Tatsache verschweigen Sie, was wiederum ein Zeichen Ihrer unseriösen Argumentation ist.

          Dass von den Jobcentern ausnahmlos JEDER Kunde, der das 60. Lebensjahr bereits überschritten hat, dazu verpflichtet wird, sich zu bewerben, ist totaler Quatsch. Und das wissen Sie genau! Es ist sehr bedauerlich, dass Sie mit einer bewußten Verfälschung der Realitäten die Bevölkerung in die Irre führen, die Mitarbeiter der Jobcenter einem schlechten Licht erscheinen lassen und ihnen unterstellen, sie würden gnadenlos und unbarmherzig jeden Kunden, der kurz vor der Rente steht, vielleicht krank ist und mit dem Berufsleben vielleicht schon abgeschlossen hat, unter Androhung von Sanktionen zu Bewerbungsaktivitäten zwingen.
          Ich nehmen Ihnen diese Vogehensweise sehr übel, dass sollten Sie wissen.

          • Lieber Frank .. ich mag nicht die Masse der über 60jährigen sein, die ergänzende Hartz-IV-Leistungen erhalten (mein Ehemann und Teampartner ist 55, aber auch zu alt, um in seinem erlernten Beruf Arbeit zu finden, da er zu lange raus ist und ihm außerdem wirkliche Fortbildungen, die helfen könnten, gar nicht bewilligt werden), aber auch wenn ich eine wirklich nette Fallmanagerin habe .. die kann nämlich nichts für dieses System und versucht, alles nicht so schlimm zu machen so gut sie kann wie es Frau Hannemann vermutlich früher in ihrem Job beim Jobcenter auch getan haben wird … ich muss mich bewerben, obwohl das vollkommen sinnlos ist. Und ich bin definitiv über 60 und außerdem schwer herzkrank und alles andere als gesund. …. Als ich angab, den Job, den ich heute habe, gefunden zu haben, wurde ich gefragt, warum ich nicht um Erlaubnis gefragt hätte, diese Tätigkeit auszuüben. Lieber Frank, als ich davor ohne Job war, wurde mir gesagt, alles zu versuchen .. ich habe alles versucht, ich habe mich als Putzfrau, Hilfe im Altenheim, in Gärtnereien, In Callcentern, Hilfskraft in einem Reitstall und sonstwo beworben .. es prasselte Absagen .. und ich habe nicht einen Cent der Bewerbungskosten zurück bekommen, denn Telefonate, auch zu Handy-Nummern, was sich tierisch summieren kann vom Festnetz aus .. kriegt man sowieso nicht, nichts für Bewerbungen auf Mini-Jobs, nichts für die Fahrten zu Vorstellungsgesprächen, wo man vorher nicht um Erlaubnis gefragt hat und wenn man das tut, so denke ich, kannst Du so einen Job schon sofort in die Tonne treten, denn wenn Du kommen darfst, solltest Du das sofort tun, wenn sich ein Arbeitgeber für Dich interessiert …es wurde mir auch immer wieder gesagt, als meine Mutter noch lebte, ich könne doch einen Online-Job machen .. ich mache jetzt einen Online-Job .. aber als ich darauf eine Zusage bekam und dann erst danach die Auskunft, das würde auf Honorar-Basis bezahlt .. ist also selbständig .. hieß es, ich hätte ja um Erlaubnis fragen müssen, so einen Job anzunehmen .. Frank, geht’s noch??? Es war das erste und einzige Ja, das ich alte Frau bekommen habe.

            Und soll ich Dir sagen, warum ich dieses Ja bekommen habe????

            Es ist ein Online-Job. Ich habe einen Nick. Du schreibst einen Probetext als Bewerbungsschreiben, den Du unter Deinem Nick und Deiner E-mail-Adresse dort hin schickst. Es weiß keiner, wer Du wirklich bist, und vor allen Dingen weiß keiner, wie alt Du bist .. was zählt ist, was Du leistest in diesem Job … der leider nunmal weltweit ausgeschrieben wird und entsprechend hoch wird da gepokert.

            Ich habe eine Kollegin aus Kairo .. ist deutschstämmig, spricht also genauso gut Deutsch wie ich es mache … die kann mit 300 Euro problemlos super leben, sich und ihre Tochter ernähren, eine Einkaufshilfe bezahlen, die für sie bei der Hitze in Ägypten zum Markt geht und eine Putzfrau bezahlen, die ihr den Haushalt macht.

            Bei uns entspricht das eben einem Nebenjob.

            Für viele alte Leute aber dennoch ein Weg, um ein paar Freibeträge zu ergattern, die man nicht !!!!!! in Fahrkarten stopfen muss, um 30 km weiter lang täglich 2 Stunden putzen zu gehen und noch 30 % mehr als den Verdienst dafür zu verfahren, weil man nur die Pauschale von 100 Euro bekommt, egal ob man vielleicht 130 Euro für die Fahrerei ausgeben muss !!!!

            Und das Frank, ist die Realität.

            Und in meinen Augen sollte man auch nicht Arbeitslose zählen, sondern die Menschen, die aufstocken müssen .. und das ausnahmslos.

            Ich kenne ein Ehepaar .. die Frau hat 8 Kinder, davon 2 von ihrem jetzigen Mann .. Kindergartenplatz nachmittags von 1 bis halb 4 bekommen … er ist Landschaftsgärtner. Diese große Familie könnte heute nichtmal ein Akadamiker ohne Aufstocken ernähren .. und der müsste sich genauso wie dieser Landschaftsgärtner anhören, warum er keinen Nebenjob macht, egal ob das machbar mit dem Job ist oder nicht … und diese Vollzeitmutter, die sicherlich genug zu tun hat, muss sich anhören, warum sie nicht Vollzeit arbeitet .. und auch dann würde es nicht reichen, 10 Personen bei den heutigen Löhnen in diesem Staat zu ernähren und die beiden dürften sich dennoch anhören, dass sie sich bemühen müssen, ihre Abhängigkeit von Hartz IV zu beenden .. so ist es doch, Frank !!!!!

            Deshalb hat Frau Hannemann recht … es sollten alle gezählt werden, die den Schikanen dieses Systems ausgeliefert sind .. und große Familien sind das in diesem Land ausnahmslos und auch jeder, der nicht viel verdient.

            In einem gebe ich Dir recht. Die wenigsten Harzer sind arbeitslos .. ich bin das nicht und in meinem Umfeld .. das ist ein Ghetto … ist das so gut wie keiner .. ich kenne zig Leute, die fast oder ganz 40 Stunden in der Woche zusammen kriegen, um noch nichtmal ihren eigenen Regelsatz zusammenzujobben geschweige denn die Miete oder genug noch für Kinder usw.

            Da hilft aber auch kein Stundenlohn von 8,50 Euro … ein BGE würde helfen, dann wäre das wurscht, ob man für wenig Geld arbeitet und da etwas mehr draus macht.

            Da ich mich auch mit der Kehrseite der Medaille beschäftige .. zum Beispiel unseren Arbeitgebern, also großen Texter-Agenturen … die können uns nicht mehr zahlen. E-Commerce ist ein Faktor, der weltweit über Vergleichsrechner und gezielte Internet-Werbung die Preise bis auf ein absolutes Minimum drückt …. davon gute Löhne zu bezahlen ist nicht drin.

            Ich arbeite für Firmen wie Zalando, Home24, den Otto-Versand, DaWanda und dergleichen regelmäßig, wo es durch die Presse geht, wie wenig dort die Packer in den Auslieferungslagern verdienen …wir Texter kriegen auch nicht mehr, eher weniger und sind viel besser ausgebildet, denn ohne Abitur machst Du diesen Job nicht …dennoch wäre es sicher nicht möglich für diese Firmen, mehr dafür auszugeben, denn die unterliegen einem knallharten Wettbewerb.

            Ich werde, wenn ich sowas sage, oft als Rechte tituliert .. das bin ich aber nicht .. ich denke nur ein wenig weiter und meine, das BGE ist die bessere Lösung, nicht der Mindestlohn, der vielen Firmen den Garaus machen würde, die den gar nicht bezahlen können.

            Wenn wir da raus kommen wollen, dann brauchen wir neue Konzepte.

            Und das allerwichtigste davon hat Frau Hannemann erkannt … eine existenzsichernde Grundsicherung und den Menschen die Möglichkeit zu geben, dann nach ihrem freien Willen und ihren persönlichen Möglichkeiten was dazu zu verdienen.

            Ich schwöre Dir, wer es kann, der tut das auch .. und dann ohne Angst.

            Heute leben die Menschen millionenfach in Angst und werden behandelt wie unmündige Kinder, und das ist menschenunwürdig, Frank.

            Darum geht es hier … also versuche anzuerkennen, was Frau Hannemann leistet .. sie leistet sehr viel und hat begonnen, etwas zu bewegen, was längst überfällig war.

            Hilf ihr und steh ihr nicht im Weg.

            LG
            Renate

          • @Frank, du kennst dich ja offenbar aus. Vielleicht kannst du ja ein paar verlässliche Zahlen nennen. Zum Beispiel für die von dir genannten Gruppen von Leistungsberechtigten, die dem Arbeitsmarkt nicht oder eingeschränkt zur Verfügung stehen, also:

            – Dauerkranke
            – Am Rande der Erwerbsunfähigkeit
            – In Elternteilzeit
            – In Pflege von Angehörigen eingebunden
            – In sehr hohem Alter und mit dem Berufsleben bereits abgeschlossen
            – In Weiterbildung
            – Der deutschen Sprache unfähig
            – potentielle Aufstocker, die keine Leistungen beantragen

            Bei einigen dieser Gruppen, müsste man natürlich auch wissen, wieviele der Leute vom „Jobcenter“ tatsächlich freigestellt-, und nicht in das Rattenrennen um die wenigen Arbeitsplätze gepresst werden.

            Einige Angaben hast du in deinen Postings ja schon dazu gemacht:

            „Rechnen Sie jetzt alle genannten Gruppen aus den 6 Millionen heraus, so bleiben nach meiner Einschätzung maximal 1.5 bis 2 Millionen Menschen übrig, …“

            und:

            „Dass von den Jobcentern ausnahmlos JEDER Kunde, der das 60. Lebensjahr bereits überschritten hat, dazu verpflichtet wird, sich zu bewerben, ist totaler Quatsch.“

            Du forderst ja eine solide Zahlengrundlage ein. Vielleicht kannst du diese Grundlage jetzt liefern, und exakte Zahlen für die von dir angeführten Gruppen von Leistungsberechtigen nennen. Wenn möglich mit Quellenangaben.

            Deine persönliche „Einschätzung“ ist hier nicht ausreichend. Dafür, dass du anderen Leuten Populismus, Falschaussagen, oder Irreführung der Bevölkerung unterstellst, ist deine „Einschätzung“ als Argumentationsgrundlage zu dürftig.

            Und falls du „totalen Quatsch“ nicht in verlässlichen Zahlen ausrücken möchtest, kannst du hier alternativ auch die entsprechenden Handlungsanweisungen der Jobcenter verlinken.

            Für eine seriöse Gegenüberstellung von Arbeitssuchenden und offenen Stellen, müsste man natürlich auch wissen, bei wievielen der gemeldeten Stellen es sich um Fakes handelt. Vielleicht hast du dazu ja auch ein paar seriöse Zahlen.

            Oder um es mit deinen Worten zu sagen:

            „Welcher wissenschaftlichen Methode haben Sie sich bedient? Was sind Ihre Quellen, denen Sie sich bedient hben? Worauf baut Ihre Argumentation auf?“

            Versteh mich bitte nicht falsch. Ich finde es prinzipiell ein schützenswertes Zeichen von Meinungsfreiheit, das in einem Forum wie diesem, wirklich jeder (fast) jeden Blödsinn posten darf. Ich möchte dich nur an deinen eigenen Ansprüchen messen, um sicher zu stellen, dass du ihnen gerecht wirst. Bisher bestehen deine Beiträge aus viel heißer Luft, etwas Großsprecherei und kaum Substanz. Für die Vorwürfe und Unterstellungen, die du gegen andere Leute erhebst, ist das zu wenig, und hinterlässt den schalen Eindruck eines Blenders.

            Ach, noch etwas: Sei bitte so nett und unterlasse es, die Leistungsberechtigten im SGB als Kunden zu verhöhnen.

            • „Versteh mich bitte nicht falsch. Ich finde es prinzipiell ein schützenswertes Zeichen von Meinungsfreiheit, das in einem Forum wie diesem, wirklich jeder (fast) jeden Blödsinn posten darf.“

              Einerseits hast Du Recht. Selbstverständlich darf sich jeder in aller Öffentlichkeit über die Agentur für Arbeit und deren Mitarbeiter bschweren. Problematisch wird es allerdings, wenn man das eigene Weltbild als eine universelle Wahrheit verkauft, eine ganze Behörde diskreditiert wird und man tausenden von Mitarbeitern einfach mal ohne hinreichenden Beweis unterstellt, sie würden fast auschließlich die Menschen schikanieren.
              Wer derartige Geschütze auffährt und diese Meinung auch bei öffentlichen Veranstaltungen kundtut, der sollte seine Argumentation auch entsprehend erklären können. In diesem Fall reicht es dann eben nicht aus zu sagen: „Ich kenne da einen Freund meines Schwagers, und dessen Cousin hat im Jobcenter die Erfahrung gemacht, dass….“

              • @Frank

                Jeder Jobcentermitarbeiter der durch die Vorlage von EGV/VA mit Rechtsfolgebelehrung einem erwerbslosen Bürger die Grundrechte entzieht, muss sich dem Vorwurf der Schikane stellen. Und Sanktionieren bedeutet Beihilfe zu Körperverletzung und Mord. Eine Todesliste existiert bereits.

                Wann fangt Ihr eigentlich mal an die Vorgaben der BA zu hinterfragen, als Bürger und Mensch und nicht als Angestellte? Wie kann man blindlings solchen Anweisungen folgen, so obrigkeitshörig sein?
                Auf gut deutsch gefragt: Wer hat Euch ins Gehirn geschissen?

                Wenn man tagtäglich die Massenbewerbungen vorgelegt bekommt und sieht, dass es nicht genügend Stellen gibt und Stellen von denen man weg kommt von H4 schon mal gar nicht, muss man Euch denn erst das gleiche Schicksal wünschen, damit Ihr begreift, was Ihr da anstellt?

              • Du hast den Blog und die Öffentlichkeitsarbeit von Frau Hannemann vielleicht nicht verfolgt, sonst wüsstest du, dass sie regelmäßig betont, dass es in den „Jobcentern“ engagierte Mitarbeiter gibt, die trotz widriger Umstände versuchen, im Sinne der Bürger zu arbeiten.

                Ich will dir zu Gute halten, dass du auch zu denen gehörst, die menschenwürdige Arbeit leisten wollen. Zumindest sagst du das.

                Dass die Masse der persönlichen Erfahrungen in Blogs und Foren ein ganz anderes Bild zeichnen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen.

                Vielleicht rührt deine große Erregung ja auch daher, dass in dir die Erkenntnis reift, dass eine achtungsvolle Arbeit für Menschen, und ein grundrechtswidriges Sanktionsregime, dass auf Kosteneinsparung und Zielvorgaben ausgelegt ist, ein Widerspruch sind.

                PS: Schon sanktioniert?

                • Zitat: „Vielleicht rührt deine große Erregung ja auch daher, dass in dir die Erkenntnis reift, dass eine achtungsvolle Arbeit für Menschen, und ein grundrechtswidriges Sanktionsregime, dass auf Kosteneinsparung und Zielvorgaben ausgelegt ist, ein Widerspruch sind.“

                  Genau das muss endlich wirklich verstanden werden, besser noch: gefühlt werden. Denn bis jetzt fühlen viele Mitarbeiter diesen Widerspruch gar nicht.

                • @taspie

                  wer sagt uns denn, dass der Poster „Frank“ wirklich ein FB ist und im Jobcenter arbeitet? In Anbetracht der schwachen Argumente, die so gar nichts mit der Realität zu tun haben, indem Einzelfälle zum Standard deklariert werden und die Norm zum Einzelfall, hege ich meine Zweifel.

                  Wenn wir in Zukunft noch ein Grundgesetz haben, dann verdanken wir das nicht den Jobcentermitarbeitern, die es jeden Tag ignorieren sondern solchen Bürgern, die sich durch Widersprüche und Klagen gegen die Machenschaften der BA und der Jobcenter wehren, in Foren wie diesem, übers Internet und mit Demos und ähnlichem Engagement dafür einsetzen.

                  Das Schönste ist, dass die Sanktionierer eines Tages, wenn sie selbst betroffen sind, davon profitieren.

                  LG Rosi

                  • @ Frank
                    Ich würde gerne wissen, wieviele der genannten Gruppen erst durch ALG II in genau diese Lagen / Gruppen gekommen sind.

                    – Dauerkranke
                    – Am Rande der Erwerbsunfähigkeit
                    – In sehr hohem Alter und mit dem Berufsleben bereits abgeschlossen
                    – In Weiterbildung (in Form von Scheinweiterbildungen)
                    – potentielle Aufstocker, die keine Leistungen beantragen

                    Denn nur wer die Frage sachlich recherchiert und transparent veröffentlicht und zur Diskussionsgrundlage macht (auch Stichwort Suizide in Hartz 4), kann auf andere zeigen. Bisher beobachte ich in der massiven Mehrheit der Fälle eine Schuldzuweisung an das Opfer. DAS ist krank. DAS MACHT krank.

                    Oder anders gefragt: selbst wenn der Ausfall durch andere Dinge begründet ist – wo sind die Fälle, in den die Jobcenter zur Gesundung und v.a. auch gesunden Rückkehr dieser Menschen beigetragen hat? Ich kennen keinen einzigen Fall und es vergeht kaum ein JC Besuch wo ich mich nicht mit anderen Betroffenen unterhalte.

                  • Rosi, ich setze auch keine Erwartungen in Jobcentermitarbeiter. Wenn aber jemand grundrechtskonforme Arbeit leisten will, und sich gegen das Sanktionsregime stellt, ist er mir willkommen. Menschen können sich entwickeln. Ich werde niemanden verdammen, der Zweifel hat, und Fragen stellt.

                    Aber du hast natürlich Recht. In einem Forum kann man nie wissen, wer sich hinter den Nicks verbirgt. Damit muss man leben.

              • Hei Frank .. ich lese hier schon seit vielen Monaten mit .. alle Beiträge von Frau Hannemann, weil ich diesen Blog seit ich ihn zum ersten Mal bei Facebook sah, im Abo habe .. und immer nur einen kleinen Teil der vielen Kommentare, weil ich das einfach nicht schaffe, das alles zu lesen .. aber wenn, dann mit Interesse.

                Aber eins kann ich Dir dennoch sagen .. nein Frau Hannemann unterstellt ihren Kollegen gar nicht grundsätzlich, die Menschen vor dem Schreibtisch zu schickanieren .. es fing damit an, dass sie und auch der Student Kalwass, wo ich auch oft lesen gehe, erzählt haben, dass es so viele fiese Vorgaben von oben gibt, die die Menschen vor den Schreibtischen gar nicht kennen.

                Das fand ich das eigentlich Interessante an den Aussagen von Frau Hannemann und nicht die Tatsache, dass Menschen dazu neigen, Macht zu mißbrauchen … nicht jeder, aber viele.

                Da ich mal eine Weile Psychologie studiert habe und später auch nochmal eine Weile Sozialpädagogik, kenne ich Versuche, die echt fies sind und wo jeder sagt, also ich täte sowas aber nicht.

                Pass auf:

                Unser Prof. mit dem wir gerade einige Tage zuvor diese linken Versuche gesehen hatten, wo Studenten den Probanden vermeintlich heftige Stromschläge verpasst haben, weil sie zu feige waren, so einen Versuch abzubrechen, da ein Vorgesetzer daneben stand und ihnen sagte, sie müssen weitermachen, machte er die Proble aufs Exzempel, wie viel Mut eigentlich die Studenten in Kiel bei seinen Seminaren hatten.

                Es war was ganz einfaches und es wurde auch keinem dabei weh getan.

                Eine Gruppe von Studenten saß an einem Tisch, darauf diverse Zettel mit exakt gleich langen Strichen darauf.

                Die Studenten, die zu spät kamen, sollten nun sagen, welcher der Striche länger sei .. es war keiner länger … wenn sie das sagten, wurde von den 8 Leuten gesagt, doch doch .. der da sei länger und fast alle sagten dann .. oh ja, nun sehe ich das auch .. nur 2 !!!!!!! der Zuspätkommer sagten, Leute ihr spinnt doch, die sind alle gleich lang.

                Die anderen haben sich alle untergeordnet. Ob sie das unter Hitler oder bei so miesen Versuchen wie dem mit den Stromschlägen nun auch getan hätten, sei dahin gestellt.

                Mein Ex kriegte mit über 50 einen Job als Anleiter bei der DAA …er war lange arbeitslos gewesen … er konnte sich da eine Weile gut etablieren und bekam sogar eine eigene Ecke, wo er mit Leuten aus Gaarden, die meistens problematische Hintergründe hatten (kamen aus Russland, Armenien, waren vorbestraft, drogensüchtig, alkoholabhängig und und und …), einen Oldtimer restaurieren konnte (das ist sein Hobby, war ein Traumjob für meinen Ex).
                Ich war auf diversen Partys mit seinen Kollegen dabei … wovon viele gesoffen haben wie Loch, und zwar so viel, dass die zum Teil im Wohnmobil anreisten, weil sie stockbesoffen nicht mehr in der Lage waren, nach der Party nach Hause zu fahren.
                Mein Ex pflegte auf Partys nicht zu viel, aber schon so viel zu trinken, dass ich fahren musste. Ich war also nüchtern, mache mir generell nichts aus Alkohol.

                Und dann durfte ich mir von diesen Schnapsdrosseln anhören, dass ihre Mündel in den Maßnahmen doch zu viel trinken würden … total herablassend .. und auch mein Ex fing an, mit in dieser Kerbe zu schlagen, vermutlich weil es gar nicht so einfach war, das in diesem Team nicht zu tun und sich über die Menschen zu stellen, die da betreut wurden.

                Und klar hat auch welche angeschissen, wenn die öfter zu spät kamen und dergleichen wohl wissen, die kriegen dann Sanktionen deswegen.

                Ich fand das Mist .. meine Ehe ist auch nicht unwesentlich später in die Brüche gegangen.

                Mein Ex hat den Job übrigens nicht behalten.

                Aber lange genug auch in meinem Beisein, dass ich miterlebt habe, wie es ihn verändert hat.

                Mein Ex ist von Beruf eigentlich Handwerker und ich selbst habe, weil er sich auch ständig auf soundsoviele Stellen bewerben musste, da einfach eine Bewerbung hin geschrieben und als er sagte, die suchen doch einen Sozialpädagogen mit Diplom, habe ich gesagt, wir brauchen noch ne Absage, und die suchen da sowas wie nen Vorarbeiter auf dem Bau .. und das hast Du doch mal gemacht … im ersten Halbjahr hat er mit seinen Mündeln einen alten Bunker restauriert .. später dann das mit dem Oldtimer bekommen.

                Er wurde angenommen und viele der studierten Kollegen waren verflucht kapputte Typen .. mit heroinabhängigen Kindern und derlei sozialem Hintergrund (so habe ich meine Kinder nicht erzogen, keins davon ist derart abgestürzt).

                Aber gib jemand Macht, der eigentlich am Boden war … Du kannst nie sicher sein, ob er sie nicht nutzt oder mißbraucht.

                Das tut sicher nicht jeder.

                Lies mal die Schriften von Professor Frey zur konstruktiven Dissonanz im Zusammenhang mit den Ereignissen in Dritten Reich, Frank .. Du wirst ins Grübeln kommen.

                Menschen neigen dazu, Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, wenn sie auf diese Weise weiter kommen. Depressive übrigens weniger als normale.

                Der Gute kommt eigentlich aus München, hat aber einige sehr interessante Vorlesungen an der CAU in Kiel gegeben, Frank.

                Aber trotzdem hat Frau Hannemann Euch nicht alle in Bausch und Bogen verdammt .. sie sagt was anderes, nämlich dass das System anders werden muss .. Sanktionen, die nicht möglich sind, weil sie gar nicht verhängt werden dürften, würden auch keinen dazu verleiten, sie als Machtmittel zu mißbrauchen, um eine saubere Statistik hinzulegen, Frank.

                LG
                Renate

      • @Tanguero

        Fakt ist, dass Frau Hannemann ganz bewußt mit falschen Zahlen argumentiert hat. Und das ist schlicht und ergreifend unseriös. Wer der Agentur für Arbeit die Beschönigung von Statistiken vorwirft, selbst aber falsche Zahlen nennt, der hat für mich keine Glaubwürdigkeit. Frau Hannemann hat im übrigen noch an vielen anderen Stelen mit Falschaussagen gearbeitet, sie ist also „kein umbeschriebenes Blatt“. Im übrigen: Wenn Sie meinen, dass es an der Grundaussage nichts ändert würde, wenn wir jetzt von 6 Millionen oder 3 Millionen arbeitslosen Menschen reden, dann halte ich das für problematisch. Sie haben gerade Unsinn erzählt, das müssten Sie eigenmtlich merken.

        Sie sagen ferner, dass Maßnahmaträger nicht den geringsten Nutzen bringen. Zudem behaupten Sie, dass es in den Jobcentern fast nur noh um Schikane und Willkür geht. Ich möchte gerne wissen, wie Sie zu dieser Einschätzung gekommen sind. Welcher wissenschaftlichen Methode haben Sie sich bedient? Was sind Ihre Quellen, denen Sie sich bedient hben? Worauf baut Ihre Argumentation auf?

        • Quellen, wissenschaftliche Methoden?

          Fast alle in diesem Blog und viele andere Menschen im Netz und auch solche, die nicht im Internet unterwegs sind, haben entweder eigene Erfahrungen mit Schikanen und Willkür gemacht, oder andere haben ihnen von solchen Erlebnissen erzählt.

          Was braucht es da noch „wissenschaftliche Methoden“? Handfestere Beweise als die eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen anderer gibt es nicht!
          Ich persönlich habe noch das Glück mit einem echten recht humanen Jobcenter zu tun zu haben, aber die Tochter meiner Lebensgefährtin macht derzeit in Stuttgart grausame Erfahrungen mit Willkür und Schikanen.
          Und -glauben Sie mir- viele Jobcenter deutschlandweit interessiert es einen Scheissdreck, ob diese Menschen körperlich oder psychisch krank sind (wie die Tochter meiner Freundin), welches Alter sie haben, ob Sie in Elternzeit sind oder sonstige Umstände.

          Und selbst ohne Schikanen und Willkür ist das SGB II einfach menschenunwürdig, solange ihr im Jocenter generell die Möglichkeit habt, Menschen zu sanktionieren, da ihr dadurch das Existenzminimum dieser Menschen unterschreitet. Diese Möglichkeit (egal, ob Sie persönlich sie nutzen oder nicht) dürftet ihr Mitarbeiter gar nicht haben.
          Noch dazu helft ihr mit, den Niedriglohnsektor weiter auszubauen und zu zementieren, HartzIV betrifft also bei weitem nicht nur die Arbeitslosen selbst.

          Sie können aber ruhig weiter die Augen verschließen, irgendwann werden Sie sie öffnen.

        • @Frank

          Zitat:
          „Zudem behaupten Sie, dass es in den Jobcentern fast nur noh um Schikane und Willkür geht. Ich möchte gerne wissen, wie Sie zu dieser Einschätzung gekommen sind. Welcher wissenschaftlichen Methode haben Sie sich bedient? Was sind Ihre Quellen, denen Sie sich bedient hben? Worauf baut Ihre Argumentation auf?“

          Bei der wissenschaftlichen Methode handelt es sich um „Erfahrung“!
          Es geht auch nicht um Arbeitslose, Arbeit hat jeder, sondern um Erwerbslose.
          Schon mal was von einer Eingliederungsvereinbarung (EGV) gehört? Da wird tagtäglich tausendfach in den Jobcentern mittels Rechtsfolgebelehrung verlangt, dass Erwerbslose freiwillig auf die ihnen per Grundgesetz zustehenden Rechte verzichten. Wer seine Unterschrift verweigert erhält die EGV ersatzweise durch einen Verwaltungsakt (VA), wird quasi entmündigt.

          Das ist Willkür und Schikane, verordnet von der obersten Instanz der BA, durchgeführt durch die Sacharbeiter, die ebenfalls um ihre Jobs bangen. Und jede Sanktion unterschreitet das ohnehin zweifelhafte Existenzminimum, was ebenfalls eine Schikane darstellt.

        • @Frank,

          zum einen liegt die „offzielle“ Zahl der freien Stellen bei nur 455.000 Arbeitsstellen!
          (Damit hat Inge Hannemann sogar zugunsten des „Arbeitsmarktes“ argumentiert)
          Die die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung hat im Vorjahresvergleich um 172.000 oder 0,8 Prozent und die sozialversicherungspflichtge Teilzeitbeschäftigung um 278.000 oder
          3,8 Prozent zugenommen.(das sind „offizielle“ Zahlen der BA).
          Wer argumentiert also mit bewusst falschen Zahlen?
          Und wie lange werden denn die „Vollbeschäftigten“ tatsächlich in dem Beschäftigungsverhältnis bleiben, länger als ein 1/2 Jahr?

          Wo habe ich Unsinn erzählt.
          Meine „Einschätzungen“ basieren auf jahrelangen persönlichen Erfahrungen mit dem Jobcenter!
          (Bin übrigens 55 Jahre alt und qualifiziert) Ist Ihnen das nicht „wissenschaftlich“ genug, da unverfälscht?

          Siehe auch: https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14324

          • Hier liegt genau das Problem. Persönliche Erfahrungen sagen leider nichts über die Gesamtsituation aus. Mal angenommen, ich unterhalte mich mit ein Muslim, und er behauptet mir gegenüber, dass er die Demokratie ablehnt und gerne unter der Scharia leben möchte. Ein weiterer Freund macht eine ähnliche Erfahrung, eine dritte Person ebenfalls. Was sagt das über die Gesamteinstellung aller vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime aus? Gar nichts! Rechtspopulisten setzen aber genau da an. Partielle Tatsachen werden zu einem pauschalisierenden Generalverdacht über eine ganze Bevölkerungsgruppe hochstilisiert. Wenn man jedoch darauf hinweist, dass die Mehrheit der Muslime sich friedlich verhält, wird man Schroff angeschautzt. Als Gegenargumentation erfolgt dann meist der Verweis auf die empirischen Bewiese, bei denen es sich jedoch um Einzelfälle handelt.

            Eine ganz ähnliche Vorgehensweise beobachte ich bei Frau Hannemann und Leuten wie Ihnen. Man macht gegen die Jobcenter und deren Mitarbeiter Stimmung, in dem man ausgewählte Beispiele von Amtsmißbrauch anführt: In Hamburg werden erwerbslose Menschen zum Joggen um die Elbe gejagt, in Köln verdonnert man einen hochgbildeten Chemiker zum Müll aufsammeln im Stadtpark. Diese Vorgehensweisen sind zweifelsohne zu verurteilen, doch was sagen solche Beispiele über die Gesamtsituation aus? Handelt es sich bei diesen Fällen um Einzelschicksale oder gehört das in den Jobcentern zur Tagesordnung? An der Antwort auf diese Frage bin ich interssiert.

            Meine persönlichen Erfahrungen ergeben das folgende Bild: Ich habe in den letzten 4 Jahren etwa 1500 ALG II- Empfänger kennengelernt. Ich musste mich bei jedem einzelnen Kunden mit dessen Biographie auseinandersetzen. Ich gebe gerne zu, dass es Amtmißbrauch gab und gibt und verschiedene Kunden Schikanen erlebt haben. Auch existieren Manahmen, die in der Tat überflüssig sind und dem Kunden keinen Schritt weiterhelfen. Trotzdem komme ich insgesamt zu dem Ergebnis, dass es sich bei diesen Beispielen um Einzelfälle handelt. In der überragenden Mehrheit funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Erwerbslosen und der Integrationsfachkraft gut, in der überragenden Mehrheit werden ALG II Empfänger menschenwürdig und fair behandelt. Ferner handelt es sich bei der überragenden Mehrheit der Mitarbeiter um empathische Menschen, die den Erwerbslosen helfen wollen. Demgegenüber sind nach meiner Einschätzung etwa 90 Prozent der ALG II- Empfänger arbeitswillige Menschen.

            Wenn es deutschlandweit doch völlig anders sein sollte als meine Erfahrungen dies mir darstellen, dann hätte ich dafür gerne empirische Belege. Ihre persönlichen Erfahrungen mögen der Wahrheit entsprechen und sind bedauernswert. Sie geben Ihnen aber noch lange keinen Grund dazu, daraus zu schließen, dass in den Jobcentern fast nur noch (ich interpretiere: zu 90 Prozent) Willkür und Schikane herrschen.

            Frau Hannemann haut eben in die gleiche Kerbe. Partiellen Tatsachen und Mißstände werden zu einer Verschwörungstheorie über eine ganze Behörde sowie eine ganze Berufsgruppe (nämlich den Arbeitsvermittlern) hochstilisiert und der Bevölkerung suggeriert, als würden in den deutschen Jobcentern unhaltbare Zustände herrschen, fast ausschließlich kalte und unbarmherzge Menschen arbeiten und die Erwerbslosen in der überragenden Mehrheit der Fälle drangsaliert und schikaniert. Gegen diese Darstellung wehre ich mich.

            Ich bin gerne bereit über Mißstände und Reformen zu sprechen. Allerdings liegt die Grundlage hierfür darin, Mißstände anzuprangern, ohne in die Allgemeinerungsfalle zu tappen. Dies gelingt jedoch nur wenigen Menschen, weder gegenüber Muslimen, ALG II- Empfängern noch gegenüber der Arbeit der Jobcenter- Mitarbeiter. Mit unsinnigen Pauschalisierungen und Generalverdachten kann ich nichts anfangen. Auch die bewußte Verfälschung von Statistiken verhindert letztlich eine fruchtbare Diskussion.

            • Sehr geehrter Herr Frank

              Zunächst finde ich es erstmal beachtenswert, dass Sie sich hier als Mitarbeiter sachlich sozusagen outen. Dafür mein Respekt.

              Allerdings möchte ich folgendes festhalten:

              In meinen Vorträgen spreche ich grundsätzlich beide Schreibtischseiten an und erwähne durchaus auch emphatische Mitarbeiter (ohne Namen) oder auch deren Jobcenter. Wenn ich kritisiere, kritisiere ich die gewollte Willkür von Kollegen, welche ich auch entsprechend beweisen kann. Leider sind es keine Einzelfälle. Ebenso spreche ich davon, dass es am derzeitigen System und deren Umsetzung liegt. Die Mitarbeiter führen es aus. Manchmal mit hoher Empathie, aber eben auch mit fehlender Empathie. Was jedoch festzustellen ist, dass insbesondere emphatische, engagierte Mitarbeiter sich zumeist auch relativ gut in der Gesetzesgrundlage auskennen. Auch ist in Gesprächen mit diesen Kollegen festzustellen, dass sie grundsätzlich ein anderes Menschenbild haben. Vielleicht kann ich es als den ganzheitlichen Aspekt bezeichnen. Und zwar im Sinne: Wer sitzt mir gegenüber? Was ist sein / ihr Ziel? Was ist möglich?

              Die Medien bringen selbstverständlich sog. Einzelfälle – immer mit entsprechenden Nachweisen. So wie auch Einzelfälle, welche erfolgreich in ihrer Arbeitssuche waren, dargestellt werden. Ich spreche leider nicht mehr von Einzelfällen. Sehr deutlich war dieses auch beim Sammeln der Unterschriften für die Abschaffung der Sanktionen zu erkennen. Viele Betroffene hatten einfach Angst zu unterschreiben. Angst vor dem Entdeckt werden und Angst vor Folgen, die daraus kommen könnten (Sanktionen, Druck). Das war für mich persönlich eine sehr erschreckende Erkenntnis. Ebenso geht meine Beobachtung dahingehend, dass die Betroffenen resigniert haben. Diese sind z.T. einfach untergetaucht und hoffen irgendwie einfach leben zu können. Sie haben sich mit ihrer Situation sozusagen abgefunden.

              Betreffend ihrer Forderung oder besser gesagt (klingt positiver) Ihrem Wunsch nach einer empirischen Studie, bin ich der Meinung, dass so etwas, rein logistisch, schon nicht möglich ist. Wie wollen Sie rund 4,5 Millionen (Ausnahmen Kinder) befragen? Es würde vermutlich schon bei 10 000 scheitern. Auch bin ich ja bei weitem nicht die Erste, die die Umgangsweisen in den Jobcentern kritisiert oder öffentlich macht. Vor mir waren schon Gewerkschaften, Sozialverbände, Wissenschaftler, Politik und eben Betroffene.

              Was selbstverständlich festzustellen ist: Facebook. Meine öffentliche Seite. Stimmt, da hagelt es mehrheitlich nur Kritik. Die Menschen „kotzen“ (hier verwende ich mal eine nicht so angenehme Sprache) sich dort aus und es wird viel geschimpft. Selbst, wenn ich was positives poste. Als Beispiel: Die Erhöhung der Gesamt-Zuschüsse für die Existenzgründung. Empfinde ich persönlich als positiv, da mehr Menschen die Möglichkeit haben, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Auch das wurde sehr verrissen. Gefällt mir auch nicht. Unabhängig mal von der Eignung einer Selbstständigkeit mit Tragbarkeit usw.

              Sehr schön finde ich, dass Sie, wie auch meine Erfahrung, davon sprechen, dass ihre Einschätzung dahingehend sind, dass 90% arbeitswillig sind. Das wird ja leider, gerade von den Medien, anders dargestellt. Aber auch von Kollegen, die auf FB genau das Gegenteil behaupten.

              Die meisten Zahlen beziehe ich übrigens vom IAB oder dem Statistischen Bundesamt.

              Was könnte ein Ziel sein? In diversen Städten ein „Runder Tisch“ mit Betroffenen, Verbänden, JC-Mitarbeitern, Politik, Gewerkschaft, um so erstmal miteinander zu sprechen. In einigen Städten klappt es bedingt, wird der Versuch unternommen. Leider kommen kaum bis keine Mitarbeiter der Jobcenter. Das finde ich verschenktes Potential. Die BA, aber auch die JC haben intern Konzepte: Führungskonzepte, Konzepte im Umgang mit „Kunden“. Diese sind gar nicht schlecht. Leider habe ich noch nicht erlebt, dass diese bei den Mitarbeitern ankommen. Supervisore in den Jobcentern. Diese haben ein eigenes Büro, um mit den Mitarbeitern anonym über „Fälle“ zu sprechen. Aber ebenso sollten sie hospitieren, um Kommunikation, welche in die falsche Richtung läuft, zu korrigieren oder zumindest darauf aufmerksam zu machen. Dafür bedarf es jedoch eine Offenheit und ein Wollen der Mitarbeiter, hier mitzuarbeiten und sich selbst spiegeln zu lassen.

              Bei Mitarbeitern, wo sich die Beschwerden häufen, gehören sofort Gespräche mit einem Dritten (Mediator, Supervisor), um hier Abhilfe zu schaffen. Warum ein Dritter? Was nützt ein Gespräch mit einer Führungskraft, wenn diese ähnlich arbeitet? Gibt es keine Besserung, sollte überlegt werden, ob dieser Mitarbeiter an der richtigen Stelle sitzt.

              Der Blick muss auf die Erwerbslosen gerichtet werden und zwar ohne Druck. Ja, auch ich habe Bewerbungen gefordert, habe Pünktlichkeit gefordert, aber vor allem Ehrlichkeit. Allerdings war nie mein Ziel die schnelle Vermittlung. Diese Personen hätte ich nach spätestens 3-6 Monaten wieder bei mir gehabt. Auch habe ich selten die Jobbörse genutzt, außer um mein Absolventenmangement zu erfüllen betreffend VV. Dort ist wirklich nicht viel gescheites. Lieber habe ich selber Kontakte zu Arbeitgeber hergestellt, um dann Arbeitsplätze oder Ausbildungsplätze zu vermitteln, von denen ein Mensch leben kann. Mit dem der Betroffene auch vom Bauchgefühl leben kann. Wo es, simpel ausgedrückt, einfach ok war. Zum Teil habe ich sehr positive Erfahrungen mit dem AGS gemacht. Dort, wo auch die Mitarbeiter engagiert waren und ebenso selbst gesucht haben. Aber es kam auch die Antwort: unsere Stellen findest du in der internen Jobbörse. Nun ja …

              Solange es die Jobcenter gibt, muss reformiert werden. Der Blick auf die Erwerbslosen gerichtet. Der Druck von oben muss genommen werden – und zwar für die Mitarbeiter, aber auch dadurch auf die Erwerbslosen. Wir haben nicht die Masse der Jobs, die gebraucht werden. Die Minijobs gehören reduziert. Die Ein-Euro-Jobs entsprechend entlohnt und somit wären es keine mehr. Das Projekt „Bürgerarbeit“ fand ich gar nicht so schlecht, auch waren z.T. gute Angebote dabei. Aber leider hören gute Projekte immer gerne schnell auf. Auch das Inga-Projekt hat gute Ansätze. Aber auch hier erfolgt z.T. der Druck: vermitteln, auch gerne in Zeitarbeit, damit die Quote stimmt. Das Konzept ist jedoch durchaus brauchbar und umsetzbar.

              Die Sanktionen gehören abgeschafft. Nun ja, das steht ja im Text. Die TMs gehören reduziert und stattdessen sinnvolle Maßnahmen via FbW mit einem qualifizierten Abschluss. Und anschließend viel viel mehr Zeit für jeden Erwerbslosen.

              Leider ist es doch so, dass auch 60-jährige, sofern zumindest eine 3-stündige Belastbarkeit vorhanden ist, sich bewerben müssen. Hier begleite ich diverse Fälle, auch mit starken gesundheitlichen Einschränkungen und trotzdem als erwerbsfähig eingestuft sind. Auch das Positiv-Negativ Leistungsbild des ÄD ist durchaus mal subjektiv.

              Es stimmt vieles nicht und das ist leider nicht neu. Allerdings ist es schon auch so, wie man in den Wald reinruft, schallt es zurück. Und hier bin ich der Meinung, das gilt für beide Seiten. Respekt gehört dazu. Ansonsten empfehle ich tatsächlich ein Recherchieren, besonders auf Verbandsseiten, wo es inzwischen sehr viele Studien gibt. Z.t. habe ich gesehen, wurden hier schon in den Kommentaren Hinweise dazu gegeben.

              Mein Fazit lautet jedoch: Die derzeitige Umsetzung, die vielen Rechtsunsicherheiten, die möglichen Einzelumsetzungen in den Jobcentern und schlussendlich die nicht wirklich abnehmenden Klagen vor den Sozialgerichten sind so desolat, dass die JC geschlossen gehören und ein neues System her muss. Als Bsp.: in einem JC haben wir die Anträge für die die Weiterbewilligung Kindergeld ausgefüllt. In einem anderen JC, gleiche Stadt, habe ich dafür einen mündlichen Hinweis erhalten, dass wir es nicht machen und die „Kunden“ zur FamKa gehen sollen. Das nenne ich Kundenunfreundlichkeit. Für mich sind es 5 Minuten und mit Ausfüllhilfe max 10 Minuten. Für den “ Kunden“ sind es evtl. zusätzliche Fahrtkosten und lange Wartezeiten. Begründet wurde es auch damit, dass ich als AV somit „Kunden“ bevorzuge und das gehe nicht, weil dann meine Kollegen schlechter dastehen. Da frage ich mich schon: wer ist hier wichtig? Für mich die “ Kunden“, da ich im Dienstleistungsbetrieb tätig bin.

              Und wenn es erstmal die alte Regelung mit Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und Geld ist: hier war zumindest keine Null-Sanktion möglich. Ebenso gab es Zuschüsse für Haushaltsgegenstände, Kleidergeld, was nicht von der damaligen Sozialhilfe noch zusätzlich angespart werden musste. Es waren zwar nicht viele Zuschüsse, aber von dem derzeitigen Regelsatz ist ein Sparen kaum möglich. Insbesondere nicht bei den steigenden Energiekosten.

              Auf weitere Vorschläge von Ihnen freue ich mich. Allerdings schaffe ich es nicht immer gleich zu antworten, da ich nicht ständig am PC sitze und viel unterwegs bin. Hier bitte ich um Geduld. Danke.

            • @Frank,

              es wurde hier schon mehrfach angesprochen, dass es für meine Behauptungen auch etliche andere Quellen gibt, die sie belegen und auch hier verlinkt wurden.
              Auch ich helfe mit meinen Schreiben anderen Betroffenen, bei denen es auch nur um
              Schikane, Willkür und Rechtsbeugung geht.
              Insofern ist auch Ihr genanntes Beispiel unzutreffend und hergeholt.
              Hier von „Einzelfällen“ zu sprechen, zeigt eigentlich nur die Ignoranz gegenüber Tatsachen, die wohl nicht
              wahrgenommen werden WOLLEN.
              Da es Millionen von ALG II-Empfänger gibt, bedeutet ja auch, dass Ihre Erfahrungen mit 1.500 davon wohl eher als „Einzelfälle“ zu betrachten sind, bei denen es aber auch Amtsmissbrauch, etc. gab.

              Die Verfälschungen von Statistiken beginnen bereits bei der BA und deren „Interpretationen“!
              Gerade das künstliche „Herausrechnen“ von ALG II-Empfängern, die sich in Maßnahmen befinden, krank sind, etc., zeigt schon sehr deutlich, das Tatsachen bewusst verschleiert werden, nur um die eigenen Unfähigkeiten zu verdecken. Die vielen Verfahren vor den Sozialgerichten stehen auch für meine Aussage
              (ich selbst habe z.Zt. insgesamt 8 notwendige Klagen am laufen).

              Allein meine Erfahrungen, die sich über die Jahre natürlich auf etliche SB und „Fallmanager“ beziehen,
              zeigen, dass diese daher leider als Allgemeingültig angesehen werden müssen, was ich auch gegenüber dem Bundestag (Petitionen) sehr deutlich zum Ausdruck gebracht und belegt habe.

              • Ich will versuchen, auf einem anderen Weg meine Argumentation zu erklären. Ich arbeite in einem Jobcenter in einer deutschen Großstadt mit etwa 300.000 Einwohnern. Es handelt sich dabei um eine typische Arbeiterstadt, die über einen großen Logistikstandort verfügt. Ich habe in den letzten fünf Jahren etwa 1500 ALG II- Empfänger kennengelernt und kann empirisch beweisen, dass in der überragenden Mehrheit der Fälle die Zusammenarbeit zwischen den Vermittlern und den Erwerbslosen gut funktionierte und die Kunden fair und menschenwürdig behandelt wurden. Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Situation in einer anderen deutschen Großstadt mit vergleichbaren Rahmenbedingungen völlig anders darstellt? Wie realistisch ist es, dass die dortigen Mitarbeiter, obwohl sie letztlich für den gleichen Arbeitgeber tätig sind wie ich, ein komplett anderes Verhalten an den Tag legen? Empirisch beweisen kann ich freilich nichts und erhebe daher auch keinen Anspruch darauf, Recht zu haben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass, unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung, die Chance relativ gering ist, dass sich in anderen Jobcentern ein völlig gegensätzliches Bild ergibt.

                Zudem, lieber Tanguero, blenden Sie ein weiteres wichtiges Kriterium völlig aus. Im Gegensatz zu Ihnen bekomme ich tagtäglich einen Gesamteinblick auf ALG II- Empfänger. Ich kenne Leute, die im Jobcenter schlechte Erfahrungen gemacht haben, mir begegnen aber auch Menschen, die durch die Hilfe motivierter Kollegen eine völlig neue Chance für ihr Leben erhielten. Neulich lernte ich bsw. einen jungen Iraker kennen, dem das Jobcenter eine komplette Aubildung zum Berufskraftfahrer in Höhe von 12000 Euro finanziert hat und der ab Juli eine sozialversicherungspflichtige Arbeitstellle antritt. In meinem Büro sprechen Leute vor, die sich seit Jahren verweigern ebenso wie Menschen, die voller Motivation sind. Ferner begegne ich Menschen, die von Hartz IV hart bestraft wurden genauso häufig wie Kunden, die ohne Hartz IV auf der Strasse gelandet wären. Kurz: Ich kenne die gesamte Bandbreite von Hartz IV.

                Bei Ihnen jedoch melden sich aber vor allem Leute, die Ärger mit den Jobcentern haben (ebenso auf Frau Hannemanns Facebook-Seite), aus welchen Gründen auch immer. Jene Kunden, in denen die Zusammenarbeit mit der Behörde gut funktioniert und die ordentliche Hilfe erhalten, werden sicherlich nicht mit Ihnen in Kontakt treten, warum auch?
                Laut offizieller Statistiken sind etwa vier Prozent der ALG II – Empfänger von Sanktionen betroffen. Es ist doch klar, dass ein Teil der Betroffenen öffentlich meckert und sich irgendwo beschwert, womöglich bei Ihnen. Aber sagt dies etwas über die Gesamtsituation aus? Ich meine nicht, dennoch machen Sie genau den Fehler. Die Ihnen bekannten Fälle stilisieren Sie zu einer pauschalisierenden Verschwörung über eine ganze Behörde hoch und suggerieren der Bevölkerung damit, dass es in deutschen Jobcentern fast nur noch um Willkür und Schikane geht.

                Wenn es Sie interessiert: Ich bin privat sehr engagiert im Dialog zwischen Christen und Muslimen. Dort erlebe ich, dass Populisten mit den gleichen Methoden arbeiten wie Sie. Im Urteil über Muslime beobachte ich, dass vor allem die radikalen Gruppierungen, jene also, die unsreren Staat ablehnen und zur Gewalt neigen, das Bild des Islam prägen und die Debatte bestimmen. Über Muslime, die ganz friedlich nur ihrem Glauben nachgehen und die in der überragenden Mehrheit der Fälle gut integriert sind, wird kein Wort verloren. Stattdessen bemühen sich Rechtspopulisten darum, die partiellen (negativen) Einzelfälle radikaler Islamisten zu einem Generalverdacht hoch zu stilisieren, eine ganze Bevölkerungsgruppe damit zu dämonisieren und der Öffentlichkeit zu suggerieren, dass der Islam eine gewalttätige und rückständige Religion sei.

                Unabhängig von der Frage, ob Sanktionen sinnvoll sind oder nicht (darüber habe ich nebenbei bemerkt noch gar keine Aussage getroffen) bin ich zunächst an der Frage interessiert, ob es sich bei dem bereits erwähnten Amtsmißbrauch um Einzelfälle handelt oder ob Willkür und Schikane zum Alltag in den deutschen Jobcentern gehören. Ich habe mich der Antwort genähert, in dem ich auf meinen persönlichen Erfahrungsschatz zurückgreife. Anhand der Wahrscheinlickeitsrechnung meine ich, dass man daraus eine kleine Tendenz herauslesen kann, wie sich die Gesamtsituation darstellt. Meine Erfahrungen decken sich überdies auch in etwa mit den offiziellen Statistiken und dem, was mir Kolleginnen und Kollegen aus anderen Jobcentern erzählen. Jedoch möchte ich ganz klar sagen: Ich erhebe keinen Anspruch auf die Richtigkeit und universelle Gültigkeit meiner Aussagen!!!

                Sie und Frau Hannemann tun jedoch genau dies und das werfe ich Ihnen vor. Sie erheben den Anspruch, dass Ihre Erfahrungen als Allgemeingültig angesehen werden müssen. Auch Frau Hannemann ist der Meinung, dass es sich bei den negativen Geschehnissen nicht um Einzelfälle handelt. Die Art und Weise, wie Sie ihre Meinung begründen, ist jedoch höchst zweifelhaft. Sie bedienen sich keiner anerkannten wissenschaftlichen Methode! Ihre Argumentation beruht auf einseitig ausgewählten Erfahrungsberichten sowie tendenziösen Interpretationen und Mutmaßungen. Ferner bedienen sich unzulässiger Pauschalisierungen, in dem sie die Ihnen bekannten Fälle einfach mal pauschal zum Alltag in den deutschen Jobcentern erklären. Diese Vorgehensweise findet man sonst nur bei bei Populisten, wie ich mit meinen Beispiel zu erklären versucht habe. Und nicht zuletzt hat Frau Hannemann bewußt falsche Zahlen genannt, was niemals die Grundlage für eine lösungsorientierte Diskussion sein kann.

                Ihre Argumentationskette ist undifferenziert und unwissenschaftlich! Trotzdem erlauben Sie sich, genau wie Frau Hannemann, ein Gesamturteil über die Situation in den deutschen Jobcentern zu fällen und Ihre Ausführungen zur universellen Wahrheit hoch zu stilisieren. Sie selbstverständlich das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber ich wehre mich gegen diese Vorgehensweise und deshalb müssen Sie mit Widerstand rechnen!
                Auch ich kann trotz meiner langjährigen Berufserfahrung in letzter Konsequenz nicht sagen, wie sich die Wahrheit darstellt. Sie können das aber auch nicht, und als Außenstehender schon dreimal nicht! Das sollten Sie wissen.

                • Na, hier hat es ja jemand wirklich nötig.

                  Ich erspare es mir an dieser Stelle, auf die …. etwas konfusen Argumentationsmuster dieser Selbstverteidigungsrhetorik einzugehen.

                  Wir brauchen hier auch gar nicht über persönliche Erfahrungen mit Schikanen und Willkür zu sprechen:

                  Die Sachbearbeiter im Jobcenter drohen den Leistungsberechtigten entweder mündlich, oder per Rechtsfolgenbelehrung, mit der Sanktionierung des Existenzminimums.

                  Das Bundesverfassungsgericht hat selbiges als unverfügbares Menschenrecht eingestuft, das für politische Zielsetzungen und zur Erzwingung politisch gewünschten Verhaltens nicht zur Disposition steht.

                  Die Drohung mit Übergriff auf das Existenzminimum, ist die Drohung mit Existenzvernichtung, ein Angriff auf Grundrechte und Würde.

                  https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14349
                  https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14353
                  https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14347

                  Wo die Grundrechte zur Verfügungsmasse behördlichen Handels gemacht werden, sind Schikanen, Willkür und Größenphantasien der Vollstrecker, die zwangsläufige Folge.

                  Eine konstruktive Begegnung auf Augenhöhe ist schon vorher gescheitert. Wer mich mit Entzug meiner Grundrechte und der Vernichtung der bürgerlichen Existenz bedroht, ist kein akzeptabler Gesprächspartner.

                  Dass viele Mittäter ihr Handeln so nicht sehen können, und viele Opfer sich mit dem Aggressor identifizieren, ist nicht verwunderlich.

                • Zitat Frank: “ Ich habe mich der Antwort genähert, in dem ich auf meinen persönlichen Erfahrungsschatz zurückgreife. Anhand der Wahrscheinlickeitsrechnung meine ich, dass man daraus eine kleine Tendenz herauslesen kann, wie sich die Gesamtsituation darstellt.“

                  Sie sind einer von ca. 100.000 JC-Mitarbeitern, und Sie meinen, dass ein enziger Mitarbeiter nur aufgrund seiner eigenen Erfahrungen eine Tendenz über die Gesamtsituation herauslesen kann?
                  Die Wahrscheinlichkeitsrechnung möchte ich sehen.

                  Im Übrigen ist JEDE Sanktion eine Schikane und Willkür gegenüber der Menschenwürde und gegenüber dem Recht auf ein Existenzminimum.
                  Und wir reden von jährlich ca. 1 Millionen Sanktionen und damit 1 Million Menschenrechtsverletzungen.

                  Sie haben also bisher nichts über Sanktionen gesagt, wie Sie ja erwähnten. Warum nicht? Was ist denn Ihre Meinung über Sanktionen? Das wäre doch mal interessant, darüber sollten wir sprechen.

                • Schauen wir uns einmal 12 Punkte, Aussagen, Argumentationen, Aneinanderreihung von Sätzen oder wie immer man das auch nennen mag, von Frank an.

                  1) „Sie werfen der BA (zurecht) vor, dass dort Statistiken verfälscht werden. Anscheinend haben die Methoden Ihres ehemaligen Arbeitgebers aber auf Sie abgefärbt, …“

                  2) „Fakt ist, dass Frau Hannemann ganz bewußt mit falschen Zahlen argumentiert hat. Und das ist schlicht und ergreifend unseriös. Wer der Agentur für Arbeit die Beschönigung von Statistiken vorwirft, selbst aber falsche Zahlen nennt, der hat für mich keine Glaubwürdigkeit.“

                  3) „Hier liegt genau das Problem. Persönliche Erfahrungen sagen leider nichts über die Gesamtsituation aus.“

                  4) „Meine persönlichen Erfahrungen ergeben das folgende Bild: …“

                  5) „Meine Erfahrungen decken sich überdies auch in etwa mit den offiziellen Statistiken …“

                  6) „Ich habe in den letzten fünf Jahren etwa 1500 ALG II- Empfänger kennengelernt und kann empirisch beweisen, dass in der überragenden Mehrheit der Fälle die Zusammenarbeit zwischen den Vermittlern und den Erwerbslosen gut funktionierte und die Kunden fair und menschenwürdig behandelt wurden. Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Situation in einer anderen deutschen Großstadt mit vergleichbaren Rahmenbedingungen völlig anders darstellt?“

                  7) „Anhand der Wahrscheinlichkeitsrechnung meine ich, dass man daraus eine kleine Tendenz herauslesen kann, wie sich die Gesamtsituation darstellt.“

                  8) „Empirisch beweisen kann ich freilich nichts und erhebe daher auch keinen Anspruch darauf, Recht zu haben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass, unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung, die Chance relativ gering ist, dass sich in anderen Jobcentern ein völlig gegensätzliches Bild ergibt.“

                  9) „Als Gegenargumentation erfolgt dann meist der Verweis auf die empirischen Beweise, bei denen es sich jedoch um Einzelfälle handelt.“

                  10) „Auch die bewußte Verfälschung von Statistiken verhindert letztlich eine fruchtbare Diskussion.“

                  11) „Ihre Argumentationskette ist undifferenziert und unwissenschaftlich!“

                  12) „Auch ich kann trotz meiner langjährigen Berufserfahrung in letzter Konsequenz nicht sagen, wie sich die Wahrheit darstellt.“

                  Ich versuche einmal Ordnung in dieses Chaos von Frank zu bringen.

                  In Punkt 1) gibt Frank zu, dass die BA Statistiken verfälscht, während er in Punkt 2) diese Tatsache Frau Hannemann vorwirft.

                  In Punkt 3) möchte er keine „persönlichen Erfahrungen“ gelten lassen, aber in Punkt 4) und 5) nimmt er diese für sich selbst in Anspruch.

                  In Punkt 6) kann er etwas empirisch beweisen, während er in Punkt 8) wiederum nichts empirisch beweisen kann. (Anmerkung: „empirisch“ scheint ein Lieblingswort von Frank zu sein, da er wohl der Meinung ist, dass sich das sehr „wissenschaftlich“ anhört. Dazu kann ich nur sagen: Die Physik der Gegenwart wird von einem logisch orientierten Empirismus getragen, der vorher durch mathematische Gleichungen eine Richtung zugewiesen bekommen hat, die sich hoffentlich nicht als Falsifikation herausstellt). Frank möchte auch in Punkt 6) wissen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich „in einer anderen deutschen Großstadt etwas völlig anders darstellt“. Nunja, die Wahrscheinlichkeit liegt irgendwo zwischen Null (0) und Eins (1). Bitte keine Prozentzahlen, wie man es eventuell in der Schule gelernt hat, sonst moniert unser BA-Wissenschaftler Frank das wieder als unwissenschaftlich, siehe Punkt 11). Weshalb Frank in Punkt 6) diese Frage in den Raum stellt, erschließt sich mir nicht, da er ja in Punkt 7) und 8) erzählt, dass er der Stochastik mächtig ist, und sich das folglich selbst berechnen könnte. (Tut mir leid, kleiner Scherz von mir!)

                  In Punkt 9) lässt er die „empirischen Beweise“, die er doch so innig liebt, als Gegenargumentation nicht zu, und disqualifiziert sie als nicht erwähnenswerte „Einzelfälle“.

                  In Punkt 10) kommt er noch einmal auf die „Verfälschung von Statistiken“ zu sprechen, ungeachtet, dass er in Punkt 1) schon zugegeben hat, dass die BA Statistiken fälscht.

                  In Punkt 12) gibt Frank dann wenigstens zu, dass er die Wahrheit auch nicht kennt.
                  Wie ich schon sagte, es gibt in der Wissenschaft keine Wahrheiten sondern nur Falsifikationen zur Validierung. Folglich ist die Frage nach der Wahrheit sinnlos.
                  Rafael Faber (Professor für Philosophie an der Universität Luzern) schreibt: „Was ist Wahrheit? Für die Menge das, was man ständig liest und hört. Mag ein armer Tropf irgendwo sitzen und Gründe sammeln, um die Wahrheit festzustellen – es bleibt seine Wahrheit. Die andre, die öffentliche des Augenblicks, auf die es in der Tatsachenwelt der Wirkungen und Erfolge allein ankommt, ist heute ein Produkt der Presse. Was sie will, ist wahr. Ihre Befehlshaber erzeugen, verwandeln, vertauschen Wahrheiten.“

                  Es war sicherlich nicht meine Absicht, Frank hier vorzuführen, aber wenn uns die BA schon einen Ritter in goldener Rüstung schickt, der gegen „den bösen Drachen Hannemann“ ins Feld ziehen soll, dann kann man auch einen Ritter erwarten und keinen Knappen, der noch nicht mit dem Schwert umgehen kann.

                  • Es war sicherlich nicht meine Absicht, Frank hier vorzuführen, …

                    Nein, das tut er selbst. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, diese etwas selbstverliebte, und vor inneren Widersprüchen strotzende Philippika auseinander zu nehmen. Ich hatte gestern Abend keine Lust mehr. (Puuh)

                  • @Ingo

                    Zitat:
                    „Es war sicherlich nicht meine Absicht, Frank hier vorzuführen, aber wenn uns die BA schon einen Ritter in goldener Rüstung schickt, der gegen „den bösen Drachen Hannemann“ ins Feld ziehen soll, dann kann man auch einen Ritter erwarten und keinen Knappen, der noch nicht mit dem Schwert umgehen kann.“

                    Ingo, was bist Du denn für einer? Ein echter Lacher am Morgen, ich schmeiß mich in die Ecke! 🙂
                    Danke für Deine Analyse mit abschließendem Gleichnis.

                    LG Rosi

                    • @ taspie
                      @ Rosi

                      Frank (3. Mai 2014): „Ich habe in den letzten 4 Jahren etwa 1500 ALG II-Empfänger kennengelernt. Ich musste mich bei jedem einzelnen Kunden mit dessen Biographie auseinandersetzen.“

                      Frank (4. Mai 2014): „Ich habe in den letzten fünf Jahren etwa 1500 ALG II- Empfänger kennengelernt und kann empirisch beweisen, dass …..“

                      Scheinbar hat Frank den Überblick verloren, da er sich nicht sicher ist, ob er jetzt 1500 ALG II-Empfänger in 4 Jahren oder in 5 Jahren kennengelernt hat. Wenn er mit der Anzahl der Jahre schon Schwierigkeiten hat, diese präzise anzugeben, dann hat er sich vielleicht schon mit der Anzahl der ALG II-Empfänger vertan. Sind es nun 1500, 150 oder vielleicht nur 15 ALG II-Empfänger, mit deren Biographie er sich auseinandergesetzt hat? Er meint aber sicherlich, dass er sich die Lebensläufe der ALG II- Empfänger, und nicht deren Biographien, durchgelesen hat. Ein Lebenslauf umfasst maximal 3 Seiten, eine Biographie aber mindestens 300 Seiten.

                      Man könnte jetzt noch einiges an Ungereimtheiten aufführen, was uns Frank präsentieren und auftischen möchte, aber wir sollten nicht zu streng über solche Leute urteilen. Niemand von und weiß, bis zu welchem Grad die BA-Gehirnwäsche bei den JC-Mitarbeitern schon ganze Arbeit geleistet hat. Mir sagte einmal ein JC-Mitarbeiter: „Diese Frau Hannemann, die macht das doch alles nur um ihr Buch zu verkaufen.“

                  • @Ingo

                    Sie haben den Kern meines letzten Beitrags doch gar nicht verstanden haben.
                     
                    Ich will daher an dieser Stelle noch einmal ganz klar herausstellen: Niemand anderes als Frau Hannemann und Tanguero sind in der Beweispflicht!!!!
                     
                    Wie ich bereits mehrfach schrieb, bin ich an der Frage interessiert, wie sich die Gesamtsituation in den deutschen Jobcentern darstellt. Handelt es sich bei dem bereits erwähnten Amtsmißbrauch um Einzelfälle oder gehören Willkür und Schikane wie hier behauptet zum Alltag in den deutschen Jobcentern?
                     
                    Frau Hannemann ist der Meinung, dass es sich bei den negativen Geschehnissen nicht um Einzelfälle handelt. Tanguero erhebt sogar den Anspruch, dass seine Erfahrungsberichte als allgemeingültig angesehen werden müssen. Beide Meinungen werden lautstark in die Öffentlichkeit hinausposaunt, etwa über diesen oder andere Blogs und auch auf Facebook. Frau Hannemann geht mit ihren Thesen sogar auf Deutschlandtournee. Das ist ihr gutes Recht, denn es gehört zur Meinungsfreiheit. Trotzdem bin ich der Meinung, dass jemand, der von sich behauptet, seine Thesen seien allgemeingültig, sich kritische Fragen gefallen lassen muss. Warum ist er in Besitz der Wahrheit, wie kommt er zu dieser Behauptung und mit welcher wissenschaftlichen Methode kann er seine Argumentation untermauern. Ich habe ausführlich dargestellt, warum ich Tangueros und Frau Hannemanns Vorgehensweise kritisch sehe, und dafür auch einige Argumente gebracht.
                     
                    Wie gesagt, es das gute Recht eines jeden Bürgers, sich über die Agentur für Arbeit und deren Mitarbeiter zu beschweren, auch in aller Öffentlichkeit. Problematisch wird es allerdings, wenn Leute auftreten mit der Überzeugung, im Besitz der universellen Wahrheit über die tatsächlichen Zustände in den Jobcentern zu sein und ohne nachvollziehbaren Beweis behaupten, dass es dort fast nur um Schikane geht. In diesem Moment hake ich ein und erhebe Widerspruch. Und das ist mein gutes Recht! 
                     
                    Bemerkenswert finde ich Ihre Aussage, dass es in der Wissenschaft gar keine Wahrheiten gibt. Auch das Zitat des Luzerner Professors stimmt nachdenklich.
                     
                    Was Sie aber leider völlig ausblenden: Ich habe in meinem letzten Beitrag mehrfach betont, dass ich gar nicht den Ansprach erfüllen möchte, in Besitz der universellen Wahrheit zu sein. Ich habe lediglich von Wahrscheinlichkeiten aufgrund meiner Berufserfahrung gesprochen. Ich gebe gerne zu, es kann auch völlig anders sein!!
                    Andere tun jedoch genau dies so wie etwa Tanguero, der unabhängig aller philosophischen Diskussionen der Meinung ist, dass seine Erfahrungsberichte als allgemeingültig angesehen werden müssen. Deswegen sollten Sie das Zitat vielleicht ihm unter die Nase halten. Oder hat er etwa die Wahrheit? Und Frau Hannemann auch? Sind es keine Einzelfälle, besitzen Tangueros Erfahrungsberichte Allgemeingültigkeit? Wenn ja, dann begründen sie doch mal. Sie scheinen ja ein schlaues Kerlchen zu sein.
                     
                    Bis zu Ihrer Antwort bleibe ich bei der Meinung, dass jeder Anspruch auf die Allgemeingültigkeit eigener Erfahrungsberichte ohne nachvollziehbare Begründung unzulässig ist!

                    • Frank: 5. Mai 2014 at 14:53

                      14:53 Uhr. Müssten da richtige JC-Mitarbeiter nicht noch im Jobcenter sitzen? Mit wem haben wir es hier eigentlich wirklich zu tun?

                    • Zitat Frank: „Bemerkenswert finde ich Ihre Aussage, dass es in der Wissenschaft gar keine Wahrheiten gibt. Auch das Zitat des Luzerner Professors stimmt nachdenklich.“

                      Ich werde trotz anfänglichem Bedenken (siehe meinen Kommentar weiter unten) hier einmal versuchen den Begriff „Wahrheit“ zu definieren. Schon deshalb, weil die Seite von Inge Hannemann ja auf der Suche nach der Wahrheit in unserer Gesellschaft ist.

                      Wahrheit ist die Unverborgenheit des Seins, womit jedoch keine nähere Bestimmung der Wahrheit über ein Seiendes ausgesagt wird. Das ist jetzt vielleicht gleich etwas zu hoch angelegt, deshalb nähern wir uns dem Begriff Wahrheit lieber über das Licht (Photonen) an. Licht besteht je nach physikalischem Experiment einmal aus Teilchen, ein anderes Mal aus einer Welle. Die Wahrheit ist aber, das Licht weder aus Teilchen besteht noch eine Welle ist, sondern ein quantenmechanisches Etwas das wir nicht begreifen, also deren Wahrheitswert auch nicht begreifbar gemacht werden kann, höchstens durch abstrakte Mathematik.

                      Man kann das aber auch alles einfacher ausdrücken: Mit der „Wahrheit“ kann man von vielen Menschen auch gewaltig hinter das Licht geführt werden. Die Wahrheit in der BA ist sicherlich eine andere als die Wahrheit des Bürgers, der mit BA-Wahrheiten sanktioniert werden kann. Die Wahrheit eines JC-Mitarbeiters ist je nach seinem Standpunkt, und um im Sprachgebrauch der Physik zu bleiben, einmal Teilchen ein anderes Mal Welle, aber in Wirklichkeit ist es nur die Wahrheit die sich die Verantwortlichen der BA zur Durchsetzung ihrer Ziele ausgedacht haben. Das Leute wie Frank nur Mittel zum Zweck sind ist wiederum eine andere Wahrheit.

                      Fazit: Die Falsifikationshypothese in den Naturwissenschaften sagt nur aus, dass etwas nicht falsch ist, aber über eine Wahrheit kann sie keine Aussage machen. So gesehen ist alles was Frank als Wahrheit ansieht, nur etwas, dass möglicherweise nicht ganz „Falsch“ ist aber von Wahrheiten sprechen nur Narren und vielleicht einige JC-Mitarbeiter.

                      Betreff: Frank (JC-Mitarbeiter)

                      Man hat irgendwie das Gefühl, dass man es hier mit einem Jugendlichen zu tun hat, der sich wichtigmachen möchte. Diese ewige Wiederholung einiger Schlagworte („empirischer Beweis“) und die Vehemenz mit denen er seine Wahrheiten hier verkaufen möchte, ist eigentlich eher typisch für einen jungen Störenfried der Aufmerksamkeit bekommen möchte.

                      Falls wir es hier aber wirklich mit einem erwachsenen Menschen aus einem Jobcenter zu tun haben, dann ist das ja alles noch viel schlimmer als ich befürchtet hatte. Wenn dem wirklich so ist, dann kann Frau Hannemann ja froh sein, dass sie von der BA noch rechtzeitig suspendiert worden ist.

                      Ein Mann der sich hier so produzieren muss, kann auch kein richtiges Leben mit Frau, Familie und Freunden haben und dem bleibt wohl nichts anderes übrig als seine Einsamkeit mit dem Lamentieren über den verkannten und so heftig von der Welt gescholtenen JC-Mitarbeiter zu kompensieren. Vielleicht sollten solche Menschen lieber einmal darüber nachdenken, was sie mit ihrer sogenannten Arbeit in den Jobcentern Millionen von anderen Menschen antun als sich nur darüber aufzuregen, dass man sie nicht besonders mag und ihr „Engagement“ nicht genügend würdigt.

                      Wie ich weiter unten schon geschrieben hatte, sollten wir ihm keinerlei Beachtung mehr schenken. Solange man ihm antwortet, solange wird er mit seinen Spielchen weitermachen. Ich werde mich sicherlich nicht weiter über diesen Menschen echauffieren sondern ihn und seine verquirlten Ansichten ab sofort einfach ignorieren.

                  • @Ingo

                    Gerne gehe ich natürlich auch auf Ihre anderen Ausführungen ein, mit denen Sie mich Ihrer Ansicht nach vorgeführt haben.

                    1. Ich habe mehrfach betont, dass Frau Hannemann zurecht (!!) der BA vorwirft, man würde dort Statistiken falsch interpretieren und beschönigen. Sie selbst tut das aber nachgewiesener Weise auch. Und damit macht Sie sich unglaubwürdig, ebenso wie die BA. Was haben Sie an meinem Vorwurf auszusetzen?

                    2. In Punkt 3 und Punkt 9 sage ich, dass ich persönliche Erfahrungen und empirische Beweise nicht zulasse. Falschaussage! Ich lasse es nur dann nicht zu, wenn sich jemand anmaßt, aus empirischen Einzelfällen ein Gesamturteil über eine ganze Behörde zu fällen. Das ist unseriös. Beispiel. Jemand hat in seiner Nachbarschaft drei Hartz IV- Empfänger, die alle lang schlafen und jeden Tag faul in der Sonne liegen. Er kommt zu dem Schluß, dass Hartz IV- Empfänger ein faules Pack sind. Ist das zulässig? Nein, das ist Hetzerei!

                    3. Stimmt, ich argumentiere auch mit persönlichen Erfahrungen und empirischen Beispielen. Warum ich das tue? Um ein anderen Blickwinkel auf die Situation in den deutschen Jobcentern zu werfen. Und das hat diese Diskussion bitter nötig! Ferner decken sich meine Zahlen in der Tat mit den offiziellen Statistiken. Trotzdem kann im Vergleich zu Tanguero von „in Anspruch nehmen“ keine Rede sein. Mehrfach sage ich, dass ich trotz dieser Erfahrungen eben KEINEN Anspruch auf die universelle Gültigkeit meiner Aussagen. Bitte lesen Sie zukünftig genauer.

                    4. Ich kann in der Tat empirisch beweisen, dass von den etwa 1500 Kunden, die ich bisher betreut habe, die überragende Mehrheit menschenwürdig und gerecht behandelt wurde. Es führt an dieser Stelle zu weit, um zu erklären, wie ich zu diesem Urteil komme (es kann bei Gelegenheit aber gerne nachgeholt werden). Wiederum nicht EMPIRISCH beweisen kann ich hingegen die Behauptung, dass sich die Situation in anderen Jobcentern ähnlich darstellt. Das ist Fakt. Was stört Sie an dieser Argumentation?

                    5. In Punkt sechs werfe ich die Frage in den Raum, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich die Situation in einer anderen deutschen Großstadt mit vergleichbaren Rahmenbedingungen völlig anders darstellt. Ich versuche anschließend, mich mit Hilfe von Wahrscheinlichkeiten der Antwort auf diese Frage zu nähern. Gleiche Behörde, gleich große Stadt, ähnliche Rahmenbedingungen, ähnliche Personalstruktur bei den Mitarbeitern (meist Sozialpädagogen). Warum soll es dort völlig anders sein? Ich bin kein Mathematiker, aber es wäre interessant, das mal genauer zu untersuchen. Trotzdem sage ich nochmal: Ich maße mir kein allgemeingültges Urteil an!!

                    6. Ja, in Punkt neun sage ich wiederum, dass ich empirische Beweise als Gegenargumente nicht zulasse. Witzigerweise haben Sie diesen Satz aus meinem Vergleich mit der Islamdiskussion gezogen. Bleiben wir bei diesem Beispiel. Sie unterhalten sich auf der Strasse mit einem Vertreter der NPD oder Pro NRW. Sie weisen ihn darauf hin, dass die Mehrheit der Muslime sich friedlich verhält und gut integriert ist. Der NPD- Vertreter kontert mit einem Einzelfall, wo ein Muslim bsw. einen Ehrenmord begangen hat. Dieser Einzelfall ist für ihn Grund genug, den Islam zu dämonisieren und die Forderung zu formulieren, die Muslime notfalls aus dem Land zu werfen. Ich sage, dass eine derartige Argumentation unzulässig sei. Sie hingegen kritisieren mich dafür. Hat Ihrer Logik nach also der NPD Mann nun recht (nein, dass ist kein Versuch, Sie in die rechte Ecke zu stellen)?

                    Keiner Ihrer Vorwürfe hält einer genauen Untersuchung stand. Aber ich bin trotzdem gerne ein Knappe als ein Ritter in goldener Rüstung!

                    • @Frank,

                      warum antworten Sie denn nicht auf meinen Kommentar vom 5. Mai 2014 at 07:53
                      und fordern ständig „empirische Beweise“. Das Gegenteil der gemachten Aussagen können auch Sie empirisch nicht nachweisen. Das hat alles nichts mit „Wahrheit“ zu tun. Wenn man aber die
                      bestehenden Fakten (Zahl der Sanktionen, Erfolgsquoten der Betroffenen vor den Sozialgerichten,
                      Kosten für Anwälte der Betroffenen, etc.) betrachtet, können demnach meine Behauptungen nicht
                      sehr weit von der „Wahrheit“ entfernt sein, oder?

                      Ist der Kommentar, bzw. Verlinkung von @Rosi, (https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14403) der ebenfalls meine Aussagen bestätigt, nicht schon für sich allein
                      beweiskräftig genug, das in etlichen Fällen UNRECHTMÄSSIGE Bescheide erstellt wurden und sich somit viele Jobcenter-Mitarbeiter eben nicht an Recht und Gesetz gehalten haben?

                    • @Frank

                      Sie gehen eigentlich nie auf wirklich grundlegende Fragen ein:

                      Was ist denn „menschenwürdig“ daran, den Menschen mit (so gut wie) jedem Schreiben eine „Rechtshelfsbelehrung“ aufzudrücken, in denen mit Bestrafungen durch Existenz-Minimum-Verkürzung gedroht wird, sobald sich der HartzIVer nicht an die „Regeln“ hält?

                      Ich vermute, ihnen ist gar nicht bewußt, was sie den Menschen mit diesen Drohungen wirklich antun, wieviel Angst sie vielen Menschen damit einjagen. Ich höre von Mitarbeitern sehr oft: „Ist doch nur ein Textbaustein, den müssen wir halt einbauen.“

                      Durch solche Aussagen beruhigt sich der Mitarbeiter vielleicht selbst, aber in Wahrheit ist das eine totale Verharmlosung schwerster Menschenrechtsverletzungen. Leider muss man es so deutlich sagen.

                    • Lieber Frank, ich greife mir mal bewusst den Punkt 4 heraus, Zitat von dir vom 5. Mai 2014 at 19:15:
                      „4. Ich kann in der Tat empirisch beweisen, dass von den etwa 1500 Kunden, die ich bisher betreut habe, die überragende Mehrheit menschenwürdig und gerecht behandelt wurde. Es führt an dieser Stelle zu weit, um zu erklären, wie ich zu diesem Urteil komme (es kann bei Gelegenheit aber gerne nachgeholt werden). Wiederum nicht EMPIRISCH beweisen kann ich hingegen die Behauptung, dass sich die Situation in anderen Jobcentern ähnlich darstellt. Das ist Fakt. Was stört Sie an dieser Argumentation?“

                      Wenn du rund 1.500 „Kunden“ betreut hast, sind dass dann auch 1.500 Rechtsfolgebelehrungen die Du denen untergejubelt hast, weil es dein Dienstherr so vorsieht?
                      Das sind mindestens 1.500 mal Bedrohung mit Hunger, mit Energielosigkeit, mit Obdachlosigkeit …
                      Das sind mindestens 1.500 mal eine Bedrohungslage die einem wirklichen Verhalten gegenüber einem wertgeschätzten Kunden nicht zuträglich ist, sondern der Würde abträglich!
                      Einen Menschen einen evident unzureichenden Überlebensregelsatz anzudrohen zu kürzen, ist keine Entwürdigung? ICH nenne das aus meiner persönlichen Sichtweise eine einfache Erpressung! Und Erpressung lieber Frank, geht mit Entwürdigung einher.

                      Evident unzureichend ist der Regelsatz nicht nur nach meiner Meinung, sondern nach Studien längst belegt, die im Auftrage der Wohlfahrtsverbände gefertigt wurden, zusammengefast im Deutschen Verein e. V., auch unabhängig vom Deutschen Gewerkschaftsbund, schon nachgewiesen von Medizinern und selbst Politiker halten zwischenzeitlich den Regelsatz kurioser Weise für evident unzureichend.
                      Und Du schreibst hier kühn von „mehrheitlich menschenwürdig und gerecht behandelt“? Das ist nicht nur frech, sondern aus meiner persönlichen Sichtweise einfach nur dummdreist!
                      EMPIRISCH kannst Du beweisen, dass dein Urteil stimmt? Bist DU Gott?
                      Das Urteil des BVerfG sprach eindeutige Worte, rechtskräftig, am 09.02.2010, rechtskräftig geurteilt, bitte Leitsätze lesen und die Randziffer 133 insbesondere:
                      http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html
                      Das Urteil des BVerfG sprach eindeutige Worte, rechtskräftig, am 18.07.2012, rechtskräftig geurteilt, bitte Leitsätze lesen, insbesondere den 2. Leitsatz:
                      https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20120718_1bvl001010.html
                      Da steht nirgends was von kürzen, von wegnehmen, von bedrohen, sondern von UNVERFÜGBAR ZUSTEHENDEN EXISTENZMINIMUM, welches ein Mindestmaß an soziokultureller Teilhabe gewährleisten MUSS.
                      Das BVerfG begründete am 18.07.2012 WIEDERHOLT mit Zitat:
                      „… Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG garantiert ein Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums (vgl. BVerfGE 125, 175). Art. 1 Abs. 1 GG begründet diesen Anspruch als Menschenrecht. …“

                      Wer das Menschenrecht versagt, wer es antastet, ist und bleibt ein Menschenrechtsverletzter. Dieser Umkehrschluss ist nach Rechtskräftigkeit der Urteile auch juristisch zulässig!
                      Du bist nicht Gott und auch kein Richter, du bist dann, wenn du ein Existenzminimum antastest, einer der gegen zwei höchstrichterliche Urteile vorsätzlich verstößt und wenn du das Dokument der Schande, die s.g, Rechtsfolgebelehrung verschickt hast, aus meiner persönlichen Sichtweise und Erkenntnis ein Erpresser, nicht mehr und nicht weniger.
                      Wie oft die Judikative zwischenzeitlich in beschämender Weise die Arbeit der Jobcenter korrigieren musste, kannst du ohne empirische Studie beim Bundesministerium für Justiz erfragen!

                      Was ist übrigens mit den Kunden, die du nach deiner Formulierung eben nicht menschenwürdig und dafür obendrauf ungerecht behandelt hast? Kannst du mit der Last noch ruhig schlafen?

                    • Da hat sich Frau Hannemann wohl einen Troll eingefangen.

                      Zitat Frank: „Bemerkenswert finde ich Ihre Aussage, dass es in der Wissenschaft gar keine Wahrheiten gibt.“

                      Ich hatte nicht aus Blödsinn den Satz mit dem logisch orientierten Empirismus und der Falsifikation geschrieben. Mir hätte aber klar sein müssen, dass ein Mensch, der nicht Naturwissenschaften oder Ingenieurwissenschaften studiert hat, natürlich nicht versteht, dass es keine Wahrheiten in der Natur gibt. Ich habe aber auch keine Lust – hier und jetzt – eine Vorlesung darüber zu halten warum es keine Wahrheit in der Physik geben kann, denn das wäre bei jemanden wie Frank, der nur seine eigene Wahrheit kennt, „Perlen vor die Säue werfen“.

                      Ich kann nur allen anderen auf diesem Blog den Rat geben, diesem Menschen keine weitere Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen und ihn einfach zu ignorieren. Wenn er sich ausgebellt hat, dann verschwindet er sicherlich wieder in dem Loch aus dem er gekommen ist.

                    • Ingo 5. Mai 2014 at 21:52

                      So sehe ich das auch.
                      Ist die Sache nicht Wert (Frustdefinitionen auf beiden Seiten) & lenkt vom eigentlichen Thema ab.

                      LG, H.-W.

                • @Frank,

                  Sie stehen mir Ihren persönlichen Erfahrungen wohl ziemlich einsam da.
                  Glauben Sie im Ernst, dass Kolleg(inn)en Ihnen erzählen, dass sie bewusst schikanieren?
                  Nein, denn sie alle machen (vermeintlich) nur ihren „Job“, ohne Gedanken an die Konsequenzen.
                  Wie erklären Sie sonst, dass über 1 Mio. an Sanktionen zusammenkommen und das bei Klagen rund
                  50% der Betroffenen erfolgreich sind (Beim Rest sind aber auch viele Betroffene erfolgreich, denn
                  es werden häufig Vergleiche getroffen).
                  Allein diese nachweisbaren Zahlen zeigen doch eindeutig, wie häufig von den Mitarbeitern Rechtsbruch begangen wird. In allen anderen Klageverfahren vor den Sozialgerichten sieht es ähnlich aus.
                  Auch die Tatsache, dass jeder Betroffene über die Jahre Erfahrungen mit etlichen Mitarbeitern der Jobcenter sammeln musste, kann empirisch wohl kaum widerlegt werden.
                  Wie Sie aus all den anderen Kommentaren ersehen können, gibt es zu meinen Aussagen keinen
                  Widerspruch, obwohl auch ich Verallgemeinerungen stets zu vermeiden suche (übrigens, ich persönlich habe z.B. mit Muslimen nicht das geringste Problem).

                  Aber nun mal ehrlich, muss es für einen Jobcentermitarbeiter nicht sehr frustrierend sein,
                  festzustellen, dass es manche Betroffene gibt, die sich über die Zeit (von der sie ja genug haben!) ein derart großes und bedarfsgerechtes juristisches Wissen angeeignet haben, welches vielleicht sogar noch durch die Unterstützung eines Fachanwaltes vertieft wird, dass sie damit sogar in der Lage sind, ihm die
                  Geschäftsanweisungen zu nennen, die er noch nicht einmal gelesen hat, weil dafür keine Zeit vorhanden ist, und gegen die er verstoßen hat.
                  Dieses Wissen und die Erfolge sind dann häufig sogar in den einschlägigen Foren zu finden und
                  unterstützen damit auch andere in ihrem Existenzkampf.
                  Ist es da verwunderlich, dass eventuell sogar persönliche Rachegelüste aufkommen und er mit weiteren
                  Schikanen und Rechtsbeugungen aufwartet, die jedoch meist auch durch dessen Unkenntnis ins Leere laufen, oder spätestens nach etlichen Jahren vom Sozialgericht „abgebügelt“ werden, denn auch bei den
                  Mitarbeitern der Rechtsstelle, die mit ihrem Bescheiden ja erst die Klagen ermöglichen, ist die
                  Auslegung der Gesetze meist falsch, denn sonst lassen sich die bestehenden Erfolgsquoten beim
                  Sozialgericht nicht erklären.
                  Wenn dieser Mitarbeiter sogar nur einen Zeitarbeitsvertrag hat und weiß, dass auch er wahrscheinlich bald auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzen wird, was hat er also zu „befürchten“.
                  Müssten also nicht Mitarbeiter, die wesentlich mehr Kosten produzieren, als sie an „Einnahmen“, sprich
                  Leistungskürzungen, „erwirtschaften“, nicht sofort gekündigt werden?
                  Geschieht dies?
                  Nein, denn die Jobcenter sind wohl der einzige Bereich, in dem ein tatsächlicher Fachkräftemangel herrscht, was eben auch von vielen Betroffenen ständig bemerkt wird.
                  Ja, das ist „nur“ meine Erfahrung, die, wie Sie hier lesen können, jedoch von allen anderen geteilt werden.

                  Das es immer noch eine Menge von Betroffenen gibt, die völlig resigniert haben und alles mit sich machen lassen, verbessert das Gesamtbild jedoch nicht!

                  • @ Lutz und Andreas Abels

                    Man sollte auch die Arbeitsvermittler in den Jobcentern als Menschen ansehen und sie an dem messen, was sie tatsächlich tun. Aus der Funktion eines Angestellten und den damit verbundenen Kompetenzen heraus pauschal Rückschlüsse auf sein Verhalten abzuleiten, halte ich für problematisch.

                    Ich versuche, jedem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und in langfristiger Hinsicht auch ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das gelingt in 90 Prozent der Fälle sehr gut. Ferner bin ich der Meinung, dass man immer einen gemeinsamen Weg abstecken muss. Dabei liegt die Initiative nach meinem Ansatz zunächst beim Erwerbslosen selbst. Er sagt mir, wie seine Pläne aussehen und was er gerne machen möchte. Ich versuche anschließend, ihm bei der Realisierung des Plans zu helfen. Mit dieser Methode fahre ich ganz gut, und die überragende Mehrheit meiner Kolleginnen und Kollegen arbeitet ähnlich. Grundsätzlich bin ich für alle Vorschläge und Pläne zunächst einmal offen. Wenig bis gar kein Verständnis habe ich aber, wenn jemand absolut nichts machen will. Selbst jene Leute, bei denen der Zug für den ersten Arbeitsmarkt, bsw. aus Altergründen, endgültig abgefahren ist, versuche ich daher, zumindest zu einem Ehrenamt zu motivieren. In dieser Gesellschaft gibt es eben genug zu tun, und jeder wird gebraucht!

                    Ich komme übrigens weitestgehend ohne Sanktionen aus. Zuletzt habe ich wegen nachgewiesener Schwarzarbeit sanktioniert, mit dem „Erfolg“, dass der Betroffene erst gar keinen WBA gestellt hat. Ob man Sanktionen grundsätzlich abschaffen sollte, steht allerdings auf einem anderen Blatt.  

                    Das Problem ist nun, dass Leute wie Lutz und Andreas mich gar nicht an meinem tatsächlichen Verhalten messen. Sie kennen weder mich noch meine Arbeit, mit meinen Kunden haben Sie ohne Zweifel auch noch nicht gesprochen. Trotzdem wird mir der Vorwurf gemacht, ich sei ein Erpresser und Menschenrechtsverletzer und man hätte mir ins Gehirn geschissen. Was gibt Ihnen das Recht dazu, so über mich zu urteilen?

                    Ich möchte nicht weinerlich wirken, als Arbeitsvermittler ist man es gewohnt, angeschrien zu werden. Von daher habe ich mittlerweile ein dickes Fell. Aber ärgern tun mich diese Vorwürfe schon sehr, da sie mein Engagement und das vieler meiner Kollegen einfach entwürdigen.
                    Ich brauche keine Schulterklopfer, aber als das größte Arschloch der Nation will man in der Öffentlichkeit auch nicht dargestellt werden, und schon gar nicht dann, wenn man selbst tagtäglich sehr darum bemüht ist, die schlimmsten Schieflagen unserer Gesellschaft zu kitten. Setzen Sie sich doch einfach mal eine Woche auf meinen Stuhl und sehen Sie sich das Elend an, das täglich in unseren Büros anzutreffen ist. Das würden Ihnen vielleicht auch an die Nieren gehen.

                    Daher empfehle ich Ihnen, zukünftig vielleicht noch einmal nachzudenken, bevor Sie sich wieder in Schimpftiraden verlieren.

                    • @Frank,

                      sorry, nun machen Sie sich aber wirklich selbst lächerlich und offenbaren zudem klar Widersprüche in Ihren Aussagen: „Ich möchte nicht weinerlich wirken, als Arbeitsvermittler ist man es gewohnt, angeschrien zu werden.“ Wie kann das denn passieren, wo Sie doch versuchen,“ jedem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und in langfristiger Hinsicht auch ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das gelingt in 90 Prozent der Fälle sehr gut.“ ?
                      “ …sehen Sie sich das Elend an, das täglich in unseren Büros anzutreffen ist“
                      Wer hat es denn bewirkt und wie verträgt sich das mit Ihren angeblichen „Bemühungen“?

                      Insofern kann ich den Rat von @Ingo, Sie zukünftig zu ignorieren nur unterstützen, denn auf
                      die wirklich wichtigen Fragestellungen, Erkenntnisse und Fakten gehen Sie nicht ein, wie ich es auch
                      von den Mitarbeitern meines Jobcenter gewohnt bin, und bin damit, wie Sie hier zahlreich nachvollziehen können, nicht der Einzige!
                      Zudem bestätigen Sie damit sogar meine hier gemachte Aussage (https://altonabloggt.wordpress.com/2014/05/02/gehorsam-gegen-existenz/#comment-14394)

                      Und NEIN, Sie tun mir NICHT Leid, denn Sie haben sich diesen „Job“ selbst ausgesucht!

                    • @Frank

                      Ich habe nie von „wer hat Ihnen ins Gehirn geschissen“ gesprochen, von solchen Aussagen distanziere ich mich massiv.

                      Gerade, weil ich die meisten JC-Mitarbeiter für normal-herzliche Menschen halte, versuche ich, Gesrpäche mit ihnen auf Augenhöhe zu führen, das gelingt mir meistens sehr gut.
                      Ich habe meine Vermittler deshalb auch noch nie angeschrien. Ich möchte Sie bitten, auch hier nicht alle HartzIV-Kritiker in einen Topf zu werfen.

                      An meiner Meinung, dass Sanktionen UND schon Sanktionsandrohungen (mittels Rechtshelfsbelehrung in fast JEDEM Schreiben zu finden) Menschenrechtsverletzungen sind und gegen Artikel des Grundgesetzes verstossen (siehe auch Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von Februar 2009), ändert das freilich nichts.
                      Ich verurteile Sie deshalb trotzdem nicht, auch, wenn Sie sich dadurch persönlich angegriffen fühlen. Mir geht es lediglich um Bewußt-Werdung und nicht um Schuldzuweisungen.

                      Sie urteilen übrigens auch über Menschen, wenn sie es nicht respektieren, dass manche evtl. gar keine Erwerbsarbeit annehmen wollen. Sie haben gar nicht das (menschliche) Recht zu beurteilen, wer, wie oder was zu arbeiten hat.
                      Nicht das SGB II sollte Ihnen eine Anleitung für die Arbeit sein, sondern die reine Vernunft.

                      Woher wollen Sie denn wissen, was der einzelne so alles macht in seinem Leben? Wer sagt Ihnen denn, dass diese Menschen „nichts“ für die Gesellschaft tun? Sie leben und erleben nicht den Alltag dieser Menschen.
                      Es muss auch kein „Ehrenamt“ sein. Manchmal sind es einfach nur nette Zeitgenossen, die anderen eine Freude machen; ist das denn „nichts“? Solche Menschen tun durch einfache Gesten schon viel für die Gesellschaft.

                      Warum erlauben wir uns Menschen überhaupt, über andere Menschen zu urteilen, was diese zu arbeiten haben, oder was Arbeit überhaupt ist oder was sie für die Gesellschaft zu tun haben?

                      Das alles sind wichtige Fragen, die immer und immer wieder gestellt werden müssen.

                    • Hallo Frank, zu dem erwähnten Beispiel der Schwarzarbeit sieht unser Gesetz (hier meine ich nicht das SGB II, sondern das SchwarzArbG) die entsprechenden Regelungen vor. Die Sanktionierung, also zusätzliche Bestrafung, wäre eine rechtswidrige Doppelbestrafung. Von mir hättest Du eine Strafanzeige bekommen! Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen gibt es hier:
                      http://www.gesetze-im-internet.de/schwarzarbg_2004/
                      Noch ein mal erinnere ich an die rechtskräftigen Urteile des BVerfG!
                      Zitat vom 5. Mai 2014 at 23:10:
                      „… Selbst jene Leute, bei denen der Zug für den ersten Arbeitsmarkt, bsw. aus Altergründen, endgültig abgefahren ist, versuche ich daher, zumindest zu einem Ehrenamt zu motivieren. In dieser Gesellschaft gibt es eben genug zu tun, und jeder wird gebraucht! …“
                      Schon mal darüber nachgedacht, dass gerade die ältere Generation längst über viele Jahre ihren Beitrag zur Gesellschaft geleistet haben? Kinder groß gezogen, deren Ausbildung finanziert, selbst Jahrzehnte gearbeitet und dann sollen die sich von einem Jobcenter wie im Kindergarten gängeln lassen? Du kontrollierst dass das „Ehrenamt“ und machst als gehorsamer Angestellter die Aufwandspauschale streitig? Du verlangst von einem Ü50 vielleicht sogar noch, dass er sich bei dir abmeldet, wenn er mal die Stadtgrenze überschreitet? Ja wo leben wir denn? Du sprichst von Elend welches sich vor deinem Schreibtisch sammelt und verwaltest es mit einem schäbigen Regelsatz unter Androhung von Sanktionen?
                      Solchen Leuten gehört eindeutig das Handwerk gelegt!
                      Wenn solchen Leuten wie dir das an den Nieren gehen würde, lieber Frank, wären sie gemeinsam mit der Frau Hannemann auf den Barrikaden!
                      Also nachdenken Frank: Bis in das Jahr 2000 hinein gab es Arbeit für die die welche wollten. An den Firmen gab es Schilder „wir stellen ein, zu besten Konditionen“. Danach ging es politisch gewollt im Land bergab und seit 2005 gilt dass, was dir im Büro heute das Elend beschert. Beklage dich darüber bei deinem Dienstherrn!
                      Und noch etwas: Ich habe schon viele Freizeit in solchen Büros verbracht lieber Frank, immer auf der anderen Seite des Schreibtisches, als das Elend was bei dir eintrifft, verhöhnend auch als Kunde bezeichnet, auch mit Arbeit und oft genug auch als Beistand, für die Bürger, die Leute wie du in Niedriglohn pressen wollen oder um bei ihrem Dienstherren zu glänzen, diese um ihre Rechte zu bringen mit dem Ergebnis die Zustände im Land weiter zu verschärfen. Mal nachdenken, würde dir selbst nicht zum Schaden reichen!
                      Würdest du deinen Kindern solch ein strukturiertes Unrecht zumuten, wie du es als Beruf ausübst?

                    • @Frank, die Wertschätzung zu Deiner Person, erfolgt hier entsprechend Deiner Wortmeldung. Wer sich als Sanktionierer outet, muss natürlich auch den Gegenwind erfahren und wer meint, mit Hartz IV die Mehrheit von 1500 Menschen in Eigenregie, Zitat, “ … überragende Mehrheit menschenwürdig und gerecht behandelt wurde …“, Zitat Ende, in Selbsteinschätzung großspurig öffentlich stellt, lässt natürlich auch Umkehrschlüsse zu! Diese Form von Eigenlob stinkt zum Himmel, Frank und dieses Eigenlob ist die Selbstdarstellung Deiner Art und Weise und Deiner Wirkung in die Gesellschaft. Wenn Du das ändern willst, musst du dich ändern, als guter Rat noch mit auf dem Weg!
                      Und bitte, unterstelle auch nicht in meinem namentlichen Zusammenhang irgendwas vom koten ins Gehirn.
                      Das kann ich nämlich wirklich nicht einschätzen 😉
                      Und noch eines zum A-Loch der Nation.
                      Seit 2005 waren es in der Gesellschaft gewohnheitsmäßig die, die von Lohnerwerbslosigkeit „geschlagen“ wurden. Über die Unflätigkeiten, die den Betroffenen in den damals ARGE genannten Entrechtungs- und Entwürdigungseinrichtungen, heue Jobcenter genannt, entgegenschlugen, wirken nunmal auf die, die sich als bekennende Sanktionierer vorstellen auch zurück.
                      Wer Menschen entwürdigt Frank, kann durchaus auch mal was anderes als Schulterklopfen erwarten.
                      Und auch wenn meine zuletzt an dich gestellte Frage unbeantwortet geblieben ist, trotzdem noch eine Frage hinterher:
                      Schon die Urteile des BVerfG gelesen, auch die von mir benannten Textstellen und vielleicht sogar verstanden? Urteil vom 09.02.2010 und vom 18.07.2012! Was hältst du als Staatsbürger und Staatsdiener von Gesetzestreue? Oder kannst du nur den kleinen Sanktionierer?

                    • Ich komme übrigens weitestgehend ohne Sanktionen aus

                      Es ist doch schön zu wissen, dass die Mitarbeiter in einem Repressionsapparat so human sind, weitestgehend auf die Folter zu verzichten.

                      —-

                      Dick Cheney: „Wir kommen übrigens weitestgehend ohne Waterboarding aus.“ (Fiktives Zitat)

                  • Gerne will ich Ihnen natürlich antworten. Sie sprechen von 1 Millionen Sanktionen. Diese Zahl ist in der Tat realistisch. Laut offizieller Statistiken sind etwa 4 Prozent der ALG II- Empfänger von Sanktionen betroffen. In absoluten Zahlen werden das in etwa 240.000 Menschen sein. Man muss davon ausgehen, dass diese Leute auch mehrfach sanktioniert wurden. Multiplizieren Sie die 240.000 daher mit dem Faktor drei oder vier, dann kommen Sie in etwa auf eine Zahl von Millionen. Wir können gerne über den Sinn und Unsinn von Sanktionen sprechen, es ändert aber nichts an der Tatsache, dass etwa 96 Prozent der Leistungsberechtigungen nichts mit Sanktionen zu tun haben. Daher bleibt es, entgegen Ihrer Behauptungen, ein Minderheitenphänomen….Ich weiß natürlich, welcher Einwand von Ihnen nun kommt: „Man kann Schikanen ja nicht an den Zahlen ablesen, auch Leute, die keine Sanktionen kassieren, können schlecht behandelt werden….“ Da gebe ich Ihnen recht. Aber erstens müssen Sie beweisen, dass dies auf die Mehrheit der ALG II -Empfänger zutrifft (Sie beanspruchen doch Allgemeingültigkeit). Und zweitens wollte ich lediglich auf Ihre Zahlen eingehen….

                    • @ Lutz:

                      Komm mal runter von Deiner Aggressivität. Ich habe nie behauptet, dass ich die Aufnahme eines Ehrenamtes kontrolliere oder gar verpflichtend festlege. Was ich lediglich sagen wollte: Wenn jemand viele Jahre arbeitslos ist (10 Jahre plus X; das kommt leider vor) und aufgrund seines Alters wenig bis gar keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt mehr hat, dann schlage ich Ihm ein Ehrenamt vor. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, weil gerade langzeitsarbeitslose Menschen dadurch das Selbstwertgefühl wieder zurückerlangen, da Sie eine Aufgabe haben und merken, dass sie gebraucht werden. Wer keinen Bock darauf hat, der soll sich eben seine Kohle beim Amt abholen und machen, was er für richtig hält. Ich habe doch keine Kleinkinder vor mir, die ich bevormunden muss. Außerdem hat auch jeder noch so fauler Kunde das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, obwohl grenzenlose Faulheit wirklich selten vorkommt.

                      Wo habe ich denn behauptet, dass ich von Ü50-jährigen eine Ortabwesenheit beim Verlassen der Stadt verlange? Legen Sie mir keine Worte in den Mund, die ich so nicht gesagt habe. Genau wie einiger andere User hier wollen Sie der Öffentlichkeit das (Feind-)bild des korrupten Jobcentermitarbeiters vermitteln. Das Problem ist nur: Mit bewußten Falschaussagen und Unterstellungen sowie billigem und plumpen Populismus kommen Sie nicht weit. Damit erreichen Sie erreichen Sie lediglich das Gegenteil. Auch User Ingo dreht mir die Worte im Mund herum, so dass mit der Korrektur gar nicht hinterher kommt.

                    • frank: mit ihrer/ deiner aussage vom 7.mai, 15:47 kann man gut leben, auch ich trete für bürgerarbeit ein. richtige faulheit sieht auch euer herr alt selten, dem ist zuzustimmen!!ü-50-kunden müssen oder mussten in unser provinz oft zu maßnahmen und zum melden beim vermittler. alg-2 diszipliniert schon in den betrieben, da ist einem bekannten politiker der linlken zuzustimmen! habe ich angst arbeitslsos zu werden, bin ich auf der arbeit umso braver, habe ich angst vor sanktionen, besuche ich brav jeden verordneten idiotenkurs!ich bin nicht gegen die mehrheit ihrer kollegen, sondern gegen ein streckenweise problematisches armutsverwaltungsregime!sanktionen treffen besonders junge leute, liegt in der natur der sache, die regeln sind strenger. inwieweit dies grundgesetzkonform ist, wird man dem bundesverfassunsggericht überlassen müssen!erzähle sie mal was zu ihrem werdegang! in unser provinz gibt es alles, dass brandenburg gesamtschulmausi, welches eben noch an der info gehockt hat wie auch die junge ethnologin. da hat nicht jeder ahnung- übergeben wir mehr an die kommunen, verändern wie die egsetze, dann funktiniert vieles besser!

                    • Dass mehrfach pro Person sanktioniert werden kann und wird, ist mir klar, ich sprach ja auch nicht von 1 Millionen Sanktionierten, sondern von 1 Million Sanktionen.
                      Harmloser werden diese nicht, indem man schaut, wieviele davon wirklich betroffen sind.

                      Außerdem sagte ich, dass auch Sanktionsandrohungen Menschenrechtsverletzungen sind, und diese werden per Schreiben und Gesprächen jedem HartzIVler zuteil, immer und immer wieder, das ist dann also kein „Minderheitenphänomen“ mehr.

                      Zitat: „Wir können gerne über den Sinn und Unsinn von Sanktionen sprechen.“

                      Bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, dass Sie diesbezüglich wirklich Fragen beantworten, ich versuche es noch mal:

                      1. In welchem Fall genau halten Sie Sanktionen für sinnvoll?
                      2. Halten Sie Sanktionsandrohungen (in den Rechtshelfsbelehrungen enthalten) für sinnvoll und menschenwürdig?
                      3. Welche Folgen haben Sanktionen und Sanktionsandrohungen aus Ihrer Sicht? Wem nützen Sie?

                      Sie sagen, Sie hätten ja keine Kleinkinder vor sich, die Sie bevormunden wollten. Wenn man aber Menschen sanktioniert oder ihnen mit Sanktionen droht, dann machen Sie genau das: Menschen wie Kleinkinder behandeln.

                    • @Frank,

                      auch wenn es keinen Zweck hat:
                      Sie machen jetzt das selbe, was Sie Frau Hannemann vorwerfen, nämlich Zahlen verdrehen
                      (oder besser gesagt „schönen“)!
                      Die Zahl ist übrigens FAKT und von welcher ALG II-Empfänger-Zahl gehen Sie bei den 4% aus?
                      Alle anderen Aspekte, nämlich die Rechtswidrigkeit von vielen Bescheiden (auch ohne Sanktionen) und die hohen Erfolgsquoten der Betroffenen vor Gericht, ignorieren Sie, ebenso
                      wie viele andere hier konkret benannte Faktoren.
                      Ich habe übrigens nur EINE Sanktion erhalten, aber 8 berechtigte Klagen am Laufen!
                      Wieso muss ich etwas beweisen, was auch Sie nicht können?

                • Hallo Frank,
                  ich erhebe keine statistischen Beweise, für nichts. Ich kann Ihnen nur über persönliche Erfahrungen, die mein heute 2. Ehemann und ich mit dem Jobcenter seit 2007 gemacht haben. Wir sind beide nicht wirklich langzeitarbeitslos, wir sind nur Aufstocker, aber als Aufstocker werden wir nicht anders behandelt als Menschen, die gar keinen Job haben.
                  Mein Mann und ich haben beide gute und schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht genauso wie unsere Kinder in Phasen, wo sie ohne Job waren oder Freunde und Bekannte, bei denen wir das über enge persönliche Beziehungen mitbekommen.
                  Ich will Dir eine Erfahrung nennen, die Dich vielleicht zum Lachen bringt.
                  Bevor meine Mutter im Alter von 91 Jahren schließlich nach über einem Jahr, wo man sie aufgrund eines Oberschenkelbruchs aus dem Bett fallen ließ, obwohl ich Bescheid gesagt hatte, dass sie hochgradig dement sei und man aufpassen müsse, dann ein Jahr später an akutem Nierenversagen starb, hatte sie lange offiziell noch die Pflegestufe II. Es wurde ihr aufgrund unserer Klage nur später die Pflegestufe III zuerkannt. Ich konnte meine Mama nicht alleine lassen. Nicht eine Minute, denn sie schrie gellend um Hilfe, sobald ich auch nur wenige Meter von ihr weg war, seit sie im Krankenhaus war. Sie war harn- und stuhlinkontiment, über 90 kg schwer und brauchte einen Rollstuhl, Hilfe beim Essen, Trinken, Baden und eigentlich allem.
                  Bei der Pflegestufe II kannst Du angeblich 30 Wochenstunden arbeiten, also musste ich mich bewerben. Mein Fallmanager sprach unter anderem davon, ich könne doch gut einen Onlinejob machen (ich habe Dir erzählt, heute mache ich einen und das wirft man mir als falsch vor, weil der auf Honorarbasis vergütet wird). Ich bekam auch ein Stellenangebot beim Sozialverband Kiel für eine Teilzeitbeschäftigung und habe mich dort auch beworben. Ich habe da logisch wahrheitsgemäß angegeben, dass ich einen bettlägerigen Pflegefall zu Hause hätte und diese Tätigkeit nur so lange machen könne, wie mein Ehemann noch zu Hause sei, denn der sei auch arbeitslos, aber nicht, wenn er in eine Maßnahme müsse oder Arbeit finden würde. Der Sozialverband kümmert sich um Menschen mit Behinderungen, wie Du sicher weißt. Es gab für meinen Fallmanager tierischen Ärger von dieser Seite, wie er jemand Arbeit vermitteln könne, die gar nicht arbeiten könne. Also wurde ich zu dem guten Mann hin zitiert, der sich bitterböse darüber beklagte, warum ich mich denn beworben hätte, derartige Stellenangebote gingen automatisch raus, ich hätte doch einfach sagen können, ich kann das gar nicht machen wegen des Pflegefalls. Ein meiner Eingliederungsvereinbarung stand aber drin, ich kann sanktioniert werden, wenn ich mich nicht bewerbe. Ich musste mich darauf bewerben. Hätte ich wissen können, dass mir bei diesem Fallmanger dann nichts passiert.
                  Später wollte mich der gleiche Fallmanger in eine Weiterbildungsmaßnahme schicken und meinte, mein Ehemann könne doch meiner Mutter in der Zeit den Hintern waschen und ihr die Windeln wechseln und sie beruhigen, wenn sie brüllt wie ein Tier, weil sie nur noch mich akzeptiert hat und meinen 2. Mann genau genommen kaum noch wahrgenommen hat in ihrem Wahn. Ich habe Klage vorm Sozialgericht eingereicht und gewonnen.
                  Als meine Mama starb, bekam ich unerwartet richtig nette Hilfe von meiner dann anderen Fallmanagerin, einer sehr netten jungen Frau. Ich war verzweifelt, denn wir halten zwei Gnadenbrotpferde. Die junge Frau hatte miterlebt, wie meine Mami sterbend in die Klinik kam, denn als sie schreiend zusammenbrach, hatte mein Mann gerade einen Termin bei ihr. Ich erlebte ein Jobcenter, das richtig schnell sein kann, denn ich brauchte meinen Mann sofort zu Hause, um meine Mama anzuziehen. Über das Callcenter wurde ich direkt auf ihren Schreibtisch vermittelt. Sie ließ meinen Mann nach Hause gehen, damit er mir helfen konnte, Mama fertig zu machen, bis der Krankenwagen kam. Mama überlebte diesen neuen Krankenhausaufenthalt leider nicht und wir beide sahen uns dann bald wieder.
                  Ich fragte, ob sie einen 1-Euro-Job für mich hätte wie ihn mein Mann schon einige Monate vorher hatte machen können, damit ich ein wenig für unsere beiden Pferde dazu verdienen könnte und mir helfen könnte, zumindest irgendeinen Nebenjob zu finden. Ich habe binnen 4 Wochen zumindest 3 Monate einen 1-Euro-Job über sie machen können, den sie mir ganz schnell vermittelt hat. Länger durfte ich das leider ncht, denn dieser Job ist hier von vielen Arbeitslosen heiß begehrt, die Schlange stehen, um mal etwas mehr als den Regelsatz zu haben. Man kann da zu Fuß hin gehen, weißt Du. Sie half mir auch beim Sozialamt, das wegen der Beerdigungskosten meine Pferde versteigern wollte, die da alt und nicht mehr reitbar, dann womöglich beim Schlachter gelandet wären und bestätigte mir schriftlich, dass diese Tiere keinen Wert mehr haben, hat sie sich extra beide angeschaut. Wie Du siehst, es gibt sehr nette Fallmanager.
                  Die Krankheitsvertretung unseres Fallmanagements in Plön bei midmnang 50plus war es aber nicht. Die versprach meinem Mann einen SAP-Kurs, wenn er ein halbes Jahr bei der FAW eine vermeintliche Weiterbildung machen würde. Den SAP-Kurs gab es gar nicht (mein Mann ist Chemiker, wäre im Labor vielleicht eher noch vermittelbar, wenn er sagen könnte, er würde mit SAP statt Queens arbeiten könne, denn Queens ist inzwischen veraltet .. ich hoffe, Du bist ausgebildet genug, damit was anfangen zu können), und in dieser Maßnahme wurde nichts vermittelt. In dieser Zeit fand ich zwei gute neue Kunden und hatte extrem viel Arbeit. Vielleicht wäre es machbar gewesen, weg vom Jobcenter zu kommen, wenn ich die hätte zufriedenstellen können, aber diese Frau entzog mir meinen Mann über ein halbes Jahr. Die Kunden waren danach weg und ich habe keine neuen in dieser Art wiedergefunden, sondern wir machen jetzt nur noch Portalarbeit und haben nur noch einen Extra-Kunden, der aber so gut nicht zahlen kann und auch nicht Auftragsvolumen in dieser Größenordnung für uns hat wie die es hatten. Sie gab nicht nach, er durfte nicht aufhören. Auch eine Klage vorm Sozialgericht brachte uns nicht weiter. Ich wurde also wütend und habe die Frau als alte Hexe und machtgeil beschimpft. Sie hat mich angezeigt. Ich bin deshalb heute vorbestraft und musste auch noch eine Geldstrafe bezahlen, wo wir sowieso so wenig Geld haben .. nur weil ich die Nerven verloren habe.

                  Als mein Ältester … heute selbstständig als Kfz-Meister mit Oldtimern … ein paar Monate Pause hatte, bevor er auf die Meisterschule gehen konnte .. danach war er nie mehr arbeitslos, seine Firma läuft gut …war er wie ich es oben auch bei einige Studenten las wie Lehrern usw. .. mal nach oben gehen, da findest Du diese Berichte … musste er auch ein Bewerbungstraining machen und hat schließlich außerdem später keinen Cent bekommen, weil ihm gesagt wurde, er müsse zunächst seine Lebensversicherung kündigen, die ja eigentlich der Altersversorgung diente .. mein Sohn war vorher auch mit einem Kollegen selbständig gewesen, der seinerseits Meister war, aber nach einem Streit hatten sie sich getrennt und mein Sohn beschloss, selbst die Meisterprüfung zu machen .. so kam es zu dieser vorübergehenden Arbeitslosigkeit von nur kurzer Dauer … Frühling bis Spätsommer, wo es dann mit der Meisterschule los ging. Und klar kriegt man für so eine kurze Zeit schlecht einen Job als Autoschlosser, wie Du Dir sicher denken kannst.

                  Unsinn wird viel gemacht, Frank. Ich habe keine Zeit … Aufträge warten, ich habe nämlich einen Job … sonst könnte ich so weitermachen und Dir eine Story nach der anderen vom Jobcenter erzählen.

                  Ach ja .. die noch ja … eine Freundin von mir hat 2 Kinder, eine Putzstelle .. Tochter geht in die 1. Klasse .. der Sohn macht jetzt gerade das Abitur nach, gute Noten, super Realschulabschluss davor .. war damals aber als relativ schlechter Hauptschüler fertig, fand keine Lehrstelle und wurde zuerst vom Jobcenter in ein Praktikum bei der Post gesteckt .. die ihn nicht übernommen haben .. die Fahrkosten waren höher als der Freibetrag, die Familie machte deshalb minus … immerhin 30 Euro, was für Harzer viel Geld ist .. danach musste er zur Grone-Schule gehen, wo in Eutin mehr Türken als Deutsche waren und die deutschen Schüler ständig zusammengeschlagen haben. Der Junge hatte Angst, in diese Schule zu gehen, weil niemand diese Türken davon abgehalten hat, drauflos zu prügeln und der Hass war da wohl riesengroß zwischen den beiden Volksstämmen und die Deutschen nunmal in der Minderheit. Aufhören durfte er nicht. Dann aber bekam er die Zusage von der Berufsschule, seinen Realschulabschluss nachmachen zu können. Die Freude war groß. Es war Frühling .. im Sommer ging die Schule los, wo der Junge wie gesagt gut war und immer noch ist, ist direkt von der Realschule weiter auf das Fachgymnasium gekommen und da immer noch gut in der Schule, möchte danach studieren. Der Junge ging nicht mehr zur Grone-Schule und die Familie hat volle 3 Monate für ihn 100 % Sanktionen bekommen. Wir haben bei Jappy gesammelt, damit die drei Leute in dieser Zeit nicht verhungern oder ihnen sonstwas passiert. Ich kenne diese Mutter vom sozialen Netzwerk Jappy persönlich.

                  Ich konnte den Jungen gut verstehen und nein … ich will keine Volksverhetzung betreiben, wenn ich jetzt erzählt habe, es gab Probleme zwischen den türkischen und deutschen Schülern .. das ist Alltag, das ist in Kiel-Gaarden nicht anders .. und hier, wo ich heute lebe, reden mehr Menschen russisch oder polnisch als Deutsch und nein .. wir haben kaum Kontakt mit diesen Volksstämmen, denn die leben ihr eigenes Leben und legen gar keinen Wert darauf, unsere Sprache zu sprechen .. die Russen sind allerdings nicht feindseelig, die saufen nur samt und sonders viel zu viel .. nämlich wie die Russen .. ich weiß das, ich lebe in so einem Ghetto .. dabei sind diese Menschen allerdings auch sturzbetrunken freundlich und brauchen nur gelegentlich jemand, der dann einen Notarzt ruft, damit sie im Treppenhaus nicht an einer Alkoholvergiftung sterben .. was ich schon oft getan habe.

                  Auch das ist nämlich Hartz IV .. die haben übrigens null Chance auf einen Job ohne unsere Sprache zu können, oder was denkst Du ????

                  LG
                  Renate

                  • @ Andreas

                    Mit Ihnen macht es Spass zu diskutieren, deswegen antworte ich Ihnen gerne!

                    Grundsätzlich geht es in meinen Augen nicht darum, Leute de facto zu sanktionieren und Sie durch die Streichung von Geldern zum umdenken zu bewegen oder Sie gar zu bestrafen. Wir sind keine Richter! Die Sanktionsparagraphen bieten mir aber die Möglichkeit, überhaupt etwa von meinen Kunden einzufordern, vor allem aber, Sie zu erreichen!!

                    Meine Aufgabe sehe ich darin, Menschen zu helfen und Ihnen eine neue Perspektive für Ihr Leben zu geben. Dafür habe ich verschiedene Instrumente zur Erfügung, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Jahr 2014

                    1. Umschulung zum Industriemechaniker (Start: Januar 2014; Dauer 2 Jahre, Ziel: IHK-Abschluß). Ich habe drei Kunden am Start.
                    2. Busfahrerprojekt (Kooperation mit der hiesigen Verkehrsgesellschaft: dreitägiges Eignungsverfahren, bei erfolgreicher Teilnahme erhalten die Kunden anschließend einen Bildungsgutschein für den Busführerschein sowie eine Einstellungszusage bei erfolgreicher Prüfung). Zwei Kunden habe ich zum Test angemeldet
                    3. Maßnahme „kaufmännische Umschulung für Langzeitarbeitslose“ (Kooperation mit einem Bildungsträger, der ein großes Unternehmensnetzwerk aufgebaut hat und nun versucht, etwa 25 Kunden von uns in betrieblich-kaufmännischen Umschulungen unterzubringen).
                    4. Kooperation mit der lokalen Industrie und Handelskammer. Gerade in meiner Region (Ostdeutschland) gibt einen erheblichen Mangel an Handwerkerlehrlingen. Deswegen wird nun auch verstärkt ALG II- Empfänger eine Chance gegeben. Ziel: IHK- Gesellenbrief. Ich konnte 4 Leute unterbringen.
                    5. Einjährige Umschulung im Bereich Altenpflege (drei Leute dabei)

                    Dazu kommen ESF- Projekte wie „Berufskraftfahrer“ (soll dem LKW- Fahrer Mangel entgegen wirken) oder Kurse für Akademiker mit Migrationshintergrund, in Kooperation mit der hiesigen Universität.

                    In der Öffentlichkeit ist dank Leuten wie Tanguero und Co. nur von „Blätter antackern im Wald“ oder anderem Unsinn die Rede. Ist doch klar, dass dann die Jobcenter einen schlechten Ruf haben.
                    Ich aber erlebe das Gegenteil. Trotz vieler plumper Vorurteile habe ich gute Angebote zur Verfügung. Damit ich meine Produkte aber an die geeigneten Leistungsberechtigten bringen kann, müssen diese Leute dann einfach auch zu Terminen kommen. Befreit man die Kunden aber von der Meldepflicht, erreiche ich gar nichts, zu deren eigenen Schaden!!

                    Was ebenfalls völlig ausgeblendet wird: Viele Kunden sind rückblickend auch dankbar, dass man von Ihnen etwas eingefordert hat. Beispiel? Eine langjährige Kundin mit Alkoholproblem sprach bei mir vor. Ich schickte Sie in eine Maßnahme für Gesundheitsförderung, da ich wußte, dass es dort eine super Therapeutin gibt. Ich setzte diese Maßnahme verpflichtend fest, obwohl ich merkte, dass es der Kundin nicht schmeckte. Ein halbes Jahr später kam die besagte Kundin in mein Büro und war wie verwandelt. Tolle Gesichtsfarbe, gepflegtes Äußeres, sie war voller Tatendrang.

                    Auch wenn es vielen nicht passen wird, was ich jetzt sage, so ist es doch die Wahrheit. Die Kundin gab zu: Hätte es nicht die Verpflichtung zum Termin gegeben, wäre sie nie in mein Büro gekommen. Hätte sie nicht verpflichtend an der Maßnahme teilnehmen müssen, wäre sie nie vom Alkohol wegekommen. Die Kundin war einfach dankbar…..Es gibt noch viele andere Beispiele, wo ich Kunden trotz anfänglicher Skepsis von der Richtigkeit eines Weges überzeugen konnte. Ohne aber etwas verpflichtend einfordern zu können, wird es schwierig, gerade den stark resignierten und hoffnungslosen Kunden zu helfen.

                    Natürlich kann man nun sagen, dass der Staat nicht erziehen muss und jeder das Recht auf Selbstschädigung hat. Aber ganz ehrlich: Das ist nicht meine Vorstellung von einem fürsorglichen Sozialstaat.
                    Ich denke insgesamt, dass man hinsichtlich der Sanktionspraxis über Reformen verhandeln kann. Eine Abschaffung aller Sanktionsbestimmungen ist für mich aber nicht verhandelbar. Im übrigen kann man auch nicht jede Forderung, die man an erwerbslose Menschen stellt, als Menschenrechtsverletzung bezeichnen!

                    • Hallo Frank,

                      aus Ihrer Sicht ist ihre Haltung durchaus verständlich, aber leider sehen Sie nur immer die Seite der Forderung und glauben, nur durch Forderung könnten Sie andere fördern.

                      Das mag bei manchen funktionieren, aber Sie dürfen einfach nicht ALLE Kunden derart fordern, und vor allem nicht mittels Existenzkürzungen.
                      So behandeln Sie eben doch ALLE HartzIVler wie kleine Kinder, wobei man Kindern eingentlich nicht mit Existenzkürzungen droht.
                      Die harte Hand -wie gesagt- mag bei manchen fruchten, aber diese Androhungen und Sanktionierungen als generelle Erizehungsmaßnahne zu nutzen geht einfach überhaupt nicht, das bleiben Menschenrechtsverletzungen.
                      Die meisten HartzIVler sind eben keine kranken Menschen, denen man erst wieder das Leben beibringen muss.
                      Ihr habt da leider ein einseitiges Menschenbild. Ihr macht ja bei Sanktionsandrohungen keinen Unterschied, wer da vor Euch sitzt und welche Geschichte dahinter steht, die Rechtshelfsbelehrungen gelten auch für Nicht-Alkoholiker und völlig gesunde und völlig selbstbewußte Menschen.

                    • „Ich zwinge Dich nur zu Deinem Besten“ scheint hier übrigens Deine Handlungsmaxime zu sein. Du solltest Dir echt mal Gedanken über Dein Verhaltens- und Menschenbild machen. Es gibt persönliche Grenzen und die scheinst Du gar nicht zu erkennen geschweige denn zu respektieren.

                    • franK. in ihrer eingebildeten wichtigkeit machen sie einen fehler, die mehrheit der krtioker, hoffe ich wenigstens- zumal außerhalb der foren, ist nicht gegen termine beim jobcenter, wie sollte es auch anders gehen? wie soll eine vermittlungsbeziehung entstehen, wenn man nicht miteinander spricht? die gleichsetzung von maßnahme mit arbeit halte ich für eine entwertung des arbeitsbegriffs, auch da sind sie natürlich nciht schuld dran. diese schuld tragen figuren wie der jetzige dt. außernminister! der ba die sache zu übertragen musste so enden, dass viele schlechte, natürlich nicht nur- kurse vergeben werden. scheinbar gibt es eine füllpflicht für maßnahmen!der statt soll erziehen1 aber natürlich nciht bestimmte minderheiten, dies wäre ja rassismus- nicht wahr!!die tatsache, dass sie ihren bildungshintergrund nicht erwähnen, ist schon sehr bezeichnend. wahrscheinlich haben sie bei der ba eine lehre absolviert!!

                    • Zitat vom Frank: „… Natürlich kann man nun sagen, dass der Staat nicht erziehen muss und jeder das Recht auf Selbstschädigung hat. Aber ganz ehrlich: Das ist nicht meine Vorstellung von einem fürsorglichen Sozialstaat. …“
                      Lieber Frank, Du solltest nicht Deine Vorstellungen, die ich als absurd empfinde, einfach auszuleben und auf andere Menschen übertragen, sondern in der Stellung eines Bediensteten des Sozialstaates, ohne Prädikat „fürsorglich“, deine Arbeit im Sinne des Gesetzes und höchstrichterlichen Entscheidungen ausüben.
                      Fürsorge kannst Du dort betreiben, wo Dir Fürsorge übertragen wird. Zum Beispiel in Kinderheimen, Kindertagesstätten oder bei aus gesundheitlichen Gründen Hilfebedürftigen. Dazu musst Du aber deinen Arbeitsplatz wechseln!
                      Und noch mal zu Erinnerung, herleitend aus deinen Einlassungen: Würdest Du einen Schutzbefohlenen versuchen mit Nahrungsentzug und Hilfeverweigerung „zu erziehen“, oder gefügig zu machen, würdest Du zu Recht bestraft!
                      Denke mal drüber nach!
                      Der Bund ist gegenüber Anspruchsberechtigten (nicht Fürsorgeberechtigten) aus dem ALG II regelmäßig und mindestens seit 09.02.2010 in der Leistungspflicht. Ich hoffe, dass ich die Begrifflichkeit Pflicht nicht nachdrücklich erläutern muss!

                • frank:wieso ist für einen nicht eu-bürger diese menge geld bereitgestellt worden? gibt es keine einheimischen oder europäer, die fernfahrer werden wollen? sie bedauern den angeblichen rassismus in der dt. gesellschaft, wenngleich sie- merklicher fehler der „moslemversteher“ nicht zwischen rasse und kultur unterscheiden!!wie kommen sie darauf, dass die jobcenter große erfolge zu vermelden haben? es ehrt sie und ihre kollegen, wenn sie sich einsetzen, aber erfolge im engeren sinn gibt es kaum. alleine die bezugdauer in alg-2 ist deutlich länger als beim früheren system. micht falsch verstehen, die entbeamtung bei der arbeitsagentur war richtig, mehr an erfolgen sieht man wohl kaum! sie wollen den dt. oder europ. arbeitslsosen aktivieren, jede arbeits ist besser als keine etc. der a“rme“ moslem bleibt für sie das ewige opfer, verstehe ich sie da richtig- wenn nicht, sorry!die zahl guter kurse geht deutlich zurück, wieso bekommt ein mir bekannter russe nichts, ihr iraker alles? es mag für sie rechts klingen, aber für mich gilt in erster linie, dass europ. arbeitsplätze europäern gehören und dass europa ein christlicher kontinent ist, kann jeder anders sehen, lassen wir das volk entscheiden- volksentscheide auch über solche themen!wie kommen sie eigentlich darauf, dass eure kunden außenstehende sind? es muss um diese leute gehen, um niemanden sonst! auch wenn sie es nicht hören wollen: eine polizeibeamtin ist hoheitlicher als alle „maßnahmenschubsen“ dieser welt! der europ. arbeitslsoe benötigt keine idiotenkurse, sondern am besten konkrete aktion vor ort, z.b.sinnvolle tätigkeiten oder fortbildungen, wie gesagt unter teilnahme der bürgernahen kommunen!sie jammern über die „armen“ moslems, nicht über dt. und eu-inländer, welche auf null gekürzt werden, dies klingt ja fast nach jungen juso-funktionären, sorry! ca. 10.000 menschen sind durchschnittlich auf nulll gekürzt, interessiert sie vielleicht weniger, da denken sind sicher eher an bürgerkriegsflüchtlinge oder an die ertrunkenen vor der südital. küste! so haben wir alle schwerpunkte. lassen sie sie es sich gesagt sein, es gibt meist nicht die wahrheit, sondern es geht um mehrheiten in der öffentlichkeit, so ist die poitik und die polit. auseinandersetzungen! vor einiger zeit hatte ich das zweifelhafte vergnügen, an einer kirchlichen veranstaltung zum ausländerthema teilnehmen zu dürfen. es geht immer nur um die armen moslems und die angeblich fehlende willkommenkultur. der bösen mehrheitsgesellschaft. wenn die einheimischen zum jobcenter gehen, erhalten die da eine willkommenskultur ?dies ist gutmenschentum der untersten sorte!die gleichgültigkeit gegenüber den armen europäern ist mehr als deutlich!!können sie natürlich nichts für, soll meinen standpunkt nur besser erläutern!!führende kommentatoren zum alg-2( z.b. prof. rixen) betonen, eine maßnahme der arbeitsverwaltung ist nur zumutbar, wenn sie die arbeitsaufnahme befördern kann! arrogante aussagen ihrer kollegen, ich kann leute in 10 maßnahmen hintereinander stecken, verlieren so ihre nähe zur rechtsstreue und zum geist des gesetze. es soll hier nicht um angriffe gehen, wirkt dies so- bitte nicht so auffassen! mich stören nur aussagen von bea-mitarbeiter, dass sie besonders toll arbeiten ect.ihr seid für mich nicht einma eine richtige behörde, was nicht passt, wird passend gemacht,s chon arbeiten ba und kommune zusammen, so einfach geht es in der politik!!

            • JEDER einzelne Fall mit Schikanen und Willkür zeigt die Problematik des Systems auf. Es dürfte keinen einzigen dieser Fälle geben.

              Es kann solche Fälle ja nur deshalb geben, WEIL das System Euch als Mitarbeiter die Möglichkeit zu sanktionieren gibt. Es geht um das System selbst, welches zu hinterfragen ist.

              Ich bezweifle -genauso wenig wie Inge, wie sie immer wieder betont- nicht, dass viele Mitarbeiter Empathie besitzen und herzlich/hilfsbereit sind.
              Aber das heißt noch lange nicht, dass genau diese Mitarbeiter niemals sanktionieren. Aus vielen Gesprächen mit wirklich herzlichen Mitarbeitern weiß ich, dass sie letztendlich eben doch sanktionieren und schon sanktioniert haben, sie betonen natürlich, es sei aber das „letzte Mittel“.

              Und genau da liegt das Problem: Mitarbeiter können noch so herzlich sein, aber sie alle sind Teil eines korrupten System und arbeiten in und mit diesem System. Und das zeigt die Gefährlichkeit dieses Systems. Empathische Menschen werden zu Ausführende eines korrupten System, ohne, dass sie es wirklich bemerken.

              Insofern geht es mir immer wieder darum, nicht die Mitarbeiter zu hinterfragen, sondern das System, für welches sie arbeiten. Darum spreche ich auch immer wieder gerne persönlich mit Mitarbeitern, denn ich will ihnen zeigen, dass ich ihnen persönlich keine Vorwürfe mache, ich will ihnen aber bewußt machen, dass sie ENDLICH anfangen sollten, die Mechanismen hinter den „Sozial“-Gesetzen zu hinterfragen, und in welche Rolle sie durch diese Gesetze gedrängt werden.

              Genauso aber müssen auch Erwerbslose begreifen, dass sie nicht all die Mitarbeiter angreifen sollten, sondern das System DAHINTER. Es geht einfach um Verstehen größerer Zusammenhänge.

            • @-Frank

              Schon alleine die Regelsatzhöhe ist eine bundesweite Chikane und für alle zutreffend.
              Da braucht man keine statistischen und andere Erhebungen.
              Als Betroffener von Hartz IV hat man seine eigenen Erfahrungen mit Jobcenter und Forentrolle gemacht, da braucht man keine Belehrungen von überheblichen Leuten die wahrscheinlich mit der Armut die zwangsverwaltet wird auch noch ihr Gehalt beziehen.
              Alle Hartz IV Verantwortlichen die nicht betroffen sind wissen immer und grundsätzlich was für Hartz IV Betroffene das Beste ist, reden aber kaum mit Betroffenen selbst!
              Sie haben keine Hartz IV Erfahrung und somit auch keine Hartz IV Lebenserfahrung, maßen sich in einer überheblichen Weise aber an alles zu wissen und zu können, weil sie auf Kosten der Betroffenen ihr Gehalt beziehen.

            • @ Frank,

              selbst wenn Frau Hannemann diesen Kommentar abgeben würde, würde ich dem nicht zustimmen können. Denn die Gespräche, die ich mit Betroffenen führe, sind viel zu drastisch davon abweichend.

              Und das Ganze mit „sind ja bloß Ausnahmen“ abzutun führt mich zu dem wesentlichen anderen Punkt (s.a. oben von jemand anderem benannt): wenn auch nur EIN Mensch durch die Systematik dieses Systems wissentlich schlecht behandelt und in seinen Grundrechten verletzt wird, so ist daran etwas falsch, was behoben werden muss!

              • @Frank, es ist schon bezeichnend, dass Betroffene des Unrechts augenscheinlich das SGB II besser kennen, als du selbst 🙂

                Zitat: „… Wo habe ich denn behauptet, dass ich von Ü50-jährigen eine Ortabwesenheit beim Verlassen der Stadt verlange? Legen Sie mir keine Worte in den Mund, die ich so nicht gesagt habe. …“
                Hast du schon mal die Rechtsbehelfsbelehrungen selbst gelesen, die du bei der Zwangsverfolgungsbetreuung mindestens 1.500 mal nach Deinen Zahlen losgeschickt hast?
                Und was soll das mit „den Faulen“ die es unter Betroffenen nur wenige gibt? Logisch gibt es auch nur wenig faule Sachbearbeitungen in Jobcentern und leider gibt es auch nur wenig rechtstreue Jobcentermitarbeiter_Innen, sondern mehrheitlich rechtsuntreue! Die Entscheidungen vor den Sozialgerichten geben dazu Auskunft.
                Und, schon die von mir verlinkten Urteile gelesen und auch verstanden @Frank?

        • @ Frank ,sie unterstellen hier Frau Hannemann ihr Zitat : Frau Hannemann hat im übrigen noch an vielen anderen Stelen mit Falschaussagen gearbeitet, sie ist also “kein umbeschriebenes Blatt”.

          Wo hat Frau Hannemann ihrer Meinung nach an anderen Stellen mit Falschaussagen gearbeitet ?
          Wenn Sie Frau Hannemann sowas unterstellen ,dann sollte Sie auch die Quelle nennen können!

          Außerdem ,wenn sie sich mal aktiv ungehört hätten ,und das Internet richtig nutzen würden ,dann hätten Sie schon lange festellen müssen ,das dass Internet voll ist mit Willkür und Schikane Beschreibung der betroffenen Erwerbslosen ,die nach Hilfe bitten ,weil Sie nicht mehr weiter wissen und es um ihre Existenz geht ! Dort hätten Sie auch die wissenschaftliche Methoden zu den Arbeitslosen Zahlen im Internet rausfinden können .
          Die Betroffene sprechen alle aus eigene Erfahrungen .Ebenso ich :Mein ALG 2 wurde einfach mal eingestellt ,weil man auf Grund langer Au ,der Jobcenter davon ausgegangen ist ,das ich Erwerbsunfähig wäre ,ohne jemals Befunde gesehen zu haben .
          Es wird von den Jobcenter nicht einmal eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung akzeptiert .Es werden unsinnige Wegeunfähigkeitsberscheingungen /Transportbescheingungen ,die das SGB 2 nicht vorsiehst seitens der Jobcenter verlangt .
          Bringt der Erwerbslose diese nicht ,weil die Ärzte dazu nicht verpflichtet sind ,sowas auszustellen ,wird sanktioniert.
          Das Internet ist voll voller Rechtsverstösse ,Schikane und Willkür. Ob ,permanet gegen den Datenschutz verstossen wird ,oder Druck ausgeübt wird ,über die Mitwirkungspflicht ,Schweigepflichtsentbindungen auszufüllen ,obwohl freiwillig u.s,w .
          Ich frage sie ,wenn dies keine Schikane und Willkür ist ,was ist es ihrer Meinung dann?
          Die Sozialgerichte sind überfordert,weil mittlerweile jeder 3 Erwerbslose klagt .

          Besser sie würden sich mal persönlich mit Rechtsanwälten und Erwerbslosen unterhalten oder mal einen Besuch beim Sozialgericht (öffentliche Verhandlungen ) anschauen ! Außerdem das Internet richtig nutzen . Ich empfehle diese Seiten: http://www.nachdenkseiten.de/ http://www.elo-forum.org/search.php?searchid=6006750 http://sozialberatung-kiel.de/ http://hoelderlin.blog.de/
          http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/ http://www.sozialticker.com/ ,nur um einige zu nennen!

          Vielleicht sollten Sie aus ihren Dornröschen Schlaf erwachen ,denn würden auch Sie vielleicht auch in der Realität ankommen ,und hier nicht so ein Dünnpfiff von sich geben !

        • frank: selbstverständlich kommt es auf die jeweilige maßnahme an: aber es existieren in der wissenschaft keine belege, dass maßnahmen per se etwas bringen! untersuchungen aus dem umfeld der bundesregierung und des iab legen aber nahe, dass maßnahmen, welche einen großen praxisanteil haben ehr wirken als die anderen! also: je betriebsnäher- desto größer der integrationseffekt in den ersten arbeitsmarkt( etwas holzschnittartig formuliert). es liegt auch eine studie von dr.dr. wolf vom iab vor, der es praktisch bestätigt. die 1-euro-jobs haben, natürlich deutlich zurückgefahren, aber praktisch keinen großen vermittlungsnutzen, da muss man sich ehrlich machen und zugeben, die haben eher einen sozpäd. sinn, keinen wirklich arbeitsmarktpolitischen!also: betriebliche trainingsmaßnahmen,clevere praktika, lohnkostenzuschüsse und gründungsförderung kann durchaus sinnvoll sein!als sozialwissenschaftler bin ich aber strikt gegen die sanktionsbewährtheit von maßnahmen, bildung muss freiwillig sein( bei den unter 21 bin ich mir aber auch dort nicht in jedem punkt sicher). ich bin vor allem gegen das, was ich als maßnahmenterror bezeichne, sinnloseste maßnahmen um des eigenen gefühls der handlung innerhalbder jobcenter willen!ich kann ihnen aus eigener erfahrung berichten, sitzen sie als körperbehinderter akademiker erst in einem hotel-garten-landschaftsbau-kurs, dann in einer awo-alltagshelfer-maßnahme,a lso 6 monate hintereinander, wo außer einer neuen form des anschreibens nichts bei rum gekommen ist, warten sie 3 monate auf fahrtkosten und 8 wochen darauf, dass die vermittlerin für sie einen anruf innerhalb der eigenen behörde tätigt, nachdem sie etwas selbst verbockte, da kommt schon frust auf!ich unterscheide mich hier von den anderen kritikern, ich leugne nie, dass es auch positives bei der umwandelung der ba gegeben hat, ich halte die entbeamtung beim dienstleister für eine der größten politischen leistungen der letzten jahre- selber nichts eingezahlt, andere menschen teilweise gegängelt, der spass ist rum!ich bin dennoch für eine verstärkte kommunale einbindung, da der bürgermeister immerhin gewählt wird!
          reformvorschläge:
          beschränkung der sanktionen auf 30%
          angebote der ( am besten freiwilligen) bürgerarbeit vor ort- damit ist nicht das heutige bad schmiedeberg modell gemeint!kommunale verantwortung
          bessere und kürzere maßnahmen, welche insbesondere bei den „erwachsenen“ freiwillig sein müssten!aber auch den ausbau von längeren fortbildungen, wenn deren erfolg bewiesen ist
          gezielte zuschüsse für bestimmte grupppen, es kann nicht jeder in arbeit kommen, da muss man sich ehrlich machen!
          es müsste die aufschiebende wirkung von widersprüchen eingeführt werden
          ombudsleute vor ort
          recht der „kunden“, ihre vermittler bei problemen zu wechseln

          folgendes buch ist sehr gut und zu empfehlen!!

          http://www.amazon.de/Arbeitsmarktpolitik-Krise-Festgabe-Professor-Karl-J%C3%BCrgen/dp/3832950761/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1399208265&sr=1-2&keywords=arbeitsmarktpolitik+in+der+krise

          ja, es ist zumutbar zum amt zu gehen, ja, es ist zumutbar freundlich zueinander zu sein! bei hrer kritik dürfen sie aber nicht vergessen, wer am besseren teil des schreibtisches sitzt und auch die tatsache, dass insbesondere die spd als partei der arbeitsagntur allles unternimmt, um die ba gut darstehen zu lassen( eigene erfahrung aus diskussionsrunden und privaten kontakten mit dem spd-umfeld!) darf nicht vergessen werden! es gelingt praktisch nicht, die sanktionen auf ihre verfassungsmäßigkeit prüfen zu lassen, es gelingt sehr schnelll, angeblich beamtenfeindliche gesetze in rlp vor die verfassungsgerichtbarkeit zu bringen!

      • @ Tanguero
        Aus welchem „Nest“ Frank gefallen ist, darüber müssen wir wohl nicht ernsthaft nachdenken.

        Millionen Menschen werden von der Politik und den Medien momentan als „… einige Hartz-IV-Empfänger, die Probleme haben einen Job zu finden weil sie intellektuelle und soziale Defizite aufweisen“ bezeichnet. Da man nicht alle Hartz-IV-Empfänger solange sanktionieren und schikanieren kann bis diese in eine Depression verfallen und sich dann möglicherweise suizidieren, wird jetzt dieses neue Märchen gezielt eingestreut, damit der Bürger nicht so genau über das Ausmaß nachdenkt, was weit über 5 Millionen reale Hartz-IV-Empfänger überhaupt für eine riesige Zahl ist.

        Zum Vergleich: Berlin hat 3,4 Millionen Einwohner und Hamburg hat 1,7 Millionen Einwohner. D.h. alle Einwohner von Berlin und Hamburg zusammen sind in etwa soviele Menschen wie es in Deutschland momentan reale Hartz-IV-Empfänger gibt. Diese 5 Millionen Hartz-IV-Empfänger werden auch durch statistische Trickserei nicht weniger werden, sondern von Jahr zu Jahr immer mehr zunehmen, schon deshalb weil es keine echten Jobs in einer Welt voller Maschinen, Computer und Automaten mehr gibt.

        Wie viele Arbeitslose und sozial am Boden liegende Menschen (Alg I, Alg II und Sozialhilfe) werden wir wohl in einigen Jahren haben? Wird dann bei 10 Millionen armer Menschen, die sich aus dem Mülleimer ernähren müssen, das Lügenmärchen vom „Sozialschmarotzer“ und der „Vollbeschäftigung“ von den Bürgern in Deutschland immer noch geglaubt werden oder muss dann eine andere Lösung her?

        • „Aus welchem „Nest“ Frank gefallen ist, darüber müssen wir wohl nicht ernsthaft nachdenken.“

          Das ist einfach zu schön gesagt. Wahrscheinlich begreift er in seinem Versuch seine subjektive Welt gerade uns hier als objektiv zu verkaufen nicht mal, wie sehr er selbst tatsächlich „aus dem Nest gefallen“ ist. Oh ja, bei 1500 Fällen hat man natürlich schon einen Überblick, was sonst noch so passiert … 😉

          • @ H.-W.

            Frank sagt: „Meine persönlichen Erfahrungen ergeben das folgende Bild: Ich habe in den letzten 4 Jahren etwa 1500 ALG II-Empfänger kennengelernt. Ich musste mich bei jedem einzelnen Kunden mit dessen Biographie auseinandersetzen.“

            Das macht bei rund 250 Arbeitstagen pro Jahr also 1000 Tage in 4 Jahren. Frank hat also in den letzten 4 Jahren sich jeden Arbeitstag mit 1,5 Biographien auseinandergesetzt und sich genau angeschaut, wo es im Einzelnen bei diesen Leuten hapert. Das ist natürlich beachtlich, und erklärt auch seine Empörung die er hier gegen Frau Hannemanns Blog an den Tag legt, da Frau Hannemann ja nicht so eine große Empirikerin ist wie Frank. Wir haben es hier also mit einem Fachmann zu tun, der, wie er selber betont „Wenn es deutschlandweit doch völlig anders sein sollte als meine Erfahrungen dies mir darstellen, dann hätte ich dafür gerne empirische Belege“ nur dem Experiment entnommenen Zahlen und Fakten vertraut. Alle Achtung!

            Wahrscheinlich hat er eine Zufallsstichprobe aus der Grundgesamtheit genommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass alles was hier auf Frau Hannemanns Blog erzählt wird, totaler Schwachsinn ist, da die Häufigkeitsverteilung seiner ausgewählten gruppierten Stichprobe natürlich eine andere Sicht ergibt. Gegen soviel Statistik von Seiten eines BA-Mitarbeiters kommen wir kleinen dummen Hartzer natürlich nicht an. Selbst dann nicht, wenn sich auf diesem Blog Ingenieure und Naturwissenschaftler tummeln, die mathematische Statistik in ihrem Studium hatten und auch wissen wie man Zahlen so verändern kann, dass dann das herauskommt was man am Ende auch haben will.

            Anmerkung: Die Aufgabe der mathematischen Statistik besteht ja darin, aus einer Zufallsstichprobe mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung gewisse Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zu ermöglichen. Aus diesem Grund wird Statistik auch so gerne von Wirtschaftswissenschaftlern benutzt, weil man 1.) es hier nicht mit so einer anspruchsvollen Mathematik wie z.B. der Funktionalanalysis zu tun hat und 2.) mit Statistik „Alles und Nichts“ beweisen kann. Mit Statistik kommt immer nur ein verschwommenes Abbild der Realität heraus.

    • Frank,
      die Sanktionierten zählen ebenfalls nicht, ebenso Ehepartner, weil sie eine gemeinsam BG-Nr erhielten, beide aber arbeitsfähig waren, wer krank geschrieben ist kann doch, wenn es nicht allzu arg ist, nach Gesundung wieder arbeiten, erst einmal fällt er aber aus der Statistik raus.Dann kommen noch die 58Jährigen hinzu, weil sie, wie bei uns keinerlei Job-Angebote, Einladungen erhalten, es gibt sie einfach nicht, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, jedoch müssen Sie Ihre angenommene Arbeitslosenzahl erhöhen und vor allem die freien Stellen senken, ich weiß nicht, auch bei Frau Hannemann nicht, woher Sie die Zahlen nehmen, unserer CDU-Presse?
      So ein
      Quatsch, obwohl wir nur zu wissen kriegen, was wir wissen sollen?!
      Wenn das Bild der Ukraine noch immer nicht bewirkt hat ,der Presse einmal ein bisschen kritischer gegenüber zu stehen, dann fragt man sich, ist man lern befreit?
      Ausserdem ist das Zahlengeschreibsel immer nur ein gefundenes Fressen für die Leute, die im Grunde für HartzIV plädieren, die natürlich aber vorher nicht vergessen, den moralisch Einwandfreien dar zu stellen!..Dass das, obwohl sich täglich der Arbeitsmarkt ändert, noch immer getan wird, unterstreicht ja nur meinen Verdacht, denn jedes einzelne Schicksal ist eines zu viel, egal wie viel offene Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, weil man ja auch jeden Schlachter zum Friseur werden lassen kann, jeder Krankenschwester einen Kran führen kann…Arbeitsmaterial Mensch?boah

    • @Frank,

      Selbst wenn die Zahlen nicht stimmen würden, rechtfertigt das noch lange nicht Hartz IV und vor allem nicht das gewollte verhungern von Betroffenen und die anderen Chikane.!
      Pfui zu ihrem Beitrag!

    • Vielen Dank für diesen Artikel, liebe Frau Hannemann.

      @ Frank

      Die von Dir geforderten wissenschaftlichen Studien existieren. Ist´s denn erforderlich als Betroffene und Erfahrene sich auf diese zu berufen?
      Hinweise, die ich auf die Schnelle fand. Dirk Kratz schrieb eine Doktorarbeit,
      Interview dazu:

      http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview

      Man blättere bei Prof. Wilhelm Heitmeyer nach:

      http://www.uni-bielefeld.de/ikg/Handout_Fassung_Montag_1212.pdf

      http://www.boell.de/de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html

      Oder schaue sich Arbeiten von Ursula Engelen-Kefer an

      http://www.engelen-kefer.de/

      http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2014/02/endlich-hartz-mythos-wird-entblattert-von-ursula-engelen-kefer/
      Oder:

      http://www.boeckler.de/46683_46692.htm

      Oder:

      http://library.fes.de/pdf-files/wiso/10601.pdf

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/studie-zu-erkrankungen-von-hartz-iv-empfaengern-arm-arbeitslos-psychisch-krank-1.1808052

    • @Frank, wo wird mit falschen Zahlen gearbeitet, wenn nicht gezielt bei der Erhebung der Arbeitslosenstatistik der BA?
      Wie kommst Du ausgerechnet darauf, die ALG II Empfänger in Dauerkranke einzuteilen? Kennst Du auch das SGB II? Jeder der drei Stunden den Profit eines Geizhalses maximieren kann, zählt als erwerbsfähig und im grenzwertigen Fall, wird dass bei der Fleischbeschau von einem Amtsarzt festgelegt PUNKT!
      So will es die Politik. Du gehörst sicherlich zu der Sorte, die willfährig der Politik zuarbeitet 😉
      Pingelig werden die gezählt, die ALG II in der Gesamtheit beziehen. Da sind auch vollzeitarbeitende Arbeitnehmer_Innen darunter, Aufstocker genannt, also von Jobcentern subventionierter Maximalprofit. Auch die würden sich gern von der Entrechtungsbehörde befreit wissen. Solange es aber Jobcenter gibt, die auch in sittenwidrige Löhne pressen, wird sich daran nicht viel ändern können.
      Alle die Betroffenen sind regelmäßig aufgefordert, ihre Abhängigkeit vom ALG II zu beenden. Dazu gibt es gleich mehrere Möglichkeiten:
      1. Eine Existenz sichernde Arbeit finden
      2. Reich heiraten
      3. Auswandern
      4. sozialverträglich ableben
      5. Die Entwürdigung in den Jobcentern mit Erreichen der Altersrente überleben

      Soweit zu den Fakten
      Alle die Betroffenen greifen auf den Pool der Arbeitgeber zu, den die Jokecenter bereithalten, Jobbörse genannt. Dort tummeln sich seit Jahren rund 800.000 offene Stellen im Durchschnitt und die BA ist die erste Organisationsform einer Behörde, die sich regelmäßig beeilt, bei Eröffnung der verlogenen Statistik zu verkünden, dass die Stellen regelmäßig besetzt werden!
      Im Durchschnitt sind die Zahlen also fataler als Frau Hannemann sie benennt. Es sind dann runde 7 Betroffene auf nur eine offene Stelle.
      Hier eröffnet sich die 6. Möglichkeit seine Abhängigkeit vom ALG II zu beenden: Einem gelingt es, 6 andere mit einer Keule vom „Futtertrog“ der Marktwirtschaft zu verjagen!
      Das ist nicht nur absurd, sondern eine entwürdigende Zumutung! Hier wird für jeden Vernunftbegabten Widerstand zur Pflicht!
      Und es gibt noch erschwerendere Bedingungen, die nur Einfältigen verborgen bleiben:
      Die BA kann nicht die Anzahl der offenen Stellen benennen, die eben nicht Existenz sichernden Charakter tragen! Das bedeutet, dass das Verhältnis noch ungünstiger sein MUß!
      Und weiter kommt erschwerend hinzu, dass manche Firmen nicht mal wissen, dass sie in der Jobbörse eine offene Stelle offeriert haben 🙂 Das ist der Schenkelklopfer schlechthin, zu Lasten derer, die sich darauf bewerben sollen.
      und noch etwas, die offiziell nicht dem Arbeitsmarkt verfügbar sind, werden in der Statistik nicht gezählt. Das gibt sogar die BA zu und erschwerend werden auch die nicht erwerbslos gezählt, die beim TÜV in Hamburg Kaufmannsladen spielen müssen, Strick-, Häkel -, Bauchtanz oder andere Belustigungskurse absolvieren müssen, auch die nicht, die gerade in Bendorf am Rhein in der Tombola auf dem Weihnachtsmarkt verlost werden, auch die nicht, die in Quedlinburg Stadtspaziergänge machen, auch die nicht, die in NRW Fahrübungen als Fahrgäste im ÖPNV absolvieren, auch die nicht, die das 6 Bewerbungstraining bei so genannten Dozenten über sich ergehen lassen, denn alle die sind ja in einer Maßnahme, die zwar Geld kostet, aber den Betroffenen nichts nutzt.
      Dafür gibt es dann aber Leute wie Frank, die glauben und sich erdreisten, andere Erwachsene Staatsbürger kann man gängeln und entrechten und dann fällt solchen Zeitgenossen auf, dass angeblich Frau Hannemann mit falschen Zahlen operiert 🙂
      Wenn wirklich Lügen kurze Beine machen, würde der Vorstand der BA auf dem Körperrumpf wie ein Stehaufmännchen im Lügensumpf schwanken!
      Naja, Nürnberg ist wohl der Stammsitz der Zentrale der BA und nicht dass preußisch pingelige Berlin. Da nimmt man es im bayrischen Wald wohl nicht so genau

      • Wenn wirklich Lügen kurze Beine machen, würde der Vorstand der BA auf dem Körperrumpf wie ein Stehaufmännchen im Lügensumpf schwanken!

        Schönes Bild.

        Ich hoffe nur, du hast den Frank mit deinen Beiträgen in seiner heilen Jobcenterwelt jetzt nicht überfordert.

  54. In meiner Petition an den Bundestag habe ich bereits in etlichen Fällen nachweisen können,
    das es in den Jobcentern fast nur noch um Willkür, Schikane und Rechtsbeugung geht.
    Die geplanten Änderungen bedeuten letztendlich, dass es zu weiteren Verschärfungen und somit
    zu einer noch größeren Ungerechtigkeit kommen wird.
    Mal unabhängig davon, dass die „Agenda 2010“ mit dem Grundgesetz in vielen Bereichen unvereinbar ist,
    sollten die Verantwortlichen doch endlich einmal auch rein kaufmännische Faktoren berücksichtigen.
    So konnte auch ich nachweisen, dass um z.B. 100.- € „einzusparen“ (z.B. Sanktionen wegen Nichterscheinen) ein etliches davon an Verwaltungskosten aufgewendet wird. Das hierdurch auch weitere Kosten, nämlich bei den Sozialgerichten produziert werden, die ohnehin schon völlig überlastet sind,
    darf natürlich auch nicht vernachlässigt werden, ebenso wenig, wie die hohen Erfolgsquoten.
    Um so mehr sich erfolgreich dagegen wehren, um so schlechter wird das Verhältnis zwischen (künstlich)
    produzierten Kosten und dem (vermeintlichen) Nutzen.
    Wenn also auf Sanktionen und weitere Schikanen verzichtet würde, ergeben sich wesentlich höhere
    Kostenersparnisse, so dass sogar die Tolerierung der wenigen echten „Missbrauchsfälle“ billiger sind, als deren „Verfolgung“.
    Daher muss unbedingt einmal genau festgestellt werden, welche Kosten durch die Verwaltung und
    die „Rechtsverfolgung“ aufgewendet werden und welche „Ersparnisse“ dagegen stehen.
    Ich bin mir bereits jetzt sicher, dass die Kosten wesentlich höher sind.
    Anstatt diese (sinnlosen) Gelder für einen tatsächlich angemessenen Regelsatz zu verwenden und
    die Willkür der Jobcenter zu beschränken, was natürlich auch zu weniger Klagen und sich reduzierender Gesundheitskosten (weniger Depressionen, etc.) führen wird, wird allein für die „Daseinsberechtigung“
    der Jobcenter und der BfA, die ihren eigentlichen Aufgaben ohnehin nicht nachkommen können
    (Vermittlung in langfristige, gesicherte und ausreichend bezahlte Arbeitsplätze) , Unsummen verschwendet
    und die Diskriminierung und Unzufriedenheit bei den Betroffenen weiter verstärkt.
    Das die Jobcenter zudem NICHT wirtschaftlich im Rahmen der Bundeshaushaltsordnung handeln, konnte auch der Bundesrechnungshof schon in etlichen Fällen konkret nachweisen.

    Welcher Kaufmann könnte dies gutheißen?
    (D.h., selbst ein Neoliberaler muss feststellen, dass der Allgemeinheit Kosten aufgebürdet werden,
    die in keinem Verhältnis zum „Nutzen“ stehen und nur Unzufriedenheit auf allen Seiten schaffen).

    • Eine weitere Bestätigung meiner obigen Aussagen zeigt sich hier:
      http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verlaengert-arbeitslosigkeit-90016068.php

      Da nützten auch die „Schönfärbereien“ eines Herrn Weise, der sogar Äpfel mit Birnen vergleicht,
      rein gar nichts!
      Die „Agenda 2010“ ist gescheiter!

    • @Tanguero

      Zitat:
      „Welcher Kaufmann könnte dies gutheißen?
      (D.h., selbst ein Neoliberaler muss feststellen, dass der Allgemeinheit Kosten aufgebürdet werden,
      die in keinem Verhältnis zum “Nutzen” stehen und nur Unzufriedenheit auf allen Seiten schaffen).“

      Tanguero, bedenke es geht um den Erhalt der Sklaven im Niedriglohnsektor. Die Differenz zum Mindestlohn muss demnach dem „Nutzen“ hinzuaddiert werden. Die Lobbyisten scheren sich nicht um die Kosten der Allgemeinheit sondern verfolgen ihre Ziele der Gewinnmaximierung.

      Hierzu ein Beitrag zum Lohnniveau für Langzeitarbeitslose, dem Absenken des Mindestlohns werden nach wie vor keine Grenzen gesetzt:

      http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/bei-hartz-iv-nur-567-euro-mindestlohn-90016069.php

      LG Rosi

      • @Rosi,

        das hast Du vollkommen richtig erkannt. Damit wird auch sehr deutlich, welche Interessen die Regierung (im Gegensatz zu ihrem Auftrag!) tatsächlich vertreten, was auch in den letzten Wochen in Zusammenhang mit dem Mindestlohn, der NSA-Affäre und dem EEG und dem TTIP sehr anschaulich wurde.
        Die Menschen- und Grundrechte spielen eben nur eine untergeordnete Rolle, gerade wenn es um
        „wirtschaftliche Förderungen“ geht. Da wundert es auch nicht, dass sich so viele Lobbyisten direkt unter den Abgeordneten befinden, bzw. wie viele „“Neben“einnahmen sie haben.
        Hoffentlich merken auch endlich einmal die Bürger, wie und von wem sie betrogen werden und treffen bei der kommenden Europawahl, bzw. den hier in Hamburg zusätzlich stattfindenden Bezirkswahlen, mal die
        „richtige“ Entscheidung! (Die kann nun mal NICHT SPD/CDU/CSU heißen!)

        • @Tanguero

          Europawahl – Was wählen wir da?

          In Deutschland und Österreich findet am 25. Mai 2014 die Europawahl statt. Der Begriff erweckt bei Unwissenden den Eindruck, Europa demokratisch mitgestalten zu können. Die Frage muss lauten: Was wählen wir am 25.Mai eigentlich?

          weiter geht es hier:

          http://pinksliberal.wordpress.com/2014/01/05/europawahl-was-wahlen-wir-da/

          • @Rosi,

            das hängt eben auch davon ab, wen wir wählen und wie wir uns informieren!
            Stärken wir die Opposition und gehen damit einen Schritt in Richtung mehr Demokratie und Mitbestimmung, oder überlassen wird dieses Feld ganz den Lobbyisten, deren Interesse meist gesellschaftsschädigend ist. Dies wir um so wahrscheinlicher, je geringer die Wahlbeteiligung ausfällt.
            Somit ist es schon eine sehr wichtige Wahl, deren Auswirkungen niemand verharmlosen kann.

  55. Tja … wenn ich da unter anderem lese, dass Sie schreiben, 6 Mio arbeitssuchenden Menschen steht Mio an echten Stellen gegenüber, das glaube ich Ihnen auf’s Wort und das erklärt dann auch, warum kaum ein Mensch, der älter als Mitte 40 oder aber von vornherein ungebildet ist, überhaupt noch eine Chance auf einen Job hat. ,,, das die Erhöhung der Regelsätze die Erhöhung der Kosten noch nie aufgefangen hat, da stimme ich Ihnen auch voll zu .. und wenn sogar die Tafeln schon einen Aufnahmestopp haben, dann ist das bezeichnend für die Situation in diesem Land.

  56. Ja Frau Hannemann, das stimmt so wie sie es sagen, ich erlenebe es ähnlich. Allerdings macht hartz 4 noch viel mehr, es krempelt die komplette gesellschaft um. Schließlich geht es hierzulande nicht nur in der vermeintlichenund tatsächlichen Unterschicht darum nicht abzurutschen, sondern auch das Bürgertum, oder was davon noch übrig ist hängt auf der selben Rutschbahn, nur weiter oben. Es zählt letztlich nur noch eins: Macht, in Form von Geld oder anderer Ausprägung. Das zieht Verhaltensweisen bei allen Beteiligten nach sich, die diese Gesellschaft letztlich zerstören. gen die Kulturvernichtung (und ich rede nicht von Theater, Literatur etc., sondern von gelebter zwischenmenschlicher Kultur) ist der 30 jährige Krieg geradezu lächerlich. Hartz 4 macht in dieser Auslegung unser Land das immer noch Einigkeit und Recht und Freiheit besingt zum Sklavenhalterstaat. Und ich kann nur sagen: Pfui wer so etwas noch befördert.

  57. @ BS/Blog

    Vielen Dank! – für diesen tollen Artikel.

    Auszug: „ […] „Statt hier nun den Diskurs mit Arbeitsagentur und der Schmarotzer-Industrie von Ein-Euro-Jobs, sog. Bewerbungstrainings, Fake-Supermärkten u.a. zu führen, ist es womöglich einfacher, sich auf die bräsigen und arbeitsfaulen Sozialabzocker zu stürzen, die es sich im Bezugssystem kommod gemacht haben. Hier wird ausgenutzt, das es davon tatsächlich einige seltene Exemplare gibt, die auch noch bescheuert genug sind, sämtliche Vorurteile zu bestätigen (und sich von Maischberger und anderen Medien gern vorführen lassen als Herren der Lose: talentlos, lustlos, arbeitslos). – Es sind nicht die in Hartz-IV gerutschten Menschen, die den Staat ‘abzocken’ und ‘profitieren‘ – wie sollte das bei Leistungen, die unter dem Existenzminimum liegen überhaupt möglich sein? -, sondern die sich um sie herum gebildete Abzock-Industrie. Allen voran die Arbeitsagenturen selbst, die mit einem unglaublichen Bürokratismus und über 100.000 (!) Mitarbeitern einen egozentrierten Aufwand betreiben, der in gar keinem Verhältnis zu den Vermittlungserfolgen steht. Aktuelle Volksweise: »Wer noch glaubt, das Jobcenter vermittle in Arbeit, glaubt auch, das Ordnungsamt räume ihm die Wohnung auf«. – Frau Knobel-Ulrich jedenfalls bewegt sich auf den ausgelatschten Pfaden eines Guido Westerwelle (FDP), der von altrömischer Dekadenz sprach und die Leistungsbezieher meinte. Ihre banalen Rezepte, Abschaffung verhindere den Missbrauch, sind von gleicher ‘Qualität’ wie etwa die Annahme, eine Vertreibung von Obdachlosen löse dieses Gesellschaftsproblem. Aus dem Auge, aus dem Sinn: Eine solche Politik, ein solches Menschenbild, das ist von spätrömischer Dekadenz.“

  58. Ja, spätrömische Dekadenz…

    Das sind die Herrschaften im Pelzmantel, die mit erhobenen Brauen und unendlicher Geringschätzung um den Obdachlosen in der wärmenden Ecke der nächtlichen Sparkasse machen… – Als würde der ihnen was tun mit seinen zwei verfaulten Beinen oder ihnen – auf Krücken (?) – hinterher rennen. Seine Geschichte zu erfragen, darauf würden sie vermutlich gar nicht kommen. Ebenso die knarzblöden ignoranten Kids, die ihn auslachen, wenn er bescheiden und beschämt nach Essen oder Flaschen im Müll kramt.

    Letztens an anderer Stelle habe ich eine Blödian Gruppe in der S-Bahn lauthals zur Sau gemacht. Da riss mir echt die Hutschnur. 2 Stationen probierten sie`s noch mit „ey, bist Du peinlisch! hast du kein Leben wa!“ Paarmal habe ich noch noch laut dagegen gehalten, bis sie sogar ihren Freunden zu peinlisch wurden, die dann beschämt weggingen. Da waren die blöden Gröl-Mädchen plötzlich ganz klein.

    Was für blöde Hasen! Pfffffff***********

  59. huch, sollte heißen:

    „um den Obdachlosen in der wärmenden Ecke der nächtlichen Sparkasse EINEN BOGEN machen…“

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