Clara-Zetkin-Preis 2014

Clara Zetkin

Clara Zetkin

Meine Rede anlässlich der Ehrenpreis-Verleihung. Den Initiativenpreis erhielt „women in exile„, welche sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen. Herzlichen Glückwunsch!

Sehr geehrte Frauen, sehr geehrte Männer, sehr geehrte Gäste der Clara-Zetkin-Frauenpreis Verleihung

Ich freue mich sehr, diesen Preis heute Abend entgegennehmen zu dürfen und bedanke mich bei allen, die mich für diesen vorgeschlagen haben. Auch bedanke ich mich bei den Linken, dass ich zu den Preisträgerinnen gehöre, und fühle mich geehrt, mich unter vorangegangenen Persönlichkeiten einfügen zu dürfen.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Was waren meine ersten Gedanken zur Verleihung, zur Auslosung des Preises? Dazu begebe ich mich ein wenig in meine persönliche Vergangenheit. Als Jahrgang 68 bin ich in eine Zeit hinein geboren, die von Studentenbewegungen und leider auch von Terror und deren Anschläge begleitet wurde. Parallel dazu formierte sich die autonome Frauenbewegung, mit dem Ziel eine notwendige Selbstorganisation der Frauen zu organisieren. Der Begriff Feminismus erlebte eine neue Welle. Die Frauen forderten eine Selbstbestimmung, insbesondere dann, wenn es um ihre Interessen ging. Ebenso riefen sie dazu auf, sich als Frau bewusst zu machen, wie ihr Denken und Handeln von männlichen Werten geprägt worden sei. Eine eigene Sprache sollte gefunden werden. Die Frau als positive Identifikation mit sich selbst. Gleichzeitig sollte die Solidarität unter Frauen gefördert werden. 

Ich war damals noch sehr klein und bemerkte die ersten Diskussionen in der Form, dass bei uns zu Hause regelmäßig die „Emma“ auslag. Meine Mutter sah ich auf vielen Veranstaltungen, wo es um Frauen ging – waren es Diskussionsrunden oder Kundgebungen. Der Begriff „Emanze“ löste in mir selbst z.T. Unbehagen auf. Ich verband diesen mit dem Verbot des Anziehens von Röcken oder Kleidern, auch wenn ich alles anziehen durfte. Gleichzeitig verband ich ihn mit der Veränderung aus Frau wird Mann. Ich selbst war aber schon im jungen Alter sehr froh, als Mädchen und nicht als Junge geboren wurden zu sein. Woher kam dieses Unbehagen? Vielleicht war es die „Emma“, die mir zum damaligen Zeitpunkt sehr „männerfeindlich“ vorkam. Warum sollte ich auf die Männer oder Jungs schimpfen? Vielleicht war ich aber auch noch einfach zu jung – mit meinen rund 10 Jahren. Ich selbst stellte mir die Frage, ob Frausein nur etwas mit Leistung zu tun habe. Steht die Leistung einer Frau in Abhängigkeit der Leistung eines Mannes? Wird die körperliche Überlegenheit eines Mannes den Rechten der Frau vorangestellt? Oder wird gar die körperliche Überlegenheit des Mannes mit einem Leistungsdenken gleichgestellt resp. verknüpft? Und sind somit die Frauen aus Prinzip das schwächere Geschlecht? Daraus könnte man mutmaßen, und ich bleibe bei der körperlichen Überlegenheit, dass diese über allem steht. Nein, damit möchte ich die Männer nicht diskriminieren, in dem ich die geistige Fähigkeit auf das Körperliche herunterbreche. Ich möchte jedoch diese und für mich damalige eventuelle Parallelität einfach in den Raum werfen.

Nun habe ich selbst einen zwei Jahre älteren Bruder. Meine Eltern waren sehr bedacht, uns die gleiche Erziehung zukommen zu lassen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es klassische Geschlechterunterscheidungen oder Rollenverteilung gab. So war es selbstverständlich, dass mein Bruder im Haushalt helfen musste. So war es aber auch selbstverständlich, dass ich bei typischen oder als oftmals typischen gesehen Aufgaben, wie Renovierung, Malerarbeiten, Fahrrad reparieren mit anpacken musste oder positiver ausgedrückt: durfte. Sozusagen hatte ich das Glück, ohne Vorurteile gegenüber Geschlechtern aufzuwachsen und trotzdem merkte ich Unterscheidungen. Zunächst in den Schulen. Die Jungs spielten Räuber und Gendarm, die Mädchen saßen in kleineren Gruppen zusammen, um miteinander zu reden. Wir Mädchen durften bei Räuber und Gendarm nicht mitspielen. Immer wieder entgegnete man mir: „das sei ein Jungenspiel.“ In den Schulbüchern, insbesondere in der Grundschulzeit, waren die Kurzgeschichten in klassische Geschlechterrollen unterteilt. Anregungen zur Diskussion durch meine Person wurden gerne mal überhört oder aus Zeitgründen unterbunden. Eine Offenheit fand sich eher bei den jüngeren Referendaren für Frauenthemen, Geschlechterverteilung, Diskriminierung oder Lohnunterschiede. In der damaligen Politik, ich war im Teenageralter und jung Erwachsen, wurde ich aufgrund der Erfüllung einer Frauenquote auf Posten gesetzt. Diesen Posten wollte ich jedoch, weil ich gute Leistungen bringe, nicht nur weil ich eine Frau bin.

Wie sehe ich es heute? Habe ich in meinen 45 Jahren eine Veränderung feststellen können?

Zu Beginn sprach ich davon, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Gerade habe ich diese Tage in der Süddeutschen Zeitung gelesen, dass die OECD in ihrer jüngsten Statistik festgestellt hat, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger verdienen als Männer. In keinem europäischen Land ist die Gehaltslücke zwischen Mann und Frau so groß wie in Deutschland. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Wir Frauen arbeiten bis zum 21. März eines Jahres sozusagen umsonst, bis wir das Gehalt der Männer erreichen, so das Frauennetzwerk Business and Professional Women Germany. Eine Gehaltslücke, die uns bereits seit Jahrhunderten begleitet. Noch immer arbeiten Frauen, gerade nach der Babypause und trotz Aufteilung der Elternzeit, in weniger qualifizierteren Jobs und oder in Teilzeit und Mini-Jobs. In den westlichen Ländern ist einiges geschehen. Wir Frauen dürfen studieren, schließen oftmals sogar besser als das männliche Pendant ab und Arbeitgeber, die Frauen am Arbeitsplatz benachteiligen, müssen mit juristischen Konsequenzen rechnen. Der Girls- und Boysdays wurde ins Leben gerufen. Ein Praxistag, an dem junge Mädchen und Jungs sich in den nicht klassischen geschlechtlichen Berufen ausprobieren können.

In vielen anderen Ländern werden Frauen diskriminiert, erhalten keine Schulbildung, dürfen nicht wählen und müssen für ihre Rechte kämpfen. Ich sehe, dass der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht gewonnen ist – weder in den westlichen Ländern und noch weniger in südlichen wie z.B. Afghanistan oder Indien. Frauen, die dort etwas bewegen wollen, werden verfolgt, verhaftet oder gar getötet. Ihnen werden sämtliche Rechte abgesprochen – als würden sie nicht existieren.

Wie soll ein sozialer Friede entstehen, wenn es diese Unterschiede noch gibt? Wie soll ein sozialer Friede bestehen bleiben, wenn es Diskriminierung, Hass und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt? Frauenfragen sind und bleiben Menschheitsfragen, solange Ungleichheiten, Diskriminierungen, Vorurteile, klassische Frauenarmut, klassische Rollenverteilungen und Geschlechterungerechtigkeiten bestehen. Zweifellos haben Frauen in den modernen Gesellschaften bessere Chancen, Macht und Einfluss zu gewinnen, in führende Positionen zu gelangen. Doch beharrlich gehütete Klischees und Vorurteile verhindern oder behindern bis heute eine noch immer tatsächliche Gleichstellung. Bis heute sind Frauen in Führungsetagen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien unterrepräsentiert.

Wir Frauen sind da und wir Frauen sollten uns niemals entmutigen lassen. Starke Frauen wie Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Sophie Scholl, Jeanne d’Arc oder Königin Luise waren Frauen, die sich nicht zufriedengaben, mit der ihnen zugewiesenen Rolle, die in ihrer Epoche Grundlegendes bewegten und Besonderes leisteten. Ob in der Politik, in der Literatur, in der Kunst oder in der Wissenschaft – es gab sie immer: starke weibliche Persönlichkeiten, die sich in ihrer männlichen Umwelt zu behaupten und durchzusetzen wussten – aller Gegenwehr zum Trotz. Über viele Epochen errangen Frauen Einfluss. Zwar oftmals hinter den Kulissen, jedoch waren sie die eigentlichen Lenkerinnen, hinter den angeblich bestimmenden Herrschern. Sie leisteten, trotz erheblicher Widerstände, Großes, zahlten dafür einen hohen Preis und opferten bisweilen ihr Leben. Sie schrieben Geschichte, durch Mut, Beharrlichkeit und Willensstärke. Bleiben wir dran!

So danke ich für den Preis und nehme ihn als Ansporn für Frauenfragen, die für mich Menschheitsfragen solange bleiben, solange diese Ungleichheiten bestehen. Auch nehme ich den Preis stellvertretend für alle Frauen entgegen, deren Engagement öffentlich nicht wahrgenommen wird.

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Vielen Dank!



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151 replies

  1. Hunderttausende trotz Mindestlohn auf Hartz IV angewiesen
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-aufstockung-mindestlohn-zu-niedrig-90016023.php

    Da zeigt sich wieder sehr deutlich, wer die eigentlichen „Sozialschmarotzer“ sind, nämlich die
    Unternehmen, die weiterhin keine ausreichenden Löhne zahlen brauchen (somit durch den ach so fleißigen Steuerzahler subventioniert werden), und die vielen Steuerhinterzieher (denen sogar weiterhin „Respekt“ gezollt wird), die wesentlich größere Schäden anrichten, als ein ALG II-Bezieher, der einer Vorladung nicht folgt und deswegen ohne Gerichtsurteil gleich mit Höchststrafen und dem Wegfall des Existenzminimums verurteilt wird.

  2. Tatsächliches Ausmaß der Hartz IV Sanktionen:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tatsaechliches-ausma-der-hartz-iv-sanktionen-90016021.php

    Ob Frau Lösekrug-Möller diese Zahlen auch nachliefern wird?

  3. Karl Liebknecht sagte „Trotz alledem!“

    Inge Hannemann – eine Hamburgerin – kennt bestimmt auch den grossen Sohn ihrer Stadt, dessen Gedenken ein früherer Innenminister (Schäuble) mal platt machen wollte. Das Gedenkhaus an Ernst Thälmann!

    Ich finde aber, dass den Erwerbslosen dieser Republik, die geknechtet und entrechtet sind eine Hymne fehlt. Ein Lied, das gesungen werden kann. Eins, das alle verbindet. Also ich möchte niemandem was aufdrängen, aber weil ich ja auch ein Tonstudio habe, schwingt mir sowas vor: https://www.youtube.com/watch?v=rJ6O5sTPn1k

    Es muss ja nicht so düster sein, aber doch mit Kraft. Also Ihr alle habt mich richtig angesteckt, auch mit zu kämpfen.

    Wisst Ihr eigentlich, dass es die Frauen der Clara Zetkin zu verdanken haben, dass ihnen auch dsas Wahlrecht zugesprochen wurde?

  4. Sowas hätte mal sich die verehrten Damen und Herren das Bundestages anschauen sollen ,das sie in ihren eigene Welt leben : ARMEGESPEIST VON DER POLITIK BESCHLOSSENE ARMUTSINDUSTRIE http://www.youtube.com/watch?v=pFQvVqlEDXo#t=317&hd=1

  5. In Deutschland werden seit Jahren händeringend Fachkräfte gesucht:

    Bitteschön, hier sind sie:

    Personalabbau: T-Systems will 4900 Stellen streichen – Unternehmen – FAZ

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/personalabbau-t-systems-will-4900-stellen-streichen-12852636.html

    Vor Werksschließung: Jobbörse für Opel in Bochum eröffnet – Geld – Abendzeitung München

    Ein Dreivierteljahr vor der Schließung des Bochumer Opel-Werkes hat das Unternehmen eine Jobbörse für die rund 3300 Mitarbeiter eröffnet.

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.vor-werksschliessung-jobboerse-fuer-opel-in-bochum-eroeffnet.806e5c5c-bedd-46c1-bb5f-d43ca1b7451a.html

  6. Bilder vom Bundestag Ex -.Fallmanger Burkhard Tomm bubb .
    Klasse ,vielen Dank Burkhard . Da siehst man mal die andere Seite des Bundestag . http://kopfmahlen.blogspot.de/2014/03/beschamend-und-emporend-frau-gabriele.html

  7. 6 MONATE KEIN MINDESTLOHN FÜR LANGZEITARBEITSLOSE IST EINE SCHANDE FÜR UNSER LAND.

    Und danach ? wieder gekündigt und das ganze Spiel von vorne ?
    Für immer bedürftig ? Für immer zu wenig Einkommen ?
    ich habe bereits dem DGB geschreiben, leider scheint es so, als ob sich an dieser schönen Ausbeutungssituation nichts ändert.
    ICH WÜNSCHTE WIRKLICH, IN DER KNAPPEN ZEIT BIS ZUR ENDGÜLTIGEN REGELUNG LISSE SICH DIES NOCH VERHINDERN. UND EIN MINDESTLOHN FÜR ALLE ETABLIEREN, OHNE DIE ARBEITSLOSEN ALS MENSCHEN ZWEITER KLASSE.
    FALLS ES DABEI BLEIBT, HABEN WIR AUCH WEITERHIN DIESES HEER DER CHANCENLOSEN LANGZEITARBEITSLOSEN.
    die Langzeitarbeitslosen sind deshalb langzeitarbeitslos, weil sie zu Untermenschen degradiert werden und von jedem Arbeitgeber auch so angesehen werden. ein Mindestlohn würde ihnen wenigstens die gleiche Würde wie anderen Menschen zumindest in diesem Lohn-Teilbereich verschaffen. Und garantiert nicht dazu beitragen, sie arbeitslos zu lassen (das ist eine Furcht- und Hetzkampagne, die von handfesten Interessen getragen wird, dafür gint es keinerlei Beweis; die Leute bleiben erst seit der ruhmreichen Agenda 2010 so lange arbeitslos – warum wohl ? weil sie als Aussätzige „ausgemustert“ werden), im Gegenteil, er würde ihnen wieder auf die Beine helfen. Der Mindestlohn nach Abzug aller Ausgaben und erst in dem zeitlichen Spielraum, der laut Gesetz vorgesehen ist, verwirklicht, reicht sowieso kaum zum Leben in den Städten. Daran noch sparen ? Die Unternehmen, die sich daran gewöhnt haben, Menschen auszubeuten dank der Politik der letzten Jahrzehnte, wollen ihre Arbeitssklaven nicht aufgeben.

  8. http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/id_68562672/viele-deutsche-braeuchten-trotz-mindestlohn-weiter-hartz-iv.html
    Was tun alle die die davon betroffen sind??
    Sind die damit zufrieden-wir können sowieso nichts tun usw.Wieviel % davon denken politisch mit??Wie ist es möglich das einige wenige Politiker die sich selbst die Diäten um das doppelte des Hartz IV Satzes erhöhen Millionen Menschen in Schach halten und wahrscheinlich auch noch von denen gewählt werden, womöglich auch noch für Sanktionen sind??!
    Es ist für mich unverständlich das sich so eine breite Masse damit nicht beschäftigt und nichts dagegen unternimmt!

    • @streetfighter

      Das geht mir schon ewig durch den Kopf und ich verstehe das auch nicht!

      Bei einem Vollzeitjob auf H4-Niveau sich als Aufstocker weiterhin beim Amt ausziehen zu müssen ist unerträglich. Auch dann weiter leben am Rande des Existenzminimums. Wo bleibt die Teilhabe an den schönen Dingen des Lebens, Urlaub z. B.?

      Große Anschaffungen wie Elektrogeräte, ein halbwegs gutes Gebrauchtfahrzeug, alles nur auf Raten möglich. Sind die Raten abgestottert, was oft Jahre dauert, kommt meist gleich eine neue Notwendigkeit weil ein Ansparen gar nicht möglich ist. Das alles ist nur noch ein reines Überleben mit dem Wichtigsten, was Mensch so braucht, mit Luxus und Konsumrausch hat das wirklich nichts zu tun.

      Ein ordentliches BGE muss her.

      Anscheinend sind immer noch zu wenig Bürger betroffen, die Mittelschicht noch nicht genug in Gefahr. Da braucht es wohl erst den großen Crash und Systemzusammenbruch. Jetzt vor der Eu-Wahl ist alles verdächtig friedlich und ich rechne mit der angekündigten Zwangsabgabe der Sparer zur Rettung des Euros nach der Wahl.

      http://www.neopresse.com/europa/vor-der-europawahl-luegen-vertuschen-verschweigen/

  9. Science Fiction? Nö! Wenn (Alb)Träume wahr werden:

    Roboter bedrohen jeden zweiten Arbeitsplatz

    http://www.20min.ch/finance/news/story/20341913

    • Das sehe ich anders. Roboter, Technik können uns das Leben erleichtern.

      Technische Fortschritte müssen doch keine Gefahr für uns sein, kommt natürlich drauf, wie wir sie nutzen. Z.b. bin ich natürlich gegen Kriege und somit auch gegen Kriegs-Technik und Kriegs-Roboter, Kriegs-Drohnen sind mit das Schlimmste, was in dieser Zeit produziert wird.

      Es ist bloss an der Zeit, dass wir endlich über Arbeit anders nachdenken und uns (zunächst mal gedanklich) davon lösen, dass unsere Existenz davon abhängen muss.

      Im Artikel steht: „Überhaupt sind Berufe, die soziale oder kreative Fertigkeiten benötigen, kaum gefährdet.“

      Soziales und Kreatives kann und sollte kaum durch Roboter ersetzt werden, hier wird der Mensch immer „Arbeit“ finden, aber der Mensch soll auch selbst entscheiden, welche Arbeit er für sinnvoll hält.

      Aber solange wir glauben, unsere Existenz mit Arbeit absichern zu müssen, und unser Leben nach Vollzeit-Arbeit oder der Suche danach ausrichten, solange werden wir Technik und Roboter auch als Arbeitsplatz-Vernichtung und somit als Gefahr wahrnehmen.

      Wir nutzen alle tagtäglich viel Technologie (von Handy zu PC zu Autos etc.), und gleichzeitig nehmen wir sie als Feinde wahr? Das macht einfach keinen Sinn.

      • @Andreas,

        das sehe ich wie Du.
        Je mehr Roboter eingesetzt werden, umso schneller erkennt die Menschheit, das „Arbeit“ nicht der Sinn des Lebens sein KANN.
        Im Gegenteil, die Effektivität menschlicher Arbeit würde sich sogar noch steigern lassen und könnte sogar Spaß bringen, sofern man sie nicht tun MUSS!
        Dazu passt das Interview mit Hr. Werner, welches @Rolf F. hier gepostet hat:
        https://altonabloggt.wordpress.com/2014/03/08/clara-zetkin-preis-2014/#comment-13759

        „Ihr Grundeinkommensmodell hat mein sozialistisches Herz mit meinem neoliberalen Verstand versöhnt.“
        Man muss nur konsequent darüber nachdenken!

        • @Tanguero…..Und bitte nicht vergessen, warum überhaupt Maschinen erfunden wurden / werden: Nämlich um Menschen die Arbeit abzunehmen oder zu erleichtern….daraufhin hat die Menschheit ja hingearbeitet.
          Wie war das damals noch mit den Maschinenstürmern?

      • @ribi

        Danke für Deine Buch-Tipps, sind bestimmt interessant. Im Moment macht mir das Lesen aber überhaupt keinen Spaß und ich spare mir das Geld weil ich derzeit einen Teil der Miete vom Regelsatz begleiche, die Klagen bezüglich der Miete laufen noch.

        Es ist einfach Zeit wieder mehr unter die Menschen zu kommen und am meisten genieße ich derzeit das Frühlingserwachen. Zum Glück wohne ich am Stadtrand und streife jeden Tag 5 km durch die Natur. 😉
        Mir ist es sehr wichtig einen Ausgleich zu H4 zu haben und mich nicht permanent damit zu beschäftigen, sonst wird man einfach verrückt!

        @Andreas

        Nichts gegen technischen Fortschritt und über den Arbeitsbegriff, das hatten wir alles schon hinterfragt und da sind wir uns einig. Aber alles hat seine Grenzen.

        Ich möchte nicht von Robotern bekocht oder bedient werden im Restaurant. Auf ein paar freundliche Worte und kurze nette Gespräche mit der Bedienung möchte ich nicht verzichten. Ein Roboter kann ein Gegenüber aus Fleisch und Blut nicht ersetzen. Wie abgefahren das alles ist, siehst Du am Beispiel des Stripper-Roboters und ich denke mal, dass die Perversionen hier erst ihren Anfang nehmen und auch in diesem Bereich ausgebaut werden, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt…

        LG Rosi

        • Klar, Rosi, es gibt technische Perversionen…in Zeiten, in denen eh Chaos herrscht, ist das ja kein Wunder. 😉

          Aber es ist doch ganz einfach: Wenn der Mensch sich davon löst (und dafür kämpft), dass Arbeit seine Existenz absichern soll, wird er auch schnell erkennen, dass die Technik uns helfen kann und wird, es verliert seine Bedrohlichkeit.

          Roboter werden kaum als Köche genutzt werden in Zukunft, wenn wir Menschen das Kochen als etwas sehr Kreatives und Feinsinniges ansehen. Ich sehe Kochen so, und koche selbst auch sehr gerne.

          Es hängt also von uns Menschen ab, wie wir Technik und Arbeit sehen wollen. Ich will damit sagen, dass es darum geht, sich von diesen Abhängigkeiten zu lösen, sowohl in Bezug auf Arbeit als auch in Bezug auf Technik als auch in Bezug auf Regierungen.

          Solange diese Abhängigkeiten da sind, wird es auch viele Perversionen in Bezug auf Technik, Arbeit und Regierungen geben.

          Für mich macht es auch wenig Sinn, Roboter die Pflege von Menschen zu überlassen, höchstens als Hilfe, z.b. um das schwere Heben von Menschen zu übernehmen.
          Die Pflege selbst sollte beim Menschen bleiben, da das Soziale in der Pflege eine wichtige Rolle einnimmt.

  10. Wieder ein Beispiel von menschen verachtenden und skrupellosen Jobcenter Mitarbeiter/innen

    Offene Protest-Email

    von Gegenwind e.V.

    Herr Markus W.,

    wir schreiben Ihnen heute diese offene Mail, weil wir entsetzt über das Vorgehen Ihres Amtes für „Soziale“ Hilfen West im Wetterau- kreis sind.

    Sie Herr Markus W. als Fachstellenleiter und offensichtlich Ihre Mitarbeiterin Frau Jo-Ann E. scheinen angesichts der Schilderun- gen, die Sie hier nachlesen können*, einen besonders schlechten Charakter zu besitzen.

    weiter:
    http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=43282&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=97e8f6232e

  11. Habe gerade die Videoaufzeichnung des Petitionsausschusses angeschaut. Was den Inhalt angeht – erst einmal war ich doch „erschlagen“. Über weite Strecken sprach hier die Petentin auf der einen und die meisten der Aussschussmitglieder auf der anderen Seite zwar zur „gleichen Sache“ und doch kam mir es vor, als ob sie aus zwei gänzlich verschiedenen Welten heraus sprechen würden. Wobei Inge Hanneman sehr wohl den logischen den argumentativen Zugang zur Welt der Politiker fand. Von denen kam eigentlich nur Abwehr, bzw. war selbst die nicht nötig, weil sie umgekehrt gar keinen Zuga ng zu dem fanden, was Inge Hannemann eigentlich aus der Praxis schilderte bzw. was sie eigentlich meinte!

    Frau Hannemann hofft, dass das Thema der Sanktionen (und hoffentlich weitere Themen zu Hartz IV) Eingang finden in die Ausschüsse des Bundestagen. Hoffentlich auch in viele Debatten.

    Wenn es jemand hat schaffen können, dafür eigentlich schon „Bröckchen für Bröckchen“ etwas aus der Wand herauszubrechen, die eine Petentin zur Abschaffung der Sanktionen mit der Politkerfront vor sich hatte, dann war es Inge Hannemann. DAS WAR EINE TOLLE LEISTUNG. Deshalb noch mal Danke.

    • p.s. Weil ich es gerade mit den ganz jungen Kids zu tun habe, den ganz Kurzen. Folgender Text könnte sich auch gegen die eben erwähnten Politiker wenden, die „erzieherischen Maßnahmen“ all Zeit bereit halten wollen:

      Another Brick In The Wall (Part II)

      We don’t need no education
      We dont need no thought control
      No dark sarcasm in the classroom
      Teachers leave them kids alone
      Hey! Teachers! Leave them kids alone!

      All in all it’s just another brick in the wall.
      All in all you’re just another brick in the wall.

      We don’t need no education
      We dont need no thought control
      No dark sarcasm in the classroom
      Teachers leave us kids alone
      Hey! Teachers! Leave us kids alone!

      All in all it’s just another brick in the wall.
      All in all you’re just another brick in the wall.

      „Wrong, Do it again!“
      „If you don’t eat yer meat, you can’t have any pudding.“
      „How can you have any pudding if you don’t eat yer meat?“
      „You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy!“

      Pink Floyd

      Quelle:http://www.pinkfloyd-forum.de/lyrics/lyrics_ausgabe.asp?ID_a=12&Id_t=284&s=ed

  12. Abstimmung bei RTL (Abschaffung der Sanktionen JA oder NEIN):

    http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/voting-sollten-strafen-fuer-hartz-iv-empfaenger-abgeschafft-werden-2de12-51ca-69-1841242.html

    Würde gerne sehen, wieviele da mitmachen, aber eine Gesamtzahl wird nicht angegeben.

    • Ich habe mir gerade einmal die Antworten durch gelesen,
      es stößt einem immer wieder sauer auf, wenn gefordert wird, die Leute müssen“bestraft“werden!Wie anmaßend, erwachsene Menschen, ein Großteil der schon eigene Kinder aufgezogen hat, viele Jahre eigenverantwortlich lebte,den/die will man bestrafen?
      Ich bin sicher, solche Frechheit würden sich die meisten Leute nicht wagen, anderen ins Gesicht zu sagen!
      Allmählich muss man annehmen, deren Bild(ung) hat nichts mehr mit der Schule zu tun!

      • Ja, typische Kommentare bei solchen Abstimmungen…darum habe ich sie nur überflogen, nach den ersten 3 oder 4 Kommentaren habe ich weggeklickt.

        HartzIV ist zu einem Erziehungs-System verkommen, Arbeitslose werden nicht als „Kunden“ gesehen, sondern als Erziehungs-Bedürftige, und die Mitarbeiter sind die Erziehungs-Berechtigten.

        Vermutlich kann mancher Mitarbeiter damit auch sein Gewissen beruhigen, dass er sich eben sagt: „Man muss sie ja erziehen, sonst folgen sie ja nicht…und das geht nur über Strafen.“

        Bei Kindern erteilt man vielleicht Fernsehverbot als Strafe (Inge brachte in der Sitzung den Vergleich), Erwachsene kürzt man das Existenzminimum. Kinder wissen sich -trotz Strafe- also nachwievor versorgt, Erwachsene sind in ihrer Existenz hingegen sofort bedroht.

        • Schlimm ist es nur, dass diese Methoder Erfolg hat, so nach und nach wurde vielen das Rückgrat gebrochen, oder der Rest der überhaupt vorhanden war!
          Mancher legt sein Selbstwertgefühl, seine Selbstachtung schon am Mülleimer vor dem Eingang der JC ab, aus dem einzigen Grund, er selbst hatte sich ausschließlich über seine Arbeit, sein Einkommen , identifiziert.Das ist die Folge des falschen Menschenverständnis, wo es nur heisst, mehr Schein als Sein, aber acu , zunehmen sind die ehemaligen Hetzer selbst Hartzer geworden, gerade sie trifft dieses Schicksal besonders, nun wagen sie sich nicht aus ihren Löchern und somit beginnt der Kreislauf, hin zur Selbstaufgabe!
          Schlimm nur, wie deren Kinder geprägt werden, was für eine Generation wächst da heran?
          Kinder ,die Eltern, Erwachsene ohne Courage erleben , eine Altlast von früher und nie ausgelöscht?

      • Möglicher Kommentar bei RTL:

        „Wer Bürgern ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf ein Existenzminimum entzieht, der ist von der juristischen Definition her nicht bloß ein Gewalttäter sondern auch ein Verfassungsfeind. Ich habe mich deshalb in der staatsbürgerlichen Pflicht gesehen, gegen diverse Kommentatoren hier Strafanzeige zu stellen wegen Volksverhetzung. Aufforderung der Kriminalpolizei an RTL zur Herausgabe der IPs der verantwortlichen Personen ist bereits auf dem Weg. Wünsche eine angenehme Nachtruhe und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

        @RTL-Redaktion:
        Mittels einer angemessenen Moderation des Kommentarsystems hätten Sie Ihre Zuschauer davor schützen können. Aber Ihnen geht es ja vermutlich nur um Pageviews und nicht um die Menschen, die hinter diesen Pageviews stehen. Eine Aufforderung an Sie, sich zu schämen, schenke ich mir, denn meines Erachtens nach würde das bei Ihrem Geschäftsmodell auf keinen fruchtbaren Boden fallen.“

        Aber was soll’s, das sind Nebenkriegsschauplätze, an denen ich mich nicht aufreibe 🙂

  13. Anbei eine Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts-
    und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, veröffentlicht im Rahmen „WiSo-Diskurs“ März 2014, also ganz frisch.

    Sanktionen im SGB II
    Verfassungsrechtliche Legitimität, ökonomische Wirkungsforschung und Handlungsoptionen

    http://library.fes.de/pdf-files/wiso/10601.pdf

    MUSS man lesen, finde ich.

    Mit Empfehlung an Inge.

    Liebe Grüße,
    H.-W.

    • @H.-W.,

      ich vermute mal, dass einige Politiker (insbesondere, wenn sie sich „christlich“ oder „sozial“ bezeichnen) mit
      dem Studium dieser Expertise völlig überfordert sind 😉
      Wohl ein Grund, weswegen diese Thematik möglichst vermieden wird
      (never change a „running“ system?).

      • Na ja, das bin ich natürlich teilweise auch. 😉
        Hab gestern die halbe Nacht dran gelesen.
        Ist aber hochimformativ!

        Was ich aus strategischen Gründen super gut finde, ist sich nicht gleich mit allzu vielen möglichen sonst noch berechtigten Themen in.d. Öffentlichkeit auseinanderzusetzen. Die Message muss jetzt erstmal kurz sein. Sonst kommt sie in den Köpfen nicht an. Damit wird die Thematik in der Öffentlichkeit prägnant gesetzt. So etwas kann nicht so leicht ignoriert werden, da schnell auffällt, wenn die so gesetzte Thematik später übergangen wird.

        Z.B. hier:
        Radiointerview bei „detektor.fm“:
        Institution Jobcenter am Pranger
        http://detektor.fm/politik/hartz-iv/

        Andererseits wäre es fatal, nicht auf das Denken der BMAS und dessen Zustandekommen vorbereitet zu sein. Z.B. ist die Begründung zur Grundgesetzkonfirmität der Sanktionen nicht so einfach mit einem Satz vom Tisch zu wischen, da man sich auf subjektive Begründungen des BVerfG einlassen muss, was an sich schon grundsätzlich angreifbar ist. U.A. Nešković beisst sich ja genau daran mit Erfolg, aber immerhin momentan die Zähne aus.

        Das dahinterliegende Denken, so fatal sich das darstellt, (erinnert mich z.B. an die Steuerung von Rinderherden im Wilden Westen mit vorsichtigem Einsatz von Elektroschockern) so nötig ist es deshalb die zugrundeliegende rechtliche Fakten schaffende Rhetorik zu verstehen.

        Deshalb empfehle ich trotzdem dringend sich diese Pamphlet der Friedrich-Ebert-Stiftung „anzutuen“, weil dort Herkunft, Strategien und Entwicklung dieses Denkens bez. des Sanktionierungssystems offen dargelegt, zusammengefasst und „besprochen“ wird.

        Übrigens, wenn ich nicht entscheidendes überlesen habe, wird an kaum einer Stelle gegenübergehalten, dass das Verhältnis verfügbarer Jobs zu Jobsuchenden i.E. 1 zu 8 sein dürfte. Das Problem keine Vollbeschäftigung mehr haben zu können, wird einfach mal unter den Tisch fallen gelassen. Das würde ja dann wohl durch stetiges Wirtschaftswachstum kompensiert werden. Volkswirtschaftliches Denken, Verständnis in Bezug auf ökologische Resourcenknappheit, Grenzen der kapitalistischen. Akkumulation (Schuldnerfrage) fehlt völlig, m.E.

        Gruß,
        H.-W.

        • @H.-W., @Tanquero, erst mal danke für eure Anmerkungen zu meinem 1-Euro-Job, auch an Rosi. Bestätigen kann ich aus eigener, schlimmer Erfahrung den Satz

          „…und schon bricht das eigene Selbst fast komplett zusammen, wenn man nicht mehr zur Lohnarbeit gelassen wird, oder ist Stolz auf den 5€-Job ggü. der “Hängematte”. So funktioniert die Diskriminierung.“

          Nicht dass ich mich einer inneren Freiheit vom verdrehten Stolz auf die Lohnarbeit rühmen könnte. H.-W., du hast das ja schon des Öfteren hier thematisiert. Das bleibt weiterhin wichtig! Bin juristisch und ökonomisch nicht firm. Da tun gute gedankliche Anregungen Not, z. B „Akkumulation, Landnahme.. . Das braucht bei mir immer wieder neuen Anlauf, mir klar zu machen, das ich mir was Falsches an tue, wenn ich mein Selbst in unserer Gesellschaft vom Haben oder nicht Haben von Lohnarbeit abhängig mache. Um somit in der genannten Diskriminierungsfalle zu landen. Diskriminieren tue ich mich selbst ja auch, wenn ich glaube, ich sei schon autonom und selbstbestimmt und ein ganz toller Hecht, wenn ich eine Lohnarbeit habe und baumele nur auf andere Art an den Marionettenschnüren. Andererseits, auch in entfremdeten Zusammenhängen nicht träge zu werden, sich auszuprobieren und sich mit den Verhältnissen zu konfrontieren ist für ein (Über-)Leben wichtig. Selbstentäußerung im Sinne von Selbstverwirklichung und Verwoben sein in sozialen Bezügen sind ein altes Thema wenn es um Lohnarbeit, Arbeit geht.

          Der Hinweis auf die Studie der F. E. Stiftung ist super. Konnte sie erst anlesen. Die juristischen Erläuterungen kann ich zur Kenntnis nehmen – ist aber was das wirkliche Verstehen angeht schwerer Stoff. Trotzdem ein echtes „Muss“ aus von H.-W. genannten Gründen!

          Ganz wichtig ist das Ansprechen der politischen Vorgehensweise gegen die Sanktionen und Hartz IV:

          „ Was ich aus strategischen Gründen super gut finde, ist sich nicht gleich mit allzu vielen möglichen sonst noch berechtigten Themen in. d. Öffentlichkeit auseinanderzusetzen. Die Message muss jetzt erst mal kurz sein. Sonst kommt sie in den Köpfen nicht an. Damit wird die Thematik in der Öffentlichkeit prägnant gesetzt. So etwas kann nicht so leicht ignoriert werden, da schnell auffällt, wenn die so gesetzte Thematik später übergangen wird.“

          Stimmt! Allerdings landen wir dabei ganz schnell und notwendig bei den weiteren Zusammenhängen. Der Zwang und die strukturelle Gewalt, die mit den Sanktionen geschaffen werden, entstehen ja aus dem systemisch bedingt kapitalistisch-logisch notwendigen Mangel an Arbeitsplätzen einerseits und der daraus folgenden „Überforderung“ der Politik andererseits. Gerade weil der Mangel an Lohnarbeit langfristig nicht behoben werden kann (Automatisierung) und soll (Arbeitszeitverkürzung, wo ist die Forderung eigentlich geblieben?), sieht sich die herrschende Politik ja vor der „Aufgabe“ den Zusammenhang sogar mit der Zwangsmaßnahme Sanktion zu verschleiern, um behaupten zu können: Wer Arbeit sucht, der findet, bzw. wird per Sanktion gefunden werden für den Niedriglohnsektor.

          „Das Problem keine Vollbeschäftigung mehr haben zu können, wird einfach mal unter den Tisch fallen gelassen. Das würde ja dann wohl durch stetiges Wirtschaftswachstum kompensiert werden. Volkswirtschaftliches Denken, Verständnis in Bezug auf ökologische Ressourcenknappheit, Grenzen der kapitalistischen. Akkumulation (Schuldnerfrage) fehlt völlig, m.E.“
          Stimmt! Was ich sehr befürchte ist, dass dabei die Demokratie gleich mit unter den Tisch fällt. Denn die angesprochene Dynamik muss dann ja gerade zu mehr Zwang hervor rufen. Das wird sich auf Dauer nicht auf die Bevölkerungsschichten der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten beschränken lassen. Zur Zeit kann die Politik noch so tun als ob. Ich denke, das muss deutliche gemacht werden, dass jetzt schon nicht nur eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Entstehen ist in der, mit Harald Thome´ und Helga Spindler gesagt, sich eine Sonderrechtszone für die genannten Gruppen bildet, in der demokratische Rechte zunehmend mindestens ihre Wirkung verlieren, bzw. schon abgebaut sind. Wir können ja gern glauben, dass die alten Griechen Demokratie hatten – aber ohne die Sklaven, die Frauen und die Besitzlosen.

          Heute droht ähnliches aber auf neuen Grundlagen. Ich bin in meinen Gedanken manchmal wirklich schon soweit zu glauben, dass nicht „nur“ ein neuartiges autoritäres Regime mit totalitärer Ideologie entstehen kann, sonder eine Art wirklich neuer Faschismus. Der Neo-Faschismus ist ja eigentlich ganz der alte. Dieser neue Faschismus würde seine Verführungskraft hinsichtlich einer Gerechtigkeit und Gleichheit daraus beziehen können, dass er eine neue „Rasse“ erschaffen will und behaupten wird, dass an Erschaffung prinzipiell alle Menschen teilhaben können: Menschen aller Hautfarbe und Ethnien, Männer und Frauen. Es wird nicht mehr eine behauptet bereits existierende oder mindestens angelegte „rassische“ Überlegenheit einer Gruppe Menschen sein, auf die er sich beruft. Die „Rasse der Überlegenen“, der derjenigen die bei aller Gleichheit der Menschen gleicher sind als gleich, werden die sein, die Arbeit haben. Sie müssen unter Beweis stellen, dass ihre wie auch immer „genetisch“ angelegten Fähigkeiten ausreichen, um sich Arbeit zu verschaffen, sie zu behalten oder immer wieder neu zu finden. Diese „Genetik“ wird nicht mehr unterscheiden zwischen der Natur des Menschen (die ja selbst keine statische, sondern eine evolutive ist) und seiner gesellschaftlichen Natur in der er auch selbst seinen verdinglichten Beziehungen unterliegt. Kein Unterschied und keine Unterscheidungsfähigkeit mehr hinsichtlich „selektiv“ wirkender Evolutionsprozesse, deren „Richtung“ sowie niemand kennt! und den Exklusionsprozessen der Ökonomie. Nur ein Verneigen vor allseits weise waltenden, unbeeinflussbaren stochastischen Mächten. Wer da nicht mit halten kann, der ist vielleicht noch Mensch aber mindestens minderwertig. Die pure Ideologie, der pure Quatsch – aber vielleicht gerade deshalb verführerisch. Deshalb habe ich das einfach mal niedergeschrieben, auch wenn es wieder lang wird.

          Demgegenüber denke ich, darf die Demokratie in Bezug auf die Entwicklung der Gesellschaft und „ihrer Lohnarbeit“ und Arbeit nicht versagen. Vielleicht sind wir damit alle überfordert? Aber an der Frage der Arbeit und der Arbeitslosigkeit hängt das alles an Problematik dran. So drauf und dran wir damit sind uns auf den oben genannten Pfad zu begeben. Aber zuerst einmal müsste in der gegenwärtigen Diskussion um die Arbeitslosigkeit, soweit sie überhaupt noch stattfindet!, verdeutlicht werden, dass es nicht wie mindestens unterschwellig behauptet, die Erwerbslosen sind, welche die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit (Export) durch übersteigerte Forderung schon nach einem Mindestlohn gefährden und die dann als dumpfe Unterschicht jene errungene zivilisatorische Ethik und Moral gefährden, die als Fundamente unserer Demokratie gelten. Die Versuchung für die Politik ist groß und ihr wird schon nachgegeben, diesem Treiben in der Sonderrechtszone mit noch weiteren erziehungs-autoritären Maßnahmen entgegen zu treten und den Abbau demokratischer Rechte dort mit einer eben dadurch zu erreichenden erzieherischen „Hinführung“ zur selben zu rechtfertigen. Da nützt es uns Erwerbslose auch nichts, wenn ein sozialdemokratischer Altbundeskanzler (glaubhaft) erklärt, er würde hier die Menschrechte noch mit den Fäusten verteidigen wollen, während man in Bezug auf China z. B. bitte bedenken sollte, ob der Wunsch nach Menschenrechten dort nicht doch auch etwas „imperialistisches“ hätte und eine bestimmte Art von Zurückhaltung vielleicht diesbezüglich geboten sei. Aber wir haben es hier mit einem inneren „Imperialismus“ zu tun, der uns zusammen mit der Landnahme, der Kapitalisierung, der „in Wertsetzung“ von allem und jedem ein „Menschen-Nehmen“ beschert, mit dessen institutionellen System selbst noch die Verwertung der Entwerteten (Helga Spindler) gelingt.

          Dabei dürfte feststehen, dass die Herausforderungen zur Weiterentwicklung der „Arbeitsgesellschaft“ (ich weiß, problematisches Wort) nur demokratisch zu lösen sein werden oder gar nicht. Könnte deshalb der Ansatzpunkt für einen Widerstand gegen die Sanktionen und Hartz IV der sein, die Argumentation vor dem Hintergrund einer Thematisierung der stattfindenden Entdemokratisierungsprozesse zu führen?

          p.s. Dass ich Zitate von euch hier aufgeführt habe geschieht natürlich nicht, um eure Rede zu „zerpflücken“, sonder wegen der Gedankenführung.

    • h-w: ist dir mal aufgefallen, die juristen unterscheiden nie oder selten zwischen maßnahme und arbeit!! der §10, abs. 3 war nichts anderes als das geschenk der „volkspartei“ spd an die ba! arbeitslose, so eine studie wählen immer noch knapp am meisten spd, da fällt mir der spruch mit den dümmsten kälbern ein!!

  14. Dieser Artikel gefällt mir sehr:

    http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2006/11/27/a0146

    Der sagt aus, wie es ist.

    • @Rolf F.,

      auch wenn der Artikel bereits aus 2006 ist, ist seine Aktualität wohl mehr den je gegeben!
      Schade, dass so etwas, wenn überhaupt, nur von linken Medien publiziert wird.
      Solch ein Interview in der „Bild“, oder bei RTL II, hätte dann wirklich mal was, zumal
      Herr Werner ja als „Kapitalist“ zählt 😉

  15. Hier geht es darum, wie die Bundesregierung schludert und ein Dokument verfälscht ausgedrückt hat, demnach wären, laut diesem Abstimmungsergebnis, nachweislich Sanktionen längst abgeschafft, da hier die Mehrzahl gegen Sanktionen gestimmt haben:
    http://grilleau.blog.de/2014/03/18/sanktionsparagraf-wurde-bereits-de-facto-jahr-2012-einstimmig-bundestag-abgeschafft-17993318/

    Hier zum Nachdenken, das nach dem Gleichheitsprinzip, der Bundestag sanktioniert werden müsste, wenn sie ihre Pflichten nicht nachkommen und schludern, wie zb. Das obige Dokument beweist:
    http://grilleau.blog.de/2014/03/18/sanktionen-bundestagsabgeordnete-gleichheitsgebot-zwingend-erforderlich-17994710/

  16. Besten Dank an Frau Hannemann und sämtliche MitstreiterInnen für ihr Engagement, auch wenn von vornherein klar war, dass man bei CDU/CSU/SPD auf Ablehnung stoßen wird.
    Die menschenverachtende Sanktionspraxis ist nun mal seitens der Politik im Auftrag der Wirtschaft genau so gewollt und umgesetzt worden. Mit den „Großen Dreien“ wird es m.E. auch niemals eine Abkehr davon geben. Und leider befürwortet wohl auch die große Mehrheit unserer „ehrlichen, hart und fleißig arbeitenden, anständigen und aufrechten Steuerzahler“ weiterhin die Sanktionspraxis bzw. Teile davon fordern sogar noch eine heftige Verschärfung in diesem Bereich (siehe entsprechende Leserkommentare in diversen online-Medien zur gestrigen Anhörung).
    Tja, mit d e m „Volk“ im Rücken wird das leider nichts mehr…

    • @Harzpeter,

      diese Erfahrung musste ich eben gerade auch machen. Die (meist unhaltbaren) Vorurteile sind sehr verfestigt und zeigen, dass der Großteil nicht die geringste Ahnung hat, so dass es erst einmal erforderlich sein wird, das Ausmaß dieser menschenrechtswidrigen Praxis klar zu kommunizieren, was jedoch bewusst von den Medien verhindert wurde (wird).

    • Ich nehme das anders wahr im direkten Gespräch mit den Menschen: Alle wissen, worum es geht. Alle kennen Frau Hannemann und schätzen ihr Engagement und ihren zivilen Ungehorsam, was auch stark mit dem Charisma und dem Beruf von Frau Hannemann zusammenhängt. Alle lehnen die Sanktionspraxis bezüglich eines Existenzminimus ab. Im ersten Atemzug kommt dann immer der Hilferuf „Man hört ja so wenig davon“. Im zweiten Atemzug ein weiterer Hilferuf „Man weiß ja gar nicht, was man dagegen tun soll“. Ich ziehe daraus folgende Schlüsse:

      (1) Die Menschen erwarten eine umfassendere, also wesentlich aufklärendere Berichterstattung in den Mainstream-Medien. Sie zahlen ja auch Gebühren dafür, dass sie informiert werden.

      (2) Die Menschen erwarten, dass ihnen diese Medien sagen, was konkret sie tun können. Sie möchten an die Hand genommen werden und im Konsens agieren, nicht vereinzelt tätig werden.

      (3) Keiner nimmt das Thema als Parteipolitik wahr, sondern als humanitäres Ziel. Niemand würde sein Wahlverhalten deswegen ändern.

      Fakten.

      Wer nun wie Harzpeter meint, das Volk stünde nicht hinter dem Widerstand, weil er sich lediglich auf den kleinen Kreis derer beschränkt, die im Internet schamlos und enthemmt vor sich hin poltern, der ist einem System auf den Leim gegangen, welches dem Großen Bruder von 1984 ähnelt.

      Ich halte es weiterhin für überaus wichtig, dass Personen des öffentlichen Lebens, also Promis, Künstler, Musiker, Autoren etc. sich dem Widerstand anschließen und sich für die Abschaffung von Sanktionen stark machen. Früher haben solche Personen ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen geschaltet. Heute müssten sie, meines Erachtens nach, eine Internetseite dafür aufbauen bzw. Videokommentare bei YouTube im Rahmen eines gemeinsamen Channels veröffentlichen,

      Es wird nicht einfach werden, Hartz IV zu überwinden. Auch Frau Hannemann war von vornherein klar, dass durch ihren Auftritt vor dem Petitionsausschuss das Eis innerhalb der Regierungsparteien nicht gebrochen werden kann.

      „Am 22. November 1983 stimmte der Deutsche Bundestag der Stationierung moderner amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland als Träger für Nuklearsprengsätze zu: dem Gerätetyp ‚Pershing II‘. (…) Unter dem Dach der Friedensbewegung begaben sich auf dem Höhepunkt der Empörung am 22. Oktober 1983 bundesweit über eine Million Menschen auf die Straßen, hauptsächlich in Bonn, Berlin und Hamburg. Am 23. Oktober waren es 400.000 in Brüssel und am 29. Oktober 550.000 in Den Haag. Das war auch für damalige Zeiten ein absolut außergewöhnliches Ereignis. ‚Heißer Herbst‘ wurde zum Wort des Jahres 1983 gewählt.
      Nach der Zustimmung des Bundestages zu der nuklearen Modernisierung der NATO auf dem Boden der Bundesrepublik löste sich der Massenprotest nahezu in Luft auf und erlebte lediglich noch 1986 zum Zeitpunkt der Atomkatastrophe von Tschernobyl ein letztes und sehr kurzweiliges aber doch recht explosives und auch radikales Aufkeimen. Der Schock saß tief.“
      (Auszug aus: „NATO-Doktrin im Orwell’schen Zeitalter: Der Schutzwall gegen das Reich des Bösen“ von Philip Grabbert)

      • Es wird leider nie in den Handlungen mit einbezogen, dass das deutsche Volk an die Hand genommen werden will, denn die Mehrheit scheint nicht in der Lage zu sein(Erziehung), selbst zu denken,die Entsolidarisierung zeigt ihre böse Fratze,das Volkes folgt zum größten Teil nur und so lange man das aus blendet, sich nicht zunutze macht, verschiebt man alles ins nächste Jahrzehnt!.
        Was die Künstler betrifft, die oftmals von Politikern hofiert werden(so schaltet man Kritik aus) kann ich nur mit Uschi Glas(brrr) auf warten(ein Augstein ist da positiv deutlicher),die in ihrer Mildtätigkeit für Frühstük bei Kindern sorgt, sagte: Sie erlebe immer wieder, das Arbeitslose ihre
        Kinder ohne Frühstück in die Schule schicken, diese Verantwortungslosigkeit nähme sie sehr mit!
        Ziel erreicht, man war wieder einmal im Mittelpunkt!

        • Ich denke, dass viel verlernt und vergessen wurde, deshalb habe ich den Auszug aus dem Artikel zitiert, der u.a. aufzeigt, wie es noch vor 30 Jahren gewesen war und woher womöglich die ständig zugenommene Politikverdrossenheit und die sinkende Wahlbeteilung kommt. Die Entsolidarisierung ist, ich muss jetzt ganz vorsichtig sein, um nicht in die Ecke eines Verschwörungstheoretikers gedrängt zu werden, eine zwangsläufige Folge des zunehmenden Überlebensdruckes auf jeden einzelnen und die Isolation in virtuellen Formen der Kommunikation; „Cocooning“ ist ja auch so ein Begriff, der damals bereits geprägt und diskutiert worden war. Ein für mich beeindruckender Film dazu stammt von John Boorman aus dem Jahr 1985: THE EMERALD FOREST. Ich möchte den einfach mal zum Stichwort „Entsolidarisierung“ weiterempfehlen, muss aber darauf hinweisen, dass er in den ersten 30 Minuten wie ein relativ gewalttätiger 0815-Abenteuerfilm wirkt (keine Sorge, FSK ab 12), doch die Bezüge dazu folgen in den letzten beiden Dritteln und womöglich musste der Regisseur auch Zugeständnisse an eine große Vermarktbarkeit machen, um die Produktionsmittel zu erhalten. Ein Zitat daraus hat mich stark geprägt:

          „If I tell a man to do what he does not want to do, I am no longer chief.“ (Wanadi)

  17. Regierung will an Hartz IV Sanktionen festhalten
    Hannemann kritisiert Hartz IV Sanktionen

    Inge Hannemann spricht vor dem Petitionsausschuss

    17.03.2014 http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/regierung-will-an-hartz-iv-sanktionen-festhalten-90016020.php

    Das habe ich mir doch klatt gedacht ,als ich die Frau Lösekrug – Möller zur Frau Hannemann´s Aussagen ,deren Antworten gehört habe ! Die Unrechts /Enteignungsregierung will nichts positives verändern .
    Trotz der ganzen Arbeit ,die Frau Hannemann und wir alle für die Petition geleistet haben.
    Dies sollen unsere Volksvertreter sein ? Wohl eher Volksverräter !

  18. Ein guter Auftritt im Sanktionsausschuss. Trotz der knappen Zeit ist es gelungen, viele wesentliche Aspekte kompetent zur Sprache zu bringen, und die Petition eindrucksvoll zu vertreten.

    Schade, dass die Zeit zum Schluss nicht mehr reichte, um darzulegen, dass Lebensmittelgutscheine keine Hilfe, sondern Demütigung und Stigmatisierung sind. Vermutlich bedürfte es eines vielfachen der Zeit, um die kafkaeske Absurdität der Sanktionsideologie in all ihren entwürdigenden Auswirkungen darzulegen.

    Zumindest weiß Deutschland jetzt, warum Arbeitslose Stellenangebote oder Maßnahmen der „Jobcenter“ ablehnen: „Weil sie intelligent sind.“ Damit haben die Leidtragenden der Agenda 2010 heute auch ein kleines Stück ihrer Würde zurück erhalten:

    > youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=-XTijAid0H8#t=3130

    Ansonsten fällt auf, dass die Petentin nicht die professionelle Geschmeidigkeit des Auftretens besitzt, wie die anwesenden Berufspolitiker. Die Mischung aus unbeugsamer Tapferkeit und einem Hauch von Unsicherheit, wirkt unverfälscht und sympathisch.

    Sehr eindrucksvoll fand ich unter anderem die Replik auf den Versuch des BMAS, die Urteile des BVerfG als Rechtfertigung für die Sanktionspraxis anzuführen. Klasse pariert!

    > youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=-XTijAid0H8#t=1994

    Offenbar blieb die Replik nicht ohne Wirkung, wie man daran sehen konnte, dass die BMAS-Vertreterin noch einmal darauf einging, und ohne argumentativ etwas entgegen setzen zu können, auf ihrer Position beharrte.

    Die Szene findet sich im youtube-video der Linksfraktion bei 46:19 – 46:45 min. An der Stelle ballt sie zum ersten Mal beim Reden die Fäuste, wie ein trotziges Kind, das wider besseren Wissens auf seiner Meinung besteht:

    > youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=-XTijAid0H8#t=2777

    Kurze Zeit später taucht die Geste dann noch ein zweites Mal auf, als der herzlose Staubfänger versucht, die Sanktionspraxis ganz grundsätzlich, und in Abgrenzung zu Frau Hannemann zu rechtfertigen, hier zu sehen bei 48:15 – 49:17 min:

    > youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=-XTijAid0H8#t=2888

    Auch hier wieder die trotzig geballten Fäuste, wie eine Art von Selbstbekräftigung. Das macht man, wenn man spürt, das man eigentlich auf verlorenem Posten steht.

    Herzlichen Dank, Frau Hannemann, dass sie die emotionale und intellektuelle Energie investieren, um dieses bestürzende Thema in der Debatte zu halten. Stellvertretend für alle, die diese Kraft nicht mehr haben.

    • @taspie,

      sehr gut beobachtet.

      Die LöMö war „offensichtlich“ im starken Konflikt mit sich selbst während ihrer von außen aufgenötigten Darstellungen. Sie hat augenscheinlich doch Blut und Wasser geschwitzt. Beim nächsten mal wird dort wohl jemand sitzen, der auch das unter Kontrolle hat. Aber ein Anfang ist gemacht, ein Fuß ist in der Tür…

      😉

  19. Sanktionen haben ihren tieferen Sinn wenn es nach der SPD – Grünen – CDU/CSU – FDP geht.

    „Deutschland recycelt seine Alten, die kein Geld haben

    Bei etwa 70.000 Euro ist eine plastinierte Leiche ein gutes Geschäft. Wohin gehen also die Liter von Fett? Werden die bei der Herstellung von Seife oder von Beautycrème verwendet? Da die Fabrik keine Antwort auf die Frage hat, kann man es sich denken.
    [ und wieviel landet bei Mc Donalds ? ]

    „Diese Fabrik ist ganz legal. Die Menschen, die nach ihrem Tod dahin gehen wollen, haben vorher einen Vertrag unterschrieben“ [wirklich alle?], sagte eines Tages Angelica Schwall-Düren, parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion (nov. 98 bis Okt. 2002)[der Hartz IV Gesetzgebung], Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für EU-Angelegenheiten (2002 bis 2010), und seit dem 15. Juli 2010 Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Bevollmächtigte des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund. Dies ist wohl ein Beweis dafür, dass das Interesse des Volkes nicht wirklich bei Politikern liegt. Dieses Recycling von alten Menschen verrät die steigende Armut unter den Rentnern und der Gesellschaft insgesamt. …“
    Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_01_25/Deutschland-recycelt-seine-Alten-die-kein-Geld-haben/

    Nach Sanktionen: 55-jährige Frau in ihrer Wohnung verhungert
    http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/20640778,21259780.html
    Ob die auch irgend wo als Seife, Beautycrème oder bei Mc Donalds wieder zum Leben erweckt wird?

  20. Ich habe gesucht und gesucht und gesucht…

    Jetzt endlich konnte ich den ersten guten Artikel zur Anhörung im Petitionsausschuss finden. Er hebt sich deutlich ab vom Einheitsbrei der anderen Artikel und dafür ein „Dankeschön“ an Herrn Benjamin Romberg.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/inge-hannemann-hartz-iv-rebellin-appelliert-an-abgeordnete-1.1915112

    Hier der Einheitsbrei, liest man einen, kennt man alle…

    http://news.feed-reader.net/33597-hannemann.html

    Was ich schon lange mal sagen wollte, schick sieht sie immer aus, die Inge Hannemann, richtig telegen! Ein Kompliment von Frau zu Frau, das darf auch mal sein… 😉

    • Überrascht war ich, als ich die Tagesschau um 20 Uhr schaute. Dort kam tatsächlich ein Bericht über die Sitzung, Inge wurde auch interviewt.

      Ab ca. 11:20 min: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts47324.html

      Am Schluss sagt die Berichterstatterin lapidar:

      „An der Sanktionspraxis ändern, wird sich aber wohl kaum etwas.“

      • @Andreas,

        trotz des letzten Satzes, fand ich es auch sehr bemerkenswert, zumal es auch ein im Verhältnis recht langer Bericht war. Genau das ist es, was ja eigentlich mit dieser Petition bewirkt werden sollte, das nun endlich einmal die Öffentlichkeit mit dieser unmenschlichen Thematik konfrontiert wird.

      • @Andreas

        Danke für den Link. Vorspulen geht nicht, musste mir die 11 Minuten, hauptsächlich dieses Russland-Bashing anhören. Sanktionen sind hoch im Kurs, nicht nur für H4-Empfänger auch für Putin.

        Energetisch gesehen passt das wieder gut zusammen, die Sanktions-Nachrichten (nach-richten) sozusagen.

        Wenn das Endergebnis schon feststeht und durch den MM bereits verkündet wird, das sagt dann mal wieder alles. Ich rechne eher damit, dass es als Kompromiss kleine Zugeständnisse geben wird, neue Regeln für Sanktionen aber keine Abschaffung.

        LG Rosi

        • altona: respekt für den einsatz!
          rosi: russlanf ist keine deutsche ü-50 arbeitslose, die ihren sanktionen ausgeliefert ist, russland ist eine atommacht!sanktionen fürs ablehneen einer maßnahme oder eines 1-eurojobs- mehr als problematisch!

          • @ribi

            Ich weiß das, aber sage es mal Merkel & Co…. 🙂

            In beiden Fällen wird mit solchen Androhungen versucht, den eigenen Willen zu brechen. Die Erziehungsmaßnahmen gegenüber Erwachsenen hat Inge gestern bei der Anhörung auch gut angeprangert.

            Im Falle Russlands kann der Schuss schnell nach hinten losgehen, z. B. wenn der Gashahn abgedreht wird.

      • @Andreas,

        wenn du nicht so viel Werbung zum Nichtwählen gemacht hättest, sähen die Stimmenverhältnisse im Bundestach ganz anders aus. Oder?

        😉

  21. Ich war damals doch sehr skeptisch über Frau Hannemann, wollte auch hier erst überhaupt nichts schreiben. Hab dann immer beobachtet und mich dann doch entschlossen ab und zu zu kommentieren.
    Das ist nun schon eine weile her und ich finde nicht, das Frau Hannemann sich nur als Selbstdarsteller hinstellen möchte, wie zb Hannemann-Watch oder andere behaupten.

    Ich fand Inge Hannemanns Rede im Bundestag sehr gut! Ehrlich gesagt fand ich dagegen die älteren Interwievs usw. nie so besonders gelungen, es ging eher immer um das Thema drumherum. Nie direkt. Auch von der Ausstrahlung wirkte sie bei mir immer etwas unsicher und holprig. Von daher war ich schon positiv überrascht. Ich dachte im Vorfeld: Mann mann, wenn Frau Hannemann dort auch soverunsichert und „unvorbereitet“ rüberkommt, dann gute Nacht. Dem war zum Glück nicht so!
    Einziger Kritikpunkt wäre, die fehlende Erwähnung, das im Grundgesetz (wurde zum Glück erwähnt), eine frei gewählte Arbeit für jeden Bürger gleich fest geschrieben steht und das eine Sanktion (unter anderem) deshalb auch Zwang zu einer eben nicht frei gewählten Stelle bedeutet.

    Frau Lösekrug argumentierte nur langweilig und zäh mit den Argumenten des SGB. Auf das Bundesverfassungsgerichts Urteil reagierte sie gar nicht, höchstens mit der Erwähnung der „Lebensmittelgutscheine“, die jedoch nicht die Teilhabe am gesellschaftlichen-politischen Leben usw, beinhalten / beinhalten können und diese demzufolge nicht bei einer Sanktion ausgleichen / nicht ausgleichen können….zudem sie erbettelt werden müssen (kann / ermessens Leistung).
    Wie das unterschrittene Existenzminimum ihrer meinung nach dann gewährleistet sei, verriet sie leider nicht. Im Grunde zeigte sie, genau das denken der Mehrheit der Politiker. Ohne Emphatie usw.
    Sehr Oberflächlich, auch wenn man versucht, unvoreingenommen an die Reden im Bundestag heran zu gehen, Meinungen sind ja immer verschieden.

    Fazit: Frau Hannemann hat es diesmal recht gut gemacht, in der kurzen Zeit war fast alles drin, was zu der Argumentation gegen Sanktionen gehört.
    In wie weit der Bundestag dann reagieren wird ist fraglich, ich persönlich denke: Gar nicht (lasse mich aber gern eines besseren belehren), immerhin sind Verschärfungen in Hartz IV geplant.
    Meine Meinung.

    • andi: 3 monate nur mit lebensmittelgutscheinen, also nicht nur z.b. 2 wochen, kann nicht human und gerecht sein, der staat hat den verhältnismässigkeitsgrundsatz zu beachten!eine maßnahme ist keine arbeit, da sollte nicht sanktioniert werden!

      • @ribi….sag ich doch. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz weicht hier allerdings dem: „dem Steuerzahler nicht zu zumuten – Argument“.

        • andi: grundrechte und die einhaltung des verhältnimässigkeitsgrundstzes gilt, wird er nicht ienghalten, stimmt was nicht! du weißt, ich unterscheide mich hier von anderen kritikern, mir geht es vor allem um maßnahmen!!

  22. Für diejenigen, die heute die Live-Übertragung nicht sehen konnten:

  23. Ich habe heute im Parlamentsfernsehen zugeschaut. Frau Hannemann war nicht nur großartig, sondern sowas von souverän und überzeugend. Das die Dame vom BMAS behauptet das alle eine Krankenkasse haben ist ein Skandal. Auch wird hier überhört, das viele Menschen vor einem Suizid stehen!!!

    Und dann sagt die Dame ständig wir arbeiten dran!! Wielange gibt es die Agenda????

    Da hätte der ganze Ausschuss aufhorchen müssen. Stattdessen wird weiter gelogen, die Urteile des BfG ignoriert und auf die Behördensprache Wert gelegt.

    Herr Neskovic durfte wohl nicht reden. Aber Frau Hannemann hat das auch ohne ihn überzeugend rüber gebracht und erklärt.

    Klar sind die BA und die BMAS von sich selbstherrlich überzeugt das Gesetze brechen normal ist.
    Vielleicht sollten wir alle auffordern, das sich jeder meldet der keine Krankenkasse mehr hat, das jeder der nur noch einen Suizid als Lösung sieht sich sofort bei Frau Hannemann meldet!!
    Das sich jeder meldet der in eine sinnlose Maßnahme gesteckt wurde, nur damit die BA ihre „saubere“ Statistik vorweisen kann.

    Diese Tonnen an Papier schicken wir dann nach Berlin, vorher die Medien informiert.
    Irgendwann müssen die Lügner Eingeständnisse machen.

    Wir alle sind aufgefordert weiter zu machen. Dieser Block wird von unheimlich vielen Journalisten aus dem Ausland gelesen, Dort hat man längst erkannt mit welchem Betrug das Wirtschaftswunder verkauft wird.

    So eine kurze Zeit, wo es doch um das Schicksal von 6 MIO Menschen geht ist skandalös.
    Also weiter machen Leute, verbreitet euer Wissen, jeder kann helfen den Betrug Agenda 2010 zu widerlegen.

    Und Sie Frau Hannemann, nutzen Sie ihre unheimlichen Kontakte zu Politikern und Journalsten im europäischen Ausland, klären Sie bitte weiter auf was sich die Politik inn diesem Staat in Sachen Menschenrechte erlaubt!!!

    Ich danke Ihnen sehr!!

  24. Damit wird erneut sehr deutlich, wie wichtig die Petition ist, die nächste Woche in der öffentlichen Anhörung
    des Petitionsausschuss Thema ist.

  25. Liebe Inge,

    meinen absoluten Respekt für Deine hervorragende Art, die gesamte Problematik so kurz und zutreffend behandelt zu haben!
    Die Äußerungen von Frau Lösekrug-Möller (SPD) zeigen eindeutig, dass diese Frau von der tatsächlichen Praxis nicht die geringste Ahnung hat und nicht einmal die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes richtig
    zu beurteilen vermag, sondern immer noch (fälschlicherweise) davon ausgeht, Sanktionen würden nicht dem Grundgesetz widersprechen.
    Diese Frau sollten unser aller Aufmerksamkeit bekommen und mit konkreten Fallbeispielen „zugepflastert“ werden, damit sie endlich mal von den vielen Rechtsbeugungen der Jobcenter erfährt.
    Bemerkenswert fand ich auch Deine kurze, überschlägige Berechnung (die zudem viel zu niedrig ausgefallen sein dürfte 😉 ), was allein an Verwaltungskosten für die Bearbeitung der Sanktionen verschleudert wird (10 Mio. €!), von denen rund 50% ohnehin als rechtswidrig beurteilt wurden.

    Interessant, dass gerade von den Abgeordneten der Grünen Fragen gestellt wurden, die deren ursprüngliche Einstellung und Befürwortung der „Adenda 2010“ nun wohl doch ernsthaft anzweifeln lässt.

    D A N K E !
    Ich finde, besser hätte es wohl kaum in diesem Rahmen vorgebracht werden können und ich bin
    zuversichtlich, dass die Diskussionen über die Thematik „Sanktionen“ wohl endlich wieder den richtigen Fokus finden werden.

    • Würde man von den Äußerungen her raten, man käme auf Union – oder falls es denn möglich wäre, auf AfD, FDP oder NPD. Die Selbstherrlichkeit allein, als sie behauptete, man würde sich an die Vorgaben des BVerG halten, obwohl es eindeutig ist, dass man genau das nicht macht…

      Zudem fiel auf, dass Sie sich letztlich irgend etwas hat zusammenschreiben lassen, ohne tatsächlich Ahnung zu haben.

      Die angesetzte Zeit ist auch viel zu wenig. Wenn man bedenkt, wie wenig Petitionen es schaffen, so könnte und müsste man sich weit mehr Zeit dafür nehmen und auch gleich Experten zu Wort kommen lassen.

      Man sah ja z.B: Herrn Nešković hinter Frau Hannemann sitzen, der einiges hätte sagen können (und wollen?) zu der Verfassungskonformität des SGB 2 und der Sanktionen.

      Bis heute ist es mir ohnehin völlig unbegreiflich, wie die Volksdiener einfach verfassungswidrige Gesetze beschließen können und sich das Volk erst jahrelang nach oben klagen muss, wonach es dann meist durch ein weiteres verfassungswidriges Gesetz ersetzt wird. Das ist Diktatur in anderem Gewandt. Man wird zwar nicht eingesperrt, wenn man Widerworte gibt, aber bringen tut es trotzdem nichts.

      Ich bin gespannt, was aus all dem noch wird, wenn selbst die SPD derart verfassungs- und menschenfeindlich argumentiert. Wirklich vertrauen kann man derzeit nur der LINKEN, aber die sind ja selbst zu schwach.

      • @syinphyin…..Also ehrlich…Herrn Nešković saß da, richtig, da saßen aber auch noch viele weitere hunderte Leute, wenn da jeder dazu etwas gesagt hätte, würde die Diskussionsrunde nächstes Jahr noch anhalten.
        Bitte nicht vergessen: Frau Hannemann hatte eine Anhörung, nicht Herr Nešković.

    • Das waren die Totschlagsargumente der Gegenparte(Frau L.-Möller).Sie hat den Petitionsausschuß wertvolle Redezeit von Frau Hannemann gestohlen.Das war wohl so gewollt.

    • Ich schließe mich Deinen Worten an, Tanguero. Meine Freundin und ich haben die Sitzung im Parlaments-Fernsehen verfolgt.

      Inge, Du hast Herz und Sachverstand zu diesem wichtigen Thema. Man merkte Dir eine gewisse Nervosität an, aber das ist verständlich und natürlich völlig in Ordnung.

      Ich war auch gespannt, ob Du die Urteile des Bundesverfassungsgerichts erwähnst, ich hatte es gehofft, und hat ja auch geklappt. 🙂
      Es ist wirklich erstaunlich, wie man als Politiker immer noch der Meinung sein kann, man würde mit der Sanktionspraxis ja gar nicht gegen das GG verstossen…

      Auf jeden Fall, Inge, hast Du das richtig gut und kompetent gemacht.

      • Also was die Verfassungsmässigkeit des Regelsatzes angeht ist folgendes zu sagen.Mir hat ein Richter bei meiner Klage gegen den Regelsatz vor kurzem erklärt , dass meine Klage nicht erfolgreich sein wird, weil das BSG die Sätze als rechtmässig angesehen hat und das Bundesverfassungsgericht ja auch schon Verfassungsbeschwerde um den Regelsatz nicht zur Entscheidung angenommen hat
        Mein Einwand das ja die Vorlage des SG Berlin beim Bundesverfassungsgericht liegt wurde so erklärt , dass das Bundesverfassungsgericht verpflichtet ist Vorlagen anzunehmen wenn sie den formellen Vorgaben entsprechen und zwar unabhängig erst einmal davon ob die anschließend abgelehnt wird oder nicht während bei der Entscheidung einer verfassungsbeschwerde ,ob die anzunehmen ist oder nicht sofort diese Verfassungsmässigkeit geprüft wird

        • @Else,

          wie der Richter (wie viele andere) doch irrt. Das Bundesverfassungsgericht wird dazu ein Urteil fällen
          (wann auch immer es geschieht).
          Gerade das Bundessozialgericht hat sich mit Urteilen hervorgetan, die weder mit Gesetzen verankert
          sind, noch dessen Kompetenz (Verfassungsmäßigkeit) entspricht, so dass viele Urteile eigentlich von einer höheren (und kompetenteren) Instanz überprüft werden müssten.

    • @Tanguero
      Tanguero: „Die Äußerungen von Frau Lösekrug-Möller (SPD) zeigen eindeutig, dass diese Frau … nicht die geringste Ahnung hat …“

      Ich glaube die Dame hat schon Ahnung wie es in der menschenverachtenden Sozialpolitik aussieht. Aber wenn eine Inge Hannemann auftritt dann spielt man eben nach den Regeln der Politik. Diese Spielregeln lauten: „Wir tun erst einmal so als ob wir davon noch nie etwas gehört haben und anschließend wissen wir alles besser.“

      Tanguero: „… damit sie endlich mal von den vielen Rechtsbeugungen der Jobcenter erfährt.“

      Warum sollte Frau Lösekrug-Möller (SPD) davon keine Kenntnis haben? (siehe oben: Spielregeln)

      Keine Frage, Frau Hannemann hat sich gut geschlagen, aber wenn das Urteil von vornherein feststeht, dann kann man argumentieren so viel man will, es wird nichts bringen. Diese Politiker (ist Politik eigentlich ein anderes Wort für Volksverdummung?) haben erkannt, dass die Sanktionen ein probates Mittel sind um 6 Millionen Hartz-IV-Menschen in Angst und Schrecken versetzen zu können. Warum sollte man also dieses gute Instrument „Sanktion“ aufgeben? Ein Mensch der Angst hat, den kann man doch schließlich besser lenken als ein Mensch der ohne Furcht agiert.

      Es wird doch immer deutlicher, dass die SPD nur noch eine rot angemalte CDU ist. CDU oder SPD, wer sieht da noch einen großen Unterschied?

      • @Ingo,

        „Ein Mensch der Angst hat, den kann man doch schließlich besser lenken als ein Mensch der ohne Furcht agiert. “
        Da wir so gut wie nichts mehr zu verlieren haben, muss ich dieser Aussage widersprechen.
        Je mehr Druck von Seiten des Jobcenters ausgeht, desto größer wird auch mein Gegendruck
        (Klagen, Petitionen, Strafanzeigen, etc,., etc.)
        Zudem ist dies sogar ein physikalisches Grundgesetz 😉

        • Actio = Reactio (Newton III) funktioniert in der Physik, aber im realen Leben ist eine Kraft meistens die dominierende Kraft. Momentan ist es die von der herrschenden Politik. Mal davon abgesehen, bringt Actio = Reactio nur einen Stillstand.
          Solange die Betroffenen sich nicht solidarisieren und ihre Kraft bündeln, solange wird sich auch nichts ändern.
          Ich habe dich aber verstanden und viele Klagen sind sicherlich auch ein Stachel in dem Fleisch der BA um sie Mürbe zu machen. Wer sich alles gefallen lässt, der hat schon verloren. Leider haben nicht alle Hartz-IV-Menschen die Kraft sich zu wehren, und damit rechnen die Politiker, die BA und natürlich auch die kleinen Vasallen in den Jobcentern. „Ein Mensch der Angst hat, den kann man besser lenken als ein Mensch der ohne Furcht agiert.“ ist genau der Grund weshalb dieses System immer noch funktioniert. Das Du und ich diese Kraft haben, heißt nicht, dass die restlichen 5,999998 Millionen Hartzer auch diese Kraft aufbringen. Wenn nur 5% der Hartz-IV-Betroffenen morgen vor dem Reichstagsgebäude stehen (auf dem Rasen ist sicherlich genügend Platz), dann wäre der Spuk Hartz-IV sicherlich zu Ende. Ob dieser „Morgen stehen wir vor dem Reichstag“ einmal eintreten wird? Wir alle lassen Frau Hannemann für uns kämpfen, aber selbst sind wir in einer Lethargie gefangen. Wir schreiben hier schöne Kommentare, aber was bringt es wenn sich hier einige Leute aufregen? Mir kommt es manchmal so vor, wie in einem Seminar für angehende Germanisten, die sich gegenseitig auf die Schultern klopfen weil sie Kafka so schön interpretiert haben. Da wir es hier sogar mit einer kafkaesken Behörde (BA) zu tun haben ist dieser Vergleich sogar gelungen (-;
          Ohne die breite Masse, die endlich aufbegehrt, ist das hier aber alles nur ein Diskurs ohne einen Wert. Ich nehme mich da auch gar nicht aus, denn wenn ich meine Kommentare lese, dann ergehe ich mich immer mehr in Ironie und Sarkasmen, aber bringen tut das letztendlich alles nichts.
          Wie gesagt, ohne die breite Masse ist das alles nur ein Kampf gegen Windmühlen und wir sind alle Don Quijote.

          • @Ingo,

            leider muss ich Dir diesmal zustimmen.
            Solange die Solidarität, insbesondere zwischen (Noch)Nichtbetroffenen und ALG II-Empfängern fast gänzlich fehlt, wird sich wenig tun.
            ABER: Allein die Berichterstattung darüber könnte dies ändern (was ich jedenfalls hoffe), denn nach wie vor besteht das Hauptproblem darin, dass die Meisten (selbst unter den Hartz IV-Empfängern) so gut wie gar nichts darüber wissen, zu was die Sanktionen führen und das ein Großteil davon sogar von den Sozialgerichten als rechtswidrig abgewiesen wurden, bzw, Vergleiche herbeigeführt wurden.
            .

      • Genau so sehe ich das auch. Die wissen alle davon. Umso erschreckender ist es festzustellen, wie die rhetorisch und mit einem Lächeln über die Leichen der Vergangenheit hinwegsehen. Nur, wenn die jetzt
        einlenken und die Sanktionen wegen Menschenverachtung abschaffen würden, wäre erstmal eine Entschuldigung und danach eine Aufarbeitung fällig. Und genau das will man nicht um sich nicht selbst zu belasten und seine Schuld an den Verberchen der Menschlichkeit einzugestehen. Das müssen dann die machen, die nach deren Sintflut kommen. Ist das alles ekelhaft!

    • @.Tanguero

      Dem kann ich mich nur anschließen, jeder wirklich jeder konnte verstehen worum es hier ging! So wirklich interessiert es die Hartz IV Verantwortlichen aber nicht.
      Warum auch?
      Die erhöhen sich lieber die Diäten, machen weiter so und nennen sich christlich.
      Sie tun so als ob das alles eine Lappalie ist.
      Deshalb bin ich froh das alles so in die Öffentlichkeit geraten ist!!
      Wann bewegen sich die Hartz IV Betroffenen endlich, ein guter Anfang ist durch Inge gemacht??
      Gegen jeden Bescheid muss Widerspruch eingelegt werden, gegen jede Sanktion geklagt werden usw.usw.
      Wollen Betroffene weiter alles so hinnehmen, weiter zur Suppenküche gehen??

    • @Tanguero & all

      soweit ist ja alles gesagt. In der knapp bemessenen Zeit wurden alle wichtigen Fakten angerissen und teilweise auch ausführlich dargelegt.

      An einer Stelle musste ich über Inges prompte Antwort lachen. Auf die Frage, warum werden Arbeitsstellen abgelehnt, kam sehr trocken die Antwort, wegen der Intelligenz. (prekäre Arbeitsstellen/ 5 € Stundenlohn)

      Das war echt „cool“!

      • Hehe, stimmt, coole Antwort, gleichzeitig auch provozierend, dennoch richtig. 😉

        Inge sagte auch so nebenbei einen schönen und wichtigen Satz: „Menschen sind mehr als Essen…“

        Dabei ging es um die kulturelle Teilhabe am Leben etc.

      • @Rosi,

        stimmt, „… wegen der Intelligenz.“ :=)

        bloßstellende Antwort auf verräterisch dumme Fragen. 😉

        (y) oder so

    • Ich schließe mich hier dem DANK an INGE HANNEMANN an. Mußte bis jetzt auf Presseberichte zur Petition zurückgreifen. Die Nachricht wurde z. B. in der ARD in 20 Uhr Nachrichten ausführlicher behandelt. Hätte das einer am Beginn der Stimmensammlung zur Petition geglaubt? Natürlich kam wieder der übliche Verweis auf den „Willen“ des Steuerzahlers als Gegenargument zu den Sanktionen… Und was ist dann mit den ERgebnissen der Prüfungen des Bundesrechnungshofes?
      Ich bin sehr gespannt, näheres zu erfahren.

    • @Tanguero,

      da du schon die richtigen Worte gefunden hast, hänge ich mich einfach mal bei dir mit ran. 😉
      Nein ernsthaft:

      Vielen Dank Inge !

      Die LöMö behauptet einfach frisch von der Leber, dass 100% sanktionierte Anspruch auf Krankenversicherung haben, obwohl Inge klar dargestellt hat, dass dem nicht so ist.

      Außerdem setzte sie sich mit einem Satz so einfach über die von Inge im Detail auseinandergelegten Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur Nichtverfügbarkeit des Existenzminimums hinweg. „Wir halten das ein“, war sinngemäß ihre einzige lapidare Aussage.

      Wenn man ihre Vita auf WP mal so liest, kann einem schlecht werden, ist sie doch selbst Sozialpädagogin, und organisiert sich im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche. Aber Menschen in den Tod schicken, will sie, kann sie, und will das mal vorwiegend „von der anderen Seite betrachtet wissen“. Solche Frauen an den Schnittpunkten der Macht halte „ich“ für hochgradig gemeingefährlich…

      Grüße,
      H.-W.

      • @H.-W.,

        ich habe ihr gestern folgende Mail gesandt:
        Sehr geehrte Frau Lösekrug-Möller,

        Ihre Aussagen in der heutigen Anhörung zu der Petition zeigen, dass Sie offenbar von der täglichen Praxis in den Jobcenter nicht die geringste Ahnung zu haben scheinen. Ich empfehle Ihnen daher dringend, sich auch einmal mit meiner Petition (Pet 4-17-11-2003-051890), die vielleicht demnächst im Petitionsausschuss behandelt wird, zu beschäftigen.
        Ebenso sollten Sie sich einmal über folgenden Link über die, nach wie vor als verfassungswidrig geltenden, Sanktionen und deren rechtliche Betrachtungsweise informieren:
        http://www.freitag.de/autoren/gebe/warum-hartz-iv-verfassungswidrig-ist

        Gern stehe ich Ihnen mit weiteren Informationen zur Verfügung und bin gespannt auf Ihre Reaktion.

        Mit freundlichen Grüßen

    • tangu: spd= arbeitsagentur, was erwartest du? spd= maßnahmenterror bei gleichzeitigem verständnis für bestimmte junge männer und deren verhalten!

  26. „Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“

    Bertolt Brecht 

    HARTZ-IV HUNGERTOD!

    http://www.soziales-zentrum-hoexter.de/mahnwache-f%C3%BCr-alle-hartz-iv-opfer/

    Suizide Erwerbslose 20fach

    Debatte über Hartz IV verletzt arme Menschen

    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/8697567.htm

  27. Wünsche Frau Hannemann morgen im Bundestag viel Erfolg .Bitte liebe Inge spreche doch ,auch wenn es möglich ist ,die Verstorbende im Hartz 4 Bezug an.
    Hoffentlich sind genug Leute vor Ort ,um Solidarität zu zeigen ? Sonst haben wir bald Zustände wie in Griechenland ! Dies wollen wir doch alle vermeiden !

  28. Ich wünsche Inge Hannemann gutes Gelingen morgen, eine faire, sachliche Auseinandersetzung frei von Aggressoren und Provokation.

    • Dem schließe ich mich an.

      Laut Ralph Boes kann man die Sitzung um 12 Uhr live sehen, oder hinterher als Video:

      http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp

    • Danke, das wünsche ich uns allen!

      • Die Folgen von Sanktionen kann man übrigens hier bejubeln:

        Nach Sanktionen: 55-jährige Frau in ihrer Wohnung verhungert
        http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/20640778,21259780.html

        Die Sanktionen und die Willkür wurde von BVG bereits einmal verurteilt, dieses trifft fast 1:1 auf Hartz IV zu:
        vgl. http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html Rn. 126 – 144

        Sanktionen: Die BVG – Richter beschreiben die neue BRD
        BVerfGE 5, 85 – KPD-Verbot
        Rn. 241 –
        „… für äußerste Fälle der Staatsgefährdung werden gegenüber den verantwortlichen Personen die – Sanktionen – des Strafrechts bereitgehalten. …“
        Das kann ja beim Exportweltmeister unter Hartz IV kaum der Fall sein.

        Wenn Menschen massenhaft aus ihren Jobs gedrängt und gemobbt werden, für die ökonomische Todsünde der Gier und es fehlen faktisch ca. 7 Mio. Jobs durch Gierige, wo ist den da eine Staatsgefährdung? Genau der umgekehrte Fall entspricht den Tatsachen da Gierige Menschen entlassen und „D-Teile“ unter Zeitdruck; Lohndruck; Leiharbeiter für – AKWs –; Airbus; BMW – VW etc. herstellen lassen.
        Es ist wie im „bv006132“ beschrieben, das die Opfer auch noch mittels Sanktionen, Enteignungen etc. bestraft werden.

      • Sah soeben die Live-Übertragung aus dem Bundestag.
        Ganz hervorragend gemacht! Vielen Dank, liebe Inge Hannemann!!!

        Die Staatssekretärin, die neben Kersten Steinke saß, sollte sich wohl
        nochmal mit unserem Grundgesetz beschäftigen.

  29. Hi,

    ich wünsche allen am Mo in Berlin Anwesenden und Inge viel viel Glück und frohes Gelingen.

    Haut dort mal ordentlich „auf die Pauke“!

    Mir selbst tut es außerordentlich Leid, dass ich diesesmal nicht dabei sein kann, auch, um mal so einige bekannte Namen von uns als reale Personen kennen zu lernen, werde das aber alles mehr oder weniger Live mitvervolgen, so gut ich kann.

    Ich halte euch, uns, allen in unserem Sinne Aktiven dort ganz dick die Daumen!!

    Liebe Grüße,
    viel Glück,

    H.-W.

  30. Hier Frau Hannemann,
    können Sie ja ausdrucken und diesen Herrschaften am 17. März vorlesen:

    „Arbeitslosigkeit: ein Elend mit tödlichem Ausgang für Opfer und einer Prämie für Täter | Der Nachrichtenspiegel

    Die neue Qualität unserer “demokratischen” Zeit? 150 Jahre nach der Gründung der ersten Versicherungen wird die Arbeitslosenversicherung zum Instrument der physischen (und psychischen) Vernichtung der Arbeitslosen.
    Allerdings … werden die leise entsorgt.“

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2014/03/10/arbeitslosigkeit-ein-elend-mit-toedlichem-ausgang-fuer-opfer-und-einer-praemie-fuer-taeter/

  31. Immer mehr Hartz IV Sanktionen:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-hartz-iv-sanktionen-90016015.php

    Damit wird erneut sehr deutlich, wie wichtig die Petition ist, die nächste Woche in der öffentlichen Anhörung
    des Petitionsausschuss Thema ist.

    • Beachtenswert ist, dass nun bereits ein weiterer Sender (neben dem NDR,wenn auch regional) darüber berichtet und sogar ein Einzelinterview ausstrahlt.

  32. Jobcenter Berlin Charlottenburg : Jobcenter sammelt Spritze ….. Hartz 4 Empfänger sollen die Drogenspitze wegräumen : http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-charlottenburg-wilmersdorf/artikel/37370-jobcenter-sammelt-spritzen/#ixzz2veJL1IAO

    Und dürfen sich dann mit HIV infizieren ? Wie Menschenverachtend ! Was soll der Dreck ? Nur weil man keine Erwebsarbeit hast ,ist man kein Freiwild hier für den lügen und betrügen Staat !

  33. Waz : Arbeitsvermittler soll Arge -Kundinnen seinen Penis gezeigt haben .Zwar ein alter Artikel . http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-siegen-kreuztal-netphen-hilchenbach-und-freudenberg/arbeitsvermittler-soll-arge-kundinnen-seinen-penis-gezeigt-haben-id8572496.html Da siehts man aber in was für eine kranke Gesellschaft leben .Man fragt sich ob der Arbeitsvermittler es so nötig gehabt hatte ?
    Sexuelle belästigung nennt man sowas !

    Wie weit soll das eigentlich noch gehen ?

    • Ein Grund mehr, weshalb Beistände so wichtig geworden sind…(und in meinem Fall hab ich damit auch eine Erklärung, warum bei jeder Ladung mein Beistand seinen Personalausweis zeigen soll…wird natürlich begründet nicht gezeigt, dann kommt verlassen sie den Raum…bla bla Hausrecht bla bla…) was bin ich froh, dass ich nicht alleine in die Peepshow muss… ^^ Dieser ,,kompotente,, Herr betrachtete anscheinend seine ,,Kundinnen,, als bezahlte Statisten (mit Rechtsfolge) für das ausleben seiner Neigungen Pfui…. Auch wenn der Artikel schon etwas älter ist ich bin mir sicher es sitzen ,,noch,, so einige Wölfe im Schafspelz auf gepolsterten Stühlen (rheusper..SP(e)D(o)…). Wie bereits in einem früheren Treat von Inge erwähnt, nochmal Zitiert ,, Macht ist Sex…,, deshalb fühlen sich auch einige beim verlassen der Jobcenter mehr Vergewaltet, anstatt Beholfen. Sowas sollte in einer, so auf Vorzeige getrimmten Institution niemals, nicht vorkommen ! Mal Quergedacht, wenn die Frauen durch den Schock aus Angst, Scham usw. ohne Gegenwehr künftige Ladungen hätten verstreichen lassen, hätten doch die Sanktionen voll gegriffen und schon wird die sadistische Seite wieder gefüttert. Ein Problem ist dabei vermutlich, dass einige in den Centern denken ,, mir kann nichts passieren, wer glaubt schon einem Hartzer,,. Ich kann jedem nur raten die bekannten 10 Gebote beim Betreten eines Jobcenters zu verinnerlichen, damit sich soetwas nicht im stillen wiederholt. Ob Belästigung, Beleidigung, Nötigung… Wehrt euch dagegen, denn unser Schweigen ist deren Macht !

  34. Guter Beitrag auf dem Blogg von Marcel Kallwass.

    „Interessant ist jedoch, dass das Jobcenter Mecklenburg Vorpommern, an anderer Stelle sehr großzügig gegenüber Frauen die von Hartz IV leben müssen ist. Seit 01. November muss die „Pille“ nicht mehr vom kargen Regelsatz bezahlt werden. Um Geburten armer Kinder zu verhindern, dafür hat dieser repressive Staat Mittel! Ein Leben in Würde für arme Kinder, dafür reicht es dann aber nicht! 500.000 Euro werden bereitgestellt durch das Land, um Geburten von „armen Kindern“ zu verhindern!“

    Momentan sind also genügend Sklaven in Deutschland vorhanden, die jede Drecksarbeit für einige Euros machen. In einer Welt voller Computer, Automaten und Roboter, die keine Löhne und keinen Urlaub verlangen, benötigt man nur noch wenige echte Menschen für einige Jobs, die Maschinen momentan noch nicht bewältigen können.
    Damit das mit den Sozialschmarotzer nicht überhand nimmt, möchte der Staat jetzt also schon eine Geburtenregelung für arme und überflüssige Fresser.

    Wäre es aber nicht noch sicherer anstatt die Pille zu bezahlen, wenn der Staat in das Sozialgesetzbuch hineinschreiben lässt, dass sich Frauen aus den unteren Schichten, die auch noch frecherweise Hartz-IV beziehen, die Eileiter abbinden lassen müssen?

    Was hätte die Frauenrechtlerin Clara Zetkin zu diesem Staat gesagt?

  35. Den Glückwünschen für Inge kann ich mich nur anschließen, und wünsche zu jeder Zeit viel Gesundheit und Schaffenskraft!

  36. Anhörung zur Petition gegen Hartz IV Sanktionen:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/anhoerung-zur-petition-gegen-hartz-iv-sanktionen-90016013.php
    „Am 17. März findet um 12 Uhr eine öffentliche Anhörung im Europasaal im Paul-Löbe-Haus statt.

    • Gerade Frauen sind noch stärker von einer 100% Sanktion betroffen, denn Frauen haben es noch
      schwerer auf der Strasse ohne feste Unterkunft und Krankenversicherung zu überleben.
      Was für eine menschen verachtende und gewissenlose Gesinnung müssen explizit Jobcenter Mitarbeiterinnen besitzen, die insbesondere Frauen sanktionieren.
      Diese Jobcenter Mitarbeiterinnen nehmen mutmaßlich in Kauf, das Menschen auf der Straße sterben oder Suizid begehen.

  37. Eine feministische Dankesrede für den Sonderpreis der Partei DIE LINKE! (*) Mir war bisher noch nicht aufgefallen, dass die Blogbetreiberin sich explizit für Frauenfragen engagiert.

    Wünschen wir, dass der Preis seiner Trägerin Kraft und Stärke verleiht, die sie im Einsatz für ein menschenwürdiges Sozialsystem in die Waagschale werfen kann. (**)

    Herzlichen Glückwunsch, Frau Hannemann. Sie sind ohne Zweifel preiswürdig. Machen Sie weiter so!

    (*) Laudatio von Katja Kipping:

    katja-kipping.de/de/article/774.sonderpreis-der-partei-die-linke-an-inge-hannemann.html

    (**) Dabei kann sie jetzt nach Herzenslust Räuber und Gendarm spielen, mit Weise, Alt und den anderen Sozialverbrechern.

    Hier noch ein paar Informationen zum Mythos Gehaltslücke:

    sueddeutsche.de/karriere/ungleiche-bezahlung-frauen-wollen-es-nicht-anders-1.970388

    sueddeutsche.de/karriere/maenner-und-frauen-gehaltsunterschied-von-wegen-benachteiligt-1.1021530

    iwkoeln.de/en/infodienste/iwd/archiv/beitrag/diskriminierung-der-skandal-faellt-aus-101808

  38. Es passt jetzt nicht gerade perfekt zum Thema, aber ich weiß nicht, ob bis 17.3. noch ein andere Beitrag kommt.

    Ich habe vor Kurzem etwas erfahren, was mich doch arg und negativ überrascht hat, nämlich die Information, dass die sogenannten Maßnahmen des Jobcenters im voraus eingekauft werden. Soll heißen, die Träger bekommen nicht erst dann Geld, wenn sie einen Gratissklaven bekommen, sondern so oder so. Mit den Maßnahmen werden also die Lager gefüllt und dann kommt von oben der Befehl an die SB: Das muss alles raus.

    Ich weiß nicht, ob das von Bundesland zu Bundesland verschieden gelöst wird, das weiß ich jetzt aus Berlin, aber das ist doch blanker Irrsinn! Das Träger für Lohnsklavenhaltung auch noch Geld erhalten ist ja krank genug, dass das alles aber auch noch im voraus geschieht, d.h. die Träger so oder so ihren Schnitt machen – welcher Wahnsinnige kommt auf sowas?

    Die Info stammt von einem stellvertretenden Teamleiter des Job Centers.

  39. Diesen Blog finde ich toll. Ich möchte deshalb hiermit das Stöckchen zum Blog-Award weitergeben. Wenn Du mitmachst und es weiter gibst, würde ich mich freuen. Ich selbst habe es eben von einer Kollegin bekommen. Mehr Infos, was zu tun ist, findest Du hier:

    http://pferde-tiere-gesundheit-soziales-zeit.blogspot.de/2014/03/blog-award.html

    LG
    Renate

  40. Der ganz alltägliche Hartz 4 Wahnsinn:

    Ich habe aktuell einen 1-€-Job, 30 Std/Woche für 6 Monate, abgelehnt und bin mangels EGV/VA weiterhin sanktionsfrei.

    Der Job erfüllt m. E. nicht die erforderlichen Kriterien, da die Arbeit nicht zusätzlich ist und eher dem Kommerz als der sozialen Allgemeinheit dient. Er wäre selbst bei schlechter Bezahlung mit ca. 1.200 € brutto anzusetzen.

    Da er im erlernten Beruf ist und ich besagte Fa. durch ein Praktikum bereits kenne, vermittelt er mir auch keine neuen Qualifikationen. Arbeitszeit war übrigens mit „flexibel“ angegeben, rund um die Uhr, da freut sich der Mensch!

    Begründung der SB für die Zuweisung:
    „Damit Sie Sie überhaupt mal wieder was tun!“

    Danke, aber ich tue was, ich leiste Widerstand zum Wohle der Allgemeinheit.

    • @Rosi,

      das ist auch wesentlich sinnvoller, als jeder 1€-Job!

    • liebe rosi: unterschreibst du generell keine egv oder nur die zum 1-eurojob nicht?

      • @ribi

        Natürlich unterschreibe ich überhaupt keine EGV.

        Ich habe viele Jahre keine EGV gehabt, immer verweigert und es wurde darauf verzichtet. Dann gab es wohl mehr Druck von oben und auch für mich das erste Mal eine EGV, die ohne meine Zustimmung in einen VA führte und durch Widerspruch zur Klage. Die Klage läuft noch, der VA ist seit Anfang Oktober abgelaufen, eine neue EGV gibt es derzeit noch nicht. Es wurde mir bereits damit gedroht und ich habe darauf eine weitere Klage angekündigt.

        Und ansonsten immer schön fröhlich bleiben, wichtig für die Gesundheit… 🙂

        LG Rosi

    • @Rosi, @Tanquero,
      habe gerade einen 1-Euro-Job angetreten, 20 Std/Woche für 6 Monate. Aufgabe: Vorlesen in KITA`s zur Unterstützung der sprachlichen Entwicklung der Vorschulkinder, insbesondere auch in den benachteiligten Stadtgebieten. Das passte (obwohl als solches für mich neu) bei mir noch in meine vorherigen Tätigkeitsfelder und Qualifikationen. Da bin ich auf Rosis Beitrag besonders aufmerksam geworden. Aber erst einmal:

      Das Rosi den Job abgelehnt hat, halte ich für völlig richtig. Die Schilderung zeigt ja stringent alle Minuspunkte der 1-Euro-Job-Misere auf, von der dieses beschäftigungspolitische Instrument eigentlich ganz durchdrungen ist. Es scheint nur ganz wenige Ausnahmen zu geben, welche die Regel wie von Rosi beschrieben nur bestätigen:

      Rosi: „Der Job erfüllt m. E. nicht die erforderlichen Kriterien, da die Arbeit nicht zusätzlich ist und eher dem Kommerz als der sozialen Allgemeinheit dient.“

      a. Verstecktes kommerzielles Interesse:
      Was dadurch belegt ist, dass die Fa. bekannt ist, die „Betroffene“ also die tatsächlichen Gegebenheiten des Arbeitseinsatzes im 1-Euro-Job einzuschätzen weiß. Frage: Ist das aber auch dem beteiligten Jobcenter bekannt, will man es dort als bekannt wissen? Was ist z. B. mit Arbeitszeiten: „flexibel“?

      b. Passt in die Tendenzen, bzw. Strategien zur Prekarisierung der Lohnarbeit.
      Erstens: Überführung von Lohnarbeit seitens der Unternehmen/Institutionen durch Verlagerung in unsichere, obendrein subventionierte „Beschäftigungsverhältnisse“. Zweitens: Passt zur simplen „Denke“ in den Jobcentern hinsichtlich des „Erhalts“ bzw. der Förderung von Vermittelbarkeit. Nach dem Ausscheiden aus einer Unternehmung soll man prompt dort ein Praktikum oder eben 1-Euro-Job für praktisch nichts annehmen und fördert damit drittens, wie politisch gewollt, die Prekarisierung wie eben genannt.

      Rosi: „Da er im erlernten Beruf ist und ich besagte Fa. durch ein Praktikum bereits kenne, vermittelt er mir auch keine neuen Qualifikationen.“

      c. Kein Qualifikationsgewinn, der die Vermittlungsfähigkeit steigern könnte.
      Im Gegenteil: Durch eine Wiederholung der älteren, noch dazu am alten Platz, wird die Halbwertzeit der Qualifikation auch nicht durch die geplanten 6 Monate gestreckt. Damit widersprechen die Jobcenter ihrem eigenen Ziel. Dort werden wir ja immer darauf hingewiesen, dass wir Erwerbslose veraltete Qualifikationen hätten.

      Rosi, zitiert Äußerung vom Jobcenter: „Damit Sie Sie überhaupt mal wieder was tun!”

      d. Hinter die Fichte führen…
      Was das Zitat als gelesenes nicht vermitteln kann, vermittelt der Kontext, in dem es steht. Es ist egal, ob diese Worte evtl. sogar vom Vermittler/Vermittlerin subjektiv „ermutigend“ gemeint waren, im Sinne von „fangen Sie doch einfach wieder an“ oder ähnlich (ist unwahrscheinlich) oder eher „drohend“ (ist wahrscheinlich): Es wird dabei überhaupt nicht bedacht, dass einfach nur irgend Etwas tun nicht nur nicht hilft, sondern die ganze Sache der Erwerbslosensituation noch verschlimmert. Mit diesem Denken und Vorgehen stellen sich die Jobcenter im Grunde ein Armuts-Arbeitszeugnis in Sachen Beschäftigungspolitik aus. Allerdings muss als Ursache dafür gesehen werden: Siehe oben!

      Fazit: Was da bleibt ist die alte schlimme Geschichte: Maßnahme ansetzen zwecks Statistikbereinigung. Was dazu passt: Bei Beginn meines 1-Euro-Jobs erfuhr ich vom Träger (kein Beschäftigungsträger, Bildungseinrichtung), dass alle Gelder für Fortbildungen während der Zeit in „Arbeitsgelegenheiten“ gestrichen sind! Was dann an Qualifikationseffekten, wenn überhaupt, entstehen kann, muss sich allein aus der Tätigkeit ergeben. Damit dürfte der letzte „Keimling“ zu einer positiveren Entwicklung dieses ansonsten fehlkonstruierten und in der Perspektive der Erwerbslosen mit falschen Zielsetzungen versehenen beschäftigungspolitischen Instruments endgültig abgestorben sein.

      Damit legt eine Beschäftigungspolitik in Hartz IV einmal mehr ihre Karten offen auf den Tisch. Folgt man der Logik der politischen Methode „Kaputt reden, kaputt sparen, kaputt machen“, ist jetzt auch mit diesem Instrument endgültig erreicht, was es arbeitsmarktpolitisch im Grunde zu erreichen galt: Es vollzieht sich genau die zirkuläre Mobilität der Arbeitslosen, die Klaus Dörre u. a. in ihrer empirischen Studie „Bewährungsproben für die Unterschicht“ festgestellt haben: Ein Verbleib entweder gänzlich im System Hartz IV bei ständiger „Scheinaktivierung“, oder bestenfalls ein Wechsel für kurze Zeit in prekäre Beschäftigungsverhältnissen. Also Verbleib der Betroffenen in der gewünschten sozioökonomischen Situation der Prekarität.

      Vor diesem Hintergrund ist Rosis Fazit für uns Erwerbslose viel aussagekräftiger als die beschäftigungspolitischen Strategen glauben mögen. Aber sie ahnen das und versuchen diese Meinung aus der veröffentlichten Meinung heraus zu halten: „Danke, aber ich tue was, ich leiste Widerstand zum Wohle der Allgemeinheit.“

      Logisch, dass ich jetzt darauf eingehen muss, warum ich selbst dann einen 1-Euro-Job angenommen habe. Erst einmal: Aufgrund der eben holzschnittartig gezeigten beschäftigungspolitischen Strukturen, wird es mir mit meinem 1-Euro-Job nicht anders ergehen. Ich werde wie schon immer zuvor da landen wo ich jetzt bin. Da wird keine Maus mehr den prekären Faden abbeißen.

      Der einzige Grund, warum ich es glaube tun zu können, ist der, dass ich es unter den anfangs genannten Bedingungen für mich selber tue. Und selbst der Grund ist unter den genannten strukturellen Bedingungen schwierig genug zu realisieren. Entsprechend unsicher bin ich auch über die Entscheidung. Denn einerseits halte ich mich mit etwas selber lebendig, was ich noch gern tue (weiß nicht ob sich das ändert), andererseits weiß ich auch, dass ich mich im Sinne des oben Gesagten vom Jobcenter und der Beschäftigungspolitik (nicht vom Träger der Maßnahme) benutzen lasse. Da ist der Zwiespalt in Hartz IV für mich.

      Bisher konnte ich 3, in Worten drei, 1-Euro-Jobs, die ich mir selber gesucht habe, für mich nutzen. Das hat mir geholfen, auf den Füßen zu bleiben. Zweimal konnte ich mit den Jobs einer langen, siebenjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit eine formalere Struktur geben. Da waren die 1-Euro-Jobs aber noch relativ neu und man hatte, wie es sein sollte, viel eigenen Spielraum. Beim dritten, der wegen eines Bewilligungszeitraums über einen Jahreswechsel nur vier Monate dauern konnte, konnte ich dann auf eigenen Vorschlag hin eine Studie zum Bildungsverhalten von Migranten und einer ehrenamtlichen Unterstützung dafür schreiben. Was mir gut getan hat, weil ich wissen wollte, ob ich es noch kann (das Studium lag Jahrzehnte zurück).

      Im Hamsterrad bin ich aber geblieben! Nach dem ich es lange geschafft hatte, der Sache aus dem Weg zu gehen, landete ich dann doch in einer sog. 50-Plus-Maßnahme – das deutlichste Minus in meiner Hartz IV-Laufbahn, um anschließen von einem Arbeitsberater gefragt zu werden, ob ich denn nun meinen „Alternativberuf“ gefunden hätte? In den Bewerbungstrainings und Coachings geht es ja auch immer darum, sogenannte alternative Möglichkeiten zu den bisherigen Tätigkeitsfeldern zu finden. Allerdings stehen auch hier die Bedarfe der Erwerbslosen im Widerspruch zu dem der Beschäftigungspolitik in Hartz IV, die eben keine Alternativen für die Erwerbslosen finden will, sondern auf die „Eingliederung“ in den Niedriglohnsektor abzielt. Alternativen suchte ich dann in einer ehrenamtlichen Tätigkeit im sozialen Bereich. Da wollten die mich plötzlich alle haben – war ja auch preiswert. Wobei mir die Tätigkeiten selbst mir wiederum viel gegeben haben. Ich war mit Aufgaben betraut und habe sie erfüllt, für die hätte mich als Langzeitarbeitslosen nie und nimmer irgendein Arbeitgeber fest eingestellt.
      Wiederum war diese – von den Jobcentern ja offiziell propagierte – Suche nach Alternativen für mich selbst sinnvoll. Ich konnte tatsächlich Qualifikation und Erfahrung dazu gewinnen.

      Umgekehrt erlebte ich es trotz wiederholter Anfrage beim Jobcenter nicht ein einziges Mal, dass ich eine qualifizierte Beratung hinsichtlich meiner Tätigkeitsfelder bekam, die mir weiter geholfen hätte. Nicht nur, dass ich dazu selbst eigentlich immer besser informiert war als man es dort war. Informiert zu sein kann man ja von mir erwarten. Vielmehr wurde das, was ich dann an Ideen oder Vorschlägen in die Beratungsgespräche einbringen konnte, ignoriert. So wurden z. B. die Ergebnisse zur weiteren beruflichen Entwicklung aus den zwei in der Tat sehr guten Trainings, an denen ich teilnahm und die nach Schluss der Maßnahme immer von Seiten des Trägers an das JC gehen, dort eigentlich gar nicht zur Kenntnis genommen. Hauptsache Teilnahme formal erfüllt. Kein Gespräch über die Ergebnisse, trotz Anmahnung meinerseits.

      Zum einen hat man es gar nicht verstanden! Man könnte ja meinen, in den JC´s säßen die Arbeitsmarktexperten. Ohne den Beschäftigten dort nahe treten zu wollen, ich habe dort keine getroffen. Ich mag das fast gar nicht sagen aber in den Gesprächen beim JC hat das manchmal schon etwas furchtbar Peinliches, wenn man plötzlich auf der anderen Seite des Bürotisches nur einen ganz leeren Blick wahrnimmt, der sich plötzlich verdunkelt. Denn sowas provoziert. Denn zum anderen braucht man sich auf Grund der gegebenen Machverhältnisse mit diesem Defizit seitens des JC´s gar nicht auseinandersetzen. Vielmehr sieht sich ein Beschäftigter dort zu leicht persönlich brüskiert und dann geht es natürlich los mit dem verbalen Gerangel. Dabei weiß eigentlich jeder vernünftige Mensch, dass niemand alles und das sofort wissen kann. Man hielt es in den allermeisten Fällen schlichtweg nicht für nötig, sich mit mir darüber zu verständigen. Irgendetwas wie einen „Qualifizierungsplan“ als gemeinsame Linie konnte gar nicht entstehen.

      Nach jetzt zehn Jahren ist der Stand der Dinge jetzt in zweierlei Hinsicht der: Erstens kann laut Auskunft des JC, das Computerprogramm, welches die Suchläufe zum Abgleich der Bewerberprofile mit den Stellenangeboten vornimmt, mein Bewerberprofil nicht erfassen. Die entsprechenden Merkmale zum Abbilden meines Profils ließen sich dort nicht finden! Das heißt, ich existiere beruflich praktisch nicht! Wobei, das muss der Fairness halber gesagt werden, die Auskunft wurde mir mit dem ehrlichen Bedauern und einem verstohlenen Kopfschütteln seitens der Auskunft gebenden Person übermittelt. Klar wissen die Beschäftigten dort an der Basis, was wirklich los ist. Zweitens bestätigt sich ein weiterer empirischer Befund, den nicht allein die Studie „Bewährungsproben für die Unterschicht erbringt. Qualifizierungserfolge (undVermittlungserfolge) für den jeweils betroffenen Erwerbslosen, realisieren sich nicht mit, im Zusammenwirken mit den JC`s, sondern entstehen quasi trotzdem und in Auseinandersetzung gegen sie. Für uns Erwerbslose im Grunde genommen ein alter Hut. Aber die methodisch korrekt gewonnenen Ergebnisse der Studien lassen jetzt den Verweis auf den berühmten „Einzelfall“ nicht mehr zu. Diese Misere ist nachgewiesener Maßen der real existierende Dauerzustand. Grund dafür siehe oben.

      Man sieht: Individuell bleibt ein Zwiespalt in Bezug auf JC-Maßnahmen: Soll man da „mitmachen“, wo man was braucht vom Maßnahmen-Rummel oder auf Grund der Situation soweit verweigern wie möglich? Ich weiß es nicht. Die Sache bleibt so fies wie sie ist: So lange es das eigentliche Ziel von Hartz IV ist, einen Niedriglohnsektor aufzubauen, solange wird jedes beschäftigungspolitische Instrument in diesem Rahmen im Grunde genommen darauf hin konstruiert sein müssen, keinen Erfolge für die Betroffenen zu erzielen! Ich kenne tatsächlich kein beschäftigungspolitisches Instrument in Hartz IV, das nach einiger Zeit von der Politik nicht wieder weggespart worden wäre – also eben nicht im Sinne der Betroffenen weiter entwickelt worden wäre! Förderung von Selbständigkeit? Qualifizierungsoffensive für Ungelernte? Oder gar die schon von Anfang an im genannten Kontext stehenden „Konzepte“ zur Bürgerarbeit?! Kaputt reden, kaputt sparen, kaputt machen.

      Neben der angesprochenen individuellen Ebene von Entscheidungen innerhalb des Systems Hartz IV, ist für mich die Frage, welche Rolle das in einem politischen Widerstand gegen das System Hartz IV spielen kann. Der Widerspruch zwischen der tatsächlichen „De-Qualifizierungsmaschinerie“ Hartz IV und dem politischen Propagieren des „Erfolgs“ beschäftigungspolitischer Arbeitsmarktinstrumente ist für uns Erwerbslose überdeutlich – und unerträglich. Er zeigt sich am dauernden verändern und basteln an den Instrumenten, bis sie schließlich, bevor ihre Wirkungslosigkeit allzu offenkundig wird, politisch „erfolgreich“ mit eben dem genannten Argument ausgetauscht werden usw.

      In der medialen Öffentlichkeit z. B. wird dieser Widerspruch so gut wie nicht erkannt oder beachtet. Der weit überwiegende Teil der Presseberichte über Hartz IV berichtet über „Einzelschicksale“, knüpft daran aber keine „systemische“ Kritik oder übt sozusagen „funktionale“ Kritik, wenn etwa der Bundesrechnungshof die Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Instrumente kritisiert oder die verschleiernde Wirkung des BA internen Controllings. Es geht, das schafft auch erst mal die kaufwirksamsten Schlagzeilen, eigentlich immer um einen missglückten Einsatz von finanziellen Mitteln als Steuerzahlergeld. Eine mediale Aufklärung darüber, dass es schon aus demokratiepraktischen (und demokratietheoretischen) Erwägungen heraus der helle Wahnsinn ist, dass ein sehr breiter politischer Wille um seines Funktionierens Willen, ein arbeitsmarktpolitisches System erzeugt, dass tatsächlich auf eine gewisse Art durch seinen Dilettantismus funktioniert, findet nicht statt.

      Und also kann es heißen: AVANTI DILETTANTI. Steht noch nicht mal in Aussicht, dass die Misere Hartz IV dann offen zu Tage tritt, wenn dieses System seine „Leistungsfähigkeit“ einmal nicht mehr in Bezug auf eine massenhafte De-Qualifizierung unter Beweis stellen müsste? Wenn also die zu hunderttausenden erhobenen Qualifikationsprofile der Erwerbslosen tatsächlich etwas über deren Berufsbiographie aussagen müssten, um z. B Fachkräfte zu finden? Wenn die computerbasierte Stellensuche (Matching?) tatsächlich Ergebnisse und keinen Matsch-Quatsch liefern müsste? Oder sind die Interessenlagen so, dass selbst dann der Offenbarungseid ausbleiben wird?

      • Hallo M.H.

        du wolltest also sozusagen noch mal „gegenchecken“, dich selbst noch einmal verorten in dieser Gemengelage. Deine subjekiven Erfahrungen sind letztendlich globaler Art und damit für mich von objektiver Natur. Wir befinden uns hier spürbar in einer Endphase der durch den Kapitalismus noch möglichen Akkumulation, und überschreiten bereits deutlich die Grenze zum Inhumanen. Noch lässt sich dieser Zustand in der Öffentlichkeit, vor der Erkenntnis, vor dem Bürger aufs tote Gleis schieben:

        * durch den Stolz des Arbeiters auf seine Arbeit, durch Stigmation dessen, dem die Schuld des versagenden Systems vor diesen auf seine eigenen Schultern geladen werden kann,

        * durch jahrzehntelanges (absichtliches) Heraushalten makroökonomischer elementarer Zusammenhänge zur Funktion unserer Gesellschaft aus den Lehrplänen der Schulen und Vermittlung falschen Inhalts an den Unis erzeugtes gegenständliches Unwissen wirtschaftlichen Grundwissens,

        * durch Disziplinierung ganzer Gemeinden und Länder durch verordnete, gesetzlich festgeschriebene Mangelwirtschaft falschgeleiteter scheinbar unumkehrbarer Steuer- und Sozialpolitik,

        * durch eigennützige Ignoranz von Grenzen unseres ökologischen Systems, Vernichtung von Mensch und Natur, Kriegsführung um alle natürliche Ressourcen, Energien unseres Planeten und der damit einhergehenden Konzentration mandatsloser global zerstörerisch wirkender, irgend eines kategorischen Imperativs entgegen handelnder Machtgebilde

        ist die Erkenntnis:

        Die Ökonomie des Kapitalismus, unseres Systems, hat keinerlei sozialen Auftrag!

        Was übrig bleibt ist, dass soweit als Möglich eine existenzielle grundlegende Illusion des Staatsbürgers aufrecht erhalten bleiben muss, es gäbe ein Bedürfnis nach produktiven, den Menschen dienlichen einkommenssichernden Arbeitsplätzen (Fachkräftemangel), was sich widerspricht, da die heutige „Produktivität“ diese Arbeitsplätze hochgradig unzureichend schafft. Lohnarbeit alter fordistischer Art schafft sich ab.

        Der einzelne Bürger wird sich seine Selbstbestätigung also (wieder) an anderer Stelle suchen müssen. Die Einkommensfrage aus Sicht des Bürgers bleibt zunehmend ungeklärt, aus Sicht der Besitzenden schafft sie die notwendigen Abhängigkeiten. Allerdings zunehmend nicht kompatibel mit der Form unseres strukturellen Zusammenlebens der Massen, nicht selbstversorgerisch in Ballungsgebieten leben zu müssen.

        Und darin steckt die große Gefahr…

        .
        André Gortz:
        .

      • @ M. H.

        Eine sehr gute Auseinandersetzung mit dem Thema.

        Die geschilderten Erfahrungen habe ich auch so gemacht und darum erspare ich mir Zitate und Antworten, denn das Ergebnis wäre stets meine volle Zustimmung. Die ganze Arbeit, die Du Dir hier gemacht hast, also beim Lesen ging mir durch den Kopf, dass es auch wunderbar geeignet ist für eine Kolumne/Artikel auf anderen Blogs z. B. bei M. Kallwass/Ralph Boes und sozialkritischen Medien.

        Ergänzen möchte ich, dass es einfach wichtig ist, auf seine Selbstbestimmung zu achten und sich von der Bedrohung gedanklich frei zu machen. Bei sämtlichen Maßnahmen einfach in sich hineinzugehen und auf die eigene Intuition zu hören, dem Herz zu folgen und nicht dem Verstand.

        Ich bin mir ganz sicher, dass Du das gemacht hast bevor Du die Kita-Maßnahme zum Vorlesen akzeptiert hast und wünsche Dir viel Spaß mit den Kleinen. Du tust es für Dich selbst und die Kinder haben auch was davon und dann ist es gut so.

        LG Rosi

      • @M.-H.,

        also einen Vorwurf, dass Du diesen 1€-Job angenommen hast, wird Dir sicherlich keiner machen.
        Ich selbst habe noch nie einen angeboten bekommen und dies wird, da ich seit längerem keine EV
        mehr unterzeichne, wohl auch so bleiben.
        Aufgrund eines psychologischen Gutachtens, dessen Erstellung ich selbst bewusst bewirkt habe, gelte
        ich z.Zt. als nicht „vermittelbar“ und hoffe, diesen „Zustand“ möglichst lange aufrecht erhalten zu können 😉

  41. Katja Kipping:
    http://www.katja-kipping.de/de/article/774.sonderpreis-der-partei-die-linke-an-inge-hannemann.html
    „Auch ganz persönlich möchte ich Inge Hannemann und den vielen, vielen Menschen danken, die tagtäglich dafür streiten, dass die Gesellschaft eine bessere wird, die sich nicht unterkriegen lassen und die mit ihrem kreativen Engagement das Salz der Erde sind.

    Liebe Inge, alles Gute für Dich, Deine Familie, Deine Mitstreiterinnen und Mitstreiter.“

  42. Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Clara-Zetkin-Preis

  43. Herzlichen Glückwunsch Inge zur dem Clara -Zetkin Preis 2014. Gibt es auch ein Video von der Verleihung ? Ob ,sich jetzt was dadurch in der Gesellschaft was verändert für uns Frauen ist die Frage ?
    Vielleicht ist die Auszeichnung ein kleiner Anfang für gesellschaftliche positive Veränderungen diesbezüglich ?

  44. „Das Entscheidende Problem ist bereits, was in unserem Land und auch in der Zeit als besonderes Recht, als Auszeichnung angesehen wird.

    Ist Arbeiten zu dürfen bzw. zu müssen denn wirklich ein Privileg? Ist zuhause bleiben zu müssen bzw zu dürfen denn wirklich eine Strafe? Pauschal kann man das natürlich nicht beantworten. Mich verwundert immer nur, wenn die berühmte “Karriere”, die man(n) machen “darf” als eine Art Geschenk hingestellt wird, während die Arbeit im und am eigenen Heim und das Kümmer um die eigenen Kinder gerade als Strafe hingestellt wird.

    Meines Erachtens ist der Grund hierfür natürlich simpel:
    Derzeit SOLL Arbeit angebetet werden. So ziemlich jede Gesellschaft vor unserer sah Arbeit als das an, was sie nun Mal ist: ein leider notwendiges Übel, das im Weg steht, um etwas gewünschtes zu erreichen. Nicht umsonst stammt es der Bedeutung nach von “Elend, Mühsal” ab. Bevor es Maschine gab, versklaven die mächtigen Nationen ganze Völker, um letztlich nicht bzw weniger arbeiten zu müssen. Wäre Arbeit tatsächlich von Natur aus etwas Erwünschtes, gebe es keine Sklaverei.

    Ein weiteres Problem ist, dass der propagiert Kampf von Mann gegen Frau gegen Mann und die angebliche Unterdrückung der Frau durch den Mann die typische Ablenkung der eigentlichen Unterdrücker ist.

    Denn nicht Männer unterdrücken Frauen. Reiche unterdrücken Arme. Man beachte, welche Männer stets mit welchen Frauen verglichen werden, nämlich REICHE Männer mit ARMEN im besten Fall normalen Frauen. Natürlich lässt man das “reich” und “arm” weg, denn darum geht es ja eigentlich.

    Wenn von frauenfeindlichen Nationen berichtet wird, hört man dort u.a., dass dort ein Mann sich mehrere Frauen hält. Schon die reine Mathematik macht hier klar, dass es sich hierbei um reiche Männer handeln muss und dass arme Männer nicht nur arm, sondern auch ihr Leben lang einsam bleiben werden. Darum schert sich aber niemand. Es wird auch niemand kommen, der sich um diese armen Männer schert, weder Frauen noch Männer.

    Bei Kriegen wird auf die Vergewaltigung von Frauen explizit hingewiesen. Wohlgemerkt würden die Frauen an diesen Orten, wären sie Männer, in der Tat wohl eher nicht vergewaltigt im sexuellen Sinne – sondern verstümmelt und umgebracht, wie es mit den Männern der unterlegenen Seite dort in der Regel geschieht.

    In manchen Staaten dieser Grausamkeiten geht die Mutter der Familie Wasser holen, weil man den Vater, wenn man ihn erwischt, kastrieren und ausbluten lassen würde.

    All das ist Irrsinn. Es ist aber kein Kampf Männer gegen Frauen gegen Männer. Es ist eben keine Unterdrückung von Frauen oder Männern. Es ist die Unterdrückung der Schwächeren, der Ärmeren, durch die Skrupellosen und das sind Männer wie Frauen gleichermaßen, auch wenn manche mehr im Rampenlicht stehen als andere.

    Und selbst wenn es nur Männer wären an der Spitze dieser Unterdrückung, so wären es weit weniger als 0,0001% und das “Mann sein” damit das offensichtlich unbedeutendste davon.

    Sieht man in die Geschichte, so sieht man, dass besondere Bürgerrechte von Männer in der Regel mit dem Übelsten auf der Welt erkauft werden musste, nämlich dem Kriegsdienst. Männer wurden (und werden) von Geburt an gebrochen, um willige Soldaten zu werden, um “Helden” zu werden, also jene, die sich für andere Opfern. für das Land, für die Familie. Doch das Leben des Helden zählt nichts.

    Wie es mal ein Humanist so schön formulierte, der einst nur Feminist war, bis er merkte, dass er dabei eine Hälfte der unterdrückten Menschheit vergisst:
    Würden den Leben und der Gesundheit von Männer so viel Wert beigemessen wie dem Leben und der Gesundheit von Frauen, wir hätten keine Kriege mehr.

    Wer den Satz nicht kannte und erstmal ablehnt, sollte darüber nachdenken, wie der Tod von Männer und Frauen überall, ob in den Nachrichten aber auch in der Fiktion, mit der wir ja ständig bombardiert werden und die durchaus auch Auswirkung auf unser Weltbild hat, verkauft wird. Haben wir Mitleid mit sterbenden Männern? Berührt uns der brutale Tod eines Mannes genauso wie der einer Frau? Akzeptieren wir, wenn sich ein Mann nicht für andere opfert? Wenn er sich nicht für eine Frau opfert?

    Das alles ist komplexer, als es oft dargestellt wird. Vor allem aber soll es ablenken. Nämlich von der wahren Unterdrückung. Die Unterdrücker nehmen dort stets gern das, was sich leicht sehen lässt. Hautfarbe, Sprache, Geschlecht…

    Lasst Euch nicht von den eigentlich Schuldigen ablenken auf all jene, die selbst Opfer sind.“

    Ein nahezu genialer Beitrag, von einem extrem hohen Standpunkt aus geurteilt, weswegen ich ihn ob seines verdaut werden wollenden tiefen Gehalts noch einmal hier wiederzugeben mir erlaube.
    Allerdings scheint der Schreiber/oder die Schreiberin selbst keinerlei Ahnung von den verschiedenen Bewusstseinsstufen zu haben, der Limitationen ihrer jeweiligen Weltsichten und seiner/ihrer eigenen Ausnahmestellung. Teils ist sehr wohl, und welche! bewusste Unterdrückung im Spiel, teils ist aber eben auch der individuelle Reifegrad unter aller Möglichkeit zu einer solcher zu verorten!
    Das ist ja das Schlimme, dass selbst unter den führenden Eliten nur die Wenigsten einen solchen Horizont haben und sich die ganze Angelegenheit ziemlich verselbständigt hat!

    • @ Alfred,#

      Parallel hierzu habe ich grade in einem anderen Blog zur (Um-) Definition des Arbeitsbegriffs (und der damit einhergehenden Auswirkung auf unser Denken) noch mal eine Anmerkung hinterlassen, die m.E. ganz gut als Antwort auf die ersten drei Abschnitte passt.

      Anstatt das alles jetzt nochmal hier aufzuschreiben, kopier ichs halt mal hier rein:

      Stolz auf „Arbeit“

      > Meine beiden Großväter waren Arbeiter und ganz zufrieden damit. Ihnen
      > ist auch gar nicht der Sinn nach bürgerlicher Beschaulichkeit
      > gestanden. Für eine Existenz alla HarzIV wären sie viel zu stolz
      > gewesen. Sie wären auf die Straße gegangen und hätten aber nicht BGE
      > sondern Arbeit gefordert. Für Deinen Standpunkt hätte ihnen jedes
      > Verständnis gefehlt.

      Oh ja, der STOLZ ist es, wo man die Leute HEUTE packt, den Stolz, der
      die Leute sich selbst über ihre LOHNarbeit definieren lässt.

      Sicher, ich verstehe das. Wir haben es mit einer Gesellschaftsprägung
      zu tun, da sollte man über Einfalt nicht nachdenken dürfen.
      Schließlich ist man über sein Tagwerk stolz; wenn auch für andere,
      deren Arbeitsmittel sie sich in ihren Privatbesitz definieren. Man
      will ja am Morgen noch „in den Spiegel schauen“ können…

      Was wäre wohl mit ihnen heute tatsächlich passiert? Wo bliebe ihr
      Stolz, wenn man deinen beiden Großvätern gesagt hätte, „wir brauchen
      dich nicht, geh nach hause…“? Nach 30, 40 Jahren aufopfernder
      Arbeit, vielleicht sogar, ohne dass sie überhaupt so eine
      „stolze Arbeit“ hätten aufnehmen können?

      Ich frage dich ernsthaft, was wären sie wohl geworden, nachdem sie
      „auf die Strasse“ gegangen wären, nachdem sie dann begriffen hätten,
      dass dieser Stolz fremddefiniert wurde, und ihnen genau so wieder
      weggenommen, wie er fremddefiniert wurde, nämlich den Unterschied
      zwischen „Arbeit“ und „Lohnarbeit“ nicht begriffen zu haben?

      Was wäre also aus ihnen geworden? Ihrer Familie, letztendlich mit
      dir? Was wäre mit ihnen geworden, wenn sie begriffen hätten, dass
      ihre Abhängigkeit nicht nur für ihren Stolz, sondern für ihre Familie
      viel elementarer, nämlich existenzbedrohlich wird? Wenn sie begriffen
      hätten, was es wirklich heisst, „auf die Strasse“ zu gehen, nämlich
      Bürgerkrieg! Eine Spirale der Gewalt ohne fruchtbares Ergebnis, mit
      in heutigen Zeiten absoluter Zerstörung von Mensch, und Natur! Mit
      dem Potential rein aus Rachegelüsten die Spirale der Gewalt aufrecht
      zu halten, falls danach überhaupt noch etwas übrigbleiben wird.

      Ist es das, was du willst? Wäre damit der „Stolz“ deiner Großeltern
      und deiner und meiner adäquat bedient? Haben wir uns, als Mensch,
      überhaupt begriffen, um uns _solch_ einen „Stolz“ aneignen und
      leisten zu dürfen?

      Oder sind wir vlt. nur stolz auf unseren „Stolz“, eine leere Hülle,
      weil wir verlernt haben, ihn in unser Sozialgemeinschaft zu verorten;
      selbst zu denken, anstatt denken zu lassen, uns selbst über das zu
      definieren, was wir in unserer Umgebung für den anderen Menschen tun,
      als uns „diesen“ Stolz wegnehmen zu lassen, und uns über Lohnarbeit
      und den daraus hervorgehenden materiellen Dingen und Statussymbolen
      zu definieren…

      Grüße,
      H.-W.

  45. „Denn nicht Männer unterdrücken Frauen. Reiche unterdrücken Arme. Man beachte, welche Männer stets mit welchen Frauen verglichen werden, nämlich REICHE Männer mit ARMEN im besten Fall normalen Frauen. Natürlich lässt man das “reich” und “arm” weg, denn darum geht es ja eigentlich.“

    Ja, dies ist eine wunderbare Erkenntnis. Ich würde es noch etwas präzisieren bzw. ausweiten und sagen: So wie Frauen von Natur aus weit eher als Männer mit der Natur fest verwurzelt sind und symbolisch dafür stehen koennen, hat die gesellschaftliche Ausbeutung die gesamte Biosphäre ergriffen. Wir wollen und stellen Machtdenken über alles und vergessen darüber, wie viel mehr uns verbindet.
    Die „Leistungsgesellschaft“ ist zwar durchaus charakteristisch für einen bestimmten Durchschnitt an Rationalität, allerdings so wie es sich nunmehr darstellt übertrieben, entfremdend, dissoziierend. Dies nun ist das Kennzeichen echter Krankheit, die je weiter sie voranschreitet, uns allesamt aufzufressen das Potential hat.

    Frauen stellen Beziehungen oder Verbindungen EHER in den Vordergrund, Männer EHER Recht und Gerechtigkeit. Wenn ich jetzt sage: das Horizontale hier, das Vertikale dort, dann liegt Explosivität geradezu in der Luft, eben weil man mir als Mann wiederum Unterdrückungstendenzen unterstellen koennte. Das stimmt aber schon deshalb nicht, weil Frauen UND Männer männliche wie weibliche Anteile, (bzw. in meinen Begriffen Horizontalität/Vertikalität) in sich tragen und potentiell in einen gesunden und harmonischen Einklang miteinander bringen koennen.

    Deshalb ist vieles in dem Artikel von Inge Hannemann absolut angemessen, korrekt und mehr als zeitgemäss zum Ausdruck gebracht worden – manches birgt aber eben auch wieder die nicht zu unterschätzende Gefahr, andersherum die Agenz in sich zu unterdrücken. ALLES Einseitige birgt diese Gefahr. Doch darf man nicht vergessen: Der Blog ist vorrangig allen Arbeitslosen (bzw. gesellschaftlich Benachteiligten) gewidmet, und somit steht in meinen Augen ein Bezug zur Allgemeinheit!

  46. Aus gegebenem Anlass: Thema „Bedarfsgemeinschaft“ und welches Meinungsbild dazu in der Bevölkerung vorherrscht:

    Jutta Allmendinger, Dörthe Gatermann, Wolfgang Ludwig-Mayerhofer

    „Sozialstaatliche Transformationen: Auswirkungen auf familiale Verpflichtungszusammenhänge und die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit“

    http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2009-248-4-2.pdf

    Studie führte mir zwar gnadenlos meine Qualifikationslücke „Statistik“ vor Augen und ist auch sonst keine ganz leichte Kost,verdeuticht aber geradezu „krass“, in welchem Gegensatz das Konstrukt „Bedarfsgemeinschaft“ zur Lebenwirklichkeit und Lebenspraxis von Paaren mit und ohne „Trauschein“ steht – ohne dass diese etwa nicht für einander einstehen wollten.

    Knappe Zusammenfassungen der Studie:

    Sozialpolitik: Bedarfsgemeinschaft unzeitgemäß

    „Das deutsche Sozialmodell entwickelt sich widersprüchlich: Zwar sollen nun Männer und Frauen erwerbstätig sein. Die sozialrechtliche Konstruktion der Bedarfsgemeinschaft geht jedoch weiterhin von einem traditionellen Familienbild aus – zum Leidwesen der meisten Paare.“

    http://www.boeckler.de/41624_41633.htm

    und

    Bedarfsgemeinschaften unzeitgemäß

    25.02.13 | von Ronald Blaschke |

    Die Bedarfs- und Einsatzgemeinschaftsregelung bei den Grundsicherungen (Zweites Buch Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch) wird von einer Mehrzahl der Befragten abgelehnt. Das ist ein Ergebnis einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, welches mit Nachdruck auf ein Kriterium des Grundeinkommens verweist: den individuellen Anspruch.“

    „Folgende Ergebnisse der Studie sind also festzuhalten: Es gibt eine hohe freiwillige Bereitschaft der Partner füreinander einzustehen. Aber es besteht eine entschiedene Ablehnung der staatlich erzwungenen finanziellen Verpflichtung füreinander.“

    https://www.grundeinkommen.de/25/02/2013/bedarfsgemeinschaften-unzeitgemaess.html

    Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen meiner Ansicht nach ebenfalls, dass Menschen in Hartz IV von emanzipatorischen gesellschaftichen Entwicklungen abgetrennt werden (sollen?), wie z. B. auch der Entwicklung neuer Formen von gesellschaftlich relevanter Tätigkeit neben der der Lohnarbeit. So sehen die neueren Planungen zur Kürzung von Hartz IV-Leistungen u.a. auch eine stärkere Anrechnung von aus ehrenamtlichenTätigkeiten erzielten Aufwandspauschalen vor, falls neben Hartz IV und Ehrenamt auch noch eine Erwerbstätigkeit mit Aufstockung vorliegt. Die Problematik der ehrenamtlichen Tätigkeit von Hartz IV Empfängern unter dem behaupteten moralischen Anspruch der Gesellschaft auf Gegenleistung von Hilfeempfängern berührt das erstmal nicht. Es zeigt aber, wie schwierig es für Menschen in Hartz IV ist, individuell oder kollektiv, eigene lebenspraktische Erfahrungen und lebenspraktisches Wissen von Arbeit, Tätigkeit, Engagemeint in gesellschaftliche relevante Modelle weiter zu entwickeln, die für die Gesellschaft als soziale Innovationen von Wert sein könnten.

  47. glückwunsch und preis als ansporn sehen!

  48. Liebe Inge,

    danke für den schönen Text – wenn ich in Schulen gehe, versuche ich Kinder wie Dich wahrzunehmen – auch wenn ich da nicht Sozialkunde mache sondern naturwissenschaftliche Projekte 😉

    Der letzte Satz gefällt mir gut dass Du den Preis stellvertretend auch für andere mit annimmst – ich streite mich da nicht um einzelne Wörter wie einige VorrednerInnen – Du nimmst den Preis – der immernoch an das Herausragen und Honorieren Einzelner „Gewinner“ (typische Männererfindung ;-)) gebunden ist.

    Danke, dass du um den Charakter und die Notwendigkeit vielschichtigen Engagements gerade auch des „undargestellten“ als selbstverständlich hingenommenen, für das es keine Lorbeeren und kein Geld und keine „allgemeine Anerkennung“ gibt!

    Ich wünsche Dir Glück und Gesundheit und dass Du als nächstes in Deiner Affinität zur Männerkarrierewelt, die du meisterlich beherrscht, sowie Deinem weiblich-rebellischem Pfiff in der Petitionsanhörung wahrhaftig wirken kannst!

    Andere versuchen ebenso aus ihren Fertigkeiten das beste zu machen – die/der eine eher im Verbindenden, der/die andere eher in bewusster Provokation 😉

    Herzliche Grüße von Frigga

  49. … übrigens, eine schöne Serie, für die Kenner des „feinen“ britischen Humors… 🙂

    Grüße,
    H.-W.

    • Wenn die Hintergrundlacher nicht währen, könnte man es fast für den Teil einer Doku halten. 😛 Danke für den Britcom-schmunzler !

  50. Das Entscheidende Problem ist bereits, was in unserem Land und auch in der Zeit als besonderes Recht, als Auszeichnung angesehen wird.

    Ist Arbeiten zu dürfen bzw. zu müssen denn wirklich ein Privileg? Ist zuhause bleiben zu müssen bzw zu dürfen denn wirklich eine Strafe? Pauschal kann man das natürlich nicht beantworten. Mich verwundert immer nur, wenn die berühmte „Karriere“, die man(n) machen „darf“ als eine Art Geschenk hingestellt wird, während die Arbeit im und am eigenen Heim und das Kümmer um die eigenen Kinder gerade als Strafe hingestellt wird.

    Meines Erachtens ist der Grund hierfür natürlich simpel:
    Derzeit SOLL Arbeit angebetet werden. So ziemlich jede Gesellschaft vor unserer sah Arbeit als das an, was sie nun Mal ist: ein leider notwendiges Übel, das im Weg steht, um etwas gewünschtes zu erreichen. Nicht umsonst stammt es der Bedeutung nach von „Elend, Mühsal“ ab. Bevor es Maschine gab, versklaven die mächtigen Nationen ganze Völker, um letztlich nicht bzw weniger arbeiten zu müssen. Wäre Arbeit tatsächlich von Natur aus etwas Erwünschtes, gebe es keine Sklaverei.

    Ein weiteres Problem ist, dass der propagiert Kampf von Mann gegen Frau gegen Mann und die angebliche Unterdrückung der Frau durch den Mann die typische Ablenkung der eigentlichen Unterdrücker ist.

    Denn nicht Männer unterdrücken Frauen. Reiche unterdrücken Arme. Man beachte, welche Männer stets mit welchen Frauen verglichen werden, nämlich REICHE Männer mit ARMEN im besten Fall normalen Frauen. Natürlich lässt man das „reich“ und „arm“ weg, denn darum geht es ja eigentlich.

    Wenn von frauenfeindlichen Nationen berichtet wird, hört man dort u.a., dass dort ein Mann sich mehrere Frauen hält. Schon die reine Mathematik macht hier klar, dass es sich hierbei um reiche Männer handeln muss und dass arme Männer nicht nur arm, sondern auch ihr Leben lang einsam bleiben werden. Darum schert sich aber niemand. Es wird auch niemand kommen, der sich um diese armen Männer schert, weder Frauen noch Männer.

    Bei Kriegen wird auf die Vergewaltigung von Frauen explizit hingewiesen. Wohlgemerkt würden die Frauen an diesen Orten, wären sie Männer, in der Tat wohl eher nicht vergewaltigt im sexuellen Sinne – sondern verstümmelt und umgebracht, wie es mit den Männern der unterlegenen Seite dort in der Regel geschieht.

    In manchen Staaten dieser Grausamkeiten geht die Mutter der Familie Wasser holen, weil man den Vater, wenn man ihn erwischt, kastrieren und ausbluten lassen würde.

    All das ist Irrsinn. Es ist aber kein Kampf Männer gegen Frauen gegen Männer. Es ist eben keine Unterdrückung von Frauen oder Männern. Es ist die Unterdrückung der Schwächeren, der Ärmeren, durch die Skrupellosen und das sind Männer wie Frauen gleichermaßen, auch wenn manche mehr im Rampenlicht stehen als andere.

    Und selbst wenn es nur Männer wären an der Spitze dieser Unterdrückung, so wären es weit weniger als 0,0001% und das „Mann sein“ damit das offensichtlich unbedeutendste davon.

    Sieht man in die Geschichte, so sieht man, dass besondere Bürgerrechte von Männer in der Regel mit dem Übelsten auf der Welt erkauft werden musste, nämlich dem Kriegsdienst. Männer wurden (und werden) von Geburt an gebrochen, um willige Soldaten zu werden, um „Helden“ zu werden, also jene, die sich für andere Opfern. für das Land, für die Familie. Doch das Leben des Helden zählt nichts.

    Wie es mal ein Humanist so schön formulierte, der einst nur Feminist war, bis er merkte, dass er dabei eine Hälfte der unterdrückten Menschheit vergisst:
    Würden den Leben und der Gesundheit von Männer so viel Wert beigemessen wie dem Leben und der Gesundheit von Frauen, wir hätten keine Kriege mehr.

    Wer den Satz nicht kannte und erstmal ablehnt, sollte darüber nachdenken, wie der Tod von Männer und Frauen überall, ob in den Nachrichten aber auch in der Fiktion, mit der wir ja ständig bombardiert werden und die durchaus auch Auswirkung auf unser Weltbild hat, verkauft wird. Haben wir Mitleid mit sterbenden Männern? Berührt uns der brutale Tod eines Mannes genauso wie der einer Frau? Akzeptieren wir, wenn sich ein Mann nicht für andere opfert? Wenn er sich nicht für eine Frau opfert?

    Das alles ist komplexer, als es oft dargestellt wird. Vor allem aber soll es ablenken. Nämlich von der wahren Unterdrückung. Die Unterdrücker nehmen dort stets gern das, was sich leicht sehen lässt. Hautfarbe, Sprache, Geschlecht…

    Lasst Euch nicht von den eigentlich Schuldigen ablenken auf all jene, die selbst Opfer sind.

    • Guter Kommentar, und drückt so ziemlich das aus, was ich denke.

      Wäre diese Welt eine ausgeglichene, gäbe es weder Unterdrückung von Mann noch von Frau. In einer Welt im Gleichgewicht wird sich niemand in seinem EGO über andere erheben.

      Ein Mann im Gleichgewicht ist sich auch seiner weiblichen Seite (als Mensch, Wesen) bewußt. Eine Frau im Gleichgewicht ist sich auch seiner männlichen Seite bewußt. Würden die Menschen dieses Gleichgewicht anstreben, würden sie das jeweils andere Geschlecht auch besser verstehen und respektieren.

      Das hört sich nach einem Ideal an, aber es geht auch darum, dass wir Menschen die Zusammenhänge besser erkennen, denn nur so können wirkliche Veränderungen stattfinden und ein Gleichgewicht kann wieder hergestellt werden.

  51. Hat dies auf Kulturbuendnis rebloggt und kommentierte:
    Liebe Frau Inge Hannemann,
    herzlichen Glückwunsch zum „Clare-Zetkin-Preis 2014“. Und vielen Dank für alles was Sie für uns alle – Frauen, Männer und Kinder – geleistet haben. Unser Widerstand geht weiter. Danke.

    • Ich mag es nicht, wenn man sagt: „Für uns alle…“

      Sage doch lieber: MIT uns allen…

      Weder Inge Hannemann noch Ralph Boes noch sonstwer tun das FÜR uns, sondern mit uns. So jedenfalls verstehe ich das Engagement dieser Menschen.

      Das ist bitte ganz wichtig zu verstehen, denn die Zeit, in der wir Menschen uns von irgendjemanden führen lassen, muss endlich ein Ende haben.
      Darum brauchen wir niemanden, der FÜR uns kämpft, wir müssen das nämlich endlich selbst tun, und das MITeinander.

      • Leider passiert nur etwas, wenn es Menschen gibt, die den Anfang machen.Sofern diese nur daruf warten Unterstützung zu bekommen, wird das Ausmaß an friedlichem Widerstand gering bleiben, der Mensch, insbesondere wohl wir, ist ein Herdentier, der Gedanke sich führen zu lassen, ist bei uns intensivst ausgeprägt.
        Da man dieses weiß müssten bei uns nicht, wie in anderen Staaten ,viele Menschen zum Aufwachen benötigt werden, in anderen Ländern wohl schon.
        Was man in Deutschland nicht zeigt, kann man in Österreich sehr wohl sehen, ….

        Dazu die politischen Machenschaften, wobei man fest stellen kann, nichts ist so schmutzig, wie die Politik, die mit allen Mitteln ihre Interessen nach geht und wer sich kaufen lässt, der hat schon verloren,weil nur Unredlichkeit dort weiter führt.
        Und nein gratulieren kann ich nicht, denn der Weg zur Vereinnahmung ist schon gelegt, sehr raffiniert und meist vom Vereinnahmten viel zu spät bemerkbar..!
        Schade, abe rmit Marx und Engels habe ich nichts am Hut….weil eben Politikerkarrieren immer bedeutet den eigenen Weg dorthin mit Leichen im Keller belegt wird, werden wird.
        Das wäre Verrat an Mio Menschen ist nur noch eine Frage der Zeit!.

        • @Anette,

          es gibt auch ehrliche und aufrichtige Politiker, auch wenn dies Deinem „Feindbild“ widerspricht
          und Differenzierungen erfordert.
          „ist ein Herdentier, der Gedanke sich führen zu lassen, ist bei uns intensivst ausgeprägt.“
          Bitte unterlasse solche Verallgemeinerungen, denn es gibt auch hier genügend Menschen, die das
          völlig anders sehen.

          • Tanguero,
            Der Deutsche, sieht man einmal in die Geschichte zurück, hatte sich immer ideologische Führer gesucht, man ging für ihn sogar jubelnd in den Krieg.Viele dieser Führer benutzen Kennzeichen, besondere Empathiefähigkeit, Eigenlob um als unfehlbar zu gelten.Nicht immer wird dieses Verhalten bewusst ausgeführt, sondern entspringt einem geringen Selbstwertgefühl, nicht der Selbsttäuschung,angeblichen starken Selbstbewussein!!
            .Die Glorifizierung, die durch die Anhängerschaft herbei geführt wird, ist nur das Sahnehäubchen!
            Dieses Tabu-Thema ist gerade bei uns sehr ausgeprägt, weshalb es stets ignoriert, oder bekämpft wird.
            Benötigt man noch mehr Beweise für unsere Mentalität, Geschichte aus dem Kopf radiert?

            Unsere Frau Hannemann, sie tut es für uns, setzt sich für uns ein, riskiert für uns alles..
            Entschuldigung Tangoero, dass ist nicht gegen Frau Hannemann gemünzt, sie nutzt nur die Vorteile, wie jedes Journal es nutzt, oder weshalb konnte die journalistische Hetze gegenüber HartzIV Empfängern so gut aufgebaut werden?Weil die Menschen selbst denken?
            Was die Ehrlichkeit von Politikern betrifft, sicherlich nennen Sie uns einige!
            Davon abgesehen, dafür das man keiner Partei zugehörig ist,nie müde wure sich immer wieder darau zu beruen, hat sich aber ein Blog der Linken heraus gebildet, nicht anders würde ich es sehen, wären es die Grünen, CDU etc etc gewesen, mir geht es um die Widerprüchlichkeit, die weshalb nicht gesehen wird, wegen selbst denken?
            Nun noch einmal die Partei-Gesetze durchgelesen, wird man schnell fest stellen, innerhalb welche rZeit man überhaupt in eine andere Partei ein treten kann.Von SPD hin zur Linken dauert seine Zeit,Mitgliedschaft bei VERDI, demnach alles HartzIV Befürworter, da fragt man sich benötigt man wieder 8 Jahre um zu bemerken, man war immer auf der falschen Seite?
            Nein fragen darf man sich hier nichts, man rennt nur mit?

            • @Anette,

              es sind und bleiben ungerechtfertigte PAUSCHALIERUNGEN (wie so oft bei Dir)!
              Genau genommen, gehörst Du ja auch zu diesen (angeblich) obrigkeitshörigen, dummen, unbelehrbaren „Deutschen“, oder was sollte Dich gerade von allen anderen unterscheiden, außer einer gehörigen Portion
              an Selbstüberschätzung?
              Auch stellst Du keine Fragen sondern lediglich Behauptungen auf.
              Also stelle ich noch einmal die bisher noch immer unbeantwortete Frage:
              Was willst Du eigentlich?

  52. Herzlichen Glückwunsch zu dieser wertvollen Auszeichnung Frau Hannemann! Wir brauchen heute mehr denn je starke Frauen. 🙂 Ich bin 55 Jahre alt und mir war dieser ganze Hype um „EMMA“ und „der kleine Unterschied“ ziemlich suspekt. Ich hatte meine männlichen Mitmenschen nie als Feinde angesehen. Heute verstehe ich besser, was hinter dieser Emanzipations-Bewegung steckte. An der, bis heute existierenden, gesellschaftlichen Ungleichheit hat die EMMA-Bewegung jedenfalls nichts geändert. Es gibt da noch viel zu tun!

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die Zukunft.

  53. Herzlichen Glückwunsch Inge ;o)

    Und gut auf den Punkt gebracht in deiner Rede.

    War heute wieder beim Pflege am Boden Flashmob am Alex in Berlin, der nächste ist im April eventuell an einem neuen Ort

    Bin auch am 17 März https://www.facebook.com/events/589978837747725 vor Ort

  54. Dazu passend:
    Ein weiter Weg bis zur Gleichstellung.
    Weltfrauentag in Afghanistan:
    http://www.tagesschau.de/ausland/frauentag196.html

    • Ein Glückwunsch zur verdienten Auszeichnung und Anerkennung.

      Vielen Danke für deinen Einsatz!

      2. wenn hier schon auf Tagesschau und auf nötige Frauenrechte hingewiesen wird, so sollte auch die zweite Seite der Medaille betrachtet werden. Wo die CDU – KAS Klitschko & Co. fördern.
      „Russian Moscow Lady“ schreibt und berichtet über das was u.a. die Tagesschau nicht berichtet:
      „… Darum wurde er von Neonazis unbeliebt. Jetzt haben sie ihn auf Majdan geschnappt und weggebracht in ein Haus, wo ihn vier Männer immer wieder zusammenschlugen und die Frau, welche mitdabei war, hat ihm versucht mit einer Flachzange die Nägel rauszureißen. Da stellen sie ihren Vorfahren in Nichts nach, diese waren auch ziemlich erfinderisch und wenn es um die Folter ging, haben sie sich als sehr nützlich erwiesen. …“ [ + videos ! Berichte]
      http://russianmoscowladynews.com/2014/03/07/ukraine-dein-schicksal-nachrichten-und-meinungen-teil-12/

      Klitschkos KMG verkaufen die Ukrainer/innen an Heuschrecken. Zum neuen weiteren Lohndruck und auch Sklaverei der Frauen und Männer in Europa!
      http://www.contra-magazin.com/2014/02/ukraine-klitschkos-engagement-zur-persoenlichen-bereicherung/
      Die Ukrainer/innen fördern z.T. ihr eigenes Grab.

      Stehen die Frauen sich z.T. nicht selbst im Weg wenn es um Lohngerechtigkeit geht?
      Je mehr Menschen, also hier die Frauen, auf den Arbeitsmarkt freiwillig; gedrängt und genötigt werden, um so größer ist das Potential für die Ausnutzung über Lohndumping selbst für die Frau; die Familien und auch der Männer!

      Wenn man bei den z.T. nötigen Beamten in ihre fast bedingungslose Tarifpolitik schaut, so hat der Gesetzgeber und über hergebrachtes Recht die ganze Familie, also inkl. Frau, mehr als ausreichend zu allimentieren!

      Selbst durch die Industrialisierung hätte der Gesetzgeber die Stundenzahl pro Tag für alle Menschen auf 7 festlegen können um auch die Rechte und die Würde der Frau zu achten und zu schützen.
      Lohndumping und Entwürdigungen bis hin zur Sklaverei – Ausbeutung, Prostitution etc. sind die Folgen wenn der Gesetzgeber gar seine eigene Würde vor der Gier und des Exportweltmeisters setzt.

  55. Ein Glückwunsch zur verdienten Auszeichnung und Annerkennung.

    Danke für Ihren Einsatz!

    Wer in Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik noch glaubt, Inge Hannemanns Einsatz für Erwerbslose und Beschäftigte der Agentur für Arbeit und der Jobcenter könne „getrost“ übersehen werden, sagt uns tatsächlich nur, dass er wegschaut.

  56. @altonabloggt

    Hallo Inge, da bist Du ja wieder! 🙂

    Es freut mich sehr, dass Du für Deinen Einsatz die verdiente Anerkennung bekommst und Deine Arbeit Früchte trägt.

    LG Rosi

  57. Wirkliche Frauen nach meinem Verständnis was eine Frau aus macht müssen sich nicht beweisen oder auszeichnen lassen. Es ist aber gut, sehr gut wenn sie es tun und wenn man ihnen entsprechend Würdigung in Form von Auszeichnungen zukommen lässt.
    Mir bleibt nur meine Annerkennung und Wertschätzung an dieser Stelle zum Ausdruck bringen zu können, denn um wirklich zu erfassen was von einzelnen Frauen abgeleistet wird, fehlen mir elementare Voraussetzungen.

    Alles Liebe und Gute

  58. Auch von mir Glückwünsche zu dieser Auszeichnung.

  59. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung und danke für Tapferkeit!

    • Warum sollen Frauen stärker sein, als Männer?
      Warum sollen Männer stärker sein als Frauen?
      Schickt „man“ „sie“ in den Wettkampf gegeneinander?

      Unsere Gesellschaft muss sich auch kognitiv als Sozialverbund begreifen, vielleicht wieder verstehen lernen. Wer da „Frauen“ oder „Männer“ herausdividieren will, hat nicht verstanden, was diese Sozialgemeinschaft für den Menschen bedeutet, was Solidarität für jeden einzelnen Menschen jung oder schon etwas älter bedeutet. Denn ohne dieses ist der einzelne nicht Lebensfähig.

      Und dazu brauchen wir die Diversität von Mann und Frau als naturgegebene konstruktive Synergie.

      WIR brauchen EINANDER.

      Auch von mir ein herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung liebe Inge.
      Du bist ohne Frage ein würdiges Mitglied in der Reihe dieser Preisträger.

      Liebe Grüße und alles Gute,
      auch Gesundheit,

      H.-W.

      • @H.-W.,

        da Du die richtigen Worte gefunden hast, schließe ich mich Dir einfach an.

        Herzlichen Glückwunsch, liebe Inge, Du hast es, bzw. ihn, wirklich verdient!

      • Ja @H.-W.

        der Gedanke ging mir auch oft durch den Kopf.

        Sich ergänzen statt Konkurrenzdenken. Die Arbeitgeber vergessen allzu oft das Menschen keine Maschinen sind. Zufriedene Mitarbeiter sind effizienter und innovativer als ständig gehetzte die unter Druck stehen. Einige wenige Betriebe der jüngeren Generation setzen auf „Wohlfühloasen“ erspart so manche Kopfschmerztablette und Verspannungen. Chefs investieren viel zu wenig in die Gesundheit der und Wertschätzung der Mitarbeiter, und protzen dafür nach Außen mit anderen Statussymbolen. Der Schein oft wichtiger. Und hinter den Kulissen tun sich Abgründe auf.

        Auch wenn es keine Unterschiede in der Bezahlung mehr geben würde, wäre das ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wäre mir als Frau sogar wichtiger, wie eine erzwungene Frauenquote.
        Damit stellt sich auch die Frage Mann oder Frau nicht mehr.

        Hier ist ein Präsident der seine „Diäten“ zu 90% spendet an soziale Einrichtungen. Auch ein Beispiel woran sich unsere Politiker eine Scheibe von Abschneiden können.

        http://netzfrauen.org/2013/07/31/uruguay-praesident-mujica-spendet-90-seines-gehalts-an-soziale-einrichtungen/

        Lg aus Berlin

        • Work Life Balance und Feel Good Management in Betrieben jüngerer Generation? Wo Projekte am Kickertisch besprochen werden und man morgens in der Firma frühstückt anstatt mit der Familie zu Hause? Wer sich sowas auf die Fahnen schreibt, hat auch immer die flachen Hierachien in der Stellenbeschreibung stehen. Diese Firmen meide ich grundsätzlich wie der Teufel das Weihwasser, mir ist auch noch nie eine begegnet, die einen Betriebsrat hat.

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