Wohlfühloase via Engagement-Index

Bild: clipdealer

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Satire

Wie geht es uns denn?“ Lassen Sie mich raten: „Es geht ihnen wunderbar!“ Heute möchte ich mit ihnen eine anonyme Umfrage starten.

Sehr verehrter Herr Psychologe: „Wozu raten, sie sagen es doch schon selbst – wunderbar! Ich habe Erfolg, gehe nach vorne und entwickle mich weiter. Was braucht Maschine, pardon, Mensch auf einem leicht angestaubten Amtsstubenklebmichstuhl mehr? Regelmäßiger Autobahnsold neun oder zehn und mit diesem eine volle Identifizierung, intensive Arbeitsbeziehungen aller Formen und das weitere Einbringen meiner Bedürfnisse füllen mich aus und machen aus mir einen Happy-Dog.

Das habe ich jetzt nicht verstanden. Einem was …Engagement-Indiz? Sie verdächtigen mich, engagiert und meinen Lebenssinn auf der Überholspur der BundesAutobahn zu sehen, gar zu fühlen? Das lässt mich verstummen…

und klar habe ich die Möglichkeit auf dieser BundesAutobahn, das zu tun, was ich am besten kann: Überholen, Lichthupe und Dauerblinker, damit ich mir Platz verschaffe. Wozu Platz? Sie stellen aber auch Fragen. Man könnte fast meinen, sie wollen mich aushorchen. Schauen sie mich doch an. Elfjähriges Sitzfleisch. Auch das muss angesessen werden.

Ob ich alles bewältige? Jep. Ob ich den Anforderungen gewachsen bin? Jep. Ob ich dafür sorge, dass sich mein Privatleben mit dem Berufsleben verzwillingt? Jep. My office is my castle. Ob ich Dauerredner bei Stuhlkreisen bin? Jep. Dann muss ich mir zumindest sonst nichts anhören.

Natürlich gelingt es mir, Kollegen und vor allem Kolleginnen, na sie verstehen schon, für Kreatives zu begeistern. Gerade heute Abend habe ich noch ein Date mit der IS oder war es der OS? Das passiert schon mal, wenn man sich für Teamziele, und das sind Ziele, mit ganzer Kraft einsetzt. Sie verzeihen. Und – jawoll, ich bin ausdauernd und ganz bestimmt zielgerichtet. Immer das Bulleye im Fokus. Nein, dafür brauche ich keine künstlichen Verstärker. Mein Eigenantrieb funzt noch und eine hohe Qualitätssicherung ist auch dabei gewährleistet.

Bild: Engagement-Index  -aus Dialog

Bild: Engagement-Index -aus Dialog

Selbstverständlich mache ich meine Arbeit gut und gebe grundsätzlich mein Bestes. Nur immer klappt es nicht mit dem Team. Aber der Versuch zählt doch, oder? Stolz? Nun ja, ist mir ja so eingetrichtert worden. Sei stolz auf Dich, Siegfried! Dein Ziel ist auch mein Ziel, haben mir schon immer meine UrUrVorfahren im Geiste, also somit telepathisch, eingeflüstert. Und ein Ziel braucht schließlich jeder Mann und danach richte ich mich aus. Ich strecke sozusagen meine Fühler, wo auch immer, in die plattgewalzte Stufenordnung meiner verborgenen Ideen und zukunftsträchtigen Schubladen. Also, sie sehen Herr Psychologe: Ich bin gut, besser und schlussendlich am besten. In Schulnoten? Na, Herr Psychologe … nun enttäuschen sie mich aber! Wer verteilt, klebt sich schon selbst ein mangelhaft oder gar ungenügend auf die Stirn? Ausreichend? Nee, nee – auch damit können sie mir nicht kommen. Es funzt noch an allen Ecken – besser Runden – klingt weicher. Und damit helfe ich nicht nur mir, sondern – und das mögen sie bitte bedenken – auch der Gesellschaft. Tue jeden Tag etwas Gutes und das Gemeinwohl steigt. In diesem Sinne: ZRUNLSDEIUFSICOK*.

Vielen Dank Herr Sage für die Teilnahme an der anonymen Umfrage!Per Mail erhalten Sie noch automatisch eine Bestätigung darüber. Ihre Mailadresse ist dem System ja bekannt…

* Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Engagement-Index und fragen Sie Ihren Chef oder Kollegen

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind rein zufällig und erfunden.

Aus: Engagement-Index Seite 7http://www.arbeitsagentur.de/Dienststellen/RD-BY/Ansbach/AA/Zahlen-Daten-Fakten/Strukturdaten/Arbeitsmarktprogramm/Arbeitsmarktprogramm.pdf



Kategorien:Bundesagentur für Arbeit

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168 replies

    • Leider ein sehr großer Verlust, denn besser als er, hat kaum ein Kabarettist kein Blatt vor den Mund genommen. Ganz besonders war seine Leistung etwas zu sagen, ohne es auszusprechen!
      Werde ihn vermissen.

    • @ Rosi –

      so etwas hatte ich vorhin auch vor, als ich es erfahren habe…
      Danke für Deinen post.
      Ja – Dieter Hildebrandt IST großartig, für mich weiterhin, auch wenn er nun heute/ gestern verstorben ist. Auf YouTube gibt es eine Menge sehr herrlicher Clips von bzw. mit ihm aus allen möglichen Jahre seines Wirkens. Bitte: ansehen und dazu nachdenken und sich erinnern.
      Es gibt nur wenige Menschen solcher Größe, die bekannt geworden sind – wahrscheinlich gibt es eine Menge mehr Menschen von diesem persönlichen Format und dieser Courage, die sich gegen diesen gesamtgesellschaftlichen Wahnsinn wenden oder gewandt haben.
      Denklen wir an Werner Finck, Wolfgang Neuss und andere. Das alles seit 1956 – meinem Geburtsjahr…
      86 Jahre alt ist er geworden – das ist schon respektabel, dennoch ist es ein herber Verlust, daß er sich nicht mehr weiter wird äußern können zu diesem Humbug im irdischen Leben.
      Vielleicht und hoffentlich sieht er nun von oben zu, was hier unten an Blödsinn passiert.
      R.I.P.
      Und es geht hier auf Erden weiter.
      Let’s go !
      In seinem Sinne und Geiste.

  1. Nun etwas Positives, ich habe meinen Prozess gegen das Jobcenter gewonnen, nach eineinhalb Jahren bekomme ich nun die angemessenen Kosten der Unterkunft vom Amt bezahlt. – GEHT DOCH !!!
    Für meinen zweiten Prozess bitte ich Euch Alle um viel gute Energie …….
    LG Uschka

    • @Uschka,

      KLASSE! (auch wenn es, wie leider üblich, sehr lange gedauert hat)
      Die gewünschte Energie soll Dir auf jeden Fall zur Verfügung stehen!

      • Hallo Uschka,
        das ist Super!
        Meine Klage diesbezüglich läuft noch. Ich liege auch 12 € drüber.

        Auch ich habe zwei Prozesse laufen, einen noch wegen VA. Meine Klage hat hier schon etwas ins Rollen gebracht, dass habe ich beim letzten Termin auf dem Amt registriert.

        Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg!!!

        LG Rosi

        • Liebe Rosi, danke, danke auch ich wünsche dir Kraft, Nerven und ganz viel Erfolg,
          Bei mir ging es um 11 Euro 40 und diese Summe habe ich dann tatsächlich für eineinhalb Jahre nachgezahlt bekommen, das Amt muss viel Geld haben, wenn es für so eone Summe einen so langen Prozess führen kann ? Aber ich denke wir wissen inzwischen warum die Dinge so sind wie sie sind.
          LG Uschka

    • Hallo Uschka,

      meinen Glückwunsch!
      Meine Klage läuft noch, erwarte aber noch dieses Jahr, nach 9 Monaten Dauer einen Fortschritt, sodass ich weiter vor’s BVerfG ziehen kann. (Nicht Verrechnung von anerkannt nötigen Ausgaben mit Einkommen einer Eheähnlichen Gemeinschaft mit Kind, in Verbindung mit gleichzeitiger verweigerter Förderung bei Selbstständigen, trotz positiver „Prognose“).

  2. Muss man denn immer alles nachrechnen? Besser ist es, wie man hier lesen kann:

    Zum deutschen Arbeitsmarktwunder

    http://www.randzone-online.de/?p=20570

    • @Rosi,

      Du sollst solch tolle „Ergebnisse“ weder hinterfragen und erst recht NICHT nachrechnen!
      Du musst Sie GLAUBEN (das tun jedenfalls viele!),
      denn schließlich gibt sich die BA doch so viel Mühe bei dieser „Schönrechnerei“ und lässt so viele
      „verschwinden“ (Krankheit, Maßnahmen, 1 €-Jobs, Früh- und Zwangsverrentung, etc., etc.).

  3. Jetzt auch auf You Tube:

    • Gregor Gysi heute Abend bei Maybrit Illner.

      Thema:Verspielt die große Koalition den Aufschwung? Was denn für einen Aufschwung? Was es nicht gibt, kann man nicht verspielen. Der Titel der Sendung ist mal wieder zur Verblödung des deutschen Michels gedacht und impliziert der breiten Masse einen unrealistischen Istzustand.

      • @Rosi,

        danke für den Tipp!
        Übrigens: Wir haben tatsächlich einen Aufschwung, denn mehr Geld haben die Großkonzerne, Energieerzeuger, Banken, Exporteure, Umweltverschmutzer, Anleger und viele andere, trotz der sogenannten „Eurokrise“, noch nie gemacht!
        Das ist doch was?
        Wen interessiert dabei denn noch der „Rest“?

        • @Tanguero

          Ja, künstlich erzeugt.
          Konzerne durch Lohndumping, Banken durch Bankenrettung durch den Steuerzahler, Exporteure durch Subventionierung der Kredite für die Kunden u s w…

        • @Tanguero

          Sorry, die Sendung kommt immer Donnerstagabend.

          Ich habe kein Zeitgefühl mehr. Ich hatte Probleme mit meinem Computer und seit Sonntag non stopp gegoogelt nach Problemlösungen, deinstalliert, neu installiert, upgedatet, Sicherungen überprüft, Treiber und Virenschutzprogramm aktualisiert, alles mögliche was man sich nur denken kann. Dazu vieles auf englisch und mit Google-Übersetzer gearbeitet.
          Bin Laie und ich habe es geschafft. Jetzt ist alles wieder okay.

          Es hatte ein Gutes, denn ich habe dabei sehr viel gelernt. Die Sache wäre eigentlich in 10 Minuten erledigt gewesen mit Systemzurücksetzen, kannte ich aber vorher noch nicht, lol…
          Nun bin ich klüger!

          LG Rosi

          • @Rosi,

            ach Du Ärmste, dennoch Glückwunsch (ja, manchmal liegt die Lösung so Nahe, aber das kenne ich
            als Datenverarbeitungskaufmann sehr gut und mir ist ähnliches natürlich auch schon passiert!)

    • @Rosi,

      danke!

  4. Netzpolitik in der Nebenrolle
    Haben Union und SPD die Relevanz der Netzpolitik erkannt?
    Offenbar nicht:
    http://www.tagesschau.de/inland/netzpolitik-koalitionsverhandlungen102.html

  5. Neuer Weiterbewilligungsantrag und meine Reaktion hierauf:

    An das Jobcenter
    „Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für die Übersendung des Weiterbewilligungsantrag.
    Als Datenverarbeitungskaufmann fühle ich mich natürlich besonders dazu verpflichtet, Datenschutzbestimmungen zu beachten und einzuhalten,
    aber ebenso darauf zu achten, dass andere, gerade wenn es sich dabei um staatliche Stellen handelt,
    sie ebenfalls beachten und sich UNBEDINGT daran halten.
    Gerade der Skandal um die NSA und anderen Organisationen, die in der BRD aktiv sind, aber auch der Einsatz von z.B. „XPIDER“ und anderen „Schnüffelprogrammen“, insbesondere auch die direkte Ausspähung, erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilität, da es sich dabei eigentlich immer um Grundgesetzverstöße handelt!

    Von daher sehe ich mich leider nicht in der Lage, das von Ihnen übersandte Formular zu verwenden, geschweige, es zu unterschreiben, da es in etlichen Bereichen dem Bundesdatenschutzgesetz widerspricht!

    Eklatant verstößt es gegen § 3a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), teilweise auch gegen § 65 Abs. 1 Nr. 3 SGB I, soweit das SGB II vorrangige Mitwirkungs- und Nachweispflichten bei Dritten regelt (§§ 57, 58, 60 und 61 SGB II), sowie gegen § 67a SGB X, soweit rechtliche Grundlagen für eine Datenerhebung fehlen.
    Lt. § 3a BDSG i.V.m. § 65 Abs. 1 Nr. 3 SGB II gilt dies auch für alle Nachweisforderungen, sofern sie schon vorliegen.
    Darüber hinaus gibt es noch weitere Verstöße, deren Auflistung ich mir hier erspare.

    Da sich bei mir, außer bei der Haushaltsenergie (der Strompreis ist gestiegen, was im Zusammenhang mit meinem erhöhten Bedarf für Warmwasser relevant ist, der jedoch von Ihnen seit 01.01.2011 noch immer nicht anerkannt wurde und deshalb eine Klage vor dem Sozialgericht erforderlich machte, die jedoch aufgrund der Überlastung der Sozialgerichte noch nicht weiter behandelt wurde) ,
    keine weiteren Änderungen ergeben haben und Ihnen bereits alle Nachweise (auch über die jährliche Dividende von der ………. Baugenossenschaft!) vorliegen, dürfte insofern dieser formlose Antrag vollkommen ausreichend sein.
    Gern bestätige ich Ihnen hiermit, dass ich weiterhin die einzige Person im Haushalt bin, KEINE Einnahmen oder anderen Bezüge habe, die Ihnen nicht bereits bekannt sind.
    Bei den Kosten der Unterkunft (Ausnahme: erhöhter Bedarf für Warmwasser) gibt es, wie auch sonst, keine Änderungen.
    Natürlich bin ich auch meinen staatsbürgerlichen Pflichten nachgekommen und habe mich am 16.11.2013 an den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit gewandt und diese Verletzungen des Bundesdatenschutz-gesetzes angezeigt.

    Ich bitte Sie daher dieses Schreiben als formlosen
    Antrag auf Weiterbewilligung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetz (SGB II)
    zu behandeln und dem Antrag entsprechend stattzugeben.

    Ebenso gehe ich davon aus, dass Sie nun in Kenntnis der Verstöße von Ihrer
    Remonstrationspflicht Gebrauch machen werden, auch um sich selbst zu schützen,
    denn leider zeigt meine langjährige Erfahrung mit dem Jobcenter team.arbeit.hamburg, dass Gesetze des Öfteren falsch ausgelegt, bzw. ihnen sogar zuwider gehandelt wird, insbesondere wenn es sich dabei um höherrangige Rechte, wie das Grundgesetz oder den europäischen Menschenrechtskonventionen handelt, was Ihnen sogar persönlich angelastet werden könnte.
    Dadurch sind bereits etliche Klagen vor dem Sozialgericht, aber auch Beschwerden bei der Bürgerschaft und dem Bundestag erforderlich geworden, was natürlich auch im direkten Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit im Sinne der Bundeshaushaltsordnung steht, der Sie ja eigentlich verpflichtet sind.“

  6. Den Deutschen geht’s doch gut (weil die eh nichts mehr schnallen) – oder etwa doch nicht?

    EU: Deutschland ist jetzt das Weltsozialamt

    *** bitte keine Ausländerhetze – Danke

    Fazit: Du darfst alles sein – pädophil, verlogen, gierig, sexsüchtig, verschlagen, betrügerisch, hochverräterisch – nur nicht DEUTSCH!!!

    • Das war keine Ausländerhetze! Die Ausländer, und dies schrieb ich bereits schon einmal, werden leider benutzt… Verantwortlich dafür zeichnen jene, welche die Völker Europas gegeneinander aufhetzen, um von sich selbst abzulenken. Gott sei Dank, wachen aber auch mehr und mehr Ausländer auf und erkennen die Infamie, die da läuft und verurteilen dies selbst!

      Die Verursacher haben wohlweislich dafür gesorgt, dass das Strafgesetz für Hochverrat gestrichen, und dafür das Strafgesetz für Abgeordnetenkorruption nicht ratifiziert wird!

    • Frage: Wer oder was ist eigentlich „deutsch“? Und was ist so gut oder – im Vergleich zu anderen Nationalitäten – besser daran, „deutsch“ zu sein?

      Ich denke mal, erst wenn irgendwann einmal eine Katastrophe globalen Ausmasses – wie z.B. der Ausbruch eines „Supervulkans“ á la Yellowstone oder ähnliches – geschehen sein sollte, werden die wenigen überlebenden Menschen feststellen, wohin sie sich dann ihr zuvor gepflegtes „gesundes Nationalbewusstsein“ und ihren „Nationalstolz“ stecken können.

      In „normalen“ Zeiten versteht es eben niemand zu erkennen, dass alles mit allem und jeder mit jedem weltweit in irgendeiner Weise zusammenhängt, miteinander verbunden und voneinander abhängig ist.
      Wir sind in erster Linie eben keine Deutschen, Franzosen, Engländer, Japaner, usw., sondern alle gemeinsam lediglich Angehörige einer etwas weiter entwickelten Tierart, die allgemein als „Menschen“ bezeichnet wird. Allerdings ist der „Raubaffe“ in uns noch immer sehr dominant geblieben.
      Aber wie gesagt – bevor Mensch das erkannt haben wird, muss es wohl zuvor ganz gewaltig „Bumm“ gemacht haben…

      • @Harzpeter,

        „Wer oder was ist eigentlich “deutsch”?“ Eine mehr als berechtigte Frage.
        Da meine Eltern deutsch waren und ich hier geboren und aufgewachsen bin, bin auch ich
        ZUFÄLLIG Deutscher.
        Wer also Stolz darauf sein sollte, muss sich erst einmal klar machen,
        dass man nur auf eigene Leistungen und nichts anderes Stolz sein kann!

        Heutzutage ist es doch viel wichtiger, WAS für ein Mensch man ist (unabhängig von der Herkunft, sozialem Status, etc.) und dass man ENDLICH Vor- oder Pauschalurteilen weg kommen MUSS!
        (nicht wahr @Anette?)

      • Nationalstolz in jeder Form geht mir auch völlig ab. Richtig übel wird’s bei „Deutschland schafft sich ab“, oder wenn Leute ernsthaft die Meinung vertreten, wie seien genetisch weiter entwickelt und somit nunmal intelligenter als andere Nationalitäten (alle schon gehabt!). Stolz kann ich obendrein nur auf etwas sein, das ich selbst geschaffen habe. Landsleute, die Großes hinterlassen haben – ob Bach oder Goethe – kann ich allenfalls bewundern. Na ja, ohne einen großen Bang wird sich daran aber nichts ändern…

        • @Marko,

          warum müssen wir uns eigentlich ständig widersprechen? 😉 🙂 🙂
          DU: “ Stolz kann ich obendrein nur auf etwas sein, das ich selbst geschaffen habe“
          ICH: „Wer also Stolz darauf sein sollte, muss sich erst einmal klar machen,
          dass man nur auf eigene Leistungen und nichts anderes Stolz sein kann!“

          • @Tanguero, das kann echt nicht wahr sein. Nahezu deckungsgleiche Ansätze, und das auch noch zur selben Zeit. Wir scheinen uns echt prima zu ergänzen 🙂

          • @ Tanguero –

            das, was Marko geschrieben hat, sehe ich nicht als Widerspruch zu Deinen Worten. Siehe noch einmal nach und seid Euch einig – ihr seid es doch schon.
            Wichtig ist doch zu allererst , daß Menschen zueinander solidarisch, mitmenschlich und wohlwollend stehen, egal, um welche Herkunft, Sprache, Hautfarbe,Religion oder sonstwas es geht.
            Aber das wißt Ihr beide wohl schon – ich wollte es nur noch einmal klarstellen…

            • @Olaf,

              achte bitte auf die Smilies!! War also absolut ironisch gemeint.
              Klar sind wir uns einig, auch was Du als wichtig bezeichnest, ist es in der Tat!

  7. Hier zeigt die neoliberale Seite erst so richtig ihr Gesicht (nein ihre „FRATZE“):
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kramer-arbeitgeberpraesident102.html

    Angst schüren, wie und wo es geht!

    • Ja Angst schüren . Nur unterdrückung und Angst in diesem Land. Die Krankenkassen verschicken jetzt Drohbriefe ,wenn man das Foto für die bekloppte unsichere E-Card nicht einschickt ,das die noch gültigen Krankenkassen Karten ihre gültigkeit verlieren .
      Ohne Pragrafen zu nennen .
      .Die Regierung scheint sehr unter Druck zu sein , endlich den Scheiss auf dem Markt zu bringen ? .Mein Foto bekommen Sie nicht . Das Problem ist ,das sogar Arzthelferin den scheiss glauben ,das 2014 nur noch die E-Card mit Foto gültigkeit hat .
      Nichts wird hinterfragt bei der Masse . Wo soll das noch hinführen ? Weiteres kann man hier nachlessen ,das die alten KKarten noch ihre Gültigkeit haben . http://www.stoppt-die-e-card.de/

  8. -out of topic-
    Im Briefkasten ein Schreiben vom Jobcenter, mein Magen dreht sich, Schwindel, Kopfschmerzen, mein Sehvermögen verschlechtert sich. Öffne den Brief nicht, versuche erst noch Mittag zu essen. Meine Speiseröhre verengt sich, nach ein paar Happen keine Chance mehr, der Hals ist zu. Meine Stimmbänder versagen, jedes Wort wird eine Qual. Verlasse den Mittagstisch mit einem Lächeln. Familie leidet schon genug mit. Ich öffne den Brief, meine Vorahnung bestätigt sich. Eine Vorladung. Ein neuer SB. Die alte Leier. Sie müssen sich Bewerben. Bewerben bis zum Tod.

    • Hans Just,

      glauben Sie wirklich der Mensch zählt? Nein, nicht einmal hier, denn erst kommt die Selbstdarstellung,….dann kommt nichts!
      Ach nein, eines hätte ich fast vergessen:Sag nie die
      Wahrheit!

      • @Anette,
        „Nein, nicht einmal hier, denn erst kommt die Selbstdarstellung“
        wie man bei Dir mal wieder deutlich erkennen kann!

      • @Anette Schloupt
        Egal, was die Ober-Selbstdarsteller darauf antworten werden:
        Ich schließe mich deinem Kommentar vorbehaltlos an.
        Und bin dann auch schon wieder weg.

        • @Anette, @somethingswrong,

          „Wer ein Problem erkennt, und nichts zu seiner Beseitigung unternimmt,
          der ist möglicherweise ein Teil dieses Problems.“

  9. Interview „Sozialrechtsexperte“ bei Sat1
    Dienstag, 19.11.2013 um 22:15 Uhr in der Sendung „Die Akte“
    ebay-Schnüffelei bei Harzt IV

    Bin mal gespannt, was da so erzählt wird…

    Gruß,
    H.-W.

    • @ H.-W ,danke für den Tipp. Anscheint hat Herr Zimmermann so viel zu tun ,das er nicht mehr ans Telefon geht? Auch keiner seiner Angestellen ? Fraglich ob er noch die TelefonBeratung jeden Mittwoch von 13-17 Uhr macht ? Erreicht habe ich ihnen jedenfalls den letzten 2 Wochen nicht !

    • Ah ok, danke für den Tipp.

  10. Hier ein weiterer Link zur Mindestlohnposse: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/128323/mindestlohn-2016-ein-schlechter-witz

    Und nochmal kurz zur Mitgliederbefragung der SPD: Das Ergebnis dieses sog. Mitgliederentscheids hat auf die Frage „GroKo – ja oder nein?“ keinerlei Auswirkungen. Und auch nicht auf den Inhalt des Koalitionsvertrages. Selbst wenn 100% der Mitglieder für die Ablehnung des Koaltionsvertrages stimmen würden, die Parteiführung ist an das Ergebnis des Entscheids nicht gebunden und es hat auch keinerlei verpflichtende Wirkung auf sie. Das Ganze läuft also eher unter dem Motto „Schön, dass wir darüber gesprochen haben.“…

    • @Harzpeter,

      „Sigmar Gabriel versteht sich allerdings darauf, selbst den faulsten Kompromiss schön zureden.“
      „Die Koalitionsverhandlungen werden immer mehr zu einer Farce, zu einer Veranstaltung von Polit-Clowns, die nicht witzig sind.
      Das reicht eigentlich als treffende Aussage für die Verar…ung aller Wähler!

    • Ich vergaß:
      Eigentlich müsste der Parteiname „SPD“ (Sozialdemokratische Partei Deutschland) zwischenzeitlich
      als ARGLISTIGE TÄUSCHUNG für diese „Organisation“ verboten werden,
      denn dass sie weder „sozial“, noch „demokratisch“ sind, kann offensichtlicher nun nicht mehr sein!

    • @Harzpeter

      Wegen so ein paar Deppen an der Führungsspitze geht bei der nächsten Wahl die ganze Partei unter,
      FDP lässt grüßen.

      • Es gibt aber auch an der Basis genügend Deppen, die ihrer Parteiführung blind hinterher in den Abgrund laufen. Auf der Website der SPD finden sich bei den Mitgliederkommentaren auch so einige, die die Agenda 2010 als herausragende Leistung verklären, die eine GroKo als großartige Chance für die SPD anpreisen und mit Austritt drohen, falls die SPD tatsächlich mit den „Kommunisten“ kooperieren würde.

        Übrigens, der „Genosse“ F.-W. Steinmeier hat in seiner gestrigen Rede vor dem Arbeitgebertag die verunsicherten Herrschaften Arbeitgeber beruhigen können, indem er sinngemäß äußerte, dass die SPD garantiert keine Abkehr von der Agendapolitik vornehmen werde. Eine solche Abkehr wäre lt. Steinmeier „Irrsinn“…

        • @Harzpeter,

          wer oder was hier der „Irrsinn“ ist, wird jedoch von den Neoliberalen und ihrer Anhängerschaft
          leider nicht in Frage gestellt, wie Du ja auch schon treffend zu deren Kommentaren gesagt hast.

          Wissenschaftliche Ergebnisse, Forschungen, etc., die ALLE das Scheitern der „Agenda 2010“
          und auch deren volkswirtschaftlichen negativen Auswirkungen (gestiegene Gesundheits- u. Verwaltungskosten, Verschwendungen, Subventionen, etc., etc.)
          werden dabei natürlich bewusst IGNORIERT!

  11. HIMMEL HILF !!!

    Was hat D.A.S mit Hartz IV/ ALG II zu tun ? Diese A’…öcher !!

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauchte-fuenfjaehrige-in-hamburg-nachbarn-halfen-bei-befreiung-a-934223.html

    (eine Kommentarfunktion ist hierzu nicht vorgesehen). Es mag meinetwegen eine sozialverhaltensgestörte alternde Wurst gewesen sein (wenn das alles tatsächlich stimmt) – aber das primäre Merkmal ist nicht sein Hartz IV-Bezug.
    Was für eine schrägüble „Berichterstattung“ !
    Stinkwütend…

    • @Olaf,

      es wurde lediglich von dem arbeitslosen… gesprochen,
      bzw.
      „Die Menschen im Phoenix-Viertel sagen: „Es wird immer schlimmer, aber wir wohnen halt hier.“
      Bei 42 Prozent liegt der Ausländeranteil in der Gegend, fast jeder Dritte bekommt Hartz IV.“

      Das beschreibt lediglich die Folgen der Gentrifizierung und der sozialen Ausgrenzung, die dort
      ziemlich geballt zur Erscheinung tritt.
      .
      Zudem hat sich hier auch Solidarität (wenn auch vielleicht in einer „schrägen“) Art gezeigt:
      „und an dessen Aufklärung offenbar die halbe Nachbarschaft beteiligt war, in einer merkwürdigen Mischung aus Zivilcourage und Selbstjustiz.

      Allerdings sehe ich hier nicht einmal eine indirekte Bezugnahme auf Hartz IV, zumal es heißt,
      „Zu uns gekommen ist er 2007, damals direkt von der Straße“,als Verkäufer von „Hintz & Kunzt“ wirkte er sehr unauffällig und „eigentlich eher nett“.

      • @ Tanguero,

        will mich nicht mit Dir über diesen Artikel streiten, aber ich frage mich, welchen Erkenntniswert diese drumherum-Daten bezüglich des Verdächtigen haben bzw. wie dieser Artikel von anderen verstanden wird.
        Na ja.

        • @Olaf,

          will mich auch mit Dir nicht darüber streiten, glaube aber, dass Du hier ein bisschen „überreagierst“.
          Mal sehen, was andere dazu sagen (vielleicht liege ja auch ich falsch?)
          Das Pädophilie wohl mit zu dem Abscheulichsten zählt, gilt meines Wissens nach sogar unter Straf- und Gewalttätern, unabhängig ob von einem Obdachlosen, Milliadär oder Geistlichen ausgeübt..

    • Hallo Olaf,

      wie war Dein Termin auf dem Amt, alles glatt gelaufen?

      Ich war heute beim Arbeitgeberservice. War ganz okay, muss wohl nochmal hin, weil ich wechseln will vom Kaufmännischen ins Soziale und da war ich bei der falschen Beraterin gelandet. Sie reicht es an die Kollegin weiter und vllt. will die dann auch noch mit mir reden.

      Habe zum Schluss mitgeteilt, dass ich nicht für Callcenter und Zeitarbeit geboren bin, dann eben Sanktion hinnehme und verhungern muss. War aber kein Thema, sie hat gelächelt und verneint. Übrigens sie fand meine Bewerbungsschreiben „super“. Scheint, dass ich vor Sanktionen irgendwie gefeit bin, toi, toi, toi!

      Schön, dass Du wieder mitmischst!

      LG Rosi

      • @ Rosi,

        danke für Deinen freundlichen Gruß (letzter Satz).
        Mein Sachbearbeiter war nicht da und der Ersatzmann hatte auch keine Idee, was sie jetzt mit mir anfangen können oder wollen. Ergebnis: Mein vorheriger Sachbearbeiter meldet sich bei mir mit einer neuen Terminladung.

    • Danke Rosi, für den Link…

      Kein Geschwurbel, deutliche, emotionale Worte, wirklich auch mal im SINNE der Grundgesetze und der Menschenwürde…so mag ich Gysi…einer der ganz wenigen, die ich persönlich wirklich authentisch finde unter den Politikern…

      Klasse, hat mich beeindruckt, er bringt es einfach auf den Punkt.

      • Ja, geht mir genauso. Ich mag auch S. Wagenknecht, schade dass sich die Zwei nicht so gut verstehen.
        Wäre besser für die Partei, weil beide an der Spitze stehen.

        LG Rosi

  12. Viel TamTam zum Mindestlohn, der die Existenzsicherung unterschreitet, dauert bis 2016 weil er die Jobs gefährdet. Würde sagen bis 2016 ist das keine Option mehr bei der jährlichen Preissteigerung.
    Bankenrettung und ESM geht schneller…

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/mindestlohn-2016-koalitionsverhandlungen

    • @Rosi:
      2016! Oh vielen Dank, SPD. Da lohnt es sich doch echt zu warten. So wie das da beschlossen werden soll sind die 8,50 eh Makulatur, das ist dann auch kein Mindestlohn. Da sitzen dann drei AG-Vertreter und drei handzahme AN-Vertreter die regelmäßig ein paar …. spendiert bekommen, und dann hat die Branche wieder den nach unten offenen Lohn.

      Soo wird das sowieso nix…

  13. @Inge Hannemann,

    eigentlich müssten wir Dir jetzt böse sein, da der Termin am Freitag (siehe rechts oben) NICHT zustande kommt, haben wir uns doch schon zum Meeting verabredet 😉

    • O. k. –

      gut, daß ich das eben auch gesehen habe, ggf. sollten wir oder Inge mit einem noch besser sichtbaren Hinweis noch ein paar Mal in den nächsten Tagen sicherheitshalber darauf hinweisen. Es kämen ja vermutlich auch Freunde von auswärts.
      Tja, Tanguero, dann wird das noch etwas länger dauern, bis wir und andere uns wieder sehen oder wir machen ein eigenes Treffen woanders (direkt per e-mail) aus… 😉

      An Miss Inge alles Gute und berichte bitte, wann es weiter geht.

      Beste Grüße (auch an alle anderen)
      von
      Olaf aus HH

  14. Europäische Bürgerinitiative zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Da bis zum 14.Januar 2014 mit mehr soo viel Zeit ist, möchte ich noch einmal dringend
    an alle appellieren, die noch nicht mit gezeichnet haben, es doch bitte zu tun und den Link weiter
    zu verbreiten:

    http://www.ebi-grundeinkommen.de/

    • Meine Güte, der aktuelle Stand sieht ja alles andere als rosig aus. Ich frag‘ mich angesichts solcher Zahlen, wo sind allein all die Langzeitarbeitslosen, die sich über ihre (ernste) Lage und ihre Perspektiven Gedanken machen? Schon durch sie allein wäre doch der Unterschriftentopf bereits gefüllt. Es ist unfassbar! Sicherlich glauben die meisten immer noch an Politik und Wirtschaft – und ein ordentliches Stück vom Kuchen 😦

      • @Marko,

        auch im Anbetracht der Tatsache, dass die Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen beim Bundestag weit mehr als 50.000 Petenten hatte, mehr als erschreckend!
        Bei 7,25 Millionen direkt Betroffenen wirklich kaum fassbar (Wahrscheinlich habe die alle keinen Internetzugang, PC, und lesen so etwas nicht ;.-) )

        • Sie lesen es nicht, weil es sie nicht interessiert. Zum einen, weil sie mit ihren Niedriglohnjobs vollkommen ausgelastet sind, wobei manche damit ja durchaus auch hochzufrieden sind (weil ist ja besser als überhaupt keine Arbeit, nüch?). Zum anderen, weil sie sich vor neuen Wegen fürchten. Das Leben im Alg II-Bezug kennen sie, ein bedingungsloses Grundeinkomen hingegen wäre absolutes Neuland. So eine Art Angst vor dem Unbekannten überkommt sie dabei vielleicht. Der Spatz in der Hand usw. Und man kennt ja den alten Spruch vom glücklichen Sklaven, dem die sichere Sklaverei lieber ist als die unsichere Freiheit…

      • Die jahrelange Indoktrination durch die Systemprofiteure macht sich hier halt in ihrer Wirkung bemerkbar!

  15. Ich war bzgl. der Nachforderung vom JC beim Anwalt. Fazit: Ich muss das Geld nachzahlen. Begründung: Ich habe nach Bekanntgabe meines TZ-Jobs und der Abgabe meiner Nachweise darüber nur einen vorläufigen Bewilligungsbescheid erhalten. Alle anderen Änderungen bezogen sich auf diesen vorläufigen Bescheid. Gegen den hätte ich allerdings Widerspruch einlegen müssen, da er keine Rechtskraft besitzt. Zudem fehlte die Begründung in diesem Bescheid. Obwohl durchweg alle Bescheide, die ich vom JC erhalten habe, von Formfehlern nur so wimmeln, wäre eine Klage vor dem Sozialgericht aussichtslos. Von dem Geschwurbel, was dieser Anwalt von sich gegeben hat, habe ich kaum etwas behalten. Erschwerend kam hinzu, dass nach meinem Empfinden die Chemie zwischen diesem noch sehr jungen Anwalt und mir nicht stimmte.

    Verstanden habe ich noch, dass es andererseits nicht immer notwendig ist, gegen vorläufige Bescheide Widerspruch zu erheben. Das hängt u. a. davon ab, ob man arbeitet oder nicht. Die §§ 45 und 48 SGB X sind nicht immer anwendbar. Und als ich mich darüber aufgeregt habe, dass mir vorgeworfen wird, ich hätte meine Pflichten grob fahrlässig verletzt, bekam ich zur Antwort, das wäre standardmäßig in allen Schreiben vom JC enthalten, weil es Textbausteine sind. Auf meine Frage, ob denn eine Verleumdungsklage angebracht wäre, wurde mit den Schultern gezuckt. Das könne ich gerne tun.

    So, nun bin ich fast so schlau wie vorher. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich eine Anhörung vom JC bekommen habe, wenn sich alles sowieso nur auf den vorläufigen Bescheid bezogen hat. Was jetzt kommt, ist Ironie: Jeder Empfänger von ALG-II sollte Verwaltungsrecht studieren.

    • @Frau B.,

      der Anwalt scheint nicht sonderlich kompetent zu sein und vor allem zeigt er, dass er sich nicht
      wirklich einsetzt (bei den Erstattungssätzen im Rahmen der Prozesskostenhilfe, zum Teil sogar verständlich).
      „dass mir vorgeworfen wird, ich hätte meine Pflichten grob fahrlässig verletzt, bekam ich zur Antwort, das wäre standardmäßig in allen Schreiben vom JC enthalten, weil es Textbausteine sind.“
      Klar sind es Textbausteine, die ohne Gedanken daran zu verschwenden genutzt werden. DENNOCH ist und bleibt es eine Verleumdung und sollte, z.B. wie ich es gemacht habe, entsprechend genutzt werden!

      Auch hier wird leider deutlich, dass wir Betroffenen dazu übergehen müssen, sowohl den SB, aber Rechtsanwälten und anderen, klar zu sagen, was und wie sie etwas zu tun haben. (D.h. weg vom Bittstellertum, zu klaren, eindeutige Forderungen!)

      • @Tanguero: Könnte man nicht evtl. eine Liste kompetenter, sich einsetzender Anwälte erstellen, auf die jeder Betroffene im Klagefall zugreifen kann, um nicht Russisch Roulette spielen zu müssen?

        • @Marko,

          die Idee ist grundsätzlich gut, dennoch befürchte ich, dass dies eine sehr kurze Liste wird,
          denn diejenigen Rechtsanwälte, die sich auf das Sozialrecht spezialisiert haben, leiden unter der
          Problematik, dass die Erstattungen im Rahmen der Prozesskostenhilfe recht niedrig sind (und es es extrem lange dauert, bis sie gezahlt werden), sie somit nur über die Masse klar kommen, was dann wiederum auch nur zum dem nötigsten Engagement führt (vielleicht mag es Ausnahmen geben, die können dann jedoch keine oder kaum neue Klienten annehmen).

          • huch, zu schnell „geklickt“:
            (vielleicht mag es Ausnahmen geben, die können dann jedoch keine oder kaum neue Klienten annehmen, da sie bereits überlastet sind. Dies musste ich selbst bei zwei Empfehlungen von „Die Linke“ erfahren).

            • @Tanguero

              ja stimmt, erging mir ebenso. Habe jetzt einen jungen Anwalt aus der selben Kanzlei, der kann sich jedenfalls mit dem Kollegen austauschen, ist motiviert, und ich bin erst mal zufrieden. Er ist jedenfalls besser als die zwei vorher gewählten Anwälte.

              Aber die Zuverlässigkeit zeigt sich erst auf Dauer.

              LG Rosi

          • @Tanguero…..So eine Liste, bzw Seite gibt es irgendwo im zusammenhang mit Ralph Boes oder Wir-sind-boes (auf die schnelle find ich das allerdings gar nicht mehr, war 1 Jahr her oder so), dort konnte jeder seine Anwälte eintragen, die was taugen, damals war nur einer aus Berlin eingetragen, glaub ich…allerdings war die Seite auch gerade erst neu….

      • @Tanguero
        „der Anwalt scheint nicht sonderlich kompetent zu sein und vor allem zeigt er, dass er sich nicht
        wirklich einsetzt (bei den Erstattungssätzen im Rahmen der Prozesskostenhilfe, zum Teil sogar verständlich).“

        Danke dafür. Ich bin froh, dass ich nun nicht mehr die Einzige bin, die das genauso sieht. Meiner Meinung nach hatte der Anwalt auch keine Lust gehabt, sich für diese lächerliche Summe krumm zu machen. Ich habe hier in der Beschreibung versucht, sachlich zu bleiben. Auf mich wirkte der Typ so, als wenn er das mit der Vertretung von H4-Empfängern nur macht, damit er als Zusatzverdienst nicht noch Taxi fahren muss. Kalt und abweisend, nicht ein Wort des Bedauerns, ständig ein falsches Dauergrinsen im Gesicht. Ich wurde gefragt, ob ich eine Rechtsschutzversicherung (RSV) habe. Er kenne Hartz-IV-Empfänger, die hätten eine. Worauf ich ihm sagte, dass ich nicht verstehe, wovon das bezahlt wird. Wieder keine Reaktion seinerseits.

        Meiner Erfahrung nach tritt eine RSV auch nur ein, wenn der „Schadensfall“ nach dem Abschluss der Versicherung eintritt. Da ich schon seit Jahren nicht aus dem Bezug von ALG-II rausgekommen bin, sehe ich da wenig Sinn drin, so ein Ding abzuschließen.

        • @Frau B.,

          völlig richtig. Noch dazu muss man sich die Bedingungen ganz genau durchlesen, denn gerade für Sozialrechtsschutz gibt es oft Ausschlusskriterien, bzw. er ist gar nicht versichert.
          Zudem ebenfalls richtig bemerkt, wovon sollten wir sie denn bezahlen können?

    • @ Frau B. –

      hoffentlich hilft es noch innerhalb der laufenden Fristen: Entweder könnte man eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand beantragen und dann zugleich Widerspruch einlegen (war eine Rechtsmittel-/ Widerspruchsbelehrung beim vorläufigen Bescheid dabei ? Vermutlich ja, dann nicht gut) oder – wenn der Anwalt innerhalb der Fristen damit befaßt war: Ihm ggü. einen (bei ihm versicherten) Haftungsfall geltend machen.
      Eine „Verleumdungsklage“ (ggf. googeln) paßt hier m. E. nicht.
      Eventuell könnte noch folgendes helfen (ohne Gewähr): Einen Antrag stellen, daß der Rückforderungsbescheid in der Sache aufgehoben wird und einen nachträglichen Überprüfungsantrag dieses Bescheides stellen.
      Siehe hierzu:

      http://dejure.org/gesetze/SGB_X/44.html

      Ob das alles klappen wird, weiß ich nicht, da ich keine Einzelheiten und auch nicht den vorsitzenden Richter kenne.
      Das ganze ggf. mit PKH-Antrag versehen und möglichst sofort/ umgehend losschicken. Je eher desto besser, wegen der Fristen !
      Das alles könnte länger dauern, sich aber eventuell lohnen. Also hin zum Anwalt, der sich aus der Problematik ggf. retten kann, sonst haftet er ggf.

      Beste Grüße und viel Erfolg !

      • @ Frau B.:
        Zur SIcherheit: Der nachträgliche Überprüfungsantrag dieses Bescheides muß beim Jobcenter gestellt werden. Das alles fotokopieren und sich den Empfang mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen oder wenigstens einen oder zwei Zeugen für die Übergabe des Antrages mitbringen.
        Sonst könnten die noch behaupten, daß sie es nicht bekommen hätten…

        Nochmal: Alles Gute für Sie !

        • Vielen Dank. Ich schau mal, was sich machen lässt. Bisher hat mich das Ganze schon 2 x 4,75 Euro gekostet für zwei Einschreiben mit Rückschein und 1 x 15,00 Euro Zuzahlung beim Anwalt. Und das für 127,80 Euro Rückforderung. Meinen ersten Widerspruch habe ich auf die Anhörung geschrieben, daher wurde dieser als unzulässig zurückgewiesen. Der zweite Wiederspruch auf den jetzigen Aufhebungs- und Erstattungsbescheid, der ja auf dem vorläufigen Bescheid von Anno Zopf aufbaut, ist noch in Bearbeitung. Bevor da nicht die Antwort kommt, kann man sowieso nichts machen, sagte dieser Anwalt.

          Auf jeden Fall wird der eine oder andere stille Mitleser hier von unserem Austausch profitieren, und das ist doch schon mal ein Erfolg für alle Beteiligten.

    • @Frau B…..Ja alle Anwälte sind eben nicht brauchbar, wie beschrieben. Zitat: „Erschwerend kam hinzu, dass nach meinem Empfinden die Chemie zwischen diesem noch sehr jungen Anwalt und mir nicht stimmte. „….am besten: Anwalt wechseln und erst einmal ein Gespräch, in dem sich dann zeigt, ob er Interesse hat und die Chemie stimmt…sonst kann man auf die Schnauze fallen (selbiges hab ich schon erlebt, bei einem Gespräch mit einem Bekannten und einem Anwalt, wo ich anwesend war, er war nicht kompetent, auch die Chemie stimmte nicht, er machte der Eindruck einer Schlaftablette. Er hatte sich zwar auf Hartz IV spezialisiert, allerdings nur auf seine Art, wo er sicher schnelles Geld verdient. Die Erwähnung des Grundgesetzes erweckte bei ihm das Grausen).

      • So ist das auch mit Ärzten, Lehrern, Beamten, Verkäufern … Die einen so, die anderen so. Da gehört schon eine Portion Glück dazu, etwas zu finden, das passt.

  16. Niemand regiert uns – und wir merken es nicht!

    http://m.welt.de/article.do?id=debatte%2Farticle121881525%2FNiemand-regiert-uns-und-wir-merken-es-nicht

    Tja – dann sollten wir diesen Politschauspielern ganz schnell das Engagement und vor allem die “Gage” kündigen!

    WOZU also noch Steuern WOFÜR zahlen???

    Wir sollten uns ein Vorbild an Paraguay nehmen – In Paraguay weht ein anderer Wind… Die haben wenigstens Eier in der Hose!

    Einem Volksvertreter sollte die Immunität aufgehoben werden. Mit 22 zu 23 Stimmern wurde dieser Antrag abgelehnt. Die 23, die dagegen stimmten, werden nun geächtet!

    http://wochenblatt.cc/nachrichten/shoppingcenter-gegen-volksvertreter/21077

    http://wochenblatt.cc/nachrichten/restaurants-verweigern-senatoren-den-eintritt/21053

    http://wochenblatt.cc/nachrichten/kuhhandel-perfekt/21080

    Zur Nachahmung empfohlen!

  17. Das Statistische Bundesamt gibt bekannt:

    Pressemitteilung Nr. 383 vom 14.11.2013
    7,25 Millio­nen Emp­fänger von sozialer Mindest­siche­rung am Jahres­ende 2012

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/11/PD13_383_221.html;jsessionid=F56DA0FA772FCA0D9E33903A91A7B139.cae3

    • Wenn ich richtig gerechnet habe, sind das 9 % der Einwohner Deutschlands.

      • @Frau B.,
        „Zum Jahresende 2012 erhielten in Deutschland knapp 7,25 Millionen Menschen und damit 9,0 % der Bevölkerung soziale Mindestsicherungsleistungen.“

        Also richtig gerechnet!
        Tja, Deutschland geht es gut! 😉

        • Das kommt daher, wenn man sich Abends nochmal schnell einen Überblick verschafft, aber unkonzentriert ist, weil müde. Sorry einerseits, andererseits hätte ich mir das Rechnen sparen können 😉 Und ganz ehrlich, manche Artikel überfliege ich auch nur noch, weil es zu viel ist, alles ganz genau zu studieren. Zudem beschleicht mich oft so ein Gefühl von Ohnmacht und Traurigkeit. Das kann ich zur Zeit echt nicht gebrauchen.

          • @ Frau B.,

            seien Sie getröstet, das kenne ich und alle anderen „vom Fach“ kennen es auch. Manchmal mag man sich diesen Shice nicht mehr wirklich antun…
            Obwohl einem meist kaum eine Wahl bleibt.

  18. So versuchen sich Großbanken von Grundsatzurteilen „freizukaufen“:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/jpmorganchase112.html

    • Genau wie die Medien das Thema immer schönreden oder ignorieren oder auf dem Hetz den Hartzer Zug aufspringen. Der Datenschutz weicht auf und irgendwann verlangt man …. Nein ich werde sie nicht auf Neue Ideen bringen. Das kann diese perfide System sowieso Menschen unwürdig behandeln und über ein Kamm schert unter Generalverdacht bis auf kleinste durchleuchtet.

      Gesucht werden hier Sanktionsbescheide um eine Bibliothek anzulegen. Alle Sanktionierte können einen Beitrag leisten. Mehr infos hier: http://schindersliste.wordpress.com
      oder hier https://www.facebook.com/pages/Schinders-Liste/1473168796241814

      Eine Breite Öffentlichkeit für die „Entrechteten“ und Opfer der Agenda2010 ist enorm wichtig.

      Nicht das die SPD das bei der Koalitionskatastrophe vergessen. Wir werden jedenfalls nur gehört wenn wir viele sind und laut genug berichten was sie mit den Menschen und deren leben anrichten. Und wo das Hinführen wird. Es wurde genug zugesehen, nur wenn alle zusammenhalten erzeugt es genug Druck auf die Politik. Sie schönen ja nicht umsonst alles was negativ aussieht nach außen (EU) dringt. Wollen sie doch der EU das Konzept überstülpen. Nicht alle EU Bürger sind so duldsam System verblendet und friedlich wie der Deutsche.

      Ralph Boes möchte auch durch Deutschland Touren um zu den Sanktionierten zu fahren, meldet euch oder ladet ihn ein. werdet teil der Tour in Interviews etc.
      Anders als bei einer Demo, die nur kurz wahrnehmbar ist, in der zwar öffentlich Forderungen gestellt, aber nicht die dahinter liegenden Probleme für außen stehende Betrachter erlebbar gemacht werden können … wünsche ich mir eine Bewegung, die sich kontinuierlich entfaltet und auf verschiedenste Weise die Probleme zeigt. Und auch die Lösungen der Probleme.

      „Ich stelle mir vor, eine Tour durch Deutschland zu machen, auf der wir uns Ort für Ort in Ruhe treffen, Aktionen durchführen, Vernetzungen anbahnen, Ort für Ort Erlebnisberichte aus dem Leben der Sanktionierten verfassen und veröffentlichen, Fotos machen, Filme drehen, direkt mit den Politikern sprechen, über Verbesserungsvorschläge debattieren – das dann alles veröffentlichen usf.

      Damit ein Bild gewoben wird, an dem die Politik sich orientieren kann.

      mehr infos:

      http://wir-sind-boes.de/termine-1.html

  19. Es gibt keine wie auch immer geartete Moral, die ein harmonisches Zusammenleben sowohl untereinander als auch mit der Natur von mehr als 150 Menschen ermöglicht, denn nur bis zu dieser Grenze können sich alle noch gegenseitig kennen. Bleibt aber die Arbeitsteilung auf 150 Menschen beschränkt, gibt es keine Weiterentwicklung. Darum verharrte der Homo sapiens über einen Zeitraum von etwa 150.000 Jahren auf dieser Stufe des Urkommunismus, der alles andere als ein “paradiesischer Zustand” ist, sondern nur das nackte Überleben.

    Für eine kulturelle Weiterentwicklung muss die Arbeitsteilung auf deutlich mehr als 150 Menschen ausgeweitet werden. Dazu ist die Solidarität ungeeignet, denn niemand ist mit anderen solidarisch, die er nicht kennt. Die einzige Motivation und – weil in den Anfängen der Kulturentwicklung das Wissen noch fehlte – auch die einzige Möglichkeit für eine koordinierte Arbeitsteilung zwischen vielen tausend bis zu einigen Millionen war zunächst die Machtausübung des Menschen über andere Menschen oder Menschengruppen. Dazu erfand der Kulturmensch die Götter: durch Schöpfungsmythen im kollektiv Unbewussten einprogrammierte, künstliche Archetypen, um aus Menschen willige “Arbeitsameisen” (Untertanen) zu machen. Eine solche frühe Kultur, eine zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus), war z. B. das vorantike Ägypten der Pharaonen, in der der einfache Arbeiter noch kein selbständig denkender Mensch war, sondern ein beliebig austauschbarer Leibeigener des Pharao. Der einfache Arbeiter dachte sich aber nichts dabei, verrichtete die ihm zugewiesene Arbeit und ließ sich mit einem Häufchen Getreide pro Tag füttern, denn er hatte keine Vergleichsmöglichkeit. Aufgrund der Programmierung seines Unterbewusstseins war er nicht in der Lage, sich ein anderes und besseres Leben, das er hätte begehren können, überhaupt vorzustellen.

    Das Bewusstsein des Menschen arbeitet mit Worten und Zahlen, das Unterbewusstsein mit Bildern und Metaphern. Das Unterbewusstsein lässt sich programmieren und damit der Kulturmensch durch selektive geistige Blindheit an eine noch fehlerhafte Makroökonomie anpassen, indem elementare makroökonomische Zusammenhänge mit archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschrieben und diese dann mit falschen Assoziationen und Begriffen verknüpft werden, an die der Untertan glaubt. Der Glaube an die falschen Begriffe erzeugt eine geistige Verwirrung, die es dem Programmierten so gut wie unmöglich macht, die makroökonomische Grundordnung, in der er arbeitet, zu verstehen; noch weniger kann er über die Makroökonomie, die in den Grundzügen seine Existenz bestimmt, hinausdenken. Diese Technik, die in früheren Zeiten – etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert – noch eine exakte Wissenschaft war und die nur von eingeweihten Oberpriestern betrieben werden durfte, nennt sich “geistige Beschneidung von Untertanen”, bzw. Religion = Rückbindung auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten. Auch das, was heute “moderne Zivilisation” genannt wird, entstand aus der Religion:

    Macht oder Konkurrenz

    • @Stefan Wehmeier,

      guter Beitrag der auf die eigentliche Problematik, nämlich der „einprogrammierten“ Glaubenssätze,
      die oftmals nicht einmal bewusst sind, aber auf der anderen Seite gerade dadurch zu echten Problemen, bis hin zu Krankheiten führen, da sie häufig Stress hervorrufen, der Hauptursache der meisten Krankheiten.
      Um den Stress und seine Auswirkungen, bzw. die eigentlichen Ursachen behandeln zu können, möchte ich hier eine Buchempfehlung („The Healing Code“) aussprechen:
      http://www.leichtlaufen.de/herzensangelegenheiten-losen-mit-den-healing-codes/

      Kann zwar selbst noch keine „Erfolgsmeldung“ posten, da ich ihn selbst erst seit Kurzem anwende,
      dennoch bezweifle ich die Wirksamkeit nicht, zumal ich mich auch intensiv mit NLP beschäftigt habe,
      was ebenfalls zum Aufdecken und Lösen solcher „Programmierungen“ verwendet werden kann.

      • Ich selbst praktiziere seit ca. einem Jahr die uralte japanische Methode „Jin Shin Jyutsu“ und kann nur sagen, dass es mir bislang tatsächlich geholfen hat und dabei auch recht schnell gewirkt hat. Wie bei nahezu allen asiatischen „alternativen“ Heilmethoden wird auch beim „JSJ“ davon ausgegangen dass körperliche und seelische Beschwerden miteinander im Zusammenhang stehen bzw. sich gegenseitig bedingen. Zudem ist „JSJ“ extrem einfach anzuwenden. Es wird dabei nicht meditiert, es wird nicht visualisiert, es wird keine „höhere Macht“ angerufen und auch keinem Lehrer oder Meister gehuldigt. Man kann es im stehen, sitzen oder liegen praktizieren, beim fernsehen oder lesen, beim spazierengehen oder beim warten an der Supermarktkasse.
        Man hält nämlich einfach nur leicht einen bestimmten Finger oder „strömt“ mit den Fingern einen der paarweise angeordneten 26 Energiepunkte am Körper.
        Mit spirituellem Handauflegen hat das aber nichts zu tun.

        Im „JSJ“ benutzet man nämlich einfach seine Finger und Handflächen, um körperliche und psychische Probleme anzugehen. Obwohl – „Probleme“ gibt es beim „JSJ“ nicht, da dieses Wort zu negativ besetzt ist. Man spricht dort lieber von „Projekten“. „Problemen“ steht man oft rat- und hilflos gegenüber, „Projekte“ hingegen geht man an.
        Jeder Finger ist einem bestimmten psychischen oder emotionalen Bereich zugeordnet. Der Daumen steht für Sorge/Grübeleien, der Zeigefinger für Ängste aller Art, der Mitelfinger für Wut, der Ringfinger für Trauer und der kleine Finger für Verstellung. Verstellung meint hier z.B. den berühmten Clown, dem eigentlich zum weinen zumute ist, der aber trotzdem „lustig“ ist. Oder den Arbeitnehmer, der nach außen hin immer wieder betont, wie froh er ist, einen so tollen Arbeitsplatz zu haben, zuhause im stillen Kämmerlein aber äußert, wie sehr ihn sein Scheißjob, der miese Chef und die dämlichen Kollegen ankotzen. Kurzum: Man ist – besser: gibt sich – so, wie es andere von einem erwarten, aber nicht so, wie man eigentlch sein möchte.

        Gerade in unserer heutigen Zeit dürfte m.E. diese „Verstellung“ eine der hauptsächlichen psychischen Ursachen für körperliche Beschwerden sein. Ich verlinke dazu aber jetz mal zwei Bücher, da das hier sonst zu lang werden würde:

        http://www.buecher.de/shop/fachbuecher/jin-shin-jyutsu/riegger-krause-waltraud/products_products/detail/prod_id/35521930/

        http://books.google.de/books?id=A8uku0-XDusC&pg=PA123&lpg=PA123&dq=nicola+kessler+jin+shin+jyutsu&source=bl&ots=N532jMfe1o&sig=SvLHlpHCwgXkOepDYZbOuDjarjw&hl=de&sa=X&ei=mmeIUqSOIYnctAbEl4HQAg&ved=0CGIQ6AEwBTgK#v=onepage&q=nicola%20kessler%20jin%20shin%20jyutsu&f=false

  20. @Harzpeter,

    die GroKo doch nicht so sicher?:
    http://www.tagesschau.de/inland/spd1144.html

    Hoffentlich bleibt die Basis weiterhin skeptisch und erinnert an das „Soziale“ !

    Die Schnittmengen mit „Grünen“ und „Die Linke“ sind und bleiben am Größten.
    (auch wenn es der „Führung“ nicht gefällt)

    • @Tanguero,
      Deine Optimismus in allen Ehren, aber ich traue dem Braten trotzdem nicht so recht. Das letzte Wort hat nun mal die Parteiführung und da die Mitgliederbefragung per brieflicher Abstimmung erfolgt, was nebenbei bemerkt in dieser Form nicht den Parteistatuten entspricht (Mitgliederentscheidungen werden lt. Statuten in den Ortsvereinen durchgeführt und die Ergebnisse nach „oben“ weitergeleitet)), sind hier „Mauscheleien“ bei der Auszählung Tür und Tor geöffnet. Da könnten u.U. einige tausend Briefchen leider nicht rechtzeitig angekommen sein, falls sich bei der Auszählung ein deutliches „Nein“ der Mitglieder abzeichnen sollte. Wie man auf der Website der SPD bei manchen Leserkommentaren der Mitglieder erkennen kann, ist also auch parteiintern dahingehend einiges an Misstrauen feststellbar.

      • @Harzpeter,

        danke für Deine Links zu „XPider“ (https://altonabloggt.wordpress.com/2013/11/14/wohlfuhloase-via-engagement-index/#comment-10377)!
        Hinsichtlich Deiner Skepsis, die mehr als angebracht ist, widerspreche ich Dir (auch wenn ich Optimist bin) nicht!
        Es bleibt spannend.

      • @Tanguero & Harzpeter

        Ich habe gestern in den Nachrichten gehört, dass sich die SPD 2017 für die Zusammenarbeit mit der „Die Linke“ öffnen will.

        So, und jetzt frage ich mich, wie gut /schlecht laufen die Koalitionsverhandlungen bei solch einem Statement? Warum geht das 2017 aber 2013 nicht? Die Basis liegt doch richtig, aber die Führung will sich ihre Pöstchen sichern. Will man den Austritt zahlreicher Mitglieder verhindern mit derartigen Ködern?

        Bis 2017 könnte die SPD das gleiche Schicksal wie die FDP ereilen. Die 10 % Abgabe der Sparer zur Bankenrettung und die TAFTA, das transatlantische Freihandelsabkommen, werden ihren Anteil zum Umdenken der SPD-Wählerschaft bis 2017 beitragen. Wenn wir bis dahin überhaupt noch den US $ und den Euro haben. Die BRICS-Staaten sind da auf einem guten Weg zu einer goldgedeckten Währung und werden meines Erachtens bald den Ton angeben.

        LG Rosi

        • Störfeuer für laufende Koalitionsverhandlungen

          Linke lädt SPD zum Gipfel

          Die Linkspartei reagiert umgehend auf den vom SPD-Parteitag verabschiedeten Leitantrag, der von 2017 an ein rot-rot-grünes Bündnis als Option vorsieht. Ko-Chefin Kipping regt ein Spitzentreffen der Parteiführungen an. Derweil wächst in der SPD die Furcht vor einem Nein der Mitglieder zur Großen Koalition.

          http://www.n-tv.de/politik/Linke-laedt-SPD-zum-Gipfel-article11740121.html

          • @Rosi,

            danke für den Link. Du hast es vollkommen richtig erfasst, dass es der Führung in erster Linie wohl um
            die (vielleicht sogar schon verhandelten) Posten geht. (Da spielen Inhalte eben nur eine „untergeordnete“
            Rolle).
            Das der Widerstand jedoch ständig wächst und die „Ausschließeristist“ (zumindest für die Zukunft) bereits
            abgestellt wurde, sehe ich schon mal positiv. Außer den „Vorbehalten“ der Schröder-Nachfolger, die noch nicht einmal vernünftig begründet werden, spricht effektiv NICHTS gegen rot/rosa/grün!

            • und es geht sogar weiter in diese Richtung!:
              http://www.mdr.de/thueringen/spd_matschie_linke100.html

              Auch hier wird deutlich, dass einige Politiker offenbar bis zum Rande mit unhaltbaren Vorurteilen und
              Fehleinschätzungen „belastet“ sind:
              „Thüringens CDU-Generalsekretär Mario Voigt bezeichnete Matschies Äußerungen als „Lockerungsübung nach links“, bei der das eigene Rückgrat abhanden gekommen sei. Anfang des Jahres habe die SPD noch angekündigt, stärkste Partei sein zu wollen. Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Mike Mohring, sprach bei einem Bundestreffen der Jungen Union in Erfurt von Tabubrüchen. Es sei ein Skandal, wenn Matschie vorschlage, dass „Kommunisten“ Ministerpräsidenten in deutschen Bundesländern werden könnten.“

              Was hat „Die Linke“ mit Kommunismus zu tun ?
              (Man sollte mal das Partei- und Wahlprogramm GRÜNDLICH lesen!)

              • Das mit den bitterbösen Kommunisten, die schon morgens zum Frühstück kleine Kinder fressen, aka „Die Linke“, wurde/wird den „Normalbürgern“ ja auch unentwegt von der politischen Konkurrenz sowie den „Leit- und Qualitätsmedien“ in die Köpfe gehämmert. Ebenso werden aus eben dieser Richtung immer wieder die reinsten Schreckensszenarien an die Wand gemalt, wie furchtbar es für jeden Menschen werden würde, wenn „die Linken“ hierzulande auch bundesweit nur das geringste bisschen Regierungsmitverantwortung tragen können dürfen würden. Allerdings muss man zugeben, dass die „Linke“ in ihrer Außendarstellung nicht immer ganz „glücklich“ agiert. Das gilt zudem auch für den einen oder anderen ihrer Funktionäre.

                • @Harzpeter,

                  „Allerdings muss man zugeben, dass die “Linke” in ihrer Außendarstellung nicht immer ganz “glücklich” agiert. Das gilt zudem auch für den einen oder anderen ihrer Funktionäre.“
                  Für welche Partei gilt dies nicht?

                  • Natürlich gilt das für ausnahmslos alle Parteien. Nur genießen die dummerweise sowohl beim „Normalbürger“ als auch in der Medienlandschaft in dieser Hinsicht im Allgemeinen fast schon Narrenfreiheit. Bei „Linken“ dagegen wird jede „unglückliche“ Äußerung/Formulierung und jedes vermeintliche „Fehlverhalten“ einzelner Spitzenleute vom politischen Gegner nebst angeschlossenen Medien zum Skandal hochgeschrien und mit geballter Wucht links und rechts um die Ohren gehauen. Und das findet beim seit jeher schon leicht bis mittel „linkophoben deutschen Normalbürger“ natürlich Gehör.
                    Bei den „Systemparteien“ und deren „Spitzenkräften“ verzeiht er aber schon mal den einen oder anderen verbalen oder moralisch-ethischen „Ausrutscher“. Oder vergisst ihn relativ schnell wieder. Oder er ist schon so abgestumpft, dass er dafür lediglich ein gleichgültiges Schulterzucken nach dem Motto „Naja, ist ja nichts Neues bei denen. Kann man nun mal nichts anderes von erwarten“. Nur links, da stinkt´s dann halt für Otto und Ottilie Normalbundesbürger.

                • @Harzpeter, in dem Zusammenhang begrüße ich auch sehr, dass Frau Hannemann solchen scheinbar rechtsextremen bis -radikalen Leuten, die hier permanent über alles Linke hetzen und sogar von „linken Faschisten“ reden, endlich mal ein Regel vorschiebt. Sie ist als Blogherrin um einiges zu tolerant und großzügig mit rechtsgelagerten Schreibern, die vor lauter Hass einfach mal ausblenden, dass „links“ nichts mit DDR, Stalin & Co. zu tun hat, sondern eine friedliche, humane und soziale Einstellung umschreibt…

        • @Rosi…..Also für mich jedenfalls ist es ein Lacher, das eine SPD einfach mal so schon in die Kristallkugel schaut und „Koalitionsverhandlungen“ für 2017 vorraussagt / anstrebt….es bleibt die Frage (Du hast es ja schon geschrieben), warum sie denn nicht 2013 so eine Koalition anstreben. Was soll also solch ein Blödsinn. 5 Jahre mal mit der CDU und später dann eben mit der Linken. Realitätsferner gehts nicht mehr. Die SPD weiß wahrlich nicht, was sie überhaupt will. Andererseits wundert mich bei der SPD und deren Unsinn überhaupt nichts mehr.

        • @ Rosi –

          …“und jetzt frage ich mich, wie gut /schlecht laufen die Koalitionsverhandlungen bei solch einem Statement? Warum geht das 2017 aber 2013 nicht? Die Basis liegt doch richtig, aber die Führung will sich ihre Pöstchen sichern. Will man den Austritt zahlreicher Mitglieder verhindern mit derartigen Ködern?“
          Genau das habe ich mich auch gefragt, was diese SPDappnasen daran hindert, sich mit der Linken und den Grünen zusammenzutun und hier einiges wichtiges endlich zu wuppen.
          Na ja – „der Geist reicht so weit, wie er begreift“ (J. W. Goethe) und bei den SPDlern und den Grünen bin ich da eher skeptisch… 😉

  21. Ist zwar auch „Off Topic“ s, sollte dennoch Beachtung finden, zeigt es doch, wozu unsere Regierung
    fähig ist:
    Bundesregierung kooperiert mit US-Geheimdienstfirma
    http://www.tagesschau.de/inland/csc-bundesregierung100.html

    „Aufträge im Wert von fast 300 Millionen Euro haben Bundesministerien seit 1990 an Tochterfirmen der Computer Sciences Corporation vergeben. Eine davon war auch in die Verschleppung des Deutschen Khaled al Masri durch die CIA verwickelt.“

    • Tanguero, recherchiere doch mal spaßeshalber, wie und mit wem das „Ausspähprogramm“ XPider, mit dem die BA agieren möchte, zusammenhängt.

      • @Inge,

        Du bist gemein! 😉 (Mache ich doch gern!)

        • ARGE auf NSA Kurs, oder was?!

          Auszug zu Xpider:

          „Deshalb hat die ARGE einen derartigen Gesetzes-Vorschlag im Rahmen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vereinfachung des Sozialrechts unterbreitet, in dem man u.a. auf eine Zusammenarbeit mit dem Bundeszentralamt für Steuern und dessen „Xpider“ Software setzt. Allerdings hat diese Software in der Vergangenheit bei der Ermittlung von Steuerhinterziehern im Netz in vollem Umfang versagt. (siehe Wikipedia) Wie nun letztendlich die jagt von EBAY verkaufenden ALG II Empfängern konkret durchgeführt werden soll und wer sanktionslos davon kommt, ließen die Sprecherinnen von ARGE und BZSt unbeantwortet. I

          http://buergerrechtler-micha.blogspot.de/2013/11/arge-auf-nsa-kurs-oder-was.html

          • @Rosi

            „Wie nun letztendlich die jagt von EBAY verkaufenden ALG II Empfängern konkret durchgeführt werden soll und wer sanktionslos davon kommt, ließen die Sprecherinnen von ARGE und BZSt unbeantwortet.“

            Verkäufe im Sinne von Vermögensumwandlung werden nicht als Einkommen gezählt. Wenn ich Kontoauszüge beim JC abgeben muss, schwärze ich soweit, dass z. B. nur „ebay“ sichtbar ist und schreibe den Vermerk „Vermögensumwandlung“ zu den Geldeingängen.

            • Nachtrag: Eine Kopie des Kontoauszug des letzten Monats habe ich z. B. bei Abgabe des Weiterbewilligungsbescheides abgegeben. Wie ich jetzt las, muss ich das garnicht? Wie dem auch sei, der Bewilligungsbescheid für das nächste halbe Jahr kam prompt eine Woche später. Das ist rekordverdächtig 🙂

              • @Frau B.

                bei mir geht es immer so schnell, das ist wohl der Vorteil einer kleinen Stadt mit 125.000 EW gegenüber den Großstädten.
                Ich gebe immer die Kto.-Auszüge der letzten 3 Monate ab beim Folgeantrag, so steht es dort ausdrücklich drin. Wieso muss man das nicht? Ich habe keine Lust auf Verzögerung, möchte nicht ohne Geld dastehen, obwohl mich das auch sehr nervt.

                In den letzten Jahren wurde mir der Bewilligungsbescheid immer für ein Jahr ausgestellt, das war praktisch. Aber leider ist der aktuelle, ab Oktober beginnend, erstmals wieder nur für 6 Monate, vllt. wegen der Klage, keine Ahnung. Werde beim nächsten mal fragen, woran das liegt.

            • @Frau B.

              Ich war selbst noch nicht in so einer Situation und habe mir darum noch keine Gedanken gemacht, aber gut zu wissen, wenn man mal in die Lage kommt.

            • Frau B.,

              sämtliche private Transaktionen werden bei mir in den Kontoauszügen geschwärzt, die ich jedoch NUR dem Sozialgericht in Zusammenhang mit dem Antrag auf Prozesskostenhilfe zukommen lasse.
              Das Jobcenter selbst würde sie von mir NICHT bekommen und wenn, dann höchstens zur Vorlage, die nicht kopiert werden darf!
              Es ist also sehr wichtig, sich mit dem Datenschutzgesetz vertraut zu machen!
              Sieh hierzu auch: https://altonabloggt.wordpress.com/2013/11/14/wohlfuhloase-via-engagement-index/#comment-10400

              • @Tanguero

                für den Antrag auf Prozesskostenhilfe reicht bei mir immer der aktuelle Bewilligungsbescheid. Warum sollte das Sozialgericht die Kontoauszüge prüfen? Das hat sich mit dem gültigen Leistungsbescheid erledigt.

                LG Rosi

                • @Rosi,

                  da ist das Sozialgericht hier in Hamburg wohl etwas „genauer“ (oder neugieriger?).
                  Bisher wurden sie, wie auch der Bewilligungsbescheid, immer gefordert, aber wie ich schon schrieb, werden, bis auf die Beträge, sämtliche private Transaktionen geschwärzt.
                  Hierzu heißt es denn auch:
                  „Es wird darauf hingewiesen, dass es dem Kläger hierbei frei steht auf den Auszügen Schwärzungen vorzunehmen, sofern sich aus einzelnen Auszahlungen Hinweise auf die ethnische Herkunft, die politischen Meinungen, die religiösen oder philosophischen Überzeugungen, Gesundheit oder Sexualleben erkennen lassen. In diesem Fall darf jedoch nur der Verwendungszweck, hingegen nicht der abgebuchte Betrag unleserlich gemacht werden“.

                  Natürlich habe ich dabei auch alle Einkäufe (z.B. Amazon) entsprechend geschwärzt, denn auch die gehen niemanden etwas an.

    • @Tanquero, Leider ganz und gar nicht off topic. Siehe unten „xpider“. Ist doch nur noch eine Frage der Zeit, wann die BA in einen best practice-wettbewerb mit NSA usw einsteigt. So zahlenstrategisch-zahlenverliebt wie man dort ist. Bisher war es doch so, mein Eindruck, dass das so hochgelobte Profilligng des jeweiligne arbeitslosen Menschen für die BA deshalb auf eine verrückt-logische Weise funktionierte: Es darf hinerm Bildschirm versteckt, so schlampig durchgeführt werden das am Ende meistens die Dokumentation der vorgesehenen Dequalifikation des Arbeitslosen stand. Zur Passendmachung für den Niedriglohnsektor. Ich kannte Arbeitslose, die erhebliche Mühe hatten, dass dann, weil das Profil ja einsehbar ist, zu korrigieren. Das dauerte und dauerte. Aber man hat von Seiten der BA nachgegeben, weil das Profil am Ende dort sowie so keinen interessiert außer dem dem Betroffenen. Managment by Murks. Murkse und herrsche. Dann gab es etwas, was vielleicht ein Datensammlung für Testläufe nuer, raffinierter digitaler Verfahren war? Im verordneten „Coaching“ durften, ganz exklusiv wir „Akademiker“ ein zweites Profil ganz individuell nach unseren Vorstellungen einstellen, welches zu Vermittlungszwecken ins Netz der BA eingestelt wurde. Wir alle fühlten uns so geholfen und ein klein wenig gebauchpinselt, weil die Sache so „exklusiv“ daher kam. Ja denkste Das war natürlich Datenmässig für die BA sehr aufschlussreich. Das hab ch alter digital outcast so gar nicht bemerkt. Mit ener Menge Daten kann man natürlich jede Menge Kundenprofile wie z. B. im Handel nach eigenen Vorstellungen erstellen und mit den heutigen statistisch-empirischen Methoden zur Steuerung z. B. Arbeitsloser Menschen nutzen. Bin gespannt ob ich noch bemerken kann, wann es damit losgeht: Also ihr Niedriglohn-IQ ist ja soweit o.k. Herr H. Naja, Sie hatten ja ursprünglich auch mal mit neun Jahren Vorlksschule angefangen. Da sehen Sie mal, sie sich eine solide einfache Bildung heute bezahlt macht. Nur, ihr Motivations-Index… Herr H. Herr H. da müssen wir aber noch ganz dolle drann arbeiten Und ab gehts zum Kassentraining in die Übungsfirma.

      Vielleicht sollte ich bei der Konkkurrenz der NSA anfragen, ob die nicht meine schon vorliegenden Bewerbunsunterlagen weiter „bearbeiten“ ?

      • @M:H.,
        auch hier muss ich sagen: Leider sehr gut erfasst!

        Als Datenverarbeitungskaufmann weiß ich nur all zu gut, was alles möglich ist, bzw. noch schlimmer, was
        tatsächlich gemacht wird!
        Habe heute den „neuen“ Weiterbewilligungsantrag erhalten, den ich NICHT ausfüllen, geschweige unterschreiben werde. Da sich, außer der üblichen Strompreiserhöhung, keine Änderung bei mir ergeben hat, werde ich es auch in dieser Form (sogar „eidesstattlich“) dem Jobcenter mitteilen.
        Mir ist zwar klar, dass es dadurch zu „Leistungsunterbrechungen“ kommen kann, aber bis zum 31.12.
        ist ja noch etwas Zeit, auch um sich an den Datenschutzbeauftragten zu wenden und entsprechend zu „meckern“

        Datenschutzverstoß beim Weiterbewilligungsantrag
        http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/datenschutzversto-beim-weiterbewilligungsantrag-90015846.php

        Auch passend zu dieser Thematik:
        Online-Überwachung von Hartz IV-Beziehern
        http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/online-ueberwachung-von-hartz-iv-beziehern-90015892.php

        BA spioniert Hartz IV Beziehern im Web hinterher:
        http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/ba-spioniert-hartz-iv-beziehern-im-web-hinterher-90015889.php

        • Ich vergaß:

          Je mehr Betroffene einen ähnlichen Weg bezüglich des Weiterbewilligungsantrag beschreiten,
          desto besser dürften die „Chancen“ für jeden Einzelnen sein!
          Von daher sollte sich auch JEDER diesbezüglich an den Datenschutzbeauftragten wenden und sie damit „überschwemmen“!

          • Ist gerade an den bfdi.bund.de rausgegangen:

            „Sehr geehrte Damen und Herren,

            da von den Jobcentern seit August 2013 neue Weiterbewilligungsanträge verwendet werden,
            die dem Datenschutz zum Teil sogar eklatant widersprechen, bitte ich, auch im Interesse sämtlicher
            ALG II-Bezieher um kurzfristige Intervention, denn zum Jahresende werden sie besonders stark
            Verwendung finden.

            (siehe Anlage)

            „Mit den meisten Nachweisforderung schießt die Bundesagentur für Arbeit (BA) aber weit über das Ziel hinaus und verstößt dabei eklatant gegen § 3a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), teilweise auch gegen § 65 Abs. 1 Nr. 3 SGB I, soweit das SGB II vorrangige Mitwirkungs- und Nachweispflichten bei Dritten regelt (§§ 57, 58, 60 und 61 SGB II), sowie gegen § 67a SGB X, soweit rechtliche Grundlagen für eine Datenerhebung fehlen.“
            „Die einzige Ausnahme stellt dabei der Nachweis über die Unterkunftskosten dar, den muss man lt. Formular nur dann erbringen, wenn ihn das Jobcenter noch nicht hat. Diese Einschränkung trifft aber lt. § 3a BDSG i.V.m. § 65 Abs. 1 Nr. 3 SGB II auch für alle anderen Nachweisforderungen zu.

            Alle Nachweisforderungen in diesem Formular stellen demnach einen Verstoß gegen § 3a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) dar, wenn die geforderten Nachweise dem Jobcenter schon vorliegen und trotzdem erneut erbracht werden sollen.“

            „Die Forderung einer Meldebescheinigung für jede Person, die zur Bedarfsgemeinschaft hinzugekommen ist, verstößt eklatant gegen § 67a SGB X, denn es gibt gar keine rechtliche Grundlage für eine Datenerhebung aus dem Melderegister. Das SGB II stellt auf den „gewöhnlichen Aufenthalt“ ab (§ 36 SGB II) und nicht auf den Aufenthalt lt. Melderegister. Zudem ist eine Meldebescheinigung derzeit nicht geeignet, den „gewöhnlichen Aufenthalt“ nachzuweisen, denn das aktuelle Melderecht gibt hier erheblichem Missbrauch Raum (vgl. Begründung zum Bundesmeldegesetz, Bt-Drs. 17/7746, S. 29).“

            Ihnen dürfte insofern die Tragweite und der DRINGENDE Bedarf SOFORT entsprechend einzuschreiten,offensichtlich sein.

            Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Voraus!

            • Hast Du schon Antwort? Ich brüte gerade auch über diesen WBA…ist ja zum kotzen……

              • @Gimpel,

                da diese Mail erst am Sonnabend raus ging, kann eine Antwort noch nicht vorliegen.
                Dennoch empfehle ich es JEDEM, es genauso zu machen, um sie damit zu „überschwemmen“ , aber damit ebenso die Dringlichkeit zu verdeutlichen!

        • @tanquero
          Danke für die Links. Die BA als Amateur-Spion. Die werden aber immer besser, auch im datengestützten Profiling ihrer „Kunden“. Kann folgenden Artikel sehr empfehlen: Zeitschrift GEO August 2013 Artikel „Der vermessene Mensch“. Zeitschrift zu finden in Cafes und sogar Arztpraxen. Ob Artikel über Internet zu finden, weiß ich noch nicht.
          In einem gesonderten Teil (Regeln für staaltliche Schnüffler“ heißt es: „Verboten wäre dann womöglich auch, was die deutsche Bundesaentur für Arbeit kürzlich tat: Si analysierte die Daten von Arbeitslosen in Förderprogrammen, um neue Maßnahmen besser fokussieren zu können. Die Bundesagentur hat dabei Milliarden gespart, die Dauer der Arbeitslosigkeit reduziert und den Service verbessert.“

          In diesem Fall dürfte der Autor doch viel zu gutgläubig auf die Auskünfte der BA hereingefallen sein. Ansonsten schreibt er sehr gut und kritisch. Auch zum Profiling von Menschen anhand von DV mässig ausgewerteten Daten. Aber ansonsten dürfte es wieder Schlimmer werden: Die BA: „Sie sind für uns, was uns ihr Profil über uns sagt“. Die Abschaffung der Individualität, wieich es auch unten im Beitrag zu sagen versuchte. Aber jetzt massenhaft und systematischer. Und ansonsten: Milliarden sparen? Arbeitslosigkeit reduzieen? SERVIVE verbessern? So weit es geht will ich an der Beobachtung solcher Entwicklungen dran bleiben. Gruß.

  22. Ein wenig OFF TOPIC:

    In Frankreich gibt es eine neue Widerstandsaktion gegen die Ausbeutung durch die Elite.

    Eine Art Handzeichen, genannt Quenelle, der Staat geht schon dagegen vor, aber bisher ohne Erfolg.

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/11/der-quenelle-das-neue-zeichen-des.html?
    utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+SchallUndRauch+(Schall+und+Rauch)

  23. Hier stimmt das Engagement noch, und zwar in Sachen Streik!

    In Spanien türmen sich die Müllberge, es stinkt gewaltig, Massenentlassung, Arbeitszeit von 35 rauf auf 40 Std. die Woche bei gleichzeitiger Lohnkürzung um 43 %. Der tägliche EU-Wahnsinn.

    Japanische Touristen sind auch begeistert!

    Madrid versinkt im Müll

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/155334

    • Sind die Japaner bekloppt ? Das ist doch kein Urlaub und Erholung ,wenn man überall Dreck und Abfall sieht ,und es stinkt. Wer möchte denn beklaut werden ? Können unsere Mitmenschen noch selbsständig denken ?
      Ich bin sprachlos ,wo soll das noch hinführen ?

      • @tante Maria

        (Japanische Touristen sind auch begeistert! Das war ironisch gemeint von mir.)

        Die Japaner waren natürlich entsetzt.
        Darum sind sie doch vorzeitig abgereist. Es ist doch irgendwie zum Krummlachen, wenn man liest, dass Diebstähle bis 400 € und ohne Körperverletzung keine Straftat darstellen. Die Japaner haben ordentlich was zu erzählen, wenn sie wieder heimreisen.

        LG Rosi

        • @Rosi ,ach ich dussel habe das dann falsch verstanden .Können wir dann alle nach Madrid zum Klauen fliegen ?
          Nee ,bloß nicht. Habe aber auch schon gehört das in Barcelona ,wenn man dort beklaut wird ,die Polizei einen nicht hilft .Die stecken dort alle unter einer Decke .
          Man was ist bloß los in der EU ?

            • Liebe Leselotte,

              vielen Dank für das Einstellen des Interviews mit Ada Colau!
              Das ist so gut, darum hier mal ein kleiner Auszug, was mir besonders gefällt:

              Frage:
              Wie verlaufen ihre Verhandlungen mit den Banken? Wieso ist die Situation auch für die Banken ein Problem?
              Ada Colau:
              Es ist ein Problem für die Banken, aber die Direktoren wissen doch, das sie systematisch “gerettet” werden. Einige gehen mit Millionenzahlungen in die Ruhestand, andere hocken weiter auf fetten Gehältern. In Spanien ist De Guindos Wirtschaftsminister, der einst selbst einer solchen Versagerbank (Red.: Lehman Brothers Europe) vorstand. Die offizielle Message ist: du kannst ein Mafioso sein, ein Betrüger und die Wirtschaft deines Landes versenken – trotzdem wirst du institutionell hoch angesehen sein. Als wir mit den Banken zu verhandeln begannen, wurden wir mit Ablehnung und Verachtung empfangen. Aber David schafft den Goliath mehr und mehr, weil wir ihren Schwachpunkt attackieren: das öffentliche Image. Als wir begannen, uns vor den Bankfilialen zu postieren und den eintretenden Kunden zu erklären, dass und wie in der Filiale Menschen über den Tisch gezogen und betrogen werden, zeigten sie sich plötzlich verhandlungsbereit.

              Frage:
              Was sagen Sie zum Ergebnis der Escraches, die Sie gegen PP-Abgeordnete organisiert haben?
              Ada Colau:
              Ein voller Erfolg! Bürger begannen sich endlich zu fragen, warum es wohl so aussergewöhnlich sein sollte, von den Volksvertretern Erklärungen zu verlangen. In anderen Ländern empfangen solche Repräsentanten jeden Bürger, der eine Beschwerde vorzubringen hat. Wenn das hier auch so wäre, bräuchten wir kein Escrache.

              Frage:
              Aber musste man das vor deren Privatwohnungen machen? Ist das kein Eingriff in die Imtimsphäre?
              Ada Colau:
              Alles andere hatten wir schon versucht. Unsere Aufmärsche vor Partei- und Regierungszentralen waren grundsätzlich ignoriert worden.

              Frage: Das letzte Mittel also?
              Ada Colau:
              Wir wollten klar machen: wir finden dich, werden dort sein, wo du bist und du wirst uns nicht ausweichen können. Wenn es vor deiner Wohnung ist, dann eben vor deiner Wohnung. Andere werden aus ihrer Behausung geworfen. Wir haben uns nur mit Transparenten vor die Tür von Politikern gestellt und niemals Wohnrecht verletzt.

              zum vollständigen Artikel, wie Leselotte bereits verlinkte, hier:

              http://uhupardo.wordpress.com/2013/07/29/interview-ada-colau-das-schreckgespenst-der-spanischen-regierung/#more-5991

          • @ tante marie

            Auch wenn es ein ernstes Thema ist, ich muss trotzdem lachen.
            Mit Hilfe von 170 Polizisten und 500 Soldaten zur Sicherung der Müllentsorger, Madrid wurde von 60 Tonnen Abfall befreit…

            http://spanienleben.blogspot.com.es/2013/11/60-tonnen-mull-aus-madrid-in-einer.html

        • liebe rosi,

          buchempfehlung, etwas älter, aber gut!
          philipp löpfe / werner vontobel: der irrsinn der reformen

          http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o-ton-original/forscher-der-hochschule-koblenz-berechnen-435-000-menschen-in-deutschland-nahezu-chancenlos-am-arbeitsmarkt

          eine gute seite!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

          • ribi, diesen Artikel hatte ich dieser Tage schon gelesen.

            Auszug:
            „Das Ergebnis: Mehr als 435.000 Menschen in Deutschland sind so „arbeitsmarktfern“, dass ihre Chancen auf einen regulären Arbeitsplatz gen Null gehen.“

            Jeder kann irgend etwas und hat irgend welche Talente. Es gibt keine arbeitsmarktfernen Menschen, sondern „menschenferne Arbeitsmärkte“. Das Ganze ist wieder mal eine Diskriminierung und Stigmatisierung wie auch die sogenannten, künstlich erstellten Vermittlungshemmnisse, nur weil durch die Automatisierung Arbeitsplätze entfallen.

            Was meinst Du, wenn plötzlich durch eine Naturkatastrophe die halbe Bevölkerung vernichtet würde, wie schnell die dann alle in Arbeit wären.

            Auszug Fazit:
            “ Nötig sei ein ganzes „Spektrum an ineinander greifenden Förderoptionen“, darunter auch, aber nicht nur die „Ein-Euro-Jobs“, sondern zusätzlich höherwertige sozialversicherungspflichtige und längerfristige Arbeitsverhältnisse als freiwilliges Angebot an die potentiellen Teilnehmer, erläutert Prof. Dr. Stefan Sell, Direktor des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik und Leiter der Studie.“

            Das Fazit im Artikel ist dennoch richtig, dafür brauchen wir aber keine Forschergruppe der Hochschule Koblenz, denn so schlau sind wir selber.

            LG Rosi

            • rosi: nunja, ohne sozialwissenschaftler, geht es auch nicht aber: ich bleibe dabei, die große koalition wird da nichts machen, arbeitslsoe aufgepasst, frau nahles kann drohen!

  24. Liebe Frau Inge Hannemann!

    Glückwunsch zu Ihrer Arbeit. Wenn Sie den folgenden Text als einen Hauptartikel einstellen könnten, wäre ich Ihnen sehr gewogen.

    Einstmals gut bekannt war mir ein Junge, der in seiner Schulzeit heftigstem seelischen und körperlichem Terror, im Volksmund nüchtern “Mobbing” genannt, ausgesetzt war. Die Abwärtsspirale drehte sich also immer schneller immer weiter, bis sich schliesslich erste Selbstmordgedanken in dem verstörten jungen Gemüt auszubreiten begannen.
    Doch hatte der junge Mann Glück im Unglück: seine Eltern bekamen rechtzeitig Wind von der Sache und leiteten, selbstverständlich hochbestürzt, Hals über Kopf die Einweisung in ein Krankenhaus in die Wege. Ihr Sohn hatte inzwischen einen Verfolgungswahn in seiner extremsten Form entwickelt, und es sollte annhähernd ein Jahr brauchen, um überhaupt nur die akuten und schwerwiegendsten Symptome seiner chronisch zu werden drohenden Geisteskrankheit zu beseitigen. Mit einer zuvor also einfach nicht zu bannen gewesenden Gefahr im Hintergrund, er möchte für den Rest seines voraussichtlich noch langen Lebens in einem jammervollen Zustand des Wahnsinns verbleiben!
    Doch jener Mensch, dem so übel mitgespielt worden war, schaffte es: annähernd erlangte er seine Gesundheit, bereits erwachsen geworden, vollständig zurück.
    Gerade waren einige wirkliche Lichtblicke in sein Leben gefallen, da fiel er in Hartz 4. Nun kehrte sie wieder, die Unterdrückung, diesmal, in verschiedensten Abstufungen und Schattierungen, ausgehend von einer Gesellschaft in ihrer Gänze, das heißt: weniger fassbar, weniger sichtbar, aber doch gewissermassen noch realer. Wieder drohte er seiner natürlichen Würde beraubt zu werden und, inzwischen hypersenibilisiert für derlei Dinge, litt er in dem Masse mehr, wie er begriff.
    Seine gesamte Existenz erschütternde Ängste vor Vereinsamung und Altersarmut begleiten ihn heute auf Schritt und Tritt, noch geschürt werdend von immer neuen von Verschärfungen des Knebelungssystems sprechenden Nachrichten, und dabei hat er alle Hände voll zu tun damit, sich überhaupt seine Gesundheit zu erhalten. Das Stigma “Aussenseiter” steht wieder auf seiner Stirn zu lesen.
    Man muss fragen: Hätte ein solcher Mensch nicht alles Recht, unter einer einzigen schwarzen Wolke, gemischt aus unbeschreiblicher Enttäuschung und Zorn und Wut über die Gesellschaft, verbittert zu werden? Wäre das nicht zumindest überaus nachvollziehbar?
    Dieser Mensch bin ich.
    Hin und wieder kommt es nun vor, dass, aus jederlei und keiner Ecke, man einen Hartz-4-Empfänger moralisch zurechtzurücken versucht. Dann erklingen typische Leitsätze wie: „Vergessen Sie nicht, Sie sind der Gesellschaft etwas schuldig.“
    Mich überzeugt das nicht. Sondern wenn man sich schon in derartigen gedanklichen Bahnen bewegt, schuldet unsere Gesellschaft zuerst und vor allem ihrem mit Abstand ärmstem Teil etwas. Riesengross wäre ihr Entsetzen, wenn der Gedanke einmal recht wie ein Ruck durch sie ginge, wenn er sie ganz erfassen würde, wieviel sie tatsächlich ihren Leuten schuldet. Fürwahr würde sie sich nicht mehr fassen können, sähe sie nur, wieviel sie sich SELBST schuldet!
    Mitunter schiebt man, versuchsweise oder „erfolgreich“, seinem „Kunden“ eine Beschäftigung unter wie man einem Hund einen fleischlosen Knochen hinwirft. Friss oder stirb! Du musst dich um dich selbst kümmern, lautet dann die ebenfalls bekannte Parole. So wird nur erneut der Egoismus in den Gemütern entfacht bzw. angefacht. (Anders stünden die Dinge, wenn dies auf Freiweilligkeit beruhte). So haben wir nur wieder einen glasklaren Fall von (mehr oder minder subtiler) Vergewaltigung vor uns.
    Nicht alle Jobcenter-Mitarbeiter sind so. Möglicherweise hat man ihnen selbst jene Gewalt angetan, die sie, mehr oder weniger unbewusst, auf ihre Kunden übertragen. Es ist dies sogar ein ziemlich wahrscheinlicher Punkt. Doch hilft es nichts: sie müssen sich der Konfrontation mit ihrem inneren Schweinehund stellen, sonst schaufeln sie irgendwann nicht diesem, sondern sich ihr eigenes (seelisches) Grab.

    Im Detail mag dies jeder für sich, mehr oder weniger gravierend, anders sehen (wie ja auch wirklich die Schicksale beträchtlich streuen). -Ich meinesteils aber wäre bereit zu verzeihen und sähe gerne von allen Forderungen nach Rückerstattungen ab (welcher Form diese auch immer wären, lächerlich wären sie allemal), würde man mich nur aus dieser schmachvollen Abhängigkeit befreien. Eine Arbeit, ein Lohn, wovon ich ganz normal, an und für sich und ohne alle Einschränkungen, LEBEN, nicht rein existieren, kann!
    Ohne Aufstockung, so wie meiner Hände Arbeit ja auch ganz herauskommt und nicht halb. Oder ein entsprechendes Grundeinkommen. In der Zwischenzeit betreibe ich Persönlichkeitsarbeit. -Sind es nicht auch die eigenen höheren Potentiale, die ich unterdrücke? Was ich hier schreibe, schreibe ich als Teil derer.
    Sicherlich ist mein Schicksal kein „Allerweltsschicksal“, doch ein solches ist bislang ohnehin nicht definiert worden. Und was das Meine gegenüber demjenigen so vieler anderer, um die es noch viel schlechter bestellt ist? Für alle diese trete ich ein. Und die zahlreichen Schläge müssen wohl erduldet werden, welche gerade von denjenigen ausgeführt werden, die am Schrecklichsten unter der wirtschaftlich-sozialen Katastrophe zu leiden haben. Sie beissen aus fehlgeleitetem Instinkt heraus wild um sich, nicht von geistigen Quellen genährt, und eben deswegen muss sich jemand ihrer annehmen. Seien wir als Menschen dem Menschen ein Freund, Vater, Mutter, Bruder, Schwester. Versuchen wir es wenigstens, so recht und schlecht uns das gelingen will! Eines davon oder alles zusammen!

  25. Vorbemerkung: Klar ist, wenn der Beitrag wegen seiner Länge oder anderer falscher Sachen von der Moderation nicht eingestellt werden wird. akzeptiert. Netiquette gelten sowie so. / M. H.

    Als Nachtrag zum letzten vorletzten Kommentar, passt aber vielleicht auch noch zum aktuellen?

    Genau: Hartz IV kränkelt auf allen Seiten – und vor allem an sich selbst! Oder: Achtung, jetzt wird es psychologisch – Wir sollen mal wieder geholfen werden.

    Ich halte den von Frau Hannemann verfassten und für die Öffentlichkeit eingestellten Kommentar „Hartz IV kränkelt auf allen Seiten“ für einen zentralen Text zur Diskussion der Misere Hartz IV mit zwei zentralen Themen dazu. Ersten weil er die psychosoziale Situation der erwerbslosen Menschen in den Blick nimmt. Und zweitens, weil er genau dieses Thema dadurch in einen gemeinsamen Bezug mit der Situation der in der Bundesagentur für Arbeit und in den Jobcentern tätigen Menschen setzt kann, als der Kommentar beides auf die dortigen institutionellen Strukturen, Führungskulturen und eigentlich vieles andere mehr bezieht. Auf Seiten der Jobcentermitarbeiterinnen und –mitarbeiter sind das wie im Kommentar genannt z. B. die prekäre Beschäftigungsform der befristeten Verträge, der kolossal hohe Betreuungschlüssel von bis zu achthundert sog. „Kunden“, dazu mangelnde Möglichkeiten innerbetrieblicher Qualifikation und Weiterbildung, falsche Leistungsanreize durch Prämien ab Führungsebene mit entsprechendem Druck nach unten, Zwang zur Erfüllung falsch lenkender Zielsetzungen durch einseitige Fixierung auf vorgegebene, nicht hinterfragbare Vermittlungszahlen, das instrumentelle Benutzen individueller Existenzängste und Arbeitsplatzsorgen bei Nichterfüllung von „Planzahlen“, mit der Folge statistischer Manipulationen und dadurch gleichzeitig auch Förderung eines falschen Karrieredenkens und praktischen Karrierehandelns: Wer raffiniert blenden kann, kommt gut voran usw. usw. Folgerichtiges Ergebnis sind im Vergleich überdurchschnittlich hohe Krankenstände, denen wie ich meine eine unterdurchschnittlich entwickelte „Unternehmenskultur“ als tagtägliche Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorangeht. Alles Sachen, die sich auch die „Kunden“ einer modernen Arbeitsagentur 2020 schon aus eigenem Interesse nicht wünschen wollen.

    Selbst wenn man sich darüber in Ironie flüchten will, es bleibt doch erstaunlich, dass immer mehr Menschen den Gedanken nicht mehr los werden können: Hartz IV ist wirklich das allerletzte…. Das ist ja auch vom Gesetzgeber so gewollt, dieses Hilfesystem soll nachrangig erst dann in Kraft treten wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind. Und von dort müssen, so der in Gesetze gefasste, aber zwielichtig bleibende Wille der Politik, alle Wege des arbeitslosen Menschen wieder zurück führen in ein respektables mit Arbeit um jeden Preis und zu jeder Tages- und Nachzeit. Dann gibt es zwar jede Menge Überstunden aber dafür gibt es auch keinen Urlaub, weil der Zweitjob auch noch getan werden muss.

    Um das zu erreichen, braucht es eine gehörige Portion von strukturell erzeugter Angst in Hartz IV, das sagt die Politik und mindestens die Spitze der BA manchmal sogar relativ offen. Angst verleiht Flügel glaubt und Hartz IV soll den Arbeitslosen Beine machen. So geradezu besoffen-fasziniert ist man von den primitiv-psychologischen Vorstellungen einer „Anreizpolitik“ und ihrer „Stellschrauben-Sozial-Technologie“. Und da passt es ja, dass man, so wie einst die römischen Legionäre vermittels eines üblen Komißfrasses immer schön bei jederzeit einsetzbarer Aggressivität gehalten worden waren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter vermittels genannter Unternehmenskultur „bei Laune“ hält. Auch damit ist gut Beine machen bei den Arbeitslosen. Vielleicht sind beide angesprochenen Phänomene ja nicht die beiden Seiten der Medallie, in dem Sinne, dass sie kausal aufeinander wirken aber eben zwei folgerichtige Ergebnisse eines Systems, das dann so gesund und segensreich nicht sein kann, wie behauptet wird.

    Genau wie der vorangegangene Kommentar frage ich mich auch, warum die Bundesagentur für Arbeit gegenüber der Öffentlichkeit jetzt und plötzlich die Psyche von uns Hartzern entdeckt und sich um die auch noch der Gestalt sorgt, dass sie beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, IAB, gleich die genannte Studie „Menschen mit psychischen Störungen im SGB II anforderte. Über die psychische Verfassung von Arbeitslosen konnte man nicht nur beim IAB, sozusagen dem Hausinstitut der BA, fast seit Anbeginn der Zeiten der Arbeitsmarktpolitik wissen. Jedenfalls gibt es die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ aus den 1930-er Jahren. Sie gilt als wegweisend für die Forschung im Feld der Arbeitslosigkeit und ihrer z. B. psychischen Folgen bis heute. Sie hat zu Forschungs-Ergebnissen geführt, die über die damaligen Kenntnisse hinaus Ergebnisse bringen und Wege weisen. Allerdings, man spricht nicht mehr gern darüber. Die Zeiten einer breiten Debatte, wohin es in Zukunft mit der Arbeitsgesellschaft gehen soll, sind vorbei. Und ganz viele sind sehr viel froh darüber.

    Um der Frage nachzuspüren kann ich drei Schritte in die Debatte einbringen. Erstens muss die Wandlung der BA angesprochen werden vom Arbeitsamt zu einer wie ich denke Megainstitution einer Sozialtechnokratie neuen Typs, weil hier politische Zielsetzungen von Hartz IV und eine technokratische Organisation Strukturen bilden. Zweitens muss ich die psychosoziale Situation von Erwerbslosen ansprechen und den Zusammenhang mit Punkt eins aufzeigen. Und drittens ist zu begründen, warum mich beides offen gesagt sehr pessimistisch macht in Bezug auf ein „psychosoziales Hilfesystem in Hartz IV“, wie es nach meinem Verständnis im Bericht „Menschen mit psychischen Störungen im SGB II“ des IAB angestrebt wird.

    Die Angst. Die soll Motor sein im Geschehen von Hartz IV. Aber sie muss im Sinne der Betreiber gelenkt werden. Die BA hat dafür einen geradezu genialen Wandel durchgemacht. Es ging vom Arbeitsamt, das sowohl die administrative Funktion der Arbeitsvermittlung übernahm als auch eine Funktion der staatlichen Führsorge ausübte und in dieser Doppelfunktion für die Menschen auch noch erkennbar blieb, hin zu einer Institution, die beide Funktionen dann gänzlich unter das Primat einer soziotechnischen Steuerungsagentur stellte, für welche die BA mit den Gesetzen zur Agenda 2010 den politischen Auftrag bekam.

    Dieser Auftrag lauete im Sinne einer angebotsorientierten Arbeitsmarktpolitik, die Anpassung eines möglichen Arbeitskräftepotenzials an das gewünschte Arbeitsplatzangebot, die gewünschten Lohnsstrukturen, Arbeitszeiten usw. Um das zu bewerkstelligen, durfte natürlich nicht mehr die Angebotsseite der Arbeit in irgendeiner Weise beeinflusst oder auch nur hinterfragt werden. Was nicht passte im Gegenüber von Qualifikationsstruktur der Nachfrageseite hier und der Angebotsstruktur der Arbeitsplatzgeber dort musste passend gemacht werden. Damit lag die Zuschreibung aller Vermittlungshemnisse nur noch beim Arbeitslosen. Es wurde seine alleinige Aufgabe und Verantwortung, diese zu beseitigen. Das bedeutete dann das Einstampfen seiner vorhandenen Qualifikationen und seiner Ansprüche auf einen existenzsichernden Lohn. Kurz: Der Arbeitslose hatte keine Probleme mehr zu haben – er war von da an das Problem. Das kann man, wenn man so will „Individualisierung“ nennen. In aller Knappheit und Vereinfachung gesagt aber drauf wird zurückgekommen.

    Um das schlimme Wirklichkeit werden zu lassen, brachte die BA eine geradezu atemberaubende Entwicklung fertig. Schon deshalb weil sie sich mit der Agendapolitk selbst in Frage gestellt sah. „Gut beraten“ von Unternehmensberatungen, installierte sie umfangreich, durchgehend und nachhaltig ein sozialtechnisches Instrumentarium zur Lenkung des „Problems“, dem seine im Kern menschliche Wesenheit zwar blieb, das aber jetzt erstmal ganz auf seine Defizite zurückgeführt wurde, um von da aus zu einem „richtigen“ Leben zurückgeführt werden zu können. Das geschah u. a. Mit BILD und BamS und Glotze Es gab viel Peitsche und ein klein wenig Zuckerbrot. Erstmal und immer wieder ins Coaching und Bewerbungstraining, wo es galt, den Pessimismus des „Problems“ über seine neue Situation aufzubrechen und ausgerechnet diesem Bündel an Niedergeschlagenheit, als den alle Welt es ansah, einen Optimismus einzureden, an den in Wahrheit niemand glaubte.

    Da kamen die Geschäftemacher der Armutsindustrie und die falschen Schamanen der Motivationsbranche, die Voodoo-Typen der Postmoderne, ins Spiel. Schlecht oder gar nicht ausgebildet, mussten sie nichts anderes leisten als zu blenden, während gerade die, die wirklich was können und die gibt es!, am meisten ausgebeutet werden. Hauptsache, es war sichergestellt, dass alle glauben konnten, der Kaiser sei gar nicht nackig. The games must go on. Irgendwie musste die an das „Problem“ gezahlten Gelder (des Steuerzahlers) ja wieder rein in den Wirtschaftskreislauf und das Bruttosozialprodukt. Wie viel Stagnation dabei war, das verdeckte man zusammen mit der Politik hinter Statistiken und der monatlichen Propagandaveranstaltung der Verkündigung der Arbeitslosenquote. Und wenn dann mal die Biene Bundesrechnungshof den BA-Bären wütend in den Hintern sticht, da kratzt der sich mal und schleckt weiter Honig.

    Die BA hatte alles an sich selbst verändert, damit für sie alles so bleiben konnte wie es war. Denn „Statistikprobleme“ hatte ja schon das alte Arbeitsamt. Man hat bei der BA den Fall Jagoda ganz gewiss in Erinnerung. Nur darf man heute mit mehr Unterstützung von Seiten der Politik rechnen, wenn es darum geht, eine medial-propagandistische Nebelwand vor die Stagnation der BA zu legen. Man kann dort weitermachen mit dem Basteln am systemisch getriebenen, selbstreferentiell erzeugten Selbsterhalt. Und so wie das „Problem“ extern in den Institutionen der Armutsindustrie gecoacht wird, nur um dann in den Job für einen Euro zur Prüfung der Arbeitsfähigkeit geschickt zu werden, so ähnlich dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz selbstbestimmt, in taffer Selbstverantwortung ihren Motivations-Index checken. Wenn man davon das ganze Neusprech-Rabimmel-Rabammel-Rabumm mal wegnimmt, erinnert der nackte Rest ein wenig zuviel an die Praktiken der Selbstkritik vergangener diktatorischer Regime. Und über allem steht die Losung auf die alle angstvoll zu starren haben: Man müsse heute so arbeiten, wie man morgen leben wolle. Es ist völlig wurscht, ob das der Walter Ulbricht mal gesagt hatte oder es der Ludwig Erhardt so mal hätte sagen können. Hauptsache: Deutschland, einig Exportnation. Und dafür gilt es Opfer zu bringen.

    Opfer bringen. Das war die Losung auch linker Politiker von Beginn der Agenda-Reformen an. Es würde sich lohnen, denn man hatte ein logisch erscheinendes Konzept für die Gesundung der deutschen Wirtschaft, von deren fortschreitenden Verlauf auch die zunächst zu belastenden Menschen profitieren würden. Ganz besonders gelte das für die fünf Millionen statistisch ausgewiesenen Arbeitslosen. Denen ging es richtig schlecht, physisch wie psychisch. Auch die Politik konnte, ob sie offen oder versteckt damit umging, die psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit nicht übersehen. Körperliche und psychische Krankheit auch als direkte Folge der Arbeitslosigkeit beschreibt der ausgewiesene Wissenschaftler, Mediziner u, Gesundheitsökonom und eben Politiker Karl Lauterbach im Jahr 2008 in einem Artikel in der Zeitschrift „Die Zeit“, unter dem ebenso missglückten wie bezeichnenden Titel „Ein Hartz für Alle“, in dem er die im Gang befindlichen Hartz-Reformen verteidigt:

    „Keine Gruppe unserer Bevölkerung lebt so unglücklich, wird so krank und stirbt so früh wie die Arbeitslosen. Die Konsequenzen von Arbeitslosigkeit sind schlimmer als die von Armut. Wir wissen, dass die Hälfte aller Arbeitslosen nach einem Jahr bereits chronisch krank ist. Arbeitslose entwickeln sehr häufig Bluthochdruck, haben Zucker, Herzkrankheiten und werden depressiv. Die Lebensqualität von Langzeitarbeitslosen ist nicht besser als die von Krebskranken. Um das zu ändern, um diese Menschen zu integrieren, musste die Politik Anreize schaffen, die ihre Einstellung wahrscheinlicher machten.“ (Die Zeit, 25.09. 2008, Nr. 40, ADRESSE: http://www.zeit.de/2008/40/Op-ed-40)

    Doch letzteres bedeutete nur: Was der Arzt und Wissenschaftler Lauterbach wohl schon lange vor dem Start der der Agenda 2010 diagnostiziert hatte, konnte er in der Rolle des Politikers so nicht therapieren. Der Haken der Rettungsaktion für die Erwerbslosen, dabei war und ist es geblieben, dass man glaubte und/oder glauben wollte, mit der angewandten angebotsorientierte Arbeitsmarktpolitik keine Rücksicht mehr auf den von Lauterbach in seinem Artikel präzise beschriebenen psychosozialen Zustand des Arbeitslosenheeres nehmen zu können. So stellt man es jedenfalls der Öffentlichkeit bis heute dar, siehe oben. Denn obwohl sie nur die Symptomträger dieser irgend wie aus den globalisierten Sphären aufgetauchten Krankheit „Arbeitslosigkeit“ waren, die andere in fernen Ländern durch billige und billigste Arbeit in Armut erzeugt hätten, wurde ihnen zur Bekämpfung der Krankheit, so beschreibt es Karl Lauterbach, ein Drei-Therapie-Maßnahmen-Paket mit Nebenfolgen der drastischen Art verordnet. Nur mit Maßnahmen einer Chemotherapie gleich und am menschlichen Patienten selbst glaubte man den systemischen Virus bekämpfen zu können. Lauterbach weiter:

    „Drei Maßnahmen haben das bewirkt: Erstens wurde der Druck auf Arbeitslose, Arbeit zu suchen, erhöht. Sie verloren schneller ihren Lebensstandard und ihr in der Regel kleines Vermögen. Zweitens wurden die Möglichkeiten des Zuverdienstes bei Bezug von Arbeitslosengeld erweitert. Und drittens wurde es einfacher, bei niedrigem Einkommen hinzuzuverdienen. Alle drei Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Löhne im
    Niedriglohnbereich auf ein Niveau gesunken sind, zu dem die Problemgruppen vermittelt
    werden konnten. Weil diese Menschen zu niedrigen Löhnen arbeiten wollten oder mussten,
    verfiel allerdings der Preis für niedrig qualifizierte Arbeit. Das hatte Wirkungen über den
    Kreis der Langzeitarbeitslosen hinaus. Es wurde mehr von dieser Arbeit nachgefragt. Den
    Preis mussten diejenigen bezahlen, die trotz der Maßnahmen keine Arbeit fanden und nun
    weniger Geld vom Staat bekommen als vorher.“

    Von den letzteren sind viele heute noch da und sehr viele kommen stetig dazu. Das kann man auch mit Maßnanhmeoffensiven und geeigneten Statistiktricks dazu nicht mehr ganz verdecken. Die Langzeitarbeitslosigkeit wächst auch versteckt hinter prekären Jobs, die den Menschen nicht mehr ernähren. Dennoch stellt Lauterbach im Jahr 2008 fest: „Die Arbeitsmarktreformen waren eine Notoperation, die gelungen ist. Anfang 2005 lag die Arbeitslosigkeit bei fünf Millionen, im November könnte sie unter die Drei-Millionen-Grenze fallen. Wir haben die geringste Arbeitslosigkeit seit 15 Jahren. Die Armutsquote sinkt, weil weniger Familien von Arbeitslosigkeit betroffen sind.“ Das wird heute weiterhin und weiterhin und weiterhin und weiterhin so gesagt. Andere Kontexte darf gar nicht Berücksichtigung finden.

    Das Jahr 2013 – der Opfer dürfte reichlich gebracht worden sein aber immer mehr wächst ein Bewusstsein davon, dass die beschworenen Erfolge so nicht eingetroffen sind. Realer als zuvor gilt für viele noch Beschäftigte: Hartz IV ist wirklich das Letzte. Für die, die drin sind, ist Hartz IV der Abgrund, in den sie fallen und es ist nur noch die Frage, wie lange, wie tief und wie hart wird der Aufschlag? Die BA ist durchaus unter Druck. Das IAB, so sagt es auch Jürgen Weise, verheißt für 2014 in Sachen Arbeitslosigkeit weniger Gutes, jedenfalls schwieriges. Die BA hat sich „erfolgreich“ vom Arbeitsamt zur Steuerungsinstitution einer ganzen Bevölkerungsgruppe gewandelt, es scheint, dass ihre Macht dadurch gewachsen ist. Keine FDP fordert mit unsinnigen Argumenten mehr ihre Zerschlagung. Eine Zerschlagung wäre auch falsch, ist meine Meinung. Die FDP ist erstmal selber abserviert. Die BA hat Steuerungsinstrumente erschaffen, die zuerst einmal erfolgreich ihr Eigenleben sichern können, solange sie darin mit der Politik übereinstimmt, dass neue Aktivitäten her müssen, die in der Öffentlichkeit von Dynamik zeugen und politische Zustimmung in der Bevölkerung finden. Die BA – die tut was! Dann sollen die mal den Arbeitslosen Beine machen.

    Und ich habe schon den Verdacht, dass die BA nach dem alten neuen Strickmuster versucht, diese Aktivitäten dadurch zu erzeugen, dass sie sich der Politik mit der Entdeckung und Erschließung von neuen Aufgabenfeldern erstmal zum eigenen Wohle andient. Ich habe ausdrücklich nichts gegen die Jugendberufsagenturen. Aber ich kenne auch die deutliche Kritik aus der Sozialarbeit mit „schwierigen“ Jugendlichen z. B., die noch unter fünfundzwanzig Jahren, keine eigene Wohnung beziehen dürfen, wenn es zu Hause so gar nicht klappen will und wie viel destruktive Mühe diese Arbeit deswegen bei manchen Jobcentern hat. Oder die „erzieherischen Maßnahmen“ mancher Jobcenter bei über fünfzehn Jährigen die in Bedarfsgemeinschaften leben, die sich sogar gegen eine propagierte Bildungspolitik richten usw. Die längst über finanziellen Druck stattgefundene Vereinnahmung von Beschäftigungsträgern durch die Jobcenter mit folgender Lenkung und einem auf Linie bringen (das ist noch eine spezielles Thema) usw. usw.

    Was die BA, die Jobcenter und auf der politischen Ebene eben nicht nur die Kommunen tun, ist auch der weitere Ausbau des Steuerungssystems Hartz IV weiter in die Gesellschaft hinein. Die die politische Raffinesse dafür ist weit entwickelt. Erscheint die Förderung Erwerbsloser Alleinerziehendee, meist Frauen, nicht mehr opportun, weil die gesellschaftliche Aufmerksamkeit in diese Richtung nachlässt, dann kann man dann schon mal den bisher per Gesetzt zu gewährenden Mehraufwand kassieren, bzw. den nur zu gewähren, wenn eine Aufstockertätigkeit aufgenommen oder „aktiv“ gesucht wir. Du verkündet eine Sprecherin der BA dann, dass das mit dem Willen zu mehr Gerechtigkeit geschieht. Arbeitende oder „aktiv“ (das muss ja nachgewiesen werden) Arbeit suchende Alleinerziehende hätten eben einen viel höheren finanziellen Aufwand als die, die das nicht täten. Nur in welchen kausalen Zusammenhang steht das mit einem Mehraufwand der sich so oder so aus der Erziehungstätigkeit des oder der Kinder ergibt? In gar keinem. Aber völlig egal. Hauptsache man kann das so verkaufen. Das ist die ausgefeilt-hintenherum stattfindende gesellschaftspolitische Art der Lenkung, die ich meine. Und jetzt frage ich mal, ob da nicht viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BA, die den Arbeitslosen das nahelegen müssen, sich nicht in doppelter Art von ihrem Arbeitgeber veräppelt sehen. Sie sollen – und das ja nicht nur so einmal – den „Kunden“ Sachen nahe legen, die objektiv und für jeden nachvollziehbar GAGA sind aber das sollen sie hoch motiviert tun. Wenn das in Masse geschieht, dann klappt nicht mehr. Denn Mitarbeiter haben Probleme, aber wenn sie sozusagen zum Teil des Problems gemacht werden, bzw. noch besser, freiwillig zum Problem werden sollen, nö – ich glaube nicht das das auf Dauer ohne „Schäden“ geht.

    Und kann es also jetzt sein, dass die BA sich jetzt die psychisch kranken Arbeitslosen zum Aufgabenfeld macht? Und sie wieder nur „Problem“ sein lässt. Nach allem was geschah und geschieht, ist die Gefahr dafür sehr, sehr groß! Und im Falle psychischer Störung oder Erkrankung geht es ums Ganze. Dann geht es wirklich um den ganzen Menschen, wenn sich die BA in der bisher aufgezeigten Weise jetzt auch der „Menschen mit psychischen Störungen im SGB II“ „annehmen“ will – und darf!!! Wenn sie sich ein vom Bericht skizziertes Netzwerk, welches intern und extern der BA eine hilfreiche Unterstützung für psychisch angeschlagene Menschen als eigenes „ innovatives Geschäftsfeld“ erschaffen will, um ganz weiter so die Ziele der Ausgrenzung per Frühverrentung, Abschiebung in andere Hilfesysteme, dann kost` nix mehr, Statistikbereinigung – dann sieht keiner nix mehr oder in die unterste Schublade der zu bearbeitenden Kartei – dann scheintot, verfolgen wird.

    Mal ganz konjunktivisch: Könnte es auch anders kommen? Möglicherweise sogar: Ja. Vorausgesetzt, Politik und BA sind bereit, diesmal einen echten Schritt aus der Mentalität des einbunkern des nur selbstreferentiellen Tuns und einer eben solchen Symbolpolitik heraus zu machen. Was sich immerhin als mehr als ein nur mühsam gangbarer Weg herausstellen könnte, Es wäre ein vielleicht sogar innovativer Schritt. Was müsste dazu geschehen?

    Zuerst einmal müsste der IAB-Forschungsbericht wirklich als das genommen werden, was er nach meiner Meinung wirklich ist: Eine ernsthafte und seriöse Studie, deren Vorschläge zur Verbesserung der psychosozialen Situation der Menschen in Hartz IV durch ein verbessertes Netzwerk an Hilfen, deshalb nur in der Art umgesetzt und wirksam werden können, wenn sie dabei frei bleiben von jeder Begehrlichkeit des Benutzens für andere Ziele als der genannten. Auch, wenn die Studie nur zu zaghaft die Probleme hinsichtlich der organisatorischen Verfasstheit und des geschilderten, eher versteckt zu nennenden intentionalen Handelns der Institution benennt. Trotzdem zeigt die Studie vor dem Hintergrund der ganzen Ernsthaftigkeit der Situation hinsichtlich der psychischen Belastung arbeitsloser Menschen, die nach echter Verantwortlichkeit ruft, die Not wendig zu überdenkenden und zu verändernden Gegebenheiten auf. Das fängt an mit der Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den sog. unteren Hierarchiestufen der BA, wo man selbst nach Einschätzung mancher Aktiven aus der Arbeitslosenbewegung so gar keine wirkliche Ahnung von den wirklich großen Problemen hätte um die es geht. Aber gerade die Menschen dieser Hierarchieebene sollen, mal wieder, die ersten sein, die mehr Aufmerksamkeit entwickeln sollen, gegenüber den psychischen Belastungen ihrer Klientel. Sie haben ja auch sonst nur verwaltungsfachliche, sozialarbeiterische, sozialpädagogische, juristische… auf ihre Arbeit einwirkende Sachverhalte und Sachkenntnisse zu beachten. Deshalb wird es nicht angehen können, dass man sie wieder in die Schnüfflerrolle drängt. Um diese neue Rolle übernehmen zu können, müssen sie unumgänglich und strikt beim Menschen arbeiten können und nicht am Problem das nach Mensch nur aussehen darf. Es muss sozusagen genug von ihnen geben, damit arbeitsteilig und für die Kunden sensibel tatsächlich etwas getan werden kann. So wie das jetzt ist wird es nicht gehen und furchtbar werden. Auch für die Angestellten der BA, die dann in Sachen psychosozialer Betreuung selbst zu Kunden ihrer Institution werden können, oder sie können gleich gehen. Auch eine Art selbstrefferenzielles Geschehen, was sich die BA, weil dann mal selbst Betroffene und nicht Akteur, dann lieber nicht wünschen dürfte aber verdient hätte.

    Es muss drittens folgendes passieren: Man muss mal von Seiten der Politik und der Administration begreifen, dass Arbeitslosigkeit eben kein „individueller Schmerz“ ist, wie das Heinrich Alt mal formuliert haben soll. Das ist falsch, das weiß man, wie ganz oben gezeigt seit Jahrzehnten, ist aber zu Politik und Administration noch immer nicht vorgedrungen. Stellt sich da jemand taub? Verdrängt da jemand was? Arbeitslosigkeit ist ein systemisch-wirtschaftlich erzeugtes, gesellschaftliches Problem, welches sich symptomatisch als Schmerz des arbeitslosen Menschen drastisch zeigt. Arbeitslosigkeit ist deshalb von Person zu Person weder sozial noch genetisch übertragbar! Eine Ausgrenzung Arbeitsloser auch in Form von Psychiatrisierung ist deshalb nicht nur nicht nötig sondern im höchsten Maße kontraproduktiv. Der Mensch lebt von Bezügen zu seinen Mitmenschen.

    Zuletzt, aber, als das wichtigste, muss folgendes beachtet werden. Weil Arbeitslosigkeit ein gesellschaftliches Phänomen ist, ist dem- oder derjenigen, die sie symptomatisch als individuellen Schmerz erleben müssen (ich hab noch kein System leiden sehen) im Prinzip sehr schwer möglich, damit in einen persönlich erträglichen Zustand damit zu kommen. Darüber gibt es ebenfalls seriöse, in empirisch fundierter Vorgehensweise gewonnene Ergebnisse. Siehe: Christine Morgenroth, Artikel in “Aus Politik und Zeitgeschichte”: Als PDF: http://www.bpb.de/apuz/27815/arbeitsidentitaet-und-arbeitslosigkeit-ein-depressiver-zirkel?p=all „Arbeitsidentität und Arbeitslosigkeit – ein depressiver Zirkel“ “Christine Morgenroth, 6.5.2003. Zur Person: Christine Morgenroth Dr. phil., geb. 1952; Professorin für Psychologie an der Universität Hannover und Psychotherapeutin. Veröffentlichungen u.a. zu Subjektkonstitution bei Marginalisierungserfahrungen.“

    Dort: „Der ins Subjekt genommene gesellschaftliche Widerspruch, [zwischen der bestehenden, aktuell oder zunehmend länger nicht aufhebbaren Situation der Arbeitslosigkeit und den von der Gesellschaft gesetzten, verinnerlichten Normen und Werte der Arbeitsgesellschaft, nur mit Arbeit als Person Wert zu besitzen. Anm.d.V.] der als depressive Reaktion auftritt, ist den realen Verhältnissen und ihrer Widersprüchlichkeit geschuldet: Die depressive Reaktion ist die folgerichtige Lösung des in der Arbeitslosigkeit aufgebrochenen Ambivalenzkonfliktes und darf keinesfalls zur individuellen Pathologie umgedeutet werden.“

    Und wenn man in Politik und BA jetzt glaubt, dass deshalb jede Arbeit besser sei als keine, sei mit C. Morgenroth gesagt, da irren sie: „Gerade sozialwissenschaftliche Forschung muss danach fragen, welche Bedeutung die Erwerbsarbeit für Lebensgestaltung und Konstitution von Subjektivität unter den veränderten Produktions- und Arbeitsbedingungen tatsächlich besitzt. Erwerbsarbeit ist als soziologische Schlüsselkategorie noch lange nicht überholt. So fand der Industriesoziologe Martin Baethge (1988) in seiner Untersuchung zur Arbeitsidentität heraus, dass sogar bei jungen Menschen in niedrig qualifizierten Beschäftigungen die soziale Akzeptanz am Arbeitsplatz, interessante Arbeitsinhalte und die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, für Arbeitszufriedenheit und -identität wichtiger waren als die Höhe ihres Einkommens. Die von ihm so genannten subjektiv-sinnhaften Arbeitsorientierungen überwiegen danach die materiell-reproduktionsbezogenen deutlich. Ein knappes Jahrzehnt später (in der Shell-Studie von 1997) geben 64 Prozent der dort befragten Jugendlichen an, Arbeitslosigkeit sei das Hauptproblem junger Menschen; die Angst vor Arbeitslosigkeit stellte sich als prägende Generationserfahrung dar.“

    • (Admin 1): Danke M.H. für diesen sehr guten Text. Wegen Länge wurde noch nie ein Kommentar geblockt. 🙂

    • @M. H.

      Oh, vielen Dank für diese schöne Zusammnfassung. Zeigt es doch das ganze Di-, Tri-, Multilemma, in dem sich dieses Ansinnen der Agenda 20×0 doch befindet.

      Dabei muss man sich doch auch mal fragen, warum nun, auf dem Zeitstrahl ab heute in die Zukunft, diese Tragödie mit aller zur Verfügung stehenden „Macht“ überhaupt noch aufrecht gehalten wird. Es stellt sich immer noch die Frage nach dem „warum das Ganze“. Und da läuft es, wenn diese Frage überhaupt eine nicht rhetorische Antwort haben kann, auf einen riesen Betrug hinaus, eines Selbstzwecks, einer Psychologie eines Zirkelschlusses rein um der Bewegung willen, einem politisch sozialen Fauxpas einer einmal eingeleiteten Systems der Paria, schon deshalb unumkehrbar, einer unmöglichen Selbstentschuldung politischer Apologeten, Strategen, Selbstdarsteller um ihrer selbst willen, den die Gemeinschaft bis zum Bruch zu tragen, aber so kaum zu verantworten hat.

      Nicht nur der Patient König Kunde schlägt hier inzwischen hart auf dem Boden auf, sondern zugleich das ganze Ansinnen der ehemals inzwischen in Vergessenheit geratenen Absicht einer „zu gut“ gemeinten Reform an sich. Um den nicht geplanten, nicht akzeptablen, nicht erlaubten, mit allen mitteln zu verhindernden nahen Tod dieses falschen „Gedankenkonstrukts“ am Leben zu halten, müssen radikale Mittel herangezogen werden, radikalere Einschnitte gemacht werden, um radikale Notwendigkeit vorzutäuschen. Es ist wie mit dem Währungskonstrukt Euro, falsch angefasst, noch falscher durchgeführt, einer selbstherrlichen Lobby das Feld überlassen, bleibt nur noch ein mit sich verknotende Fäden gezogenes Skelett, eine Marionette übrig, die aus der Nähe betrachtet schon längst gestorben ist.

      Richtig schreibst du ja Zitat: „Der Mensch lebt von Bezügen zu seinen Mitmenschen.“, wie auch die Herleitung dazu im ganzen Abschnitt richtig ist. Anderit aber auch:

      Zitat: „So fand der Industriesoziologe Martin Baethge (1988) in seiner Untersuchung zur Arbeitsidentität heraus, dass sogar bei jungen Menschen in niedrig qualifizierten Beschäftigungen die soziale Akzeptanz am Arbeitsplatz, interessante Arbeitsinhalte und die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, für Arbeitszufriedenheit und -identität wichtiger waren als die Höhe ihres Einkommens. Die von ihm so genannten subjektiv-sinnhaften Arbeitsorientierungen überwiegen danach die materiell-reproduktionsbezogenen deutlich. Ein knappes Jahrzehnt später (in der Shell-Studie von 1997) geben 64 Prozent der dort befragten Jugendlichen an, Arbeitslosigkeit sei das Hauptproblem junger Menschen; die Angst vor Arbeitslosigkeit stellte sich als prägende Generationserfahrung dar.“

      Nun, ich bin kein Soziologe, aber die Aussage von M.Baethge bezweifele ich aus heutiger Sicht.

      Erstens sind das Untersuchungsergebnisse, die im Einfluss der noch einigermassen funktionierenden Arbeitsmarktsituation des Nachkriegsaufschwungs stattfanden. Einer Welt, in der die volkswirtschaftlichen Konsequenzen der heutigen Zeit (s. Flassbeck (Interpretation) ) nich nicht annähernd die heutige Relevanz und praktische Erkenntnis hatte. Andererseits glaube ich, dass gerade der Begriff der „reproduktiven Arbeit“, also alle Arbeit außerhalb der Arbeitszeit, ja einzig und allein in Hinblick einer nichtselbständigen Arbeit gegen Lohn überhaupt erst seinen Sinn bekommt, und somit im Hinblick auf Selbstverwirklichung Zirkelschlüsig ist. Wer sagt denn, dass es keine Arbeit eines Menschen sein soll, sich selbst im sozialen Umfeld einbringen zu wollen. Jeder Mensch definiert sich naturgemäß über seinen Wert im Sozialverbund, nicht im Lohnarbeitsersatz eines künstlichen fremdbestimmten ihm nicht zu eigen machbaren fiktiven Zieles am Umsatz seines Arbeitgebers, der es dem reinen Zufall überlässt mit absteigender Tendenz, dass diese Ziele auch die Lebensziele des sozialen Miteinanders sein könnten. Wo soll sich denn dieser Arbeitnehmer mit seiner Arbeitsidentität wiederfinden, wenn er entscheidend durch die nichtsteuernzahlende Maschinerie ersetzt wird. Wo bitteschön soll denn gerade das Selbstwertgefühl und Identität bleiben, wenn dieser Arbeitnehmer aber auch genau an diesem seinen bisherigen Weltbild psychisch grundlegend zerstört wird, wenn man ihm sagt:

      „Weisst du was, du bist nicht nur zu krank, zu alt, zu nichtpassend, nein, du wirst auch überhaupt nicht mehr gebraucht. Nicht nur nicht jetzt, sondern auch in Zukunft nicht mehr“.

      Zitat aus einer meiner früheren Veröffentlichung:

      „Arbeit an sich ist aber in unserer heutigen Welt wesentlich mehr als nur diese “Lohnarbeit”, die uns in Abhängikeiten zwingt. Arbeit ist alles, was uns im täglichen Leben so agieren lässt. Gesellschaftlich-, familiäre (Reproduktions-) Arbeit (Haus- und Familienarbeit, soz. Engagement), politische und kulturelle Teilhabe und -Bildung, alles. Dabei geht es nicht nur um “Beschäftigung”, sondern auch “Gestaltung”, um Gestaltung des menschlichen Seins an sich. Im Gefüge unserer modernen Gesellschaft ergibt sich durch das tägliche Gestalten des eigenen Ichs und seines Umfeldes eine Rückkopplung auf das eigene “Ich”; die eigene Identifikation durch Reflektion in unserer “Sozialgemeinschaft”.

      Inzwischen hat sich der Begriff der “Arbeit” so weit über seine ursprünglich definierte Bedeutung (Marx, Arendt) ausgedehnt, dass Tätigkeiten als Arbeit bezeichnet und in die Lohnarbeit eingemeindet werden, die ursprünglich der Freizeit vorbehalten waren: Sport, Theater, Politik, sogar Gottesdienste. Das geht soweit, dass eine Tätigkeit, die nicht “Arbeit” ist garnicht mehr anerkannt wird. Warum sollten sich somit auch Arbeit und “Frei”-zeit gegenwärtig auf diese Weise unterscheiden? “Freizeit” bekommt nur seinen Sinn als Gegensatz zur “Lohnarbeit”, der “Unfrei”-Zeit, und wird von dieser somit auch noch vereinnahmt und wie der Begriff der Arbeit ökonomisiert. Deshalb lässt sich in unserer heutigen vernetzten Welt “Arbeit” und “Freizeit” nicht mehr so ohne weiteres unterscheiden. Somit ist es aus der Sicht der Protagonisten u. a. der Rentenfrage sehr wahrscheinlich auch nur ein kleiner, vielleicht allzu “unwesentlicher” Schritt auch noch die “Freizeit” der Rente zu ökonomisieren, egal ob mit 65, 67 oder 70.“

      Also frage ich grundlegend nach der Sinnhaftigkeit einer Agenda 20×0, wenn sie sich noch dazu im ökonomischen Sinne am schrumpfenden Binnenmarkt und vor allem auch im EU-Währungsraum (wie schon vorher erläutert) auch aus globaler Sicht überhaupt nur noch kontraproduktiv-zerstörerisch auswirkt.

      Gruß,
      H.-W.

      • Sie sind mit ihren Gedanken – meiner Meinung nach – genau auf dem Pfad der Vernunft – leider herrscht die Unvernunft – gelinde gesagt.

        Ich habe den Link angeklickt, ein paar Punkte des „Programms“ überflogen – aua kann ich da nur sagen.
        …. @Mama – wir sollten nicht über Irrsinn weinen – wir sollten ihn schlicht hinter uns lassen!

        • @oberham

          „Ich habe den Link angeklickt,“
          Ich hätte dich warnen sollen…

          “ ein paar Punkte des “Programms” überflogen – aua kann ich da nur sagen.“
          Oha, du bist ja ein echter Überflieger

          „Sie sind mit ihren Gedanken – meiner Meinung nach – genau auf dem Pfad der Vernunft“
          Oh, danke, danke 😮

          “ – leider herrscht die Unvernunft“
          na, dann doch nich …

          „– gelinde gesagt.“
          jetz kommts aber knüppeldick…

          🙂

          • @H.-W. Ab jetzt kümmerste dich um die Beiträge von Oberham wohl äußerst sorgsam und dezidiert? 😉

            • @Marko,

              eigentlich nur um die Ansage zu meiner Meinung explizit;
              sofern ich das irgendwie auswerten konnte.

              Warum denn äußerst? Siehst du da einen besonderen Grund warum ich das in dieser Form tun sollte?

              • @H.-W. War spaßig gemeint. Geäußert, weil ich erst bemängelt hatte, dass man seinen Beiträgen so wenig Beachtung schenkt, und dann las ich diese Auswertung zu gefühlt jedem Satz. Passte halt gerade, alles gut 😉

                Gruß
                Marko

      • Hallo, @H.-W. Das sind ganz wichtige Anmerkungen und kritisch zu hinterfragende Punkte in Bezug auf mein schreiben, die Du hier ansprichst. Wenn ich nach der „Zukunft der Arbeitsgesellschaft“ frage geht es natürlich um die Frage der Lohnarbeit und den sich verändernden Einstellungen der Menschen dazu. Und es geht natürlich um die Frage was Arbeit ist und was Arbeit sein könnte. Deine Anmerkungen werden ich später ruhig lesen müssen. Geht nicht so schnell. Aber das sind für mich und vor allem für den Blog wichtige weiterführende Gedanken. Danke

        Gruß M.H.

        • Ist ja keine Gegenrede zu deinen Gedanken. Allenfalls eine Ergänzung im Hinblick auf das, was von der Sinnhaftigkeit der „Arbeit“ heute noch übrig geblieben ist. 😉

          LG,
          H.-W.

    • @M:H,

      ich mache es mir etwas einfacher:

      Leider sehr treffend! Danke!
      (Der „Selbst“zweck heiligt alle Mittel!)

    • @ M.-H. – ich jetzt auch…

      Ihr Text ist schon seit gestern hier im Blog, erst jetzt habe ich die Gelegenheit gehabt, ihn gründlich ( zwei Mal) zu lesen.
      Danke für diesen ausführlichen Beitrag, der vieles zutreffend ausleuchtet und die richtigen Fragen stellt bzw. die richtigen Schlußfolgerungen zieht.
      Meines Erachtens der wohl beste Leserbeitrag seit langem.
      Noch einmal: Danke !

  26. Na?????? es ist zum lachen oder doch zum weinen????? was ist die BA?

    • Ja, geht mir genauso. Gute Satire ist (fast) immer irgendwie zum lachen und zum weinen. Deshalb ist die von Frau Hannemann geschriebene auch so gut. Schrecklich und lustig, traurig und wahr. Abr ohne lachen geht es nicht.

      Was ist die BA?

      1. Siehe die von Inge Hannemann eigestellten Links.

      Zur Erstellung eines BA-internen „Unternehmensphilosophisches Konzept der Bundesagentur für Arbeit“ empfehlen wir dringend die Berücksichtigung der sog. „Vier großen Fragen“ nach Swami Jogurto:

      2.

      Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wer sind wir? Und überhaupt, was soll das ganze?

      Zu letzerem wird wieder zirkelförmig auf die eingestellten Links verwiesen…. Anschließend das ganze umrühren, ziehen lassen…Wohl bekomm`s

      • @ M.-H.

        Dreht „Swami Jogurto“ links oder rechts herum, was seine Moleküle und das “Unternehmensphilosophische Konzept der Bundesagentur für Arbeit” angeht ?
        Ich ahne die Antwort… 😉

        • @Olaf aus HH
          Also nichts gegen Spiritualität. Was den Typen oben angeht und das „BA-Konzept“ – beides dreht absolut durch!!!! Was Unternehmensphilosophien angeht: Aufpassen muss man da wohl schon, weil sich hinter der Hochglanzfassade für die Öffentlichkeit auch ziemlich üble Sachen verstecken können. Aber wir lassen uns den Jogurt nicht verderben.

  27. Herrlicher Text … ich lache immer noch.

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