Kritik unerwünscht – die Wahrheit kam von den Betroffenen – sternTV

Stadt in Angst

Stadt in Angst

14. März 2013 22.15 Uhr

sternTV – „Unzufrieden mit dem Jobcenter“ berichtet! Auf der Coach Heinrich Alt, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Diederichs – Fallmanagerin eines Jobcenters, Renate Müller* eine aktuell Leistungsberechtigte, mit bewusst falschen Namen*, Perücke und Sonnenbrille aus Angst vor Schikanen ihres Jobcenters, wenn sie erkannt wird sowie zwei Losgelöste eines Jobcenters.

War zu Beginn die Auswertung einer von sternTV durchgeführten Umfrage mit 1277 Beteiligten Mittelpunkt der Sendung, kamen sehr schnell die ungeschönten Aussagen von Hartz IV-Leistungsberechtigten ins Bild. Skype macht es möglich. Aussagen wie Angst vor Schikanen, Willkür, verlorenen Unterlagen und Unterdrückungen geben das Bild der Umfrage wider. So sind 77,7 Prozent mit ihrem Jobcenter unzufrieden. Nur zehn Prozent geben das Qualitätsurteil gut. Alarmierende Zahlen und Aussagen. Aussagen, die meine Beobachtungen als Jobcenter-Mitarbeiterin untermauern.

Nun könnte man ja meinen, sternTV hat sich bewusst diese Betroffenen herausgepickt. Dem widerspricht jedoch eindeutig das durchaus repräsentative Umfrageergebnis des Senders. Selbst Moderator Steffen Hallaschka betitelt das Ergebnis als alarmierend und fragt nach. Er will der Sache auf den Grund gehen.

So erzählt ein ehemaliger Hartz IV-Empfänger von der Ablehnung seiner Weiterbildung im Sicherheitsdienst und spricht den §34a „Sicherheitsschein“ an. Dieses wurde ihm abgelehnt. Eine Begründung war nicht real ersichtlich. Alt dazu: „Solche Fälle machen mich persönlich betroffen.“ „Es ist alles schlecht gelaufen.“ „So arbeiten wir nicht.“

Diederichs (Fallmanagerin) bestätigt Alt und erwähnt explizit, dass Fälle wie solch einer, immer von beiden Seiten angeschaut werden müsse und von daher keine Beurteilung möglich sei. Weiterhin führt sie aus, dass ihre „Kunden“ oftmals mit falschen Vorstellungen in das Jobcenter kommen. Sie habe keine Arbeitsplätze in der Schublade, sondern könne nur sogenannte Vermittlungsvorschläge ausgeben. Richtig, Frau Diederichs! Sie haben diese nicht in der Schublade und die Vermittlungsvorschläge geben bekanntlich mehrheitlich den prekären Arbeitsmarkt wieder. Kompetenter wäre es jedoch, den Telefonhörer zu nehmen, Arbeitgeber anrufen und für ihre „Kunden“ einen Arbeitsplatz zu suchen. Sozusagen als „Bittstellerin“ im Namen ihrer „Kunden“. Auch erwähnt sie, dass die „Kunden“ sich selbst auf einen Vermittlungsvorschlag zu bewerben hätten. Auch richtig, Frau Diederichs. Nur wie, mit dem Wissen, dass ein „Hartzer“ kaum bis gar nicht berücksichtigt wird. Und wie, wenn die Angst vor der nächsten Absage mitgeschickt wird. Diese quillt doch schon aus der Bewerbungsmappe heraus.

Fallmanager vs. Arbeitsvermittler

Differenziere ich doch mal die Funktion eines Fallmanagers (FM) zum Arbeitsvermittler. Ein FM hat die Aufgabe, Leistungsberechtigte mit sogenannten multiplen Vermittlungshemmnissen wieder in die Spur des Lebens zurück zu bringen. Dafür hat er mehr Gesprächszeit mit den Betroffenen. Im Fokus steht die sozialpädagogische Begleitung. Sozusagen die Verringerung, die Auflösung der Hemmnisse. Und somit steht nicht die Arbeitsvermittlung primär im Vordergrund. Im Vergleich dazu besteht die Aufgabe des Arbeitsvermittlers, die hohe Anzahl seiner „Kunden“ in die sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Diederichs bemerkt richtig, dass die Arbeitsvermittlung zu viele „Kunden“ zu betreuen habe. Aus diesem Blickwinkel ist es verständlich, das eine Fallmanagerin kopfschüttelnd über die krassen Fälle wie Angst, Schikanen, verloren Unterlagen und falsche Einstufung in die Tätigkeit in ihrem Sessel sitzt. Wie hätte ein Arbeitsvermittler reagiert? Ebenso versuchend empathisch, geduldig und sozial zu sein? Eine Frage, die offen bleibt.

Aber immerhin gibt es Alt. „Wir brauchen ein Vertrauensverhältnis.“ Jawoll! „Mit Angst können wir nicht arbeiten.“ Jawoll! Und immerhin haben die Jobcenter eine Durchschnittsschulnote von 2,5. Manche besser, manche schlechter, gibt er wider. Diese Zahl ist korrekt wiedergegeben aus der Sicht der internen telefonischen Umfragen. Aber wo bleibt der Aufschrei, dass eine über 70-prozentige Unzufriedenheit besteht? Der Aufschrei der Bundesagentur für Arbeit, dass ein sofortiger dringender Handlungsbedarf besteht.

Ebenso stößt es auf, wenn ein Alt zu einem durch Missstände seines Jobcenters Betroffenen sagt: „Wir haben mit ihnen keine gute Basis gefunden.“

Wer ist „wir“? Die Komplexität, der tausenden Mitarbeitern in den Jobcentern? Oder Alt? Wer vermittelt, den Ethos im Umgang mit den „Kunden“? Das „wir“ ist doch weisungsberechtigt.

Aber immerhin arbeiten die Kollegen nicht im luftleeren Raum und die Betroffenen haben die Möglichkeit sich beim Vorgesetzten zu melden, so Alt weiter.

Nichtsdestotrotz kamen die „Kunden“ via Skype live zu ihren kritischen Aussagen, Alt wirkte erneut menschlich, vermied die Realität und Hallaschka ließ die Teilnehmer ausreden.

Mein Appell zur Unterstützung Hallaschka für die nächsten Folgen:

Ihr Mitarbeiter der Jobcenter: 

Meldet euch beim Sender, gebt eure Erfahrungen, seien sie positiv, seien sie mit Kritik, ungeschönt weiter. Aus Angst vor Repressalien dürft ihr dieses auch anonym beim Sender aussagen. Ich werde dabei sein!

Und in der nächsten Sendung erwarte ich Norbert Wiersbin – den ehemaligen Personalratsvorsitzenden eines kommunalen Jobcenters!

Quelle: sternTV; arbeitsagentur.de



Kategorien:Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter

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26 replies

  1. Vielen Dank für das tolle Engagement! Habe ebenfalls sehr schlechte Erfahrungen gemacht, vor allem mit mit dem jc altona und mit tertia (dilettantischer und menschenverachtender Umgang mit Arbeitslosen).

  2. Meine Erfahrungen mit dem Jobcenter sind ebenfalls schlecht. Und ich glaube nicht mehr an Zufälle, sondern schenke der Behauptung meiner Sachbearbeiterin Glauben. Sie sagte mir, dass sie mit Beförderungsnachteilen zu rechnen hat, wenn sie mehr bewilligt als die andern Kollegen.

    Nachdem meine persönlich abgegebenen Unterlagen plötzlich verschwunden waren habe ich die immer in der Poststelle abgegeben und mir die Abgabe bestätigen lassen (zur Sicherheit für eventuell folgende Gerichtsverfahren). Es war eine sehr kluge Entscheidung, alles schriftlich zu machen und eine Eingangsbestätigung zu haben.

    Nachdem wohl auch andere damit erfolgreich waren, wurde es den Leuten der Poststelle verboten, Briefe anzunehmen. Jetzt stecke ich die in den Briefkasten und gebe eine zweite Kopie bei der Gemeinde in der Poststelle des Rathauses zur Weiterleitung an das Jobcenter ab. Dort bekomme ich auch eine Eingangsbestätigung. Die Gemeinde ist die vorgesetzte Behörde des Jobcenters und muss das annehmen und auf dem Amtsweg weiterleiten.

    Wenn man einen Brief selber abgeben möchte, muss man sich im Eingangsbereich anstellen und stehend oft über eine Stunde warten bevor man den Brief abgeben kann.

    Boten müssen ebenso warten und zusätzlich werden noch eine Vollmacht sowie der Personalausweis des Antragstellers verlangt. Da es in der Bundesrepublik eine Ausweispflicht gibt, ist das eine Verpflichtung gegen Gesetze zu verstoßen. Ein Bote ist ja nur ein privater Briefträger. Wieso braucht der eine Vollmacht und den Ausweis des Antragstellers?

    Für mich ist diese Praxis reine Schikane. Die Abgabe in der Poststelle war durchaus ok, hat aber niemanden abgeschreckt.

    Eine weitere Sachbearbeiterin behauptete und den Vorgesetzten und Leitern immer wieder abgestrittene Anweisung ist die Budgetierung der Ausgaben. Meine Unterlagen sind immer vollständig abgegeben worden. Das geht schon aus der Seitennummerierung hervor und der Anlagenliste. Doch es wurden immer wieder die selben Teile (Unterlagen) nachgefordert, weil sie angeblich fehlten. Mein Antrag wurde so lange nicht weiter bearbeitet…. über mehrere Monate. Schließlich wurde ich zu 100% gesperrt. Als ich bei ihr mit einer Zeugin vorsprach hatte sie meine Akte parat. Darin fanden sich alle meine 8 Briefe…. jeden einzelnen inklusive aller Unterlagen. Daraufhin machte sie die oben genannte Erklärung, bewilligte aber trotzdem nicht. Es blieb mir nichts weiter übrig, mich beim Teamleiter zu beschweren und wegen Mittellosigkeit eine sofortige Auszahlung zu verlangen…. was auch für einen Teilbetrag erfolgte. Kurz drauf wurde mein Antrag auch bearbeitet und das Geld rückwirkend überwiesen.

    ich habe das Glück, dass ich das ein Fremdkonto verwalte für einen alten und behinderten Menschen, der beim Abholen seiner Rente von der Bank überfallen wurde. Seitdem habe ich das Abholen des Geldes übernommen. Darum habe ich Zugriff und kann das für mich etwas abpuffern. Trotzdem hab ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich fremdes Geld nutze. Andererseits lässt mir das Jobcenter öfters keine andere Wahl.

    Was noch viel schlimmer ist (darauf hat mich erst mein Anwalt hingewiesen), dass man das noch nicht mal sagen darf, dass man Gelder veruntreut hat. Dann könnte das Jobcenter mit dem Argument kommen: Ma hatte ja Geld und damit Auskommen. Dass das illegal erlangtes Geld se ist irrelevant, denn der Gläubiger muss dann zusehen, wie er das Geld von dem Antragsteller wieder bekommt. Offensichtlich ist das anderen schon passiert.

    Fazit: Egal wie Herr Alt seine Behörde darstellt, sie wird äußerst schlecht geführt und hat deshalb einen so schlechten Ruf. Wenn er sagt: „Wir haben mit ihnen keine gute Basis gefunden.“, dann zeigt das ganz deutlich 3 Fakten:

    1) Er kommt selber überaus „arrogant“ rüber.
    2) Er ist ganz offensichtlich nicht in der Lage, seine Behörde so zu führen, wie es die Allgemeinheit von ihm erwartet.
    3) Er hat seine Unfähigkeit durchaus erkannt, ist aber nicht bereit, die Konsequenzen zu ziehen. Diese wären da
    3a) Anweisungen, die eine schnellere und großzügigere Bearbeitung der Anträge anzuweisen
    3b) anstatt die Statistiken zu fälschen, die Wahrheit zu veröffentlichen und geeignete Maßnahmen der Regierung vorzuschlagen, die Quoten zu senken.
    3ba) Ein Vorschlag wäre z.B. den Hartz IV Satz drastisch zu steigern. Das würde zwangsläufig zu mehr Binnenkonsum führen und der würde Arbeitsplätze schaffen, die wieder zu Steuereinnahmen führen. Unternehmen zu subventionieren ist dagegen Blödsinn. Die machen Gewinne, verschreiben diese in Steueroasen und wenn die Subventionen wegfallen, dann gehen sie ins Ausland. Auf der anderen Seite habe ich noch nie von einem Arbeitslosen gehört, dass der gedroht hätte, seine Brötchen oder Lebensmittel im Ausland zu kaufen. Der ist gezwungen das Geld vor Ort auszugeben. Die daraus erwachsende Steuer fließt somit direkt in das Gemeindesäckel. Und das ist nicht nur der Betrag der 19% MWSt, sondern auch die Steuern, die der Hersteller zahlt und die, die seine Angestellten zahlen.

    Das Jobcenter ist eine Einrichtung, die den Ärmsten der Armen Hilfestellung geben soll, wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen. Die Klientel ist systembedingt nicht gerade als Oberschicht zu bezeichnen. Natürlich sind viele vielleicht nicht die „hellsten“ oder die am leichtesten zu Vermittelnden. Aber gerade für die ist das Jobcenter da. Die, die sich selber helfen können, die brauchen das Jobcenter nicht. Darum muss man sich den Problemen annehmen.

    Politiker aber rekrutieren sich heute meist aus juristischen Berufen. Visionäre sind heute nicht mehr darunter oder irgendwelche Leute, die kreativ an ihre Aufgaben ran gehen würden.

    • Auch das Jobcenter ist ein auf Profit(schaffendes) ausgerichtetes Tochterunternehmen des Unternehmens BRD. Beide unterstehen dem kommerziellen Recht.

      Wer einen Antrag (den Antrag kann man werten als Einladung ein Angebot abzugeben) bei der ARGE stellt gibt nach Handelsrecht ein Vertragsangebot ab. Wenn er/sie den Antrag einfach so ausfüllt wie vorgegeben gibt er/sie ein Vertragsangebot ab nach den Geschäftsbedingungen des sog. SGB II. Der Mitarbeiter der ARGE nimmt das Vertragsangebot an. Er ist somit der Akzeptierende. Wer hinterher an den Bedingungen des Vertragsangebotes etwas auszusetzen hat, dass er selbst abgeben hat, hat nach kommerziellen Recht eine sehr schlechte Position.

      Wird noch eine EGV unterschrieben wird das Angebot nochmal bestätigt bzw. es kommt natürlich auch darauf welche Inhalte in der EGV niedergelegt werden.

      Es zählt was im Vertrag steht. Sind Grundgesetz oder Menschenrechte etc. nicht Bestandteil des Vertrages(angebots), kann der Vertragsannehmer (z.B. ARGE) nach kommerziellen Recht korrekt, die Annahme machen, dass derjenige der das Angebot gemacht hat, auf diese Rechte verzichtet.

      Eine Maxime des globalen kommerziellen Rechts unter dem die BRD und ihre Tochtergesellschaften agieren heisst:

      Wer es versäumt seine Rechte zu erklären/behaupten, hat keine.

      • Zitat: „Es zählt was im Vertrag steht. Sind Grundgesetz oder Menschenrechte etc. nicht Bestandteil des Vertrages(angebots), kann der Vertragsannehmer (z.B. ARGE) nach kommerziellen Recht korrekt, die Annahme machen, dass derjenige der das Angebot gemacht hat, auf diese Rechte verzichtet.“

        Rein rechtlich/vertragsrechtlich gesehen ist diese Aussage grober Unfug, denn es wird vergessen, dass Jobcenter dem Grundgesetz verpflichtet sind, und Verträge, die gegen geltendes Recht verstossen sind nichtig, egal ob unterschrieben oder nicht. So einfach wie sie es hier darstellen ist das Ganze nicht.

        Natürlich hätten sie recht, wenn sie ihre Ausführungen als Beschreibung der tatsächlichen Vorgehensweise der Jobcenter und ihrer „Kunden“ bezeichnen würden, Grund- Und Menschenrechte können aber niemals durch Unterschrift außer Kraft gesetzt werden, zumindest in der Therorie nicht!,

    • Mir ist es ganz ähnlich ergangen, darum bekunde ich hiermit meine Solidarität. Es tut mi gut dass zu lesen, da weiß ich, dass ich nicht verrückt bin und es mir nicht alleine so geht.

  3. Die Damen und Herren des Jobcenter haben wie immer alles schön verhamlost.Hatte auch meine Probleme mit der ARGE die haben meine komplette Existenz zerstört.Hatte ein festen Job,irgendwann kam das Geld nicht mehr,Antrag gestellt bei der ARGE für die übernahme der Miete,Monatelang hin gefahren,es würde mir nicht zustehen,da ich am klagen wäre.Beim nächsten mal war ich angeblich nicht dagewesen habe auch nie ein Antrag gestellt.6 Monate lange kein Geld bis auf das Krankengeld,das war meine letzter Ausweg die Krankschreibung damit ich von irgendwo Geld herbekomme.irgendwann bin ich Psyschisch komplett abgerutscht,Klinik.Nach fast sieben Monaten habe ich dann mein Geld bekommen aber nicht Rückwirkend ,da ja angeblich keine Unterlagen abgegeben würden.Komme aus der Klinik Wohnung leergeräumt ohne Räumungsklage,warum wohl kam ja auch keine Miete rein.Konnte irgendwie den Vermieter auch verstehen.Den Job Center hat das dieses überhaupt nicht interessiert.Wiederabgerutsch wieder in die Klinik.Keine Kraft mehr gehabt da gegen anzugehen.1 Monat später eine neue Wohnung aber keine Möbel,nichts mehr alles selber Angeschafft,3 Tage nach der Entlassung bekomme ich ein schreiben von der ARGE ich muß zum MDK, der hat auf Grund meines Klinik Aufenthaltes ( Was ich der ARGE zu verdanken hatte) unter 3 Stunden kaputt geschrieben.Also nicht Arbeitsfähig.Was in meinen Augen totaler Schwachsinn war.2 Firmen wollten mich einstellen,beides wurde mir Verboten,bin nicht arbeitsfähig.Selbst auf den 2. Arbeitsmarkt dürfte ich nicht,stattdessen bekam ich das nächste Schreiben der ARGE ich habe ich Erwerbsminderungsrente zubeantragen,wenn ich das nicht machen würde würden Sanktionen eintretten.Erwerbsminderungsrente beantrag durchgekommen und wiedermal nach Aktenlage.Widerspruch brauchte ich auch nicht beantragen da die Aufforderung vom Amt kam.Aber ein 1 Euro Job sollte ich machen,da habe ich gesagt bin doch nicht arbeitsfähig.Wollte nicht Zuhause sitzen beantragte eine Massnahme beim Rententräger auf Wiedereingliederung auf den Vollenarbeitsmarkt.Was nach 5 Monaten genehmigt würde.Ich habe die Maßnahme 3 mal verschoben wohl auch dieses Amt es nicht geschafft hat in 5 Monaten mein Geld zuberechnen was mir bei der Maßnahme zustehen würde.Jetzt bin mittlerwile am Punkte zusagen Shit happens….mach die Maßnahme kommt nichts bei rum,werde ich 2014 die Vollrente ohne befristung beantragen.Wenn der Stadt meint so die Leute abzuschieben zu müssen,ist es mir mitlerweile egal. 22 Jahre arbeiten hier in Deutschland um danach ein tritt in den Arsch zubekommen.Nein Danke

    • Vielleicht sollte man einen Geschädigten Verein gründen?!?
      Mich haben die (‚tschuldigung an die Seitenbetreiberin, Sie sind mit „die“ nicht gemeint oder angesprochen) auch fast umgebracht – und das ist nicht überzeichnet. Heute, Jahre später, kann ich wenigstens wieder 4 Std./ Tag arbeiten.

      • Jedenfalls sollte man nicht darauf hoffen, dass Veränderungen zum Besseren aus der Agentur heraus möglich wären. Diese ständige Schikane der Erwerbslosen ist politisch gewollt, um ihre Erwartungen und Hoffnungen zu brechen, dadurch die Bereitschaft zu erzwingen jede noch so schlecht dotierte und von den Arbeitsbedingungen her belastende Stelle anzunehmen. Man benutzt die Menschen im prekären Sektor und ihr alltägliches Leid, um den Druck auf den Arbeitsmarkt sowohl im Niedriglohnbereich wie auch bei den besser Beschäftigten aufrechtzuerhalten. Wenn man sich mit der Lawine der über das Netz verfügbaren „Einzelfälle“ erst einmal anfängt zu beschäftigen, sie zu analysieren und kategorisch auf die dabei inhärenten Interessen zu reflektieren sucht, bleibt einem nur noch das blanke Entsetzen.

        Hinter jedem „Einzelfall“ steht ein Mensch, der zu dieser Gesellschaft gehört, der über das Recht und die Pflicht zu gesellschaftlicher Teilhabe und Mitgestaltung verfügt. Darüberhinaus wäre einzufordern: das Recht auf die strukturellen Voraussetzungen für ein glückliches und erfülltes Leben aller. Es ist eben auch eine bürgerliche Schande, Ausbeutung und Diskriminierung zu akzeptieren.

  4. Die Wahrheit scheint überhaupt wenig erwünscht:

    Angesichts der flächendeckenden medialen Vertuschung des vor wenigen Tagen von einer Gruppe Türken ermordeten Daniel S. in Kirchwehye (ähnlich kürzlich Johnny K. in Berlin) darf man die sog. „führende Qualitätspresse“, auch den STERN, in Deutschland ohnehin zunehmend kritischer sehen!

  5. Ich habe die Sendung nach 10 Minuten mit Grauen ausgeschaltet. Schon der Vorspann war eine Zumutung. Mit Heimatfilmmusik unterlegtes Sicherheitsmännchen- und Würstchenbräterglück. Anstatt kompetente Gesprächspartner wie Ralph Boes, Inge Hannemann oder Norbert Wiersbin einzuladen, sitzen dort drei Hartz-Opfer, die verständlicherweise Schwierigkeiten haben, den Kern des Hartz-Komplexes – die Beschneidung der Grundrechte, und die Abrichtung von Menschen durch Sanktionen – zu artikulieren, und sollen sich gegen den rhetorisch geschulten, notorischen Realitätsverweigerer und Berufsbürokraten Heinrich Alt behaupten, der von einer Fallmanagerin sekundiert wird, die dem Chef das Händchen halten durfte.

    Der Bertelsmannsender RTL ist seinem Ruf einmal wieder gerecht geworden: Verdummungsfernsehen als Narkotikum für den Pöbel.

    Zitat Alt:

    „Wir haben mit ihnen keine gute Basis gefunden.“

    Der Herr der Sanktionen will es nicht begreifen. Wer Menschen mit der Beschneidung ihres Existenzminimums droht, KANN keine Basis finden. Das Sanktionsregime – also der Kontakt mit dem sogenannten „Jobcenter“ – löst bei den Opfern Vernichtungsängste aus.

    So produziert man Untertanen. Wenn unter diesen Umständen keine „Basis“ zustande kommt, zeugt das lediglich von der seelischen Integrität des Betroffenen.

    Mit den Vollstreckern des Sanktionsregimes keine Basis zu finden, ist ein Zeichen von Gesundheit.

    • Da kann ich ihnen voll zustimmen .Leider werden dort immer Erwerbslose eingeladen , die politisch nichts positives dazu beitragen können ,geschweige denn was zu Thema Saktion zu außern .Man sollte meinen ,das wäre der größtenteils der Erwerbslose die ihre Rechte nicht kennen. Kein Wort von Menschenverachtendes System ,und prekäre Beschäftigung ,und Hartz 4 ins Leben gerufen wurde um die Löhne zu drücken ,um die Lohnsklaverei voranzutreiben ,damit die Erwebslosenindustrie daran verdient.

      Warum wird bei RTl und co keine Richter und Rechtsanwälte zu diesem Thema eingeladen ? Damit die Medienhetze und Verdumungs Tv weiter bestand hat .Außerdem würde dann ,aml Klarttext und die Wahrheit erzählt ,werden ,warum die Sozialgerichte überlastet sind .Dies ist aber nicht gewollt .Und zu Herrn Alt ,ist nichts mehr zu sagen ,man hat schon gesehen ,wie er sich gegenüber Herrn Boes bei Maisberger seine Lügen aufgetischt hat.

  6. Natürlich sind die Verantwortlichen nicht daran interessiert, dass die Wahrheit bekannt wird. Aber wenn man ein bisschen im Internet stöbert, kann man interessante Beiträge finden, u. a. auf den Nachdenkseiten, Spiegelfechter, oder auch im Nachrichtenspiegel, z.B.:

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/01/14/jobcenter-und-tafel-intern-von-feinden-und-abholern/

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/12/13/vom-mittelstand-ab-nach-hartz-iv-ein-typisch-deutsches-schicksal-das-wir-nie-erfahren-durfen/

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/01/03/von-den-jobcentern-in-den-tod-getrieben-oder-wie-leichen-den-weg-der-hartz-iv-reform-pflastern/

    http://www.2012/12/29/vom-mittelstand-direkt-nach-hartz-iv-auch-dann-wenn-man-wirklich-alles-richtig-gemacht-und-beim-jobcenter-selbst-arbeitet/

    Auch immer wieder interessant ist fefes blog, aber der beschäftigt sich auch viel mit anderen Dingen, wie IT-Sicherheit.

    Vor allem die Nachdenkseiten sind empfehlenswert, weil sie sich mit Politik und Wirtschaft insgesamt auseinandersetzen.
    Im Nachrichtenspiegel findet sich viele Artikel die lesenswert und nachdenkenswert sind, vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich habe lese immer wieder gern darin, auch wenn es oftmals traurig stimmt.

  7. Ich selber bin seit dem 24.1. wieder arbeitslos. Ich habe eine Ausbildung im med. physikalischen Bereich vollzogen. Da aber in diesem Bereich zu einem keine Stellen zu besetzen ist, die in meinem näheren Wohnbereich sich befinden, zum anderen hin es keine ordentliche Bezahlung gibt, will ich nicht mehr diesen Beruf ausüben. Stetig musste ich immer umziehen, von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Ich verdiente in der freien Wirtschaft weniger als bei meiner letzten Stelle im öffentlichen Dienst. Außerdem habe ich Probleme mich in der Fremde zurecht zu finden.Ich kriege psychische Probleme. Ich wohne in meiner Heimatstadt, dort wo ich aufgewachsen bin.Hier lebt meine Familie, hier ist mein soziales Umfeld, hier fühle ich wohl. Ich will nicht mehr weg. Was nützt einem der Arbeitsplatz, wenn man von der Arbeit oder eben vor Heimweh Krank wird. Ob es sich hierbei um eine psychische, oder auch später um eine physische Erkrankungen handelt. Dieses sollte jeder doch nachvollziehen können. Auch Arbeitsvermittler oder Fallmanager ! Egal wer, oder ? Ich möchte eine neue Ausbildung anfangen. Ich weiß natürlich das das mit 34 Jahren immer schwieriger wird, aber mit 40 wäre es noch später. Die Frage ist nur, ob man mir auch die Chance dazu ermöglicht. Ich würde gerne eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter durchführen und später entweder beim Standesamt oder beim Ordnungsamt arbeiten. Das Jugendamt wäre auch nicht schlecht. Aber wie dem auch sei. Am 21.3. habe ich ein Gespräch beim Arbeitsamt. Mal sehen was passiert. Aber eines, werde ich nicht mehr mitmachen. Weder werde ich noch mal irgendwo anders hinziehen, noch werde ich in meinem Beruf noch mal tätig werden, weil es sich einfach auch nicht mehr finanziell lohnt.

  8. Noch ein kurzer persönlicher Nachtrag:

    Auch mir als ALG1-Bezieher und Sozialwissenschaftler – seit vier Monaten arbeitslos, noch schlanke 40 und mit sehr gutem Arbeitszeugnis aus einem angesehenen Beschäftigungsverhältnis – wurde von meiner persönlichen Ansprechpartnerin ausdrücklich nahegelegt, mich auf Stellen in der Sicherheitsbranche zu bewerben. Mein Gegensteuern, dass ich meiner Meinung nach noch kein personifiziertes Vermittlungshemmnis sei und man zunächst einmal andere Optionen prüfen sollte, wurde zwar nicht mit Worten, aber mit einem abschätzigen Blick und Kopfschütteln quittiert.

    Nur um einmal deutlich zu machen, dass die Betreuung der Agentur im Falle von ALG1-Bezug kein Persilschein auf eine adäquatere Beratung oder ein besseres Benehmen der Berater darstellt. Vor diesem Hintergrund kann man Frau Hannemanns Verständnis von Beratung und Vermittlung nur umso höher einschätzen.

  9. „So erzählt ein ehemaliger Hartz IV-Empfänger von der Ablehnung seiner Weiterbildung im Sicherheitsdienst und spricht den §34a „Sicherheitsschein“ an. Dieses wurde ihm abgelehnt. Eine Begründung war nicht real ersichtlich. Alt dazu: „Solche Fälle machen mich persönlich betroffen.“ „Es ist alles schlecht gelaufen.“ „So arbeiten wir nicht.““

    Passenderweise eine der wenigen (Niedriglohn) Boom-Branchen unserer Tage. Man muss kein Schelm sein, um dabei an Foucault zu denken, an seine Studien zu den Abnormalen, den Infamen, Überwachen und Strafen, Biomacht und Gouvernementalität.

    Seit längerem und qua entsprechender gewaltträchtiger Vorfälle der letzten fünf Jahre inzwischen vermutlich nahezu flächendeckend werden die Agenturen selbst durch (ausgebildetes?) „Fachpersonal“ geschützt. Alleine das Warten im Stehen wird dabei meiner eigenen Erfahrung nach bereits als auffälliges und nachfragewertes Verhalten interpretiert. Auch an diesem Wurzelknoten des Diskurses, der Überschneidung von sozialer Ausgrenzung und Militarisierung im Inneren, sollte der Widerstand sich kritisch reflexiv engagieren. Ich verweise hier exemplarisch auf die Arbeiten von Frau Christa Sonnenfeld, beispielsweise in „In die Tiefe des feindlichen Raums – Einige Vorüberlegungen zum Einsatz von Bundeswehr und Polizei gegen Arbeitslose“ und den Überlegungen zum Einsatz von nichtlethalen Waffen, die von der deutschen Bundesregierung (derzeit noch) auf das sogenannte „Crowd Management“ der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen beschränkt wird.

  10. Ich wünsche mir das diese die das Harz4 erfunden haben, mal einen Monat davon leben sollten.Danach wäre Harz4 /ALG2 vom Tisch.

    • Es müssten nur mal einige Sachbearbeiter für ein Monat Harz4 /ALG2 beziehen, dann würden die schon ganz anders mit den Antragstellern umgehen. Wenn ich was tun kann und Hilfe leisten kann, Meldet euch bei mir.

      • Bemerke gerade einen kleinen Fehler in meinem Kommentar 😉 Ja, die Sachbearbeiter, manche davon… nein, auch bei einigen reicht ein Monat Hartz IV nicht aus. Bei weitem nicht, wenn ich da an meine ehemals sadistische und bösartige SachbearbeiterInnen denke.

      • viele Sacharbeiter haben nur befristete Verträge und liegen mit ihrem Einkommen nur knapp über dem ALG II Satz.

    • Einen Monat? Nein, das ist zu wenig. Bis die dafür Verantwortlichen ihr gesamtes Vermögen ausgegeben haben um überhaupt Hartz-Leistungen zu bekommen, bis dahin sind die gestorben. Ganz realistisch betrachtet.
      Besser deren gesamtes Geld und Vermögen einfrieren (mit allen daraus resultierenden Folgen für jene) und die Typen auf ein Jahr Hartz IV – mit allen erdenklichen Repressalien – setzen. Das wäre das einzig angemessene und was richtig weh tut.

  11. So einen Fall mit einem Sicherheitsschein nach § 34 a für den Wachdienst kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, allerdings wurde mein Antrag auf Übernahme für die Kosten für den Schein, mit einer Begründung, vom JC abgelehnt. Nach Arbeitsunfall und langer Krankheit wurde ich aufgefordert einen Rentenantrag zu stellen, mit dem Hinweis, sonst keine Leistungen mehr zu erhalten. So stellte ich diesen Antrag gezwungenermaßen. Zum Sachverhalt: Durch Zufall entdeckte ich einen Aushang einer Sicherheitsfirma, die jemanden mit diesem Schein suchte, für ein nahe gelegenes Erdgaslager als Wachdienst, das nur 7 Kilometer von meinem Wohnsitz weg war. Nach sofortiger Rücksprache mit der Firma, war der Schein zwingend erforderlich, bei Nachweis der Kostenübernahme für den Erwerb des Scheines durch das JC, wäre mir die Arbeitsstelle sofort zugesagt worden. Dies wurde mir auch schriftlich durch die Firma bestätigt. Also sofort Termin beim JC geholt und Antrag gestellt. Der Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ich ja einen Rentenantrag gestellt hätte und eine Arbeitsaufnahme jetzt ja wohl irgendwie nicht zu meinem Antrag passen würde. Ist das nicht witzig, da wird man unter Androhung der Leistungsverweigerung gezwungen einen Rentenantrag stellen und dieser Antrag, wird dann als Begründung genutzt eine Arbeitsaufnahme zu verhindern.
    Nach der Aufforderung zur Kostensenkung bei Miete und Heizung, durfte dann meine Frau, durch die Umzugsaufforderung und den erzwungenen Umzug auch noch Ihre Arbeit aufgeben.

    Übrigens hat ein Mitarbeiter im Bundesministerium auf meine Anfrage bei Herrn Alt erklärt, dass dieser nicht zuständig für die Probleme der Hartz4er sei!

    Sehr geehrter Herr Höfs,

    Herr Alt bedankt sich für Ihre Nachricht vom 10.12.2012 und hat mich gebeten, Ihnen zu antworten. Mit Ihrer Nachricht schildern Sie Herrn Alt Ihren Fall und dass Sie aufgrund einer unangemessenen Miete und den daraus resultierten Mietschulden Ihre Wohnung verloren haben.

    Ich bedauere, dass Sie mit den Dienst- und Sachleistungen Ihres Jobcenters nicht zufrieden sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen von Seiten der Bundesagentur für Arbeit keine Stellungnahme zu Ihren Schilderungen übermitteln kann.

    Die Gewährung von Unterkunftskosten und aller damit verbundenen Nebenkosten gehört nicht zu den Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit. Hier gelten, auch hinsichtlich der Größe und Miethöhe, nach wie vor die Bestimmungen der jeweiligen Städte und Kreise. Die Bundesagentur für Arbeit hat hier weder Richtwerte, noch ist sie weisungsbefugt. Es ist daher nicht möglich, von Seiten der Bundesagentur für Arbeit eine Stellungnahme zu dieser Problematik abzugeben.

    Mir ist bewusst, dass meine Antwort nicht Ihren Wünschen und Erwartungen entspricht, hoffe aber dennoch mit meinen Ausführungen zum besseren Verständnis beigetragen zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    im Auftrag
    Alexander Templin
    1. Fachkraft
    Kundenreaktionsmanagement
    Telefon: 0911/179 4497
    Telefax: 0911/179 2123
    E-Mail: Service-Haus.Kundenreaktionsmanagement@arbeitsagentur.de
    Internet: http://www.arbeitsagentur.de

    Die Frage welche Aufgaben Herr Alt überhaupt hat, wurden gar nicht erst beantwortet.

    Die ganze Geschichte gibt es hier:
    http://www.myheimat.de/nuernberg/politik/ein-verwalter-und-rechtfertiger-von-armut-und-vermutlich-auch-ein-luegner-d2474387.html

    • Eigeninitiative von HartzIV – Empfängern ist doch ein Weg aus der schlechten Situation, oder? Dabei spielt es doch kene Rolle, wie gut oder schlecht das jeweilige Jobcenter ist. Frustationstoleranz kann dabei auch jeder Bewerber gleich mitentwickeln. Angst vor Absagen ist für mich kein Grund sich nicht zu bewerben. Nach der theoretisch 83. Absage sollte die 84. Bewerbung folgen.

  12. Eigentlich wollte ich nach huete kein Stern TV mehr sehen. Aber jetzt wird’s endlich mal richtig interessant. Ich bin dabei!

    • Hier noch einmal mein Kommentar, den ich bereits bei N.W. eingestellt habe:

      Das ganze wirkte etwas “weich gekocht” in meinen Augen. Herr Alt saß nur seine Zeit ab und wirkte nach außen genau so wie das System, dass er versucht zu rechtfertigen: schwach, unsozial und weltfremd. In einer solchen Sendung die Zuschauer wie in der ersten Klasse zu behandeln geht überhaupt nicht. Sicher kann man nicht alle Falle ad hoc klären aber bitte meine Damen und Herren, man wusste schon wer kommt und um welche Fälle es geht. Hier sollte dann schnell der Eindruck gepuscht werden, es sind bedauerliche Fälle aber alles andere läuft prima. Auch wenn – angeblich – über 60.000 Kunden von einer externen Agentur auf die Qualität der Arbeit im Jobcenter befragt werden – was sagt so etwas aus? Schulnote 2,5? Ja, Herr Alt, natürlich, Herr Alt. Traue keiner Umfrage die Du nicht selbst in Auftrag gegeben hast. Es muss auf jeden Fall weiter gehen. Der Stein ist los getreten und rollt. Es liegt jetzt primär an den Kunden der Jobcenter UND auch an den vielen Mitarbeitern die durch die Vorgaben, Hetze und miesen Arbeitsbedingungen teilweise schon krank geworden sind. Hoffen wir, dass RTL hier Wort hält – was bei diesem Sender ja immer auch eine “politische Sichtweise” betrifft; im Nachgang wünsche ich mir, dass auch Formate wie z.B. Panorama oder Fronal21 die Fährte aufnehmen, damit nicht nur der Anschein geweckt wird, man wolle aufklären, sondern sich zumindest “etwas mehr” bewegt! Je Mehr Menschen nun die rote Linie überspringen und sich zu Wort melden, um so mehr sind die Medien gezwungen – und über ihren “Kodex” angehalten – auch zu berichten. Das System ist marode, unsozial und unwürdig. Es liegt nicht nur an Mitarbeitern in den Jobcentern, es liegt an den Vorgaben, Gesetzen und Arbeitsanweisungen. Und hier wie dort zeigt sich immer wieder, dass der Fisch vom Kopfe her anfängt zu stinken! Die Sozialstaatlichkeit ist zwar im Grundgesetz verankert, ihre konkrete Ausgestaltung aber weitgehend dem Gesetzgeber überlassen. Der Staat muss jedoch allen Bürgern das Existenzminimum sichern. Die Politiker müssen daran erinnert werden, dass Sie einen Auftrag bekommen haben … spätestens bei der anstehenden Wahl muss die Quittung eindeutig ausgestellt werden!

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