Eine Jobcenter-Mitarbeiterin fordert

Meine Aufgabe als Mitarbeiterin eines Jobcenters ist es, auf Augenhöhe den Arbeitssuchenden kompetent zu beraten. Nicht immer ist dieses der Fall. Von daher wünsche und fordere ich:

  • Eine wertschätzende Kommunikation mit den Arbeitssuchenden.
  • Eine Kommunikation unabhängig des Geschlechts, des Alters, der Bildung, des Lebensweges, der Religion, der Rasse, der begleitenden Erkrankungen, politischen Einstellung mit den Arbeitssuchenden.
  • Eine Kommunikation mit den Arbeitssuchenden – unabhängig eines Zeitfensters.
  • Eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den Arbeitssuchenden.
  • Eine Kommunikation mit gegenseitigem Respekt.
  • Eine Kommunikation mit den Arbeitssuchenden, in der beiderseits konstruktive und offene Kritik zugelassen wird – ohne Druck einer drohenden Sanktion für den Arbeitssuchenden.
  • Pflichtseminare für Mitarbeiter der Jobcenter in Gesprächsführung, konstruktive Kommunikation, flankierende Leistungen und Casemanagement und deren erfolgreiche Umsetzung.
  • Eine Kommunikation und Atmosphäre für den Arbeitssuchenden und Mitarbeiter ohne Angst.
  • Mitarbeiter, die in ihrer Persönlichkeit gefestigt sind.
  • Mitarbeiter, die eine reife Persönlichkeit gepaart mit Lebenserfahrungen sind.
  • Mitarbeiter, die bereit sind persönliche Schicksale im Sinne des Arbeitssuchenden zu evaluieren.
  • Mitarbeiter, die offen für Veränderungen sind.
  • Mitarbeiter mit dem Blick für den Arbeitssuchenden.
  • Regelmäßige Supervision der Mitarbeiter. 
  • Wertschätzung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den Arbeitgeber
  • Gesundheitsbewusste Führungskultur, ohne Einschüchterung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 
  • Offene, transparente interne und externe Kommunikation.

Für weitere Anregungen und Ergänzungen bin ich offen.



Kategorien:Jobcenter

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23 replies

  1. ..auf meine Anträge würde nie schriftlich geantwortet obwohl ich Anspruch drauf hätte , so dass ich mich nicht wehren konnte und kein Wiederspruch stellen konnte. Telefonisch war niemand erreichbar falls sich etwas änderte z.B während des Vorstellungsgesprächs, Fahrtkosten betreffend oder ein Probearbeitstag dazu gekommen ist.
    Vorstellungsgespräche wurden sabotiert, ich würde sowieso nichts bekommen. Die Bearbeiterin interessierte nicht mal mein Beruf.

  2. Das sollte selbstverständlich sein, gehört zum guten Benehmen auch wen sich ein Beamte mit dem GG nicht auskennt..
    Leider ein Fremdwort in den JC, dort habe ich verstanden welche Charakterzüge die in Deutschland offensichtlich noch nicht ausgerottet sind zum Nationalsozialismus und zur Stasi geführt haben.

    In den Jobcentern sollten eigentlich nur kompetente, intelligente Menschen wie Frau Hanemann arbeiten und keine Lageraufseher. Frau Hanemann könnte man als Mediatorin oder Beraterin im Jobcenter nützen statdessen wird die einzige kompetente Person im JC entlassen und inkompetente Menschen die früher bei der Post gearbeitet haben und überhaupt keine Ahnung von Sozialarbeit etc haben werden auf die Menschheit losgelasen wo sie nur Schaden einrichten auch Materielle den sie bekommen auch noch Gehalt für diese schwachsinnige Arbeit und Medizinische Behandlungen von dort geschädigten Personen oder bereits Kranken die durch den JC Schaden erlitten haben kosten auch Geld.

    Und niemand ist dafür verantwortlich. Ich suchte mal den Verantwortlichen da mein Sachbearbeiter , bereits 5 x abgegebene Mietverträge und Bescheinigungen alles mind 5 fach kopiert alle verloren hat.

    Der JC Leiter hat mich völlig ignoriert und behauptete der Mitarbeiter würde schon richtig arbeiten, ich wäre die dumme H 4 und habe mir sicherlich was zu schulden kommen lassen und hätte sicherlich die Bescheide nicht abgegeben.

    Das Arbeitsamt wäre nicht zuständig JC gehört zur Stadt Hamburg , bei der Stadt Hamburg war auch niemand zuständig. Eine totale Wildnis und Willkür.

  3. Alle Achtung! Weiß gar nicht was ich sagen soll – und das kommt so gut wie nie vor – ob soviel Mut, Engagement, EQ und IQ. Bravo!

    Da Du von Deinem Arbeitgeber und wahrscheinlich auch von Kollegen/Innen nun wohl ähnlich behandelt wirst wie sie uns „Kunden“ behandeln, will ich Dir in aller Kürze meine Geschichte aufzeigen, die Dir eventuell bei Gelegenheit Argumentationshilfe sein könnte.

    Von 2010 bis dato wurde ich vier mal zu 100% Sanktioniert. Zwei mal wurden die Sanktionen überhaupt nicht angekündigt. Es wurde einfach die Zahlung komplett eingestellt, ohne vorher auch nur eine Zeile an mich zu richten. Die anderen beiden Male gab es keine Anhörung und die Sanktion wurde zum Monatsende zugestellt, so daß ich auf jeden Fall geschädigt wurde. Die letzte wurde am 25.02.2013 zugestellt und griff zum 01.03.2013 – also aktuell. Mein sofortiger Widerspruch wurde in keinem Fall beschieden – es wurde einfach nicht geantwortet. Wohl gemerkt, es gab auch niemals vorher eine 10%ige, 30%ige oder sonstige Sanktion, sondern immer direkt von 0 auf 100. Und jetzt kommts noch dicker. Das Gericht bei dem ich aktuell Klage eingereicht habe, hat das Verfahren NICHT im Eilverfahren, also einstweiligen Rechtsschutz angenommen.

    Kann es noch dicker kommen? Natürlich. Zu KEINER der 100% Sanktionen habe ich mir vorher irgend etwas zu schulden kommen lassen! – das ist zu 100% beweisbar.
    Noch schlimmer finde ich fast, daß sich keine der bekannten „Institutionen“ oder deren „Topleute“ wie z.B. Brigitte Vallenthin, oder Katja Kipping von Die Linke, oder bekannte Rechtsanwälte die sich angeblich gegen Hartz IV engagieren, auch nur ein Itüpfelchen für meinen Fall interessieren. Im Gegenteil, teils wurde ich rüde, fast schon in Fallmanagermanier abgewiesen.

    Wünsche Dir viel Kraft und Ausdauer – wirst sie brauchen. Beständigkeit führt zum Erfolg.

    Der Souverän

  4. Meinen Respekt – Chapeau! Danke.
    Da Sie für weitere Anregungen offen sind, könnte dies http://erbendertara.wordpress.com/2012/09/30/10-gebote-fur-die-sicherheit-von-jobcentermitarbeitern/ evtl. nützlich sein.

  5. Reblogged this on einheizradio und kommentierte:
    Die Katastrophe ist schon daraus ersichtlich, dass man so etwas erst fordern muss.

  6. Reblogged this on monopoli und kommentierte:
    Lass dich nicht einschüchtern!

  7. Sanktion heißt eigentlich Heiligsprechung – schon mal solang ge_DACH_t?
    Ich hab im Jobcenter schon etliche Mitarbeitende „überlebt“ – Dank meiner 20 Jahre währenden Arbeit in der Psychiatrie und habe an so manchem Tag gedacht: „Wie hätte ich das ausgehalten, ohne diese Erfahrungen, die ich in der Psychiatrie als Mitarbeitende gemacht habe, ohne mein angehäuftes Wissen über Psychologie, Wahrnehmung, Kommunikaiton, über Gewalt in der Kommunikation und über Menschlich Allzumenschliches, ohne meine Ausbildung zur Mediatorin und bei Dominic Barter in „Restorative Circles“? Und ich beschäftige mich seit 1989 mit dem, was RECHT im zwischenmenschlichen Bereich an_RICHTET und wie wir vom Trennenden zum Verbindenden kommen können! Wovor haben Menschen Angst, die anderen Menschen oder auch Tieren gegenüber MACHT ausüben wollen? Seit wann schon schleppen sie diese Angst mit durch ihr bisschen Lebenszeit? Weshalb befreien sich so wenige Menschen von der Angst vorm Bestraftwerden? Weshalb meinen noch immer so etliche Menschen, dass sie anderen Menschen ihren Glauben aner_ZIEHEN müssen? Ich kann nur überall sehr empehlen, sich mit „Restorative Circel“ intensiv zu beschäftigen! Wir können ein Miteinander Aug in Aug leben lernen! Nur Mut, Leute! http://www.restorativecircles.de/Home.html

  8. Reblogged this on Worte auf meinem Weg und kommentierte:
    Auch wenn ich noch nie persönlich mit einem Jobcenter zu tun hatte, finde ich dies Haltung und Forderungen sehr mutig und richtig.

  9. Auch von meiner Seite aus ein großes Kompliment für diese Darstellung von Forderungen/Wünsche. Es ist sicher für beide Seiten hilfreich, solche geforderten Veränderungen anzustreben. Sie hier im Blog öffentlich zu machen, ist sicher nur ein erster Schritt. Ich wünsche dabei ganz viel Erfolg. Herzliche Grüße

  10. Danke, das ist ein mutiger Anfang! Tausende Rosen wurden bundesweit an eure Mitarbeiter verteilt, allein in Berlin weit über 1.000, zusammen mit dem Aufruf der französischen Kollegen:
    http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/rosenaktion-text-2001-08-22.pdf
    – die Reaktion war überwältigend von Verwunderung und Erstaunen, bis zur Zustimmung und Dankbarkeit für diese unerwartete Geste.

    Zusammen mit der Erkenntnis, dass wir niemanden zu seinem Glück zwingen (aktivieren) können und die sinnnvolle Arbeit immer schlechter entlohnt wird, können Sanktionen nur negativ zerstören: http://grundrechte-brandbrief.de/
    – Inzwischen ist der Urheber auf 90% sanktioniert und wird durch Hunger vom JC gefoltert. Gewinntt er, giibt es diese Folter nicht mehr, aber verliert er, wird diese Folter in Deutschland verschärft.
    Alles Gute! Detlef

  11. Ich spreche Ihnen meine Wertschätzung, zu den von Ihnen veröffentlichten Forderungen aus. Es tut gut zu wissen, das es Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in den Jobcentern gibt, die ihre Kritikpunkte an dem System Hartz IV haben und diese öffentlich darstellen.

  12. Danke. Sehr gut geschrieben.

    Liebe Grüße

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